1895 / 78 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 29 Mar 1895 18:00:01 GMT) scan diff

_" „_.-Empfang,.- ,der" ibnen. beim Erscheinen bereitet wurde...Die Pngéwax _dies _ wie im„voxigen Jahre: 1. _ "Edvard" *bomas. 11. Tenor und'Leiier: Profe or Carl _ err Ferdinand Hörbeder, 11. aß: Herr. Eugen Weiß; e eno waren die VottügeÖcxusschli' lich beiteten ma e em -satirifchen Inhalt bin: Daön fylgten zwei , m

déi , ]. Baß:

Genres. Den vielve r'etbenden - Anfan

Eduard Kiemser mit dem den bumori 's reichend kenYe nenden Titel „kin äs 818019“. steirische - ol ieder (komponiert von Blüme die Konzertgeber ihre Kunst im treffend

nüancierten & aaypsUa-Gesana äußerst wirkimgsvoll _entfalteten. war in seiner Art em

Aua) das .Baüaderl vom Ritterl'

i'iück packend humoristischen Vortrags. Große

?pro ramms, unter denen nur genannt seien: cbaiytliche Studie über den Wrnterrock,

der höchst drastisch wirkende, * Professor Udel selbst erfreute die

trefflitben Wiener Gästen

waren, und mehrere Male sahen sie sich veranlaßt,

cia Wyo-Wünschen nachzugehen; auch zu einer Zugabe

verstehen, da das Publikum nicht von den Pläßen weichen wollte. Am

Sonntag findet die zweite Soirée statt. Das Vorgestrige zweite Konzert des Karlßruber

Eduard Reuß im Saal Bechstein brachte, wie das erste, nur

Kompositionen von Beethoven. Der Konzertgeber, der spieler ersten Ranges ist, hatte fich dieSmal noch Höhe Heilt, denn es befanden fi ehr schwierigen 0-m011- ariaiionen, ngHe Sonate in (3411011, 013- 111: ue

Ueberwindung aller tecb_nischen Schwierigkeiten und Ausdrucksweise obne langere Pauie vortrug. folgte nach jeder Sonate.

Kompositionen,

An demselben Tage gab der Pianist Max SÖwarz, des Raff-Konservaioriums in Frankfurt a. M., im Saal der Sing-

Akademie seinen zweiten Klavirr-Abend. Das

Werke von Brahms, Back), Mozart, Schubert, Mendrlssobn, Schummin, Chopin und Liszt, unter denen Mendelssohn's X:"iZ-moU-Capriccto, Chopin? Polonaise in 1715411011 und Terzen-Eiüde, sowie Liszt's

ungarische Rbapsodie_ Nr. 6 seine außerordentliche glänzendstén Licht cr1cheincn ließen. Publikum spendete reichliche Beifallsbezeugungen. Gestern gab in der Sing-Akademie die prä) Pianistin Marie Mildred Marik) aus Antrriia dem von Herrn Proseffor Klindwortb geleiteten schen Orchester. _ _ diesem Abend zum ersten Mal auftrat, spielte drei der sch

konzerte neuerer Komponisten __: das (3-m0U-Konzert von St. _Saöns, ein zweites von Friß Kauffmann und zum Schluß das Liszt'scbe Die eminenie technische Fertigkeit mit der fie alle sowie die schwuanVOli delebte Art des Vor-

LJ-äur-Konzert. Schwierigkeiten besiegte, _ _ trags setzten die zahlreich erschienenen Zu örer in E ihren Leistungen ein fast _endloser Applaus _folgie. interessant, die Künstlerin auch einmal m Solo Orchester hören zu können.

Im Königlichen Opernhause ?elangt morgen _

er Weingartner's Leitung Elisabeth : Fräulein olfram: Herr Bulß, Landgraf:

findet morgen die

Wagner's .Tannbäuser" unter Kapelimeif zur Aufführung. (Tannhäuxer: «rr Sylva, Hiedler, Venus: Frau Pier on,

Hr. Stammer.) _ _

Jm Königlichen Schauspieibause _ sechste Aufführung von Fr. Griüparzer's Trauxrspiel, , Glück und Ende" mit Herrn Maikowsky m der Die übrigen Hauptroüen find wie fol§_t beseßt: burg: Herr Ludwig, Fr._Zollern: err NeIper, desien Sohn: Herr Purschian, Benescb: Herr * Molenar, Zawisch: Herr Keßler,

rau Kahle, Kunigunde von Masovuxn: . rau von Hochenbur er.

Der Gast des essing - Tbeaiers, Herr Friedrich Haase hat

sich auf vielfachen Wunsch bereit erklärt, Carl Gu

.Der Königslieutnant“ in Verbindung mit dem_ einqktigen Genrebild Eine Partie Piquet“, unter Abanderung des bisherigen Spielplans,

feffelien die Sänger aber auch mit den anderen Nummern des die naturwissen- die pensionßmütterlicbe“ Verbesserung der Goethe'scben VaUade vom „König in Thule“ mit potpourriartiger Verwendung der _ verschiedensten Melodien in Musik gese te .telegrapbische Kursbericht'. _ ubörer noch durch zwei zw_erch- ellerschütternde Solo-Vortrage, deren einer den , Weltschmerz' persiffiterte, während der andere die Sufaubg “rgrribwg zum Gegenstand batte. Den feblie es für ihre erbeiternden Vorträge nicht an dem verdienten Beifall, dem sogar Lorbeerkränze beigefügt

unter den Werken des Meisters z. die Phantasie 0x). 77 und die

i drei anderen Sonatkn 0x). 31 Nr. 3, 0x). 53 und 01). 26 mit Verdienter Beifall

Das sehr zahlreich erschienene

Die außcrordentlicb begabte Kün ilerin, welche an ereicht. Burch iich zu erwarten, bei dem die inzwischen gemackoten

auf te ntfchem Gebiet, die __zum tbeil auch in erhöhter Fursorge für en, zur Geltung kommen werden. Der zweite Theil des Vorira s handelte von den Yentlichen BFIbabnen, im Harz zwischen lankenburg-5 und Tanne zur Ausführung gelan i ist, .und schloß mit den neuesten kühnen Plänen für eine Bahn (_:u die „Jungfraiz“. - Der wird mor cn Abend in der Urania noégeinmal Wiederholt und tritt an die Stelle eSangekündithndekoratiben vrtrags ,ZweiAmerikafabrten'. Leßterer wird mit der nachsten Woche definitiv dom Repertoire der Moabiter Urania verschwinden, um eventuell erst in dem neuen Ge- bäude in der Taubenftraße wieder zu erscheinen.

