1895 / 64 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 14 Mar 1895 18:00:01 GMT) scan diff

;.

Dcis Lu 1:1".De: ' oibo'der'bou Gufiavmk'y er cbt M51: Berli??? Töneater zum ersten Mal i;:schene.

Kiel, 13. März. am

van: Entbery, der 01115 dieInscenes g des Stüiks leitet, spielt * Jie Titelroll ck""

ist Abends von Korsör wieder hier eingetro en; der _ fer bat im Februarn-Sund viel_Treibeis angetroffen. ie regelmaß Tages- verbindung mit Korsör tft nunmebr wieder beYeftellt. -

Warnemünde, 13. März. (W. T. .) Der Dampfer nacb Gjedsex verkehrt wieder regelmäßig täglich 1111): 16 Minuten Mittags von hier. _

Bremen, 14. März. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Der Pofidampfer ,Neckar' hat am 12. Marz Nachmittags die Reise von Gibraltar mxcb Neapel fortgeseßt. Der Schnelldampfer .EmS“ hat am 13. Marz Morgens Lizgrd vassiert. _Der Reichs- Postdampfer „Preußen“ ist am 13. Marz Morgens m Neapel

angekommen.

Hamburg, 13, März. (253.375. V.) Hamburg-Amerika- nische Packetfabrt-Aktien-Gesellscbaft. Der Postdgmpfer .Pffrustsia' hat, von New-York kommend, beute Morgen Ltzard ra Wk.

London, 13. März, (W. T. B.) Der Union_-_Dampfer .Trojan' ist auf keiner Aqueise gestern von Lanbon ab- gegangen. _ _

_ 14. März. (W. T. B.) Die Union-Daxnpser .Afbe- nian“ und .Spartan' sind auf der Heimreise “gestern von Kay- stadt abgegangen. _ _

Rom, 13. März. (W. T. B.) Im Mmistertum d?! öffent- lichen Arbeiten wird die Einführung kombinierbare: Rund-

(W. T B.) Der Boftdampfer ZSLpbaa-

' Gebeizte Speise-TraUSportwagen zur BEfördenu-g Mittageffens von den Wohnungen zu den Diezift- und Arbeit? * stätten smd von einem bießgen Untxrnebmer fur die An estekjm“; , * - , Feuerwebr *und die Arbe'Ter großer Jabrikxn xc. .in Betti; aeseßt worden. Das Unternehmen wtxl dre Uebelfiände &, seitigen, die daraus entstehen, daß dte Frauen der A - zum Zweck des MtttaFtragens Haus und Kinder längxreZeit Mlafiq , müssen * und daß die «peisen meist nur noch lau n! die Hände“ Arbeiters oder Angestellten kommen. Die neuen Wagen smd 611 gebeizt (60 Grad) und die zur Beförderung dienenden „Effemx' bestehen aus zwei emaillierten Gefäßen, welche leibweist obne KFZ und obne besondere Vergüan geliefert werden; fie schließen so dj,“ daß das Cffen voükommen frisch. woblscbmeekend und heiß bleibt, kann abonnieren, entwrder Nur für den Transport des gefüÜtetx Effenträng zur Arbeijsstätte (7 „8_pro Tag) odxr gleichzeitig aus den M, transport des leeren Eventrägers zur Wobnuns (10 „g pro

WDenkmalöaufde'mvomM stratiuMkht * ck" . * ' Anka d Köpen' , wis der 9? “, . vaZUuJÜKrFße,chnmftandmnkärFm m" . _ _ __ _ Erste Beilage , e, . __ * - - . ' u 0“ o *o* 0 549151 M' -V's, DG Bl“ fd'ebb-G,* Dt R A dK [ St t A «4.83.3135... .. 3.15. 317313731...315"..3:11 .. 1.45.3353..." 17.23.3533»; 3..." 3ell'10 _ . zum cu scheu clchs- nzetger un omg 1 reu [| en un s- nzmger, K*".Z'U'FZZLMMWZ .?“ JÜ'LHYWPYFÉYTW" “““““ "“ 2319393592199 - “"ck... "1? Z.?xéeeMMwM dal * . .. '

Jus Bremen wird geschrieben: Nock; bei Lebzeiten Anton revidierten Entwurfs, ertbeilt worden. ' " . 64- _ Berlin, Donnerstag, den 14- Marz 1895, Rubinstein's batte Bremenesübernommen, dés KYm|tlers _LiebÜUJS- *, xm wunsch gemäß, die _etfte sceniscbe Aufführung seiner getftltcbeu *

Oper .CbrtftuS' msWerkzu segen. Zwarbat derTod die-Hoffuung, D e u t 1“ ck e z R e i ck. den Meister selbst am Dirigentenpult zu sehen, zu nicbte gemacht,ab_er U h _ _ ck _ e e r 1 der in den deutschen Münzstätten bis Ende Februar 1895 vorgenoxnmenen AuSprägungen von Reichsmünzen.

»

es sind enügend “aktoren vorhanden, die für eine _Auffübrunéz m seinem (Zinne Bürs chaft leisten. Der Textdichter 086 ,CbnftuS', Pro effor Heinrich Bulthaupt, bat die Regie übxrnommen, und axrade cxr kennt durcb jahrelangen mündlicheq und briefltcben Verkehr die kunßlm- schen Absichten Rubinstein's so bis ins kleinste. daß dreser Tberl des Unternehmens in kei e besseren ände gelegt_werden konnte. Da ferner opferwillige "nstler und aien fchon 1eit dxni Herbst 1). I. mit der Einübung besÖäftigt find, so ist nach Bewaltigung m9ncher Schwierigkeit die Aufführung nunmehr ficheraesie_1lt und aus den 25. Mai anzeseßt worden. Anfang Juni soll eme zweite folgen. Die Ausführungen finden statt i_m Bremer Stadt-Tbeater. deffen Raum eine dem reli iöten Charakter des Werks

/____„„ ) Im Monat Februar 1895 sind skpkäsk worden in:

Silbermünzen Nickelmünzen Kupfermünzeni» Ein- markftücke

Goldmünzen

Halke

Kronen

HMLM

rechnung „46

_ 326- psenntgstück ?“,“

Zehn- pfennigftücke

!

