1895 / 68 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 19 Mar 1895 18:00:01 GMT) scan diff

100000 „46 jährlich, Marineftationen in Ost-Afrika mit 300000 .“

jährlich, ferner besondere Aufwendurigen, zum Beispiel für die Post, 2 bis 300000 „Fi jährlich. Mus Privatmitteln hat man 10 Millionen verbraucht, 1sodaß die Gesammtaufwwdungen | auf 40 bis 50 Millionen Mark be aufen. Der Reichskanzler Fürt zu Hdbenlobe hat in seiner Programmrede als weck der Kolonialpolitik angeführt, den überschießenden Kraften der Hetmatb _ einen neuxn,.Raum zur Entfaltung zu schaffen. Wie viele überscht ende KWebhc-Üvßn Oft-Afrika Unterkommen gefunden? Unter 750 uro- J xx, x YAMZY 400 bis 500 Deutsxbe, und diese fiyd metst Jztere, n eto zere und Beamte. Zeder deutsche Offizier kbfiet dort 10000 „46, damit kann man ein Dutzend 5!Zrbeit'er beschafttgen. Das Geld wird voa den Leuten wieder in. ihre Heimatb zurückgebracht, ohne daß es den Kolonien zu gute kdmnzt. Unsere Hauptausfubr nach Ost - Afrika besteht in Artillertx- findern, Material für Munition, rn Gewehren; das sind die Mittel, mit denen wir die Kultur nach Afrika tragen. Das; auch für 103000 „46 Flasckpenbier exportiert wird, ist das einzige Er- freuliche. Die Einfuhr hat im ganzen nur einen Werth von 3290005“ Der militärische Geist auein ist für die Mtßerfolge nicht verantwort- lich zu machen, sie liegen in der Natur der Sache. Du's Geseß von 1891 über die Schutztruppe, das ja'eßt auch für Wesi-Afrrka _aus edebrzt werden soll, hat einen Dualißmus gc1Ichaffen; neberrder Kolontas- biber- lung ist das Reicbs-Marineamt sür dix: Personalien der. Säouytryppe maßgebend. Jm Kleinen haben wir diejcn Dualismus bei uns zwnchen Gendarmerie und ZivilverwastuY. Alle Einrichtungen der Armxe übertragen si jeßt auch auf die ckußtruppe. Die jun en Leute, die nach Ost-Afri (: grben, wollen sui) mikitärisch h_ervort an und der- anlaffrn Expeditione'n auf Expeditionen. Dic ostaxrikanischen Stämme werden unruhig, und dadurch tritt das militäripcbe Element in den Vordergrund. Die Gouvcrneure besorgen ihre Geschäfte natürlich nicht beffér, als fie können; ich erinnere nur an die be'kannte Hundevrdnung dss Gouverneurs Von Schele. Warum bai dieser Linen Zug gegen die Wabcbe unternommen? Gras Caprivi hat ihm die Genehmigung dazu ertbeilt, ohne das Kolonial- amt und den Staatssekretär zu fra cn. Herr ern Sche1e hat der- langt, künftig nicbt msbr mit dem *irektor der Kolomal-Abtbeilung, sondern dirskt mit dem Kaiser zu O_erkehren. Durch drejungen Yefforen ist eine Schablonenwirtbxcbast eingeführt worden. an wil] das Cbristentbum nach Ost-Yfrika tragen und _er- wägt, ob man nicht mobamedaniscbe Schulen Einrichten wll. Die Verquickung der Kolonialpolitik _mit__ religiösen Anforde- rungen ist von größtem chcbtbeil. Die Zu1chrine für unfcre Kolonien werden immer größer, wahrend im Lande xelbst über Mangel qn Mitteln zur Vermehrung von Beamtenstcllen, die dringend nothwendig sind, wie bei den Richtern geklagt wird. Ich bin drr LYZte, _dcr dre überseeisckykn Interessen Dkutscblands lcugneie, aber das steht fest: dre Erschließung von China und Japan bat zwanzigmal mehr Bedeutung für unseren «Handel als all? unsrre Kolonien zummmen. * ' Bcbollmäckptigter zum Bundeskaxk), _Dirkkwr der Kolqmal- Abtheilung im AuSwärtigcn Amt [)r. Kapier: Der Abg.__Rtchtcr bat don unsern Kolonicn ein Bild entworfen, das die tbaisachlichen Zustände nicht richtig wickergiebt. Jeb wcrdex _seinen aklgcmcmen Aus: Lbrungen hier nicht folgen, sondern wick) aus1eine Bemerkungen über .Mi-Afrika beschränken. Der Abg. Richter brit damit begonnen, uns di? Kostön vorzurecbnen, die uns unsere ostasrikanisckye Kolonie ber- ursacht. Wenn der Abgkordnste gc laubt bat, die K_olonialverwaltung unter dem gegenwärtigén Reichskanz er, dem Fürsten Hohenlohe, dadurch cbaraktcrificren zu können, kaZ er ein Urtbcil der Hambur er HandebZ- kammkr anführte, so irrt er nch. Wir stimmen_ mit den_ nycbauun en dsr Hambargcr Handelskammrr in der Wertbskbaßung unicrer Koiorxten durchaus überein. Was die von dem Abg. Richter anZefübrtcn Kojten anlangt, so hat der Abgkordnete eine Rechnung aufgestellt, die man im gewöhnlichen Leben eine Apothekerrechrrung 112x1_nt. Er hat dabei unsere Kolonicn mit Außgaben belastet, die tbatjackylich nur zum ge- ringsten Theil auf das Konto dcrselben geboren; So_ hat er die Dampfcrsubbentioncn auf die Rechnung der Kolomen gexeyt, „obgleich fichcr ist, daß rieseiben nur zu einem kleincn Theil den Kolonirn u Nur,;en kommen. Nur ein Beispiel daxür! Tsr „Norddeutsche loyd“ erhält für die ostasiarijckpe Linie eine Subvkntion von 4_Mi[li0- nen Mark oder noch etwas mehr, und doch kommt für unsere Kolonien nur dic Verbindung don Singapore unt Ncu_- Guinsa in Betracht. Auck) die' ostafrikanische Linie berührt zumei1t_ Ort?, die nicht in unserrn Kolonien liegen. Nock) weniger gerecbtssrtigt wie disse Auf- rechnung aber ist Es, wenn der Abg. Richter die Kosten der Marine- vérwaltung, wrlche “durch die Jndienstbaltung de_r Statiqnäre in Ost- Afrika bcrurfacbt werdkn, auj daI Konto dcr oitaxrikani1chen Kolonie séöt. Aach obne die Kolonie bätten_ wir die übersesiscbkn Jnterchn Teutichlands an drr ostafrikanixcbcn Küste zu schüyen. Die in Kamerun ftationixrtkn Schiffe babrn dic drutscben Jntersffen an der ganzen WMküits Afrikas“ zit wabrrn, Es ist also nicht richtig, daß die Marine" nur den Kolomszi dient. Schon dirse Zeitsteliurg kann darüber belc'brkn, ob die Daytrllung, dir drr Abg. isbtrr gkgebcn bat. eine objkktiv richtig? in. Der Abg. Richter fragte sodann: Was stebt dicx'm Kostkn gegenüber? Wenn sr fich bki dsr Béantwcrtur-g dieser Frage auf dic Rede bkzog, welche der gegen- wärtig? Reickxkanzlsr bei Anikin scincI Amis arbalten bat, und in wcklchkr die ere davon war, da:“; die übrwckpüssiqen Kräfte Deutsch- lands dcn Kolonirn übrrwirsen wcrden müßten, so thut er mcinkr Anfirht nacb diescr Ride Gewalt an. Der Neich§kanzler but in dirket Rede doch. nur ein Zukunfts- vrogramm gezeichnet. Um die wirtbsckyastlrcben Vcrbältniffc zu charakteri'sicren. bat der Abg. Richtrr unscrn Handslévsrkxbr mit Ost-Afrika in dsn [cyirn zebn Jabren in Vctrachx gezogrn. Er bat dW wobl nur Zstban, um mir möglichst geringen Zablrn operieren zu können. EH ware xichtigcr *ewrscn. wknn er_cc_'n esammten Wanken- vsrfxbr, der sich aus 15 Miiiicnen Mark bclauxt, 111 Rechnung gestellt hätte. In Ost-Airika sthen wir im Beginn eincr gutcn Entwicklung, Zabireicbß Plantagen Und bsrriis angclegt, und néugebildete eseUschastm smd im Bezrtm das Bkgvnnenc fortzusrßen. Eins Eisenbabn ist untsrnommen, dic_ schon jest bis auf “24 )(!U dcn der Küste fabrbar ist. In Auxxicbt stkbt uns noch ein Prrjskt einer antralcisknbabn. Tas 5211125“: find doch wirth- scbaitiicbe Erfolge, dich so bedc'ujrnd smd, daß ein angesehenkr englifchrr Diplomat m einm: amtlichen , Schriftstück sick) in der anerkennrudsten Wrise „darüber ausgewroxben hat. 116er dix Verwalxung drr ostafrikanischen Kolonie ist in der Burgetkrmmiksion kinzsbend verbandeit wcrden, sodas; ich mich eige-ntlicb darübkr wundere, dar"; drr Abg. Richter bikr die alten Klagen _nochmalé vrrgsbracht bat. Im großen und ganzrn kann ich nar Lagsn: bei der nt1Mdun-Z don Bkamten in uaim Kclcnim kommt es weder WiBUzK-ukratkn noch aufMilirärs, fomdern nur darauf an, die richtigen Manner an die rechte Stelic JU findrn. Untkr dieser Schwirri eil leiden abrr alia neukn Untkr- nebmunzen, und bei unseren osonien' ist di? Srbwierigkrit um so größer. 7.13 wir erst _kinen kolonialen Kaufmann-Fitand béranzikben müsm, Einmürbig ift anerkannt wordkn, daß wir eine ute Säyuytruvve baben mÜFen. Wi: beiixzrn jerzt eine clkbe, und es läßt fich nicht bsstrciten, kai; dieselbe ein wertbvciirs Kulturelmenr darsteüt; dem ohne fie würde niemand in den Kolonien ninkm Gmsrkc nacbgebm können. Die Schuytrurve bkkari x_rr-eiiellox Link: Oraanisarirn. _Tiesclbe ist ibr gegrben durch da;; GMF- »? TSL Abg. Richrrr angexirbrt bat. Da; Rrichs-Maxjnx. amt da? dabei mit dix Funkionkn ausakübt, die eine Kommandobebörde übernekmkn muß: es hat iich aui daI Gybiet ch Kommandos bsscbränkt. DieAnZk-auz: m der; Mübieligkeiten, wir sie drr afrikanische Dienst mit sich kriagt, müßten wir bei unseren Iiüzieren dankbar anerkc'nnnen und ich be- dankt. da!“; dsr Abg. Rickner ibnrn achnüber keinen anderen Ton - funden ba: als den des Syrus. Ick) glaube, das; er in dies?! L?c- iebung xirmlieb allein fieber! wird. (Zr b;: dann auf die Erveditionen iugwiesm und die Ermordung Hrn Ixus u:.d Krcrichmar mit der NjaFa-Ewekitim in Verbindung gxkracyt. Es handelte 'Ich aber d;;- bei mtr um einen dét Raubaniilie. aui kik man auch ausm- baib der Crrcdétioun ick,_'3nnern Afrikas stcts Nefaßt sein muß. 11be rie Wabebe-(xrv'editirn will ich kein ert ver-

