25“:an
Deutsches TÉZater._ D __
Am Sonnabend gelangte das auspie . ro nen“ von Rudolf Straß zur ersten Aufführung. Der Verfa er, der [chou in einem früheren Stück seine starke dram9t1sch__e Bega mig bewiesen hat, brint dieSmal ein echt .mokerneS“ Stuck auf die .Babne: modern is? der behandelte Stoff und modern die Art der_ Drama- tisierung. die sich den wirklichen (Erscheinungen des Lébens mogli st x_u nähern sucht; aber einen voUen Crfo! hat der Verfa er an mit seinem neuen Schauspiel nichterzielt, w lda_s rzacb franzoiscbem axle: gearbeitete Stück auch in der Chargktensttk stark an franzöfi che Typen erinnert und weil die Dramen, in denen Untreue der Frau_ den Angelpunkt der Handlung bildet. an Interesse auch beim Publikuxn mit der Zeit we entlich eingebüßt habet]. Schere Beobachxung, die Iich in der Auffindung feiner menschiicher Abjichten kiindgtebt, und orgfältige “Zeichnung der Cbamitere als Ganzes, em geschickter scenischer Aufbau und ein leicht fließxndcr, von treffenden Yemerkupgen gehobener Dialog bilden die Vorzuge der Arbeit, wahrendemtge ungenügend begründete WilienSakZe und das zum_ tbe1_l er- künstelte Wesen der fich gegenuberstchenden Typen die Wirkiing des Schauspiels beeinträchtigen. Zwei Gestalten aus_ de_n nicbt produktiv tbätigen Klasen der_ Gesellschaft lernen wir in dem Gtafen Greiff und dem Millwnar _Witt kennen. Der Reiche verachtet den Adel und ist stolz auf sein Geld; dcr _Graf ver- achtet als Verschwende]: das Gold und ist stolz auf seinen Adkl. Gabriele, die leichtfertige Gattin Witt's, die den Grafen liebt, bildet den Ge enstand des Kampfss der_Gkgner. Der Graf, ein leichtsinniger Spieler, geistreicher Cameur und versübrerischer Kavalier, nüyt seine sündigen Talente aus, um Gabrikxe zu gewinnen. Witt entdeckt das binterlistige Spiel und sucht den Nebenbubler durch die Macht 'ccs Geldes unschädlich zu machen : aber dex Graf e_ntgebt schließ- ]ich den Schwierigkeiten seiner Lage durch eine reiche Heiratb. -_ Die Darstellung der beiden, im Mittelvunxt der _Handlung stehcxiden Manner gelang den Herren Reicher "(Gras Grciff) und Riisen (Witt) vortrefflich; beide machten die öde Lkere der Seele hinter dem prunkenden Scheine des Glücks in dkrschiedenen Spielarten anschaulich und fühlbar. Fräulein Lucy Lißl, die an diesem Abend hier zum ersten Mal, und zwar als Gabriele, auftrat, is?, nie es scheint, eine begabte Daistellcrin; in dieser Antrijtsroüe vermisste man aber die verzebrknde Leidenschaft, die TU" Dich1er in diese Gestalt gelegt hat. Die Nebenrollkn waren ausnahmslos gut bcxetzt, sodaß die Ge- sammtdatsteüung nur Lob verdicnt.
Der einakttge Schwank „Er, sie und er“ von Roberto Bracco, mit dem die Vorstellung eröffnet wurde, besißt kein? ber- vorragknde litkratiscbe Bedeutung. Das von Otto Eisen1chiß übersetzte kleine Stück batte trois des vortrefflichen Spiels dcs Jräulein Rosa Bertens und de'r humorvollen Darstellung der
erren Nissen und Jarno feinen rechten Erfolg, weil Ls dkm Dialog an Geist und Witz gebricht. Lessing-Tbeater.
Friedrich Haase, der am Scnnabend sein Gastspiel eröffrzete, brachte dieSmal ein neues Stück,_ das Schauspiel „Am Svieltiicb des Lebenß' von Klaus Arsen, mit nach Berlin. Das Stück erfüllt die Erwartung, die an seine Einreibung in das Haase'sche Repertoire naturgemäß geknüpit werden durfte: es enthält eine große Rolle für den virtuosen Darsteller. Als GrafSt-xngel auf Rodek kann Friedrich Haase seine ganze Meisterschaft in der Verkörperung solcher vornehmsr rittczlicker Naturen entfalten, die noch in vor- gerücktem Alter sicß den Schein der Jugendlicbkeit zu geben vermögen, die mit utmütbiger LiebenSwürdigkeit über die eigenen envas manßelbaften Gei tekgaben lächeln und mit Eleganz und Gittberzi keit ebaleich alle Genüsse des Lebexns dur kosten. Daß dieser ate err emen Feblgriff „am Spieltisc? des ebens' thut, indem er e ne schöne junge rau, die Gan („ya, heimfübrt, bereitet dem Lebcnkkünstler zwar eine scbwsre Stunde, in der er wirklich altert, aber schon der nächste Tag steht den Grafen ctröstet, der von seiner jungen Gattin niemals Liebe, sondern nur reundschaft und Achtun vor dcr Ehre seines Namens_ gefordert battc. Aus der Vergangen eit konnte also kein Vorwmx gegen die Gattin bergeieitet werden , und für den Grafen lag kein Grund vor, fich gkgenwärtig und zukünftig weni er glücklich in ihrem Beste; zu fühlen. Herr aase führte die Ro e des Grafen mit glänzknder Beherrschung aller einer klflnsklktisÖM Mittel durch; besonders gab ihm die Scene', in dsr er die Vergangenheit skmkk Frau kennen lernt, Gelegenheit zu zeigen,
wie uniei der äußcrén Zurückhaltung die Leidetiscßäü in seisi'eni Izmexn tobt und wie unter dem Seelenfchmexj der Schein" der Jugendlicbkut zusammenbricht. Mit dieser schaufmeleriscb hervorragenden Leißung
ist aber. auch das uptinteresse an der Dichtung ers övft. Das
"Schauspiel bekundet das theatralische Geschick seines V users, aber
ersonen haben wenig ode; nichts 'mit natür- Menscben gemein. Die _ Vorgange nicht nur, sondern an die psychologische Ent- wicklung der Charaktere ist 11an ängxicb und oft unkxar. Neben dem Grafen Stengel spielt de_r frubxre Gel1ebte_ der Grafix Eva, ein junger, leicht mniger_Offi§_ier ,ein: von Rietberg, der soeben eine junge reiche rbin heim efuhrt at,_eine Ha trolle. _ Zur Lösung aller Konflikte erscheint im ckan At em ebema iger Kam-krad Rietberg's, der inzwischen in Amerika das Leben eines Abenieurers eführt hat. Herr Pre tler, der den Hein vo_n Rietberg spielte, fand 'Ich mit dieser Rolle na Maßgabe feiner s au1p_iele_rischch Kraft sehr geschickt ab; [feine naive jun e Gavin gab Fraulem NtÖk a mit kindlicher Schwärxnerei und _zei nete glgubbaft die rührende Vertrauensseligkeit. Die getauschte Grafin Eva wtelte Fräulein Reickoenba mit natür- licher Abtönung der Empfindungen und dcrnehm in dcr altung.
die handelnden P
lichen, wirklichen Motivierung der
Konzerte.