Zwanzig- pfennigstücke

__ Fünf- Zwanzig-

kronen markstücke pfennigftücke pfennigstücke pfennig tücke .“ .“. |ck |,! .“ 7,1

90396001 9039 706575 ,- . ; * _ i- 60 38487 - ck ;

Zwei- Fünfzig-

Doppel- markstücke

Kronen Fünff-

Ein- pfennigstücke ? 4!

11432317 *»5 240?!-

ck ck ck ck ck (1. Tx “11.

wird. Die _ __ 100;

reisebil lets nach deutschrm Muster vorbereitet.

Theater mad Milk.

Konzerte.

Der zweite und [este Kammermufik-Abend von Gustab und Ingeborg Exner und Fris ESpenbabn. _welcher am Dißnstag im Saal Bechstein unter zablreicbex Betheiligurxg des Publikums stattfand, wurde mit einem Trio für Klavier, Violine und C8110_1)0n Christian Sinding, einem bedeutenderrndrtrete'r der 111-11811 nord11chen Schule. eröffnet. In allen drei Säßen finden sich“ oxtgtnelle MVUVL, deren stilgrwandte Durchführung eine ficbkre Formgesta1turxg erkennen läßt. Auch ist die modulatorische und rhythmische L_ebend1gkett durchwsg fesselnd. Diesem vortrefflich ausgeführten Werk folgten Breiboven's Sercnadc (0x). 8) für Violine, Viola und CeU-Z, 0n_ deren Aus- führung sich außer den genannten Herxcn noch der KöntglrÖeKauch-r- musikus Adolf Müller erfolgreich betbeiligte. Dorn Beiéluß _des 210611515 bildete Schumann's belisbtes Klaviexquarte:t 0 ._44, “0211311 schwungvoller und präziser Vortraz die Hörer zu lautem ' 81101! 51117113.

Jm Königlichen Oper_nbauf6 gelangt morgen Lyrßing's „Zar und Zimmermann“ mit folgender Bessßung mr Auffubrung: eter der Große: Herr Bes, Peter Iwanow: Hkkk Lieban, van Bett: err Krolov, Marie: Frau Herzog. Mqrauis von Chateauneuf: Herr Philipp, Lord Syndbam: Herr Mödlinger, Adm1ralLefort: Herr Krasa, Wittwe Brown: Frau Lammert. _ _ _ JmKöniglicbcnSchauspielhau!efindetmorgrndieGejanimt- auffübrun von riedrich Hebbkl's „Nibelungen“ m1t .Krtembild's Rache“ i ren Ab cbluß. Die Besetzung ist die 11achstcbeude_ : Kymg Etzel: Herr Ludwig, Dietrich 11011 Bern: Herr Nesper, Hildebrant: Herr Kahle, Markgraf Rüdiger: «ck;er Grube, Hagen: Hcrx Molerzar, untber: Herr Arndt, Volker: H61r_Keß12r, Dankwart: Herr Heine, Giselher; Herr er, Gercnpt: Herr Purxckoiän, Ruth: Herr Siegrist, Kriemhild: Fräulrin Poppe, (6561611306: Frau Stouberg, Gudrun: Fräulein Sauer, Ute: Frau Kahle.

entsprecheude Umwandlung erfa ren gesckxäftlicbe Leitung des Unternehmens ist dem Direktor dx? Breslauer Stadt-Tbeaters, Or. Loewe, übertragen; als Dirigenten find ewonnen die Herren Dr. Carl Muck vom Königlichen Opernhaus zu

erlin, Julius Rutbardt vom Stadt-Tbeater zu Brenien, Leopold Weintraub vom Stadt-Tbeatcr zu Breslau. Als Solistxn wirken mit die Herren: Raimund von Zur Mühlen, Zof-Opernfgnger Leon Grißinqer, Kammersäzngrr Anton Hromada, of-Opsrnf'axi_ger Carl Sommer, Hof-Opernsanger Hans KeUer und die rren Opernjanger Dr. Otto Briesem_eifier, Johannes Elmblad, Gutav_Frixdr1ch, M. A. Jacob, Adolf Müßlmann,_ Hans Roleff, Ludwig P1echler,_ Alfred Schankr, Rudolf Schmalseld, Hermann Schramm; _ wetter 012 Damen: Fräulein Katbarine Rosen, _Fräulein Sopbte Sedxmair. rau Iduna Walter-Choinanus, Fräulem Soybiax Wie:“;ner, Fraulein lora lemv, Fräulein Susanne LavaUe, Fraulem Adele van Jung.

ie Chöre, bestehend aus 350 Bremer Damkn und Herren, find 5011 den Herren Kapellmsister Julius Rutbardt vnd Martin Hobbrng

(Bretiien) einstudiert. Die Kostüme find nacb Figurinen des Malers-

Gottfried Hofer (Hamburg) in Bremer Ateliers anaeferti t. Die Dekorationen bak der Dekorationsmalsr des Breslauer Stadt-xbeaters Georg Handrirh angésübrt.

Mannigfaltiges.

Der Ausschuß der Stadtverordneten-Versamm1ung zur Vorberatbung der Frage über die_ rcqxtenz der biefigen Gemeindeschulen und die sich aus derxel en für den Bau neuer Schulen ergebenden Resultate bat urzter Vorsitz des Stadtverordxieten 11", Schwalbe beschloffen: die Ver!ammlung möge den Magistrat ersuchen, in Erwägung zu nc'bmen, ob nicht eine oder mehrere Gemeinde- schulen im Innern der Stadt nach und nach eiFezogen werden könnten, und der Versammlung eine darauf bezügliche “2 orlage zu machen.

Der gkschäftsfüb'rende AUSHÖUF des Comités zur Errichtnn eines Denkmals für Schulze- elisscb hat sich mit der Au teUung

und auf die Gefangenen geschossen.

TW

Ja leytkrem Fall werden somit_ jedem Abonnenten drei verschied,ne Cffenträger zur Verfügung 57116111, von denen je einer in da Wohnung, ander Arbeitsstelle und unterwegs bezw. in der Hand“; Unternehmers fich befindet. Die einzelnen Wagen_ durchfabren „;ck einem ganz bestimjxitcn Plan eine Reihe von Straßen zur CULZZW: nahme der Cffentrager.

