1895 / 68 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 19 Mar 1895 18:00:01 GMT) scan diff

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Das genannte Blaxt veröffentlicht ferner nachstxhendes, von dem Geheimen Kabmets-Natk) ])r. vo„n Lucanus cm, Auf- tra e Seiner Majestät de? Kaisxrs und Konigs an dxn Weft: fäkischen Bauernveretn gerichtete Telegramm:

„Herrn Oekonomie-Ratb Winkelmann. ,

Seine Majestät der Kaiser und König find dmc? dre Traue;- botscbaft von dem Ableben des Freiherrn von Schor emer-Alst tief ergriffen und [Yen dem Westfälischen BauernVerean dem Verlust seines verdienstli en Vorfi enden Allerböchstihr Betletd aussprechen.

Auf Allerbö sten Befehl , ' von Lucanus, Geheimer Kabsz-Ratb.“

Von dem Reichskan ler Fürsten zu Hohenlohe ging dem Sohne des Verewigten olgendes Telegramm zu:

.Der Tod Ihrers errn Vaterézerfüllt mich mit Yiefem bemerze. Ich bitte Sie und die brigen, von meiner aufrichtigen Tbetlnahme überzeugt zu sein.“

Bayern.

Der Kultus-Minister ])r. von Müller ist vyn einem Schlaganfall betxoffen worde*n„ Sein Zustand lst, dem „W. T. B.“ zufolge, sehr bedenkltck).

Württemberg.

Seine Majestät der König stattete am Sonntag dem Präsidenten des Staats : Ministeriums, Staats- Minister ])r. Freiherrn von Mittnacht anläßlich seines 70. (beurtstags einen Besuch ab uxd Überreichte demselben seme m Bronze au6geführte Büste. ,

Anhalt.

Seine Hoheit der Herzo ist am Sonntag Abend von

Dessau nach San Remo abgereth.

SÜwarzbnrg-Rudolstadt. Ihre Durchlauchtcn der Fürst. und die Fürstin haben sich am 16. d. M. zu mehrwöchrgem Aufenthalt nach der Schweiz und Ober-Jtalien begeben.

Reus; j. L.

“Der Landtag ist gestern durch dM Präsidenten Für: bringer eröffnet worden. Dkk StaatS-Mm1ster ])r. Vollert bcwiükommnetc die Abgeordneten und sprach den Wunsch_aus, daß die Verhandlungen zum Segen des Landes ausrollen möchten.

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Oesterreich-Ungarn.

Jm Ungarischen Unterhause beantragte gestern der JmmunitätS-AuSschuß die Auslieferung zweier _Ab- geordneten der äußersten Linken an dasPreßgerrcht, bei welchem die Staatsanwalts aft wegen Verleumdung dcs Kabinets chcrle Ankla_c er oben hat. Der Deputirte Szalat) von der äußerJten Linken verweigerte die AUS- lieferung und behauptete, die Staatsanwalts gingen gegen die der Opposition_ angehörenden Abgeordneten wie „Bluthunde“ vor. Der Prästdent von Szi„lagyi tadeltesolche AusdruckSweise. Die äußerstc Linke wollte das Recht des Präfidenten auf diese Art der Zurcchtweisung nicht xm: erkennen; der Präsident gestattete jedoch keine Diskusston über seine Art der Geschäftsführung. Nachdem die stürmischen Scenen eine halbe Stunde hindurch an- gcdauert hatten, wurde die Sißung zur Besprechung des VorfaUs in eine geheime umgewandelt. Diese gestaltete sick) zu cinsr cnjschiedcncn Vertrauenskund: gebung der Majorität für den Präsidentcn_von Sztlagyi. Leßtcrer erklärte von seine'm Abgeordnetenstß aus, daß kein An riff im stande sci, ihn von der gcrechtsn und unpyrteiisckzen "(:?)rung seines Amts abXUbringen. Wenn er einmal es ertraucns dcs auses verustig gehe, werde er zurücktreten.

"Nach Wiederau nahme der öffentlichen Sißung wurde“

der Antrag des Jmmunitätö-AusWuss-Zs auf Aus“: lieferung der Abgeordneten Holl0 und Bartha mit über- wiegender Mchrhctt an en_ommen. DasHaus trat sqdayn dem Ersuchen dcs MinisterÄJräftdcntcn Baron Ba nfft) bet, fxck) nach der heutigen Sisung wegen der Berathung der Kirchengeseßc im Oberhaufe, von der das Programm und die Existenz dcr Regierung abhängk, bis zum 26. d. M. zu vertagen.

Großbritannien und Irland. Die Kaiserin Friedrich ist gestern von ihrem Besuche bei dem Herzog und der Herzogin von Connaught in

- Bagsbot nach London zurückgckchrt und hat sick) am Nachmittag

zum Besuche der Vicomteffc von Domme nach Market Har: borouqh begeben.

In dem auf heute anberaumtcn Ministerratk), worin über die Ernennung des neusn Sprechcrs im Unterhause Be- schluß gefaßt werden soll, wird Lord Roscberr) den Vorsiß führen. Im Laufe der Woche wird fick) der Premier-Ministcr nach Walmcr Castle bei Deal begeben und längere Zeit dort

verweilen, um seine Gcsundhcit wieder völlig hcrzusteUen.

In der gestrigen Sißung dcs Unterhauses erklärte der Parlamcntssckretär des" Auswärtigen Sir E. Gren: der Re: gierun sei die Meldung zugegangen, daß der Gouverneur von an den Armcnicrn und Christen seines Distrikts un- günstig gesinnt sei. Der britische Botschafter in Konstanti- nopel sci angewiesen worden, chrvcgcn Vorstellungen 1: machen. Die Regierung habe nicht gehört," daß cr Gouverneur Zeugen eingeschüchtert habe, und es sei kaum wahrschsinlich, daß, wenn der Gouverneur es gethan haben sollte, der briti1che Vizc-Konsul nicht darüber berichtet Haben würde: es würden aber Untersuchungcn darüber ange- cht. Der Thatsache, daß zwischen 2500 und 3000 Amnemcr in verschiedenen Provinzcn aus politischen-(Hründen in das Gcfängniß geworfen seien, werde volle Aufmerksamkeit zu theil, upd auf, Grund der Informationen dsr britischen Konsuln würden bei der Pforte Vorstellungen ?macht werden. Im Verlaufe der Sitzung cr- iärtc dcr Präsxdent dcs „HandelSamts Bryce: es sci nicbt

