1895 / 77 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 28 Mar 1895 18:00:01 GMT) scan diff

Herren, aucb darf ich mittbeilen, daß ein Börsengesetz bereit] fertig vorliegt (hört, hört! rechts), welches von der preußischen

Regierung bereits genehm gehalten ist urid voraussichtlich baldigst an "

den Reichstag gelangen wird. Auch in diesem Geseve ist der Land- wirtbscbaft eine sebr weitgehende Einwirkung auf den Verkehr an der Produktenbörse eingeräumt.

Meine Herren, dann hat der Herr Vorredner fich außgelaffen über die Desinfektion der Bahnwagen. Er bat, wenn ich ihm richtig gefolgt bin, anerkannt, daß hier in Berlin diese Desinfektions-Maß- nahmen in ausgiebigstem Maße getroffen werden, hat aber den Ver- dacht außgesprochen, daß rückfichtlich der Desinfektion der Babnwagen an kleineren Orten, namentlich aucb rückficht1ich der Viebrampen, die nothwendige Sorgfalt von den Polizeibehörden nicbt außgeübt werde. Einen Beweis dafür hat der geehrte HerrVorredner nicbt angetreten. (Bewegung rechts.) Ich kann verfichern, meine Herren, ich bin selbst jahrelang Landratl) gewesen, habe in dieser Beziehung die Thätig- keit der anderen Poüzeiorgane verfolgt und möchte glauben und behaupten, daß, solange mit ein vollständiger Bewäs des Gegentbeils nicht erbracht ist, die Polizeiorgane in dieser Beziehung ihre volle Pflichttbun. Und, meineHerren, sollten fis es nicht thun, so bedürfte es ja nur einer Beschwerde; dann kann ich verstehern, daß die land- wirtbschaftlickoe Verrvaltung, soweit fie dazu mitzuwirken hat, durch Vermittlung der zuständigen AufsichtSorgane einen Polizeibeamten, der in dieser Beziehung sicb nachlässig erweisen würde, auf das strengste verantwortlich machen würde; denn es ist zweifellos, daß in der Aus- übung dieser Maßnahmen eine sehr Wesentliche Präventivmaßregel zur Abwehr Von Viehkrankbeiten und Viebseuchen liegt. Ich möchte auch glauben, daß die Desinfektion da, wo Viebrampen bestehen, auf dieselben ausgedehnt wird.

Nun, meine Herren, bei der Gelegenheit will ich ein paar andere Gefichtspunkte, die der Herr Vorredner in den Vordergrund gesteÜt bat, berühren. Der Herr Vorredner sagte, es sei ein ganz verkehrter Zustand, das; der Rummelsburger Viebbof unter der Aufsicht des Land- raths stébe, während der Schsacht- und Marktviebbof in Berlin unter der Ausficbt des Polizei-Präfidenten von Berlin stehe. Ja daran, meine Herren, ist im VerwaltungSrvcge nichts zu ändern; das beruht auf der staatlichen Organisation, und ich bin doch zweifelhaft, ob man im Rahmen dieser Organisation so eingehend Einzugreifen Veranlassung hat, daß man dem einen Organ Von einem Theil seiner Zuständigkeit etwas abnimmt und das auf andere Organe überträgt. Ich möchte glauben, auch unser StaatSorganismus ist so gut geschult, daß die beidem Polizeiorgane, der Landrat!) und der Polizei- Präfident - das find ja beidcs Staatsbeamte -- fick) sebr wvhl rücksichtlich der tbatsäcblicben Ausführung dieser Beauffichtigung gegenseitig unterstüßrn. Eine Umgestaltung unse-rer ganzen Zu- ständigkeitsbestimmungen scheint mir nicht geboten. An diesen Punkt anknüpfend -- ich werde im übrigen auf die Darlegungcn noch weijer zurückkommen- bemerke ich, daß die Départements- undKreis-Tbierärzte nicht, wie der Herr Vorre'dner meints, géwissermaßen selbständige Polizeiorgane in veterinärer Beziehung find, sondern fie find Hilfs- organe der Polizeiorgane. Und damit fäÜt eine ganze Reihe von Deduktionen des Vorredners in s1ch zusammen, auch Wünschs, die der- selbe ausgeführt hat; namentlich der, wenn ich ihm richtig gefolgt bin, dsn DevarTMénts-Tbierärztsn gewifférmaßen Ein paar Adjutanten zu geben. Dic Adjutantsn soll?" in dem betreffenden Bezirk des Departcments-Thierarztes h(xrumrciscn und bikr ohne Mitwirkung dsr Polizeiorgane serlbständig die ganzen Veterinäerrhältniffe beauf- s1chtigen, Erforschen u. s. w.

Dirs, meine Herrsn, führt mich zu einem Punkt, den der Herr Vorrsdner gestrsift hat und in dcm ich mich im wssentlichen mitibm in Uebereinstimmung bcfinde. Ich muß anerkenncn, daß namsntlich die Kreis-Tbierärzte, die keine Psnfionsbereclxtigung habrn - darin bak drr gsehrte HLN? Vorredner durchaus recht - außerordcntlich mäßig besoldst find (scHr richjig! r€chts) und daß src, wLil fiL so ungünstig besoldct gesteUt wrrden, gszwungcn smd, Privatpraxis zu üben. Die Mißstände, die aus diesem Zustande bcryyrgcbsn, kann ich im woüsten Maße ankrksnnen; auch 5.113th die widsrwärtige Gutmütbigkéit, an dsr wahrscheinücb jc-der Mensch, also auch der Landwirtbscbasts- Minister, mitunter lsidrt (H-citcrkeit), mituntcr so Mit, daß er, um einsn ("r* Unglücklickycn DLOQLÜUWUÜÖ- und KrciS-Tbikrarzt nicbt brotlos zu machcn, ibm vielleicht etwas länger zu funktionisrrn gsstattet, als es zwsckrnäßig wärs. Ein solcher Missstand würde nicht eintrcten, wenn die Departkmsnts- und K'rcis-Tbierärzte Penfionsbcrkckptigung be- säßen. Jrrdeß cs stébj der landkrirtbsckyastüchcn Vkrwcrltung cin kleiner Fonds zur Verfügung, aus d€m [Dine Pcnfion, aber in besondérrn Fäücn Kine Untrrstüyung an ("ckckck Bcamtc gswäbrf wird.