Der stets zum Osiertermin erscheinende Berliner Adreß-Bucb" (Verlag von W. u. S. Löwentbal in bekannten Form und Ausstattung vor. Der des Nachschl_agebuchs die inzwischen obnungswecbsel :c. eingetretenen Veranderungen und die sonst Rudolf von Habs- rndt, der alte Merenber : Herr

Margarethe von Oesterreich: Fraulein Poppe, Bertha:

Tenor :

ausdehnen wird.

Im N uartett von Friedrich .Mitxerwu S “cke,mit. Dec Vorher! denen. der Kasse des Theaters statt. charakteristisch _

Meister- am Sonnabend, Sonntag und

Heiterkeit ent- abend (in der Schumann's Faschings

und s pielen.

Die Hofvianistin Baltimore ist Von dem

York ihm zu seinem

den stürmischen

mußten fie fich

Pianisten Herrn

ein Beethoven- re AufF-ben ge- . die 32

die der Spieler

tief eingehender _ Hock) ebtr sbahnen, das niere e der Besucher nahm.

Direktor"" _ der Redner selbst bei

Programm bot

Bild aus sein Thema in

s einen

wertbe _ zwei

Virtuosität im legte fehr jugrndlicbe ein Konzert mit bilharmoni- _ Der gleiche Erfolg tft

werften Klavier- das Wohl der Arbeiter beste

wie eine solche z. B. an rstaunen, sodaß Es wäre sehr vorträgen obne

Richard

Berlin) liegt in der Nachtra bringt für alle Theile

durch _ nötbtg gewordenen Erganzungen.

König Ottokar's Titelrolle statt.

Kahle, ilota :

tung eines

ßkow's Lustspiel

n ;Üt. ' „„So a *,so dem .:amSo , u, .. Die _u o_“eZdTQMkklerß'balenuÖéi-ie ab::WÉ'É-il n eines Gqftsp cls veranlaßt, das“ sich nunmehr bis

euen Theater wird am Donnerstag, _ ein auf:- s _ eYrmen- Der Kim er bringt“ für sem Aufttxt _ _ _

auf zu diesemGastsptel findet tag :ck an

Von Adolpb' L'Arronge's neuestem drgmatiscben Werk „Pastor Brose“ finden die ersten dreiAuffübrungen im Deuts Moniag statt. _ _ _ _ Josef Hofmann veranstaltet am 2. April seinen dritten Klamer- Sin akademie). _ wank, A. Rubin tein's Variationen, op. 88, Cbopin's Phantasie in k-ruoU und eine

Frau Dory Butmeisier-Petersen aus Fürsten BiSmarck _ dem neuen Flügel, welchen die Firma Steinway and Sons m

80. Ge urtßtage chlosfe zu Friedrichörub zu konzertieren.

Mmmigfaltiges.

Die Stadtverordneten- Versammlung bat Ctatsberatbung zu Ende geführt. _ _ ko mm en | e u e r wurde, wie die ,Nat.-Ztg.' berichtety mit 96 0/0 des Steuersolls, die Gemeinde-Grnndst ' 144 0/9 des Siekersolls festgeseßk Der Etat für 1895/96 balanziert mit 90 386 3 5 „44

In dem naiurwiffenichaftlichen Theater der Urania, wo dem Publikum die Ergebnisse der naturwiffenfcbaftlichen Forschung und der mit dieser zusammenbaugenden technischen Eniwickelung in Wort und Bild vorgeführt werden, „hielt Herr_ProfesLor Dr. Karl Koppe am Dienstag einen.Vortrag über ., Dre _

Vornehm l in bo em Grade Der Vortrag wirkte um so lebhafter und anschaulicher, als dem Bau der St." Gotthardbahn, des durch Genialität der Erfindung und durch die zu überwindenden technischen Schwierigkeiten hervorragendsien Werkes, das der Vortrag behandelte, die Vermeffungsarbeiien für den großkn Tunnel geleitet hat. Der Vortragende fand io Gele enbeit, manches bemerkens- Erlebni en

Abtheilungen dem ersten Theile seines Vortrags von den Normalbabnen mit durch- gehendem Verkehr, insbesondsre von der Gotthardbahn, die aligemein, auch von den in diesem Fach kompetenten schweizer ein MeisterWerk bezeichnet wird, das der deutschen Baukunst z_ur Ehre

euer und die, Gewerbesteuer mit

Die Redaktion der bier erscheinendexi Monatsschrift „Deutscher Buch- und Steindrucker" (W. Dennew115str. 19, Herausgeber: E Morgenstern) Veröffentlicht in ihrer Nr. 5 _ Gutenberg-Fust-Schöffer-Denkmals ix_i Berlin. Es wird damit beabsichtigt, zunäckpii eine Diskussion über diesen Ge- danken anzure en, und alle der Zeit Zuschriften so en auszugsweise bekannt gegeben werden.

s tbäti" ' rz vor, tem G lokal den 4. April, Abende „berechnetes Gastspiel" nxue.

_ mittelung von en durebwe

chen Theater

Der Künstler wird 11. a.

eibe eigener Kompositionen eingeladen wvrden, auf

New- gescbenkt bat, im Mai im

Tbie'rgarien.

gestern die Die Gemeinde - Ein-

esammie Stadthausbalts- Thorn, ro artigsten Alven- und

Schweiz ' , der 'in Anspruch

der

der Hauser

darzulegen. Er zer-

und sprach in städten.

n enieuren ais J J Waser.

Sim lon-

geplanten Forts ritie

von dem

Nachmittag übeland

Vortrag

...Inva-lidendimk“, Verein Förderung '. deatslbék“ In "* bak

" den Linden 24 l verlegt. Zur sich der ,Invalidendank“ in !

Inseraten füt ämmtliche 11. Abtheilun den alleinigen V alle Privat-T eater, Zirkus :e. 9 bis 4 Uhr, Sonntags bis 2 Uhr, daselbt zu haben.

