1895 / 76 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 27 Mar 1895 18:00:01 GMT) scan diff

Seine Ma einen Ehrenpa a ck mit goldenen) Griff. J dankte, auf das tiefste bewegt, mti fo1genden Worten: Eure Majestät wollen gestatten, Ihnen meinen untertbänigsten

Dank u 1": en zu legen. AskeitT tßnilitäriscbe Steüung Eurer Majestät gegenüber estattet

es mir nicht, Eurer Majestät meine Gefühle wetter auIzu prechen. Ich danke Eurer Majestat!

Der Fürst bestie sodann wieder den Wagen,“ der seitxvärts Aufstellung nahm. Seine Majestät der Kaiser kommandxerten nunmehr die Parade, ritten auf den Wagen des Furßen Wißmarck zu und stellten Sich neben den Wa en. _.Der rft und der Kronprinz erhoben stch und blieben tebxn, zvä rend die Truppen vorbetmarschierten. Zuerst defillerten dtc Kurasfiere, dann die Infanterie, dann die Husaren und zum Schluß die Artillerie. Der Fürst dankte schließlich Seiner Maxeftat nochmals, schüttelte und küßte dem Raise? die Hände und fuhr dann in das Schloß zurück; Seine Majestät der Kaiser se_ ten Sich an die Spike der Kürassiere, welche die Ehrenwache n er- nabmen. Um 11/4 Uhr hatte der denkwürdige milttärifche Akt sein Ende erreicht.

Das hierauf folqcnde Diner im Schlosse umfaßte 30 Ge- decke. Bei der Tafes brachten Seine Majestät der Kaiser auf den Fürsten Biswarck einen Trinkspruch *aus, welcher yon 21 Salutschüffen be leitet wurde, und überreichten dem Zulylar ein Pelschaft vom chreibtisch Seiner Majestät des Hochsehgen Kaisers Wilhelm 1. als Geschenk. Der Trinkspruch Setner Majestät des Kaisers auf den Fürsten Biswarck lautete:

Der achtzigste Geburtstag Eurer Durchlaucht fällt in das 25. Jahr des Bestehens unseres Reichs. Die Glückwünsche Meines Heeres, geweiht durch die Erinnerung an die gewaltigen Kämpfe, konnte Ich Ihnen soeben im Angeficht der Truppen aus- sprechen. Nicht an den großen StaatSmann, sondern an den Offizier richten sich heute Meine beißen Wünsche. Und da sind es drei Sprüche, die für den heutigen Taz von besonderer Bedeutung Mir erscheinen. Zum Ersten Eurer Durch- laucht Konfirmationsspruch: .Was Jbr thut, jbut Ihr dem Herrn und nicht den Menschen“, Mist bin auf das unerschütterlicbe Gott- vertrauen, mit dem Eure Durchlaucht Ihre gewaltige Arbeit ausgeführt, und welches auch unser Hscr niemals ver- leugnet hat. Der zweite Spruch: ,Dennocb“ war der Ausspruch jenes tapferen Grafen Mansfeld, als er fich kühn, das Schwert in stablbewebrter Faust, dem übermächtigen Feind gegenüberstellte. Eure Durchlaucht haben denselben des öfteren wahr gemacht, zumal in jener Zeit schwerwiegender Entschlüffe für Meinen Hochseligen Herrn Großvater, als Sie Ihn mit stolzem Hinweis auf Sein Offizier- korps an Sein Portepée erinnerten. Den dritten Spruch „ZySatSmur 3361100“ schrieb Mein englisches Dragoner-Regiment in stolzem Selbstbewußtsein auf seine Standarte, nachdem es, des Fein- des Viereck niederreitend, seine Feldzeickyen erobert hatte. Dieses kann als Antwort gelten auf alles, Was Eurer Durch- laucht Feinde und Neidkr sagsn oder tbun können. Wir aber, die wir mit Freude Eure Dnrcblaucht als Kamsraden und Standes- genoffan bewvndernd fcikrn, in bewsgtcm Danke gegsn Gott, der Sie unter unserem glorreiäyen alten Kaiser so H8kk11ch€s voUbringen ließ, stimmen ein in den Ruf, den alle Deutschen von der schneebedeckten Alpe bis -zu dkn Schäk€11 dss". Welt, wo die Brandung donnernd tost, aus glülxkndem Herzen ZÜSrufM: Seins Durchlaucht der Fürst von

BiItnarck, Herzog Von Lauenburg, lebe lxoch! Hurrab, hurrab, hurrah!

Fürst Bi8marck erwiderte hieraus:

Crlauken Cure Majsftät, daß _ich meinen Dank in _werzigen Worten zu Füßsn lege. Eure Majestat haben appelltert gn dle Ergen- schaft dks preußischsn Offiziers, und ich kann xn Anknupftzng daran nur bestätigen, was ich schon vor zehn Jahren_ ber 5er Begryßungoder Generale in Berlin ausspracky: Das Beste _m mrr un_d tn memer Lebensbetbätigung ist immer _ der „preußische Offizwr gßwefxn. Wäre ich der nicht gewesen, 1ch thß mcbt, ob 1ch ganz m dze- selben richtigen Bahnen werfaUen war?. Aber der Lankzwebroffizter des 9. Regiments ist für mick) der Wegwerser gewesen, dcr mm:!) an0 48 von Hause aus in die richügen Bahnen,;zeworfen hat, 5. b. zu dx Bahnen dsr Anhänglicbkeit an unser rkgterendes Haus, tm Htgbltck auf anders Ländsr, die diesen Vortheil eikzes regierendep Hauses uber- haupt nicbt besaßen; kurz und gut, ich bm über _48, bmweggekomm'en mit einer intenfiVeren Anbängüchkeipan das Kömglrche Haus, als wh vieÜeicht in meiner agrarischen Unrmssenheit vor 48 auch nur gedacht hätte: begeistert und bingebend. ., _ . _ ' .