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elitten batijviebekb ftéllen, uni; daß es dre o baben_wird,dez1

rieden seitens “ener räuberis en Stämme u „ichern. Lediglich werl iran nicbt lau en wollte, da das Reich- gnneamt mxt der Sache nichts zu 1 un habe ist von mirin derKymmtssiyn angefubrt worden, da? der frühere Reichskanzler vielfach dre 5Zlntrage *des Gouverneurs au Expeditionen, so auch auf dtexmrge ge en die„ Wabebe allein und ausschließlich genehmigt. babe. J möäte aber doch darauf aufxnerksam machen daß , _ ' Eck; dabei vollstandig in den Grenzen seiner Zustandtgkett ge- alten hat und daraus gewiß kein. Vorwurf gegen ihn herzu- leiten ist. Wenn th durch die Allerhöchste Kabmetöordre dom Dezember v. I. eine enderung dahin ein etrexen ist, daß der Reichs- kanzler nicht mehr unmittelbar auf die nlrage eingeht, so tft dies ein? Sekbstbeschränknng des Reichskanzi'ers in _der Ausübung jenxer versasungSmäßi en Befugniß, die. allerdings, wie ich larrbe, nrißlich wirksn wird. ie Angriffe, welcbe gegen den Bureaq ratrSmus_1n der Verwaltung Ost-Afrikas gerichtet werdxn, beruhen „auf einer unzulasfigxn Verallgemexnrrung von ehlern, die melleichtmz ettzzelnen'begangen sein mögen. Umar Beamten! um in Ost-Afrika bat emejoscwajertgeAufgabe und muß sich so schwere Entbehrungen auferlegen, daß dies wohl yon der Voldesrtretung anerkannt werden' sollte. Was dteMtsfionen an- langt, so habe ich in meinem Amt die Erfahrung gemacht, daß das Mixfiouéwesen eines der erstm und wicbti sten Kulturelemente tft und für unsere Kolonisationsarbeit nicht entbeer werden kann. Ich habe auch von jeder den Standpunkt vertreten,_daß wrr nicbt dankbar geyug sein können für jeden Missionar, der in unxer Schutzgebiet gescht_ckt wird, und ick) bin drr Meinung, daß wir ohne Mis tonare eiqe Kolontglvolttik übcrbaupt nicht treiben können, Die Miswnare beider Konisssiqnen find auch der Regierung für den Schutz, den fie ibzu'n angedeihen läßt, außerordentlich dankbar, und Wenn der Abg. Richter vowemßr Fördcrung des MobamedaniSmus gesprochen hat,- um ein wenig die Misfionsfreundiickykeit der Regierung zu diskreditieren, so ist es mtr woblbefannt, daß die englische und holländische Regierqu meifacko den Mrbamedaniémus begünstigt haben. Aber bei uns [te 1 die Sache anders?; die mobamedanische Bevölkerung in rmserem S&uygebtet rst keine so große. Aus dieserp Grunde hat die Regierung nur gejogert, dern Wunsch, daß mobamedanische Lehrer angestelltwerden, stattzugeben. Dre Sache unterliegt der Entscheidung des Kolonialratbs, und wir können dieser ruhig entgegenseben; davon dürfen Sie 1,16!) überzeugt halten, daß dic deutsche Regierung keine Mittrl bcwxlltgxn wird, um den Mobamedanismus zu fördern. Daß wir als sterbliche Menschen nicht davor fieber sind, Fehler zu begeben, will ich garnicht leugnen,; aber die Regikrung kann für fick) in Anspruch nebxnen, daß, ie m den lexzten Jahren alles getban bat, die friedliche Entry: elung der Schut§g€birte zu fördern, Handel und Wandel zu_sta_rken und darauf hinzuwirken. daß unsere Sebuizgebiete alimabltcb eine quile der Woblbabcnbeit für die Angehörigen dss Deutschen Rerchs werden. Wir bemühen uns, aus den Erfahrungen, Weiche andere Nationen auf diesem Gebiete gsmacht haben, Nutzen zu ziehen, aber wir wollsn dabei die nationalkn Eigentbümlicbkeiten bewahren._ Erne Nation, welche die allgemeine Wehrpflicht als Grundlaqeibrer Heerks- Verfassung bat, wird niemals in den Kolonien der MindtrkungOer Offiziere des Heeres und der Marine entbehren. können. Dreien _fsr- zicren Verdunken wir zum größten Theile die Kolon_ien,_wemgstens ihre Erhaltung. Wir werden aucb nikmals aufdie wiffenjchastltche Forschuyg verzichten. Gegenüber den Angriffen egen die Beamtxn möchtewch bsrvvrbebcn, wie viel wir in “_ ezug auf Wissenschaft11che Sammlungsn und Forjchun en dem Eifer dieser Beamtxg berankxn; keine Nation hat im zehnfa en Zeitraums so rcicbe w111enschastirche Resultate auf dem kolonialkn Gebiete zu_verzeichnen gebabt.„ Es wrrd auch das humane und religiöse Momerxt für die Zukunft weiter maß- gebknd bleiben. Außerordentlich viel ist gekcheben, um dem Skladen- raub und dem SklaVSnbandel ein Ende zu machen; am Victoriasee haben die Sklavenjagden aufgehört. Wir wkrden fortfahren, die Missionen beider Komesfionen in ihrem segenSreickxn Wirkxn zu fördern und uns daddn nicht zurückbaiten lassen durch die Angrisre oder den Spott dcs Abg. Richter. '