Ick) muß auch voUständi-g anerkennen, daß es in Hobem Maße? erwünscht wärs, wcnn die anmtrn sr) ang-ZstcUt wären, das; fre 1111- abbängig Vom Privatpublikum Und dsr Privatpraxis [€dig[ich ihren disustlickxrn Pflichtsn JLUÜJCU könntén, also lkdiglick) Kontrolorgane für die Poljzeéivérwaltung rrärsn. Lridsr ist dkr Hcrr Fannz-Minister nicbt kicr; ich 94101156, der würde übrr 536, was ich biIbCr sagte, schon Line'n Schr€ck békommen. (Hsitkrkrit) Wenn ich an ihn die Fordkrung stcthe, diesem BLÜMTW Sim? Pénfionébercchfigung zu 96- wäören, ihnen böbsre Grléältrr ksizalsgen, so würde Er Ihnen zweiscllrI kar18gén, daß, wenn SiS dissc' Bkamtkn höher stéÜten, ein? 5211135151 cmdcrer Beamtsn dix: glciche Forderung zu stCÜrn berechtigt seirn 11. s. rr. Meins Hsrr-Zn, SUJMÖUckÜÖ smd diss? Wünsche un- crfüÜlrar, und wir werdcn uns daher mit dkm gegénrrärtigen Zustande noch €an Zeit lang abfmdkn müssen. Auch dcr landwirtbscbaftlickpe Ministcr wird fick) darnik abfindrn müffen, obgleick) ihm viel bequemer rräre, eine größcrs Zahl beworragcnd tüchtiger nnd unabhängiger Béamtrn zur Vsrfügung zu baksn. Aber, 11161112 Herrcn, Sie WOÜLU zurückklickc'n auf das, was frübcr war; dann werdrn Sie doch an- ersnncn müffen, daß gerade auf diusem Gebist und gsrade in der Frage dsr Anstkllung Von tüchtigen thsrinärbeamtkn rrir große Fortsckyritte gsmacht Haben, Und daß ein StiÜstan'd in dcr Beziehung nicht Lingktrrtcn ist. Ti: Bcamten rrsrdén bkffar ausgebildet; fie baksn leegxnbeit, durch Wisrrrbvlungskurß fick) nrchmal§ wieder daZ-jrr11se, wa§ fie Von 15,er Wiffen Verloren Habkn, und Neues dazu anzueignen; s're wxrden scharf kontrolirt. Wir haben, wie ich meine, einen wssentlicben Fortschritt gemacht. Jedenfaüs kann ich vkrsprechcn, daß die Staatßregierung (11166 181111 wird, um in dieser Bsziebung Ihren Wünschen Folge zu leisten.

Meine Herren, auf die Darlegungen, die fich auf den Rummels- burger Viehmarkt beziehen, will ich meinkrseits nur kurz eingehen.

Der Herr Regierungskommisar wird Spezialitäten, die in Bchacht .

kommen, beantworten. Im allgemeinen würde mir crwünscbt sein,

wenn dasjenige einträte, was der Herr Vorredner am Schluß seines

Berichts vortrag, daß nämlich der Magistrat den“ Rummelsbutger

Viébbof aufsicht und damit zweifellos großen 'Mißftänden abbilft. Ich bin auch willens, in Erwägung zu “nehmen, ob und in welchem Umfange man mit scharfer Hand in diese Ver- hältnisse eingreifen kann (Bravo! rechts), um. diesen Seuchenberd zu schließen. Meine Herren , bier liegen die Dinge anders, wie auch bei dem Berliner Viehmarkt und Schlachthof, da der Rummelsburger Viehmarkt meines Erachtens zu entbehren ist. Aller-

dings würde die Schließung augenblicklich die Mißstände auf dem*

Berliner Viehbof verschärfen.

Meine Herren, dann ist der Gänse- Einfuhr gedacht. Ich babe nicht verstanden, von welchem Kontagium die Rede ist. Wenn der Herr Vorredner behauptet, daß die Gänse_ Träger der Einschleppung von Viebkrankbeiten seien, so ist mir das nicht bekannt, und ich glaube auch, daß die Beamten unserer Veterinär-Austalt - ich weiß es aÜer- dings nicht gewiß ““zweifelbaft darüber smd, ob wirklich die Einfuhr von Gänsen ein gefährlicher Einschlepper von Viebkrankbeiten ist. Dabei ist gesagt: es sei traurig, daß die kleinen Leute in Deutschland fich nicht mehr auf die Gänsexucht legen. Ja, meine Herren, ich glaube, da liegt doch rvohl die Schuld an den größeren Grundbefißern. Es ist, glaube ich, Thatsache, daß die Gänse im Frühjahr für Wiesen und Ackerfeld seHr unbequem find, Schaden anrichten, und weil man Wiesen und Felder nicht fortwährend überwachen kann, so wirkt man dahin, daß die kleinen Leute solche Thiere nicht mehr halten. Wenn hier der Bedarf an Gänsen nicht gedeckt wird, so erfolgt naturgemäß Marktversorgung von auswärts.

Meine Herren, das wäre, glaube ich, alles, was ich einstwrilen zu sagen babe. Ich Werde abwarten, ob im Laufe der Diskussion noch Weitere Fragen auftauchen, die ich bis jest nicbt berührte. Jeden- falls babe irh natuens der StaatSregierung, die fich mit dieser Frage bereits beschäftigt hat, zu erklären, daß fie bereit und gewiüt ist, jede Maßnahme auf gesetzlichem und auch auf administrativem Gebiet, die als ausführbar fich erweist, so rasch wie möglich auSzuführen, um den bestehenden Mißständen abzuhelfen, und von mir kann ich das be- stimmt bezeugen; denn ich erkenne in Vollcm Maße an, daß die Gesund- erhaltung unserer Viebbestände, und zwar sowohl der Schutz gegen die Einschleppung von Viehseucben vcn außen ber wie auch die Be- kämpfung der Viehseucben im Innern, nicht ein klrines Mittel zur Hebung der landwirtbscbaftlichen Notbstände ist, sondern ich zähle solche Maßnahmen zu den größeren Mitteln. Soweit daher meine Befugnisse und meine Zuständigkeit reicht _- darin haf der Herr Vorredner mich zutreffend beurtheilt -, wsrde ich (11166 151111, um uns von auswärts die Viebseuche vom Halse zu halten, und werde alle Maßnahmen ergreifkn, um die innere Immunität herbeizuführen.