ck bin in der Richtung gcölleben, wlange memo." Tbattgkcnt beansprucht wurde, und darin wurdk ich überzeugt, daß aqßerba1b Her dynastiscben Anbän lichkkit in Deutschland überhguvt ket_n «Heil tsj. Wir brauchen 510 auf Frankréicb zu sehen; se_1tdem dre Dynastte weg ist, wo soll der Sammelpunkt herkommen, für, 13611 Ralliemerxt eblasen wird“.) Das ist immér streitig. Halten wrr fsst, wax; wrr Faben. Wir haben in Deutschland nicht ein einheitliches „Kaiser- thurn, aber unsexe Fürsten und regierendezx Herren," dte 11110 an estammt smd, und an denkn schon die „römtjchen Scbrtststeuver dxe Angbänglickykeit der Germanen in Liner Werse gerübmt haben, dxe wtr heute kaum mehr verstkhen. ' " .

Ich brauche daraur für die belesenen Herren mcht „naher 81an- geben; aber in diesem Sinne darf ich Sie 5111211, im „Smpe der ger- manischm Anbänglichkeit an den Stammeösursten, mzt x_mr auf pas Wohl unseres Gnädigen Herrn anzustoßen. SemeMaxestat der Katser und König lebe boch!

Um 31/2 Uhr traten Seine Ma1esiät der_Kmser ip Bz)- gleitung Semer Kaiserlichen ?oheit des Kronprmzen, gle1chw1e auf dem Hinritt zum Paradx eld vom brausenden Jubel der Menge begrüßt, die Rückretse nach Berlin an. Als Se_ine Majestät den Wagen bereits bestiegcnhatten, ersch1en Fuxst BiZmarck 1106) einmal zur Verabschtedung am Bahngleqe. Kurz darauf fuhr der_Zugab. . , ' ."

Ihre Majestat dte .Katserxn lteßen dem Furstxn BiSmarck durch Seine Kaiserltche Hohen dxn Kronprtp en em herrliches Rosenarrangement und einen Gluckwunschbrte? über-

reichen.

In der Ersten Beila 8 zur heutigen Nymmer d.Bl. wird eine Denkschrift, betre end das Ergebntß derVerhandZ- lungen des Staatsraths zu 11 dex Vorlage_ „Mgß- regeln zur Hebung des Getreidepretses“, veroffentltcht.

Unter den Einkommensteuerpflichtigen ist vielfach die Auffassung verbreitet, daß bei Bemessung der im § 91 Nr. 5 des Einkol-nmensteuergeseßes zugelassenen A_bzüge_ für Abnußung von Gebäuden die Anwendung cmes hoheren Salzes als ein halb vom Hundert des Bauwerths durch allgemeine Vorschriften unter agt sei. Mit Bezug auf dle

KW" 1 ietbéi »Wer-M* nchen h Bijmärä

- hofc von Ihrer Königlichen

; .

Weiten eil d'er* nmeisung vom KMW _ , uSgabe) at sich der Finanz-Minißer da veranla_ 9 sehen, in einer unter _dem 14. d. M. erggn e_nen Verfuguztg- an die Einkommensteuer-Berufungskommts token darauf hm- zuweisen, daß“ eine derartige Auslegun we_der dem Wortlaut noch der Abficht der oben angeführten erfugungen entsprechen würde.

Im Bezirk der Königlichen General-Kommisßon zu Münßer i. W. wird am 1. April d. I. in'der „Stadt Meschede eme Spezialkommission errjchtet, mtt 'deretx Lettyn der Speztalkommissar, Re ierungßAffeffor Melchtor, bis, er zu Brilon, beauftragt ix. Vom gleichen Tage ab nnrd die Spezialkommisfion 11 in Brilon aufgehoben.

Der stellvertretende kommandierende Admiral, Admiral Knorr hat fich in Begleitung des Chefs des Stabes des Ober-Kommandos der Maxine, Kapitäns zur See'Ttrpiß yr Vornahme der Frühjahrßmspizierungen nach Krel und 11- helmshaven hege en.

Der General-Lieutenant vox: _Goßler, Kommandeur der Großherzoglich Hesfifchen (25.) Dtvtfion, ist mit kurzem Urlaub hier eingetroffen.

Der Regierunks-Affeffor'ör. Dumrath in Stade ist vom 1. April cr. a mit der kommissarischen Verwaltung des Landrathöamts im Kreise Stade beauftragt worden.

Nach telegraphischer Meldung an das Ober-Kommando der Marine ist S. M. S „Arcona“(, Kommandant Kor- vetten:Kapitän Sarnow, am 24. März nach Formosa und S. M. S. „Iltis“, Kommandant Kapitän - Lieutenant Ingenohl, am 25. März von Tientfin nach Taru in See gegangen. .

Köln, 26. März. Ihre Ma“ stät die Kaiserin Friedrich traf, wie dte „Köln. Ztg.“ ericbtet, gestern Abend, von England kommend, hier ein und wurde (1le dem Bahn- .Hohett der Prinzesstn Viktoria zu Schaumbur' :Lippe begrüßt. Später reiste Ihre Majestät mit der 5Zrinzessin Viktoria nach Bonn und von da nach Schloß Rumpenheim weiter.

Kiel, 26. März. Die Panzerschiffe „Brandenburg“ und „Kurfürst Friedrich Wilhxlm“ smd a_us England, die Schulschiffc „Stosck)“ und „Stern“ aus Wextindien heute hier wieder eingetroffen.