Im Zoolog troffen, um die vorauSgeseßt - von je Promenaden am See w e die Terra gelbem Kies bedeckt, u .der frischen Luft ein. bezw. im großen Saa

Jahren die Hälft folgt in diesern F am Kur-ürstendamm,

Köln, 29. gestiegen, daß der_ Ober-Bür unt nicht zu VoxsichtSmaßregeln aufforderte, der Hauser nicht gefährdet würden. 6,50 m; beute Morgens 8 Uhr betrug er 7 m. t._ Zahlreiche Keller stehen unter Wasser, Das et 4,95 111. Das Waser steigt se und steht bereits in den Vor- Aucb yon dem Oberrhein und" In Worms smd

bereits überschwemm Wasser steigt noch. Trier meld daselbst m besorgnißerregendcr Wei Cs herrschi-Regenwetter.

der Mosel wird Weiteres Steigen gemeldet.

Koblenz, 29. März. und ist bereits über den Lagerscbuppen, anlagen sind im oberen Theil nicht mehr passierbar. Denkmal - Baukommission für lm - Denkmal am Deutschen Eck, welches bereijs _ Waffer sieht, zu einer Berathung zusammen, ob und wie weit das Wasser dem Denkmal schaden kann.

tritt die Kaiser, Wilde vollständig unter

vali

besorgt.

schen Gärten werden älle Vorkehrun onntags-Konzerte - andauernd milde W

«YM

von dem Me Mark rafenMKYLa na ZUK ' MLU“

nter

scha an seiner .

er [. Mtbkilung mit“ deean. Zeitungen. wäbveérd- die owerkauf- für die «Köni lichen Theater e Biliets ud täglich voz,

en ge- tter tab im Freien stattfinden zu lassen. “Fi? _ ffen vor dem Restaurant sind mit nd Tische und Stühle laden zum Aufenthalt in Am nachsten Sonntag konzertiert im Garten _ l, das Musikkorps der Eisenbahn- Brigade j,; Umform. Der Eintrittspreis beträgt 50 «3,

für Kinder unter 8. Die Außgabe der neuen Jahres-Abonnementszexx

rübjabr an allen drei Schalterkassen des Gartens,

Der Engangb Der O er-Präfident,

Viärz.

ochwafferfreien

am Bahnhof Zoologischer Garten und am

Ueber H_ochWasser und EiSJang sind heute die nachstehenden Meldungen eingegangen:

_ Dirschau, 29. März. zwis en Barendt, Dirschau und Gerdin auf einer Eis topfung entstanden. Im Laufe des Tages [) gelöst, und es ist flotter Eisgang eingetreten. von 3,30 m auf 5,44111 gestiegen.

_ 28. März. bisher aber normal verlaufen. Minister 131". Von Goßler hatte gestern Nati lauf abgewartet iind ist heute Vormittag abgereikt. beirug beute Mittag 4,08 m. Von der tussi

wird weiteres Steigen des Wassers gemeldet. Die Hochwassergefahr ifi derartig ermeister ])r. Becker geilem die Bestßer _ Eniwafferungsleitungen damit namentlrä) die Fundamente

Der Pegel war gestern Abend Der Zollbafen ist

Nach starkem Engang ist heute früh Lunge _von 15 km at sicb dre Stopfun Der Wasserstand cs?

ist hier Lin starker, _ Staats. ;mitiag den Ver- D_er Wasserstand ch-gal1zischen Grenze

' Werftbauten stehen unter

die Rheinufer überschwemmt; die neuen

Der Rhein steigt stündlich um 3 am Das Wasser sieht bei Dre Rhein- Morgen

die Ufer getreten. welche geraumt werden müssen.

das

.NaÖtrag zum

Wash

einen Aufruf zur Errich-

chrift in dieser Sache zugebenden

schiffe haben Befehl erh fields zu gehen, wahrs des von England an amerikanischen Interessen zu wahren. New-Yor Telegramm von Kommandant des Kreuzers, der auf die hatte, seines Kommandos enthoben worden.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene

Depeschen.

29. März. (W. T. B.)

iiigton, 29. März. (W. T. B.) Zwei Kriegs.- alten, nach Greytown und Blue: einlich zu dem Zweck, in Anbetracht icaragua gesteliten Ultimatums die

Nach einem

k Santiago deCuba istLieutenant Y'barra,

Beilage.)

Alliance“ gefeuert

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten.

Adolph EMÜ'TUW.Sonnabend : Madam Su erte. Vaudeville-Poffe in 3 Akten von Ordonneau.

Wetterbericht vom 29. März 8 Uhr Morgens.

us K.

50C_=40§

Stationen. Wind.

Bar. aufOGr.

u d Meeressp

red. in Millim. Temperatur in " Celsi

Belmullet. . Aberdeen . . Cbrifiiansund Kopenhagen . Stockholm . randa . t.Petersdg. Moskau . . . CoerucenS- town . . . 748 Cherbour . 742 ldC-r. . . . 740 ylt . . . . 742 mburg . . 744 winemünde 745 Neufabrwaffer 747 Memel 750 ris . . . . 747 ünster. . . 743 ; eiter Karlörube . . 749 5ZRegen1) Wistaden . 747 2lwolkig München . . 751 ; 1lwvlkig Cbemniß . . 748 21179ng Berlin. . . . 746 4|wokkig Wien . . . . 749 Z'Regeu Breslau. . . i 748 2Yrgm 751 7 bash bed. 752 2wolkig 750 1xNegeu

1) Nachts Gewitter.

Uebersicht der Witterung.

Das barometrische Minimutzi, weiches gestern über der Irischen See lag, in o_fiwarts nach der Nordsee fortgeschritten, über der IrischenSee Nord- fturm, am Kanal itarke Westwrnde Verursachend. Am böchsien ifi der Luftdruck über Nordofi-Eiirvva. In Deutschland ist bei meist schwachen, vorwieg_end südwestlichen Winden, das Weiler mild und merit trube,

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Regenfälle statt. Fortdauer der milden, feuchten Witterung wahrscheinlich. Deutsche Seeuxrrér.

ck Theater-Anzeigen.

Königliche §chauspiele. Sonnabend: Opern- haus. 80. Vorstellung. Tannhäuser x_md der SäuÉerb-ieg auf Wartburg.“ RomarrtrscheOper in 3 lien von Richard Wagner. Ballet von Emil Graeb. In Scene gesetzt vom Ober-Regiffeur Teßlaff. Dekyrative Einrichtung pom Ober-Jnspektor Brandt. Dirigent: Kapellmeister Wemgartner. Anfang 7 Uhr.