New- York, 13. März. Aus Walsenburg im Staate Colorado wird d_em „M.TB." berichtet: Jüns Italiener, ck unter der Anklage neben, den Gastwirtb Hixyon cruzyrdet zu baba, wurden von Polizeibeamten zu Wage-n nach dem Gexangniß geb10chx Von sechs maskierten Leuten zu Pferde wvrde der Wagen angegn'fxa Der Kutscherpurdx getödtet, ez. Italiener wurde an der Brust verwundet. e1310er x_owie Daum: der Hauptbktbeiligte bei dem Morde des Gastwirtbs Htxson, wur» in das Gefängniß gebracht. Am_ folgenden Morgen exschch der Pöbel im Gefängnis; den Damm) und den venvundeten G„ fangenen. Die Leichen der drei qyderen Jtalixner _wurden 785111ka der Stadt gefunden. De_r italienijcbe Botschafter m WasbingNn 13 um Aufklärungen über die Angelegenheit eriucbt.

*

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen, -

Madrid, 14. März. (W; T. B.) Den leßte_n 5)“ richten zufolge soll ein franzöytscher Dampfer das wan“, Kriegsschiff „Königin-Regentin“ gesehen haben; dass sei bei Aceitunas 6111116 aeschertert. Der franzöß Dampfer habe der „Königin:Regentin“ wegen der |th See keine Hilfe bringen können.

(Fortseßung des Nichtamtlicben in der Ersten Beilage.]

Wetterberickyt vom 14. März

8 Ubr Morgens. Dritte

Skaticnen. Wektcr.

V =! c;: p_- 9: LJ O

:: ...

Var. auf 0Gr.

u. d. Mkkkkösp

red. inMillim. ?

JÜC. :: 4091

b- "."! 6 5- Q- ;- 5 “.“ 5-4

' rüll.

wolkig wolkig Regen chenl) bedeckj bedeckt Nebel dedzckt

Belmullet . . Aberdeen .. Cbrifiiansund Kovknbagen . Stockholm . randa . ; t Petersbg. * Moskau . . . Coerueens- town . . . Cherbourg .

YVES

Niemann.

“*G*k-“k-“tQÉ-(N

O;.-

“H 17191 (019611918) ("0 3191 ck 1.0» 3! 3! 1...- » c: » » 0:- .- »

wolkig

tung vom Ober-Jnsvektor Brandt. _ Abtheilung: * . Traurrwiel in 5 Aufzügen. Sonnabend: Overnbaus. 67. Vorstellung. va- 7au6rja kunun- (Bauern-Ehre.) Over kn 1 Aufzug von Pietro MaScaani. gleichnamtgen Volksstück von G. Berga. - Das oldene Kreuz. _ Text nach dem Franzöfiychen von Salomon Hermann Von Mvsenthal. Anfang 7? Uhr. Schauspielhaus. Alten sun eu. nfang 7x Ubr.

Deutsthes Throm. ments-Vorstelluna): Die Weber. Anfang 71 Ubr. Sonnabend: Zum ersten Mal?: Er. sie und er. Lustspiel in 1 Akt von Otto (Fi1enscbü13. - Dann:

Ziveiter Abend. Kriemhilds Rache. Ein Anfang 74 Uhr.

lieber.)

QW efangß-Burleßque in 2

Textn

Oper in "2 Akten von Ignaz

Tanz VonPaulTaglioni. MMS 7? ubr-

73. Vorsteüung. Wie die Luikfvikl in 4 Aufzügen Von Karl

Company. Morocco Bound.

Freitag (25. Abonne- Freitag": Zum "28. Male:

Theaterlnter denkmden. Bebrenftr. „55/57. Direktion: Iulius Füßsche. - Für 12 Abende. Freitag: Gastspiel der englischen Burlesaue-Coxn- panv vom Sbaftesbury-Tbeater in London. 150511111- Morocco Bound (Nach M*arocxco). Akten von J. thde. Musik von Watson, Carr. Tito Mattei and J. van (Tawil. Dirigent: Herr Kapellmeiftrr Harold Vicars.

Sonnabend: -Gastsviel der englischen Burlesque-

chtcal-Theater. We Zakobsiraße Nr. 30. Direktion: Richard Schuls- -- Emil T_bomas a.G. Novitat!" Unsere Neuüers. Große Posse mit Gescm urid Tanz in 4 Akten von Wilhelm Mannstädt und „ulms Freiznd. MUM 0011 Jvlius Einödsbom. In Scene gejeßt

Gestorben: r. Gebeimer Ober-MedizinaltaÖ 131". Gustav dolpb Schönfeld (Berlin). - f). Rittergutkbefixzer Benno von Kablden. - Zn Rechnunasratb Julie Schumann, geb. Schumm (Breslau).

Nachruf.

ern von der

jähriges Leiden begeben hatte, Seine ExcellW der Geueral-Laudsthafts- Direktor, irklithe Geheime Rath

Yerr Adolf u. Koerbcr,

Koerberrodc,

Mitglied des Herrenhauses. Ritter des Rothen Adler - Ordens 11. Klasse m

otokolls verzeicbne au

imatb en1schlief 51 Kairo, '“ wo in er sich He“ ung suchend für sein lang-

wolkenlrs Z wolkig * bedeckt bedeckt Zedxxt Du111f bedeckt bedecxt Dunst “Regen bedeckt Schnee Regkn WNW ? bedeckt still'Nebel

2 [WM '

4w01kenlos ; stil! halb bed. .

Izwolkig

[der. . . . ?

vlt Hamburg . . _ Swinemünde ; Neufabrwaffer Memrl . . Paris . . . . . Münster. . . Karlsrube . . Wiesbadsn . ?))?ünchm . . Cbemniß .. Berlin. . . . Wien . . . Breslau. . . Jl_e d'Air . . Nizza . . . . Triesi . . . .

tQUNQow-o; NWWW-anc-O SWU- ()*-*»0014-1471-“7- „*G*-“SOUNDS

ONO

*) Dunst.

Uebersicht der Witterung.