Bayern. - '

Die Beerdigung des am 24. d. M. verstorbenen Kultus- Ministers ])1'. von Müller hat gestern Nachmittqg 41/2 Uhr unter großer Betheiligung des gesammten Mmistermms, der Staatswürdenträgcr, des Erzbischofs, dcr (Hemm!- Superintendenten, der Geistlichen beidex" Konfesstonen, der Mitglieder der Akademie, der UniversttatöWrofefforen, Mitglieder der beiden Kammxrn und der städtischen Kollegien stattgefunden. Seine Konigliche Hoheit der (Frinz- Regent war durch seinen General:Ad§utanten, eneral- Major Freiherrn von ZoUer, Ihre Königichen oheiten die Prinzen durch ihre Adjutanten vertreten. Der tadtplfarrer

* Rathmcyer hielt die Rede am Grabe, an welchem zah reiche

Kränze unter Ansprachen niedergelegt wurden.

Mecklenburg-Streliß.

Seine Königliche.Hobeit der Großherzog hat, „xvie,die „Meckl. Nachr.“ melden, am 22. d. M. sexy 501ahrzges (BenerasS-Jubiläum und am 21. Januar 5. J. sem 60 jährtges Offiziers-Jubiläum in aller Stille begangen.

Heffeu.

Mit Genehmigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs ist, wie die „Darmft. Ztg.“ amtlich meldet, die Anordnung getroffen worden, daß am 1. April d.„J., dem Tage, an dem der Fürst BiSmarck das 80. LehenS1ahr vollendet, alle staatlichen Diensxgebäude zu beflaggen smd und daß an diesem Tage der Unterrtcht in allen öffentlichen Schulen des Großherzogthums ausfällt.

Sachsen-Weimar-Eisenack).

DerLandtag hat'in seiner gestrigen Sißung das Prä- srdium zur Beglückwünschung des Füxstßn BiSMarck mit allen gegen 2 Siimmen, die eines frxifmmgen und eines sozialdemokralischen Abgeordneten, ermächngx. -, Das neue Steuergeseß wurde dem Finanzausschuß uberrmesen.

Lippe.

Die Beifeßung Seiner Durchlaucht des Fürsten Woldemar hat gestern Nachmittag in Detmold statt- gefunden. In Vertrctun Herner Majestßt des Kaisers war Seine Königliche Ho eit der Prinz Frteprich Leopold erschicnen. Der Feictlxchkeit wohnten ferner bet: Seine Durch- laucht der Prinz Adolf zu Schaymbur :Lippe, Seine Durchlaucht der Erbprinz Reuß ]. L., eine Durchlaucht der Prinz Leopold Zu Schwarzburg-Sonders aufen, Graf Byrnhard zur- ippL-Biesterfeld und (Graf riedrich Wilhelm zur LippeBiesterfeld, Sohn uxtd Bruder des Grafen Ernst ur Lippe-Biesterfeld. Die Bethetljgung des Publikums eine 1": eraus rege.

Oekerreich-ngarn.

.Der Erzherzog KarlLudwig hat sich, wie „W.T.B.“ berichtet, vor einigen Tagen erkältet und leidet an Influenza und Hustenanfällen. In den leßten Tagen “hat Ich sexn Be- finkie?s zwar gebessert, doch kann er noch mcht as Zimmer ver a en.

Das österreichische Abgeprdnetenhaus erledi te gestern das erste Hauptstück über -d1e Steuerreform. xi der Verhandlun? Über die Regierunggyorlage, betrefferzd dte Verstaatlichung res Wiener Telephons, antwortete der Fmanz-

dWQog-W . :, WKM den ““en vch-7.Fchcku [MARIAN 1 (Nr. 8 WWI" gz zum- 1 1 ie

e-

_präfidentén Tamoczy angebli

'qefä?rde.

. quister Öl“. V1!!!“ Plener auf die AUS - m Zeorduelen Steinwender, der die Heran| ÜFWM'*"*IS M "K eübestände .

beanti'agt hajxe, und legte dar, daß die ausgewiesenen Ka enbeftande , derxn Konzentration erwünscht sei, nicht so_ rei verfü bar seien, als geglaubt werde. Der Minister bemerkte, da entsprechende Maßregeln ins W'erk efth worden und mtt den Eisenhahnkaffen begonnen sei. Die eranzie ung der Posisparkaffe set em guter Gedanke und der erße ersuch, die. Postsparkaffe ,wie eine „kleine Staatsbank zu benahm. DaH Ukehmde-Gescs gestalte ein Darlehen nicht, weshalb Thetlschuldversckzretbu en ewählt'

„werden müßten. Der Antrag Steinmender wu e a elehnt

und das Geseß sodann in zweiter und dritter Lesung ange- nommen.

Jm ungarischen Unterhause kam es gestern anläß- lich der Mittheilung des Neutraer Wahlergebnisses und des Verzichts des Staatssekretärs Latko czy :: äußerst türmischen Scenen. Der Vertrauensmann der olkSpartei

bg. vo'n Pazmandy s ilderte die von dem Wa [- _ verübten Mißbräuche, wo ei die äußerste Linke stellenweise in entrüstete Zurufe gJen den auf der Galerie zmwesenden Tarnoc ausbrach. u stürmisch dessen Hmauswetsun forderte, Dem zsZräsiventen von Sziklagyi elang es nur chwer, den Tumult zu be- chwören und die umultuanten zur Respektierung der Oeffent- ichkeit der Verhandlungen zu benze en. Tarnoczy mußte sich schließlich von der Galerie zurückzte en. Nach dem Abg. von Yazmandy theilten noch weitere Zeugen der Neuiraer hl ihre Erfahrungen mit und forderten Ahndung für die erfol te BedroZung der Abgeordnetenimmunität, sowie energis es Vorge en gegen den Wablpräfidentm und die Organe der Verwaltung und RechtSpflege. Schließlich beantragt? die äußerste Linke dis Einseßung ciner parlamentarischen Untersuchungskommission, worauf der Minister des Innern Perczel erklärte, die kom: petente', Verwaltunxsbehörde habe bereits die Untersuchung an: geordnet. Die De atte wird heute fortgeseßt werden.