Schauspielhaus. 86. Vorftenuné. Köni Ottokars Glüch und Ende. Trauerspie in 5 ufzügen von Franz Grillparzer. In Scene geset Vom Ober- Regiffeur Max Grube. Dekorative inrichtung vom Ober-Jnspektoc Brandt. Anfang 7i Uhr.

Sonntag: Opernhaus. 81. VorsteUunY _Die lustigen Weiber von Windsor. ozmsch- phantastisckpe Oper in 3 Akten yon O. Nicolai. Text von H. S. von Mofentbal, nacb Sbakespeareis glsicbnamigem Lustspiele. Tanz von Emil Graeb. Anfang 7k Uhr.

SÖauspielbaus. 87. Vorfieilun . Die Welt, in der man sich langweilt. Lustßpiel in 3 Aufzügen von Edouard Pailleron, überlseht von Emerirb von Bukovics. (Su nne: Fräu em, Bertha uSner, vom deutscbkn olkstbeater in Wien, (: Gast.) Anfang 7? Uhr.

DMMK!- Theater. Sonnabend: Zum ersten Male: Pakor Brose von Adolph L'Arronge. Anfang 7& Uhr.

Sonni R Ubr: Weh dem. der lügt! - 7i Uhr: Kastor Vr e.

Montag: Pastor rose.

Eerlmer Theater. Sonnabend: Der Herr Senator. Anfau 7x abr.

Sonntaa, 2x U r: Madame Sans-Göue. - 7? Uhr: Der Zett Senator.

Montag: F t-Vorstellung zur Feier des 80. Ge- burtstags des Feinsten BiSmatck. von Otto

tanz Genfi n. Nimm vou mbexw. Hedwig Niemann und Friedrich Haase als te.)

.tesßng-Theater. Sonnabend; Gastspiel von

Sonntag: Gastspiel von r.Haase. Der Königs- lientuant. - Eine Pa e Piquet. Montag: Der Geizige. - Niobe.

Frudruh - Wilhelmßädttsrhes Theater. Cbaufseeiiraße 25/26.

Sonnabend: Der Oberftei er. Operette in 3 Akten von L. ld und M. est. Musik von Carl Zeller. Re e:_ Herr redy. Dirigent: Herr Kapeümeiiter Ba reich. Erm igte Preise der Plätze. Anfang 711 Uhr.

Sonntag: Der Oberßeiger.

Reue; Theater. Schiffbauexdamm *.../5.

Sonnabend: Ferréol. Sittenbild in 4 Akken von Viciorien Sardou. Anfang 7x Uhr.

Sonntag Nachmittags 3“ Uhr: Liebe von Heut. - Abends 74 Uhr: Ferréol.

MoniaÉ(27. Abonnements-Voriiellung): Zur Feier des; 80. eburtstags Sr. Durchlaucht des, Fürsten Brömarck: Prolog, gedichtet von Adalbert von Hanstein. - Hierauf: Ferré [.

Kefideux Theater. Blumenstraße Nr. 9. Direktion: igmund Lauxenburg. Sonnabend: Fer- nand's Ghekoutrakt. (Lil d. 12. pakks.) in 3 Akten von Georges F dem:, in deutscher Be- arbeiiung von Benno Jacob on. Anfang 74 Uhr.

Sonntag und folgende Tage: Fernaud 8 Ehe,- konnakt.

„._.-

Theaterlnter denkmden. Behrenftr. 55/57. Direktion: Julius sche. -Sonnabend: Nauon. -- Grand Vallabi Anfang 7x Uhr.

Donnersta ,4.April: mu Wien. Großes Ausstattung [kei in 8 Bildern von Gaul und Willner, Musik von Beyer. Verstärktes Corps

de Ballet. Zentral-Theater. au: Jarobßuße gr; 30, Direktion: Rickard _ ,- Emil Thomas a.D. Sonnabend: Zum 43. ale: Unsere Rentiere. Große Posse mit Gesang_ und Tanz in 4 Akten von Wilhelm Mannftäd d Julius Freund. “Musik von Julius Einödsbofet. Ju Seen vom Direkkor Riibard Schulv- Anf Sonntag: Uxtsere Ruwüexk.

allenthalben ifi Re en tLeerfallen. Karlßrube batte ' "Nachmittag i , auch auf den Britischen feln sowie in Frankreich fanden angedebnte

Fr Haase, Der Königslieutnnt. - Eine Partie Piquet. Aufmaß 7x Uhr.

Schwank .

Mu lk von onntag: Dieselbe Vorstellung.

Edmond Audran. (Novität.) In Scene gese i von Adolph Ernst. Anfang 7;- Uhr.

Konzerte.

WM-ÜW. Sonnabend: Karl Meßver- Kouzert. Operetten- nud Walzer-Abend.

Baal sethßein. Linkstraße 42. Sonnabend. Anfang 8 Uhr: Konzert (Vorträge auf2 Klavier!!!)

von John Moore und Charles Roß.

'____-___-_-__-______-_--__--

Familien = Nachrichten.

geb. Dezibel, ?UÜ Stachow (Berlin)-

Verlobt: Fr. Marie Kaestner, Hrn. StaatSanwalt Hermann

- Fel. Mathilde Lerch mit Hrn. Prem-Lreut-TM'Mt Wo d

emar von Fischer (Pren lau). _

Geboren: Ein Sohn: . Scherbening (Lipine O.-S.). - Baumeiéter Volk (Lingen a. d. ms). Landrat a. D. Tenae' (Rietberg). Tochter: 11. Affifien

Mats ke( rombergs. _ Gestor en: Hr. O erfteLteutenqnt a. helm Frhr. von Langermann und Glogau).

(humann (Breslau). -

-- . [ ii . D. Hr Zak) meier aGeneral-

tteninsvtkkwr J Regierunas

Hrn-

.. (Fine z-Arzt 1. Klasse 1)!-

D. Wil- Ersencamv

ulius

qjor

;. D. Gustav von der Lancken-Zürkviß (Stettin)-

-- Hr. Hauptmann a. D. Cord von (Wiesbaden).

Brandis

Y

Verantwortlicher Redakteur: Siemenroth

in Berlin.

Verlag der Expedition (Stholx) in Berlin-

Druck der N, _ B Anstalt, «M'. BUK belmsttaße

Acht Beilagen

(MsMßÜÖ Bötsm-Beilase).

