, &&;Wwv-«ysmz-MN-x- «.*-* „ ,*;_-„-_.._- _ck“. _ _ _ _ _____
“**-„"““,
ck ,..“a...-,-««.„«,.„,„.„_ „.,.. „..
- , --_-.-.«-«.-,_._-_-„„-„ __,» ***- ***-"***-
„1Ni7«-. -- *.
= ---,*r *:» ».,-
Auf Grund des Allerböckpsten Erla , betreffend die Errichtung
eines Kolonialratbs, vom 10. __ stimmt: ]. Der § 3 der Verfü ung des Rurbobamlers vomch10ch O_k- tober 1890 erhält nachstehende Yaffurig: .Die Enzennuy erfolgt fur je eine Sitzungöperiode des olomalratbs. Dre Zeit auer dieser Perioden beträgt drei Jahre.“ 11. Die derzeitigen Mitglieder des Kolonialratbs bleiben, sofern sie bierzu hxxett_ smd, a_uch fur die neue mit dem 7. Juni 1895 beginnende drenabrtge Periode Mttglieder dieser Körperschaft. Die Festsetzung der Zahl und die Ernennung weiterer Mitglieder bleibt vorbehalten. _ _
Der Regierungs-Kommiffar von Ltndequrst meldet uber die Feststellung der Süderen'ze des Hererolandes unter dem 26. bruar ol en es:
Bei Keek neulian nwesenbeit in Okahandya hat der Ober- häuptling Samuel Mabarerq daß Grenzprotokoll_ gezeichner ynd fiY mit dem Inhalt desselben völlig emperftanden erklart. _ WU? tch_ mt gklégentlicb eines mit dem biefigewastrcktSOef unternommeneri roßere_n Patrouillenriits längs des Sxeixfluffes uber eugt habe, 31? en dre *Pereros weiter über die Grenzlinie dem Noso zu. Um den angeblich im Namalande verbreiteten falscher Ngchrichterr Low Unruhen rm Hererolande zu begegnen, verfehle ich nicht, ausdrucklich zu betonen, das: sich dasselbe im vollsten rieden befindet und fortgeseßt das beste Einvernehmen mit der Landes uptmannschaft besteht. _
Oefterreich-ngaru.
Dic Kaiserin traf gestern in Heßendorf ein, wurde_dort von dem Kais er empfangen und dann nach dem Lainzer S lo“ eleitet. _
ck ander gestrigen Sißrzng ch_ungar1[chen Unter; hauses interpellierte_sm_Mttqlted der liberqlerx Partei die Regierung wegen der _]üngnen Reise des Papjtlichrn Nuntius Agliardi in Ungarn,__ _welche allgemein als eine Einmengung einer auswarttgen Macht in innere Angelegenheiten Ungarns angcieben werde, weil die Missio". des Nuntius cine Starkurig der Oppo- sition gegen die Kirckzengesrtze geweiew ser. Dcr Inter- Pellant fragte, ob die Regierung hinsichtlich O_er Reise Aqliardis Stellung genommen habe und ob fie _dafur Sorge trägen wolie, daß eine älxrltchc Beunruhigutzg n1cht_ mehr er- folge. Der Minister-Präiident Baron Bansfy crtmderte, der Nuntius habe durch seine in Ungarti gethanenAeußcrungen den Eindruck gemacht, als Habe er seine Befugnisse als (zus: wärtiger Vertreter überschritten; dcr Nuntius sei nichts weiter, als der Vertreter ciner fremder! Macht. Der Einfluß der Kurie auf das geistliche (Gebiet dürfe nach dem Staats: recht nicht durch den Nuntins, sondern nur_ durch den Fürst-Primas ausgeübt werden. Disse; An11cht dcr ungarischen Regierung habe fich auch d1_c_ gemeinsame Regierung zu cigcn gemacht; chtc're 1er bei dem
eiligen Stuhl vorsteliig „qczwordezi und liabe wegen des Zustretens des Nuntius Agiiardi_ m Unzxrn Auxklarungen verlangt. Tiefe Antwort des Minister-Pra identen wurde vori dcn Liberalen mit großem Jubel, von den Klerikalen nut häufigen Nusbrückixn tiefster Erbitterung aufgenommert. Der Finanz- Minister Lukacs bcantwoxteic 10_dann__die Interpellation ch Abg,_ Molnar uber die o_itcr- rcichisch:ungarischc Bank, indem er crklärie:_ Er konne fick) be Üglich der Lösung der _bochwxchngcn Bank- fraqc au? vorzeitige Erklärungxn nichr emiaseti. Der Strand- Utikt der Re “terung sci dernibc wre derxm e der v_or1gen “ egierung. „ZLenn wir um?? Überzeugien“, sch_lo der Minister, „daß eine selbständige ungarische NojeanaUk die Vorhcdnxgung für die Zunahme ch aÜgcmcinen Vcrmqgcnsnandes im Staat bildet, würden wir ungesäumt bczügltche Vorlagen unter- breiten.“
Großbritannien und Irland.
Die Königin ist estern Vormiitag 10 th in Sheerness
qelandet und sofort na Windsor weitßrgerxiit. _ _ ' Das Unterhaus genehmigte m iemsr vorgqitrigen Sißung nach achtstündigcr Dsbattc ohne Abstimmutig dre erst? Lesang der (HsseßrMorlagc, nach mklchxr _]edcr Wohler bei Varlamentswahlen nur eine Stimme habcn so_ll. Die Redner der Opposition bekämpftsn die Vorlage als eine zu Wablzweckcn eingcbrachtc Maßrech und h_ehquptcien, Öl?- ielbc könne m1r angciiommen wcrden, falis mit ihr 21118 Neu- vertkicilun der Parlamentssise Verbunden werde. __
'Das ?Mitglicd dcs Unterhauies William Saunders ist
gestern gestorben.
Italien.
Der Papst, deffcn Befinden ein durchaus normales is , ertheilte gestern die gewöhnlichen Audienzen.
Spanien.
Der Zustand des „Herzogs von Orleans hat sich, wie „W. T. B.“ aus Sevilla meldet, gebessert.
Griechenlaud.
Trikupis wird fich, wie „W. TV.“ aus Athrn berichtet, zeitwe'ili aus dem aktiven politischen Leben zurückziehen. Dieser ntschluß hat _in Athen bedeutendes Aufsehen erregt. Die Bläticr sprechen sich über die Person Trikupts' schr sym- pathisch aus.
Rumänien.
Der Senat hat gestern das Uebßreinkommcn zwischen Frankreich und Rumänien zur Hmtanhaltung falscher ngaben Über den Ursprung einzuführender Waaren genehmigt.
Schweden und Norwegen.