Ich halte mich verpflichtet, eine Frage noch kurz zu berühren. Der Herr Vorredner hat auch den Haufierbandel mit SchMinen ge- streift. Thatsäcblich, meine Härten, liegt die Sache so, daß die land- wirtbschaftlichen Vereine, die über diese Frage gehört find, fich dagegen ausgesprochen haben, ein allgemsines Verbot zu ersaffen. (Zuruf: Léider !) Es ist das eine rein tbatsächlicbe Mittheilung. Es liegt übrigens dem Reichstage bereit?; eine Novelle zur Gewerbeordnung Vor, worin wenigstens die Möglichkeit gegeben wird, da, wo man es für nothwendig hält, den Haufierbandsl mit Kleinvikk) zu verbieten.

Also auch in dieser Beziehung ist den Wünschen des HMM Vor- redners bereits theilweise Rechnung getragen.

Meine Hérren, ich gebe mich der Hoffnung hin, daß diese VL?- bandlungen rasch zu dem Ziele führen, das wir alle Verfrügkn; an meinst Hilfe dabei soll rs nicht fehlen. (Bravo! rechts.)

Abg. Dr. Langcrbans (fr. VOMP): Uns kommt Es inzerstcr Linie darauf an, die Brvölkerung Berlins mit gesundém Fleixch zu Versorgsn; damit vsrtrkten wir auch die Jntsreffsn der Landwirthschast, die S8Uch€n von dem hicrbrr gkbra ten Viel) fernzuhalten. Absr die bishcrigsn Maßregeln auf dem Virh of hgbcn den beabfichtigren ZWLck nicht erfüUt. Eine stnge Trennunß zxvixchr'n Schlacht- und Vi§hhof besteht schon jeßt; kcirr auch nur verdacbtiges Stück kommt ans den Sch1achtbof, sondern wird auf kén Polizei-Schlachtbof gebracht., Lirgt dicser [.Ztere in weiterer Entfernung Vom Viebbof, sr) wrrd die Seucbengefahr durch den TranSport noch erhöht. Eine Vermehrung der StäÜe halfe ich nicht für nothwendig. Auf .die Kosten kommt Es ja garnicht so an; 181111 dirsc trägt dock) schließltch durch die Abgadsn die Landwirthscbaft. Das; durch den Berlinxr Viehmarkt überhaupt Seuäyc'n Verbreitet worden find, bestreite ich; das ist nur vom Rumm-leburger Markt aus geschehen. Möge ma_n nicht aus Vor- singenomrncnbeit Schritte tHun, die Kostrn vcrurmchen, ohne Etwas zu 811!

2 irklicher Gebeimrr Ober-ngierrzngs-Ratk) Béycr: Der Rumryqlsburger Viehmarkt kann nicht ausgcboben wsrdén, wcil sich sonst Mort in der Nähe eine Pkcnge noch schWchr kontrolierbarkr kleiner Vikbmärkte etablieren würdsn. Dcr gknannte Viehmarkt ist Ein Bedürfniß und kann nicht einfach aufgebobrn werdcn;

Abg. Gamp (fr. kons.): 1,18er die Mißständs m Rummelsbnrg (155811 die Anfichten des Ministers 11115 166 Kornmiffars anseirmndsr. Jeb balls das Urtbeil. des Ministsrs “für das richtigs. Dis Crablierung von anderen Verkaufssteüen an SteUe dss Rumrnklslrurger Markws läßt fich doch durch die Polizei Verhindern, DLrVZCbhanM wird fich darm auf die Provinz Verbrkitén. Den Magerkäyrvsinérnarkt nach Berlin bereinzulaffen, würde ic!) allerdings für ssbr deLnchh halten. Die Qaarantäne an den Grenzrn 1161118 151) für 'das zwcckmamgst? Ab- wchrmittkl 989611 die Seuchrn ; mögesür "dissechckedie [andwirtbsckyaktsiäye Vrrwaltung größsre Mittel aufwenden. Nach mcinsr Ayficht dürfen die vierzehntägigrn Spkrrrzngkn auf dém VLrLiner Vikbbos garnicht Ratt- findsn, Wenn beim Anstrikb für dem USUM Markt der alle Markt gs- räumt m_rd die DcsiUkatr'on erfolgt ist. Zumeist will man wohl auch Link Prc1fior1 auf die Stadtbkböde durch die Sperrungen auHüb-en. Bei der Aenderung dEr Anlagsn 1111111911 doch di? Jnfercffsn abgswrgen werden; bikk handelt 6? fiel) um finanzirüc Jnterrffkn der Stadt, die erbeblickps Einnabmcn aus 58111 Viehßyf Hat , dort um die großen JnTcrcffc'n dcr Landwirtbsclpast. Die Cinnabmsn a11_*5 dem Berliner Vikhbof müßten nicht in dxn Etat cin- gestrUT werden, sondern, wie diejenigzcn aus dem Sch1achtbof, auch zur_ Amortisation Vsrwandt wcrden. Wir können dis Veterinär- maßrkgeln nicht kontroliersn; aber die großkn Jntkreffen, die in Frzrge kommen, nötbigen uns, das Wort zu dieser Angelegcnbcit zu Ergreifen. Im ganzen Lande find die Sperrungen empfindlich gefüvlt worden, besonders bei den kleinen Befißern; man sollte also nicht über das zur Verbütung der Seuchén nötbigs Maß rnit drn Spkrrungen bin- arrrgebkn. Sehr richtig tft es, daß ausländixcbes Vieh 1111171 in unsere barrpischxn Schlachtbö§e kommt. Di“ Anrsgungen des Antragstallers schexnm mir so erwagknsmrtb, daß ich ihnen nur in allkn Punkten zustrmmcn kann. Der Minister hat fich ja auch sehr wohl- nxollend außgesvrocben, aber wenn die Regierung kkine gest?- 11chen Maßre eln ge enüber dem Berliner Magistrate hatte, () hatJE fie 6 abre Zsit dazu, fich dieselbsn zu verschaffen. Wir m_etnen, daß auf dem polizeilichen Wege der ZwangSetatifierung nicht hatte vorgegangen wsrden können. Auch KonzesswnSentziebung ist ja schon angedwht worden. Hätte die Regierung in dieser Richtung ein Ultimatum an den Magistrat gestellt, so wäre schon län st 12th ge- schehen.. Ein Spezialgeseß zvürden wir auch für Ein?eßung eines Kuratormms, an dem auch die Landwirtbschast betbeiligtist, Verlangen.

