1895 / 106 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 03 May 1895 18:00:01 GMT) scan diff

Der bis erige Ne taamvalt und Rotax Wilbel'm Max Robert S immelp enniq aus Heinnchswalde istvunter Ernennung zum Regierungs-Affeffor der Königlichen Regierung zu Köslin zur ferneren dienstlichen Verwendung als Justitia- rius überwresen worden.

Deutsche Kolonien.

Aus T o g :) berichtet „W. T. B.“ unter dem gestrigen Datum : Dort eingetroffene Nachrichten meldeten die inckkehr des zur deutschen To o-Expedition gehorigen Lieutengntß von Carnap nach Lagos. Vr. Grunex und ])r. DorinIFlbe- fänden sich auf dem Rückmarsch uber Bor u nach isa- höhe. Weitere Nachrichten fehlten. _ _1xrzu „bemerkt „W. T. V.“, die leßten Nachrichten der pedttion seien vom 16. Januar aus Sansanne-Man u. amals hab? sich von Carnap auf dem Matsche nach urmq befunden, wahrend „])r, Gruner ihm gefolgt sei, Die Expedition habe hiernach augenscheinlich ihr Ziel, den Ni er, erreicht und, mie vdr- gesehen, habe von *arnap den afferwe nach La os ein- gefchlagen, während ])r. Gruner den Lan weg dur Vorgu nach Togo gewählt habe.

'

Oesterreich-ngaru.

Der Kaiser hat die Umwandlung der bisherigen Kon- sular-Agentur in Kiel in ein _onorar-Konsulnt enehmigt und, wie „W. T. B.“ aus ien meldet, den bis- erigen VizxKonsul daselbst, Ferdinand Mohr, zum be»- Foldeten Kon ul ernannt. ,

Das 6 terreichische Abgeordnetenhaus erledigte gestern das zweiteHauptstück der Steuerreform:Yorlage, betreffend die Erwerbssteuer. _Jn der nächsten Sißn'n am 4. d. M. wird die Berathung Mit dem dritten Haupttu , der Rentenfteucr, fortgeseßt werden. '

In der qcstrigen Sißung deswnanischxn Oberhauses tHei1te der Präsident mit, daß die Nenuntien des_ Unter- hauses bezüglich der kirchenpolitischen Vorla en eingelaufen seien: dieselben wurden dem vereinigten Dreier: usschuß zuge- wiesen. Im weiteren Veriauf der Sißung nahm das Haus den Gase entwurf über die Herabseßung dcs geseßlikben Zinsfuxes an, nachdem der Minister des Innern Perczel die gegen die Verwaltung gerichieten Angriffe des (Grafen Ferdinand Zichn auf das cntschiedenste zuruckgewxesen hatte.

Großbritannien und Irland.

Jm Unterhause legte gestern der Scha „kanzler Sir W. Harcourt das Budget vor. Der Usberschu des vom en Jahres wird darin mit 766000 qund, die uSgabe qs laufenden Jahres mit 95 982000 fund, dix Einnahme Mit 95 662000 Pfund aufgeführt; das Defizit bxtra t also 320000 Pfund. Die im vorigen Jahre auf Spiritu'oJYn gelegte Zu: schlagssteucr von 6 Pence per Gallon fol] bei 1 rern Ablauf:: im Juli d. J. aufgegeben werden; dagegen so die im ver- gangenen Jahre für ein Jahr eingeführte Zuschlagöstxuer von 6 Pence per Barrel Vier auch in diesem Jahre Wieder xr- hoben werden. 'Der dadurch fick) ergebende Ueberschnß wurd auf 181000Pfund geschäßt. In der sich daran anschließenden Debatte beklagtcn die meisten Redner, daß seitens der Regierung nichts zur Zcbun dcr landwirthfchaftlichen Nothlage

?tynn1ei. * ch aßkanzlerSirWHarcourterw1derte,kerha1_)c as regste Zntcreffe fiir die Landwirtlxscbaft, abejr nicht die Mittel, ihrer Nothlage abzuhelfen, und wiffe auch nicht, wo er diese Mittel finden solle. England habe nahezu dic Grenzen einer noch erträglichen Bestcuerung erreicht. „Hieran wurden mehrere zum Budget eingebrachte Resolutionen“ angknommen und sodann die Debatte vsrtngt.