Abg. Graf v on Arnim (Rp.): Dcr Abg. Richter hat in schwarzen Farben gemalt. Eins bat er übersehen, daß der Piantagenbeirteb cine gkwiffe Zeit ersordkrt; der Kaffeebau kann n_icht schon in einem oder zwei Jabrrn (Frträ e bringen. Wir gebkn für Kolouialwaaren 300 Miüionsn Viar an das Ausland. Der Abg. Richter bat eben einen andkrsn Standpunkt als wir; er 1agt, dix Kolonien sind nichts Werth, und die Mcnscben, die wir binscbickkn, smd noch viel wenigrr wertb. Mit ihm ist gar nicht zu debattieren. Er sagt, die Wabebe find 10 mächtig wie zuvor, unsere Nachrichten besagen aber doch Etwas ganz Anderes. Dcr Abg. Richter hat auch vom Tropcnkoller und Größenwahn der Beamtkn dort geivrockpen. Die Kabinsts - Ordre vom DC- zrmbrr 1894 bat den Verbältniffen nur R€chnung getragen. Wenn ein Vorwurf überhaupt erhoben wrrden kann, so trifft er den R€ich§kanzier Grafen Caprivi. aber nicht den Gouverneur. Ick sehe nicht ein, wie der Direktor-des Kolot1ialarnts_aus dem Angang dcr Wabebe-Erdedition eine Kabinetsfrage bätte machen können. Die Verfügung drs Rrichskanzlch bat nur ctwaI Halbes geschaffen. Das Koloniaiamt ist nach wie vor abhängig vom Lluswärtisen Amt. Ich kann dem Gouvcrneur bon Schele eine'n Vorwurf nicht machen; aus dem jkßigen Zustand entstehen meinér Ansicht nach nicht Schwisrigkeiten. Die Offiziere auf den Stationen haben eine über- aus schwierige Stellung. Diese Stationen sind nicht Zwing-Uris, sondern Zivilisations-Zsytren. Der Abg; Richter solite jetzt ein- aesrbsn haben, wie falycb ck ist, an falscher Stel]? zu sparen. Zu einer Beriebung muß ich_ dem Abg. Richter Recht geben: die Ostafrikcznisäye Gesellschaft erhält Privilegien, die in diesem Umxang nicht eribcilt werdkn soütcn; so 58- [ich der Usambara-Babn, die zu viel zu umfangreichenBabnbauten füßren. Der Reichskanzler ist nach den Aeußerungen, die wir bon ibm gsbört haben, bestrebt, die Kolonialpolitik mit dem Verständniß und der Energie zu führen, die wir in den leisten Jahren vermißt baden. Es wrrd_das stolze Gefühl sich immer mebriverbreiten, daß “Deutschland beruien ist, eine Wkltmacbtépoliiik zu treiben.

Beboümächtigier zum Bundesratb, Direktor der Kolonialabtbki- lung im AUZwärtigkn Amt 1112 Kayser: Nach Artikel 2 dcs Ab- kommens von 1892 ist bei Gelegenbcit des Abtretens des Protektorats übst Sansibar auch das Protektorat übkr Witu Großbritannien ab- getreikn worden, doch war vorgesehen, daß Großbritannien staaiZ- rechtlich nichts ändern werde. Die Gefangennahme und die Ueber- fübrung des Sultans von Witu nacb Sansibar dürfte Großbritannien nicht bcrecbtigen, tas Sultanat vou Witu Sanfibar zuzutbeilen, obne vorher mit Deutschland darübrr zu verhandeln. In Betrkff der Ge- brüder _Dcnbardt, beides Pioniere ernster deutscher Arbeit, schweben gkgrnwartig Verhandlungen, sodaß ieb auf diese Trage nicht näber eingeben will. Im Grundton stimme ich mit dem orredncr überein ynd bm_ ibm, außerordsnilicb dankbar für sein sympathisches Intereffe für unrere Kolonien. Nur einigcs_ Wenige möchte ich richtig steUen. Der Gouverneur bon Deutsch-O1tasrika erhielt zur Bekämpfung drr außgebrochenen Hungersnotb, da der Reichötag zur Zeit nicbt Versammßlt war, durch dm Reichskanzler einen außererdrntlichen Kredit telegrgvknscb angewiesen. Das (Fmvorblübeu allzu kräfti er Gksellscbaften unternüsen wir nicht, es ist vielmehr dafür gesorgt, daZ nicht zu Speku- latiozrszwecken tn eine Hand zu Zroße Unternehmungen gelan en können. Groxze Mittel sind aber zunäch nötbig, um die ersten Ku turarbeiten zu_verrichten. Dann erst kann das Land mit flrincn Ansicdlern bew 1 werden, nachdem die Forschungen über das Land selbst die nbi igen Erfolgs gehabt, nachdem namentlich auch eine bkffere Ver- bindyng mtt 'der Küste hergestellt ist. Der Reickoskanzler Graf von Caprivi bat eine „Verfiigung, wie fie der Abg. Graf Arnim Voraqssrste, nicbt erlassen; ick) batte wobl sonst erklären müffkn, daß csxs nxr unmöglich sei, alien an mich gestellten Ansprüchen zu ent- vre rn.