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M . mmi n u verweisen.

A von ende -Stein§e[2§ons.) bittet drin end Erledi dee Seuzeuftage im, ut : der deutschen- M Die TFF ler müßten unter wtrksame K_onttole g , die Da- infektion der Trans ortmixtel und Sauxmelfialle energi ck du werden. Einbeitli Notte der Vtebpreise an den Vkebm ferner Handel nach beendgeWt ynd Klass": kation nach Flkksckpsortei FLF? WdeiT'rlFtsY sk mmi tertexlen ZF FW und Jane,; Auf-

er n w a ammern emge ; nur mm die Landwirtbscbaft dem Viehhandel wirksam eittgegentreten; könne

Minister für Landwirthschaft 2c. Freiherr von Hammer; stein-Loxten:

Meine-Herren! Ich habe keine Veranlassung, auf die weiteren Darlegungen, die nach me'ner Rede bier gemacht worden find, einzu- geben, da ich armebtxte, daß das hohe Haus beschließen wird, die Sache an eine Kommission zu verwejsen, und dort dann der richtige Ort sein würde, um alle berührten Punkte eingehender und sachlich zu er- örtern.

Nach einem Schlußwort des " Antragstellers wird der Antrag an die um 7 Mitglieder verstarkte A grark o mmis s ion

überwresen. Schluß 33/4 Uhr.

Handel und Gewerbe.

Der Beschluß des Provinzial-Landtags der Provinz Branden- bur vom 25. Februar d. J., wonach der Provmztal-Ausschuß er- tigt wird, der Seebandlun oder der Net sbanx gegenüber für einen der Provinzial-Gend senscbaktska's e fur die Mark Brandenburg und die Nrederlaust , eingetragener G_enoffen. schaft mit beschränkter Haftpfltcht, zu, e_rltn zu gewabrenden Kredit von nicht über 500000,“ dre Burgschaft_des Pro. vinzial-Verbandes der_Provmz Brandenburg zu erklaren, ist vom Minister des Innern bestatt t ryorden.

- Die auf den 28. d. . emberufene Generalpersammlung der Norddeutschen Bank _in Harxtbuxg zvtrd, wre „W. T. B,- meldet, Wegen Beschlußunfahigkeit rnchtfm dte Tagesordnung eintreten können. Dem Vernehmen nach wxrd eme neue Generalversammlung auf den 16. April einberufen.

Magdeburg, 27. März. (W. T. B.) Zuckerbericbt. Kornzucker exkl., von 92 9/0 -, neue 10,05-10,15. Kornzucker exkß, 88 0/3 Rendement 9,40-9,50, neue 9,65. Rachprodukte exkl., 75 0/0 Rendern. 6,80-7,30. Ruhig. Brotkaffinade 1 21,75. Brot. raffinade 11 21,50. Gem. Raffinade unt Faß 21,50-22,00 Gem. Melis 1 mit Faß 21; Fest. Robzucker [. Produkt. Tranfito f. a. B. Hamburg yr. Marz 9,30 Gb., 9,35 Br., pr.?lvn1 9,321 (Hd., 9,373 Br., vr. Mai 9,47Z (Hd., 9,50 Br., pr. Jult 9,6711 bez., 9,70 Vr. Ruhig. _ Leipzi ,27. März. (W. T. B.) Kamm_zug-Termin- handel. La Plata. Grundmuster 13. Hr. Marz _, „js, pr, Apr113,00 «jk, pr.Ma1 3,02-1-64, pr.Jum 3,05 „;(, pr. Jul: 3,071“, pr. August 3,10 „jk, pr. September 3,10 .64, pt. Oktober 3,12z ,x, pr.Novckmber 3,15 .“, Vr. Dezember 3,15 «16, pr. Januar 3,171 „jz, pr. Februar 3,1711 „14, Umsatz 50000 kg.

Mannheim, 27. März. (W. T. B.) roduktenmarkt, Weizen pr. März 14,50, pr. Mai 14,35, pr. Jul 14,35. R_oggen vr. März 12,15, pr. Mai 12,15, pr. Juli 12,15. Hajek pr. Marz 12,15 pr. Mai 12,20, Pr. Juli 12,40. Mais pr. Marz 11,90, pr. Mat, 11,60, pr. Juli 11,50. '

Bremen, 27. März (W. T._ B.) (Börsen - Schlußbenäot.) Raffiniertes Petroleum. (Offiztellr Notierung „der Braut: Petroleum-Börse.) Ststig. Loko 6,70 Br. Gestern rtcbttg 6,70Br. - Baumwolle. Matt. Upland middl. „loko 31T „1. - Schmalz. Ruhiger. Wilcox 374 H, Armour shield 36? „5, Cudczby ,'[38k YZLFairbanks 30Y «5. - Speck. Fest. Short clear rmddltng o o .

Hamburg, 26. März. (W. T._B.) Kaffee., (Nachmiftags- bericht.) Good aweraqe Santos M.Marz 782, pr. Mar 773, pr. Sev- tembcr 774, pr. Dezember 742. Schleppern). - Zuckermarkt. (Schlußlc-Lricht.) RÜben-Rohzucker 1. Produk! Basis 88 0/9 Rende- ment neue Usance, frei an Bord Hamburg pr. Marz 9,32Z, pr. Mai 9,50, pr. August 9,77€, Vr. Oktober 9,85. Behauptet.