* bekannt, daß cnglischc Waärcn dadurch von den Märkten der

britischen Kolonien und Süd:?lsrikas verdrängt worden seien, daß die deutsche Regierung gcwiffen-Dampferlinicn Sub- ventionen und für deutsche Waaren Frachtermäßigungen auf den Elsenbahncn gewähre. Was dic? Frage anbetrcffe, ob die Reaierung durch Verhandlungen oder auf andere Weise Schritte thun solle, um den gegen den englischen Handel gcrichtetcn Bestrebungen aUStvärxigcr Mächte entgegenzu- treten, so glaube die Regierung nicht, das; Verhandlungen mit dcn fremden Mächtcn den gewünschten (Hrfol?F haben würden; die Regierung glaube dagegen, daß die von nqland bcfqute FreihandelSpolitik die beste Politik sei, um die britixchen

andelsintereffen, wie in der Vergangenheit so auch in der ukunxtj,x in der ganzen Welt zu for_dern. Der Schahkan er

ir illiam Harcourt erklarte, das Raiffe1sch' che Genossenschaftss stem, ivie _es (zus deux Kontxnent existiere, sei se r interessant, dte Re terun set aber uber- eugt, daß fie sich über die Wirkqu] die es St) tems, schneller_ und Lilltqer durch ihre Vertreter im uslande untemchtcxn konne, als durch die Entsendung einer besonderen Kgmmxsston. Bet der Bcrathung des Martnebudqets _ Lohne _ bean- tragte Wilfred Lawson 1000 „fd. zu ftretchen, um gegen die gro en Aufwendungen fur te, ,' lotte zu proxeftreren.“ Allen ielt es für nöthi , dem brm chen andel dte Wege offen zu halten. Labou Sre schrieb die usZaben für dte Flotte den sich wiederholenden Versuchen, semx Nachbarn u übertreffen, zu und meinte, es würde emfach_er sefn, Eibralfar und Aden zu benußen und lieber das thtellandtsche Meer zu schließen, als es zu verthxidiqen. Str Charles Dilke sagte, eine starke Flotte sei fur England eine'Lebens- frage; er könne dem Gedanken, das Land emer Zyvastotx mzs- geseßt sein zu (affen, nicht ustimmen. NuJand sex 1th frtedltch und der Kaiser von Ru lanh ein ehr edferttger „Herrscher. Wenn aber England irgend emem orfallc ausgese t werden sollte, der Rußland und Frankreich gegen Eng'and ver- einigen würde, so würde seiner Memung nach, eme große britts e Flotte nicht dem Krieg, sondern dem Frteden dtenep. Der , ivil-Lord der Admiralität Robertson legte dar, daß 111 dem Marinebudget nichts Neues enthalten set; durch _dqs- Lesbe würden nur die im vorigen Jahre vorgelegten und en]: timmig genehmi ten Pläne außgeführt. Das Land würde dte Bekämpfung .der crmehrung der Flotte nicht billigen. Cobden babe s. , erklärt, England werde _ede Summe bewilligen, um seine Ue ermacbt auf dem Meere auxrecht zu erhalten. Die Ueber- lcgenheit der Handelsflotte Englands s_ei Mt wexit größer, als zu Cobden's Zeit. Der Schaßkanzler Str illtam Harcourt erklärte, im vorigen Jahre habe 'die Regierunq 1hre Auf- merksamkeit auf die Erhaltung der Suprematie Énglayds auf dem Meere gerichtet; um diesen Zweck zu errei cn, set keines der im Marmebudget vorgeseshenen Schlachtschi e, keiner der vorgesehenen Kreuzer übcrflüs tg. Der Antrag fchlreßlich mit 159 gegen 32 Stimmen abgelehnt.

Frankreich.

Der Großfürst-Thronfolger von Rußland ist gestern an Bord des „Polarstcrn“ von Korfu in Algier ein- getro en.

Lie Verlobung des er 096 von Aosta mit der Prinzessin Helene yon rlsans wird, wie „WT. B.“ meldet, in Paris als offtzieu angesehen. Dem Vernehmen nach wird der Herzog von Aosta am Donnerstag in Paris ein- treffen und dem Präfidenten Faure einen Besuch abstatten.

* Rußland.

Der bisherige Verweser des Ministeriums des Aus- wärtigen Fürst Lobanow ist, wie „W. T. B.“ aus St. Petersburg von heute meldet, zum Minister des Aus- wärtigen ernannt worden. *

Italien.

In einem gestern ahgehaltenen Konsistorium hielt der Yapst eine rem religiöse Ansprache und bestätigte darauf die _ahl cines chaldäischen Patriarchen sowie 65 Vischöfe, die s1ch dem ,W. T. B“ zufolge _an die verschiedensten Länder verthcilen, darunter 1). Ludwrg Hoeßl aus München für das Bisthum Au sburg.

Die .,Politis e Korrespondenz“ erfäßrt aus Rom, daß dix: Nachrichten Über das angeblich ungün tige Befinden des Papstes unbegründet seien; der Papst habe fick) in den ]üngsten Tagen besonders wohl befunden. *

Spanien.

Die „Gaceta“ veröffentlicht ein Dekret, durch welches der Marschall Martinez Campos um Generalkapitän von Madrid ernannt wird. Der arschall empfing gestern die Offiziere dsr Madrider Garnison.

Bei der Königin-Regentin hatÉzestern eine Unter- redung stattgefunden, an welcher die orsißenden der beiden Kammern und die früheren. Konseil: Präsidenten theilnahmen. In politischen Kreisen hält man es für möglich, Sagasta werde mit der Bildung eines neuen Kabinets betraut werden; der Marschall Martinez Campos soU diese Lösung der Krisis unterstüßen.

Die gestrigen Sißungen des Senats und der Kammer wurden nach Verlesun dcr Mittheilung von der Demission des Ministeriums aufquoben. _ Die bisherigen Minister wurden gestern Abend von Sagasta n einer Besprechung zusammen: berufen. _ Die republikaniZchen Zeitungen_„Justicia“ und „Jdeal“ werdcn info! e von Artikeln, dre s1ch mit den Er: eignissen des Tages be chäftigen, von dem Kriegsgerichte straf- rechtlich verfolgt.

Die gesammte Madrider Preffe giebt der Hoffnung Aus: druck, dcr Marschall Martinez Campos werde die enügen'de Autorißät besißen, _um eine Erneuerung solcher ZW! chenßälle, wie fte in jüngytsr ZKM vorgekommen, u verhin ern. Wie Herlautct, habe der arfchal], noch bevor thm die Absicht Sagajta's, sein Amt niederzulegen, bekannt gewesen sei, diesem seine Dienste als Soldat angeboten.