Verl,“- ruckersi ungdw „_

„&..-?. 738.

Deutscher Reichsxag_. 71. Sißung vom Donnerstag, 28. März.

Ueber den Beginn der Sißung ist gestern berichtet worden."

Auf der TageSordnrmg steht als zweiter Gegenstand die dritte Lesung des Reichshausha1ts:Etatsfur 1895/96.

Beim Etat des Reichskan lers beantragen die Abgg. Graf von Bcrnftorff-Uelzen Fb. k. F.) und Genossen:

Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, veraniaffen zu wollen, daß

die Verwgltungew derJeereskontingente, der Marine

und der R_ei_chs_posi_tbrcn edarf an landwirtbschaitlichen

Erzeugnisjen _ insbesondere gn Getreide - tbunlicbsi durcb

unmütelbaren Bezug_ vpn d_en mlandischen Landwirtben decken und

da_be_i so vr_el wre moerch Lieferungen auf mehrere Jahre vertrags- maßtg vereinbaren mogen _aus Grundlage der für den betreffenden

Fößeren _Verwgliungsbezirk amtlich festgestellten, mrhrjäbrigen

urchschnttt§preise.

Abg. (Graf pon Bernstorff (b,_k. F.): Der Zweck unseres Antrags- gebt dahin, den Absatz des inlandifchen Getreides zu sichern und dadurch zur Besserung der Lage der Landwirtbschast beizutragen. Die etwaigen Schwierigkeiten, die sich der Ausführung unseres Vor- schlags enigegensteüen, könrien nicht so bédeutend sein, daß sie dieselbe hindern konnten. Je_ wrntger man geneth ist, der Landwirtbschait auf anderem Wege: die Unterstützung des Staats zu gewähren, um so mehr sollte man xolche Maßregeln gutheißen, wie die von uns emrfoölenen.

_ _Abg. Gump (Rp.): Jeb _möcbte zunächst miitbeilen, daß meine poliiischßn Freunde "". preußischen Abgeordneienbause bkreits am 16. Marz d._ . emc_ Resolution haben zirkulieren lassen, welche fich n) drr Rtrhtung des ersten Theils der vorlie- sznden _Resolutwn _be_ngte. Aue!) wir wollen die liebste

egünsttJung der mlandische'n Produktion, aber nicht bloß ?ür die Landimrt schaft, sondern auch _sür die Forstwiribschaft und in Leim e_m Umfaxi auch für die Industrie bei den Lieferungen M staatlt en Vsrwaltungen. Die Vorliegende Resolution ist demnach schon in _dieser Beziehung zu einseitig. Die Antragsteller baben_ memer Ansicht nach der von ihnen de_rtrxtenen Sache keinen guicw Dienst geleistet. Die Sache ist zu wichtig, als daß man fieber einer dritten Etatsberatbuug erledigen könn_te. _ Was den zweiten Theil der Resoiuiion anlangt, so Halte ich es fur außersisxhwierig für den Grundbesitz, sich für eine Reihe von Jahren zu Lieferungezi für bestimmte Preise zu verpf1ichten. Bei Mißernten _würden die Landwiribe auf diesem Wege in die größten Ungelegezibeiten kymmen. Außer diesen praktischen Bedenken halte ich den_ zweiten _Thexl der Rksolution auch deshalb für unangebracht, weil der in ihm gemachte Vorschlag nur dem Großgrund- besiß zu _gute kommen würde, und das halte ici) für ungerecht. Die ltchkeii,_ daß fick) die kleinen Grundbesißer zusammenthun, iim d_te reise rnit den staatlichen Verwaltungen zu vereinbaren, halte ich fur ausgeschlossen. Ich bestreite übrigens, daß auf diesem Wege eine ai] emeine Hebung drs Preisiiiveaus für Getreide erzielt Werden kann. m gegenwärtigen Stadium der Beratbungen würden die Antraxzsteller ihrer Sache zweifeilos einen Dienst erweisen, wenn sie ihren „intrag zurückzögen, darmt über die spätere Einbringung eine Verständigung erzielt Werden kann.

Abg. von Podbielski (dkons.): Auch wir stehen dem Grund- gedanken des Antrags sympathisch ge enüber, wenn wir auch den zweiien Theil der Resolution für baden lich erachten. Die dort befür- wortete Maßregel müßte auch der Industrie gegenüber angewandt

werdsn, und das dürfte doch zu großen Unzuträglichfeiien führen. Ich _

stimme mit dem Vorredner darüber überein, daß die Ausführung des vorliegenden Antrags nur dem Großgrundbeiiy zu gute koniwrn würde. Wir wollen abxr gerade den kleinen Grundbesißern, den Bauern, in ?rster Linie helfen. Wir bcdauern deshalb, dem vorliegenden Antrag in seiner jeßigen Form nicht zustimmen zu können.

Abg. Dr. Bartl) (fr. Vg»): Die AusführunYdes Y_nirags müßte zu den beklagLnSWerthesten Spekulationen der andrvirtbe an der Getreidebörse füHren. Wie woÜen die Herren," welche stets gegen die Börse sprechen, das verantworten ?

Abg. Richter (fr. Volksp.): Die beantrqgte Resoluiion ist schon i_odtcbgemacbt; ich kann deshalb darauf verzichten, noch dagegen zu wre xn.

Abg. Gump (Rp.): Die Ausführungen des 2159.13» Bartl) sind gegenstandslos. Es bandeit sicb Sar nicht um Frx- oder Termm- geschafte. Ich bin allkrdings der An irhi, daß der Staat Verpfiichtet isi, auc? dann die einheimische Produktion zu unterstußen, wenn ihre Preise öber, find als die Angebote des Außlandes. Wenn der Staat durcb Herabseßung der Zölle und durch eme_Ver_tbeuerizu§x de_r_ ro- duktion durch die Bélastring mit Ausgaben fur die Sozta politi die Landwirtbschaft Weniger konkurrenzfähig macht, so ist er _auch ver- pflichtet, diese Schléchterstellung auf anderem Wege auszugleichen. _

Ab . ])r. Barth (fr. VW.): Der lrßtere Grandsaß Wurdedie ganze Étaatsverwaltung in Verwirrung brmgxn. _De_r_ _oberste Grund- saß um? sein, so billig und ut zu kaufen, wie moglich_._

_ Au einkn Angriff des bg. 1)r. Schqexilank (ON,), betreffs reiner Haltung in der Börsen-Enquötekomixnffwn, konstatiert _

Abg. Gamp, daß der auch von sozialdemokratisckpxr S_eite ais die beste Arbeit über den Términbandel _bezerchneieBerrcht _uber die Veröaydlungxn dex Börsen-EnquStekommisfion von ihm herrühre.

