1895 / 65 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 15 Mar 1895 18:00:01 GMT) scan diff

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"Aberdeen . . .

“COJOueens-

New-York, 14.März. (W.T. V.) Die Börse eröffnetein träger Haltung, wurde im weiteren Verlaufe cTest und schloß rubrg. Der Umsaß der Aktien betrug 189000 Stü . ,

Weizen eröffnete in stetiger Haltung, stieg danzt xnfolge kelch- lieber Deckungen der Baisfiers und festerer azrslandrscber Kabel- meldungen; später trat infolge matterer Kabelbertchte und Verlaufe des Auslaxrds Reaktion ein. Dann stieg Weizen wteder auf Bencbte von Emteychäden in Kansas und in Europa, Der Schluß war sehr fest- _ Mais fest und etwas stei end nach Erbffnung auf ugbe- deutende Ankünfte, dann trat auf erkäuie Reaxtron em. Spater wiedefrstsieigend entsprechend der Festigkeit des Weizens. Der Schluß war e .

Waarenbericht. Baumwolle, New-York 6, do. Nrw- Orleans 5z. Pejroleum behauptet, do. New-York 6.85,_ do. Phila- delphia 6,80, do. rohes 7,00, do. Pipe line cert. v. April 108 nom., Schmalz Warft. steam 7,10, do. Rybe & Brotbers 7,35, Mars fest, do. p. März _, do, v. Mai 50; do. v., Iult 50.9 _ Wetzen stramm, rcxtbkr Winterweizen 631, do. Wanzen p. Marz 61.'_;, do. p. Mai 62Z, do. p. Juli 629, do. p. Dez. 65, Getrerdefracbt nach Liverpool LF, Kaffee fair Rio Nr. 7 162, do; R10 Nr. 7 v. April15,10, do. do, 1). Juni 14,80, Mehl, Spring clears 2,40, Zucker 2"/1s,_ Kuvfer 9,50.

Nachbör18: Weizen 53 (. böber. _ , _

Chicago, 14. März. (W. T. B.) Weizen durchweg frst infolae Deckungrn der Baisfiers und Berichte uber Ernte1chaden m den Weststaaten, sowie auf Kabelberichte vorn Kontinent. Dkk Schluß war fkbr fest. _ Mais allgemein fest wabrrnd des ganzen _Borskn- Verlaufs auf die Festigkeit drs Weizens. Der Schluß war fe1_t. _

Weizen pr. Marz 5598 vr. Mai 574. Mais pr. Marz 443.- Svrck sbort clear nomin. Pork pr. Marz 11,95.

Verkehrs-Anftalten.

Travemünde, 15. März. (W. T. B.) Das Eis im biefigkn Hafen ist achtrieben und die Schiffahrt dUrch das Auslaufen des Dampfers .Falke' eröffnet wordrn. _

London, 14. März. (W. T.B.)_ Dre Union-Dampfer .Atbenian“ und .Spartan" sm_d aur der Heimreise gestern von Kapstadt abgegangen. Der Castle-Damvfer ,Grantully Castle" bat Mittwoch auf der AuIreise Madeira raifisrt.

Theater und Musik.

Konzerte.

Der Baritonist Rodolfo Bernardi aus Italien erschien am Mittwoch im Saal Bechstein zum er“th Mal in rinkm eigenen Konzert, in welchem er mir kräftiger und umfangrsichet Stimme cine

roße Zahl von Gesängen Vortrug. Die Kianzfarbe der Stimme rst in allrn Lagen noch nicht voUständig außgrglicbsn, sodaß dsr Vor- trag dcr Schubrrt'schén und Schumannschn Liedßr dadureh beein- trächtigt wurde. Beffer gelang die' Arie aus Vcrdi's .qukenball'. Die stets gern gehörte Violinistin Bian ca Panter) untkrstüste das “Konzert durch den woblgelungknrn Vortrag einiger Soli. _“

Die Sopranistin Anna S röder, wclche sicb doraeitern im Saal Beckystein zum ersten Ma bier böten lirß, besitzt eine klang- VOÜL, jedoch noch wrnig soerältig auxgrbiidetc SUMME; auch ist der Vortrag noch unsicher und rfangrn, wie dies in Liedern von Schu- mann, Hildack), Streber nnd andrren zu be'merké'n war. Der Violin- virtuos Walther Cav_al[krv svirxte einige PiL-cen Von M. Bruch, H. Herrmann und Saraxate recht beisaÜSwertb. _ __

Gestern gab im Saal dsr Sing- Akademie die Pianistin Harriet Von Mütbel mit drm don Herrn Professor Klind- wvrtb geleitetsn Pbilbarmonircben Orchester ihr erstes öffent- Licbes Konzert. Leider waren die auf dem Programm stebrndkn Mufikstücke für «in erstes Auftreten zu schwikrig gewäblt, yodaß durch manche Unebeiibeitrn die Wirkung ibres Spiels beeinträchtigt wurde. Amxmpfind- [icbsten berührte das Vollständige Stocken der Pianistin ix_n ersten Saß des Beethoven'scben Klavirrkonzerts, wodurch Sine langere Unter- brechung herbei efübrt wurde. Mit den bedrutenden Schwierigkxiten des 1'-m011-??onzerts don Cbovin Und der Schubert-Li1zt*!chen

.Wanderer-Pbantafie' batte die Künstierin gleichfalls zu kämpfen, ohne diesele gan bewältigen zu können , _ _ . _

Die Sopranitin Martha Nitzscher und dre Ptamstm Marte von Unschuld batten sich gestern im Saal, des Klubhauses (Potödamersiraße Nr. 9) zu einem Konzert vereinigt, welY !eytere mit der Sonate von Schumann, op. 22, eröffxretx. Dre _ eits be- kannten Vo üge ihres Spiels kamen hierin wte m_ den Stucken von Scarlatti, hopin, Brahms und Liszt_ vortrefflrcb „zur Geltung. Weniger Erfolg hatte die Sängerin, dre [ür em öffentlrcheß Auftreten noch nicht die nötbige Sicherheit besitzt: em Umstatzd, der m den Ge- sängen von Rubinstein, Schumgnn, Istrien, Grieg, Brahms und anderen, die fie vortrag, nur zu xebr zu spuren war.