Das von der bies1gen Musikvelt mit Spannung erwartete Konzert der auSgezeichncten Klaviervirtuosin Frau Teresa d'Albcxt Carreöo batte am Sonnabend im Saal der Sing-Akademte ein zahlreiches Publikum versammelt. Es ist schwer zu entscheiden, “Zb man beim Anhören der außerordentlichen Leistungen der Künstlerin durch die Kraft und Energie des Anschlags in der O-m011-Juge von Bach-Tausig, durch die Tiefe der Auffassung der Beethoven'1chen Sonate 01). 57 oder durch die Zartheit des Vortrags in Beethoden's S-(Jur-Rondo und in den kleineren Piäcen von Schubert und Cboyin mehr zur Bewunderung gezwungen wurde. Die vorgebm ruhige Haltun der Konzert eberin am Klavier _und der maßige Pedal- ebrau sind noch bcßonders zu loben. Glanzend entfaltete sich ihre
irtuofität, weiche jede Schwierigkeit leicht überwmdet, in dexi svm- pbonischcn Etüden von Schumann und in der U-äur-Polcnaise von Liszt, der die liebenörrürdigc Künstlerin nacb stürmiszbem ?erdorruf noch die Henselt'sche Etüde .Wenn ich ein Vöglein war“ bnzufügie.
Die aus der Schule des Herrn Dr. Jedliczka berdorgxgangene
ianistin Fräulein Agda Lvséll, welcbe sicb schon früher hier hören ixß, gab an demselben Akzend im .Nmetiben Hof“ ein Kdnzcri, das die gute Meinung über _ibrc künjtlcrirche Begabung bestatigte. Sorgfältig aukgebildete Technik und verständnißvolle, tief empfindende Auédruckßroeisc ließen sul; sowohl im Vortrag der Sonate (_013. 28) von Beethoven wie in dem im Mendelssobn'scben Stil ge- schriebenen Klavier- Quartett von L. Norman (1855) _er- kennen. Auch in Piézcezi von Rubinstein, Chopin und_ Liszt kamen diese Vorzüge tkéfsliÖ zur Geltung. Die Konzertsangerin Jräulein Maric Zewa unterstüßte das Konzert wirksam durch den
orxrag einiger Gesänge von Mozart und Venzano. Außcxdxm erfreute auch der Königliche Kammermufiker Herr HaZemeisic-r ZVioline), der sich mit seinen Kollegen Wendlinß ('
üdemann (Celio) bei dkm Quartett mit Erfolg et noch durch einige wohlgelungpne_ Solovorträge. Künstlern wurde wohlverdienter Beifall zu theil.
heiligt batte, Sämmtlicben
Jm Königlichen Opernbause werdkn morgen Mascagni's (1379.11er rnst-icana“ und LorLing's „Waffenschmied“ gegeben._- In Richard Wagner's ,Rienzi', er am Donncrstag nku x'instgdiert in Scene gebt, befinden sich die Hauptrollen_ in den Hand?" des Herrn Sylva und der Damen Goeße und Hiedler. Jm Chor der Friedensboten wirken die Damen Herzog, Dietrich,_ Rotbauser, Wei? Krainz, MXL, del mit. Die neuen Dekorationen: Play vor em Lateran, aal tm Kapitol, Straße, das Forum, Straße vor dem Lateran, Haüe im Kapitol, Play Vor dem Kapitol" sind von dem Lofmaier Professor Brückner in Cobur , die neuen Kofiüme nach de_n
ntwürfen des Prdfessors A. von cyden angefertigt. Für die VorsteUung find folgende Preise festgeseyt: Fremdenldge 12 „st, Orckoesterloge 10 .46, 1. Rang und arquet 8 .“, 11. Rang 5 “46, 111. Rang 3,50 .46 u. s. w. - er Kgl. Kammer- sängkr Herr §Yaul Bals; hat 4an einer Konzerttoukné-e durch RLX- land mit glanzendem Erfolg in St. Petkrsburg gesungen. __ _ r beendet morgen seine Kunstreüe in Mokkau, um aLSdann seine Töattg- keit hier wieder aufzunehmen.
iola) vnd _
spieelbeBWie die lien sungen“ mit Frau Schramm als öknjn geg Im Theater Unter den Linden gelangen morgen W Mittwoch Millöckcr's Operette .Der.§robekuß' und ein g, Ballabile, am Donnexstag und Freitag . anon“, Operette in 3! von Genée, zur Auffubnm? - _ In dem Kammermu ikabend mit Kompositionen von Tschaikowski, welchen“ Profeffqr Leopoxd Auer morgen im S'“ Bechstein veranstaltet, übernimmt: an Stelledes plötzlich erkranktql Herrn Boris Kamensky Herr Ca'rl Markees die zweite Violine. "'
Mannigfaltiges.
Der unter dem ProtektoratJbrer ngestät der Kaiserin Friedküh stehende Verein .Victoriabaus fiir Krankenpflege- bien Fstem unter dem Vorfis des Staats-Mmifiers 1)r. Delbrück im neuen
eichstagsgebäude seine_Ge_neralverfamm1ung ab. Die Zahl „, Schwestern des Hauses ist im leßten Jahre yon 180 auf 200 ________, stiegen. Das Arbeitßgebiet hat sich wieder erweitert: neu übernommen wurde die PfiYe in dem von der Aiters- und JuvUiditätsVeÜÜ“ rungsanstait 3 erlin _in Gütergoß_ eingerichteten Sanatorium. Zeit sind in stadtischen Diensten 116 Schwestexn (11 m_ebr als im Vorjahre), 64 wirken im Krankenbaué am Friedrichshain, 40 in dem am i_irbaq. _In den Unidusirzß, kliniken waren 8, im Kaiser und Kaiserin Fnedrtcb-Krankenbaus ]? in dcn Breslauer Univerfitatékliniken 5, auf sonstigen Stationen 8,“ 'm der Armenpflege 5 Schwestern tbäiig. 14 Schwestern standen für Yrivatpflege, die an 115 Kranken aus (übt wurde, zur Vcrfü ""S
ie Einnahmen dcs Vereins beliefen si mit Cinschluß dcs Bestandes (?? 165 ck16) auf 152 735 M; verausgabt n'urdcn 124 205 „zz T-n bisherige Vorstand wurde wiedergewählt.