Wahrscheinlich wird das Unterhaus noch in dieser Woche über das Nuntium dcs Oberhauses, betreffend dessen [este Abstimmungen, verhaxxdeln. Am Sonnabend nächster Woche ?ält dann das Unterhaus seine leßte Sißung vor den Oster: erien ab, die bis zum 22. April dauern werden.

Unter dem Vorfiß des Minister- Präsidenten Barons Banfft) fand gestern in Budapest eine Konferenz statt, die über die a rarsozialistische Verve ung im Alföld berietl). Zunächt wurde an die Versamme ten die Frage ge- richtex, was die Ursache des Ums1chgreifens des Agrar- soztaUSmus sei. Die große Mehrheit der Anwesenden er: wxderte, daß der AgrarsozialiSmus infol e der außerordent: lichen Agitation um fich greife. Nur zu Fehr geringem Theil seien die schlechte Ernte und die medrigen Getreidepreise daran xchuld. Als Beweis üHrten mehrere Redner an, daß Gutsbeißer aus entlegenen egcnden Erntearbeiter kommen [affen müßten, da die einheimischen aufgewiegeltcn Arbeiter über: haupt nicht arbeiten wollten. Der Minister-Präsident Baron Banfft) führte aus, daß die Regierung auf der Grundlage der von hervorragenden Fachmännern und elner Anzahl von Verwal: tungsbeamten der Komitate Cekes,Csanad undCsongrad geäußerten "Ansichten umfassende Sicherheitsvorkehrungen getroffen und namentlich Sorge dafür getragen habe, daß die seit einigen Jahren anläßlich des 1. Mai auftretende Bewegung ohne jede Störung- verlaufe und die öffentliche Ordnung nicht Was die Linderung des Nothstandes betreffe, o eien Mittel flüsfig gemacht worden, damit zixzs- freie Darlehen gewährt würden. Die Regierun habe 11ch ferner mit dem KriegS-Ministerium ins Einverne men geseßt, damit ein Theil des Bedarfs an Hausleinwand für Armee»- zmccke unmittelbar von den Produzenten ohne die Dazwischen- kunft der Lieferqnten gedeckt werde. Auch sonst werde die Regierun auf dle Pflege und Unterslüsung der Hausindustrie bedacht Fein, jedoch wünsche sie auch eine umfassende Aktion zur definitiven Eindämmuan der sozialistischxn Bewegung ein'uleiten. Zu diesem ehufe appelliere nc an die gefechschaftliche Unterstüßung dcr grundbesrßen: den Klasse, deren hervorragendste Vertreter eben zur Theilnahme an dieser Berathung und zur Meinungx äußerung eingeladen worden seien. Unzweifelhaft seien germffe Uebelftände vorhanden, und namentlich die Forderung von gewissen außerordentlichen Lasten, die den kleinen Pächtern unp Arbeitern auferlegt worden seien, habe zu der Erbitterung bek- getragen. Es sei wünschenswerth, schloß der Minister:Prändex1t, daß diese Mißbräuche auf gesell1chaftlichem Wege em- gedämmt würden und der Arbetterbevölkerung keine Veran- laffun? geboten werde, sich über eine Ausbeutung zu beklagen. Es fo gten dann verschiedene Aeußerungen der versammelten Mitglieder der Enquéte, welche die Lage als sehr ernst darsteÜten und die Ueberzeugunq hervorriefen daß die Agitation, was“ sie nicht mit der größten Aufmerksamkeit verfolgt werde, lctcht eine gefährliche kommunistische Bewegung hervorrufen konne.

Großbritannien und Irland.

Der ParlamentßSekrefär Sir E. Exer) _tbeilte in' der gestrigen Sitzung des Unterhauses m1t„dre hefeßrgZe Station, die Frankreich in Siaxn zu erncbten tm Be rtff stehe, befinde sich am linken oder ostlichen Ufer des Me ong in einiger Entfernung oberhalb der Stadt Luang Prabang.

Der ministerielle Kandidat für das Amt des Sprechers soll, wie gestern im Unterhause verlautete, Gully sein; die KandidaLUr desselben soll moxgen der Ge- nehmigung des Kabinets unterbreitet werden. Dre Opposttwn- wird dann Ridley als Kandidaten aufsteUen.

Frankreich.

Im Senat tadclte gestern Buffet bei der Besprechyng der Eisenbahnkonventioncn den Bau unproduktxvcr Linien. Freycinet rechtfertigte das Pro ramm der Elfen- bahnbauten, deren Mehrzahl ein ftrategts es Interesse habe. Das anzösische Eisenbahnneß sei weni er gut _ als 'das Deuts lands und Englands. Der Miniter de_r offentltchen Arbmten Dupuy-Dutemps erklärte, die Regterung werde,

ohne auch nur in itZ'Zend etwas das Eisenbabnproßramm_auf-

an neuer Linien nur mit er großk?n

zugeben, mit dem , die Staatstmanzen mcht unvorstchttg

Umsicht vorgehen, um zu enÄagieren. ' . _

us Buenos Aires ist m Parts dre Nachricht emgetxoffen, die Re(?ierung von Paraguay habe dxm franzostslbxn Konsu das Exequatur entzo gen, wetl derselbe, angebltch Ansiedler zur Auswanderun veranlaßt habe ohne dre von der Regierung gemachten Bors üsse zurückzuzah en.

Nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus St. Peters- burg ift Zankow gestern dort emgetwffen.

ck Spanien. Wie einer Meldung des „W. T. B.“ zufolge in Madrid „erlautet, soll der General Gamir zum General- Gouverneur von Cuba ernannt werden.