In Bayonne cingetroffenen brieflichen Nachrichten 11: folge dauert in Madrid die Erregung der Offi iere gegen ic

resse fort. Während der Nacht zum Sonntag Lütten mexxrere

lättcr ihre Arbeitßräume dur bewaffnete Leute be etzen lassen, um etwaige Angriffe abwe ren zu können. Im Laufe des Tage;; seien die Bureaux durch Polizisten bewacht worden, es habe ]cdock) keinerlei Zwischenfall stattgefunden.

Niederlande.

Die Re icrung hat der Kammer einen Gescßcntwurf zugehen lasKxn, wonach angesichts des erheblichen Sinkens der Zuckerpreise vom 1. Juni 1). ,I. ab die Ausfuhrzölle für ostindischen Zucker provisorisch auf ein Jahr auf: g ehoben werden sollen.

awson wurde

Belgien.

Das Journal „Etoile bel e“ meldet, die Königin, wxlche einen heftigen (Hréppe:An?aU gehabt hatte und nahezu volljg genesen gewesen sei,; habe einen Rückfall bekommen, der übrigens nicht schwer sei.

Türkei.

Der ,Standard“ meldet aus Konstantinopel: Die Pforte Habe das Ersuchen des französischen, des briti- schen und des russischen Botschafters bewilligt, daß

„Prozeß Cebinac bestätigt. “Die Angele enheit 7“an

, bestehende Mannschaft

déren Delegirten zu dex.Untersuckungskommission*in

Armenien ein eigener Dolmet cher zugestanden W Der Dragoman des Französischen Konsulats in Konftaminopej sei hierzu ernannt worden und sofort „_nach Musch abgerejsx

Serbien, “.

DasxAppellationSJericht in Belgrad t „W. T. B.“ berichtet, das Urtbeil der Vorinstanzhaij ""

nunmehr vor die Plengrverjammlung des Ka ationsho

Schweden und Norwegen.

Der schwedi che Reichstag hat efteru oll r ' -

für Kleie und artoffeln sowie Bcibehécztltufngelhdeä

olls auf Speck in Höhe von 10 Oere pro Kilogramm be-

chloffen. Beiden Kammern wurde gestern ein Köniz-

liches Schreiben ugestellt, betreffend die Wahl be:

sondererVertreter esNerchstags, die mit dem König über die norwegische Frage berathen sollen. .

Amerika.

Der „Agenzia Stefani“ xvird aus Washington von Fstern gemeldet, der italientfche Botschafter habe am «onntag Abend den Besuch des Unter-Staatssckretärs des Auswärtigen erhalten, der ihm mitgetheilt habe, daß die Negiexung in Colorado durch eine Bekanntma un einen Preis von 1000 DoÜars auf Ergreifung der Mother

- dcr taliener in Walsenburg aUSgeseßt habe.

ie spanis 8 Regierung hat durch den amerikanischen Gßsandten in Ma rid auf die Note, betreffend den Alliance- Z_wischenfal*l, geantwortet und den Vereinigten Staaten in hoflicher Form die Zuficherung ge eben, der Vorfall werde stch nichk wiederholen. Der “nister des Aus- wärtigen Groizard erklärte dabei, er habe noch keinen Bericht 1": er die Angelegenheit empfangen- éobald die Auskunft, ('s Gouverneurs von Cuba eingelaufexi ei, werde die spamsche Regierung der Forderung der Ver: einigten Staaten, ihre Mißbilligung Über das “Verhalten des KOancchanten des spanischen Kanonenboots auSzudrücken, entpre en.

Nach einem Telegramm aus Key West soll ein spani- sches Kanynenboot auf der Höhe von Puerto Padre (Cuba) auf emen amcrikanis en Schooner geschossen und denselben zum Sinken ebracht aben. Die aus 16 Pessonen

2011 um ekommen sein. Der Staats- sekrctä'; G r esham hat keine Beßtätigung der Meldung erhalten,

Der britische Gesandte hat, wie das „Reuter'sche Bureau“ aus Managua erfährt, der Regierung von Nicaragua ein Ultimatum überreicht, worjn eine Entschädi ung von 15000 Pfund Sterling (für die Vertxeibung es Vizx Konsuls Hatch in B uefields forme die Einseßung einer Kommission efordert wird, welche die Em- schädigungsfummen Für die von der MoSquitx küste vertriebenen britischen Unterthanen festzuseßen habe. Wie verlautet, ist ein britisches Kriegsschiff nach Nicaragua be- ordert worden. Das Ultimatum wurde am 25. Februar überreicht und der Regierung von Nicaragua eine Frist von stehen Wochen zur Erfüllung der auf estellten Forderungen gegeben.

Der brasiliani?cl)en Gesandtschaft in Berlin ist dem „W. T. B.“ zufolge nachstehendes Telegramm aus Rio de Janeiro zugegangen: „Die Insubordrnation der Zög- linge der Militärschule in Rio de Janeiro gegen den Kommandanten der Schule hat die Regierun zu G ew maßre eln genöthigt. Viele der Zöglinge sind ent affen, an gänzlicZ aus den Reihen der Armee gestrichen worden: ein Theil von ihnen befindet sich in Festungshaft. Die Armex hat stck) vollkommen korrekt verhalten, und die öffsntliche Mey nung steht durchaus auf Seiten der Regierung. Die Ordnung ist wiederhergestellt. Ansammlungenin den Straßen smd ohne Anwendung von Gewalt zerstreut worden.“

Parlamentarische Nachrichten.

Die Schlußberichte über die gestrigen Sisungen des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten befinden sich in der Ersten Beilage.