Ukbcr Zentral- und Südwest-Eurova ist das B.:- romeier stark gestirqen, wobei sich ein barometriscbes Maximum über Nordwest-Frankrcickp ausgebildet bat, wäbrend das Hrchdruckgxbiet über Nußlatzd wenig Aenderung zeigt. Eine flache Depreyfiyy 111-at fiber Nordwefi-Eurora, welche aus den Brittxcben Jukeln erhebliehe Erwärmung verursackot hat, aber die Witterung unserer Gegsnd nichr beeinflußt. Bei schwachen, im Westen vorwiegend _nördlicben, im Osten meist südöstlickoen Winden 111 das Wetter in Deutschland trübe: die Temperatur liegt nak-e rem Gefrierpunkt und durchschnittlich etwas untxr dcm Mittelwxrtb: in Suddeutsckyland ist stellenweise Niederschlag gefallen; fast überall baben Nachtftöste stattgeiundc'n, deren Wiederbolung wabr- sckeinlich ist. _

Deutxcbe Seewarte.

Theater-Auzeigen.

Königliche Ithausplelt. Freitag: Overn- baus. 66. Vorsteklung. Zar und Zimmermayu. Komisch Over in 3 Aftkn von Albert 8017151115. Dirigent: Musikdirektor Wegener. Anfang 73 Uhr.

Schauspielhaus. _72. Vorstellun? Die _Nibe- lungen. Ein deutsches Trauerspiel n 3 Abtheilungen von Friedrich Hebbel. Zn Scene qeützß vom Lbrr-Regisseur Ma; Grube. Dch0rative Emrikh-

]

Zum ersten Male: Drohnen. Schauspiel 1114201611 von Rudolvb Straß.

Sonntag, 23 Uhr: Die Weber. - 7'3 Ubr: Hamlet.

NLÜMLXTÜLÜLLT. Fchaz (21. Abonne- x_n_en_t_sb-Vorsteüung): Die große Glocke. Anfang - r.

Sonnabxnd: Madame Saus-Géne.

Sonntag, 211 U_5r: Madame Saus-Géne. - 71 Uhr: Zum ersten Male: Ter Hypochonder. Luftspikl in 4 Akten von G. von MOW.

Ttssmg-Thrater. Tas Examen. Anfang 74» Uhr. _ _. _ Sonnabknd: 1. Gaitwiel von Fr. Haase. Zum ersnn Male: Am Spieltisch des Lebens_. Sonntag: "2. Gastspikl von Fr. Haake. Am Spieltisch des Lebens.

Frkitag:

*Fr1cdr1ch - Wilhelmaädnsthes Theater. Cbauskeestraße 25/26.

Freitag: Der_ Oberfkeiger. _ Operette in 3 kten van L. Held und M. Wett. Mfif von Carl Zeller. Regie: Herr Fredy. Dirigent: Herr Kapellmeister Valdreick). Ermaßigte Preise der Plätze Anfang 74 Uhr.

Sonnabend: Der Oberßeiger.

Kent!- Theattr. Schiffbauerdamm 44/5.

Freitag: Liebe von Heut. Volksschausviel in 4 Akten von Robert Misch. - Voxber: Unsere Baäüsthe. Schwark m 1 Akt. Anfang 71 Uhr.

Sonnabend: Zum ersten Male: Haus der Träumer. Lustspiel in 3 Akten bcn Hermann Faber. Regie: Siegfried Jelenko.

Sonntag Na7bmittags 3 Uhr: Liebe von heut. - Abends 71 Uhr: Hans der Träumer.

Keßdenz-Cheater. memstraße Nr. 9. Direktion: Sigmund Lautenburg. Freitag: Fer- nand's WWU. (17*'11 i. 19. parts.) Schwank in 3 Akten von Georges Fwdeau, in deutscher Be- arbeitung von Benno Jacobson. Anfang 7x Uhr.

Sonnabend und folgende Tage: ,Femnd's'Che-

kontakt.

vom Direktor Richard Schalk. Anfang 74 Uhr. Sonnabend: Zum “29. Male: Unsere Rentiers.

Adolph Erna-Theater. Freitag: Auf- treten der ersten Pirouette- und Courbette-Tänzerin Englands Miß Roie Vatchelor vom Prince of Wales- Tbeaxer in London. Ein sidelcs Corps. Große _Ge- sangßpoffr mit Tanz. Nachem eFlisÖ-m Origmal „A Gaietv Girl“ vm: onas c«idnev frei be- arbeitst von Eduard Jacobson und Jean Kren. -- Vorher: Gefiudeball. Schwank 'm 1 Akt von Ed. Jacobson und Jean Kren. Anfang 71 Uhr.

S0nnabend: Dieselbe Vorficüung.

Konzerte.

Konzert-Haus. Frcitag: am Kam:- Konxert. Ouvert. .Der Flüchtling“. Krexscbmar. .Der flir ende Hoüänder', Wagner. „Fra Diavolo“, Auber. Ékrenade f.Jlöte 11. Horn v.Tit'l. „131111530 1111108516“ 1). Saint-Saéns. „Siegfried-J_dvU' 11. Wagner. „Berliner Leben', Walzer v. U1chman11. Phantasie 0. „(7383116er 1-1156108113“ v. Maßcagm. „2111 Alexis“ f. Piston 8. Hartmann (Herr Werner)

Iing-Akademie. Frcitag, Anfang 8 Uhr: Konzert von Josefine Grnsou (Ges.) 11. Her- mann Geck (Kl.). Unt, and.: Neue Lieder und Klavierstücke von Hermann Genß.

Yhilharmonie. Freitag. Anfang 8 Uhr: Konzert der Berliner Liedertafel. Mitt»: Fr. Cor. Vöttcher, Herr v. Ewuxk.

___-*"? Fmilien-Nackxricbteu.

Verlobt: Frl. El'sa AuYtstin mit Hrn. Gym- nafial-Oberlebrer 131". röblet (Rat1bor). -- Frl. Ilse Vorberg mit Hrn. Major Paul von Wiefersbeim ( Schöneberg bei Berlin-Berlin). - Frl. Milv Held mit Hrn. Prem.-Lieutenant Hans, Blecken von Schme11ag (Hamburg- Wandsbke). .