_ Abg. von Vollmar (Soz.): Eine Zeit, in der die Reichs- mnapzen vor allém durch den Militarismus zerrüttet sind, ist am wenigsten dazu angctban, uns den Luxus übeiseeischer Abenteuer zu

der frühere Reichskanzler _

gestalten und Mißionen nach fremden Ländern zu werfen, da'wj: " wie mag im eigenen Lande zu thun haben. Für das Wo deutf eu Volkes war, eine abweisende Stellung gegenüber Kolonialpolitik wie die „unsere die beste. Da nun "aber unseren Willen K-olomen, vyrbaudetz find, mm ck nicht gleichgültig sem, wre „dort (Zewirtbschaftet wird, müssen dafür sor en, daß dre Deut eben wie die EwgebW so wenig wie ich Schaden, von der Kolomalpoli ' ck . Von diesem Standpunj glauben_ wtr, daß unsere Kolo ' nahen alles zu wünschen übrig lgßt. Die Verwaltungßmascbinexje wüd' den Kolonien immer komplizierter, der Byreaukratiömus bürger: sm ein. Der Gouverneur von Schele erblickte ferne Hauptauf !be “KUE

zügen, die denn auch zu Etatsüberscbreitungen geführt ben, beinahe .

so groß, wie der Etat selbst. Obne Waffeanalt geht es nicbtjminer in Kolonien; in dem Bericht des „??M- von “chele über die Expedition gegen die Wabebe wird aber selbst ervoKeboben, daß die Expedition die Wabebe aus Mangel an Lebenßmitteln zu aubzügen gezwungen babe. Au" solche Weise wird die Ruhe der Handelswege vernichtet, der Kata! wanenbandel gebt imuzer mehr zurück. Die Ausfuhr von (81me ist um mehr als die alste zurückgegangen. Wetzn das Land beruhj sein wird, wird kein andel mehr existieren. Dre Handels. und 30 ' verhältnisse in Ost-A rika [affen sebr viel zu wünschen übrig. Uu, von Europa kommenden Waaren werden, wenxi fie den Hafen Mchsela, nochmals gezählt. Nach der Berechnung eines kolonialfreundlichen Mannes ergiebt |Z für den Handelsveriebr danach ein Unters jed zu Ungunsten des erkebrs um zwei Millionen. enn die , hältnisse fick) bessern syllen, muß das ganze System geändert Mrden Es wird ja davon gesprochen, daß an Stelle des Gonderneurs eiri Mann treten werde, der als großer Forscher und Kenner von Land und Leuten bekannt ',st_ Selbst bei seinem bester) _Willen aber scheint mir ein Erfolg zweifelhaft, wenn nicbt dW'MilttariSmus ein Ende emacbt wxrd. Das Ausjcblagaebeixde ii je t das Offizierkorps der

_chuxztruppe. Altpreußijcbe Verbaltnixx (1 er können nicht nach Arrika versexzt werden. In der Kommtzfidn wurde ja schon [„er gehoben: es scheine, als ob mancher Offizier nur nach Afrika ginge um nach einigen Jahren mit einem Orden zurückzukommen. Nurinfojé de? MilitariÉmus ist es auch möglich, daß neuangekommene Offiziere solchen Oifizieren borgeskßt werden, die längere Zeix schon Land und Leutedon kennen. Einen Punkt muß ich zur Sprackpe bringxn, den wir immer wieder vorbringrn we'rden, bis Besserung erfolgt: die Behandlung der Ein- gcborenén. Di? Vorkommnisse 5 18; Leut und Weblog; bilden keines. wrxlzs Außnabmen in unseren Kolonien. Jn Osi-Asrika spielt die Ni pferdveitscbe die gleiche Rolle wie in West-Afrika. Die Meuterei dcr Kompagnie Fromm, von der bisher kein Wort ges : wurde, ist auf die grausame Behandlung der Soldaten zm-ü , zufübrrn. Vsrschiedene Vorkommmsse lasen erkennkn, daR kia Zivilisation in Deutsch-Ostaftika seitens der Deutschen alles nden ebc'r als eine Förderung erfährt. (Ein „Herr aus der SchUYWU dcffen Namen ich Vorläufig nicht nennen wil], zwang durcb Hebe mit der Nilpferdpeitsche seine beiden Diener, Schweinefleisch zu effcn, ob- schon ihnen als Mobamedaner dies verbdten war. Ein Angesteljjkx beim Eisenbahnbau in Tanga xrs-Ioß aus der'Suche nach entwich Arbeitern cinen Neger, in denenÖJaus er Widerrechtlicb eingedrungen war. _Jn eineJm Vertraulichen erich des Auswärtigen AWM die Oftafrikanisch Gesellschaft ist ein Bericht des steliverm. tenden Bezirks-Hauptmanns yon Tanga enthalten, der aus. drücklich sagt, dsr herrschende Arbeitermangel sei auf die schlechte Be- handlung der eingeborenrn Arbeiter zurückzuführen. Auf der Kili- mandscharo-Station wurde ein schwarzes Mädchen getödtet, wcil o.? außer dem Chef noch einem Eingeborenen seine Liebe geschenkt hatta Was die Sklaverci in unseren Kolonien betrifft, so ist durch dieMix.

tbeilungrn des Afrika-Reisenden Krause dargetban, daß in Togo immer *

noch Sklavenhandel getrieben wird. Wenn man Kolonien balken wii]. so mag man aztch so vorgebexi, wie es den Interessen der Zivilisation und dem ziviliiatorischen Rui Deutschlands entspricht.

Refercnt Prinz von Arenborg (Zentr.): Ueber die Meuterei in der Kompagnie Fromm find in der Budgeikommission vertrauliche Mittheilungen gemacht worden, wonach weder die Truppe noch da Führer eine Schuld trifft. Der Vorfali entstand aus einem Miß;

vcrsiändniß.

Bevollmächtigtsr zum Bundeßratb, Direktor der Kolonial- Abtbeilung im Auswärtigen Amt Or. Kays er: Was den Sklavcn- handel in unseren Kolonien betrifft, so wird energisch gegen denselber vvrgegangm. Es läßt sich nicht _auf einmal alles erreichen, aber em cxxglischer- Urtbeil über Dsutscb-Ostasrika sagt, daß der Sklavenhandi ko gut wie ausgerottst ist. Die Veri te des Air ka-Reisenken KHW md schon wiederholt als irrtbütnli und überjricben nachgewtxien worden. Was die einzelnem Mord- und Räubergeichichten betrifft. die der Abg. von *Vollmar erzählt bat, so wird ihr Wert)) durch die_ Schweinkfleischgesckpichte charakterifiert. _ _Wer _ da weiß. wrlcben xeltcnen Grnuß Schwcincflcisch in Ost-Asrtka btldet,rr1rr überzeuzt sein, daß keig Europäkr Zwangnzaßregsln anwxnden wnd, um seine Dirner zum Enen des Schweinxfleixcbes zu veranlaffxn. Wa.- den Vorgan in Tangq betrifft, 10 hat das dortz'e Ge- rikbt den ktreffknden freigesprochen, und ich habe m i „den Fringsten Anlaß, das Urtbeil dieses Gerichts anzWretfxn. '»,etreffs des Vorfalls _ aus dcr Kilimandscharo - SMM ist durch englische Zeugen “festgestellt wvrdcn, daß das_ betreffeykk Mädchen den feindlichen Eingeborrnenstämmen, welche die. Staiton bedrohten, als Spionin gedient hat. Auf die anderen Einzelheiten gebe ich jr 1 nicht ein. Ich frsue mich aber über das kolonial' volitische rogramm, das der Abg. von Vollmar aufgestellt bat- ZZZ “Programm der Ziviliiation; denn das ist das Programm der

cgierung.

Abg. von S_alisck) (d. kons.): Der Aba. von Vollmar, bat die Vrrbältnissc in Afrika sebr schwarz gemalt. Wenn es n_ach „ibm und seinen Freunden ginge, würden fich die UebergangsverbaltmffdWöbl noch bedeutend schwieriger gestalten. Wie die rren es schtidernz müßte man g_lauben, die Wahebe seien einirtedlicbes zxrioemaklkes Volk. Das irt keineswegs der Ja!]. Die Wabebe md rm Gegen- tbril kin räubcriscbes Volk, das die „unter unserem „use stkLkndk" Grenzstämme überfällt. Diésé Stamme Verlangen unsZen Schuß und er muß ihnen zu tbeil wkrden, sodaß wir unserer Schußtrurkk für ihr Vorgehen nur dcinkbar sein können. ,

Das Haus beschließt hierauf Vertagung dex Debaxte-

Präfident von Levetzow: Ich habe soeben die traurige NWMZ erhalten. dax; unser Kollege Herr Psarrer Haus (Zemp) Mitglied- "" Hauses seit 1886, gestkrn Abend gestorben ist, und bitte Six, fick) ]" Cb!“ des Verstorbenen vor) Ihren Pläsen zu erheben. (Dieses L?sÖlkbt')

Schluß der Sryung nach 51/2 Uhr.

Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten.

45. Sisung vom Montag, 18. März. Auf der Tagesordnung steht die erste Berathunß des (Heseßrntwurfs, betreffend die Erweiterung und V““ vollständigung des Staatseisenbahnneßes und dir Fetheiligung des Staats an dem Bau von Klein“ a nen. . * h, Ueber den Beginn der Sißung ist bereits gestern_bkk1chm

worden. Wir tragen hier nur die Rede des Ministers

öffentlichen Arbeiten Thielen im Wortlaut nacb- Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen: . . Meine Herren! Ich entspreche einem Wunsch des Herrn FEM" Ministers, wenn ich seinem Bedauern bier Ausdruck gebe, daI “' durch“Unwoblsein verhindert ist, an der beutigcn Sitzung LMM" nehmen. , Meine Herren, die dieSjäbrige GeseßeSvorlage über bis CM," terung und Vervollständigung des Staatöeisenbabnneses wurde ""

;-

ZUK“ 'zu einer mpfeölendey Einleitung Veranlassung “geben-

daß“ die Vorlage in wesentlich weiterem„Umfange aus-

KW ist als ihre Vorgängerinnen, ist “eine so wirksame Empfeh- daß es eirer allgemeinen einleitenden Begründung kaum T* wird. Trotz der Ungunft der Finanzlage bat * SWegjerung "wesentlich mit Rücksicht auf die miß- W Verhältnisse in der Landwirtbscbaft wie in der In- ßch veranlaßt gesehen, über den Rahmen der vorjäbrigeu zugeben. (Bravo!) Tbatsäcblicb ist das noch in einem

. der Fall, als es in der gegenwärtigen Vorlage in die Erscheinung tritt, da ja bekanntlich in dem Etat bereits 9 Millionrn zur Vermrbrung von

Bzxjeésmitteln vorgesebe'n find, die im gewöhnlichen Lauf der Dinge

früher hier in dieser Vorlage ihre Stelle gefunden haben.

Meine Herren, nun bm :ck mir darüber vollständig klar, daß elbst mit dieser Vorlage von 51 Millionen nur die Erfüllung eines verhältnißU'äßig geringen Bruchtheilß aller, und ich sage im großen Ganzen gewiß aucb berechtigten Wünsche des Landes hat in Aussicht

men werden können. Für die Staatsregierung ist es eine schwierige und nach mancher Richtung hin undankbare Aufgabe, in diesem Jahre wie in aUen früheren zwischen den in so reicher Zahl an fie berantretenden Anträgen und Bewerbungen eine Auswahl treffen 3! müssen binfichtlicb der Dringlichkeit und ,Hinficbtlich dcs Bedürf- Kiffer; der Befriedigung von wirthfchaftliÖen Aufgaben.

Meine Herren, die Staatsregierung darf versichern, daß fie obne Zowjngcnommenbeit und mit möglichst gewissenhafter Abwägung aiicr Verhältniffe bei dieser AuEwahl zu Werke gkgangcn ist. Sie hat dabei aber auch von der Erwägung sich nicht vollständig losfagcn zk dürfen geglaubt, daß die Auswahl in ihrer Gesammtbeit auch Raum für eine wenn auch nur mäßige Rente der neuen Eisenbahn- (“mien bieten muß. Meine Herren, in jedem Jahre yrrmebrcn wir das Staatseisenbabnneß um eine ganz beträchtliche Anzahl von Kilo- meteM- Diese Kilometer sind der Natur der Dinge nacb bezüglich ibrkk ErtragSausfichten überwiegend minderwertbig. Es kann also die Sorge der Staats-Eisenbahnbrrwaltung und damit auch der Staats-Finanzverwaltung nicht erspart werden, daß allmählich durch Hinzutreten so vieler in ihrem Ertrag minderwertbiger Linien die all- gemcine Rente des StaatSeiscnbabnneßes zurückgeht. Die Erwägung aber, daß die allgemeine Hebung der wirtbschaftlichen Verhältniss des Landes“ doch von dem Ausbau der Verkehrsstraßen wesentlich mit ab- hängig ist, hat die StaatSregierung bewogen, in dem weiteren Ausbau deS Staatseisenbabnneyes nicht einzuhalten, sondern Jabr für Jahr mit einer dahin zielcnden, den jeweiligen Verhältnissen Rechnung tragenden Vorlage Vor dem Landtag der Monarchie zu erscheinen.

MeineHerren, wenn man fich der an und für sich ganz gerechtfertigtcn Erwägung bingiebt, daß mit dieser Vorlage nur ein geringer Bruchtbeil derberéchtigten Wünsche befriedigt werden kann, so darf doch auch darauf hingewiesen werden, daß seit dem Erlaß des Kleinbabngesrtzes es nicht mehr der Staat allein ist, welcher die Ergänzung der Schienen- wege als seine Aufgabe betrachten kann, daß vielmehr seit Erlaß des Kleinbabngeseßes sowohl die kommunalen Korporationen wie die Mvatunternebmer sich an dieser Aufgabe zu betbeiligen haben, und daß ste fich auch rübrig ans Werk gemacht haben, nicht nur eigentliche Klsinbabnen, sondern auch Nebenbabnén ins Leben zu rufrn.

Meine Herren, dicses Zusammenwirken von Staat, kommunalen Koroorationen und Privatunternebmern findet einen wirksamen Aus- mz auch in der heutigen, zu Jbrör Beratbung stehenden Vorlage

iriofern, als die StaatSregierung fick) entschlossen hat, Ihnen zu Webim, ihr einen Betrag von fünf MiUioncn zur Unterstüßung donKieinbabnen zur Verfügung zu steUen. Meine Hsrren, ici) wii] bieriex' und offen crklären, daß bei mir früher - ich hake das auch Wim vorigen Jahrs aquesprochen _ nicht unerhebliche Bedenken 9er einc direkte Unterstützung des Staats für Kleinbabnen obgewaltct haben. Ich habe mich der Sorge nicht völlig entschlagen können,“das3 eins derartige direkte Unterstüßung der Kleinbabnen vicUeicbt dazu iübkkn könnts, die Jnitiatide der Selbsthilfe einigermaßsn zu läbmen, daß die Jagd nach dem Glück einer Staatsbeibilfe vielleicht der Anlaß werden könnte, den fröhlichen Aufschwung, den das Kleinbabnwescn in den Testen beiden Jahren genommen bat, ungünstig zu beinflussen.

Meine Herrcn, wenn ich mich entschlossen Habs, diese Bczdenken iurücktreten zu lassen, so ist das wesentlich geschehen in Hinfickzt darauf, daß in weiten Kreisen unseres vaterländischen Erwerbswescns leider Yi! Verbältniffe zur Zeit so liegen, daß aus eigenen Kräften es viel- scbwrr werden wird, so erhebliche AuGgaben für die Ierkefferung der Verkehrswege zu machen. (Sehr richtig1 rkchts.) Die Erfahrung bat das bestätigt: wir finden in großen Theilen unseres Vater- [auch, daß trotz des besten Willens die Ausführung der Kieinbahncn stockt. Aus diesem Grunde hat die Staatsregierung fich entschloffen, anen vorzuschlagen, ihr fünf Miuionen in die Handzu geben, um damit den Bau von Kleinbabnén günstig zu beeinflussen und zu untersiüßen.