Troppau, 17. März. Bei dem (in Nr. 66 d. Bl.) Ilmelketcn Grubenunglück in dem Hohenygger-Sckoacht sind, wie dem .W- T. B.“ weiter berichtct wird, rm anzcn etwa fünfzig Persomn umgekommen. Bis jkßt wurden 43 sic!;cn gebot en, 6 Arbeiter wcrden nsch vermißt, 11 Schweivcrwvndete befinden ck in Hospital- pfle e. _Auf Anordnunß des Erzherzoas Friedrich wurden den Wittwen der pser derKatastr-rp esofortje 1k0Fl.c_msgexablt. Erzberzc Friedrich hat ferner angxordnet, _doßjedchittire und xek er Waiseausren ijtelndxs Bergweiks jahrlich ein gleicher B(trag, wie die aus der Bruderladx zu bewilligende Pension, ausgezablx wird. Die Beisetzung der Vs:. ungiiickten erfolgt ebenfaUs auf Kosten “2 Werks. Der Landes- Prafident ist hier eingetroffen und bat den Echacht und die Leichm befichtigt und die Verroundeien besucht._ Die Ursache des Unglücks, war vermutblicb die Explosion von Dynamitpatronen in der Taschc des vermißtcn Patroncnmeifters.
U! U!
Übäkié
Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschcn. -
Madrid, 18. März. (W. T. B.) Ueber die Veran- lassung zu der Ministerkrisis mird Folgendes mitgetheilt: Nach dem Militär - Strafgescßbuch ehören Verleumdung» vergehen, die von der Presse ge en die Z rmee begangen werden„ vor das Kricgßgericht, währen das bürgerliche, (Heseß fie vor die Geschworenen verweist. Der oberste Gerichtshof hat sich, JuGunstcn diefes leieren Verfahrens ausZesprocben. Als tros-
em der Kriegs-Mini ter, in Uebereinstimmung mit dem Wunsche
der Offiziere der Garnison, dem Ministerrat!) den Erlaß einer Vervrdnung vorschlug, durck? welche die fraglichen Ver: gehen dem Kriegßgericht überwie en werden, bekämpften die meisten der dem bürgerlichen Element angehörenden Minister diese Forderung, und Sagasta erklärte, es sei ihm unter ?iJcn Bedingungen nicht möglich, die Regierung weiter zu u ren. . Der Marschall Martinez Campos hat gestern Abend das Kommando über die Madrider Garnison übernommen.
(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)
Wetterbericht vom 18. März 8 Uhr Morgens.
baus.
40R.
Wind. Wetter.
Stationen. ,
871777107 ZG;
u. d. Mee'rcssp.
red. in Miliim. in 0 Celsius
59C.
„-
766 Wegener. _
SW
WSW -WNW „WNW “WNW
NNW
bedeckt hxiter
& nee wo kenlos wolkenlos beiter bedeckt bedeckt
Belmullet . . Aberdeen . . 765 Cbrisiiansund _ 759 Kopenhagen . * 762 Stockholm . ' 756 randa . . 745 t Petersbg. , 746 Moskau . . . 755
Cork,Queens- town . . . Cherbourg . 765 lde'r. . . . ) 769 vlt . . . . * 766 uiburg . . ! 767 wmemünde . 764 Neufabrwaffet] 759 Memel . . . “x 754 tis . . . . ! 767 ünster. . . ? 766 KarlSrube . . ; 768 Wiesbaden . I 768 München . . € 767 Chemnitz , . , 768 Berlin. . . . , 766 Wien . . . . '; 767 Breslau . . . . 764
76.-)"" 767
sungen. mann.
Grube.
“»Pdwa-at; OS-“LId-“WSO
und Gretel.
769 bald bed. " wolkenlos Nebel wolkenlos wolkigl) '
bedeckt Die zur
wolkenl.3) Z- balb bed. beedeckt
L'bedeckt 8„bedockt , Zzwolkenlos
1iwolkenlos 1Zwokkenlos 1
OWStOd-k- WQ-dwp-xa-x-z
Mittw
QW» ÖDUWPNd-“lOd-ö WWtQtQp-x-UU
“*) Neblig. 7) Reif. 3) Neblig. sk _ _ Uebersicht der Witterung.
Em tiefes barometriscbes Minimum von etwa 740 m_m liegt über Lappland, gegenüber einem um- fan_greichen_ _Hochdruckgebjet, welches fast die ganze Sudwestbalste Europas überdeckt. Dementsprechend webu; über dexn Nord- _und Ostseegebieie ziemlich lebhaxte , meist westliche und nordwestliche Biyde. _ In. Deutschland ist das Wetter ru_btg,_ im One" yorwiegend trübe und ziemlich mild. tm Weften_be1ter und kalt; meßbare Nieder- scßlage wxrden mzbt gemeidet. Jm nnern Frank- reichs, großtentketls auch zu Süddeuts land, herrscht lnchter Froft. Neues, ziemlich ““tarkes Fallen des Bawmeters zeigt sicb tm Nordweften der Britischen
useln, und dementsprechend dürfte für unsere
genden mildes Weiter zu erwarten sein. Deutsche Scewarte.
Dienstag :
Anfang 7
Theater-Auzeigen.
Röniglirhe Ickauspiele. Dienstag: Opern- 70. Vorstellung. eau- (Vauern-Ehre.) Over in 1 Aufzug von
Kiew) Mascagni. _olksstück_ von G. Berga. In Scene gest 2 vom Ober-Regtffeur Heßlaff. Dirigent: Kapq meister er Oder in 3 Akten von Albert Lorßing. Dirigent: Mufikdirekior Wegener. Anfana 7& Uhr. Schauspielhaus. 76. Vorstellung. Wie die Alten Lustspiel in 4 Aufzü en von Karl Nie- In Scene geseßt vom Z _ Anfang 7k Uhr. Mittwoch: Opernhaus. 7]. Vorstellung. Hänsel Märchenspiel Engelbert Humperdinck. Text von Adelheid Wette. -_ Die Puppeufee. Didertiffsment von Haßreiter und Gaul. Musik von Ivief Bayx'r- Anfana 7-k Uhr.