Im Königlichen Opernhause gelanaenworgen Makcagxi's „(JaraUsria rUthc-ZUQ“ (Santuzza: Frau. Pier1o_n, Turiddu: Yerr Sommer, Lola: Fräulein Dietrich, Alfio: Herr Fran'kxl) und Buzü's Oper .Das goldene Kreuz“ (Gontran: Herr Pbllwp- Christine: Fräulein Weitz, Therese: Frau _Herzog, Bymbardop; Herr Krolop, * icolas: Herr Schmidt) zur Ausführung. KapeÜmenter ])1'. Mirck und Musikdirektor Wkaener dirigieren. _ Für die dr_korativk Etn- richtung von Richard Wagneks ,Rienzi“, der 111 der nachsten Woche in Scene gebt, bat Ober-Jnsvkktor Brandt die eiygchendstxn Vor- arbeiten emacht, die namentlich darauf binzixlen, em möglt_chst ge- treues A bild des S_cbaupla es herzustellen, auf welcblm sicb dre Yor- gängs des Wagner'jchen erkes abspielen. An SteYe des fruber Üblichen Waffentanzes wird im 1]. Akt die Pantomrme dargestellt.

Im Königlichen Schauspixlbause wird morgen Karl Nicmann's Lustspiel „Wie die Alten ?ungen“ (Höferm Hanne; Frau Schramm) gégeben. Am Montag gelangen Halali“ nnd .Die stlÜL Wache" zur Aufführung. _ '

In dem Schau1piel .Drobnen' Von Rudolf Straß, das morgen im Deutschen_Tbeater zur erstrn Auffübrmza komm], jeßx Fräulein Lucy Linl vom Brünnkr Stadthbeater ihr" Gastwte1 ans

nga ement fort. Dem Stück geht ein Einakter aus dem Jtalxemscbßn des oberto Bracco, betitelt „Er, sie u_nd cr“ voran, der von dea Bertkns, Josef Jarno und Hérgxann Nimm dargesteüt wird. _Berde Novitäten sind von Herrn Regineixr Cmil_L€1fing m Scene gejeßt.

Dic RL ie des Faber'fcben Lustspiels_ „Hans der»Traunier", wrlcbes morgen im kzZkeuen Theater zum ersten Mal JEJLÖM wrrd, liegt in den Händen des «Herrn Siegfried Jelenko. __

In dem Kammermufik-Abknd, welchen Prqfenox Leopold Auer aus St. Petersburg am nächsten Dienstag i_m „Satal Bech- stein vrranstaltet und auf dessen Prograngm anychsteßlicb Werke Peter Tschaiksw2ki's sieben, wird der Künstlr'r rm Verein n'nrden

erren F. B. Busoni (Klgvier), Bdriö Kamrnsky (zweit; Vtolme), „ld. Müürr (Viola) und Hugo Dechert (©8119) dre Stretcbqrrartetie in k-(sur, 01). “22 und 1341111", 0]). 11, sowr? rns Klawier-“Trlo (11 3411011 zum Vortrag bringen.

Mannigfaltiges.

Die Stadtverordneten-Veriammlung ist,;te in ihrer gestrigen Sixzung die zwsite Beratbung des Stadtbaußbalts-Ctats fort In einer, dsr öffrntlicbe'n folgenden, geheimen Sitzung wurde der Antrag des Magistrats, eine gemischte Deputation e*inzuse en, „un-r übrr den Erlaß einst Glückwunsch=Adreffe der beiden städtis en Bc- hörden an den Fürsten BisMarck zu seinem achtzigstcn Geburtstage zu beratben, mit 56 gegen 34 Stimmen abgelrbnt.

Der Berliner BiZUläkck-AUSsÖUß erläßt einen Aufruf, in Welchem alle Vrrebrer drs Fürstcn BiH-marck Eingeladen werden, an der Feier seines 80. Geburtstags tbeilzunebmen. Der diesjährige „Biémarck- Kommers" findet Sonnabend, den 30. März, Abends 8 Uhr, in der Philharmonie statt. Außerdem fordern die Unter- zeichnsr des Aufrufs die gesammte Bürgrrkcbaft auf, am 1. April die Häuser mit Flaggen zu schmücken und am Abend festlich zu erleuchten.

a dem Kommers find Tbeilnebmerkartrn für Herren und Logenkarten für Damen zum Preise Von 1 „FC. zu haben bei: 1)r. Thießen, Wich- mannstraße 2a; Rechtßanwalt Vr. Schinkel, Zimmerstraße 54; Rentner Buckow, Schmidstraße 44; in der Schn€idkr'1chrn Buch-

handlung, Leipzigersttaße 129; bei- dem Hoflieferanten Karl Gerold, Unter den Linden 24, und m der Nikolcn'stben BuchbW Dorotheenstraße 75. , _

Das Polizei - Präsidium bringk fiir den bevokstéban WobnungSwecbsel zur ßffenilichen Kenntmß, daß der am ["V-'n] d. J. beginnende Umzug bei kleinen, aus höchstens zwei Zimmer.. dn Zubehör bestehenden qunungen an demselben Tage, bei m' aus 3 oder 4 Zimmern nebst Zubehör bestehenden Wobqungen „.