Die Erste Kammer des schwedischen Reichstags be- schloß gestern die K ündigung dcs schwedisch-norw egischen Zandelsvertrags. Die Zweite Kammer lehnte den 5 ntrag auf Kündigung des Handelsvertrags mit Norwegen ab, nahm aber mit 112 gegen 106 Stimmen einen Antrag auf Revision des Vertrags an. '
Wie der Stockholmer eitung „Unser Land“ aus Christiania gemeldet wird, imd die von den links stehen- den Gruppen des Storthing abgehaltenen Ver- sammlungen zur Besprechung der Lage und zur Ve_schluß- fassuna über eventuelle direkte Schritte _egezi die Erk ärung des Ministeriums, vorläung nicht dcmis iomeren zu wollen, erfolglos verlaufen. Die stärkste Gruppe is_lt daran fest, man solle derartige direkte Schritte noch a_u _chieben und dem Ministerium das Regieren dadurch unmogltckx machen, daß man an das Budget allerhand Bedingungen knupfx. Eine andere Gruppe befürwortete, eine Adresse an_ den Konig zu richten. Die dritte Gruppe verlangte ein MtßtrauenSvotum
gegen die Regierung.
Okto & 1890, “wird Folgendes [xe- „
Dänemark. _ “_ Der König wird fich,_ dem „W. T. B.“ zufolge, wahr- scheinlich am 9. d. nach Wiesbaden begeben.
Annika.
Das „Reuter'sche Bureau“ bestätigt, daß die Regffierung von Nicaragua der britischen Regieru_ng gemi e V9r-_ schläge unterbreitet habe. Die leßtere prufe_ die Vprschlage gegenwärtig, ohne jedoch ihre altung gegenuber _NtcaraZua u ändern; England wünf e mzr, daß _se_m_en n- ?prüchen Genüge geschehe. Sollte N1c_aragua hierfur gus- reichende Garantien bieten, Jg durfte es zu emer Vereinbarung kommen. In Wa h_ington verlautxte gefterri, En land babe fick) zur sofortigen Raumun von_Cyrmto*_bereit erkéärt. Nicaragua werde die geiorderte - nlschadigurzg inner- balb 15 Tagen in London bezahlen und habe weitgehende Garantien angeboten. _ _ _ _
Aus Buenos Aires mird getnelde_t,_ die_ chilenische R e g i e r un g beabsichtige, der Polizei einen militärijchen Charakter zu geben und die Nationalgarde zu reorgamsreren.
Asien
Wie das „Neuter'sche Bureau“ aus okohama meldet, wollte fich "Graf Ito Miyoji gestern na Chefoo begebezi, wo die Ratifikationsurkunden aUSgetauscht werden sollen;_ allein die Ratifikation durch China sei der_ ]apan1schen RYieryng noch nicht notifiziert worden. Der „_Times“ w1rd atis eking berichtet, es sei beJÜglich der Ratifikation des Friedens von Simonoseki noch eine Entscheidung erfolgt. Li -Hung- Tschang, der fich auf Befehl _des Kaisers pack) Peking be: geben habe, sei gestern vom Kaiser in Audienz empfangen worden.
Afrika. Der Khedive hat nach einer Meldung des „W. T B.“ heute Morgen Alexandrien verlassen, um den Sowmer in der Villa Montaza in der Nähe von Abukir zu verbringen.
Parlamentarische Nachrichten.
Die Schlußbcrichte über die gestrigen Sißungen des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten befinden sich in der Ersten Beilage.
- In der heuti en (82) Sißung _des Reichstags, welcher der Staatsse etär, Staats-Minister Freiherr von Marschall und der Staatssekretär ])1'. Graf von Poser: dowskr) bsiwohnten, gelangte der Geseßentwurf, betreffend dre Abänderung des Zolltarifs, zur dritten Verathung.
Es lag dazu ein Abänderungsantrag der Abgg. 131“. Hammachcr (ni.) und von Salisck) (d. _kons. zum F6 vor, der für die Belegung tarifmäßig zollfreier aaren rnit einem 3011 eine obere Grenze von 20 vom Hundert dcs Werthcz festsctzt.
Zur Besiündung dicses Anjrags führte der Abg. 1_)r. Harn- macher (nl.) aus, daf; Rohmaterialien, welche für große Fa_br_ika- tionözweige unkritbehrlich seikn, grgen einén übermaßtgen Zoll gesichert werden müßten. Die Grenze von _20 _ Prozent sei keine zu enge: in Oesterreich z. B._dürfe der auf tartfmaßtg zol]- freie Waaren za legsnde Kampxzoi] die Höhe von 15 0/0 des WWW nicht übersteigen. _ _ _
Der Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen.
In Betrcff drr Zollfreiheit für Nußholz, welches_ .direYt aus dem Walde“ kommt und für Industrien dcs Grrnzbeztrks bc1_timn1t ist, wünschte der Abg. 1)1*. Müller-Sagan (fr. Voikßv.) die Zu- sicherung, daß die Vcrgünstigumg auch in letung bleiben soll, Wenn das Holz inzwisckykn ak[ägSrT babe. & _ _
DST Geheime OHN-Finanz =Natk) Von “Schmrdt gab 7218 ge- wünschte Erklärung.__ _ _ __ __
Bei der Poirtwn des Honigzoll§_ legte der 1achs11che Bevollmächtigte ziim Bundesratk) , Geheime Fmanz-Naih ])1'. von Koerner gegen die Anzwe_1f_elung der von ihm in der Kommission mitgetheilten Zahlen iettens des Abg. Wurm Verwahrun_ cin.
(Schw des Blattes.)
_ Die Kommission des Reichstags zur Vorberatbiing _des Antrags auf Kündigimg des deutscb- argentinischen Meist- bcgünstigungsvwckrags nahm am Diknstag_Abend_ untkr drm Vorsiß ch Abg. von Puttkamer-Piautk) ihre Arbeiten aus.
Tm: Hause der Abgkordnetcn ist dcr nachstehende Entwurf eines (Heisses üdkr die Vérrflegungsitarionen zugegangen:
§ ].
An geeignetén, in angemsffkner Entfernung von einander liegenden Olten find Verpilkgunßsstationsn (Wanderarbeitsstätten) Einzuricbten, in denen mittelloikn, airbkiTHfäkiigen Männsrn, welche außerhalb ihres Wohnorts eine ÄkaÖTSFSiSanbLZT aufsucbkn, vorübergehend Verköstigung und Nachtlager gcgcn Arbeitsleistung gewäßrt werden.
2.
Zur Einrichtung, Unte_r[)altung und Verwaltung der Ver- vfirsungsstationen find, unbejchadet der Vorschrift m § 6_Abs.2, die Krciie verpflichtet, innerhalb deren die: Stationen belegen jmd.