Geboren: Ein“ Sohn: 11. Geora“Ed1er von Nennenkampff auf Pain “11 in Estland. - Eine Tochter: Hrn. Joseph von Janczewski.

des Kronen - Ordens 11. Klasse, beide mit dem Stern. ' *

im 78. Lebensjahre. _ __ Am 20.0.M. vor 50 Jahren zuerst 1111 ein landsÖaftlicbks Amt verpfi1cht€t,_bat der Dabingescbiedene seitdem die v_etsc_b1kde13fteu landschaftlichen Aemter, zuletzt fett saft Einem Vierteüabrbundert das Amt des General- Direktors mit rastlosen: Eifer, aufopfernder Hknqebung und bxrvorragender _ Wohle der Landycbaft vkrwaltet und die

jegeUSreichsten Verbesserungen und Cinrich-

' tunaen herbeigeführt.

In dem HeimgeZangenen vekkieren und

betraucrn die Lands ait cinen überaus tba!- krästigen,_mit reichem Wissen begabten unk

linfiußreicven Vertreter und Vorstand, die *

Mitglieder der Genéral-Direktion einen wahr- haft edlen, mix hervorragenden Gaben _W Geistes und Herzens aussenatteteq, WZ bewährten und bochvckrebrten Mitarbeiter uad

Freund, und die sämmtlichen Beamten drt

andscbaft einen wohlwollenden, zu jeder Ze“; hilbeereiten Vorgrsetzten.

Auch“ das gesammte Vaterland hat 1?" Verlust eines wahren Patrioten und ck! königstreuen Mannes zubeklzxgen. -

Das Andénken an dem Vcriiorbenen; welchkk uns 0112 Zeit ein leuchtendes Vorbild in treuxt bingebender flichterfüllung_ und in wäbrbc"1 vornehme: cfiunung sein 1011, wird von uns stets in hoben Ehren gehalten nxerden. _

Marianoerder. den 13. Marz 1895.

Königl. Weßprenßische General - Landsrhafis - Dirrmwn.

J. B.: [75342] W eb [ e.

Y

Verantwortlicher Redakteur: Siemenrotb in Berlin. _ Verlag der Expedition (Scholz) in Verl!!-

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und '*' Anstalt, Berlin ZW., Wilhelmstraße Nr. 32-

Sechs Beilagen

(6313511951130 Bzxsszeü-gex

Einsicht zum ',

eiue D

15 000*- - *2 400 -- 5 012,66

40 000€“ 12 500;-

l | ] | [1 | [11 |"!

| | | 1 | | “! |""|'“"|"|“"|

12 888 36 233760036 5374027

Summe 1 .

)Vorberwarmgeprägt')

12 888 360 * 27 969 925158021 85 324 01

706 575

111966 266184 992 554 71486 552.-

35 717 9221801 5 005 8601801 3126108180] 16 213 41755

39 084 "83 6 499 07757

59 600-

6213 207744

)Gesammt-Ausprx': ung 'ervon find ww er «gezogen

) Bleibm

1437080 220997 10585 2 349 051 640|535 192 820|27 959 3404 2 912 203 800 »“

2 350 488 7 537 402 7“ 27 969 925 1593098420186 030 585 111 966 266 184 992 554

71 486 552:- 35 7""17 922;

10 115 11434 11 941 4 591 -

„5 005 860Z

16 273 017 55

6 213 20744 . , 580 70-

6 538 16291")

312610811801 39:4 1811160 41?04 37385

, _ 13 004 338i 86 020 4701111 954 832 184 980 613 71 481 961!-

5 005 821160| 31259 270120

16 252 436285 6 213166540 6 538124 55

_ 22 713 584- 477151 460,40 „76

*) Zergleiche den „Reichs-Anzeiger' vom 9. Februar 1895, Nr. 36.

Berlin, den 13. März 1895.

Hauptbuchhalferei des _Reichs-Schasamts. B ie 71 e r.

52 537 528,65 .“ 12 751 290,95 .“

Deutscher Reichstag. 59. Sißung vom Mittwoch, 13. März.

Vor Eintritt in die Tageßordnung nimmt der Abg. Gamv Rv.) . Wort, um einen Jrrtbum ix_n Protokoll der Sitzung Vom 6. ärz Richtigen. Er babe fick), Weil er als RegierunZskommiffar der an ... Tage im Angordnexenbause abgehaltenen “1151111 babe bei- buen müffen, beim m_sidenten entschuldigt. Der Zingang des _ dieses entschuldigte Fehlen, während bei der

...entlichen Absttmmung über den Antrag von Hammerstein und Ge-

"en (bstreffend das Verbot der Einwanderung fremder Juden) bintxr .'uxm Namen bemerkt yet, daß er obne Entschuldigung gefehlt babe. *. würde, wenn er anwesend gewesen wäre, sowohl egen den Antrag immermann_und Genoffen, wie gegen den Antrag mmerstein und x5erwfsert gestimmt haben.

Zur Berathung gelangt der von den Abgg. 1 reiherr cyl zu HerrnshUm, Graf von Orioia und Fried- erg (ni.) emgebrachte Antrag:

die verbündeten Regierungen zu_er_suchen, den Freundschafts-, Han-

dels- und SchiffabrtLVertrag m1t der Argentinischen Republik vom

Y_September 1857 auf Grund des Art. 14 dieses Vertrages zu igen.

Abg. Freiherr Heyl zu Herrnßbeim (nl.): Im Jahre 1891, beider Beratbung der Haxdelßbertrage begte der damalige Reichs- kanzler die Erwartung, daß durch diese Verträge €ix12 Sterigkeit dcs Maßes und der Preise für unsere Industrie wie für unsere Land- wutbschaft si er eben würde. Diese Erwartung bat fich bezüglich derLandwirtb cha Keinrswegs erfüÜt: Es hat sich vielmehr beraus- gefteüt, daß die Preije für d_1€ Produkte der deutkcben Landwirtbschaft vach Abschluß der Vertrage in einer Weiss: Mitcr gesunken 'nd, daß die schlimmsten Befürchtungen betreffs der Zu- knnst_ unserer Landwirtbschaxt be'rccbji t find Von den .. Ytgxn Ausführungen des Grazen Caprivi at fich als ricbtig allein du Gchtlderung der Kr1s'1s erwie1en, in wslcber fich unsere Landwirtb- [daft beändet. Unsere Handelsbilanz hat sich in den letzten Jahren kdeuiend Verschlechtert, und diese Verschlcchterxmg ist im wesentlichen "Edle Schultern der deutschen Landwirtbe gefallen. Bedenkt" man, das Fortbestehen der scblechtcn Valuta in einer Reihe Von Exvort- "dem den ausländischen Exportkurcn großen Vortbxil brin i, so ist *--.- ebmen, daß der Rückgang der Preise noch andauern wird. 5 ist un- ' lugt g_eboten, hiergegen Abwehrmaßrsgeln zu ergreife'n und zu diesen 06-