Schauspielhaus. Wolfgang von Goejhe. Hagdlung gehörende Ffzrsten Radziwill und Von Peter Joseph von Lind- patnter. Anfang 7 Uhr.
Denim"; Thrater. Dienstag: Drohnen. - Dann: Blau. Anfang 7? Uhr.
Mittwoch: Der Talisman.
Donnerstag: Weh dem, der lügt!
BerlmrrTheater. chender. Anfang ?ck Ubr. 0ch: Madame WGS". Donnerstag: Der Hypochonder.
mug.Thtastk. Dienstag: Gasispiel von Melek Corps, Y_Y_aase. Am Spieltisß des Lebens. Anfang r
Miniooch: Gaßsviel von Fr. Haase. KYigklisetnmaÖtä-f-ä Hiktauf : SMA: PÉUU.
onne a: von . [- tisth desrLegbevs. pte r e. " pie
Friedriü] - .Uhklmßldüsthts Thraker. Cbauffeeüraße 25/26-
Der Obersteiger.
3 Akten vo L, ld d M. . Carl Zeller.n N ?: un M
ed . Dirigent: Kapellmeister Va rnchMixt'e Preise der PFF r. Minivoch: Der Oberßeiger.
Reue; Theater. Dienstag: Liebe von Heut. 4 Akten von Robert Misch. - casalloru mti- Vackfische. Schwank in 1 Akt.
Text nach dem gleichnamigen 3 Akten von Hermann Faber.
Waffeusckjmied. Komische
Direktion: Sigmund Lautenburg. uaud's Ehekoutrakt. (kü 5 1a in 3 Akten von Georges Fevdeau, arbeitung von Benno Jacobson.
Mittwoch und folgende Tage: koutrakt.
Theatrrklnter den,),“mdcn. Direktion“ Julius Fussche. _
ber'Regiffeur Max
in 3 Bildern von Pantomimisches Ballei-
mann und Julius Bauer.
77. Vorstellung. Faust von Der Tra ödie erster Theil.
ufik von Anton
"
personal. Anfang (3 Uhr. Mittivoch: Der robekuß.
Dienstag: Zum 32. ale:
4 Akten von Wilhelm
vom Direktor Richar
Dienstag : Der Hypo- ___ Adolph Émn-Tyeater.
treten der ersten Theater in
Nach dem englischen Or nal „A
Der in 1 Akt von Ed. Jacobson
Anfang 74- Übe.
Sonnabend, den 23. Radau: Sn eite. Ordonneau.
Schiffbauerdamm 4 a. / 5.
Mittivocb: Haus der Träumer.
Retidenz- TYLYT. Jl-umenftraße Nr. 9.
Probeknß. Operette in 3 Akten don Hugo Witt- _ Musik von Carl Millöcker. In Scene gejeßt von Julius Frivscbe. Dirigent: Herr Kapeümeister Jedermann. - Hierauf: Grand Ballabile, auSaeführt vom ganzen Ballet- Wiß- _.
Zentral-Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30. Direktion: Richard S*Hul . - Emil Thomas (1. G. Novität! Rentiers. Große Po e mit Gesang und Tanz in annstädt und Julius Freund. MUfik von Julius Einödsboser. In Scene d Schulß. Anfana 7x U Mittwvcb: Zum 33. Male: Unsere Neutierö.
rouette- und Courbejte.Tänzerin Englands Mi Ro eBatchelor vom Prince of Wales- ondon. Zum vorlevten Male: Ein Große Gesangsvoffe mit Tanz.
Jonas Sidney frei bear eixet von Eduard Jacobson und Jean Kren.-Vorber: Cefinbeball. Schwank
MWoch: Zum leßten Myle: Dieselbe Vorfiellung. Marz; Zum ersten Male: Vaudeville in 3 Akten von ufik von Edmond Audran. (Novität.)
aus dem Wiener Wald", Walzer v. Strauß. „Waik- teufeleien“, Poipourxi v. Waldteufel. DWZ» caprice f. d. Violine v. Vieuxtemps (Herr (&me)- ,Singvögelchen a. d. tbür. Wald" f. Piston v.»?tb (Herr Werner).
_ Familien“-Nachrichten. [76175]
Statt jeder besonderen Mittheilung. Heute VkorLen entschlief sanft und ruhig _ Bankd rektor Christian Jörgensen in einem Alter von 58 Jahren. SonderburÉ. den 15. März 1895. ouderbnrger Bank. Der sterertretende Direktor: F. R. Möller.
Volksscbausviel in Vorher: Uu ere Anfang “& U r.
Lustspiel in
Dienstag: Fer- pans.) Schwank
in deutscher Be- Anfang 7;- Uhr. Fernand's Ehe-
Bebrenstr. 55/57. Dienstag: Der
Lieutenant Fri von Fusion). - Frl. Alice von Rathenow nuts)"- 5 otscbafts-Rat 3. D. von Muyenbecher (SWW Jerk. Olguita Quaet-faslcm mit H"- Lieutcnant org Oberdieck (Hannover._ _ Geboren: Ein Sohn: Hrn. Hans etnrtcbl'kZ' Scheliba (Jeschüß). - Hrn. Hauptmann dechk- yon Woedtfe (Breitenber ). _ _ Gestorben: Fr. Oberst li|e von Tbumxn. ssb- MYke [Meran und Görliß). -- Hr. _Lieuienakk a. ., Geheimer Kämmerer Seiner Hetltßkk't “7 xapsies Alphons Graf Ballestrcm (LMM) “
Unsere
r. General-Major z. T). Arthur von YM?“ erg und Proschliß (Berlin). - Hr. kk“: Lieutenant 3. D. Feodor von Winckler auf Ob" undetieZekr-thYerorf i. ?ck? "NOT?! OMJW - . „ eris-a,eeimer uiz-a von „ Dienstag. Auf ?Breslau). - Verw. Fr. taatsratb. MMZ von Flor, geb. Pros (Breslau). -- „Hk- M,“, a. D. Hermann Genßen (Königsberg !. M*)“ _," Jr'd AWZ; G__rc"1)fin Von S&Y'ZMMYZH-r e om er n. - r. eimer Gaiew Girl" von Halb ilbelm von ZülonÖEBerlinx LY Kammerherr, Rittmeister z. . Theodor F von Rochow auf Strauch und Metzdorf. “&“ Anna von Eschwege. eb. von RoemerM ck sach en). -- r. Grä n Hedwig Strakwa- ' Gr fin Main chka (Breklau).