§ 3.
Dem Kreiisn ist äüjäerlich nach erfolgter RechnunßL-[egung die Hälfte ker ibnxn durcb kik Verpflegungssiationeg erwa senen Kosten von 727111 Provinzialykrbaxidr, in der Provinz HkUkn-Na an von dem BezirkÉ-oerbande xu erikssn. _ _ _
Ueber Streitigksiikn, wxlcbe dabei entsteben, beschlikßt der Pro- vinzialratb. _ _
Der Provinzial- be:,rr. Kommunal-Landtag kann e_tne Erhybung der den Krsisen zu erstattknden Kosten sowohl allgemein als sur ge- wisse Verpflegungsstaxione'n beschlikHen.
§ - _
Dur Beschluß des Krcißausschuffes_ könxien _Gememden und Gutsbezir , in denen eine Vervflegungrstanon eingerichtet Wird,_ zur Mitwirkung bei deren Verwaltung und zur Hergabe paffender Raum- lichkeiten, 1oweit solche vorhanden sind, verpflichtet werden. _
Gegen diefenBLschluß steht den herangezogsnen Gemeinden und Gutsbezirken die Beschwerde an dk'n Bezirksausschuß zu, welcbér end- gültig beschließt.
. § 5.
Die Kreise find befugt, die "15115: obliegende Einrichtung, Unter- haltung und Vcrwaitung dcr Verpflegungsstatwnkn ganz oder zum tbeil im Wege der Vereinbarung durch ancre bkwirken _zu laffen, bleiben aber für die gehörige Erfüllung dieser Obliegenheiten ver- antwortlich.
§ 6. _
Darüber, an welchen Orten innerhalb einer Provinz VerpftYxmgs-
stationc'n einziiricbten sind, bxschließt dcr Proanmlxatb. terbei
kann die Einrichtung gemeinsamer Stationen für zwei oder mehrere
Kreise angeordnet werden. _ _ Im letzteren Falle beschließr, wenn eine Einigung der beibetlt ten
Kreise nicht zu stande kommt, der Provinzialrath auch darü er,
fänden die Bestimmungen des § 123 des
.wel Antbeil-an den ten der gemeinsamen Verpfiegungsftation “ "ieiierchekreis zu tragen baEN-Der Kreis, in dem
die gemeinsame Ver- prungssiatkon liegt, hat deren Einrichtung und Verwaltung zu be- w en. “ 7
§ ?. _ Gegen die von dem 5Frovinzialratb itz den Fallen des_§ 6 Abs. 1 gefaßten Beschlüsse 1th dem Provtpztal- bezw; Bezirks- verband und den betbeilinen Kreisen, forme _au? Grunden_ des öffentlichen JnterYes dem orsißenden des Provinzialratbs binnen zwei Wochen die eschwerde an den Minister des Innern zu. Will der Vorfißende von dieser Befu niß Gebrauch machen, so (Zeseßes über die aÜgemeine LanTesvcrwaltung vom 30. Juli 1883 (Geseß-Samml. S. 195) An- wen ung.
§ 8.
Ueber die Einrichtung, Verwaltun und Benn ung_ der Ver- pflegunasstationen, insbesondere über die ander- und rbettsordnung, sonne über die Regelung des ArbetTeracbweiscs e_rläßt_ der Ober- Präsident nach Anhörung des Provinzialrathes die naheren Vor-
schriften. § __
Vorbehaltlich Weiterer Bestimmun en in dem grmäß § 8 zu er- laffenden Vorschriften sind von der Au nabme m eme Verp egzmgs- station außgeschlonen Betrunkene, Landstreicher und des Land treicbcns Verdächtige. _ . _ _
Zu letzteren ist zu rechnen, wer um Aufnahme in eme Ver- Pfiegungsstation nacbsucbt, es aber ohne zureichenden Grund czblebxit, in eine ibm dort angebotene Arbeitsstelle einzutreten, oder ntcht_ tm stande ist, sich über seine Person auszuweisen und deri chbwets zu liefern, d.?ß er, abgesehen von der, Arbeitsleistung m _etner Bext- pflkgungdstation, innerhalb der letzten vier Monate wenigstens zert- Wciée in Nkbkit gestanden hat. _ _ _ _
AuögssMoffen von der Aufnahme in eme Verpflegungsiianon ist ferner, wer wegen Betruges, begangen zu dem Zweck der _ _ in Link Vcrvflegungsstation, oder ggméz'ß § 363 des _Siraxgrießbuchs tve'gcn Anfertigung oder Gebrauchs saljcber Le itimationspaptkre oder Verfälschung 101ch8r Papiere, begangkn zu demFelben waxk, odxr wer wirderbolt auf Grund dcs § 10 dieies GesLpe-s bestraft tit, wahrend sechs Monaten seit Vcrbüßung d§erchexzten Strafe.
Mit Haft wird bestrafk: _ _
1) Wer zum Zweck der Aufnahme in exne Very egungssiatwn der über die Aufnahme befindknden Stelle falicbe Anga en ma toder Umstände, die ihn von der Aufnahme in eine Verpflegungs tation ausschließen, verschweigt, sofern hierdurch nicht der Tbcztbestand des Betruges oder drs § 363 des Strafgesetzbuchs begründex 1st;_
2) wxr sich aus Arbeitsfcheu wrigxrt, die ibm m emerBer- vflkgungsstation zugewiessne, feinen Kraftcn angemcffene Arbeit zu Verrichten. 11
§ Die Verpfle ungsstationcn unterstehen der Ansicht de_s Regierungs- Präfidenten, in Yöberer Instanz derjenigen des O er-Prafidcnten.
Die AnffichtSbehörden haben örtliche Revisionen der Verpflegmigs-
stationen Von Zeit zu Zeit zu Veranlaffen. § 12.
Das gsgenwärtiae Gesetz tritt, mit AuSnabme der Hobedzollem- schen Lande, am 1. April 1896 in Kraft. _
Noch vorher sind in jeder Provinz nach den V0richrixt€n dieses Geseßes die Orte, an welcbsn Verpfle ungsstationexx_emzurtcbten find, zu bestimmen und die im § 8 Vorgese enkn Vorschriften zu erlassen.
§ 13. _
Der Zeitpunkt, mit welchem das gegenwärti e Gescß in dcn Hobkrionernschen Lauch in Kraft tritt, wird durZ) Königliche V?x- ordnung bestimmt. _ _
Dort treten an die Stelle der Krcise die Oberamtsbezirkc', dcr Provinz der Re ikrungsbezirk, der Kreisausschüffe die Amtsausscbüffe, des Provinzial-„andtags der Kommunal-Landtag. _des Provinzial- Wrbandes drr Landes-KommunalNrbcxnd, des Prodrnztalrathes und des Ober-Präsidenten der Regierungs-Prasidr'nt.