Der Antrag dcrAbgg. Graf von Bernstorff und Ge- nossen wird abgelehnt. Beim Etat des Auswärtigen Amts bringt der

Abg. [)r. Bachem (Zenta) die un "nstigen Verbältnisie der katholischen Missionen auf den Mqrschall- nseln_zur Sprg e. Die Neu-Guinea-Komvagnie, welche die Laudrßhobetiörxchte _uber diesc; _Jnfeln besitze, bindere die Misßonäw an ihrer Tbatrgkeit. Es sei uberhaupt durchaus unzeitgemäß, daß einer privaten Erwerbßgesellsckyafx

Landes :) eitsré ie uständen. BZvZUmääYigtxr zum Bundeßrath, Direktor der Kolomalz Abtheilung im AusWärtigen Amt__ ])r. Kayser: Jch_ bedauere, daß das Verhältniß zwischen der Misnon und de_ereu-Gumea-Kompagnze nicht so ist. wie es wünickyenswertb ware. Dte_ Grunde dafur Mögen verschiedener Natur ein. Einerseits kann _ntcht _außer Acht gelassen werden', daß der frühere L_andesbaupimann, em _pfltchtgxtreuer. [Wi verstorbener Beamter, viellerchi- gegenuber der Mission mcht_ die rechte Form bsachtet bat; andererssiis abxr find auch axidere Dinge, maßgx, end so dieTbatsacbe, daß eben eine Prwaicßeselljchaft, oder, wieder A . Dr. Bachem sagt, eine Erwerbßgeselis aft_ die HoheitH- rechte ausü t. Auch ich weiß kein bcfferes Mlkf_€[, als die Ko_mpagme zu bewegen, daß fie auf ihre Hobeiißrechtx Verzichtet, denn wir haben dgs größte Interesse daran daß_die uitandc besser werden und daß die M':s'1on eine segensrei e Tbatigkrit entsgiien kann. _ A g. Dr. Hammarber (ni.): Die__Au_su_bung von Landeshoheit?- rechten"durch eine rivatgesellsckyaft Ut LULMLS Erach_te_ns _auf die Dauer. garnicht durcb übrbar, schon w_eg__en der Rcchisftremgkeixem in we[Then die Pxivatgesellschast häufig Kxager _und Richter zugleich sem UZÜßke- Auch ich hege den Wunsch, daß bereits in den nachsiet_i (Etat die Mittel eingefordert Werden, die zur Uebertragung drr &andeß-

bohriTSrechtS auf das Reich nothwendig sMd-

E, 1: ii e Bei la.. g»-

_ Der Mai für das Auswärtige Amt wird darauf ohne weitere Débatte bewiliigt.

Beim Eiai für Kamerun bemerkt der

Abg. von Vollmar (SM.): Es ist bereits über ein Jahr yerfloffen, seitdem es hieß, es sei gegen den früheren Kolonialbeamten Assessor Wehlan wegen der ihm zur Last gelegten Thaisn eine Untersuchung eingeleitet worden. Seither haben wir nur in der zweiten Etaisberathung wieder'etwas von dcr Angelegenheit Weblan gehört, und was uns da mitgeibeilt wurde, ist in meinen Augen sehr wenig. Ich halte nun überhaupt ein DiZziplinarverfahren für nicht ent- ferntvon ähnlicher Bedeutung, wie ein Verfahren Vor den ordentlichen Ge- richien. Ich weiß nicht, von wem die Untersuchung gegen den Assessor Weblan in Kamerun geführt worden ist. Sollte der Gouverneur von Zimmerer dieselbe geführt haben, so wäre das ein gro er Mißgriff, da Herr von Zimmerer in Sachen des Kamerunkr Au; tandes selbst nicht unkompromittiert geblieben ist. Der Assessor Weblan wurde nach Kamerun binauSgesandt, damii er dort die Grundbücber führe. Er wurde dann zu aklen möglichen weiteren Geschäfien verwendet und schließlich ©in der Polizeitruppe in Kamerun. Die leyiere ist, wie aus einrm Bericht des Lieuirnants Von Steiikn hervorgeht, untcr Weblan vollständig zerrüttet worden. Merkwürdiger Weise hat der Gouverneur von Zimmerer das Referat uber diesen Bericht des Herrn yon Stetten dem Herrn Wehian über- trag_en,_ der später zur Herausgabe des Berichts förmlich genotbigi werden mu te. 5“ ei dem Assessor Weblan handelte es fich um noch weits limmere Dinge wie bei Leist; denn Herrn Weblan ist ein Mißbrauch der richterlichen Gewalt nachgewiessn wvrden. Der Beweis dafür ist zu- finden in den Kainer'uner GerichtSakten, und ici) kann der Kolonialverwaltuna nöihi en Falles die betreffenden Journalnummern angeben. Nach Jahres rist sollte es doch möglich sein, die Wahrheit bezüglick) der Hrrrn Wehlan zur Last gelegten Tbaten an den Tag zu bringen und die Sühne dafür zu schaffen. Schließlich möchte ich niir noch eine Anita e' Erlauben, die mit dem Fal! Leist in Zusammenhang steht. Der friixi) re Känzler Leist hat bei seiner Vernehmung Vor dem DiSziplinarbof' bemerkt, andere Kolonialbeamie hätten sich gröbere Ausschreitungen zu Schulden kommen lassen, wie er. U. a. habe ein Offizier einer Schußtruppe Von einer Hängematte aus auf alle in seinen Gesichtskreis kommende Schivarze zu seiner Unterhaltung mit dem RevolVer gescboffen. Hat die Reichßregieruna den früheren Kanzler Leist zur Nennung des Namens des bstreffenden Offiziers aufgefordert und bat sie gegen den leßteren eine Untersuchung eingeleitet'U » WW

Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Staats: Ministrr Freiherr von Marschall:

Die Frage, die der Herr Vorredner am Schluß seiner Aus- führungen an mich gerichtet Hai: ob wir an den Kanzler Leist eine be- stimmte Frage gerichtet hätten, beantworie ich mit Nein; es wird sich bei der demnächstigen Hauptderhandlung vor dem Reichsgericht in Leipzig ja Gelegenheit geben, die Frage ihm vvrzulegen. Was dann den Ja!] Webian betrifft, so find wir genau über alles dasjenige unter- richtet, was der Herr Affeffor gethan und was er nicht geihan hat. Es ist eine DiSziplinaruntersuchung gegen ihn geführt worden. Daß dieseibe nicht in kurzer Frist erledigt werden konnte, liegt auf der Hand, wenn man erwägt, daß dieseibe in Kamerun geführt werden mußte und daß eine Reihe von Zrugen zu Vernehmen war, deren Rückkehr aus dem Innern erst abgewartet werdén mußte. Wir Haben diese Untrrsurhung nicht durch den Herrn Gouvertieur yon Zimmerer fübrrniaffen -- aber nicht einm deshalb, weil Hrrr von Zimm-Zrer durch die Unte'riuchung gegen Leist kompromittiert worden wäre. - Das ist in gar kéiner Weise der Fall, es hat sich in der Unter- suchung nicht das geringste gegen Herrn Von Zimmerer herausgestellt. Wir Haben, um den vollen Schein der Unparteilichkeit zu wahren, den Legations-Ratb Rose aus dem AuSwärtigen Amt nach Kamerun ge- schickt und der hat die Disziplinaruntersuchung geführt. Das Ver- fahren istin diesem Augenblick noch nicht abgeschlossen und das hohe Haus wird begreifrn, daß ich unter diesen Umständen auf die Anklagen des Herrn Vorrednrrs gegen Herrn Weblan nicbt eingebe. Ick möchte dock) dem hoben Hause zur Erwägung anbeimgeben, ob es richtig ist, von einem noch nicht Verurtheilten Angeklagten in der Weise zu sprechen, wie der Herr Vorredner gethan hat. Wie kann man bei einem solchen Manne yon ScHandthaten reden angefichis der Thatsäcbr, daß ein Urtdeil, wxlcbes seine.Schu1d ausspricht, “no'ch nicbt v'orliegt? Das ist _meines Erachtens doch etwas, qu auch vom 'pplitifrhen Stand- punkt des Herrn Vorredncrs kaum zu rechtfertigen ist. Sofort nacbdem die Diöziplinaruniersucbung gegen Herrn Assessor Weblan abgeschlöffen war, sind die Akten dem Königlich preußischen Justiz-Minister mit- getheilt worden. Es barsch da zunächst um die Frage gehandelt, ob das Diöziplinarverfabren vor preußischen oder Reichßbkhörden siattzufinden habe, mit Rücksicht darauf, daß Herr Weblqn preußischer Gerichts-Affessor war, aber dis Handlungen, deren er beschyldigt ist, im Reichsdienst vorgenommen hat. Das ist nicht, wie der Herr Vor- redner sagt, eine Etiketjenfrage, sondern eine Kompetenzfrage, die naturgemäß zunächst entschieden werden muß. Außerdem wird aller- dings der preußische Herr Justiz-Minisier auch die Frage zu prüfen haben, ob nach dem Ergebnis; der Dissiplinaruntersuchung das weitere Verfahren vor dem Diöziplinargeriobt oder vor anderen Geriäyten stattzufinden hat. Eine Entscheidung des Herrn Iustiz-Ministers ist mir nicht zugegangen. Es erfordern diese beiden Fragen eine sehr eingehende Prüfung; ich glaube aber in den nächsten Tagen eine Antwort von dem Herrn Justiz-Minister erwarten zu können.

Wenn der Herr Vorredner daVon gesprpchen hat, daß wir am Regierungstische so leicht geneigt seien, derartige Beschuldigungen als, unwahr zurückzuweisen, so möchte ich glauben, daß dieser Vormuxf gerade bezüglich der Fälle Leist und Weblan vollkommen unbegründet ist. Die Zusage, die ich im vorigen Jahre bezüglich dieser beidrn Herren gegeben, habe ich VoUständig erfüllt; es ist die Untersuchimg geführt worden in der gründlicbsten, unparieiischsten Weise, und ich kann auch bezüglich der, Untersuchung gegen Wehlan mit ailer Be-

stimmtheit bier erklären: Wir werden in dieser Sache nichts be- ,

schönigen, nichts vkrbeimlicben, sondern einfach der Gerechtigkeit ihren Lauilassen. (Bravo! rechts.)

Abg. von Vollmar ZS»): Für die Anschuldigungen, welcbe Legen den Assessor Wehlari er (_)ben worden sind, ist der frühere Kolonial- eamte ])r. Valentin mit seinem Namen eingetreten. Entgegen den Versicherungen der Reichsregierung, daß fie offene Anklagen, die mit Namen gedrckt sind, Verfolgen werdr, ohne den Anklä er zu benach- tbeiligen, ist Dr. Valentin aus dem Reichsdienst entla en worden.

zum MWM Riikiis-Anzeiger und,; KöniFii-ci) Preiiizischen Staais-Auzeigir.

Berlin, Freitag, den 29. März

1893.

Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Staats-Minifter Freiherr von Marschali:

Der Herr Ur. Valentin ist nicht deshalb aus dem Reichsdienft ausgeschieden, weil er der Wahrheit gemäß Anzeigen gegen Herrn Leist und gegen Herrn Wehlan gemacht hat, sondern Weil er diesé Anklage, obgleich er noch im Reichsdienste war, öffentlich in der Presse erhoben Hat, seiner vorgeseßien Dienstbehörde aber nichts davon gemeldet hat. Das kann aber die vorgeséßte Dienstbehörde !)erlaiigen, daß ihr Untergebener, wenn er gegen andere Beamte drrartige “Be- schwerden hat, sich zunächst an die betreffende Behörde wendet. (Sehr richtig! rechts und aus der Mitte.) _

Beim Etat für Deuifch-Südwestafrika erklärt auf

eine Anregung des Abg. ])r. Hammacher der Bevollmächtigter zum Bundesrathx Direktor der Kolonial- Abtheilung im Auswärtigen Amt ]_)1'. Kayser: Die mir vom Reichs- kanzler gegebenen Instruktionen stimmen mit den Ausführungen des Vorredners überein. Danach iind dem Ma'or LeutMin die An- weisungen dahin ertbeilt worden. daß_er ni tselhst dir Befirdlung Vorn'ebmkn, sondern sich von der Gesell1chast untarstützen lassen soÜe.