Schweiz.

mStänderath trat gesternScherb-Thur au radikal) der Inschauung entgegen, daß pie EiZenba n-Ißovelle wohlerworbene Rechte verleße. Die Vor age sei ein Protest egen gewisse Vorgänge und werde ihren Zweck erreichen. ach langer Diskusfton beschloß der Ständerat!) mit 30 gegen 4 Stimmen, in die Berathung dex Geseyentwurfs einzutreten. _- Dcr Nationalrats) stimmte m namentlicher Abstimmung mit 68 ge en 56 Stimmen dem Beschluß des Ständeraths

wegen Em ührung des Zündholz-Monopols zu,

Belgien.

Die Repräsentantenkammer begann gestern die Berathun der Regieruygsvorlage über das Kommunal- Wahlsyßem. Der Mxmster-Prästdent de Burlet seßte in einer längeren Rede dte Nothwendigkeit der Vorla e aus- einander, durch welche die Zahl der Kommunalwäl) er ver- doppelt werde.

Rum äuien.

In Anwesenheit der Königin, des Prinzen und der Yrinzessin Ferdinand sowie des oben Klerus und der ektoren und rofcfforen der Univer ttät fand gestern in Bukarest die -inweihuug der neuen Karol-Umversität durch den _König s_tatt. Der König hielt eine Rede, worin er seine Fursor e fur die Jugend zum Ausdruck brachte, von welcher er wüngschte, daß ste die Wege betreten möge die zu den höchsten Intexeffen, zur Entwickelung und zum Éedeihcn des Vgterlandeß fuhrten. Die Worte des Königs wurden mit begeiséertem Verfall aufgenommen.

Serbien.

Der König Alexander und der König Milan find estern früh in Belgrad eingetroffen. Der Köni &lexarxder spra dem „W. T. B.“ zufolge am Bahnho dem Mmister-Präftdenten, sowie der ge ammten Regierung seinen Dank für die musterhaste Aufre thaltung der Ruhe und Ordnung im Lande während seiner waesen eit aus und versichßrxctx die Regierung seines Vertrauens un seiner Ge- wogen et.

Schweden und Norivegeu.

Der König und per Kronprinz sind gestern Abend von Stockholm nach Christtania abgereist.

Amerika.

Ein in New - York , einZktroffene-Z Telegramm aus avanna meldet, das; eme btheilung von 300 Mann egierungstruppen bei Havanna_ de Juruguana

500 Mann aufständis'cher Kavallerie geschlagen habe.

Fünfzehn Insurgenten seren Yiödtet, eine, große Anzahl der-

elben verwundet wordext. uf "der Sette der Regierungs-

Fuppcn seien zwei Ofßziere getodtet und zwei Mann ver- undet.

Eine ?avannefer eitung bestätigt, daß von der_ Küsten- wache an den brittschen Dampfer „Lauresttna“ ge- feuert worden sei, weil leßterer stch geweigert habe, NL:;- halten, als ihm der Befehl dazu ert etlt worden set. 'n athcher Bericht sei über die Angelegen eit noch nicht erstattet wor en.

Nach einer Meldung aus Havanna von heute ist daselbst ein Bataillon aus Spanien angekommen.

Asten.

Die „Russische Telegraphen-Agentur“ erfährt aus guter Quelle, Li-Hung-Tschang sei ermächtigt worden, m_;ßer einer Kriegsentschädigung, die durch die provisorische _Occupierung der Gebiete garantiert werden sol1e, in denen ttch gegenwärtig japanische Truppen befänden, die Ab- tretung, der Liu - tschu - Inseln mit der Gruppe der Madzigo-Sitaz der „Vatan- und der Babuyan:Jnseln sowie Tetwan's anzubieten. Li-Hun -Tfchang habe ferner Anweisung, sich auf jeden Fal] der A tretung der alb- 1nsel Liauton zu widerseßen und höchstens zuzugetehen, daß diese HalbinsZl zu einem Pufferstaat zwischen dem un- abhängig u erhaltenden Korea _und China gemacht werde, aber m1t er Bedingung; da dieser Pufferstaat unter den Schuß der interessierten europ ischen Mächte gestellt werde.

Afrika.

Das „Reuter'sche Bureau“ meldet qus Akassgx Nach Meldungen vom mittleren Ni er seren auf brrttschem Gebtete zwei starke französis e Expeditioney einge- iroffen; die eine unter Kapitän Decoeur habe em Lager Um Ostufer des Ni er bei Bagibo im „Rupelatxde anfgeschlagen, welches ebiet fich seit 1885 „i_m Bestße er Ni er-Company befinde; die andere Expedttton unter dem,?!)e ehl des Gouverneurs von Dabomer) Ballot befinde Ück) m Boussa, dessen Sultan dieses Gebßet im Jahre 1890 unterKdiebritische Flagge gestellthabe. Es serzero en, da,? dte franzofische Regierung diesen Bruch des „franzons -en lx chen

kommens vom Jahre 1890 wieder beseitrgen, die Expemtwnen Zuruckrufen und so emen Zusammenstoß verhindern werde.

_-

Parlamantarische Nachrichten.

Die S lu ber! te über die gestrigen Sißun en des Reichstckengßund d'és Hauses der Abgeordneten?»- finden stch in der Zweiten Beilage.

_- Der Reichsta nahm in feiner heutjgxn (70. Sißung, mElcher die Staats? retäre, Staats - MMtster r. vo_n Buetti er und * re herr von Marschall, Sxaatssekretar 1)? Gra von osßdowsky und Staqts- Mmister von KOller eiwvhnten, die Wahl des Prästdenten vor.