14. _Der Ministrr des Innern iét mit der Au§fülckrung dieses Gescycs bsaustragt und erläßt die hierzu erforderlichen Anordnungen.
Entscheidungen des Reichsgerickzts.
Nach § 85 Abs. 1 und Abs. 2 Ziffer 1 des Gcricbtskostengtxseßxs haben Ausländer, welche als Kläger auftreten, das Dr_exsache des im § 81 bestimmten Betrags als Vorschuß zu zahlkn; diese Ver- pflichtung tritt aber nicht ein, wenn naßh den _Gesxskn _des Staates, welchem der Kläger angehört, em Dcutkcher mi glctchyn Falle». zu einer bksondkren Vyrauszabluxig oder zu cmc'c Sicbcrstéliung der Gerichtskosten nicht vkrpfltcbter rst. ;- Das ?iieicbsgericbi, ]. Zivilsenat, hat hierzu durxh Besclxlax; wm 5. Januar 1895 ausgesprochen,_ ds_aß _ der fur Auslandxx vor- g€schricbknc höhere Gerichrskostenvorschuanrckt m_ebr v on ruf! ischen Unterthemen, welchc bei ?_incm drut1chen Gericht klagen, erbobén werden darf, weil im Handelsvertrags zwixchn _ dem Deytschrn Reick) und Ru“land vom 10. Februar 1894 bestimmr ist, daß die An- ?börigen der eiden Reiche freien Zutritt zu den Gerrehten des anderc_n Theils Haben, um als Kläger oder Beklagte aufzutreten; und daß in: in dieser Hinsicht aÜe Rechte und Befreiungen der Inlandkr gentkßc'n sollen. (91/94.)
_ Cin Wechselaccept übxr _Spicischuldew odlr über Schuldxn aus reinsn Differenzgeicbaftcn ist, nach etnem 1111be11 dss Reichsgerichts, [. Zivilsenats, vom 5. Januar 1895,_ sowohl im Befiß dss Ausstsklers als aua“; des Nemittenteu bezw. eines andcrc-n anaiiers, welcbxr die Veranlassung der_ Wechselausstellung kennt, unkiagdar. „Nach §577 1 11 des Preuß. Allg, L.-R. findet wrgcn SpielsOUlT-c'n, denon die Schuldxn aus_ abgeschxoffezicn tkme'n Differenzgeschäften glsichzustellew nnd, _keme ge_rtcbtltche Klage statt. Nur kann der Spieler , nicht zuruckfordern; was er erloren und wirklich h_ezahlt _ bat. Damit ist zu- gleich die Unklagbarkeit der aber Sptclscbuldcn aFZesckZl-offenen Vergleiche wie der übcr solche Schuldexi acxeptierten schick aus- gesprocbcn. Da der flcrgenden Remittentm bei Erwerb des Wechsels, aus welchsm fie geklagt bat, die Vexanlassuxig der Außsteliung und somit bskannt war, daß demselben em giiltigYs materielles Rechis- verhältnis; nicht zu Grunde lag, das; die ' ussteklerm von dem Acceptanten nicht das zu fordern ba_tte, wa? ste_durch den Wechsel er- langén wollte, so steht auch der Klagerin die Einrede entgegen, welche der Ausßeüetin selbst entgcgensteben wurde.“ (320/94.)
Entscheidungen des Ober-Vertvaltungsgeriäxts.
Nach § 16 Abs. 3 des Einkommensteuergeseyes Vorzr 24. Juni 1891 ist der Kommunalbesteuerung einer Aktierigescll- schaft das str die staatliche Besteuerung ermittelte kaommsn ohne den bzug von 3x0/0 zu Grunde zu legen. In Bezug auf diese Britimmung Hat das Ober-Verwaltungsgeriäot, ll. Senat, durcb Urtbeii" vom 3. Oktober 1894 angefprochen,_ daß dieses staatlich ermittelte Einkommen drr Kommunalbeiteuqrung in jedem _alle zu Grunde zu legen ist, selbst wrnn die staatliche Eins aßrzng tbatsächlich unrichtig _ war und nur in Kraft b11k_b, WLil Zenfit keine Bsruszmg erhoben hatte. „Da der Sry dcr Klä erin (einer Aktikngeiellschaft) Hamburg ist, unterliegt der staat- [iciöi'n3 estkuerung in Prrußen nur das in der Stadt W. in Preußen erzielte Einkommen; demnach deckrn sich das vom Staat_ und das_ von der Gemsinde W. zu brsteuernde Einkommen, und es ts_t das der der staatlichen Veranlagung ermittelte Einkommen ohne weiteres fur die Veranlagung zur Kommunalsteuer maßgebend. Der Umstand, daß.
Aufnahme "
' jbatsächlicb auch das Einkommen aus dem Grundbesitz und dem Ge-
werbebetrieb in Hamburg zur Staatssteuer mit herangezogen ist, muß ohne Bedeutung bleilien _ auf die innere Richtigkeit der staatlichen (Fin chaßung an ommt.“
(11. 1320.)
Statistik und Volkswirthsthaft.
, Zur Arbeiterbewegung.
Das gestrige so ialdemokratiscbe Maifest ist in ganz Deutschland vöüig ruZig verlaufen. Hier in Bkrlin fanden zahl- reiche Arbeiterversammlungen statt, in wel en eme von der Gewerk- schaftskommission vorgelegte Entschließung ü erall an enommen wurde_; es wird darin u. a. die gese liche Einführung des A tftundentcx s; die Beseitigung der Kinderar eit, bejondcrer Schu?1 der ive! lichen Arbeitskraft und überhaupt duxcbgreifender rbeiterf aß ge- fordert. _ Aus anderen großen Stadien liegen folgende _eldungerr vor: In Breslau wurde, wie die „Voss. Ztg.“ berichtet, die Arbeit nirgends unterbrochen. Es herrschte vollständige Ruhe. _Am Abxnd fanden zwei Versammlungen statt, die über den achtstündigen Arbeits- tag verhandelten. _ In Essen a. d. Ruhr verlief di? Maifeier kedeutun slos. Ueberall wurde gearbeitet. Das eigentlizbe Maifest ßndct er am Sonnta statt. __ In Hamburg ist die Maifeier ganz unbeachtet verlau en. Drei Versammlungen waren nur_ von 200 Mann bkßucht. Auck) in Altona blieb die Feier ohne Beachtung. -- Ju Leipz g war die fozialdemokratiscbe Feier, wie aus einer Mitjbeilung der „Lpz. Ztg.“ bewor ebf, ebenso unbedeutend wie in früheren Jahren. _ Was das Aus and anbetrifft, so liegen folgende Nachrichten vor: In Wien fanden der „Bo . Ztg.“ zufolge 52 Arbeiteerrsammlungen statt, die gleich autende Kund- gebunaen für das allgemeine Wahlrecht und den Achtstunden- tag beschlossen. In Mariahilf, wo die Sozialisten einige Arbeitkr zur Einstellung der Arbeit zwingen wollten, er- folgtrn sieben Verhaftungen._Aus Budavest meldet „W. T. B.“: Im Wäldchen bei Neu-Pest sammelten sich zahlreiche Arbeiter (zn. Als die Polizei Y_e aufforderte, auseinanderzugehen, kam es zu That- lichkciten. Die rbeiter schlenderten Steine gegen die Polizeimann- schaften, sodaß diese von ihren Säbeln Gebrauch machen mußten. Hierbei Wurden einige Psrsonen verletzt. Die Menge wurde zerstreut, einige Verhaftungen wurden vorgenommen.