2th
und Jean Kren.
Verantwortlicher Redakteur: S icm euro“) in Berlin.
Operetje in _ von
Konzerte. Konzert-Haus. Dienstag:
Konzert. Ouv. „Marco Spada“, Auber. milian Robespierre', Litolff. .Preciosa', We Phantasie a. .Lobmgrin“ v. Wagner.
Verlag der Expedition (Scholz) in Berli!- Dkuck k NNddwU-ben Bu druckerei und 32- Ansta 1, Berlin ZW., Wi elmflraße Nl- Acht Beilagen (einschließlich Börsen-Veilage)-
Karl Reuber- „Maxi-
ber. „Geschichten “W
Ini Köni tizen Schauspielhause wird mot «. „. Less“
Verlobt: Frl. "Öse Senftleben mit Hm.- Fercntbeil und GrupykubkLO
zum Dcuiscixén Rciiixs-Anz
„zk. 67.
Deutsther Reichstag. 62. Sitzung vom Sonnabend, 16. März.
Ueber den Beginn der Sißung ist bereits vorgestern be- richtet worden. _ _
Die Berajhung des Post-Etats Wird bei den außer: ordentliä)?" AUSJaben fortgefcßt.
Die am Sonnabxnd schon kurz erwähnte Antwort des Staatssekretärs des ReichEPostath 131“; von Stephan auf die Ausführungen des Ahg. Grafexi Sch_lieffen :Schlieffen- berg (d. kopf.), der eme Berucksichtigung der he1m1schen Arbeikkkt bei den Postbauten empfahl, hatte folgenden
tlau : ' Woch!) freue mich, aussprechen zu können, daß die Anregungen, die dsr geehrte Herr Vorredner hier gegeben hat, fich voÜkommen decken mit den eigenen Wünschen der Verwaltung. Die Postvcrwaltung ift überakl davon ausgegangen, möglichst das lokale Handwerk bei ihren Banken zu begünstigen. Es find nach der Richtung hin verschiedene Vorschriften erlassen worden, und wir haben von vielen Seiten an- erkennkndk Zuxcbriften und Dankesbezeugungen empfangen für diese Bestrebungen, w€lche die nüylichften Früchte ergeben haben nicht allein für den Wohlstand und den augenblicklichen Verdienst der Handwerker, sondern auch für ihre Ausbildung, Gewöhnung an beffere, feinere Arbeit, Anschaffung don besserem HandwerkSzeug und befferen Gehilfen. Ich kann also nur bestätigen, daß es uns sehr freakn wird, auch bei dem Bau in Güstrow auf diese Verhältnisse Rücksicht zu nehmen, und daß da nichts entgegensteht, der Ober- Postdirektion in Güstrow noch besonders zu empfehlen, diesen Gefichtspunkt zu berücksichtigen. Das stimmt ganz mit unseren An- schauungen überein. (Bravo !)
Die Forderung von 233 800 «16 (1. Rate) zur Herstellung eineSneuen Dienstgebäudes in MaZJdeburg b_ea_ntragt der Abg. Dr. Lingens (Zentr.) an die udgetkomm1sfion zuruck:
zuverweiscn. _ _ _ Referent Abg. Möller (nl,); Die Budgetkommtsfion hat keinen
- Anstand gcnommen, die Forderung zu bewilligcn. Inzwischen sind aus
Magdeburg Verschiedene etitionen eingegangen, welche um die Ab- lehnung der Vorgele ten Ba läne bitten, weil bei der Ausführung derselben ein in kun thistoris er Beztebuzig höchst interessanter Bau, das Roch'scbe Haus, dem nkuen Postgebaude zum Opfer falslen müsse.
Ab. Or. Freiherr von Heereman ( entr;): _Von fa_ch- und kunstVer ändiger Seite ist mir die Angelegen eit in Liner Wets_e dar- esielltivorden, Welche die Wünsche der Petetiten als bexechtrgt_ er- ?cbeinen läßt. Bei der Durchführung der _jeßigen-Bauplane_ mußte einschönes, altertbümliäyes Haus niedergerissen werden. Die_ Kdn- servierung der Denkmäler der Baukunst früherer Jabrhunderte_tst eme heikle Frage, und häufig gsrätb das Verkehrsiniereffe mit dem Wunsche, diese Denkmäler zu erhalten, in Widerwrucb. Jm vdr- liegenden Fall ist aber jedenfaUs eine er_n_eute Prüfung angezeigt; ich werde deshalb für den Antrag Lingens 1t1muien.
Staatssekretär dcs Reichs:Postamts ])r. von Stephan
Meine Herren! Die Angelegenheit ist, nachdem dkr Antrag des HerrnAbg. 131: Lingens gestellt ist, lediglich eine Sache des Gcschäfts- gangädes Hauses, in den wir uns grundsäßlicb nicht mischen. Was ichsagen will, soll auch nur zur Abkürzung der Diskussion dienen. Das ist nämlich das, daß von unserer Seife kein Bedenken dagegen besteht, diese Angelegenheit in die Budgetkommisfion zurückzuderweisen, und daß wir dort bereit find, in eine volie Diskussion und meriwrische Erwägung aller der Gründe für und wider einzutreten, damit wir dann dem hohen Hause einen nach jeder Seite geprüften Vorschlag su unierbreiicn im stande find.
Abg. Klees (Soz.): Wir bestreiten die Rothwendi keit des Neu- baues nicht, aber das Haus, das niedergeri en werden oll, hat eiyen byben künstlerischen und historischen Wert . Auch wir haben Sinn fur Kunst und Schönheit und tbeilen durchaus nicht den Standpunkt dxs_Abg. Schmidt-Warburg, der einen Kasernenstil in die_Postbau_ten Unfybxen will. Allerdings darf der Kunst- und Schönheitsfinn nicht befriedtg_t_ werden auf Kosten der Beamtkn und des Verkehrs. Wir wxrden mr die Zurückoerweisung an die Kommission stimmen, weil LV_U' HOffen, daß das alte historische Haus doch noch erhalten bietben konne. Ich bin überzeugt, daß fich andere Grundstückskomplch nnden TLM!) die für den Verkehr noch günstiger liegen, als das in Red?
en e.