Es wurden 291 Stimmen abgegeben, darunter 105 „an- beschrtebene Zettel. 183 Stimmen fielen auf den bts_her1gen B*ze-Pkäsidenten Freiherrn von Buol Zentr.),“ je eme auf dle AbggÄbFreÖthrF von HYMFUZ Scsxck) i? unyhltSerrchlb auf

er . r err on uo , er om gewa r, die Frage des9 während er Wahl den Vorfiv führenden Abg. Spahn

die fokaende

Erklärung ab: Meine Ihre

Wahl mit Dank an; und zwar tbue ich es der Ansicht anhgebend , daß , je schwikriger die e d, es um so mehr Pflicht des Einzelnen ist, seine, wxnn quch s Harken Kräfte dem Dienste des Ganzen nicht zu entziehen. Fur muh ist dte Schwierigkeit um so grö , als der Mann, der vor mir den ?räfidentenftubl ein enommen at, eine lange Reihe von Jahren „indurcb in ungewö.nlichem Maße ungetbeilte Anerkennung und Veltebtbeit aenoffen bat. cb werde thun, was in meinen Kxäften steht. Ich bitte alle Seiten des Hauses um freundliche Unter- stußung und um Nachficbt.

Damit nahm Freiherr von Buol den Präsidentenfiß ein.

. In die xmnmehr nöthiß gewordene Wahl eines Ersten ere-Prästdenten trat as Haus, da sich kein Widerspruch htergegen erhob, sofort ein.

(Schluß des Blattes.)

» Der heutigen (6.) Sißung des Herrenhaus es wohnte der Just! “Minister Schönstedt bei. _

, Der räfidxnt FürstzuStolberg-Werni erode eröfMete dtx Sißung Mit der Mtttbetlung von dem 21 leben der it- gltedex des Hauses Freiherrn v on Schorlemer-Alst und Gehetmen Regterungs:Raths Bredt, zu deren Andenken sich „dtetAnwesenden von ihren Sißen erhoben. Neu eingetreten tst m das Haus Graf Friedrtch von Carmer.

Der Präfident ma te ferner Mittheilung von der Reise de§ Gesammtvorftandes nach Friedrichsruh zur Be lück- wunschung des Fürsten Bismarck und übermittelte dem aufe den Dank des Fürsten. '

Der Gesehentwurf über die Abänderung von Besttmmungen des AusführungSgeseße-s zur deutschen ivilprozeßordnung vom 24. Mär betreffend dte Ausstellung gerichtlicher Erbbescheimgungen, wurde ohne Debatte genehmigt.

(Schluß des Blattes.)

- In der heutigen (50) Sißuna des auses der Ab- Jeordncten, welcher der Minister für Lan wirthschaft Frei- err von ?ammerstein-Loxten beiwohnte, wurde das (Heseß über 16 Eingemeindung von Bockenheim in den Beztrk der Stadt Frankfurt a. M. ohne Debatte in dritter Berathung an enommen.

Bei der dritten erathung der Sekundärbahn-Vor-

lage nahm das Wort

Abg. Christen (fr. kons. : Ich beklage die mangelhafte Be- rücFsxchttguna der Provinz essen in der Vorlage. Wenn der Minister gesagt bat, daß man auf Grund der wirtbscbaftlicben Ver- bältniffe, trotz der un ünstigen Finanzlage in diesem Entwurf über den Rahmen des Voriä rigen Geseßes hinausgegangen sei, so ist dies für die Provinz Heffen, wo die Notblage in besonderem Maße vor- handen ist, von keinem Nußen gewesen. Die Eisenbahn- verwalxuna bat fich bisher nicht entschließen können, eines der altesten Vabnprojekte, welches die Provinzen Hessen und Sachsen gleichmäßig berührt, aufzunehmen angeblich aus dem Grunde, weil die Interessenten sich nicht rasch genug einigen konnten. Es handelt fick) um die Linie Schwebde- Womfried-Treffurt. Während der Minister _bei Kanalbauten 1% Gewinn für genü end erklärte, verlangt die Eijenbabnverwaltung bei dem Ausbau von Ba nen eine Verzinsung in ganz bedenklickyer Höhe. Wenn diese Anforderungen ein Priyatmann an einen anderen stellen würde, so würde das in schärfster Weise abfällig kritisiert Werden. Man darf nicht nach einem allgemeinen Schema vorgeben. Das alte Schema entspricht nicht mehr den wirthscbaftlickyen Verhältnissen, es muß einer Reviswn unterwvrfen Werden. Ick) verlange nicht, daß die Eisenbahnverwaltung hierbei Schaden erleidyn soll. Ich wünsche nur, daß die Eisenbahn- verwaltung dem jüngst hier außgesprochenen Grundsaße folge: cin vereirétigtFS, gedeihliches Zusammenwirken von Staat und Kommunen zu er re en.

' Vom Ministertiscb wurde erwidert, der Minister sei leider nicht anmesend. Es müsse dem Ab eordneten anheim gegeben werden, seineVesÖwerdenzurKenntniß des inisters zu bringen. AÜePunkte, die zu Beschwerden Anlaß gäben, würden sachlich und gründlich ge- prüft Werden. '

Abg. Bock (kons.) bat um eme Linie Fennstedt-Straußberg, deren Rentabilität als 1cher angesehen werden könne.

Abg. Kullak (Ms.) wünschte eine Eisenbahnlinie Lyck- Johannesburg.

Abg. Zimmermann (fr. kons.): Eine Umwandlung der Berg- werksbabn von Biebrich nacb Gelnhausen im Biebertbale in eine Bahn, die auch geeignet rst, dem öffentlichen Verkehr zu dienen, ist unbedingt nothjvendig. Erst Heute Morgen ist mir eine Petition dkr betbeiligten Krei'se zugegangen, dje jedenfaUs auch dem Hohen Hause vorlte t. , Der Krets bat fich auch bereit erklärt, einen nicht uner ebltcben Theil der Baukosten beizusteuern. Die Angelegenheit liegt zur Zeit dem Minister zur Entscheidung vor. Da das Zustandekommen des Pro- jekts erheblich im öffentlichen Interesse liegt, Hoffe ich, daß der Mi- nister ihm das weiteste Entgegenkommen zu tbeil werden [affen wird. " Abg. de Witt (Ztr.) fragte an, ob die Re ierung nicbt mebr an den Ausbau der Strecke Köln-Cassel, die san in den sechziger Jahren in Aussicht genommen gewesen sei, denke. Wenigstens aber möge die Regierung die Tbeilstrecke Bergiscb-Gladbach-Wipperfürth ausbauen, die für das oberbergisäye Land mit seiner entwickelten It]- dustrie Von großer Bedeutung sei. Eine Lokalkommisfion habe dre nötbigen Vorarbeiten schon hergestellt.