In Dortmund haben, wie der .Rbein.-westf. Ztg.“ geschrieben wird, die Dach- und Schieferdeckergehilfen ibrsn Arbeitgebern neue bestimmte Forderungen über den Lohn und die Arbeitszeit mit dem Bemerken zugesteüt, die Arbeitgeber möchten eine Erklärung bis zam 3. Mai d. J. abgeben.
Aus Bremerhaven berichtet die .Was-Ztg.“: Die_Arbeits- einstxüung der bei dem Erweiterun sbau des Kaiserbasens be- chästigten Zimmer leute ist dadur becndigt worden, daß von den Arbeitgebern die eine Forderung, für Arbeiten in den Baugruben 50 .,i Mindkststundenlobn zu zahlen, bewilligt wurde. Seit Montag früh wird wieder wie früher gearbeitet. (Vgl. Nr. 99 d. Bl.)
Aus Paris wird dem „W. T. B.“ gemeldet, daß der Aus- stand der Zündholzarbeirer berndet sei, nachdem der Fabrik- leiter entsprechend den früher vom Minister-Präsidenten Ribot ab- gegebenen Erklärungen dc'n Arkeitern Erhöhung der Löhne und sobald als tbunlich ausschließliche Verrvendung amorphen" Phosphors zur Fabrikation zugesagt hat. (Vgl. Nr. 101 1). Bl.)
Kunst und Wissenschaft.
Die Rede, mit Welcher der Minister der geistlichen 2c. Angelegen- heitan.1)r.Bosse gestern die dieLjährigeGroße Berliner Kunst- Ausstellun eröffnet hat, lautete wörtlick; wre folgt:
„Hochsee rte Versammsun ! Seit Jahren wud der Tag, an welchem die Große Berliner unst-Ausstellung eröffnet wird, von Weitem Kreisen unserer Reichs-Hauptstadt mit Spannung er- wartet. Die zahlreiche Versammlung, die sich auch heute aus diesem Anlaß bier zusammengefunden bat, beweist, eine wie große Bedeutung man hier in Berlin der Eröffnung der Ausstellung bei- legt. In der That bilden die Aussteuungen Marksteine für den je! weiligen Stand der künstlerischen Entwicklung. _Die lebendige Theil- nabme, die unsern Aussteliungkn und dem Gedeihen der hohen Kunst hier in Berlin von weiten Kreisen zugewendet wird, ist gleich ehrenvoll für unsere Künstler wie für unsere Bevölkerung. Sie beweist, wie mächtig die Kunst auf_ unser Volksleben_ ein- wirkt, zugleich aber auch, wie zuganglich und empfanglicb unser Volk für künstlerische Einwirku_ng und Anregung ist. WEnn ich in der La ? wäre, dirsen Wechyelb€ziebungen zwischen der Kunst und unserem 9 olk geschichtlich und psycholo isch bis ins einzelne hinein nachzugehen, Welche Fülle kultur eschichtli en Interesses ließe sich damit zu Tage fördern! Ich überla € das Berufeneren, die diesen Gedanken zur rechten Zeit und am rrchten Ort Weiter auYführen mögen. Uns sol] er eutc nur daran erinnern, ein wie machtiges Interesse auch die staatliche Kunstverwaltung an der Entwickelung der Kunst und des Kunstverständniffes, damit aber folgerichtig auch an unseren Ausstellungen bat.
_ Sie wissen, daß die äußere Organisation für diese Ausstellungen seit einigen Jahren gewechselt bat. Die Ausstellungen sind damit nur der Entwicklung unserks Künstlxrtbums gefolst. Die Genossenschaft der Akademie der Künste, der Berliner KünstlerVLrein und die Künstlersckoaft Düsseldorfs sind seitdem zu gemeinsamer Wirksamkeit vereinikzt, um unsere AussteUungen ins Leben zu rufen und ihre Ordnun zu ges alten und zu handhaben. Die neue Organisation hat sich bewä rt; 711113115 uanZZ haben die_ berufenen Vertreter und Organe der drei künstlerischen K_örperschasten in selbstloskr Hingebung und mit bewundernswertbem Eifer _zufammengewirkt, um alle die namenlosen Schwierigkeiten zu ÜÖLTWMÖLU, die einer solchen Ausstellung an alien Ecken und Enden erwachsen; Schwierigkeiten, von denen nur der eine Ahnung hat, der jemals das Glück oder Unglück gehabt bat, mit ihrer“ Ueberwindung selbst befaßt gewesen zu sein. Darum bin ich gewiß, daß ich ebenso aus der Seele der Künstler wie der Kunstfreunde heraus spreche, wenn ich der Zentral- kymmission, der Jury und der Anordnungskommission, wenn i all-Zn die mitgeratben, mitJeholfen und mitgearbeitet haben, hier öffentltckz den wärmsten Dan für ihre unermüdliche Wirksamkeit und S affensfreudigkeit auSdrücks. Ganz besonders gebührt und gilt die er Dank dem hochverebrten Vorsißenden der Ausstellungs- kommisswn, Herrn Professor Grafen von Harrach, der durch rastlos: Hingebung' an die Interessen der Ausfüllung, wie durch die unvergleichlich_ umsichtige Leitun des 52- sammten Unternehmens “ich um diejes bochverdient gema t bat. tr aÜe wissen, was wir 1 m und seinen treuen Mitarbeitern schulden. Auck) namens der Kunstverwaltung darf ich aÜen Betheiligten den wohlverdienten Dank für ihre Wirksamkeit, dercn schönsten Lohn fie m fich selbst finden werden, ausdrücklich und aus vollem Herzen be- zeugen. _
Mit großer Freude und Genugihuung be rüßen wir die reiche Be cbickung der Ausstellung auch seitens der aus (indischen, insbesyndere au _ seitens der französischen und der in Paris thätigen amerikanischen, sowie seitens der_süddeutschen Künstler. So gebeimni voll an der Zusammenhang [ein mag zwischen der Kunst und dem heimischer! * oden. auf dem sie erwachst, so gewiß ist es, dF die Kunst selbst nicht Halt macht vor den territorialen Grenzen der ölker. Die reineFreude qm Sehen_ und Erkennen des Schönen und Wahren ist uns aÜen gemein, und dieser allgemein menschliche Zug der hohen Kunst erstreckt seinen Zauber aucb hinüber über die renzpfähle der Nationen. Darum
cißen wir fie alle, die Künstler und Kunstwerke aus Nord und“ Süd,-