Abg. Schmidt-Sacbsen (Soz.): Ich für meine Person _bin gegxn die Rückverweisung an die Kommission. Ein neues Postgebaude is:! in Magdeburg so dringend nötbig, daß auf keinen Fall eme Vér- doßerung eintreten darf.
_Dic Position wird darauf an die Budgetkommisfion zuruckverwiesen.
Bei dem Titel: ur Herstellung eines Dienst ebäudes in ONE, bcxnängelt AÜbg. Schmidt-Warburg a ermals die Höhe der fu_r Steinmeßarbeiten veranschlagten Summe.
Der Titel wird bewilligt.
Der _Antrag der Kommission: die erste Rate für die ÖHer- sieUuriZ eines neuen Dicnstgebäudcs in Schwiebus in öhe von 6“ 000.76 zu streichen, weil das Bedürfniß für ein neues Gebäude nicht dringend sei, wird angenommen.
Zur_ Erwerbung eines Bauplaßes für die Herstellung eines neuen Dienstgebäudes in Meß wird als erste ate die Summe von 310800 «_ o_erlangt. _ _ _ d' Die Komxmssion beantragt, die Position zu ;irmckxn, weil UF Summe fUrden Bauplaß zu hoch sei und 1ch_gegen dic UFJ l_Iekkade dieses Plaßes ein Sturm von Petitionen er- a e.
W-kBWVÜWÖTigter zum Bundeßratk), Direktor im Reichöpostzmit, d ",llchek Geheimer Rath Dr. Fischer; AUe Pläxze, auf die m 13T: BUÖIetkommission verwiesen wurde, haben fick) als ungeetgnzxt ; ÖFZLKÜLÜT- Es war überhaupt kein Bauplatz unter Uk bis dab illlonen Mark zu erhalten. Der ganze Widerstand kommt bloß 27- dqß_ dt? Deutschen in Meß das ihnen lieb gkwordene Kosmo
' KFW“ Ulch„t missen woilen. _ gebedbg' Dr. Licher (Zentr.): Ick) bedauere, daß nach den em- vnwkzlk" Eröxterungen in der Bud etkommission die Reichs-Poft- tung_ bter_ nochmals den Ver uch ma 1, die Forderun __ zu Die_Grun_de, welche der Direktor Dr. ischer dafür an &??Uhlt [ sIMMUlcb auch in der Budgetkommisswn vor ebxa tund “WZE mcht durchschlagend bezeichnet worden. Die etchs- ost- ihr _L XMS sOUtc national genug gesinnt sein den Deutschsn in 5_ erz Mm zu erhalten; wir hier im eichstag wsrden diesen
Erste Beilage
Berlin, Montag, den 18. März
_xitcixtionalen Gesichtspunkt nicht vernachläsfigen und gegen die Forderung mmen.
Der Antrag der Budgetfommisfion wird darauf an- genomnicn.
Bei dem EinnahmeZKapitel hat die Budgetkommisfion den Antrag gestellt: Die Einnahmen aus Porto- und Tele raphenZebuhren um 1 830000 „46 Hö er anzuse en.
efcrent bg.Mölle1'(nl.):Nachdkm Dur sckxniiider innabmcn der letzten dreiJahre rechtfertigte s1ch eine Erhöhung des Voranschlag."- der Einnahmen um etwa 1ZMiÜionenMark. Der Budgetkommission lagen aber auch die Einnahmezablen aus den letzten Monaten, inkl. Januar d. J.,_ Vor, und diese sind so, daß eine weitergehende Er- höhung angezeigt war, und zwar um 1830000 «kk In dir Budget- kommifsion wurde von einer Seite gewünscht, die Summe noch höher zii greifen, aber die Mebrbeif_der Kommission war der Ansicht, daI ememögltckyst vorfichtrge Schatzung geboten sei, und man einigte si auf die Summe von 1 830 _ck _
Der Antrag der Kommxsfion Wird angenommen.
Die Kommission beantragt ferner eine Resolution dahin,
daß in Zukunft bei der Aufstellun der Einnahmen die Einnahmen aus dem Fern- sprecbVerkebr im _tat getrennt aufgeführt werden.
Ab . ])r. Muller-Sagan (fr. Volksy.) beantragt:
den Reichskanzler zu ersuch_en, jährlich bei Aufsteliung des Etats in den Erläuterungen zu T11€l1 der Einnahmen des Reichs-Post- Etats nachzuweisen, wis fich in der vorhergehenden Zeit die Ein- nahmen 1) -aus §Yorto, 2) aus Telegrapbengkbübrsn, 3) aus Telephongebübren geiteÜt haben.
Referent Ablg. Mölxer: In der Budgktkommission hat die Reichs-Postverwa tung Erklart, daß es unnxöalich sei, im Etat eine e- naue Trennung dei: Einnahmen aus de'n Haupteinnahmequelien duer zuführen. Bezüglich der Eitinabmen aus Porto und Tslegrapben- gebühren bat die Budgetkommisfion in ihrer Mehrheit dieser Ansicht zugestimmt; indessen hielt sie es wohl für möglich, dis Einnahmen aus dem _FernsprecbVersbr getrennt aufzuführen, und dementsprechknd hat sie die vorliegende Resolution beantragt.
Abg. Dr. Müller-Sagan (fr. Volksp.): Die Ausführungmi der Vertreter des ReichS-Postamts in dcr Budgeikommisfion sind für mich nicht überzkizgend gewesen. Ich halte es für dringend geboten, daß die Hauptvoiten der Einnahmen getrannt aufgeführt werden » wenn nicht im Etat selbst, so doch in einer Crläutsrung zu d€m1€[k)kl1.
Staatssekretär des Reichs-Postamts ])]: von Stephan:
Meine Herren! Nur zu einxr kurzen Erklärung! Ich glaube, es wird keinen besonderen Bedenken untsrliegen, wenn der Herr Ab- geordnete nicht auf genaue ZaHlen Werth legt; die können wir ihm nicht geben, weil die Telegramme zum theil mit FreimarkLn frankiert werden. Aber approximative Zahlen, die fich der Wirklichkeit nähern, können wir angeben. .
Abs. ])r. Hammacher (ni.): Der Antra der Kommission geht auf eine Trennung der Cinnaßmeposten im tat selbst, während der Antrag Müller nur eine ol e“ Trennung in der Erläuterung zum Etat verlangt. Nach dieser Klarieliung und nach der Erklärung des Staatssekretars mache ich daher den Vorschlag, von dem Antra der Budgetkommisfion Abstand zu nehmen und uns auf den Antrag 5.1 üller zu vereinigen.