_ In der heutigen" (64) Stßung dcs Rejchstags, welcher der Staatssekretar, St_aats-Mmister Fretherr von Marschall beiwohnte, wurde _dte Berathung' des Etatsher Schuß ebieje und der auf dte"Vcrwaltung der Schußgeblete ?ezüglsickéen Titel des Etats fur das AuswärttgeAmt ortge eßt, '

Abg. Dr. Hasse (nl.) bemerkte, er erkenne aus den g'eskkk" gemachten Ausfuhrungen des Direktors der Kolonial-Abtbexlunü- daß die gegen die Rechnungsfübrung des Reichß-Kommtffakk- Majors Von Wissmann erhobenen Vorwürfe jetzt auf allen Seiten als unbegründet angesehen würden. Es erfülle_ ib" das umsomehr mtt Genugtbuung, als die Rede des fruhen" Reichskanzlers Grafen von Caprivi vom 17. Februar 1894, habe durchblicken lassen, daß man auch im Auswärtigen Amt dte ab- fäUiZe Beurtheilung des Majors von Wissmann tbeile. Damgls bab? Gra von Caprivi gemeint, an der Rechnunggfübrung des Majors W Wi mann werde man noch Jahre lang zu laborieren haben. t stehe Major von Wissmann gerechtfertigt da. Der Gegensas- den des Abg. Richter zwischen der Programmrede des je igen RetchskcmzlikksU"v den wirklichen Verhältnissen zu konstruieren gesu tbabe, set schon gefixt?! widerlegt worden. Die erst zehn Jahre alte Geschichte unserer Kolontm verbürge für diE Zukunft eine gute Entwickelun der leßteren. Unx sei es, schon jeyt Früchte ernten zu wo en. Die GTZMUW' stellung der Aufwendungen für unsere Kolorxien !Jllt "“ Zahl der in den Kolonien lebenden Europaer sel SWM“ standslos. Der Abg. Réchter vergesse ganz die Gr'öße des 11061!“ Verfügung stehenden KultivationSgebietes. Was du; BethetltguM des Großkapitals an den kolonisatoriscben Vesirebungk" das tre-ffe, so sei er nicht der Anficht, da? man ck Großkapital zurückhalten sollte; im “Gegentheil _ollt_c man . zur Bktbciligung einladen. AÜLE, was über das ostafrikam-sckyclSÖUS gebiet bekannt geworden sei, lasse hoffen, daß die Kolonte eme (Zim Entwickelung nehmen und sich schließlich auch rentabel gefta

werde. .

Bei Sch1uß des Blattes nahm der Vevo_11mächklgk„k dl": BundeSrath, Direktor der Kolonial-Abtheilung tm Auswakkge Amt Or. Kayser das Wort. '

. , b _ In der heutxgen (46. Stßung dcs auses der A eordneten, weleher der inister der 6 entliehen Arbxzkr'; hielen bciwohnte, machte der Vize-Präcdent ])t'. Fr“ von SHcßcsrlestZan zunächst Mittheilung vom Tode des von a a. Das Haus erhob sich zu Ehren des Verstorbenen "9“ den Sißen.

“ck halten.- Dasselbe bat lebbafj MMETUI hier im Hause erfahren. che Halte mich deshalb für

* Meist in die TageSor _ 11 na m das Wort " M von Tiedemann-Bomxtméfr? kon): Am 14. d. M. ein Sabreiben des PfarrerS"A. MYM aus Schildesche rörterungen in der

- , dem bo Haufe mitzutbeilen, daß mir gestern ein "MRZ? desselbenhénHerrn zugegangen ist, das in schönen würdigen Worten das, was „das erste Schreiben aug. ckt zurucknimmt. Ick babe , dtese Thatsache dem hohen mse- mitzutbeilen und nur meme Befriedigung und Genug-

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„:,: über dieses Verhalten des Pfarrers außzusvrechen und zu

und

, daß meines Wissens dieser zweite Brief geschrieben ZftMstZZiLendaß von einer Seite ein Druck auf den Pfarrer auSgeübt

worden ist

Sodänn wurde die erste BerathunÉ] des Gefeßentwurfs,

betreffend die Erweiterung und . ervollständigung des StaatSeifenbahnneßes utzd dre Betheilrgung des Staats an dem Bau von Klet11bahnen,fortgeseßt.

Abg. Jerusalem (Zentr.) führte aus, daS er die unentgeltliche Abtretnng von Grund und Boden für die Re enbabnen seitens der Interessenten für aerechtferttgt halte. Redner befürwortete den Ausbau des Eifelbabnneßes , dessen einzelne Linien nur aus strategischen Rücksichten angelegt seien; man, möge nunmehr in böberkm Grade auf die wirtbschaftbxhen Bedürfnisse *des Gebirgslandes Rück-

ne men. fichtAble. Sander (nl,) bat um "möglichste Beschleunigungdes Baues der Linie Ganderßbetm-Efze _Dungen. _ _

Aha. Tbanisch (Zentr.) befürwortete bemeren Amcbluß der HanFrückbabnen an d_re großen Verkehrslinien der Rheinvrovinz.

Ab . Hirt (kon!.) dankte der Re ierung für die Aufnahme der ajnie Étröbel_Schweidniy in die orlage und bat um Be- schleunigung des Bahnbaues und Fortseßung der Linie nach Char-

enbrunn.

W Abg. Hobrecbt (nl,): Von andere;: Seite ist schon darauf hingewiesen worken, daß in Bezug aus die Bestimmung, daß die Gemeinden den Grund und Boden umsonst hergeben müßten, Ungleichheiten beständen, über deren Hebung in der Kommisfion verhandelt werden „möge. Damit hängt a_uch" die ?"tage der Heranziehung dcr emzelnen Interessenten zmmnmen. Jenn auf einen Kreis oder eine Gemeinde eine Last entfällt, so besteht nach der Gemeindeordnung eine kompetente Behörde, die die Leistungcn Vertheilt. Die einzelnen Interessenten an einem Bahnbau bilden ksine organische Gesammtbeit mit ciner Vertretung. Regeh- mäßj handelt es fich hier um mehrere Kreise, und der Vortheil des inzelnxn steht oft im umgskkbrtxn Verhältniß zu der Größe des Grund und Bodens, den er berzuaében Hat. Die billige Vertbetlyng der Lasten ist dem Kampf der Intereffen preißaegeben. Vielleicht wäre es am besten, ' im Gesc'Z selbst einen Maßstab für diese Vertheilung festzulegen, jedenfalls wäre es gut, wenn die Kommifion sub auch unt dieser Frage beschäftigte. Was die U'nterstüßungssumme von fünf Millionen für Kleinbabnen angeht, so ,läßt fich die'selbe vkelleicbt am besten möglichst gleichmäßig auf die einzelnen Provinzen vertbeilxn.

(Schluß des Blattes.)

Entscheidungen des Reichsgerichts.