aus Ost und West, aus allen Landen und auch aus unseren süd- deutschen Bundesstaaten wir heißen sie alle ohne Außnabme als liebe und wertbe (Haste freudi? und herzlich willkommen. Wir hoffen, daß fie KY unter uns wohl üblen werden, und daß sie getrost die nord- deuts (2 Hand «Zreifen werden, die sich ehrlich und rückbaltlos ihnen entgegensireckt. affen Sie diese Ausstellungen ein Band werden, das
. da es nur auf das äu ere Ergebnix, nicbt
uns auf dem gemeinsamen Gebiet der Kunst neidlos zu gegenseitiger ördetun dauernd verbindet! Die usfteiluna vollzieht sich in Räumen, die dem Staat eu en Zbören. So ztemt ck sick) wohl, daran zu denken, daß die aatl che rdnun dieses Landes ihre schirmende und fördernde ?and auch über die Kuth und ihre IMM streckt. Die Verfaffun un eres Landes ist monarcbiscb, und unsere denen ihre Zeit und ihr _Volk getragen ist. Was die deutsche Kunst unsern Königen, wa? sie insbesondere unseres jetzt regierenden Kaisers und Königs Majestat zu danken bat, brauche ich in diesem Kreise nicht weiter aUSzufübren. Sie alle wissen, wie feuri Sein Herz erglübt, wie bell Sein Auge schaut, wie tief Sein Genika?!) empfindet, wo es nh um die Kunst und ihre Würdigung handelt. Ihm schlagen un ere Kerzen, Ibm gilt unser Dank, Ibm baldigen wir in uxverbrüchlicber lebe und deutscher Treue, indem wir uns zu dem Rufe vereini en: Se_ine Ma'estät der Kaiser und König Wilhelm U., unser aß - gnadiZster err, Er lebe bocb! _ tp Namen Seiner Majestät des Kaisers und Königs erklare ich die diesjährige Große Berliner Kunstausstellung für eröffnet.“
_ Die Köni liche Akademie der Wissenschaften bat ii) ihrer [ ten Ge ammtfißung folgende Summen zu wi ens aft. [ichn Zwe en bewilligt: T):“. von Rebeur-Paschwiß zu erse urg erhielt 600 .“ zur Fortseyung seiner Untersucbun en über Verände- rungen der Schwere; ])r. K. Buresib, z. Z. in then, 1500 „FH für eine topographische Reise in Kleinasien; der außerordentliche Profeffor an der_Untversttät ])r. W. Grube 900 „ja zur eraußgabe einer auf der htefigen Königlichen Bibliothek befindli en Handschrift der Jn-tschen-Spracbe.
Laud- und Forstwirthfthaft.
_Die_ Deutsche Landwirthsähafts-Gesellschaft batte beab- É tigt, tm MonatMai cinelandwirtbsckpaftliciyr Studienrcis e nach
er -_Jta [ i e n zu veranstalten. Nachdem dieser Plan auf Hinderniss ge- stoxen ist, wird beabsichtigt, die Reise im Monat Juni, und zwar kurz na Pfingsten, anzutreten. Dieser Reiseplan hat nicht nur für den Landwirtb tm engeren Sinne Jntereffe, sondern auch für jeden, welcher sich mit volkswirtbfcbaftlicben Din en im allgemeinkn beschäftigt. Gan_z besonders sollten Kulturte niker diese Geleaneit nicbt versaumen, die weltberühmten Bewäffcrungsanlagen in * bethalien auf diesem bequemen und oerhältnißmäßig billigen Wege kennen zu lernexi. Nähere Auskunft ertbeilt das Bureau der Gesellschast, Berlin ZW., Zimmérstr. 8.
_ _ Saatenstand in Spanien. _ Die tn den [cßten Wochen herrschende milde Witterung und eltnder Regen find dem Wachstbum der Saaten förderlich gkwesen. “ m allgrmeinen sou der Stand derselben befriedigend sein. Ungünstig lauten 018 Nachrichten nur aus SSViÜa, Granada und Huelva.
Saatenstand in den Niederlanden.
Der_Stand dcr Winteriaaten wird im allgemeinen als befriedi- gend bczctcbnet. Hinsichtlich des sehr spät gesäten Sommerkorns läßt sich zur Zeit ein Urtheil noch nicht fällen.
Sagtenstand in Schwedxn.
Andauernde Nachtsröste haben den Saaten saft im ganzen Lande
Schaden zugefügt.
GesundheitItveseu, Thierkraukheiten uud Absperruugs- Maßregeln.
Frankreich.
Durch Verordnung des französischen Ackerbau-Ministers dom 13._April 1895 ist aus Anlaß des Auftretens der Maul- und K_lauenseuckpe in de_r Schweiz die Einfuhr von Rindern, Schafen, 312 en und Schweinen über das Grenzzollamt Delle (Gebiixt yon Be fort), abgesehen von der_ aus Oesterreich-Ungarn unmittelbar nach dem Sanatorium Von La Villette erfolgenden Einfuhr von Schafen, verboten worden.
Der Gesundheitsstand in B erlin blieb auch in der Wo e vrm 14. bis 20. April _ein ziemlich ünstiger und die Sterblichket eine etwas kleinere als in der Vorwo :? (von je 1000 Einwohnern starben, aufs Jahr berechnet, 16,9). _ Unter den Todesursachen herrschten auch jezyt noch akute Entzfzndungen der Athmunaöorgane vor, _dre auch noch immer baufiger_als 1onst um diese Jahreszeit tödtltch endeten. Erkrankungen an Grippe wurden weniger beobachtet, doch kamen noch 16 TodesfaÜe an Grippe ( egen 18 der Vorwoche) zum Bericht. Erheblich seltener kamen jedoF akute Darmkrank- heiten zum_ Vorschein und führten auch seltener zum Tode. Die Betheiligung _ des _Säuglingsalters an der Sterblich- keit war die gleich geringe wie in der Vorwoche; yon je 10000 Lebenden starben aufs Jabr berechnet, 47 Säuglinge. _ Von den Infektionskranlériten kamen Von Masern etwas mehr, Von Scharlach und Dipbtb-Zrie etwas weniger Erkrankungen als in der Vorwoche zur Anzciae, und zWar zethen fich Erkrankungen an Diph- therie nur in der Rosenthaler Bors adt in besonders nennanwertber Zahl. Erkrankungen o_n Unierleibstyvbus kamen gar keine, an Kind- bettfieber nur eine zur Kenntniß. Rosenartige Entzündungen des Zell- gewebes der Haut, sowie Erkrankungen an Ken husten, welcbe letztere in aebi Fällen zum Tode führten, wurden gle chfalls etwas seltener beobachtet. Dagegkn gslangten akute Gelenkrbxumatismen in ge- steigerter Zahl zur ärztlichen Behandlyng, wahrend rheumatische Beschwerden der Muskeln fich seltener zeigten.