Der Antrag Müller wird darauf angenommen, wodurch der Antrag der Budgetkommisfion cxledigt ist. _
“Dem Antragc der BUdgetkOMMission: _statt der im Etat eingestellten Summe von 681 210.46 als Erlos fiir verkaufte Grundstücke u. s. m. die “Summe von 680 734 „46. zu seßen, stimmt da;; Haus ohne Debatte zu.
Damit ist der Etat der Pdst- und _Telegraphenvcrwaltun bis auf die an dicBudgetkommnston zuruckzuverrveisenden Tite erledigt.
Inzwischen ist folgeiider, von Mitgliedern aller Fraktionen unterzeichneier s chlc unig er Antrag eingegangen:
1) den Abg. Spahn zu ermächtigen, in Verhinderxtng des ?)räsidenten Von Lsdeßow den letzteren in der Führung de;; Prasidinms ür die Zeit der Behinderung der eran Vize-Präfidentcri Freiherrn von Buol- Berenberg und Ur. 5 ürklin zu vertreten; 2) an den Abg. Spahn die Bitte um Annahme diefer Vertretung zu richten.
räfident Von Leveßow bemerkt, der_Antrag könnc, da er nicht geschäfts'ordnungsgemäß sei,_ nur zur Abstimmung gebracht werden, wenn niemand im Hause Widersprecbe.
Der Antrag wird einstimmig angenommen.
Präsident von Levejzow dankt dem Hause für die Erleichterung feiner Geschäftsführung und richtet an den Abg. Spahn die Anfrage, ob er das ihm übertragene Amt annehme, _
Abg. Spahn (Jenin) erklärt fick) dazu bereit.
Das Haus geht sodann zur Bérathung des Etats der
Reichsdruckerci über. kritisiert die Behandlung drr
Abg. Herbert (Soz.) _ _ Arbeiter in der Reich2drucherci. Die Arbeiter seien überlastet, ohne jede Beschäfti ung seien.
während ablreiche Aufseher qut _ Auch die ntlassungen Von Arbeitern geben zu zahlreichen 5 Eschwcxden Anlaß. Ein Arbeiter, der schon zwanzig Jahre i1_1 _der Rei_cbs- druckerei tbätig war, sei trotzdem en11assen worden. Wie1chWer mußt? es einem solchen Manne werden, neue Arbeit zu findet); denn man sec nur zu leicht geneißt, wenn jemand nach zwanzig Jahren aus seiner Arbeit in der Reichsdruckerei entlasse_n werde, zu glaub_cn, cs müßte etwas sehr Schlimmes vorgefallen fem. _Aucb betexbt die B6; stimmung, nur unverschuldexe,_gesunde Arbeiter m der erchsdrucke'ret zu beschafti en. Die Beschaftigung der Seßer_fübre_aber haufig zu Lungenkrank eiten und der krank gewordene Arbeiter wurde dann gemaß der ArbeitSordnung entlassen. _ _ _ _ Bevollmächtigter zum Bundesrati), Direktor im Reichs-Pdstamt, Wirklicher Geheimer Rath Dr._Fi scher: In der K_ommission ist Von sozialdcmokratiscber Seite mit keinem Worte darauf hin cwiexen worden, daß von seitxn des Arbeiterpersonals der Reichßdru ere! uber Uebel- siände geklagt werde. Ich bin darum nicht darauf gefaßt JLWLsLl1_„ daß hier einzelne Beschwerden bcute zur Sprqchß gebracht wcxden wurde:), und ich kann deshalb auch nicht auf dik einzelnkii Falle cm 85511. _Die Beamten der Reichsdruckerei muß ich aber aus_ das na drucklrchste «;ck die Heute erhobenen Beschwerden in Schu_y ne men. ie Reichsdruckerei ist eine gewerbliche Music_ran_talt. Dcr Vorredner, der die Räume in der Reichödruckkrei mit Kqsernen und GeKngniffen verglichen bat, [Tt gewiF _ noch niemals in diesen äumen gewesen. Von unerträg ichenMi fianden_kann man auf keinen Fall “reden. Ich konstatierte fcrner, das?] in unjerem Per- sonal yon 1800 Arbeitern und Arbciterinnen Entla ungen außcxordent- lich sklten vorkommen und daß die Arbeitsordnung erlassßn ist nach Anhörung des Arbeitsrauss_chuffes. Es gießt keine Druckxrdt m Deuts - land, in der die Arbeitsr 10 lange hintereinander beschaftigt smd, w e in der Reichsdruckerei. Ich hoffe, daß die Rede des Y_bx. Hkrbcrx ihren Zweck, Unzufriedenheit untcx dcn Arbkitcrn dcr R01 Zdruckcret zu erregen, nicht erreichen wird.
eiger und Königlich Preußistizen Staats-Anzcigcr.
1595.
Abg. Herbert (Soz.) weist darquf hin, daß infolge der Erfahrung UNT dcm Besckxwerdewkge dia Arbeiter mit ihren Klagen sich nicht direkt an dix Verwaltung wenden. _ _ _
Der Rat der Reichsdruckeéci mird genehmigt.
Es folgt demnächst die Berathung des Etats für das
Auswärtige Amt,
Abg. Dr. Hasse (nl,): Die Veröffentlichung eines Aktenstücks über die Zuständc in Vc'nezuela im italienischen Grünbuche hat bekanntlich zu 01118111 Konflikt zwischen Frankreich und Belgien einer- seits und Venezusla andercrseits geführt. Da für uns große wirth- scbastliche Interessen in Venezuela auf dem Spiele stehen, Ware es er- wünscht, Wenn wir hier Mittheilung darüber bekämen, ob und in welchem Maße der Verirctkr dss Deutschen Reichs in jenen Konflikt mit hineingezogen wvrden ist.
Staatssekretär des Auswärtigen Arnis,. -Staats:Minister Freihsrr von Marschall:
Die Sachlage, auf die fick) die Anfrage des Herrn Vorredners beziéht, ist fdlgends. Jm Frühjakyr 1893 sind die Vertreter von Dsutschland, Spanien, Frankreich und Belgien in Caracas zusammen- getrcten, um fich darüber schlüssig zu machen, auf welchem Wege am wirksamsten die Reklamationen Verschiedener europäischer Staaten aus Anlaß des vorhergegangenen Bürgerkrieges in Venezuela zur Geltung gebracht werden könnten. Es war das Ein Schritt, den die vier Vertrstcr aus aigknster Initiative unternahmen, und fie lkgtén in einem ProtokoU vom 8. April 1893 ihre Ansichten nieder, die dahin gingen„ daß im Wege der einzelnen Reklamationen ein Ergebnis; nicht zu erreichen sei, daß es wünsckyenswcrtk) sci, daß die vier Staaten gemeinsam bei der Regierung von Venezuela vorstellig würden.