Wien, 27. März. (W. T. B.) Die Brutto-Einna_bmchn der O rientbabnen betrugen in der 10. Woche (vom 5. Marz bis 11. März 1895) 167 889,98 Fr., Abnahme gegen das Vorjahr 27 281,57 Fr. Seit Beginn des Betriebsjabres (Vom 1. Januar bis 11. März 1895) betru en die Brutto-Einnabmen 1 56103998 Fb- Abnahme gegen das oriaHr 367 381,18 Fr. ,

Pest, 27. März. (W. TB.) Zroduktenmark't. Wetzer matt, pr. FrübZ'abr 6,97 (Hd., 6,99 r., pr, Mai-Jum 6,90 G1. 6,91 Br., pr. Zerbst 7,17 Gd, 7,19 Br. Roggen pr. Frubjabr 5,90 Gb., 5,92 5 r. Hafer pr. Frühjahr 6,39 (Hd., 6,41Br., pr. Mal- Zuni 6,15 (Hd., 6,17 Br., vr. Hkrbst 6,67 (Hd., 6,68 Br. Kohlraps pr. August-Skvtember 10,85 (Hd., 10,95 Br. ' „_

London, 27. März. (W. T. B.) Wollauktton. Prem? unVLrändsrt fest._

An der KM? 7 ,Weizenladungßn angeboten. _ „„

96 0/0 Javazucker [0111 UK fest, Rüben-Robzucker lolo 9? 181.1- - Cbile-Kupfer 395/16, pr. 3 Monat 3911/15;

Die heurige Versammkung der Briti1cherr Ostafrtka- Gesellschaft stimmte einer Resolution zu, betreffend 'Am-mbme des AUSXÖZLÉLUS der Regierung auf Abtretung ihres Prwtlegtums unk ihrrr Konzesfion.

Amsterdam, 27. März. (W. T. B.) Jaya-Kaffee SM ordinary 53Z. - Bancazinn 381. _

New-Yor_k, 27. März. (W. T. B.) Die Börse; eroffnktk schmack), Gescbäxt durchweg unregelmäßig. der Schluß blieb 1chwach- Der Umsay der Aktien betrug 243 000 Stück. _ __ .

Der Goldbestand tm Staatsscbaß belauft 11ch U" 90 727 855 DoÜars. .

Weizen eröffnete strtig und sticg einige Zett auf große Kruse und trockenes Wstter, sowie auf Meldungen über Ernteschaden. danrx abgeschwächt und fallend infolge Realifierungen und, AuHfichk W

ünstiges Wetter in Kansas. Schluß schmack). - Max's emrge Zejt

Jteigend nach Eröffnung infolge geringer Ankünfte und m Erwartunß einer Abnahme der Ankünfte, dann xbeilweise finkend entsprechend der Mattigkeit des Weizens. Schluß trage.

Waarenbericbt. Baumwolle, New-York 65/15, Ho. NU?“ Orleans 513/15. Petroleum New-York 7,10, do., Pbüadkwkxla 7,05, do. rohes 7,00, do. Pipe line cert. 13. Apr:! 1141 nom;- Schmalz West. steam -, do. Robe & Brothers , 7,50, MW behauptet, do, 1). März _, do. p. Mai 51Z, do., 13. Jult 511; WEM" willig, rotber Wintcrtvkizen 61Z, do. Wersen p. Max's ZN; do. p. Mai 60F. do. 1). Juli 602, do. I;). Dez. 6334, G'etretdefl-JÖ nach Livervool 21, Kaffee fair Rio Nr. 7 161, dv. 8119 Nr. 743- April 15,15, do. do. 1). Juni 14,90, Mehl, Sprmg clears 2- - Zucker 211/15, Kupfer 9,40. _ , d

Chicago, 27. März. (W. T B.) Warzen anfan?s _sjetgerz auf ungünstiges Wettrr und infolge Berichten über Ernterbaden m En land und Frankreich, später abgeschwächt auf Realtfierunge"; S luß schwach. _ Mais allgemein fest während des ganzen Börsen Verlaufs. _ 45? Weizen pr. März 54F, vr. Mai 555. Mais pr. Marz * Speck short clear nomin. Pork pr. März 12,17k.

nung beider Seiten ver chwommen (unscharf).

"und außerdem Unterbrechungen im „B“

zum Deutschen Reichs-Anz

Zweite“ Beilage

Berlin, Donnerstag, den 28. März

riger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

- 1895.

W

Falsche Reichskaffensrheiue und Zinsscheine.

14. Reichskasfenscheine.

Seit längerer Zeit kommen fortgeseßt falsche Reichs- kassenschxrne von 1882 'zu 50 916. und 5 «16. zum Vorschein.

Um die Feststellung derartiger Fälschungen zu erleichtern, wird im Nachstehenden'zunächst auf die wesentlichsten, in der Beschaffenhett des Paptch_ liegenden Kennéeichcn drr Echtheit von Neichskaffkenschexncn wrederholt aufmer sam gemacht.

Zu den sgmmtlrchen Netchskaffenscheinen wird ein gutes, kräftiges Paywr von besonderer Festigkeit verwendet, welches auf cmer Sertexinen Stretfen von blauen, in die Papiermaffe eingebetteten starkeren Fasern trägt. Der Faserstreifen zeigt eine blaue Farbung durch_ die ganze - Papiermaffe. Die blauen asern [affen s1ch mit einer Nadel aus der Papiermase auslösen, wie durch eine Probe ohne Beeinträchtrgung' der Gültigkeit des Scheins festgesteüt werden kann. Liegen die Fasern ihrer ganzen Länge nach auf der Oberfläche, so kann man sicher sein, ein Falschstück vor s1ch zu haben. Der gleiche Verdacht ist gerechtfertigt, wenn die Fasern Zwischen wei Papierschichten liegen. Ist dies der Fall, so affen src?) entweder beide Schichten leicht durch Wasser trennen, oder die obere Schicht kann durch Reiben mrt einem stumpfen Messer entfernt werden, sodaß die zweite Papisrschicht mit den darauf liegenden Fasern zu Tage tritt.

Das echte Papier muß eine einheitliche feste Schicht mit Zquekaidüeter, weder glänzend nach mollig aussehender Ober-

a e 1 en.

Im Übrigen zeigen die gegenwärtig hauptsächlich vor- konltmendcn Sorten von_Falschstückcn folgende besondere Merk- ma e.

]. Falsche Reichßkassenscheine zu 50 „16 Erste Sorte.

Der Querstrich des 11 im Namen ÜLÜUZ ragt nicht wie bei den echten Scheinen auf beiden Seiten etwas hervor. Anfangszug des 11 und Endzug des F" in demselben Namen zeigen Lücken, bei den echten Scheinen_ nicht.

Hinter dem Namcn USUSÜSK befmdet sick) ein Punkt, bei den echten Scheinen nicht.

Das 1" des Worts „verfälschte“ in der zweiten Zeile der Straxcdmdrohung ist einem “6 ähnlich.

ie Riffellinien haben .nicht die gleichen Abstände von einander wie bei den echten Scheinen.

Der Strafsa? ist _ziemli unleserlichx, das Feld, in welchem sich derse be beftndet, it ohne Schrafnerung.