Nicht sYuldbafte Nichterfüllung eines Lieferungs- vertrages s ließt, nach einem Urtbeil des Reichsxzerichts, [. Zwil- sknats, vom 14. Novcmber 1894, im Gkbiet dss Preuß; Allg. Landtechts ebenso den Verzug wie den Verfall der Konventtonal: strafe aus. Jedoch wird das dem Vexzuge innewohnende «»Erscbulden .bkgrifflich nur durch Umstände aqusxcbloffsn, die außcxrbalb der Ferson des Schuldners liegen und Von ihm nicht zu vertreten md, und diese Umstände Hat der Schuldner zu erweisen; dahin kann :ugelmäßig nicbt emmal Unkenntnis; der Schuld und niemals Irrjhutn über ihren Umfang und ihre Bedeutung gerechnet Werden. ,Das Reichögericht bat bereifs ausgesprochen, daß irrtbümlicbß Vertragsaus- legung ein Verschulden des Verpflxcbtetkn und den Lteferungßyerzug nichtaussckyließt. Urtbeil Vom 26. September 1894. Danach würde derVekla te selbst dann nicht ennchuldigt sein, wann er'dte sogenannten Rmxßcns wellen dcm Kläger in der _irrtbümlicben Memung angeroten ZMF, derselbe werde sie statt „Sackyxenschwellep“ nehmen und set xazu vexxxlichtet, und wenn er in dieser irrigen Memung unterla en hatte, Mur zu sorgen, daß Sachsenscbwellen am Plaße waren. s kymmt Wald für die Frage des Verzugs und des Verfalls _der anVLnttonal- strafe auch auf die Erwägung nicht an, ob der Klager die Preußen- 1chwellen angenommen habsn würde, wenn fie ihm als solche angekzoten worden und ausgewaschen geWLsen und nicht im Preise gefallen waren. DaSMotiv, aus welchem der Kläger Von seinem Recht berauxb gemacht“!)at eine Ersaßlieferung abzulehnen, die ursprüngltch fur ibn nicht beffimmt war, ihm zu einer Zeit angeboten wurde, wo er fie weder auswaschen, noch sortieren und brackieren konnte“ und von der ßeb nachher beraußgeßellt hat, daß fie dem Ve'xtrage mcbt entsprach, 1119710 gleichgültig. Nur wenn dis zordkrung dsr Konventionalstrafe als aksxisttg auf eigene Bereicherung und lediglich zuß1 Schaden des Beklagten Ikxlcbtet und deshalb als wider die guten Sttten laufend anzusehen wgre, würde ihr der Rechtsschxz zu versagen sein. Davon kann aber blkk sehon um deSwillen nicht die Rede jein, weil dYr Beklagte s1ch dUkch dle Erlegung der KonVentionalstrafe, wie der Rtchter festgesteüt [W, Von ferner Lieferungspflicbt befreit." (188/94.)

*Der Klage des vertragswidrig aus einer Dienst- skexlun Entlassenen auf Eryatz des ibm durch den ungexeckkk- fkktlgxkn ücktritt entstandenen Schadens gegenüber hat, nach etnem Urtbetl des Reichßgericbts, 71. Zivilsenats, Vom 3. Dezember 1894, dex das_Voxbandensein eines Sebaxens bestreitxnde Beklagte pacbzu- Wskn- tmytewéit der Kläger nach jeiner Entlanun ferne Arbettskxaft anderwett bat verwerthen können, und welchen cwinn der Kluger durcb sOlche Benvertbung erzielt hat. „Nachdem dxr Bckxaxxte Vom UDÉMstvertrage zurückgctreten war, konnte der Klager mcht mehr «?",UaWerfüÜung, sondern nur noch Ersatz des ihm durch den unaer_ccht- fertigten JZücktritt entstandsnen Schadens beanspruchen. Beschadtgt *.t de_r Kluger insofern, als ihm dsr Genuß der Vortheile xntzogen Zst- dte er nach dem Vertrage als Gegenleistung für seine DienstZ zu dßMsPrucben Hatte. Woüte der Beklagte behaupten, daß der Klagxr tesen Schaden zufolge des Freiwerdens seiner Arbeitskraft ntxht m "ok!?!" Umfange erljtten habe“, so hatte er nachzuweisen, inwiewett der lager "“_ck) seiner EntlaTung feine Arbeitékraft anderweit hat wer- Mrtben komzen und wel en Gewinn der Kläger durch solche Ver- wätbung erzielt hat.“ (292/94.)

»

Entscheidungen des Ober-Vemaltungsgeriéhts.

"ff Verxrage, durch welche Unternehmern die Benußunq von ') entllcbe'n Straßen und Pläßen zum Betxieb von Straßen- dxnsm gxgen Linen bestimmtkn Antbeil an dem jahrlichen Gewinn äachxtrrebs oder gegen sonstige Geldleistungsn überlassen Wlkd, find ] emer Entscheidung des Ober-VerwalfunMericbts, Ul. _Senaxs, Si “Mmex vom 11. Oktober 1894, als ietbsßertrage tm . ?"c des Ällgcxneinen Landrechts und die. vom Unternehmer zu “ent- zinstenN Betrage als Mietbzins anzusebkn; dieser Mtetb- und gehort zu den Betriebskosten des Unternehmers Werl: stkst m_)n den Einnahmen bei Ausmittelung des ge- Nucl; kuY-fl'chüge" Ertrages in Abzug zu bringen. , . . . Das trä ssen t bat mehrfach sich schon dahm anögesvrockoen, daß Vér- StZ? durch welche Unternehmern die Benußung von öffentlixhcn bkstiße" Und en zum Betrieb von Stra enbahnkn gegen emen

"Unten An bei am jährlichen Reingewinn des Betriebs überlaffen

wird, aWMietbSVerträge nach den Vorschriften der _§§-229, 258, 26.5 1 21 A. L.-R. und die vom Unternehmer zu entncbtenden Be- traYFe als Mietbzins anzuse en sind.. Dabei ist die Cbarakterifierung sol x Verträge als Ges schaftsverkrag nacb § 169 1 17 A. L.-N. ausdrucklzcb für irrtbümlich erklärt worden. . .' (71. G. 70/93.)