umer Antrag, welcher Deutschland Vor dEr Ucberschwemmung kit argentinischem Weizen bewahren soll. _ Ein Theil der Unterzeichner WAntragH ist der Anficht, daß die Kündigung unseres Handels- vertrages unt Argentinien dazu genügt, und findet diese Kündigung in

unerhörtln ZoÜerböhungen begründet, welcbe Argentinien in den lkßten Jahren eingeführt hat. Ein anderer Theil dsr Unierzeicbnsr la g1e1cb einen Schritt weiter 065711 und dum?) Differenzierung des Menxmischen Weizens diefen vom deutychen Getreidemarkt verdrangen. Wenn dagegen eingcwxndet wird, Argentinien werde mit Repressalien gegen umsre vaortindustrie ant- wokkkn- fo bemerke ich, daß wir dagegcn ein gutes Abwehrmittel in

Haqd _babén in der Differenzierung der argentiniycben Wolle. Frankreich tft auf diesem Wege mit der Erhebung einer ZUl'TZFS auf PLMklnlsche_Wolle schon vorgegangen. Der Ausschluß des argen-

lschext Weizens Vom deutschen Markt würde die anderen Weizen- ?xvortlander, so namentlich Ungarn, veranlaffcn, die Produktions- koFien mebr_ als bisher in dem Weizenpreise zu berückficht*_igen, wabrend dtese Länder jetzt 11ch in _ der gleichen_ kritischen Lag? befinden wie Deu11chland. Aut diese Weife würde UMfellos eine Preissteigerung für Weizen eintreten, wo-

gen Argentinien jetzt auf dem Weltmarkt alle anderen Kon- kkenten unterbietet. Selbst die Mehlpreise werden durch die zu- ukbzuende AusdebnynK der Mühlen-Jndustrie in Argentinien gedrückt. n|ere Industrie ist ei cinem Gesammtexvort im Betrage von über tllxardetx Mark wohl in der Lage, schlimmsten Falls eine kleine dukzon ihres 43 MiUionen Mark betragenden Ex orts nacb slgentmien _ertragen zu können, zumal es fich um die Er altung des

"Ml?" Gleich ewicbts zwißchen Industrie und Landwirthscbaft handelt. WAW- Fre?e (fr. Vgg. : Der Antra hat große Beunruhigung ck oklgexufen. Es ist darum wichtig, da die Verbündeten Regteru_ngen ktma' ihre Meinung zu diesem Gegenstand kund thun. Argentimen _ die ZVUerböbungen vorgenommen, um seine Schulden bezahlen zu en;_ es handelt fich hier also um keine Schuszölle, sond_ern um

“Wolle. Der deutsche Export nach Argentinien betragt nicht in Ü--10ndern nach den angestellten Untersuchungen der Handelskammern dieÖFMÖUrg und Bremen ca. 80 Mill. Mark. Hierzu kommen noch „191651 deutschen Jndustrie-Erzeugnisse, Welche von Frankreich ange- Tun und von dort nach Argentinien exportiert werden. Während der 111??er Englands nach Argentinien in den Jahren 1884 bis 1893 nur “fab /0 gestiegen ist, hat unser Export eine Steigerung von 240/9 Nr M, Der Antrag will den Weizen und das Quebrachobolz

Mügiens Zurückdrängen. Von den 13 Millionen Tonnen Weizen

jxnes cxnd exportiert, kommcn nur 285000 zu uns. Dur elne V ! erenz1erung des argentinischen Weizens würde nur bol; ?kskbikbung auf dem Weltmarkt stattfinden. Das Quebracbo-

«[ wird nur von Argentinien bezogen. Wird ein hoher Zoll darauf T-rbejt' so „werden 64 große Betriebe in Deutschland, welch_e 3000

er rnit einem Arbeitslohn von 3-31 Millionen Mark beschaft1gen,

geschädigt w_erden. Dikse kariebc verarbeiten durchjchnittlich 2900000 Hagte, _und zwar_bauvtsach1ich minderwertbige Häute, für 012 fie,_1011s pe nicht auf diese billige Weise gegerbt werden könnten, schwerlich Ab finden würden. Auch unsere HandelSmarine würde durch die Kündigung des Vertrags ge|chädigt werden. Ich brauche nyc auf den ,Norddeutsßben Lloyd“ und die ,Hansa' "hinzuweisen, die gezwungeti waren, bewnders große: Schiffe für die La Plata-Fabrten zu bauen. _weil d1ese Fahrten nur bei einer beträchtlichen Größe der Sch1ffe eini ermaßen rentabel werdén. Dieje großen SÖiffe_würden an ertb erheblich Verlieren. Auch die Eisen- und Koblenmdustrie würde darunter leidrn. Wenn Deutschland den Ver- trag kündigt, könnte Argxntinicxx vielleich zu_einem Flag7enzoll kom- men, wodurch die deutychen YandelSinter-xnen „erbkbli gkscbädigt würden. _Außerdew wäre um? dann die Möglichkeit, später einen engigermaßen ümtigen neuen Vertrag mit Argentinien zu erlangkn, fast ganz abgeßchnitten. Argentinien würde uns mit gleicher Münze heimzablen und würde dazu von anderen, dabei interessierten Nationen angefeuert werden. Ick) bitte Sie, den Antrag abzulehnen, weil sonst die Industrie und mit ihr viele, um ibr tägliches Brot ringenke Arbeiter schwer_geschädigt werden würden.