Der Kontrolstempel, die Nummer und die Zeile „Funfzig-

Mark“ auf der Rückseite sind mit mennigerother anstatt mit zinnoberrother Farbe gedruckt. . , Der braune Farbenton ist rm ganzen matter, als der den

echten Scheinen. w e it e S o r t e.

Die Werthzahl „50“ ist nicht schraffiert, sondern „voll _ge-

zeichnet. Bei einem MZeil der Falschftücke erschemt dre Zeich-

Der Strafsaß

ist gänzlich unleserlich. Der braune Farbenton ist bedeutend

matter als bei den echten Scheinen. Bei anderen Falsch-

ftücken tritt die Zeichnung kräftiger hervor, auch rst der Straf: saß deutlich [char. ' ,

Zur Zeichnung der Werthzerl'e „Funfzrg Mark“, „des Kontrolftempels und der Nummer lst bei emlenen Schemen Jinnoberfarbene Tusche, bei anderen dagegen eme der Farbe es Karminzinnobers ähnliche _Tusche verwxndet worden;

Ein augenfälliges Kennzetchen der Fälschung rst dre Vyr- maschbarkeit der Farben, welche besonders betm Roth deutlrck) erkennbar hervortritt.

Dritte Sorte.

Bei einzelnen Scheinen ist die Wilco :Fdser schwarz anstqtt blau gefärbt. Während bei dem echten apter dcr1emge Tlxetl, welcher die Faser enthält, in der ganzen, Masse blau gefarbt ist, bemerkt man nur bei einzelnen Schemen auf der emen Seite eine matte blaue Färbung. , "

Die Papiergröße der Scheine ist M der HOHE, den echtßn Scheinen gleich in dcr Breiteum 5 111111 germger. Dre Zeichnung der Échauseite ist in der Breite 7 111111, 111 der Hohe

111111, diejenige der Rückseite in beiden Richtungen 2111111 kleiner als bei den echten Scheinen. _

Die eile „Funfxig Mark“, der Kontrolsrempel „UNd dre Nummer timmen in der Färbung nicht überetn. „Dre Farbe der Zeile „Funfzig Mark“ nähert sich im Ton derxmgen der echten Scheine, Nummer und Kontrolstempel find m mattrother Farbe hergesteüt, .

Die Zeichnung sieht auf berdcn Sexten unscharf m_rd theilweise verschwommen aus. Der braune Farbenton rst matter als bei den echten Scheinen.“ ' , , An der linken Seite des „f“ rn . dem Wort? ,Funfzrg“ frndet man einen kleinen schrä cn Strrch, der der dex echten Stücken fehlt; ferner in dem piralig gcwurrden Schnorkel am ersten Grundstrick) des „M“ in „Mark“ eme. Unterbrechung, und m der „3“ der oberen Schriftzeile.

[[. Falsche Neichskassenfcheine zu 5716 Erste Sorte. '

Die Zeichnung ist ungenau und rmsauber. Dxe

Felder mit dem Worte „Reichskaffenschem“ und m1t dem Strafsaß sind nicht durch s_€ykrechte, _sondern _durch wagerecht verlaufende Linien schramert. Dre ZULL 0 rm MÜkelfelde zei tnicht schräge, sondern senkrechte Schra frerungs- llrzren. Das Zlnfangswort „Wer“ des Strafsaßes thlt ganz. DieSchrist des Mittelfeldes, sowie des Strafsaßes rst _schlecht Kkzktchnet, der leßtere fast unleserlich. Das lange“„s 111 dem Worte „Reichsschuldcnverwaltung“ erschxmt als, „f . Die Krone über dem Reicthadler tm Sch1lde deH Lands- knechts steht nicht in der Mitte, sondem rst nach1mks ver- schoben. Die drei stylisicrten Schwanzfedern des 31e1ch6adlerts auf dem Schilde des Landsknechts laufxn unter srch und Mit den Klauen des Adlers zusammen, wahrend auf'dcn echten Scheinen hier deutliche Zwischenräume vorhanden smd.

ck

Die Zeichnung der Blattfiguren im Rechteck der Rückseite weicht don demenigcn der echten Scheine wesentlich ab, außer: dcm ist (111 Stelle des guillocbésrtcn Liniynmusters bei den echten Schemen eine einfache Lmienschraffierung angewendet.

Dre Niffelung fehlt ganz.

Der blaue Druck beider Seiten erscheint in dem Farbenton matter als bei den echten Scheinen und ist theélweise verwischt.

_ Die Wertkyzeil-e, der Kontrolstempcl und die Nummer find mcht rn karminrotber, sondern in einer stumpfen, rothen Farbe aufgedruckt.

. _ Zweite Sorte.

Dr? Schnittgröße dcr Scheine ist richtig, dagegen ist die Zcichnung der Schauseite in der Breite um 2111111, in der

öhe um 1 111111 kleiner als bei den echten Scheinen.

Die_ beiden Felder, welche das Wort „Reichs- kaffen]chem“ und den Strafsaß enthalten, sind nicht schrafsrert, sondern mit einem blauen Ton versehen. Die Unterdruckzahl „5“ ist nicht in Linienschraffierung hergesteUt, sorrdcrn voll gezeichnet. Die Zeichnung der Adler- kette, welche s_1ch um den preußischen Adler im Brustschilde des Reichsadlers 1ch1ingt, fehlt ganz, der hierfür vorhandene Raum ist blau abgetönt.

Auf der Rückseite weicht die Zeichnung des Blattmusters von derjeuigen der echten Scheine ab, vollständig verunglückt ist die Nachbildung des (Huillochenmusters.

. Die Werthzeüe „Fünf Mark“, der Kontrolstempel und dxe_Nummer smd in schmußigrother Farbe Hergestellt. _Die Ziffern und Buchstaben der Nummsrnreihe halten nicht Lmie.

Der Druck erscheint matter als bei den echten Scheinen.

Ein leichtes Erkennungszeichen für die Feststellung der Jäls ung ist die Verwaschbarkeit der blauen Farbe auf der

Ück eite der Scheins.

Dritte Sorte.

Das Papier Fällt durch ei enartige Glätte auf.