, „_ Der zugleich als Redakteur tbätige Verleger einer 3 ett u n 9 kann, nach einer Entscheidung des Ober-Verwaltungögericbts, Ul. Senats, 1. Kammer, vom 25. Oktober 1894 binfichtlicb der Fest- sfxllung des Ertrages seines gewerbesteuerpflickptigen Unternehmens nicht den Geldwertb seiner Redaktionstbätigkeit (welche 9" s1ch gejvexbesteuerfrei ist) von dem Ertrage des Verleqergewerbes m,?lbzug bringen. _ Der Verleger und Redakte'ur einer Zeitung war mrt dem Anspruch, den Geldwertb seiner Redaktionstbatigkeit mit 3000 „zu 1300 dem_ Ertrage der Zeitung abzuziehen, zurückgewiesen worden. Dre Bexchwexde des Steuerpfiichtigen _wurde Vom Ober-

.Verwaltungßgericht zurückgewiesen, indem es begründend ausführte:

.Die Aufwendungen des Verlegers für einen von ibm an- gestell_tchn „Redakteur würden zweifellos als Betriebskostkn abzugsfabtg sem. Allein de_r Verleger, welcher sclbst die Redaktions- gescba e wghrnimmt, ist btermit nur in seinem eigenen Verla s- gewer e t'battg und betreibt keinen hiervon getrennten besonderen r- WLrszthg, da er ja nicht sein eigener Angestellter sein kann. Er erspart gxrade durch seine Thätigkeit die ihm sonst durch die An- stellung eines besonderen Redakteürs erwachsenden Betriebskosten und ka'nn _den Werth sei'ner eigenen Arbeitstbäti keit ebenso weni abziehen, ww jede_r andere tn seinem eigenen Ges äft persönlich tJätige Ge- werbetretbende. _Wenn der Banquier, der Fabrikant, der Inhaber exne? Ladengeschafts, dex Handwerker u. s. w., welche durch ihre Zer- sonltche Mitwixkung Vielleicht die Arbeitstbätigkeit zahlreicher „ln- gesteUten, Gebxlfen u. s. w. erseyerz, zum Abzug eines entsprechenden GeldWertHs_ _nxcht befugt find, 70 kann auch dem“ zugleich als Redakteur tbattgen Zeitungsverleger ein Abzugsrecbt nicht zustehen." (171. G. 89/94.)

Kunst und Wiffenschast.

,JmVercin für deutsches Kunstgewerbe Brach am Freitag vonger Woche, Abends, Herr Jos. Ritter von Ochmädcl aus Munchen, Tbeilhabsr der Yrma Meisenback), Riffartb u. Co., über dte'pbotomecbaniscben ruckVerabren und deren künst- lertscbe Ausübung. Der Vortragend'e hat im Vérein mit G. Weisenbach JM. im Jahre 1881 die erstkn brauchbar€n, auf Photo- chem11_chem Wege bergestelltsn Buchdruck-Clicbé-s direkt nach Photo- grapbtexn erzeugt: eine Technik, die heute bereits eins Welt- tnkustne geworden, und Mühe er seiner Zeit mit dem nun allgxmein' üblichen Namen „Autotvpie' benannt;». Er gab zunachß m kurzen Umciffen eine Geschichte der fundamentalen Txcbni erx der Bilderzeugung: des olzsckvnitts (Hochdruck), des Kupfer- fttcbs Utefdruck), der Litho raphie Nsaktionsdruck), und erklärte unter Vorfüdrung schematischer kizzen die technischen Prinzipien der drsi Druckarten, die auch den sämmtlichen modcrnen photochemischen Re- produktionsmethoden zu Grunde liegen. dener schilderte dann die Ecfinduztg der direkten Verwendung des Lichts zur_Bilderzeu ung, d; k). die Einführung de'r Photographie und die einfachen Veréuche, disse Errungenschaften für die Drucktechnikcn dsr bereits vorhandenen Methoden der Bilderzeugung direkt nu bar zu machen. Er legte in emgebender WLise die photochemis en Prinzipien dar, welcbe schließlich_ dazu führten, die großartigen Resultate der Neu- zeit auf diesem Gébiét? zu , erringen, erläuterte hierauf die Techniken, der Photogravure, kes Lichtdrncks, der Zinkograpbie und der Autotypte, der Cbromotvpogxapbie, der Pbotolithtäxrapbie, des Dreifaxbendrucks u. 1. w. und 1chlo mit der Aufste ung einiger intercs1_anten Hypothescn übkr die irkungen des Lichts in der organi1chkn Wzlt, von 010811 in erster Linie diejenigen über die photo- chen1ifche Reaktion des mensckplichen Organismus infolge ihrer kulturellen Bkdeutung besonders beworgehoben zu werden Verdienen. Eine interesante Ausstellung von mustergültigep Arbeitkn der Fxrma Meisenbach, Riffartb u. Co. aus aÜcn Gebieten der pbotocbetnmcben Techniken, ergänzt durch Arbeiten (Dreifarbendrmk) der Firma Gsorg Büxenstein u. Co. und Lichtdrucke der Firma Albkrt Frisch, illustriertk'n den interessanten Vortrag.

_ Am Sonntag verstarb bierselbst dcr außérordentlickpe Proféffor in der jurijtischkn Fakultät der biefiqkn Univerntät. YmtIgcrichtS-Rafb Or. Ruby. Er las über Strafrecht und Strafprozeß, Gerichts- verfaffung, Ziv'xlprozeß und Völkerrecht. Auch literarisch ist __dkr Ver- storbkne mehrfach durch rcchtswiffenschastliche Arbeiten und Kommen- tare hervorgetreten.

_ Jn Braunscbwsig ist gestern der Kunstschriftstellxr Profcffor Dr.Jofef Eduard Wes1elv, Inspektor dss dortigen Wrzoslickycn Muscums, gestorben.

Land- und Forstwirthsckxaft.

Der Deutsche Fischerei-Verein

feierte gestern Abend im Reichstagsgebäude sein 25 jährßgcs Bestehen durch eine festliche Versammlung, wslcbe zablrc-icb bcxuckyt war. Unter den Anwesenden bkfanden sich der Vize-Präfidcnt des Staats - Ministerjums, Staatssekretär Ur. 0011 Boetticbc'r, _der Dirk'ftor dcs Kaijerlicven Gesundheitsamts Köhler_ und der badirchc Gesandte von Jagcmann, der mecklenburgische Gexandte_ Von Der en. Aus Württember war Ober-Jägermeifter yon Plato er7chk:-;:€n. „cr Deutsche Scefis ereivercin batte seincn Vorsitzenden Präfidknten Herbig, der Osivreußisehe Fischerei06rein dsn Professor Braun- Königsbcrg zur Feier entsendet. Der Präfident Fürst Von „Hay- feldt-Trachenberg eröffnete die Verhandlungkn mit dem Ausdxuck des Dankes für die Förderung, die der Verein durcb Sern_e Ykajestät den Kaiser erfahren. Auf Antrag des Pra- sidenten gelangte folgendes Huldigungstelegramm zur Absendung: „Eurer Kaiserlichen und Köni lichen Majestat entbiytét de'r zur Feier des 25 jährigen Bestébens verk7ammelte Deutsche Fischerst- verein seine ebrfurcbtsvouste Huldigung und dankt für die Ußebernabnxe des Allerhöchste" Protektorates.“ Sodann verlas der Prafiyent em Schreiben des Begründers und ersten Präßdenten des Vereins, des Kaiserlichen Botschafters Grafen zu Müns er, in Welchem derselbe sein fortgeseßtes Jntcreffe an dem Gedeihen d(xs Vsreins außfpxacb. Fürst Zayfeldt begrüßte die Erschienenen und dan_kte den RS_lcbs- und taatsbehörden für die dem Verein bisher Sewabrte reiche Unterstüyung mit der Versicherung, daß der Verein sicb estrcbcn werde, auf dsn bisherigen Bahnen weiter zu wirken. Alsdann nahm der Geheime Regierungs-Ratb Professor Möbius das'Wort zur Jestrede, die ein Bild Von dem Wirken und der Enttytckelupg des