"2. April, Mittags 12 Ubr, bei großen, mehr als 4 Wohnzimmer

faffenden Wohnungen am 3. April, Mittags 12 Uhr, beendet ikinükxz

Der unter dem Protektorat Ihrer Majestät der Kaiserin [U Königin stehende Verein zur Fürsorge _für die wixibljk Jugend beabfirhtigt zum Schuß für dre 111 Berlin zuziehen," Mädchen eine .Babnbofömisfion“ einzurichten. _Die Erfabrmxg gezeigt, da? Von den 34 587 jungen Madchen, dre zufolge der [ Jabreéstali tik nach Berlin gekommen find,_ um sich mädchen zu vermietben, sxbr vrele schon aus den Babnböfen bri ib Ankunft in bedenkliche Hande geratben. Aus den Haupt-Stadibth, böfen, _an dem Stettiner Bahnhof und auf dem Lebrta Bahnbbs soÜen Damen des Vereins stationiert werdrn, 1;- an einer weißen Armbinde mit der Inschrift aFÜksorZe für die weibliche Jugend"“ kenntlich sein sollen. Die Damen werke: fich der ankommenden Madchen mit Ratb und That annebmen. Esiok

angestrebt werden, daß möglichst in die Dicnstbücher aller nach 28le

wandernden Mädchen ein von dxm Verrin zur Verfügung gesteUter ZMA eingeklebx wird mrt ,Ratbschlagen für Mädchey, welehe in Berlineinex Gefindedtxnst oder eineSxexlesuchen wollen." Auch dieA usschü ff e der innen; Misfion Und zur Nkitbtlse_aufgefordert worden, Ebenso einzklne Geis:: 1ich€. Jn 400Stationen 1ollen endlich noch Plakate mit drm HWY; auf deri Verein und seine auf den Bahnhöfen anwesenden “Öklfkkinuen ausgebangt werden. ,Die erste Thätigkeit in großem Stil wilj max bkrcits bei (Gelegenheit des bedorstebendkn Aprilzuzugs entfaktrn. B;; jyizt baben sicbfünfzi Dame_m" als Helferinnen zur Verfü ung gksteäx Die Lsitung der Babnßofs-Mtsvon hat der Regierunas-Rat SÖUstkrü dre Hand genommen. Am 23. d. M. wird die Vertheilung der 531er selder erfolgen.

Im Zoologischen (Harrer: beginnt beute die AUÉgabexzx neuen JabrCH-Abonnxments fur Einzelne und Familien, und Zwar-u den gesammten dret Schalterkanen des Gartens. Der Preis “:.:;

Abounements beträgt für eine Person 15 «ja, für jede weitere PM,“

desselben Hausstqndcs je 10 “.F.; die Legitimation bat durcb «far,;- baxe Phytograpbre (auf Papier) zu erfolgen. Die Abonnement.“; 1,455 Gultigkeit vom Tage der Ausstellung bis zum 31. März 1896.

Breslau,_ 14. März. „W. T. B.“ mrldet: Der Wasser. stand m Rat_rbor war_ heute Vormittag 11 Uhr 4,81; 171719135- 26 Stunden ist das Wancr um 2,71 111 gestiegen. Der gcwöbns' Stand ist 1,52. !

Jauer, 14. März. Eine mächtige Feuersbrunst bat,:- ,.Nat.-Ztg.“ zusolge,_ m der_vrrgan enen acht den Dackyftublx, Ratbbaufes vollstandig zerstört. _ abkreiche Akten find verbra * da? _obere Stdckwerk tmr den Stßungssälen ist durch WafferZ be1chadrgr. Dre Ur'ache des Brandes ist unbekannt, der angrrickyra, Schaden sebr erheblich.

__ TLMYZVaT, 14. März. Das Waffer im Begakanal striz reit brute früh wieder__mtt roßer Schneaigkeit. Wenn aus drm Er- birge neue Waffcrmanen zu trömen, droht neuerdings Gefahr.

Rio de Janeird, 14.März. Infolge der Ueberscbwcm- muycxlzyttxi Campos rst, wre „W. T. B.“ meldet, die Zuckkrerrae vsrm ?.

(Fortscßung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)

Wetterbericht-vom15.März 8 [] Z))Yaens.

S*

u. d. Meeressp.

red. in MiUim.

Wind. Wetter.

Stationcn.

Temperatur m "*Crlfius 50 C. : 40R.

Bar. auf0Gr

Regen beiter bedeckt bedeckt Schnee bedeckt brdeckt Dunst

bedeckt Dunst Nebel bedeckt bedeckt ; Schurr 1) J Dunst bedeckt

wolkenlos -

wolkig bedeckt

Belmuüet . . '

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*Christiansund

Kopenhagen .

Stockholm

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MoÖkau . . .

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Theater-Anzeigen.

Kömglrrhe §chausprele. Sonnabend: Opern- Träumer. haus. 67. Vorstellung. cava (Bauern-Ehre.) Over in 1 Aufzug von Text nach dem gleichnamigen _ Abends 74 Uhr: Haus der Träumer.

olksstück von G. Vcrga. In Scene gese- t vom Ober-Rrgiffrur Teßlaff. 1)r. Muck. _ Das goldene Kreuz. 2 Akten von Ignaz Briill. Text nach dem Fran- zöfischen von Salomon Hermann don Moskntbal.

ietro Viascagni.

Glück und Ende. Trauersvie Franz Grillparzer.

Neues Theater.

Oasallerja rustj- Fabcr. Anfang 74 Uhr.

Dirigent: Kaye meistxr Ovrr m

arbeikung von Benno Jacobson. 73. Vorsteüung. Wie die Alten

ber-Regiffeur Max Mara. Oper in

Ubr.

glieder.)

Anfang 7? Uhr.

Anfang 7.1- Uhr.

Schiffbauerdamm 4 a.. / 5.

Sonnabend: Zum ersten Male: Lustwiel in 3 Akten bon Hcrmann

Refidenz-Theater. Blumenstraße Nr. 9. Dirrktwn: Sigmund Lautenburg. Sonnabend: Fer- _ uand's Ebckoutrakt. (Fil .. 13 parrs.) Schwank Tanz Von Pau_l Taglioni. Dirigent; Mu1ikdircktor in 3 Akku von Georges Fevdeau, in deutscher Be- [75695] Wegrner. Anfang 7.1 Uhr.

Schauspielhaus. sungen. Lustspiel in 4 AufzüZen don Karl Nie- koucrakt. Fan?. Ick ScenZzgesePt vom -

ru e. 11 an

Sonntag) 598, Vorstßllung, TheaterUulcrdeuMndcn. Bebrenstr- 55/57. 1 Akt von Ferdinand Hummel. Text von Axel Direktion: Juliuß Frisskbe- "* Für 12 915MB?- Delmar. _ Hänsel und Gretel. Märchensviel Sonnabend: Gastwiel der englischen Burleéque-Com- in 3 Bildern von Enqqlbert Humverdinck. Text von Adelheid Wette. Anfang 7.1 Uhr.