Die Scheine ind in der chnittgröße, sowie in der Zeich- nung kleiner als die echten Scheine. _

Die Zeichnungen sind mangelhaft, der Druck ist ver- schwommen und unscharf. _

Das Wort „Reichska1senschein“ in der Kopfleiste der Schaufeite ist nur thexlweise lesbar, der Strafsaß ist vollständig unleserlich. Die schraffrerte ahl „5“ im Mittelfelde liegt bei den echten Scheinen unter der christ, bei den Falschstücken unter- bricht dieselbe die Schriftzeilen, sodaß z. B. der Buchstabe „e“ in ,verwaltung“ voÜständig fehlt und die erste Silbe derUnter: §chr1f1„1118r161ch«“ verschmiert ist. Die eile „Fünf Mark“ hebt stck) von den Übrigen Schriftzeilen ni t wie hej den echten Scheinen kräftig ab, sondern sie erscheint ebenso wie die übrige Zeichnung nur halb gedeckt und matt im Farbenton.

Das Blattmuster auf der Rückseite stimmt nur in den äußeren Umrissen der eichnung mit derjenigen der echten Scheine Überein; die Jachbildung des Guillocbenmusters ist ganz wilLkürl'rck). Die Zeile „Fünf Mark“, die Nummer und der Kontroltempel smd den echten Scheinen weni ähnlich, zu ihrem Dru ist ein schmußiges Braun anstatt Rot verwsndet.

_ AnStelle dcs saftig-blauen Farbentons der echten Scheine zergen dte FZlschstücke cine blaugrüne matte Tönung.

Die Rrffelung ist in man elhafter Weise nach ebildet,

Bei emzelnen Falschstü cn ist die Dru ausführung namentlich der Schcruseite eine bessere, die Unterbrechung der Schriftzeilen durch dre Untergrundzahl 5 ist durch Nacharbeit beseitigt worden.

13. Zinsscheine.

Auch falsche Zinssck) eine zu Schuldverschräbungen der 3prozentigen Retchs-Anleihe von 1892 zu 22 «FH. 50 „H und 15 «M mit dem Datum des 27. Februar 1892 kommen seit längerer Zeit vor. Die Merkmale der Fälschung sind folgende:

[. Falsche insschkine zu 22 «14 50 „Z mit der Bezeichnung Reihe 111 5 r. 4, fällig am 1, Oktober 1893, Wr Schuld- verschreibung 1111315. 1). Nr. 952100 über 1.“ „M:

Zur 3prozentigen ReichS-Anleihe von 1892 ist bisher nur die Zinsscheinreihe 1 auSqegeben worden, Schuldverschrcibungen über 1500 «16 _und Zinsscheine Über 22 «(ck 50 -:3 sind zur gedachten Anlethe nicht hergestellt worden, und bei keinem Werthabschnitt wird die Nr. 952 100 erreicht.

Das verwendete Paprer hat kein Wasserzeichan, es ist gewöhnliches Schreibpapier von geringer Festigkeit.

Das Muster des Unterdrucks weicht in der Zeichnung von dem'enigen der echten Scheine nur weni ab, dagegen rst die Zei nung der Schrift mangelhaft und t eilweis im Charakter abweirhend. Auffallend ist die Abweichung in den eilen „halbjährige Zinsen zahlbar am 1. Oktober 1893 mit wei: undzwanzig Mark 50 Pf.“ Bei den echten Scheinen springt die erste Zeile nach vorn heraus, die zweite Zeile ist 2 111111 eingerückt. Bei den Falschstucken ist es um ehrt. Die erste Zeile ist 4 mm eingezogen, die weite Zeile ?prin t nach vorn heraus. Ferner ist bei den alschstucken die s erthangabe „Zweiundzwanzig“ _mit Habeetter Frakturschrift hergestellt, während bei den echten Schemen hier u eine halbfette Kanzlei- schrift verwendet ist. Die Unterdruckéarbe ist bei den ersteren dunkelviolett, bei den lehteren hellblau. Im ganzen ist die Farbenstimmung matt und der Druck unscharf. Der Trocken: stempel hat bei den echten Scheinen einen Durch- messer von 13 111111, der ReichSadler füllt in der Höhe den inneren Raum vollständig aus. Der Durchmesser des Trocken- stempelS'bei den Falschstücken beträgt 15 111111, der ReichSadler füllt den Raum nicht aus, es ist oberhalb und unterhalb des- selben ein größerer weißer Raum. Der Stempel weicht in dcr Zeichnung in allen Theilen von derjenigen des echten Stempels ab; die Gravierung ist mqngelhaft, die Buchstaben der Umschrift „Zinsschein-Stempel“ smd größer als bei den echten Scheinen.

Bei den echten Zinsschcinen mit geraden Ordnungßziffern (2, 4, 6 u. s. m.) ist der linksseitige weiße Papierrand außer- halb der Zinsscheinumrabmung seFx schmal, etwa 1 111111 bei richtiger Abtrennung, bei den Fal chstücken beträgt dieser Pa- pierrand 4 111111. .

Die Aufdruckziffern smd in rothvioletter Farbe hergestellt, ähnlich derxenigen, welche bei den echten preußischen Zinsschcinen zu 12 «16 zur Anwendung kommt.

11. Falsche Zinsscheine zu 15 ck16 mit der Bezeichnung ReiheU] Nr. 1, fällrg am 1. Aprtl 1894, zur Schuldverschreibung Lütz. 14. Nr. 195 910 Über 1000 «16:

Die Werthabscbnitte zu 1000 „46 der 3proz. Reichs:Anleik)e von 1892 tra en die Bezeichnung „ij1. G.“, während die falschen ZinsscZeine die Bezeichnung „111131. .»1,“ enthalten.

Zinsscheine Nr. 1 zur ReichMnleihe von 1892 sind über- baupt nicht zur AUZJabe gekommen, dem eingedruckten Fällig- keitstermine entsprechend (1. April 1894) würden es Zins- scheine Nr. 5 sein. _

Im Übrigen zeigen die Falschstücke zu 15 „M im all: gemeinen die gleichen FälschungSmerkmale wie diejenigen zu 22 914 50 „Z. Zu erwähnen ist noch Folgendes:

Hinter dem Worte Marx im 'Werthbetrage der Zins1cheine fehlt beide“ Make der Punkt. Der in Buchstaben ausgedrückte Werthbctrag lautet nicht wie bei den echten Scheinen „Funfzchn“, sondern „Fünf- zehn“ Mark. Als Ver1ährnng6termin ist der 30. März 1898 ange eben, während die Angabe auf den echten Scheinen „31, ärz1898“ lautet. Die OrdnungSziffern und der Werth- betrag smd bei den echten Scheinen m karminrother Farbe gedrzrctkt, bei den Falschstücken ist eine rothviolette Farbe ver: wen e .