Abg._Gras Arn1111(Rp.): Der Vorredner bat Argentinien damit entjchuldigt, daß 0189 Land keine eigentlichen Schutzzöüe, sondern nur FinanzzöUe babe. Dieser (Grund_ ist charaktkristisch für seine Anschauungen. Wir haben unser Geld m großen Mengen Argentinien geliehen, haben dadurch dazu beigetragsn, daß es 1eine Getreide- produktion stärken konnte, und nun sokltén wir etwa noch besonderkn Schaden durch dies Land erleiden? Es bandélt |ck hier überhaupt nicht um die Interessen dsr Nbederei und der 118111119 111181106. sondertz um die der Landwirtbscbaft, mit der das Valér- land steht und 10111, und darum begrüße _ick) dicser! Antrag, dsr uns einen sebr ernsten Blick thunläßt_0u1diegksabrlicbethreideprodukticn der Sommerländer, nicht nur gefährlich für Dsutschland, sondcrn für ganz Europa, mit Frkudcn; Es kann doch nicht in Abrede gssisUt werden, daß der argkntiniicbe Weizenimbort, dcr sicb in ganz kurzcr Zeit ins Ungemesiene erböbt_ hat, mit großen ©6105an für unsere" Landwiribjchaft verknüpft ist. Das kommt von dar Biüigkcit dsr Produktion in Argkntinien, die ja wohl aucb den Baron Hirscb veranlaßt bat, dort seine Kolonien anzulegen._ Tik Produkti-xn ist dort so biUig, dax; drr Vérdirnst andenlandwirtb|chaf111chcnProduktsn treit 1":er 20 0/0 groß ist, daß der Argentinier 16111 Getreide überbauvt weit unter dem Wkltmarktvreis _vZZrkaujaxn kann. 211-5er Mrist- begünstigungsvertrag mit Arßcnximkn xclner Zsit 051151017811 wurde", da lagen ganz andere Vsrbä 1111116 Wr, als 561118; diesclbcn sind also gar nicht beranzuzisben. A3ch_danken es _uns unsere anderkn Getreide importierenden Vertragsstaaten, _OMerreich und Ruß- land, sehr wenig, das; wir Arzzentinien noch_ immer die Meistbegünstigung gkwäbren; __Was die Folgen der Kündigung dsr Meistbegünstigung 011101101, 10 111 es ja möglich, dax“; rar argentiniéckpe Weizen an einer anderen Seite dock) zu uns bineinxommt. Aber dagegen läßt fich eber Etwas _machen. _ Vor allem ist aber jcdknfalls Cine Revisxon der Meistbegümiigßvernage erforderlich, da die Sommcrländkr, wie gesagt, nicht nur Drunckpland, sondern ganz Europa ruinisrcn. Ich glaube, daß Argentinien aucb srbr gern Konzesfirncn machen würds, wcnn wir nur seine W011? zolLfrei ltxßen. Daher glaube ich auch, daß unser Handel keine sehr große Schädigung von der Kündi ung des Vörtragss haben dürfte. Sollte auch unser Export nach rqentinien, dcr ja nur 13 0/0 des Gesammtexvorts betragt, Etwas zurückgcbsn, so würde? das doch reichlich dadurch_ wett cmgcht werden, wenn durch kin Steigen der Getreideprei]e die auskraft der Landwirthschast fich beben würde. So, wie Es jetzt ift, (FSW 135 nicht wcixer. Ganz Europa soUte_fich geßen Amerika dur ___eine Zollunion zu schützcn suchen, denn tonst ge 1 die ganzx curopat'che Landwirtbsckoaft bci der starken Konkurrenz der Sommerlander zu Grunde.

Abg. M ün ch- F erb e_r (nl,): Ich fürchte, wenn dem argentinischsn Weizen ein Kanal brrstopstwird, so wird er_durch die anderen laufen; er wird nach London geben und Von dort aus den kon_tinenta[en Markt drücken. Wo dabei der Nasen für unjere Landwirtbjckoaft herkommen so!!, ist mir uncrfindlicb. Auf der anderrn Seite aber würde die Kündigung des_Vertrags der Industrie und dem Handel schmere Wundkn xchlagén. _Jch halte eine Zeit allgemeiner wirthichaftlicher Mijézre für ]ebr unglücklich gewählt, um Ver- träge umzustoßen mit einem Lande, das von unseren Produkten für 70 bis 80 Millionen Mark konsumisrt. Argkntinicn erhebt keine

5116, welche unserem Export ein Hindernis; in den Weg legen. Die

inanzzölle, die es erhebt, betragen gegenwärtj 15 bis 40 0/0 für gewöhnlich: Erzeugnisse und 5 bis 10 9/0 für (Zrzeu niffk der Fein- industrie. Wéde'r der Handel noch die Exportindu trie fühlen fich dadurch beschwert. Der Exportrück an im Jahre 1894 hat nicht nur uns, sondem alle_ Jndutrie taaten betroffen. Wenn der Vertrag gekündigt wird, so sind Reprc_s_salien zu befürchten, welcbe unjertz Handel und unsere Schi abrt nach dem La Plata _voklstandtg lahm legen. Einen größeren Ge- fallen könnten wir den konkurrierenden Ländern gar mcht thun; fie würden sofort_ in unsere Position einrücken, und wir würden den Markt von La Plata nur mit großen Opfern wiedergcwinnen. Die Sympathie und AchtunT für uns würde ni t gewinnen. Die Unter- brechung der Handels eziebungen zu rgentinien würde v0r allem die Textil -_ Industrie trekken; für die Weberei 1_n meinem Wahlkreise ware fie verhängni'ßvoll. In Oberfranken, wo dte

Handweberei nach der Konkurrenz der mechanischen Stand hält,. wie im

sächsischen Erzgebirge, würdsn Tausende Von Familien brotlos werdkn, Wenn Argentinien 016 Besteller fortfäUt. Das kann nicht im_Wi[1€n d€r_ Antragsteüer liegen. Ich gebe zu, daß Linigés Unerwünychte in umeren argentinischen Handelsbezie'bungcn zu bkseitigen wäre, aber dies könnte Wohl auf divlomatisckpem Wege herbeigZsübrt Werden. Die für die Industrie obnebin schnoerrn Zeitberbältniwe noch schwerer zu machen, dnzu können wir nicht beitra en; der größte Theil mkiner Partei wird deshalb gegen den Antrag ?timmen', -