Schauspielhaus. 74. Vorsteüunlg. König Ottokars Gesangs-Burlesqucs in "2 Akten von F. Wilde.

in 5 Aufzügcn Von Mufik Von Warjon, Carr, Tito Mattei und J. van

pony Vom Sbaftesbury-Tbeater in London. 50 Mit. . _ Morocco Bound (Nach Vßarocco), nn 81- LLbenslabre-

Carvll. Dirigent: Hsrr Kaprllmeister Harold Vicars.

Sonntag: Gastspiel der englischen Burlesque-

Hotel Römischer Hof. Sonnabsnd, A..."... Haus der 8_Uhr:. Konzert der Pianistin Agda Lystéll, nrx. _ut._ Mrtw. der Konzertsängerin Frl. Marie Jem owre der Herren 1)r. Ernst Jedliczka (Kl.), Nich

Sonntag Nachmittag§ 3 Ubr: Liebe von Heut. Hagemeister (Biol.), Wendling (Viola) uk,

O. Lüdemann (Cello). ___-_________-_---

Familien-Nachrichten.

Sonntag und folgende Tage: ZÜUÉUTZZUFÖe- Ztattjeder besonderenAnZngk!

Na kurzem Leiden entschlief sarxft beute Mürz?! 5:3 U r unser innigst geliebter, jorgsamer Valk Großvater, Schwiegervater und Bruder

der Bürgermeister a. T.

Eduard Eggebrecht

Schmerzerfüllt widmen diese Anzeige ;:[l-xn » waÉdten, Frieu§den und Bekannten winem' n e, - . Berlin. 14. Marz 1895. Die tiestrauerudeu Kinder und Enkel.“ Die Beerdigung findet Montag, den 18.Z. M- 2 Uhr Nackomittags, in Swinemünde vom ".mac!"

bier als Dierk.-

"KarlSrube . . NO

bedecki

Wiesbaden . N _ Schnch) -

München . . W Chemniß .. NW Scbnee , Berlin. . . . 771 NW "**„Scbnch“; , Wien . . . . 769 WNW 3,91egen Breslau. . . 770 W L'bedeckt , Ile d'Aix . . 774 NNO 2:wolkenlos ?

Nizza . . , . 764 O 1§Ébalb bed. j Triest . . . . 765 ONO 5Üwoli'ig

»O'WTQM- ““W“-___:x OU-OWSO©W__UWOOSSSQW

1) Nachts Regen und Schnee." 9) Nacht:? Schnee. ***) Gestern Regen.

Uebersicht der Witterung.

Eine breite Jon? beben Luftdrucks übrr 770 mm erstreckt fich Vonder westfranzöfiscben Küste osinord- ostwärts über Zentral-Eurova hinaus nacb dem Innern Rußlands bin, _wäbrcnd über Nordwest- und Süd-Europa der Luftdruck Verhältnißmäßig am niedrigsten ist. In Deutichland ist bri schwacher "Luftströmung aus vorwirgend nördlicher Richtung das Wetter trübe und noch ziemlich kalt; in den östlichkn Gebietstbeilen finden unter dcm Einiluß einer flachen Depression Schneefälle statt; fast allenthalben find Nachtfrösie vor- ekommcn. Paris meldet Minus 3 Grad. Zu

ilbelmsbaven wurde Abends magnetische Störung beobachtet. Eine erhebliche Aende'rung des Weiters .ist noch nicht zu erwarten,

DeutsÖe Seewarte.

Deutsrhes Theater. Sonnabend: Zum ersten Company. Morocco Bound.

Male: Er, sie und er. Lustspie1vdn Roberto Bracco. _ Dann: Drohnen. Schauspiel von Rudolph Stra . Anfang 711 Uhr.

Sonntag, 2 Uhr: Die Weber. _ 7? Ubr: Hamlet.

M*ontag: Die Weber.

MerlmerThealer. Sonnabend: Madame Sans-Géue. Anfang 71 Uhr.

Sonntag, 24 Uhr: Madame Sans-Géne. _ 7i Uhr: Zum ersten Male: Der Hypochonder. Lusiwiel in 4 Akten von G. von Moser.

Montag: Der Kompagnon.

Lcsnng-Theater. Sonnabend: 1. Gastspiel von Fr. Haase. Zum ersten Male: Am Spieltisch des Lebens. Anfana 7i Uhr. _

Sonntag: 2. Gastspiel von Fr. Haaxe. Am Spieltisch des Lebens.

Montag: Der Fall Clémeuceau.

Frtedrrrh - Wilhelmuädttsaxez Theater. Chausseestraße 25/26.

Sonnabend: Der Oberfteiger. Operette in 3 Akten von L. Held und M. West. Musik von Carl Jener. Reale: Herr Fredy. Dirigent: Herr Kayellmeister Valdreicb. Ermäßigte Preise der Pläße Anfang 7? Ubr.

Sonntag: Der Obersteiger.

Zentral-Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30. Direktion: Richard Seb . _ Emil Thomas a. G.

Sonnabend: Zum 29. ale: Novität! Unsere Rentiers. Große Po1e mit Gesang und Tanz in 4 Akten von Wilhelm annstädt und Julius Freund. Musk von Julius Einödstfer. Jn Scene eseßt vom Direktor Richard Schulß. Anfana 7x U r.

Sonntag: Zum 30. Male: Unsere Rentiers.

Adolph ErnÜ-Theater. Sonnabend: Auf- treten der ersten s?)irouette- und Courbettc-Tänzerin Englands Miß R0 2 Vatckoelor vom Prince of Wales- Tbeater in London. Gin fidech Corps. Große Ge- sangöpoffx mit Tanz. NaYdem en lischen Original . Gareth Girl" von onas idney frei be- arbeitet von Eduard Jacobson und Jean Kren. _ Vorher: Gefindeball. Schwank in 1 Akt von Ed. Jacobson und Jean Kren. Anfang 77 Uhr.

Sonntag: Dieselbe Vorstellung.

Konzerte.

Eonzert-üjans. Sonnabend: Karl Keyser. Konzert. Operetten: uud Walzer-Abeub.