111. Falsche Zinsscheine zu 15 „46. mit der Bezeichnung 92815811 Nr. 7, fällig am 1. Oktober 1893, zur Schuldverschreibung 11111. 11. Nr. 195200 über 1000 «(S.:

Der ange ebene Fäüigkeitstermin ist derselbe wie der auf den „falschen Zinsscheinen zu 22 „(4 50 „Z angegebene. Dem Fällrgkertstermine entspricht der Ver1älJrungstermm „30. Sep- tember_1897“. _

Dre Falschstr'icke zeigen dieselben Fälschungsmerkmale wie vorstehend.

Höhe der Schneedecke iu Zentimetern am Montag, den 25. März 1895, um 71151: Morgens.

Mitgetheilt Vom Königlich preußischen Meteorologiscben Institut.

(Die Stationen find nach Flußgebieten geordnet.)

Oestliche Küstenflüfse. Memel (Dange) 22, Tilfit (Memel) 22, In terbur [ 8, Heilsberg (Pregel) 0, Königsberg 1. Pr. (Prégel) L. J (PWW)

Weichsel.

Groß = Blandau (Bohr, Narew) 31, Czerroonken (Bohr, 'Narew) 28, Marggrabowa (Bobr, Narew) 32, Klauffen (Piffa) ?, Nerdenburg (Wqu) 11, Osterode (Drewenz) -, Altstadt (Drewenz) ?,

horn -, Kom (Brahe) 2, Bromberg (Brahe) -, Berent (Ferse) 6, Marien urg (Nogat) -.

Kleine Flüsse zwischen Weichsel und Oder. Lauenburg i. P. (Leba) 5, Köslin (Mühlenbach) 2, Schwelbein (Rega) 0. Oder.

LeobschüZ(Zinna) 0, Ratibor -, Beuthen (Klodni )-, Oppeln -, Habelschwerdx (Glaßer Nerffe) -, Brand (Glaßer 5) eiffe) ?, Reiners (Glaßer Netffe) ?, Glu (Glaxker Neisse) _, Friedland (Glaßer Netsse) 23, Wcrgelsdorf ( [aßer eise) _, Rosenberg (Stober) -, BrZslau -, Lrßgmß (Ka ba ) «, Fraustadt (Landgraben) -, Grunberg -, Krumnrhübe (5 ober) 6, Wang (Bobsr) 90, Eich- berg (Bober) 0, Schrerbexbau (Woher) 20, Warmbrunn (Bober) ?, Bunzlau (BobeZ _, Görlrß (Laufilzer Neisse) -, Frankfurt _, Ostrowo (Marthe) _, ofen (Marthe) -, Tremsffen (Warthe) _, Samter (Wartbe) --, Paprotsch (Warthe) -, Neustettin (Wartbe) 1, Deutsch-Krone (Wartbe) 3, Landsberg (Marthe) -, Stettin -, Pammm (Jhna) _, Pr€nzlau (Uecker) -, Demmin (Peene) _.

Kleins Flüsse zwischen Oder und Elbe.

Putbus -, Rostock (Warnow) -, Kirchdorf auf Poel -, Segs- berg (Trave) _, Lub€ck(Trave) -, Eutin (Schwentine)- Schleswig (Schler) -, Flensbur _, Gramm (Fladsau) _, Wefterland auf Sylt -, Wyk auf F6 r _, Husum -, Meldorf _.

ELSE

Tor au -, Dessau (Mulde) _, Rudolstadt (Saale) 0, Jena Saale) - Stadtilm (Saal? _, Dingelstadt(Saa1e) -, rfurt (Saal?) _, Sonders aufen ((Saale) -, Nordhausen

(Saale) -, Halle (Saale) -, Klotermansfsld (Saale) -, Bernburg (Saale) -, Quedlinburg (Saale) -, Magdeburg -, Neustrelty (Hawe!) -, Kottbus (Havel) -, Dahme (Hawel) -, Berlm ( avel) _, „Blankenburg bei Berlin (Hayek) _, Spandau ( avel) -, Heinersdorf, Kr. Teltow_(Havel) -, Potsdam ( avel) -, Brandenburg (Havel) _, Kyriß (Pawel) -, Gardelegen ( land),-, Jeeße (Aland) _, Waren (Elch) _, Marniß (Elbe) '-, Schwerin (Clde)„-, Uelzen (Ilmenau) -, Lüneburg (Ilmenau) -, Neumunster (Stor) *, Bremervörde (Oste) _.

Weser.

Meiningen (Werra) _, Liebenstein (Werra) 4, Altmorschen (Fulda) ?, Schwarzenborn (Fulda)-, Hassel ulda) ?, Uslar (Werte) -, Herford (Werke) -, Scharfenstein ( Uer 40, JlFerrburg (Aller) 0, 223raunschrr1ei?1 (Aller) -_, Celle (Aller -, Gottmgen Aller) -, Herzberg (A er) -, Klausthal (Aller) 71, Seesen (A er) 0, Hannover (Aller) --, Bremen _, Oldenburg (Hunte) _, Elsfleth -.

Kleine Flüsse zwischen Weser und Ems. Jever -.

ulda Fulda) ?,

Ems.

GüterSlobWalfe) -, Münster 1. W. _, Li _, Os !) (Haase) _, Löningen (Haase) -, Aurich _, EMFFHÜ_' na klick

Rhein.

Darmstadt -, Coburg (Main) -, Frankenhain: (Main 55, rankfurt (Main)'--, Wiesbaden -, Geisenheim -, Birkanfeld Nahe) -, Schivenxsberg (Lahn) -, Rauschenberg (Lahn) -, Mar- ur (LahnHk- Wetlburg (Lahn)-, Schneifel-Forsthaus (MoselÉM, Btt ur? ( “0,480 _, von der He dt-Grube Mosel) - rier

-, ' euwied “, Stegen ( ieg) --, Ha enburg (Sieg -», _öln _, Krefeld “-, Arnsberg (Ruhr) -, Brilon ( ubr -, Ludenscherd (Ruhr) -, 'Alt-Astenberg (Ruhr) ?, beim (Ruhr) -, Kleve _, ElleMek (Yffel) -, Aachen (Maas) «.