Meine Herren, die Aufgabe und die Verantwortung, die damit dir StaatSrcgier-ung erwächst, ist keine leichte. Die Staatßregierung Zklkd' vor eine Mcnge von Ansprüchen gestellt werden, die sie lbrer'eits mit ailer Sorgfalt und Gewiffenbaftigksit zu unter- suchen, unter denen sie oöne Vorurtheil nnd Voreingenommenbeit WWW zu treffen haben wird. Meine Herren, ich bin aber der fasten ueh_kkzeugrmg, daß die StaatSrkgierung in der Lage sein wird, diese A*UJabe? lösen und die Verantwortung dafür vor dem Lande tragen 11! kiinnen. Es ist anzunehmen, daß bestimmte Grundsätze auf diefem Gkbikt Wischen den drei hauptsächlich beiheiligten Ressorts: dem Nesrrt des landwirtbschaftlickpen, des Finanz-Ministeriums und des Mlmsieriums der öffentlichen Arbeiten, werden vereinbart werden, wie “_UÖ bereits jeßt eine ständige Kommission eingesetzt ist, der jeder dahin 1121de Antrag zu untérbreiten ist.

_ 'Meine Herren, mit diesen wenigen Worten möchte ich die dies- iabklgk Vorlage für die Erweiterung und Vervollständigung des Eisen- ""?Bks dringend und warm befürrvorten. (Bravo!)

Bei der weiteren Vera" un nimmt na dem Ab . von

Czarlinski das Wort ck g ck I

..Aba- Or. Eckels (nl): Ich möchte bei dieser Gelegenheit dem YZF" den_ Wunsch nahe legen, bei der Ausführung von Kleinbahn- kbuul kkUndarbabnanlagen darauf bedacht zu sein, daß_ das Material WD“ axzs dem Jnlande bezo en wird. Was die Verwxndun der Aksxosttwnsfonds von 5 Mi ionen Mark betrifft, so bm i DerLY'W“ daß man diese ruhig der Regierung überlassen karin. bahn "WJ hat noch niemals eine Aenderung an einer Sekundar-

Yklgge Vorkenommem sodaß die 50 Miliionen Mark, um die es ßnd bel bande t, auch als eine Art Dinofitionsfdnds zu betr_achten 'th Und_ was bei 50 Millionen Mark zu keinen Unzutraglicb-

gefuhrt hat, dürfte auch bei 5 „NiÜionen Mark nicbt

bedenklich _ erscheinen. Wünscbmswertb wäre _ es, wenn der Staat," bet, Kleinbabnen, _ die sich rentieren, auf“ der Zurück- zablung des gewahrtcn Zu1chusses bestände. Die in die Vorla e auf- genommenen Bahnen sind sämmtlicb solehe, welche der Etsch ießung vbn_Gegenden dienen solle'n, die bisher obne Bahnen waren: keine ewzrge dient der Verkürzung beste'bender Verbindungen. Auch diese Seite. bedarf aber der Berücksichtigung, und ich möchte die Aufmerk- saxnkett_de_§ Ministers vor a11em auf eine Verbindun der Weserbabn mtt Gottingen sowie auch auf den Anschluß des süd ichen Theiss der Provinz annover an die Werrababn richten.

Abg. Knibxl (nl,): Leider bin ich genötbigt, einige Beschwerden gegen dxn vorliegenden Gesetzentwurf vorzudringen. Sie betreffen das Gebiet zrmscben Rhein, Mosel und Saar: einkn dicht bevölkerten Landstrich, drr driygend des weitem! Aufschluffes bedarf. Nur zu sebr_ und zu “oft muß der Wesietr gsgcn den Osten zurücktreten. Der Westen hat immer nur um Erxüljung seiner Wünsche bescheidentiich Lebeten. Es. scheint, es “ist nöztbig, daß er aufhört zu bitten und fait deffen dre Berücksichtigung ]ciner gerechten Wünsche fordert.

Abg. von Tzschovpe _(sreikons): Untrr die „kleinen Hilfs- xmttel' zur Hebyng der Landwirtbscbast gehört zrveiirllos die Schaf- sizng_nxuer Schieneywegu Von diesem Standpunkt aus hätte die dxeéjabrige ErkundarbaHn-Vorlage eins bobs Bedeutung erreichen konnen, wxnn_ fie_ gleichen Schritt gehaltsn hätte mit der Zunahme des 'landwtrtbxcbastirchen Notbftandkg. Die Erwartungen, die man an dre Vorlage geknüpft batie, find jsdoxb nicbt erfülit worden. Das Klein- babnwcsen _kann fich aus krgener Kraft nur entwickein bei wirtbscbaft- lichem Aufjckzwgng. In der jetzigen Zcit wirtbschastlicher Depression bxdarf es erheblicher StaatSzusäpüssr zu drn Babubauten. Unter den mele_n vorliegrnderz Projrkten beanwrucben einzelne cin VorzugFreckÜ, zu diesen gehort dt? Lime Uelzen über Bodknteich und Wittingkn nach Othchlde bez. „nach Gisborn. Dieics Projekt wäre schon im Jahre 1872 zur Verwirklrxbung akkommrn, wenn die Viagdeburg-Halberstädtkr Bahnmchtberstaat11chtwordenwärk. Disse Srrrcke ist also ein Opfer der Verstaatlichung gewordex. Wenn ich auch den großen Segen der Berstaqtirckxung a_nerkennr, 10 möchte ich dock) befürworten, die Pro- jekte, dre durch 018 Verstaatlichung bknacbtbciligt find, jest besonders zu bksückfickZtkgCn. 118,er die Rentabilität der Strecke könnrn nach sachberständtgem-Urtbeil keine Zil'éifkl sein. Aber wo es sich urn igndwntbscbaftltche Meliorßtionsbabncn bandclt, soil ja nach den eigenen Wortcy des, Ministers die Renthilit-ät nicht ausschließlich niaßgebxnd sem, wirtb1chaftltche Intercmen sollen da in erster Lime m .Erwagung gezogsn werden. Und an dieser Strecke konncn . die landwrrt61chastlichcn Vsrbälmiffe nur Prospericren, wenn die Bahn gebaut wird. Jexzt ist nun eine Kleinbahn in Aus- 11„cht gsnomm/Zn, obwohl [ck glaybc, daß die Linie zu denen gehört, welcbe drm Staatsbabnbau Vorbehaltrn wkrdcn müßtkn. Ick möchte daher bitten, dx_n Pktznten für diese Babu einrn motivierten Beschrid zugeben zu lumen. “Sollte der Bau einrr Skkundärbabn unmöglich fem, so nruß Zbep der Versuch gemacht wrrdsn, wenn auch mit großen Opfern, eme Klembabnzzu baurn. Mögs drr Ministrr auch in diesem Falle wohlwollend? Mithilfe gewähren.

_Abg. Conrad -Flatow (kons.) dankt dem Ministrr für di? Bi"- rück11chtrgung WUtvreußens bei dem vorliegenden Esseßentwurf, ersucht jrdoch, dtß Bedingungen, di? einzelne Gcmcinden bei den Babnbauten _zu erfüllen baben, einer nochma1igenDurchficht zu unter- ziebcn, u_nd giebt sodann zur Erwägung, ob ks nicht angänqig sei, eine ParaUelstrecke der Etjenbahnlinir Krruz-Brombcrg mit einsm Weichsel- übergange zu erbauen.

Abg. Graw : AllMstein (Zentr.) bittet um den Bau einer Linie Sranurg-Röffcl-Korscben._

Abg. Sack (kons.)_ tritt für eine Strecke Sprembrrg-Baußen ein,

Abg. Lob m a un - Hagen (ni.) führt aus, daß der Staat mit drm Er- werb der Privatbabngn die Verpflichtung übe'rnommcn babe, in um- fangreicherer Weise Für dcn Ausbau des Sekundärbabnnrßcs einzu- treten. schaftlichen Nirdergangs, wo er daz_u beitragen müffe, Landwirtbschait und Industrie aufzubclsen. Im Sinne diejer Ausrübrungen bitte Cr um die “ortskxung de_r Linik Hagcn-«Jörds nacb Rade worm Wald, die im ntrre1e der Kleinindustric driygcnd geboten sei.