ZMY-AWMÜ. Sonnabend, Anfang 8 Uhr: Klavier=Abeud von Teresa d'Albert-Careöo.

hause aus stati.

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Supeririterxrntrx- verwcser, Pastor Blindow (Marschwiß, Kr. HWY." _ Eine Tochter: Hrn. Oberlebrsr U- A. Schülke (Osterode, Ostpr.) _ Hrn.**:?)EUW'U,l Chairs de Beaulicu (Stettin). _ Hrn. HW“ mann Brandt (Posen). .,“

Gestorben: Fr. Wasfiliffa Von Bogusan Breslau), - Hr. Justiz-Ratk) a. D. „thbcD . nspakb (Breélau). _ Hr. General-MANFT ' Yeinricb don «Yrffe (Auerbach in Heffen). “R&M“

r. General Ottolie von Schorler, gäb- TNT (München). _ Fr. Wilhelmine don. "MUT.. Nitsche (Klein-Münche). _ Hr. Geheimer „T- a! Regierungs - Rath a. D. Eduard R21Wch (Berlin). _ Hr. Bürgermeister (1. D. CW', Eggebrecht (Swinemünde). _ V ' schafts-Ratb Philippine Obstet,

(Berlin).

Verantwortlicher Redakteur: S iemenroth in Berlin. ' _ Verlag der Expedition (Scholz) in Verl!“- Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verl“ Anstalt, Berlin M., Wilhelmstraße Nr- 32- Sieben Beilagen (Einschließlich Börsen-Beilage)-

= zum Dcutscheü Reichs-Anz

., 65.

Deutscher Reichstag. 60. Sißung vom Donnerstag, 14. März.

Das Haus feht die Berathung des Antrags , der a.... Freiherr Fer)! zu Herrnshezm, Grafvon Ortola ., )).-_ Frted erg (nl,) we en,.Kundtgung des Freund- aits-- andels : und chrffahrtSvertrags mit „"Iflrgentrnrschen Republik, vom 19. September

7, ort.

85 Ueber den Beginn der Si ung ist bereits gestern berichtet „orden- Nach dem Abg. er nimmt das Wort der

Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Staats-Minifter ;ckth von Marschall;

MeineHerren! Der festeste Entschluß,- zu*schweigen, 'wird schließlich .,.üttert, wenn man in so liebenswirrdiger Weise zum Reden auf- „ordert wird, wie das gestern öffentlich und heute privatim der Fal] sen ist. So will ich denn einige Bemerkungen machen, schicke

voraus. daß ich die Erwartung nicht erfüllen kann, die vielleicht „. .t wird, nämlich Mittbéilungen über die Stellung der ver- „deim Regierungen zu diesem Antrag zu machen. Die verbündeten -.jexungen baben bis jest den Antrag des Herrn Freiherrn Heyl zu sheim einer Beratbung nicbt unterzogen, fie haben einen Be- njcht gefaßt, entsprechend der bestehenden Uebung und, wie ich

-.--e, aUch der woblvustandenen Rücksicht gegenüber dem hoben «tag, in dessen Interesse es liegt, daß 'die verbündeten Regierungen ... derartige Initiativanträge erstdann entscheiden, wenn fie bier „...1chdiskutiert worden smd und der Reichstag einen BLscbluß "1. hat. Sonach muß mangels einer bestimmten Stellung . verbündeten Regierungen ich mich “einer gewissen Reserve befieißigen, --leich es ja nicht ganz leicht ist, über diesen Antrag zu sprechen, ne dabei seine persönliche Stellung zu ihm durchleuchten zu laffen.

Ich wende mich zunächst mit einigen Bemerkungen zu dem Herrn

"mri bon Heyl, den ich als den geistigen Leiter der ganzen Be- .ung bezeichnen kann, die nach dem Zugeständniß don gestern nur ..en ersten Schritt bilden soll zu einer großen handelspolitischen krion. Der Herr Freiherr von Heyl wird es begreiflich finden, das;, . n er kühn die Fahne zum Sturm voranträgt, dock) andere ..te da smd, die zögern, ihm zu folgkn, und bedächtig die Frage fwerfen: wohin führt eigentlich der Weg? (Sehr richtig! ..ck.) Auf diese Frage ist „bis heute eine bestimmte Antwort nicht gangen. Und die Kündigung eines Handelödertrages schafft zunächst

Vakuum, und mir scheint, daß die Herren Bßfürworter des An- - 95 des Herrn Freiherrn Heyl zu Herrnsbeim bis jetzt wobl bezüg- ck der Negative einig find, nicht aber bezüglich dessen, was nun an "e Steiie dieses Vakuums geseyt werden soll. (Sehr richtig! links,) ; ist außerordentlich leicht, langjährige Verkehrsbestimmungen nischen zwei Ländern zu zerstören, und es ist eine recht schwißrige usgabk, sie auf einer neuen Grundlage wieder anzuknüpfen. Und - n läßt sich doch die Frage des argentinisch-europäischen Handels- nags nicht isoliert betrachten. Sie kann nur geprüft werden im 'cx'ammenbang mit der gesammten Handelspolitik (sebr richtig! links), mentlich aber im Zusammenhang mit jenen großrn bandelspoliti- -'-- Strömungrn drüben über dem Ozean, die an fiel) den europäi- --- Produkten nicht günstig sind und die einen handelspolitischen orucb zwischen einem europäischen und einem amerikanischrn Staat cin ihre Ziele sebr förderndes Ereignis; betrachten würdkn. (Sehr .. links.)

Also, meine Herren, das smd doch recht ernste Dinge, und ich "ten Sie dringe-fd bitten, die Frage, die Ihnen der Herr Freiherr - Heyl mit seinem Anfrage Vorlegt, nicht lediglich nach der Güte -?Zweckes, sondern auch nach dem praktischen Ergebnis; zu beurtbeilen, dem die Annahme dieses Antrages führen müßte.