Handel und Gewerbe.
Die Zentralstelle der_ Raiffeisexi'schen Genossen- schaften zu Neuwied Hat zwei weitere Filialen errichtet, eine in Wiesbaden und ememStraßburg 1.E.
Verkehrs-Austalten.
Die_ Worttaxe für Telegramme nach Uruguay, der Ar enttnis en Republik und Paraguay “71a Emden, Va entia, Ga Vesion, Chile ist von 5 .“ 95 45 auf 5 „Fi 15 6 er- mäßigt worden.
Laut Telegramm aus Herbesthal ist die zweite eng- lische oft über Ostende vom 1. Mai aUSgeblieben. Grund: ugverspätung in Belgien.
Für die Folge werden, laut Verfügun des Reichs-Postamts, die AuSgabetemxine des Reichs - Kursbu 5 (Berlin, Verla von Julius Springer) in der WWF geändert, daß an die Ste e der Termine vom 1. Februar, 1. vril und 1. Dezember solche vom 1. Januar, 1. März und 1. November treten. Bei balbiähri em Bezuge des Kursbuch umfa t mithin: das erste Halbjahr die us- aben vom 1. Januar, 1. ärz, 1. Mai und 1. Juni“ das zweite Halbjahr die Ausgaben Vom 1, Juli, 1. August, 1. Oktober und 1. November. Die Postanstalten haben die Bezieher des Reichs- Kursbuchs hierauf aufmerksam zu Machen.
Swinemünde, 2. Mai. (W. T. B.) Die ?eftern abgehaltene Yrobefahrt des für den Norddeutschen Lloyd an der Werft des ulkan neuerbauten Dampfers ,Crefeld“, bestimmt für die brasilianische Linie des Norddeutschen Lloyd, vxrlief vorzüglich; S iff und Maschine bewährten sich nach jeder Hmsicht. Die errei te Maximal-Geschwindigkeit betrug 13,15 Knoten. Der Dampfer ,Crefeld' ist noch gestern Abend von Swinemünde nach Bremen abgegangen. Bremen, 2. Mai. (W. T. B.) Norddeut cher Lloyd. Der Schnelldampfer .EmS' iß am 30. April Vormi ags in New- York an ekommen. Der Rechs-Yostdampfer „Prinz Heinrich“ at am 0. April Morgens die eise von Southampton nacb Genua forigesevt. Der Schnelldampfer .Lahn' hat am 1. Mai
onarchen verkörpern glei am die Ideen, von"
Nachmitta s Dover passiert. Der Schnelidampser .Sa-rale" hat am 1. Ma? Vormittags Dover passiert. Der Postdampfer „Stutt- gart“ hat am 1. Mai Morgens Dover pas ert. Der Postdampfer
DreSden" hat am 1. Mar Morgens St. incent passiert. Der Reichs-Poftdampfex „Sachsen" hat am 1. Mai Nachmittags die Reise von Adela_t_de nacb Colombo fortgesetzt. Der Reichs-Post- xampfn .Gera' :| am 28. April Nachmittags in Adelaide ange- ommen.
Theater und Miifik.
Konzerte.
Herr Leo Schrattenholz, ein junger begabter CeUist und Komponist, der _!eme St_udien an der biefigen Königlichen Hochschule Lemacht hat, _ga am Dienstag im Saale der Sing-Akademie ein _erstes eigenes Konzert, welches mit einem Quintett für zwei Vtoluzen, zwei Bratschen und Cello eröffnet wurde. Das klar und melodtös cßehaltem? Werk fol t dem Vorbilde klassis er Meister und erhebt si_ besonders in) Fnale_zu interessanter r ytbmiscber und modrzlatorrscber Eigenartigkeit, wahrend der erste Say einige Längm enthalt. Der Komponist wurde in der Ausführung des Quintrtts von der Vtolmptrtuofin Fräulein Gabriele Wietrowetz und den Herren Messias, Wandler und Sch*leicherxauf das wirk- samste untcrstüßt. _ Außerdem trug Frausein Helene Ober- beck noch__ sechs Lieder vor, die gleich dem ersten Werk mit vixlem Beifall auf enommen wurdkn. Herr Professor Barth führte mtt der an ihm ?tets gerübmten Feinheit des Ausdrucks noch fünf, meist kurze Klavierstücke des Konzertgebers cms, die fich in der Schreibweise an Schubert anlehnen. Den Beschluß des Abends machte das bereits in der Philharmonie mit wohlverdienten! Beifall aus efübrte Cello-Konzert, welches dsr Komponist mir musterbaft Jescßulter Technik und feiner, belebter Schattierungsweise vortrug. Tach fleißig fort eseßten Studien dürfte der Künstler fich bald 6111-71“! Namen in der usikwelt erwerben.
Das Abschieds-Konzert des Ybilbarmonischen Orchesters, welches gestxrn Abend unter Pro essor Mannstädt's Leitung statt- fand, war exn „Beethoven-Abend“ und brachte drei größsre Werke des _Meisters, namiich die erste_Symyhonie in (J-(Lm', das Violin-Konzsrt m D-äur, welches vom Konzertmeister Anton Witek Vortrefflich vorgetraßenwurde, und die herrliche (5,_) (J-n1011-Svtnphonie. Das sehr zu lrcich erschicnene Publikum 1pendéte den künstlerischkn Lerstungsri der Kapelle und ihres Diri enten sowie dem Vortrag des Solisten den lebhaftestc'n BeiHall. Am Ta e zuvor hatte der _1eßte „Wagner-Abend' dem Orchestcr__ebenfa s vielen 5Ypplaus ethetragen. _ Am Schluß der Saiyon sei den cin- s1ch1§VOÜ€11 Direktoren drr Philharmonie, den Hérrkn Sacerdoti und L_andecker_, die Anerkennung dafür nicht versagt, daß fix: in Gemeinschaft mtt dem Professor Mannstädt auch im Verflosienen Winter stets bemüht Waren, die bcryyrragcndsten Werke klassischer und neuerxr Komponisten dem Publikum in diesen populären Kon- zertkn zuganglich zu machen. Im Sommsrwird die Kapeüe wiederum im Bad Schweningen konzertiercn.