Abg. Ur. Dittrich (Zentn) besürwwrtet dic Konzessionierung einer Kleinbahn von Elbing über Braunsberg nach Frauenburg.

Geheimer O_ber-Regierungs-Ratb 131". Micke crwidrrt, daß dicse: Konzession demnaäost werde „ertbeilt werden. __ _

Abg.1)r. Loticbius (nl,) bittet um b€11cre Er7chließung des Westcrwaldcs, _

Abß. Hodler (chtr.)_ tritt für dem Auébau dss Hobrnzoüernsckpcn Eisenba,nne es ein, insbewndere für eine Laucherttba1=, Killer- und Evacbtbalba n. _ _

Abg. Böttingcr (nl,) befürwortet brmrrs Zugvrrbindungen

zwis cn Avratb und Vohwinkel. _ _ _ * bg. Will_ (fon).) bcklagr die grrtnge_ Bcrücksicbtigung, dic Finterpommsrn jeit Jahren in der Sxkundarbabnvorlage crsabre'n abe; aucb dicömal sei keine der Bahnen für „Qintervommern bestimmt. Redner befürwortkt demgemäß _eine Abzwsrgung der Harxptlinic Stolp-Danzig nach Leba, die wäter [Licht einc? Fortscßung Laucn- burg-Bütdw-Koniß erbaltrn könne. _ .

Abg. Bur bardt (ul.) spricht skin? Besricdigun darüber-aus, daß die seit Ja ren gewünschte Strecke Bolkenbarn-s crzdors nach der jetzigen Vorlage zur Auöführun gebrgcht werdgn soÜc, brdauert aber, daß die Strecke nicht als Vol] ahn eingestellt !ci, da nur durch eine Voübahn der nothwendige Schnellzugdcrksbr zwischcn Breslau und dem Gebirge ermöglicht werden würde.

Aba. Brockmann (chtr.) cmpfi-xblt den Bau cinrr Bahn durch die Kreise Bittburg und Prüm, da die]: Gkbicxc dsr Eifel noch sebr envvickelungsfäbißk seien. Für Industrie und Handel werde im Uebermaß gesorgt, die „andbeyölkerung i_ei das Ajcbenbrödel. Er hoffe, das; die Staatsregierung keine Wünkchc als gcrcchtsertigt an- erkennen werde. _

Abg. von Wovna (fr. kons.): Ick bedauere, daß auch in diescr Vorlage wieder die lastenfrrie Ueberweijunß des Grand und Bodcns festgesest isi, obgleich von der Regierung wiederholt zn?egcben Ut,_ daß das fehlerhaft sei. Es wird dadurch vor allem emeung eiche Belastung der einzelnen Landestbcilc berbeigxfübrt; so bctragen die Grunderwerbs- kosten in Westfalen z. B. zwischen 3 und 11% der Anlagekosten, in Hannover 22 %, in der Rheinprovinz 17 0/0. Noch bedenklicher erscheint der Grundsatz, wenn man berechnet, welchen Prozentkaß der Steuern diese Kosten für die einzelnen Gebiete austZachen. Hoffentlich wird die Regierun? fick) bald zu einrm cmdxren System entschließen. Bei der Wichtig eit der Verbindung Berltn-Breschu und der Vrrbindung mit Prag hätte die Bahn Merzdorr-Bolienbzxm als Voklbabn Vorgesehen werden solxen, worm auch75unach1ivtellerchx mit Ncbenbabnderkebr, zumal die örterreichikche chterun Werth aus den Anschluß legt. So freundlich _wir den Linirn tm Y_stxn «Degen- über stehen, so zweifelhaft stehe ich persönlich drr_ Linie ber- rottenbach-Kaßbütte gcgenüber. DF, glaub? ich, batxen" qndcre Gegenden, wie die schon genannte Eifelgegend, mehr_Beruck11chtrgung verdient. Mit Bahnbauten werde notbieidenden Gebirgsxzegxnden eber eholfen als mit einzelnen UnterstüDUanfonds. Mtt__gr9ßer Freude Jegrüßen wir die Einstellung von 5 ii ionen Mark nirzkletnbabnen und freuen uns, daß in dem (_Heseß keine bindende Yemmmun uber ihre Verwendung getroffen in. Das Gesey entbalt_ eme ' ?ngc wichtiger Einzelheiten, die so bedeutsam_ sind, daß wir b:tt6'1_1„möchten, die Vorlage der um 7 Mit lieder verstarkten» Budgetkommmwn zuzu- weisen. Ich bitte Sie, die em Anfrage zuzustimmen. _

Abg.1)r. von Lieres und Wilkau (b. f. F.) empncblt den Bau einer Weisnistbalbabn.

Abg. Baensch-Schmidilein (fr. kons.): Alle Interessenten an der Bahn Bolkenbain-Merzdor find einig darüber, daß dre Babu als Vollbabn außgebaut werden :; i_n dtescm Sinne smd auch alis Bewilligungen der Kreise und der rovmz Yscheben. Diese Bahn Tft ein wichtiges Glied der Linie Hir chberg-',r.eslau, und der Ausbau als VoUbabn würde den Anschluß der L_mte Petersdors-Landes- grenze sebr erleichtern. Die lcytere Linie würde das, Gebirge und die Jndustriezentren auf beiden Seiten des Gebirges er- schließen. Auch der Absaß der Waldenburger Kohle wurde durch

Diesa Verpflichtung habe er um so mehr in einer Zeit wirtb-.

diese Verbindung besotzders _erleichtert werden. _Die österreichische Rxgierung bat sicb.berett erklart, die Bahn auf ihrem Gebiet fort- zukeßen, und sZeztell der Minister Graf Wurmbrand ist nach einer xnir gemachten usanx besonders geneigt dafür. Je t ist das Terrain für die Babu noch billig, spater wird sich die Sp ulation seiner be- uxacbtrgen. Auch ich bitte um Vernarkung der Budgetkommisfion für dre Beratbung dieser Vorlage.

. Abg. von Stül nagdel (kons.) tritt für eine Bahnlinie Treuen- bneßen-Ratbenow- ran enburg-Neustadt a. D. ein.

„Abg. von Trott zu Solz (kons.) befürwortet die Fortsetzung der rm vorigen Jahre gebauten Strecke von Marburg über Weidm- bausen bis zur Landesgrenze. _

Abg. von Tepper-Laski (Lr. kon_s.): Ick) beklage es, daß Heffen-Naffau bisher so wenig mit Hekundarbabnbauicn bedacht worden 11t._ Besonders find das Nassauer Hinterland und 'der Regikrungs- bezirk Wichaden im Eisenbahnbau remachläsfigt. Diese Hint- antseßung ist um so empfindlicher, als für den brtreffenden Yandeötbeil vkrscbiedene Projekte von der Regierung in Aus- 1151)? genommen sind. Für die schon Vom Vorredner erwähnte Lime von Marburg übkr Weidenbausen nach der Landeßgrenze bei Herborn spricht schon, daß zwei Vertreter aus Verschiedenen Kreisen in gleicher Weise dafür eintreten. Die Bahn ist auch von bewor- ragcndcr strategisckycr Vcdrutung und bildet den Mittelpunkt und das Rückgrat für 9171 ganzes System von Nebenbahnen. Ebenso nothwendig ist der Bau “(*-„'r Strecke Raumiand-Frankenberg, eine Fortseßung dsr LGw Erndtébrück-Raumland, durch das Tbal der Eder. Ich bitte die Regierung, die Vorarbeiten für diese Strcckrn soweit zu fördern, daß die: Projekte schon naechstes Jahr in die Vorlage“ aufgenommcn werden können.