ereins gab. Ein reicbks Programm" stand dem Verein, wre der Redner ausführte, schon bei seiner Gründung Vor AugLn; vor allem wollte er die deutschen Flüffe und Seen durcb künstliche Fischzucht wieder bevölkern, wiffenscbaftltche Unter- suchungen der Ost- und Nordsec' ausführen, den Transyort dex See- und Süßwasserfis e Verbessern und erleichtern, die Krebs- und Miesmuschel- zucht beben, ischwege schaffen, um den Fischkn Has Aufsuchen der Laicbpläße zu erleichtern, und eine deutsche Ftscheretgeseßgchbung Vor- bereiten. Weit mehr aber, als dieskß Programm besage, ist m den 25 Jahren geléistetworden. Die mit den Reichslandeq übernommene Fucht- anstalt in Hüningen ist Vorbildlich gewesen für vtcle ande're An Falten auch im Auslande. Die vom Vercin 1872 angestkllte Enun-te [refertc wertbvolles Material für die von, dem Gechmen Regterungö-Rgtb Wittmack bearbeitete Fischercistatisttk dss Deutjchen Reichs, dre fpater dom Festredner und Dr. Heinke erweitert wurde. Schon1873 konnte der Verein hier in der alten Markthalle, dem jeßtgey' Ztrkys Renz, eine Aussteüung veranstalten; 1877 kam das deutsche Ils eretgese zu stande. Im gleichen Jahre trat Herr „Von Behr-Scbmo dyw an dée Spiße des Vereins, um fünfzehn _ Jahre hm- durch eine übkraus segcnsreichk Thätigkeit zu entfalten. Semen

Bemühungen ist die Cini ung aller deutscben Interessenten nk danken; er Wittelte das usammenwirken mit den österreichischen Züchtern, er lettete den Austausch wertbvoUer amerikanis Salmonide m dix'Wege und n(Zte d_te Untersuchungen über die fiscbs üblichen Ver- unretmgungen der exoasjer und die Verfiigung fischfeindlicher Thiere an. Unter einem rafidtum Wurden ferner wichti : Verträge über die Lachsfifchcret mit olland und der Schweiz abge chlosfen und Verbin- dun en mit Rußland angeknüpft. 1880 folgte die zweite :zro e Ausstellung des Verems, 1885 wurde eine be- yndere Sektion für Küsten- unk; Hochseefischerei gebildet, dre im Vorjahre zu einem sexbstandigen Verein außgestaltet wurde. Der Festrednxr würdigte eingehend die Thätigkeit der so e- xtannten Kieler Kommrsfion, der spätex auch die biologische Stat on m' Helgoland unterstellt wurde, und schrlderte sodann die jüngste Ent- nxtckelung des Vereins unter dem Präxdium des Fürsten Haßfeldt, dre charakterifiert wird durch den Ans luß von 21 Fischereivereinen aller deutscher ,Gaue, durch die mit Unterstüßunq von Staat und St_adt erfolgte Begründung der biologischen Untersychungsstation am Muggelseéuxd durch die Einrichtung des ischeretratbs. Der Fest- redner/ck 08 mit dem Hinweis auf die xfolge des Vereins, die u_. A. ttz der Thatsache zu Tage treten, daß dre Ftschpreise im wssent- lichen diesxlben geblieben sind, während die Preise fast aller Markt- nxaaren sert 1870 erheblich stisgen. _ Den Bericht des Präfidenten über dre Arbeiten deß [SYM und des laufenden Geschäftsjahres Verlas der General-Sckrerar wf. Weigelt. Jm le ten Jahre smd danach 4355000 Lacbsbrut, fie Brut von 613 000 Edelfischsiern, 609000 Aalbrut und 678 Schock Krebse" mit Einem Kostengufwand O_on 41661 0-6 ausg'ése t wordkn. Für dre Einführung ßscheréiwirthsckpaftlicben Unterri ts in den Höheren und, mtttleren land- und forstwirtbsÖaftlichen Lehranstalten ist gxwrrkt und für die Belebrurxg der Fiscbsr selbst durch Abhaltung emes von 15 Tbeilnebmern betuchten Fischkreikursus in Kalbe an der Saale gesorgt wvrden. Mehrexrc der in Sachen des Fischtrankyort- wesens gemachten Vorschlägs 11710 bei den Eisenbahnen wenigstens versuchswc-„xse zur Einführung gckotnmxn. Der O_orgelkgte Arbeitsplan für,das Geschaftsjabr 1895/96 bswcgt fich im weyentlicben auf den bis- herigen Bahnen; neu plant man die Einführung der amerikanischen Furpurforklle. Die Betheili ung dss Vereins an der Berliner Aus- eÜung1896 ist gefichert._ ie Vkrsammlung genehmigte sodann dé? Statutenanderungen, welcbe Vorgenommen find bkbufs Erwerbung der Rechte einkr juristischen 5Fkrson, und beschloß in Verbindung damit die Einseßzmg eines Gkgmmtauésckyuffes. Zum Präfidenten wurde Fürst Haßfclot wieder ewablt; in den aus 32 Mitgliedern bestehenden . orstand Frater: eine nzabl »Herrcn 1161: ein als Rkpräsentanten der rm Vorstand noch nicht vertretensn Landsötbeile.

Verdingungeu im Auslande.

Oksterrsich-Ungarn.