Abg.Graf von Schwerin (dkons.) giebt die Erklärung ab, daß srine Partei für_den Antrag stimmst] werde, obwohl fie fich erheb- l1ch_e Vortbkile für rie Landwirtbscbaft nicht davon verspreche und die roßen Schwierigkeitkn nicbt berkcnne, welche die Aufhebung dcs

ertrags im Gefolge babcn wsrde. Die differentielle Be- handlung des argkntirziscben Wcizens werde Unbequemlichtsn mit sich brixgen. Tie konychative Partei stimme für den Antrag im Interene der Industrie und aus prinzipiellen Gründen. Ein Meist- begünstigungsWrtrag babe ksinen Sinn gegenüber einem Lande, das 1eine Zölle unbeschränkt crböhk. (_89 lie e 1111 Interesse der Industrie, daß Argentinikn genötbigt wsrde, Wine 611€ festzulegen. Die konser- Vative Partei werde also hoffentlich, wrnn fie für den Antrag stimme, dem Vorxvurf entgebkn, immer nur einseitig die Interessen dsr Land- wirtbschast zu vertreten. _

Abg. Szmula (Zentr.): Ich 1Pr€ch8 nicht im Namen meiner Fraxtwn, sondern nur für meine Person. Meine Meinung gebt dabtn, daß die Nachtbeilc, welche? möglicherweise die Industrie aus der Kündigung des HaiidLTSVLrtrags mit Argentinien haben würde, die Vortvsile nicht aufwiegcn, 11361658 die Laydwirtbscbaft daraus ziehen würds. Der argcntiniscbe Weizen bildet für die [sytere eine“ Gefahr, 13elch6 mit jeder Ausdehnung der Anbaufläche für Weizen in Argrntinien wachsen muß. Wenn man bedcnkt, daß Argéntinien 4 Millionsn Luadrai-Kilymsxter umfaßt, so wird man sich von der GrÖZc der (kaabr Cine Vorsieklung machen köynkn. Einkn weiteren Grund 1ür die Kündignng de_H argxntiniscbsn Yandelsvertrags bilden die “(51615th Valutarorbaltnims dieyss Landes. Auch der Umstand, daß dis Kündigung des Vkrtrag-Z die Aufhsbung der Zonreibeif für anbracbobolz crmöglichn würde und damit einen Schuy unjerer Scbälmsdangcn, skricbt für dsn Antrag. Ich schlage vor, 1511 “einer Kommission Von 21 Mitgliedern zu überweisen.

Abg. Herbcrt (Soz.): Es ist unrichtig, Von einer Lösung des VerrragIO-crbälrniffcs mit Argentinien eine Steigerung des Getreide- rrsiie's zu erwxmcn. Dicscr Preis richtet sich nach dem Weltmarkt- rrciks. Dkk Bcwcis dafür ist längst bei Gelegenbsit der Einführung rss KambiZOU-Z gcgen Rußland gkliefert wvrdcn. Don Schaden von dsr KÜnkigUng dss argentinijchén Vertrags würde die Industrie zu 11.19er babrn urid infolge demen auch die Lohnarbeitkr, namentlich in der Tcrtilinduftrik. Die Agrarisr fordern immer nur Vorthéile für fick), an die anustricarbsitcr denken fie nicht. Wir werdcn gegen den Antrag stimmc'n. _ ,

(Abg. Beckb (sr. Volksw.): Daß kein Vcrtretc'r der Regierung 711115616111 ist, bak seinen guten Grund. _Dcnn wenn wiederholt bon Liner Scite, die sehr rcfvskticrt wird, gc|agt wurde, daß kein Stand 105 Recht babe, auf Kostcn der andercn bevorzugt zu werden, daß die landwirtbsckpaftlichkn Jntereffen nur so writ begünstigt werden können, 0122 dadnrcb 781116 VerleßunZanderer Jntcreffen stattfindr, so ist es erklärlicb, daß man auf «eiten der RégiernnJSVCrtretsr einem svlch7n Antrag gegenüber schweigend und 111 0119011519. ver- barrt. Die Kreuzer mußten neulich bcwiÜigt werden, um die überseeischen “Iandélsbkziebungkn zu _schü ('n'. das scheint man i:"xzt ganz dergeßßn zu haben. Dsr dcutjcbe xport bai fich seit 1872 um 3359/11 vcrmebrt, währcnd die französische Ausrubr eine Minderung Von 14 0/0 und die englische eine solche Von 15% erfahren bat. Dur diesen Antrag soll nicht bloß der argentinische Weizen, sondern an das Quebracboholz getroffkn Werden. Gegen einen Zoll auf dieses smd bereits 21 Petitionen von großkn Handelskammern und großxn industriellen Vereinigungen dem Reichstage zugegangen. Argen- tinien braucht uns wsdcr für seine Ausfuhr noch für seine Einfuhr, wir 0er sind auf Argentinien angkwiesen. Ein Zollkrieg zwischen Deutschland und Argentinien würdk nur uns schädigen, er könnte sogar schließlich den vöÜigen Ruin des deutschen E ports nach Ar entinisn, der fich in jährlich aufsteigender Linie auf 80 * éillionen Mar gehoben bat, herbeiführen. Das; wir viel Hopfen nach Argentinien ausführen, ist hier nicht erwähnt worden, wc1l es ni t zur Unterstüßung des Antrags beitra en würde. Bei dieser Gele en eit möchte ich noch darauf hinweisen, daß erExportbon Hopfen na_ch ußlandinfolge des Handels- bkktka s in bier Monatcn von 5000 aus 11000 Do pelzentner gestiegen ist. ' n Spielwaaren wird aus Nürnberg 0 ein für ca. eine Million Mark nach Argentinien 0110 eführt. Dax; durch den Antrag das argentinische Getreide von Deuts land fernge alten werden wird, kann ich nicht einsehen. Wird diesem Getreide ein Thor verschlossen. so kommt es doch durch die anderen Thore hcrein. Gegen die Kon- kurrenz des Quebracbobolzes sollte man fich durch eine rationeÜcre Kultur der Eichenschälwaldun rn helfen, aber nicht zu einem oll reifen. Die Aufhebung des andelsvertrale- würde unsere Jndu trie Lchwer schädigen. Die eigene irma des b eyl zu rrnsbeim hat sich für die Fortdauer des ertrags ausge prochen. J bitte Sie dringend, den Antrag abzulehnen.

Abg.1)r.-Ha_2n (b. k. F.): Wenn der Ab . Freiherr eylzu Herrns- beim durch die *ündigung des argentinis n Hande svertrages ge- schäftlich geschädigt wird und fich doch für den vorliegenden Antra entschieden hat, so finde ich das sehr ehrenvoll, weil es beweist, da