Der Herr Abg. Freiherr von Heyl hat gestern feine Bemerkungen übegonnen, daß die Erwartung, die man an unsere Handels- äge bezüglich der Stetigkeit unserer Absatzgebiete geknüpft babe, ck in Erfüllung gegangen sei, und hat dann forlgefabrcn: „viel- kb! ist bekannt, daß die amerikanische Krifis genügtk, um troß der ** delßberträge diese Stetigkeit in ihr Gegentbeil zu kehren“. Wie die amerikanische Krifis und ihre nachtbeiligen Folgen für unser kkverbsleben als Argument gegen die Handelsberträge verwenden "11, entzieht fich voakommen meinem Verständniß. Ich würde gerade "'kebrt sagen: jemebr diese fortwährenden Veränderungen in den «Usvstemen der Vereinigten Staaten unser Erroerbslebcn geschädigt * n, um so klarer wird es, wie richtig und verständig es war seitens der » ündeien Regierungen, uns vertragsmäßig die übrigen Absatzgebiete zu (bern; und wenn ich heute wiederum in der Lage wäre, eincn Tarifvertrag vor ck boben Hause zu Vertheidigen, so würde ich glauben, dic Vortheile, 1€_aus der Stetigkeit für unsrre Absaßgebiete fich ergeben, nicht ck)slkfer darlegen zu können, als wenn ich auf die Nachtbrile bin- ik, welche für uns durch die fortwährenden ZoUverändcrungen in M amerikanischen Staaten entstanden find, (Sehr richtig! links.) Herr Abg. Freiherr Heyl von Herrnsbeim ist zudem einiger- 'ßYn inkonsequent, wenn er auf der einen Seite das Lob der “- keit sagt, wenn er bedauert, daß diese Stetigkeit nicht in er-

" 1Item Maße für unseren Absav Vorhanden sei, und gleichzeitig „" Antrag stellt, der in den Beziehungen zu unskrrn überseeischen x'" T" jeden Rest don Stetigkeit beseitigt (sebr gut! links). näm- dké Stetigkeit, die wir immer in jenen Ländern grbabt haben, ": wir nicht ungünstiger als andere Staaten behandelt worden d' (ZUka-1 Im übrigen hat der Herr Abg. Möller schon ' “Ui hingewiesen, daß in der That in den Handelsbezichungen i'd?" Staaten, mit denen wir Tarifverträge abgeschlossen babkn, e' solche Stetigkeit eingetreten ist. Ich babe hier nur einige [US Zahlen mitzutheilen aus einer Vergleichung unssrcr Ausfuhr 5Jahres 1893, des ersten vollen Jahres nach Inkrafttreten der .nk'lsvkktkägk, mit dem Jahre 1891. Daraus rrgiebt fich, Z „wk nacb Oesterreichrnngarn im Jahre 1893 für 891'rlltone'n Mark, mehr angeführt haben als im Jahre

7 "W der Schweiz für 2 Millionen Mark mehr,

Erste Beilage , riger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Freitag, den 15. März

während eine Minderabsfubr sicb ergab nach Bélgién für 5T; Millionen, nach Italien für ZZ Millionen. Wir babe'n akso im wesentlichen nach dcn Ländern, mit denen wir Tarifberträge ge- schloffen haben, unser Absaßgebiet vollständig erhalten, und wenn es auch richtig ist, was Herr Freiherr von Hkyl sagt, daß nicht alle Er- wartungen, die Luan in Kreisen von Interessenten an“die Handels- verträge geknüpft bat, fick) erfüllt haben, so liegt es in der mensch- lichen Natur begründet, daß manche Hoffnungen, manche Wünsche über die realen Verhältnisse binausicbweifen und zu Täuschungen führen müffen. Ich möchte aber glauben, daß gerade im beutigen Moment, wo überall in der Welt, zumal in Europa, eine große Vervegung im Gange ist, um die einzelnen Länder abzuschließen gegen andere, dieser Vortheil der Stetigkeit, den wir durch unsere Handels- verträge errungen haben, von der Industrie ganz besonders geschüßt und gewürdigt wird. (Sebr wabr! links; Widerspruch rechts.) _ Ja, ich bedauere sebr lebhaft, daß ich hier auf der rechten Seite auf Widerspruch stoße, aber Sie werden doch das nicht in Abredé steüen, daß nach dem ganzen Gange dcr Ding: in handelsvolitischer Beziehung unsere Industrie heute dort!) fortwäbrsnde Zonerböbungen des Auslandes einen recht erheblichen Tbril ihres Abfaßes verloren haben würde. Daß sie ihn behalten bat, ist ein Erfolg der Handels- verträgé. Das hat meines Wiffens noch kein Gegner der Handels- verträge überhaupt bestritten.

Und nun komme ich auf Argentinien. Ich möchte hier zu- nächst eine irrtbümliche Behauptung des Herrn Grafen von Arnim richtig steUen, der davon sprach, das; der Vertrag Von 1857 ein Ver- trag zwischen Preußen und Argentinien sei und wir deshalb nicht verpflichtet seien, diesen Vkrtrag weiterhin zu halten. Das ist rin Jrrtbum. Ienrr Vertrag ist vom Zollverein mit Argentinirn ge- schlossen worden (hört, Hört!) und dar- Reich als Rechtsnach- folger des Zollvereins ist verpflichtet, diesen Vertrag so lange? zu halten, als nicht von drm chhtedcr Kündigung Gebrauch ge- macht worden iii. (Zuruf.) _ 12 Monats“.) _ Gewiß, das weiß ich ganz genau. (Hriterkeii.) _ Im ganzen bat fich unsere Ausfuhr nach Argentinien in den leyten Jahre:. nicht ungünstig entwickelt. Sie bstrug nach der amtlichen Statistik im Jahre 1891 18000000 „FL, 1892 35000000 «F6 und 1893 42000000 „55. Es hat aber gestern der Herr Abg. Frese mit vaem Recht darauf bingewiefen, daß diese Statistik lückenhaft ist, weil fie den indirekten Export übkr die belgischen und englischen'Häfen nicbt enthält, und ich glaube nicht irre zu geben, wenn ich unseren Export nach Argrntinien für 1893 auf etwa 70-80000000 «FQ schäße. (Hört, bört! links.)