1. Rowsmber. 1)1'. Karl Tclbisz. Bürgermeister der Stadt Temeswar (Ungarn): Ausschrcibnng von Plänsx1,210ranschläg€n und Submissionen für die Kanalisierung der Stadt Tkmksvar- Preise von 8000, 4000 und 27000 Kronkn wsrden dcn Verfaffkrn der drei besten Projekte zuerkannt wkrdkn. Jm Fal]? der Ausführung des- jenigkn_ Projkkts, welchks den Ersten Prkis erhalten bat, wird dcr Verfankr außerdem noch Link wsite're Prämis Von 2000 Kronen erhalten. * läne, *Bédingungen :c. bei dsm Ingenieur der Stadt TemeIVar sur 10 Kronen.

Großbritannien.

27. März, 6 Uhr Nachmtttags. 1). 11. 1131110111. 51301'0181'37 01' 13118 [C]G(ébx'jté'jrz' 811111319 ('011100113' t'cdt' Zynitx. ];"; ZÜjUk-1LLÜLUZ- 131000, London, 15. €.: Lieferung und Montierung von Maschinen und Avparatcn zur Vcrgrö“erung dcr elkktriscben Station in ck).)kadrid. Lastknbcst und Pläne bet :) ingtAFcffe für 1 Pfd. Strl. 1 sk).

& (1 [EU.

23. März. 2 Uhr. Außrüstungs - Direktion des 2. Ssc-Departe- msnts in Neapel: Lieferung von 13 200 LTS acpulvcrtem Mknnig. Vorausfichicbe Kosten 6600 Fr. Kaution 660 2 r. Endgültiger Zu- schlag am 6. April. .

«pa n l e n.

5. April, 3 Uhr. Junta des Hafens Von Baxcslona: Liéfe- rung eines schwimmenden Krahns mit 80r Krart. Provisorische Kaution 2500 Pesatcs. Lastsnbsft im Sckretariat der Junta, Casa

Lonja, Barcc'lona. ' Nikde'rlandc.

25. März, 1x Ubr. Direktion der Gxssllschaft der boUändisck/cn Eisenbahnen, im Zentral-Pcrsonsnbabnbos, Wartesaal 3. Klaffe in Am sierdam: Erbauung Link:? Gebäudes zur Einrichtun Von Magazinkn und Nebenarbeitsn an cinem Tkrrain am „„Kinder- knisfingel“ in Harlsm. Kostenansch1ag 85000 Fl.

“25. März, ];? Uhr. Ebenda: Ban und Yergröfxsrung yon Waarcnschuppkn, Ausführung von Strcckknarbeitcn und Neben- arbeiten auf Verschiedenen Stationen. Kostenansckylag 18 700 Fl. Ab- änderungen dss Unterhaus cincr Drehscheibe Von 13,50111Durcb- MCffLk und Bau einer Drebscbsibe Von 15,50111_Durchmcffkrmit Einschluß dcr Nkbcnarbeitkn im Bahnhof Von .Harlc'm. Kosten- anschlag 3200 Fl. und 5300 Fl.

28. März, ".' Uhr. Direktion der Gasfabrik in_ Faandam: Lichtung von geraden auFeiserncn Röhren, kupfernsn nen, Mal- und Bürstenartikcsn, Me apparaten.

"29. März, 1 Uhr. ZMYNUSWQN 811 717le101141013 fan [WLW 10.-1 111, im 12.10011an2 Liefkrung und Fkrtigstcllung des Oberbauks dsr neuen Brücka über die' Rotte. Bedingungen und eich- nungen käuflich für 1 Fl. bsi dcn Buchhändlcrn Wed. P. van aes- berxe u. Zoom zu Rotterdam.

- Rumänien.

27. März. R'riegs-Ministerium, Bukarest: Likfcrnng vo_n 400000 ke,: Kohlen für die aktive Divifion dcr Dobrudscha. Auskunft am SiS der lcßtersn. Dienst-Bureau dcr Jntendantur in Küstendje.

10. April, Ministkrimn dcr öffentlichkn Arbeiten, Bukarkst: Bau einer Brücke übkr den Alb- Fluß und dreier klc'inerer Brücken auf dcr Route 001: Tirgowisckyt nacb Campulnng. Kostonanschlag 147000 Fr.

Verkehrs-Austalten.

Krefeld, 18. März. (W. T. B.) Dis TrajckistörungSpyck- Welle ist seit heute Vormittag 10 Uhr 20 Minnten be'seitigt und der Betrieb auf der Strecke Welle_ chnaar wicdkr aufgenommen.

Bremen, 19. März. (W. T. 3 .) Norddeutschr Lloyd. Dex Schnelldampfc'r „Kaiser Wilhelm 11.“ hat am 17. Ykarz Abends die Reise von Gibraltar nach 'New-York fortgcscßt. D_er Yostdamvfer „Kronprinz Friedrich Wilhelm“ bat am17.Marz

acbmittags die Reise Von Gibraltär nach_Ncw-York fort Cxeyt. Der ;Postdampfer „Weimar“ ist an) 16. Marz Abends m 5 exp- Yor angekommen. Der Postdampser „Mark' hat am 17. Marz ormittags die Reise von Villa Garcia nach dscm La Plaka foxt- eseßt. Der Postdamkfer „Braunschweig' rst am_ 17. Marz JNorgens auf der Me er angekommen. Dcr Posidampfcr „Glen- mths' hat am 16. März Morgens Santa Cruz pqsficrt. Dcr Fostdamvfer .Salier' ist am 16. Marz thttaYZ yon Tew-York nach dsr Weser abgcaa_ngcn. Dcr Pos dampfer .Straßburg' ist am 17. Marz“ Abends 111 Anl- w'erven an ekommen. Dcr Postdamvfcr .-Pol)enzollcrn" rst am 17. März 51bends in Antwerpen angekommcn. Dcr, Rexchs-Posk- damvfer ,Gera“ hat am 17. März Nachmittags dre Reise von Southampton nacb Genua fortgesetzt. Dcr Schnklldamvfer .Werra“ batatn 18. März Vormittags die' Reise von Gibraltar nach Algier fort esevt. Der Reichs-Postdampfex „Oldenburg "- hat am 18. März Dormittags die Retse yon Southampton nc_1ch Antwerpen fortgeseyt. Dkk Postdamvfec „Pfalz“ „hat am 18. Marz Nachmittags Hurst Castle pasfiert. Der RLtcbs- Postdampfer „Preußen ' ist am 18. März Vormiitags in Suez angckommxn. amburg, 18. März, (W.T. B.) Hamburg-Amertka- nis e Packctfabrt-AkttknckGesellschaft. Der Postdampfer

-„Phönicia' ift gc'ste'rn morgcn in Ncw- York eingetroffen.