Abg.Linke (nl,) kommt nochmals auf die Wünsche derschlsfisckoen Bevölkerung zurücY die Linie“ Visrzdorf-Bolkenbain als VoUbabn Ybaut zu sehen. “Schon von jrbcr 1€i_ dies dcr Wunsch der dortigen 3 Cvölkerung gkwessn, um zu einer bensren Verbiydung mit Breßlau zu kommen. Jedcnfails mögc man doch di? Möglichkait lassen, die Bahn m eine Vollbabn umzubaurn. Dis Natnrschönbriten dss oberen Nriffctbals wiirden bei bequemer Vrrbindung eine: außerordentlich große Zahl von Bekuchkrn anzirben.

Abg. _Fre'iberr don Cynattsn (Jens.) spricht über di? Reniabiiiiat der Strecke Lindern-Hainsberg-Jü1ich und bittet die Regißruyg, Bahnbauicn nicbt dilatrri1ch zu behandeln, sondern möglichst sof_ort den Betbsiligten mitzutbeilrn, ob der Ausbau einer Linie für ab'ebbare int bzabjicbtigl sei, damit die cinzrlnen Gcmrindkn danach ibrc _Ent_schlü11€ fanc'n könntsn.

_Abg. Hirsch (Zrntr.) bittet um AUIbau des Bahnhofs zu Dümeldorf. *

Abg. Von Enckrvvrt (kons_.'d bittst um Aufschlirßun drr; Krcisss Ueckermünde durch einen Babnayxchluß an die Stettinrr » abn.

Um 31/2 Uhr wird dic Wciterbcrathung vertagt.

Statistik und VolkSwirthsthaft. Zur Arbkitkrbewcgung,

!

In Leipzig fand am Sommbcnd (*ink Bsrsammiimg der sozial- demokrati1ch8n Braucrgéb ilféki statt. In eincm Vortrag, dcr Von den Jntereffen der Yrauerriarbciter bandklte, murdrn, wir die .va. Ztg." berichtet, Angriffs grgkn dm nichtsoziaidcmokratischcn Brauerbund laut. Der dürftige Bcsuch der Vkrsmnmlung - 35 Pkrsonen -- bcwics, daß dll Abnsigung der Leipziger Brauerarbilfrn gcgen die unfrucht- baren Riden noch immrr anhält. Der Fachvrrein der Brausr Lsid- zigs bat fich bereits dor längerer Zsit wegen Mangels an Mitgliedern auflösen müssen. _

Hier in Berlin erklärte eine Versammlung dcr Musikin stru- mcntenarbeiter am _leßten Sonntag d€n Ausstand in der Piano- fabrik von Görs u. KaÜmann für beendet, wril es den Fabrikanten gelungen ist, fick) neue Arbeitkr in ausreichendsr Zahl zu beschaffcn. Der Ausstand hat bis jrtzt bereits 12000 ck gekostet. Von den ur- sprünglich etwa 80 Ausstandigen find nach dem „Vorwärts“ nur noch fiebern obne Arbsit. - Ferner 501) M Versammlung die über die Pianofabrik don Kunze u. Sohn verhängte Spkrrr auf.

Aus London wird der „Köln. Ztg." gcscbricben: Dcr Aus- stand der Sebuharbeitcr gcwinnt immer wcitrr an Ausdehnung. Die Zahl de'r Friérnden wnrde am Sonnabend auf 200 000, Drei- viertel dcr Angkbörixcn disscr Industrie, gc'schäßt, In Leicsstcr beträgt die ' abl der AUÖsiändigrn 1":er 30 000. - Wik dir Londoner „A. K.“ zur Lobnbewrgnng in dcr Schubindustrie mittbrili, ist in Leicsstcr, wo allein 25 000 Psrsonen außrr Arbcit find, das Verbältnif: zwisch2n dcn Fabrikanten und ibrrn Arbeitern so wcnig krbittrrt, dux"; manche Fabrikanten vcrsprochcn haben, in Fäslrn von aUrJ-xrordkmtlichsr Noth )rlfeadrinzugreiscn. In Northampton find 15000 und in London 5000 Arbeiter ausständig. __

Aus Brüssel wird dcr .Köln. Ztg.“ berichtct: lQik Gewerk- schaft dcr Maler und Anstrcicbcr dss Bezirks Brüncl b€schloß durcb Umfrage nahezu kinstimmi die Betheiligung am allgsmeinen Ausstand im FaU drr Anna ma dcr ngierungödorlage über das Grmrindrwablgewtz. "

In Verviers smd nacb drmsclben Blatt s9t11rntliche 350 Weber der dortigcn Tuchfabrik J. Simonis artsstandig.

Handel und Gewerbe.

Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Köks an der Ruhr und in Oberschlesien.

An der Ruhr find am 18. d. M. gesteklt 11348, nicht rechtzeitig gestellt keine Wa en. _ .

Jn Oberschesicn sind am 16. d. M. gestellt 2362, nicht recht- zeitig gestellt keine Wagen. _ck

Ausweis über den Verkehr auf dem BerlinerScblacbi- viebmarkt vom 16. März 1895. Aufgreb „und Marktprete nach Schlacbtgewicbt mit Ausnahme_ der S wxme, wclche„n_a Lebendgewicbt gehandelt werden. Rinder. ustrieb 4832 Stuck. (Durchschntnsvreis für 100 kg.) 1. Qualität 120-124 „js, 11.Qua1itäi 100-114 M, 111. Qualität 90-96 „M, 1173Qualitätc80-86 .“ _ S ck w e in e. Auftrieb 4853 Stück. (Durchxchnittsvre'ts für 100 irg.) Mecklenburger 92 „ii. Landschweine: a'. gute 88-90 .,“, d. geringere 80-86 .“, Galizier - „44, letcbte Ungarn - „ji bei 20% Tara, Bakonver 90 „xi bei 27,5 k Tara „pro_Stück. -- Kälber. Auftrieb 1150 Stück. (Durchéchnittspms fur 1 kg.) [. Qual. 1.10-1,16 “FC, 11. Qual. 0,96-1,0Z .“. 111. Qualität 084-094.“ -- Schafen Auftrieb 13203 Stück. (_DurckoschniUSvreü für 1 kg.) [. Qualitä10,88-1,00 „;ck, 11. Qualitat 0,76-0,84 .,“, [1]. Qualität -,- „ii

- In der Generalbersammlung der Deutschen (CH_rwndscbul'd- Bank, Berlin, vom 18. März d. I. Wurde die mit einem Rem- gewinn von 801119 .“ abschließende Bilanz und die Vertbxtlung einer sofort zablbarcn Dividcnde don 70/0 =?- 70 „ck pro Aktie, ge- 1125111th und dem Auffichtßratl) und der Direktion Entlastung ertbcilt.

- In der gestrigen (HsneralVersammlung der Preußischen Hypotheken-Aktien-Vank wurde die mit emem Reingewinn von 1194 428 „46 abschließende Bilanz und die Vertheilung ciner Dividende von (;O)/0, die sofort zur AUIzablyanelan'gen soll, ge- nebbmiat und dem Auffichtöratb und der Dire tion dre Entlastung ert eilt.

- Die ordentliche Generaldersamrnlung_ des Schlesischen Bankvereins Vom 16. d. M génebmigte die vorgeschlagene Ge- winnvertbeilung. Der Reingewinn beträHt 1560 837 „46, wovon ent- fallen für die bciden Rcserbefonds 1563 8 „M, für Tanttzmen _der Geschäftsinhaber und des Auffickptsratbs 134 434 e546, als 5k 0/0 Dtviz dende der Aktionäre 1237 500 „46, während restliche 32 524 ck auf neue Rechnung vorgetragen werden.