Dieses Dokument, das lediglich zur Information der betrcffkndyn sinbeimiscbkn chieritngcn bestimmt war, übt eine sebr scharfe Kritik an dmn Verhalten "dsr venezuelischcn Régierung und ist in Ausdrücken abgefaßi, dic sélbstdérständlich nicht gebraucht worden wärkn, wknn es sich um ein fiir die Okffentlickokeit bestimmtes Aktenstück gcbandklx hätte. Von dieskm Aktknstück ist auch dsm dortigen italienischen Vér- trctkr Kcnntniß gegcbsn worden, und offenbar durch ein Verschcn ist die'ses von de'n vicr Vertrstcrn Untsrschrirbenk Aktenstück in das Vor einigen Wochen vcröffcntiichts italienisch Grünbuch gelangt. Die Kmmtnis; vvn dem Inhalt dicsrs Schriftstücks hat nun bei der Be- völkerung von Vcnczucla eine sehr große Erregung bchorgcrufcn, und nach dcn ielcgrapbischc'n Mittheilungsn, die ich habe, glaubte die dortige Regierung ksin andcres Mittel zu habcn, um die dortige Erregung zu besänftigcn, als dem französischen und belgiscbkn Vex- treter, di? dort noch anwesend sind und diese Schriftstücke unter- schrieben hatten, ihre Pässe zu ertbcilen. Das bat die französische Regierung inzwischen damit erwidert, daß fie dem Vertreter von Venezuela in Paris seine Pässe zugestellt bat.
Das ist das, Was ich von dem ganzen Sachwerbalt aus Mit- iheilungen unseres Vertreters in Caracas weiß.
Wenn in d(xr Presse daddn die Rede' war, daß die Abreise unsercs frübkrcn Minister-Rcfidcntm in Caracas mit diesen Vor- gängen in Beziehung stehe, so ist das nicht zutreffend. Der frübcre Minister-Rkfident Graf chist hat schon im Mai dcs vorigen Jahres Caracas im Urlaub vcriaffcn, also viele Monate Vor der Vsröffentlicbung ch Grünbucbs. Seitdem ist ein Geschäftsträger in Caracas geblieben und in keiner Weise bcbekligt worden. Ich habe bisbkr keinen Grund anzancbmen, daß die deutsche Régierung irgend- Wik einen Anlaß zum Eingreifen findsn wcrde.
Fah bdffk, daß ich damit die Anfrage des Hsrrn Vorredners in genügcndsr Weise bcantwortct babe.
Abg. Schmidt-Warburg (chtr.): Ich möchte den Staats- sckrktär fragc'n, welche Schritte das Außwärtige Amt gethan hat, um den dcntschén Gläubigern Grieche'nlands zu ihrem Recht zu der- bslfkn. Jeb sklbst besitze keins auswärti en Wcrthpapiers, ich habe aber zahlreiche „Zuschriften aus mcinem ablkreise erhalten, daß die deutschen Gläubiger (1er alles Maß von Gti enland aus- gkbeute't worden. Den krrkgten Ton des S reibens des Schiißcomité-s für die dkutschsn Gläubiger Griechenlands an das Auswärtige Amt wiÜ ich nicht billige'n, es ist aber doch viel Wahres darin. Es wird Wohl wabr séin, daß Griechenland seine inländischen Gläubigcr voll befriedigt, die ausländischen aber um 70 9/0 Herunter- drückt. Viele arme Leute, auch Wittwcn, haben ihr Geld in
rischischen Papieren des höheren Zinsfußes we cn angelkgt. Die LYkrdspe'kte an dcr BörsG dcrsprschkn leider vikl S 511813, ohne daß es gkbalten wird.
Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Staats=Minister Freiherr von Marschall:
Ich will sebr gsrn dic Frag? dcs Hsrrn Vorredncrs: wclche Maß- nahmen das Aquärtige Amt zum Schutze dcr nothleidenden Gläu- bigcr des griechischcn Staats unternommen hat, sofort beantwvrten. Es ist ja leider nicht der erste Fall, ich fürchte, es wird auch nicht der leßtc sein; denn nicht «[ie smd so Vorsichtig, wie" der gkkbrte Herr Vorredner (Heitkrkcit), nicht aUes zu glauben, was in dem gcdrucktcn Prospektus bei dcr Auögabc von neuen Anleihen steht. Das Aus- wärtige Amt ist auch in dicscr Frags don drm Grundsaß ausgegangen, daß, wenn Deutsche im erheblichen Umfang ihr Geld in fremden Staatsfonds anlegen und dic'sk leßtcrcn notblkidcn, ('s dann in erster Rkihk Sache der (Gläubiger selbst ist, ihre Jntc'rc'ssen wahr- zunehmen, Comité's zu bildcn, edentucll mit den Comités anderer Siaatsn sich zu dcrbindcn und mit dem schuldknden Staat eine billige Bkrständigung anzubabnkn, und das; die Aufgabcdi'r diesseitigen Regierung vornehmlich darin liegt, dissen Jntcressen in wirksamer Weiss den- jcnigcn Schutz und diejenige Unterstützung angedciben zu [asscm auf welch? jcdc'r Dkutschc Anspruch hat, der im Auslande Recht sucht. Welcbc diplomatischen Mittel dabei anzuwenden smd, wie Mit man in der Prcsfidn anf dcn andcrcn Staat gehen wil], hängt wescntlicb Von der Natur des cinzclncn Fallks ab, und ich kann mir dcnkcn, daß die Aktion dann Eine etwas schärfcrc Gestalt gewinnen muß, Wenn der Rechtsbrnch cin bcsonders schwkrer war und in bcsondcrd“ flagranter Wsise' die Grundsäßc von Recht und Billigkcii und von Tre'u und Glauben Verle'yt worden sind. Auftdcr ande'rcn Seite kann ich aber nicht anerkennen, daß dcrjcnigc, wclchcr sein (Geld in ausländischen Staats- fonds angelcgt bat, Wkil er das Vertraucn hegt, das: der auswärtige Staat ibm cincr! höheren Zinsge'nus; dancrnd le'istcn könne", als dcr inländische das zu