Jm Königlichen Opernbause findet morgen das zweite Auftreten der FWT Marcella Sembricb in Flotow's „Martha“ statt. Herr Naval vom Stadttheater in rank urt «. M. eröffnet als Lyonel ein Gastspiel auf Engagement. __ ls * ancv tritt Frau Goeße, als
l_umket err Krolop auf; Mu_1_1k-Direktor Steinmann dirigiert. _ * te am Sonnabend zum über aupt ersten Mal zur Aufführung gslarigende Oper .Der Evangelimann“ von Wilbeim Kienzel spielt in diesem Jahrhundert und zwar 1820 und 1850. DM Vorgange, dcr im ersten Akt im Benediktinerkloiter St. Othmar in Riedst- Oesterreicb und im zweiten Akt in Wien sich abspielt, liegt eine wahre Begebenheit zu Grunde. 131'. Kirnzel bat darnach den Text scibst g_edichtet. Das Bruderpaar Johannes und Mathias Friudlioier wtrd Von den Hcrren Sylva und Bulk dargestellt. Die Dekorationen sind neu angefertigt. Der Komponii Herr Dr. Kiknzrl befindet s1ch seit geraumer Zeit in Berlin, um an drr Leitung der Probén rheilzuriebmen.
Jm Kön_t lichen Schauspielhause wird morgLn Nicolay Gogol's Lustspte .Der Revisor" (Herren Vollmer, Klein, Blencke, Keßler' Damm Abtch, Pl_an, Schramm, Stollberg) gegeben. Am 9. d. 5177.9th neu einstudiert Goeths's „Torquato Tasso“ in Scene.
_ _Nych vor Schluß der_ .Konzert-Saison wird dir Altistin drs KMUJÜCÜM Theaters in Wiesbaden, Fräulein Lina Rücker sich in Berlin hHren lassen; für das Konzert, welches am 9. d. M. im Saal Bechstein stattfindet, ist der Kartenverkauf bei Vote 11. Boi? eröffnet.
Bei den in den Tagen vom 25. Mai bis 10 Juni in Bremen stgtifindenden scrmschen Aufführungen der Rubinstein'schen geist- ltxhcn OpeL_,Cbristus“ wird ein:? Reibe der beworragcndsten Sapger und S_angerinnen Deutschlands mitwirken. Die Regie der Ausfiihrungen _ltegt bekanntlich in _den Häyden des Textdichters Pro- fkffors __[)1_'.Hetnrtch Bulthaupt. Dirigenten sind die Zerren ])r. Muck vom Zomglicben Opernbause in Berlin und Herr ulius Ruthardt Vom Oxadttbkater in Bremen. Die Hauptrolle ist dovpelt beskizt und zwar Mit den_ Herren von zur Mühlen u_nd Leon Grißinger, den Satan singen altermerenddic Herren Hofoperniänger Jobannks Emblad und Hans KelLer. Mit der Partie des Judas smd betraut die Herrcn C. M. Sommer und Anton Hromada. Die erste Frauenrolle, die der Maria, _11691 in den Händen 'der Sängerinnen Frau Iduna- qutcr-Cbomanus und Fräulein Ida van Jung aus Brünn. Tir ubrigen Rollen find folgendermczKen besetzt: Erster König: Herr
tchlec vom Stadttbxater in agdeburg; zweiter König: HAL dolp_l)_ Mühlmann vom Stadttheater in Breslau; dritter König: Kerr rOchaucsr _vorp Stadtheater in Breslau. Der Engel der Ver- u_ndt ung: Fraulem Holmy vom Stadttheater in Brkmen und Frän- lem uzanna LavaÜe vom Hoftheater in MannKeim. Ein ertc: Herr Schramm Vom Stadttheater in Breslau. Jo annes der Taufer: Yerr Friedrich vom Stadttheater in Bieliß; Simon éetrus: rrr Schmalseld dom Stadttheater in Reichenberg , J0)annes: er: Dr; Bxiesemetster vom Stadttheater in Aachen, Maria Magdalsna: Jraulem Rosen vom Stadttheater in Breslau, Pilatus: Hcrr axob vom Stadttheater in Salzburg, das Weil; des ikarus: rgulein Sedlmair Vom Stadttheater in Danzig, Eine * utter: raulein Wiesner vom Stadttheater in (Graz, ihr Sohn: Fräulein roßmann vom Stadttheater in Breslau, aulas: Herr Hans Roleff vom Thalia-Tbeater in Rostock. Der bor besteht aus 350 Brezner Damen und Herren, die, meistens Mitglieder tüchtiger Gesang- vereine, dcn Chorpartien zu angemessener Wirkung verhelfen werden.
Mmmigfaltiges.
_ _Der Evangelische KirchbauVerein hielt gestern im Pro vmzxal-Standebause unter dem Vorsiy des Ministers des Königlichen Faujes von Wedel seine Generalversammlung ab. Derselben wohnten
el_der Ober-Hofmeister Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Frxtherr pon Mtrbacko, der Unter-Staatss ekretär 1). Dr. von Weyrauch, der Mtnistertal-Dtrektor Dr. von Bartsch, der Präsident der Seebandlung von_ Burchard, der Ober-Konsistorial-Ratb Hubert, der Konsistorial- Yrgxrdent Scbmtdt, der Landes-Drrektor von LevXow und Andere.
raident von Burchard er-tattete zunächst dcn ecbcnscbaftsbericbt. Danach betrug die Gesammékeinnabme (seit Begründung des Vereins) 2425 000 „je., die Gesammtaußgabe 2100000 „ji, sodaß ein Bestand vom 325000 .“ verblieb. Alsdann nabm Freiherr von Mirbach das Wort. Er konstaiierte, daß- in Jahresfrist in und um Berlin neun neue Gotteshauser eingeweiht worden find, von denen fiebsn unter dem_ Protektorat Ihrer Majsstät dcr Kaissrin, drei der leßterrn unrrr Mitwirkuné des Vereins erbaut sind. Diese neun Kirchen
enthalten 9910 läße und erforderten inSgesammt an Baukosten 3 683000 „ja; an erdem waren 120 000 .“ für Erwerbung und Frei- legung_ der Bauplätze außzugcben; in 7 Fällen Waren die Bauplaße geschenkt worden, in einem 8. Fall mußte der geschenkte Bauplatz durch Zukauf_ eines Hauses erweitert werden. Zu den Baukosten steuerten bet: der Ober-Kirchenratb 3200 .“, der