Beim Etat des NeiciWamts des Innern richtet der

Abg. Roeren (Zenir) die Anfrage an den Staatssekretär Dr. von Boetticber, ob _der Gesetzentwurf, betreffend den unlauterrn Wettbewerb, noch in die1er Session zu erwarten sei.

Staatssekretär dex: Innern, Staats:Minister ])1'. von Boetticher:

Der Herr Vorredner hat die Entwicklung dirses Gesetzentjvuris bis zum Januar dieses Jahres durchaus zutrrffend geschildert. Im Januar ist der im Reichsami des Innern fertiggestellte Entwurf eines GLsLYes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes'veröffenilicht, und er ist gleichzeitig den Bundesregierungen zur gutachtlichen Aeußerung mitgrtheilt worden. Die gutackpilichen Aeußerungsn liegen jeßt zum größten Theile vor; im Rückstande sind zu meinem lebhaften Bedauarn noch zwei der größten BundLSre-gierungrn, die fick,) bisher noch nicht geäußert Haben. In der Presse ist ein reichhaliiges Material an kritischen Bemerkungen über den Geseßentwurf enthalten gewesen, und dieses Material, sowie die bis jeßt eingegangenen Aeußcrungen der Bundesregierungen haben im Interesse der Béscbieunigung der Sache Veranlassung gegeben, schon in diesem Stadium und ohne die noch rückständigen Aeußerungen abzuwarten, gewisse Aenderungen am Gesesentwurf vorzunehmen. Der geändrrte Entwurf ist der Königlich preußischen Regierung, in deren Schoße jetzt noch ein Votenwechscl über den Geseßentwurf stattfindet, mitgetheilt wordrn. Hiernach wird die Aufgabe, Welche der preußischen Regierung obiiegt, nämlich sich über die Stellung zu dem Geseßeniwurf zu äußern, sich in verhältnißmäßig sehr kurzer Zeit erledigen lassen. Ich bemerke in Parenthefe, daß der Entwurf - und denselben Eindruck werden die Herren, welche sich für den Gegenstand interessieren und welche die Ausführungen in den verschiedenen Preßorganen iiber den Entnmrf gelesen haben, nun gewonnen haben - eine ganze Reihe nicht unerheblicher Schwierigkeiten bietet. Einer sebr lebhaften Anfechtung sind namxntlicb die Vörschriften begegnet, die im § 7 über die Ver“- folguiig des Verraihs an Geschäfts- und Beiriengeheimniffen sich *Vor- finden. In dieser Beziehung bin ich zur Ueberzeugung gekommen, daß der § 7 eine Korrektur erfordert; er ist einer solchen im neuesten Entwurf unterzogen worden und ich glaube, daß diess Kor- rektur wesentlich dazu beitragen wird, diejenigen zu beruhigen, welcbe bisher in dem ersten Entwurf einen Grund zur Sorge für die Ver- wertbung derjenigen Kenntnisse, welche sie in einem bestimmten Betrieb oder Geschäft gewonnen haben, finden wollten. Ich nehme an, daß der Grießentwurf noch in dieser Sesfidn den Reichstag beschäftigen wird (hört, hört! links), weil ich meine, daß die Beratbungen des Bundesraths nicht mehr allzulange Zeit in Anspruch nehmen werden. Auf das „hört, hört!“ bemerke ich: es kommt 'natürlicb darauf an, wie lange der Reichstag fißi (Heiterkeit); aber ich Hoffe, daß wir uns noch nicht _[ohgid trennen werden. (Hört, hört! links.)

Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Kruse (nl,) erklärt der

Staatssekretär des Innern, Staats-Minister Dr. von Boetticher:

" Beiden Gegenständen, die der Herr Vorredner zur Sprache ge- bracht bat, wendet die ReichSregiernng nicht allein ihr [rbhaftes Inter- esse, sondern auch ihre besondere Thätigkeit zu.

Wenn das Seuchengeseß, um mit diesem anzufangen, in der gegenwärtigen Session nicht von neuem vorgelegt ist, so woÜen Sie den Grund in der sonstigen Belastung des Reichstags mit wichtigen Aufgaben erblicken. Es ist nicht zu leugnsn, daß im allgemeinen das Interesse für den Erlaß eines Reichs-Sruckyengeséßés abgenommen hat. So lebhaft die Forderung im Jahre 1892 gelsgentlich des Ausbruchs der Cholera in Hamburg aufgestelit wurde, so wenigbäliman gegenwärtig dies e Forderung fest, und heute giebt es eine ganze Reihe von Elementen im Lande, dir fick) auf den Standpunkt stellen: es geht auch so, ohne cin Reichs- Seucbrngeseß. Ich bin nicht der Meinung, daß man darauf der- zichten sollte, ein solches Gesey zu machen ; ich glaube auch nicht -* ich habe wenigstens kein Axizrichen dafür -, daß diescr Frage gegen- über die Verbündeten Regierungen in Zukunft einen anderen Stand-

*punkt einnehmen Wrrden, als den, welchen sie bisher eingenommen

haben. Ich nehme drshalb an, daß, sobald man nur den Zeitpunkt für .die Wiedereinbriiigung des Geseße's mit Rücksicht auf die sonstigcn Geschäfte des Reichstags für gekommen ansieht, man auch nicht unter- lassen wird, das Geseiz von neuem dem Reichstag vorzulegen.

Was die Apothekenreform anlangt, Von der der Vorrrdner ge- sprochen hat, so sind seit dem Jahre 1892 unausgescytc Vsrbandlungen zwischen dem ReichSamt des Innern und zwischen dem preußischen Medizinal-Ministerium über die Gestaltung des Gcseßcs gepßogen wvrden. Die Grundzüge zum Erlaß eines Apothekergeseyes, die im preußischen Medizinal-Ministerium entworfen wvrden sind, smd zu- nächst einer Revision im ReichSamt des Innern unterzogen worden, und man hat sich schlief3lich über diese Grundzüge zwischen beiden Be- hörden geeinigt. Darauf sind diese Grundzüge den größeren deutschen Regierungen mitgetheilt worden. Ich bin aber noch nicht im Besiß der Aeußerungen dieser Regierungen, aus denen ich zu entnehmen