Richtig ist von Herrn Abg. Freibrrrn v'on Heyl und andern Be- fürwvrtern seines Antrass hervorgehoben worden, daß die argentinische Regierung in der leßten Zeit erhebliche Zollerböbungen Vor- genommen hat und daß darunter auch die deutschen Produkte gelitten haben. Es besteht bekannjlich in der Argentinischen Republik, wie in manchen amerikanischen Staaten, die Einrichtung, daß anäbrlich eine? Zollkommisfion zusammentriit und, je: nach den finanzielien Be- dürfniffen, die Zolltarife rrguliert. (Hriterkeit.) Daß daraus für unferc Industrie, für unsere Ausfuhr Mißstände entstehen, unterliegt gar keinem Zwrifrl, und ich darf die Herren verficbern, daß wir diesen Mißständen keineIwegÖ gleichgültig gcgenüberstsben, und wenn ich in einer Rede, die ich nsulicb bier gehalten, darauf hingewiesen babe, ck könnte der Moment kommrn, wo wir dLnjenigen Staaten gegrnüber, die fich anäbrlich gezwungrn füblen, aus finanziellen Gründen die Zölle zu erhöhen, eines Tages rrklären können, daß wir aus wirjbscbaft- lich€n Gründen gezwungen sein könnikn, das Gleiche zu thun, so habe ich dabei auch an Argentinien gedacht. Wir haben auch der argentinischen Rrgisrung einen Zweifel darüber nicht gelaffen, daß, wenn sie in dem bisherigen Umfange ihre Produkte nach Deutschland exportieren will, sie ihren Zolltarif auf einer Höbe baltrn muß, daß auch ein lohnender Export Deutschlands nach Argentinien möglich blribt. Es sind die Schritte, die wir in dieser Beziehung gethan haben, auch nicht bérgebens gewesen. Denn es crgirbt eine Vergleichung der ZoÜsäZe des vor wenigen Wochen Verkündigten Zviltarifs, daß für eine Reibe von wichtigen deutschen Exportvrodukten die argentinischen Zölle nicht unerheblich ermäßigt worden sind: für Stärke, für Sprit in Fässern, für Bier, für Vaumone, Geweben für fertige Kleider, Malz, Möbel 11. s. w. Aber immer kann ich die Verficberung geben, daß wir diesrr Frage ein ernstes Augenmerk zuwenden, und daß wir auch Argentinien gegenüber den Say zur Geltung bringen, den ich früher einmal für Deutschland aufgestellt habe, das;, wer exportieren will, auch importieren muß.

Was nun die Weizenproduktion betrifft, so ist ja in dieser Beziehung in den [syten Jahren eine große Veränderung ein- getreten. Die Weizenproduktidn der Argentiniscben Republik bat eine Ausdehnung angenommen, an die Vor fünf Jahren noch nie- mand gsdacbt hat, die Produktionsbedingungen find dort weséntlich andere wie bsi uns, und was insbesondere dazu beiträgt, die Kon- kurrenz des argentinischen Wcizrns für Europa drückend zu machen, das find die Währungsoerbältnisse in Argentinien (Sehr richtig! recht?); es bcstebt birrüber kein Zweifel _ ich will hier auf die Währungsfragc nichr Cingcben _, daß der Weizrn, der von Argkntinien zu uns kcmmt. man kann sagen, Währungswcizen ist, und drrselbk bci dcm unzrbeurcn Agio, welches dort auf dem Golde ruht, wcscntlicb „ruf dcn Weltmarkt drückt.

Nun darf man sick: aAcrdéxrg-I di.“ Dinge nicht so Vorsteüen, als ob in abscbbarcr ZU: Dir ganze Argentinisch? Republik cin großes Weizcnfeld sein wcrdk. F.“ i'": die Weizenproduktion nach den genauesten Brriäztrn, dic "..“.“ roi“. ddr! habe, allerdings noch drr Außdebnung imd Vcrvdßkomnmnng :“.ibig, sie wird fich aber immer beschränken auf einige“ Prdrrnzm. nämlich auf die Provinz Entre Rios, auf etwa zwci Trim] dcr Provinz Santa FS, auf zwei Drittel drr Provinz Buenos Air:"; :::-.d aui “ein Drittel der Provinz Cordova. Nur kiki.“ Provirrzcn koaxmcn für uns in Betracht, ein- mal wegs" dcr klimatischen und Mgr.": drr Bodrnverbältniffc, dann aber auch aus dcm Emndc, wr'xl kik“? Pw:“:nxrn an den drei großen Strömen La Plata. Paranz und 1171:an lirgcn und der argen-

1895.

tiniscbe Weizen, auch wenn er tief im Innern, am Gebirge, gebaut würde, einigc 100 km Eisenbabn nicht würde ertragen können. Die Quantität don Weizen, welcbe Argentinien im Vorjabre auf den Weltmarkt gebracht bat, betrug annähernd 1 700 000, das sind 17 Millionen Doppel - Zentner, und von diesen 17 Millionen Doppel-Zentnern sind nach Deutschland annähernd 3 Millionen Doppel-Zentner, also etwa der sechste Theil, gekommen. Schon jeßt wird aber infolge des AusfaUs der argentinischen Ernte ein wesentlicher Rückschlag eintreten, Nach den sorgfältigen Schätzungen, die mir zugekommen sind, wird der Ueberfchuß der argenjinifchen Weizenernte für dieses Jahr _ die Ernte ist jkßt zu Ende _ nur auf 8 bis 900000 1: geschätzt. (Zuruf bsi den Nationalliberalen.) Das ist unrichtig? Statistisches Mthrial wird Es darüber kaum geben; denn es handelt fich um die Schätzung der diesjährigen Ernte, und diese Schätzung beträgt etwa 50 0/0 der Vor- jäbrigen Emir. Nun bin ich weit davon entfernt, die nachtbeilige Wirkung dieser argentinischen Weizenproduktion für Deutschland irgendwie in Abrsde zu stellen. Wir leiden schwer daruntsr, und deSgleicben alle die Weizen produzierenden Länder, die unter annähernd denselben Verhältnissen produzieren als wir. Aber, meine Herren, das wärmste Jntereffe für den deutschen Getreidebau, das wärmste Interrße für die deutsche Landwirtbschaft entbebt uns dock) nicht der sorgfältigen Prüfung der Frage, ob die einfache Kündigung des argentinischen Handelsvertrages und die Differenzierung des argen- tinischen Weizens mit 5 .“: oder 7,50 „46 unserem deutschen Getreidebau irgend einen Nasen bringt (Sehr richtig!), irgend eine Erhöhung des Preisrs nach menschlicher Berechnung zur Folge bat.