(Schluß des Blattes.)

Herren, ich nehme

Nr. 12 der .Veröffentlixbungen des Kaiserlichen Ge- sundbeitßamtß' vom 20. Marz hat folgenden Inhalt: Personal- Nachricht. - Arbeiten (1. d. Kaiserlichen Gesundheitsamt, )(]. Bd.,

ft 2. Ankündigung. -- Gesundbeitßstand und Gang der Volks- ankbeiien. - Zeitweilige Maßregeln "ge en Cholera :e. - Aus dem Jahresbericht des Gesundbritöamts dex tadt New-York, 1892. - Influenza und Jmpfwesen auf den thi- nseln, 1892. -- Gefes- ebung u. s. w. (Preußen. Berlin.) üllabfubr. - (Sachsen- eimngen.)K1ndbettfieber. _, (Schwarzburg-Rudolstadt. Hebammen- ordnung. - (Schaumburg-L1ppe.) Cholera und Bre durchfall. - (Großbritannien.) Schwemefieber. - (Bel ien.) Schlachtfleiscb- Transport. -- Tödtung verdäcbtiger Ébiere. .“ Phos- pborhaltige Streich ölzer. - (NNMKY, Viebemfubr. 7- Gan der Tbiers n in Frankrncb, 3. terteljabr.. - Zett- ' Schweiz. Dänemark.

eu weil ge MaßregTezln ge en . Schweden.) - erband ungen von gsf chenden Körperslbaften Vereinen, Kongre en u. s. w, (Deutscher ndwirthschaftörat 29.3 Tuberkulose des indviebs. _ 7111. mkrnationaler Kongrx fur H giene und Demographie zu Budayest. ( lu )- Vermtchtes. (Freu en.) O entliche Schlachthauser, 18 3/ - Thier euchen. -( cbwe . Kanton Bern.) Nabrungkmittelfälstbungen. - (Bel ien.) Staajsla oratorium ju Lutticb, 1893. -- Oesterreichische Kranken äuser, 1893.- Wochentabelle über die Sterbefäüe in deut cbm Orten mit 40000 und mehr Einwohnern. - Des [. in grö eren Städten des Auslandes. - Erkrankungen in Krankenb usern deutscher YYstädte. -- Was. in deutschen Stadt- und Landbezirken. - erung.

(Bayern.)

1879,“

SM und Volkkbirthshft-

andelsverkebr des deutschen Zollgebiets H im Februar 1895.

Das vom Kaiserlichen Statisxiscben Amt Herausgegebene Februar-

beft der „Monatlichen Nachweise nher den_au8nxärtigen Handel des deutschen Zollgehiets' schließt mtt etner Einfuhr von 15 543 768 (100) 1x tm Monat Februar 1895 egen 18 432 373 (1003 kg des glei en Monats tm Vorjahre, al [) um 2888 605 100 kx,- weniger ab. Die Gesammt-Etpfubr ür die beiden ab- elaufenen Monate des Jahres 1895, beztffxrt si auf 36 77] 587 100) 1x gegen 40587 084 (100) kg des gletchen eitraums im Vor- jahre, akso um 3 815 497 100) 1x weniger.

Die Ausfuhr erga im ebruar 1895 eine Menge von 14 639 285 (100)]xg gegen 15 948 200 (100)1(Z des gleichen Vorjahr- monats, also um 1308 915 (100) kJ wemger und die Gexammt- Ausfuhr der beiden abgelaufenen Monate des Jahres 1895 eziffert sich auf 32 232 639 (100)1xg gegen 32 371310 (100) kx; der Vorjahr- monate, also um 138 671 (100) kg weniger. . .

Dte geringere Einfuhr, welcbe hauptsäcbltcb Getreide und land- wirtbschaftliche Erzeugnisse, Erze, Steine, Steinkohlen, Wein, Chile- salpeter betrifft, sowie die lediglich im Februar erheblich zurück- J an ene Ausfuhr in Droguen, wie z. B. Cblorkalium, Kalisalpetcr,

Sileßalpeter, an Erden und Erzen (wie Zinkerzen, Zement), ferner an _Salz, Zucker dürfte mit der im vergangenen Monat infol e des Frostwetters eingetretenen Sperre der Seeschjffabrt zusammenl) ngen.

Zur Arbeiterbewegung,

In Sa an haben, wie der „Köln. Ztg.“ gemeldet wird, zWei- bundertArbetter der Saganer Wollspinnerei am Montag wegcn LoantLreits die Arbeit nieder elegt.

*,us Lüttich wird dem?elben Blatt über den Ausstand der belgtschen Grubenarbeiter geschrieben: Der Bergarbeiterbund beschloß die Fortsepung des Ausstandes und fordert die Arbeiter in Seraing, Charxerot und MMS zur Tbeilnabme MF Die sozialistischen Führer haben die Macht über die Ausständigen ver oren. Die Truppen in Lüxttch xmd zwei Regimenter Lanciers in Brü ge sind unter Waffen. Dre Belegschaften der Zechen Cspérance, onne Fortune, MUMM,“ Beauxour, Labaye, Saint Ntcolas, Aumonier, Sainte

arguertte, Banneux stehen ganz, Gosson größtentbeils aus, zu- sammen über 3000 Axbetter. Der gestrIiJe Tag ist ruhig Verkaufen.