Der Herr Abg. Freiherr Heyl don Herrnsbeim bat geftcrn sebr viel von dem Weltmarkt gesprochen, er hat aber, glaube ich, doch nicht die richtigen Konsequenzen aus dieser Einrichtung gezogkn. Ich bin weit entfernt davon, diesen Weltmarkt als eine Art von Vor- sehung zu betracwen, deren Geboten wir uns unbedingt zu fügen haben. Nur glaube ich, nachdem dieser Weltmarkt und der Weltmarkt- preis für Weizen einmal besteht, so dürfen wir nicbt die Politik des Vogels Strauß treiben und den Kopf in den Sand stecken. Wir müssen dem Thatsachen klar ins Auge sehen und die logischen Kon- sequenzen aus diesen Thatsachen ziehen. Ja, was ist nun eigentlich der Weltmarkt? Das Cbarakteristische desselben bestebt doch darin, daß der Gesammtüberfchuß aller der Länder, die mehr Weizen Produ- zieren als konsumieren, das Gesammtangebot von Weizsn der Welt darstellt, auf der anderen Seite daI Vedürfniß aller der Länder, die mehr konsumieren als produzieren, die Gesammtnackpfrage bildet, und der Punkt, an dem diese? Gesammtangebot und diese Gesammt- _ nachfrage fich treffen, stellt den Weltmarktpreis dar.

Nun möcbtr ich den Herrn Abg. Freiberrn Von Heyl fragen: Wenn wir beute den argentinischen Weizen differenzieren, wird dann ein Korn argentinischrn Weizens weniger auf dkn Welt: markt geben als Vorher? (Sehr richtig! links.) Wsrden die Argen- tinier dann die drei Millionen Doppelzentner, die fie bsisvielSweise im Vorigen Jabre nach Deutschland geschickt babkn, selbst konsumieren? Gcwiß nicht; es werden diese 34“ Millionen Doppelzentner mit dem Gesammtübérscbuß der argentinischen Weizenproduktc auf den Welt- markt geben uüd dort genau dieselbe Wirkung auf die Ge- staltung des Prrises ausüben wie vorher. Wie daraus eine Ver- tbeuerung des Weltmarktpreiscs entftcben soll, ist mir vollkommen unerfindlich; man könnte eber an das Gegentbeil dknken. xSebr wahr! links.) Man könnte annehmen, daß der Gesammtüberschuß drs argentinischen Weizens, der zum Export gelangt, auf dem Welt- markt gezwungsn ist, fich zu einem etch1 niederen Preise anzu- bieten, weil er mit dem Makel behaftet ist, in einem großen Konsumland wie Deutschland nicht unter gleichen Bkdingungen zu- gelassen zu werden wie der andere Weizen. Es könnte also cber Line Vörscbiebung des Weltmarktpreises nacb untrn eintreten.

Aber sei dem, wie ibm one; ich meink, die HMM, welche die kranke Landwirtbicbaft heilen, ibre Lage Verbrffern wogen durch eine Kündigung des argkntiniichen Handelsvertrag-Z, müssen uns doch mindestcnr glaubhaft machcn, das; durch die Differenzierung drs argen: tinix'cben thrcides nacb mcnschlicber Bércckynung 61118 Erbbbung des Weltmarktrrriscs Eintritt, und disse Glaubhaftmachung wird nacb mein?: Ueberseugung dem Herrn Abg. Freiherrn von He'vl und scinen Mituntragstsllern nicht gelingen.

DS!“ Hékk Vorredner bat auf die Vrrbältniffc drs russtschn Handelsvcrtrag-Z bingewiescn und dargelegt, daß kawaii") in äbnlichkr Weise die Fragr sich uns präsentierr babr. Ick bim, mir zu gestatten, einen kurzen Sax,; aus cinrr ers zu rrrlsirn, die ich am 26. Je- bruar d. J. gehalten hab?. Ich treff? damit zugleich auch die' Be- merkung eines grfirigrn Redners, der mir die Worte in den Mund gelegt hat, es sei mit drn [Lrsrrungszcugniffrn xine ganz Einfache Sach, damit würden unsere Zollbehörden srbr [Licht frrtig. Ick babe damals Folgendes gesagt:

Dann, bin ich überzeugt, wird der Handel Mittel und Wege finden, um, wie man zu sagen pfirgt, vierspännig durch die ganzen Ursprungkattests durchzufabrcn, und auf 61116 55113 legale Weiss. Wer kann drnn hindern, daß russischer Wrizrn, rusfifchrr Roggen. russisches Getreide nach meistbegünstigtrn Ländern gefabrcn, dort zu Mehl dkrarbeitet und don dort bei uns cingefübrt wird '.)

Nach unseren Vcrträgcn, und zwar nicht nur nach den neuesten, auch nach den früheren Verträgen, babcn wir die Verpflichtung, dieses Mehl dann als Gcwrrbrvrodukr drs bctrsffcndcn Landes mit dem Meistbegünstigungssay einzulaffrn, und dann bat die auswärtige' Schiffahrt die Frachtcn, dcr au9wärtige Handel die' Spesen, die aus- wärtigen Mühlen die Arbeit, und im Jnlandc bat die Landwirtb- schaft das russische Grtreide in Meblsorm zum Mcistbrgünstigungs- saße, und die Industrie hat die Kampfzöllr nacb Rußland.

Wenn Sie an Steüe der Wortr „russiscb“ und „Rußlanr“ .argentiniscb' und „Argentiniea' seßrn, so haben Sie im wcsr-cklicbcn die persönliche Ansicht, die ich mir über den Antrag gebildkt habe. Der gerhrte Hart Antragsteller hat gestern mit Etwas leichtem Herzen Von der möglichen Schädigung unseres Exports