Aqs Cbarlerox zneldet „W. T. .“, es bestätige ck, daß der al] ememe Glasarbetterausstand infolge erfolgter erständigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitern Werde vermieden werden. (Vgl. Nr. 73 d. Bl.)

In Vervixrs hgbeq auch die „Arbeiter der Tuchfabrik Garot gestexn dle Al_rbett etngestellt. Die Vereinigten Tuchfabrikanten heschloffen, dre, Auftrage der Firma Simonis (ver [. Nr. 68 d.Bl.) m ihren Fabrthn auSzufübren und bei Weigerung iJrer WLer heute alle Betrteße emzuftellen.

_ Jg G ent haben nach einem Telegramm der „N. Pr. Ztg. sammtltche ArbetterVLreine mit 30000 Mitgliedern beschlossen, am 1. April den al! emßinen Ausstand zu beginnen.

„Aus. Pbilade pbta wird der Londoner „Times“ berkchtet, dcn kßrzltch m New-York angekommenen Diamantschleifern wczrde dre Landung gestattet werden, wenn fie Bürgschaft dafür stellen, daß fie nicht der Oeffentlichkeit zur Last fallen würden. (Vg[.Nr. 74 7). Bl.)

Land- und Forstwirthsthaft.

Saatenstand in Serbien.

Infolge des in letzter Zeit eingetretenen warmen Wetters ist der Schnee fast ganz geschwunden. Dxe Saaten haben gut überwinterj.

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Gesundheitswesen, Thierkrankheiteu und Absperrungs- Maßregeln.

Der GesundbeiYSzustand in Berlin War auch in der Woche vozn,10. W 16. Marz kein g(xnstiger; die Sterblichkeit blieb eine maßtg hohe Utzd war nur em weni geringer als in der Vorwoche (Von xe 1000 Emwohnern starben, (1an Jahr berechnet, 22,3, glgén 22,8 der VorrvocX). Unter den ErkrankuerSUrsacben waren es noch xmmer akute ntzündungen der thmungsorgane, die m großer Zahl zum Tode, führten. Auch Erkrankungen an Grippe wuxden n9ch sehr zahlretch beobachtet und 72 Todesfälle infolge von (Hrrpyc ,Mttg'etheilt. In der Vorwoche erlagen der Grippe 74 Personen, dre Eptdemte' scheint darnack) den Höhepunkt bereits erreicht zu haben. Zumetst warm ,es auch in dieser Woche Personen in höheren Altersstufe?!» dre der Grtppe erlagen. Dagegen. Haben akute Darm- k ra'nkbetten ab egommen und seltener zum Tode geführt. Die Tbxtlnahme „des auglin salters an der Sterblichkeit war cine klemere als in der VNYVOÖL; von je 10000 Lebenden starben, aufs Jahr berechnet, 54 Saag inge. - Von den Infektionskrankbeiten Wurden Erkrankungen an Masern, Scharlach und Diphtherie selteqer zur Anzetge „gebracht, und zwar z i ten fick) Masern zumeist m dsr Friedrzcbftadt, und Schöneberger &orstadt, während Erkrankun en an Dtpbtbérre aus der jenseitigen Luisenstadt, der Rosent aler Vorstadt und dechedding am bäufigstenzur Meldung kamen. Erkrankungen an Unterletbstypbus blieben selten. An Kind- bettfieber wurden 4 Erkrankungen bekannt. Eine tödtlich verlaufende Erkxankung an Genickstarre kam zum Bericht. Rosenarti e Entzün- dungen des Zellgewebes dsr Haut wurden weniger zur Behandlung gebracht. Erkrankungen an Keuchhusten, die in 8 Fällen tödtlicv- endeten, wurden seltener beobachtet; auch rheumatische Beschwerden aüer Art kamen erheblich seltener zur Behandlung.

Handel und Gernerbe.

_Diespa11i_sche amtliche „Gaceta“ vom 15. d. M. veroffentlicht em Kömgliches Dekret vom 12. d. M., wonach . "

1) d1_e Exportzolle auf silberhaltige Bleierße und VletglanÉ vom nächsten 1. April ab zunäckzs bis En e des laufenden tatS]ahres (also bis Ende Juni . I.) auf: gehoben werden, und

2 angeordnet wird, daleährend des gleichen Zeitrcyxms die mtttels Geseßes vom 5. ugust 1893 einlgeführte Steuer auf Pulyer uxtd Sprengstoffe nach fo genden Säßen zu erhebe_n sei:, ordmäres Sprengpulver: 10 Centimos pro kg, exploftve M1schstoffe aller Arten: 80 Centimos pro [(J.

Täglitbe Wagengestellung für len und Koks an der Ruhr und“ in Obers lesien.

Anxder Ruhr sind am 25. d. M. (katholischer Feiertag) gestellt 2858, mch rechtzeitig gestellt keine Wa en; am 26. d. M. find gestellt 10 938, nicht rechtzeitig gesteÜt keine agen.

Verkehrs-Anßalteu. "

In der Nacht vom 27. zum 28. d. M. werden die Nacht- sckxnellzü'ge 72 und 73 auf der Strecke Neustrelitz-Warne- munZe wteFer fabr2eé1. M" (W T. V M lg Da [ck

rom erg, . arz. . . „. o e mmrut an ist der Güterverkehr auf der SteecÉo Garnsee-Lessen sei? 25. d. M. unterbrochen. Der Personenberke'bt' wird durch Umsteigen an der Unfallstelle aufrecht erhalten. Die Beckebrsstörung wird vor- außfiZtlich bis 28. d. M. beseitigt sein. ' ' ' '

reßden, 26. März. InfolF-Yocbwasfer wurde der Vesxkle tr: an den Elbquais zu “re" den und Riesa ein- ge e .