Dic „Times“ von heute Morgen schreibt: In der Wandel- halle des Unterhauses zeigte sich gestern lebhafte Erregung in: folge der Ankündigung Sir W. Harcourt's, daß dies das [2318 Mal sein könne und wahrscheinlich sein werde, daß er_von verantwortlicher Stellung aus mak)- nende Worte, wie er sie eben an das Haus Berichtet habe, spreche. Dieser Erklärung wohne große 5 edeutung inne, dock) [affe fie _im Zusammenhang mit den in wohlunter: richteten Kreisen umlaufenden GkkÜ ten betrachtet, daß Lord Rosebernsofort diePrcmicrscha t niederlegen wolle _ nnr eine Auslegung zu.

Rußland.

Der Kaiser hat, wie „W. T. V.“] meldet, Heute dcn neuernanntcn Botschafter in Wien Grafen K apnist Empfangen. Der Kaiser und die Kaiserin wohnten gestern der Seelenmcffe für den Kaiser Alexander 111. in der Peter-Pauls- Kathedrale bei. Belgien.

Der Yntralausschuß dcr Repräsentantenkamm er hat, wie „T. B.“ aus Brüssel meldet, die Regierungs- vorlagc, betrcffend Abänderung des Zolltarifs, mit einigen Erhöhungen gutgeheissen. Für Zuckerkonserven wurde ein Zoll von 30 Fr.“ per 100 [(Z für Mehl und Malz ein solcher von 2 Fr. per 100 kJ genehmigt. Ferner wurde ein Zoll auf Hafer genehmigt, ein solcher auf Gerste dagegen ab, elehnt. 4[Für Chokolade nmrdc an Stelle des bisheri en Zo es von r. per 100 kJ ein solcher von 50 Fr, fiir honfliesen ein oll von 1 Fr., fiir Fayence und Porzellan von 10 Fr. per 100 kg an- genommen. '

Türkei.

Da dex Sultan beschloffcn liat, daß die türkische

Marine bei den Kieler Fcst1ichkeiten vertretcnwerde, gebt

heute, der in Konstantinopel erbaute Kreuzer zweiter Klasse „Heibet Numa“ nach Kiel in See.

Serbien. Der König Milan ist gestern Nachmittag aus Risch in Belgrad eingetroffen.

Bulgarien.

Dcr „Kölnischsen Zeitung“ wird aus Sofia berichtet: Aus Maccdonien würden zahlreiche Verhaftungen in Prilip, Ochrida und Velez gemeldet, zz: denen der erdacht eincr vorbereiteten Erhebung der Christen gegen die Türken Anlaß gegeben haben solle. Unter den Verhaftcten befänden fich auch Bulgaren aus dern Fürstenthum. Das Zentral-Comitéz der YFCLYWM stelle jede Verbindung mit den Verhafteten in . 16 e.

Schneve- jmd Nouveaut- - Nach der in Christiania erscheinenden eitung „Perdens Gang“ beschlo en 60 angesehene Mitgliedex a er Parteien, zur älfte der Lin en angehörend, die Eingabe_emer Adres s e ein das torthin g, worin sie empfehlen, die Losung der Unions- Streitfra en auf der Vafis freier Verhandlungen zwischen chweden und Norwegen ohne Demuthung irgend einer Partei zu versuchen. Falls axis sol_cher afis einc Eini keit erreicht werden sollte, smd snmmtliche Unicr- eichner er Ansicht, daß die Bildung eines Mehrheits- inisteriums der Linken onrdert werden müsse. '

Der norme ische erthcidiZungsserein hat be- schlossen, bei der Firma Schichqu in -1bing „einen Torpedo- .Kreuzer zu besteUen, dessen Preis stch, ohne die Armrerung, anf 605000 „16. belaufen wird. Die ganze Summe ist durch Bei- träge norwegischer Frauen aufgebracht worden.

Amerika.

Aus Winnipeg (Canada) wird gemeldet, daß die Indianer und Haldindianer von Nord:,Dakota längs der Grenze zwischen Canada und den Vereinigten Staaten sich auf dem KriegSpfad befänden._ Sie hätten von der Stadt St. Johns Vesiß cnommen, die Einwohner vertrieben und bereiteten fick) zum iderstand gegen die Truppen vor. _Die Faftrmer und die Städter seien nach dem südlichen Manitoba

e ohen.

g ** Nach einem in New-ZYork eingetroffenen Telegramm aus San Juan del Sur md die Spezialgesandtxn der_ R- gicrung von Nicaragua, Gomez und Madrié, m quinto angekommen, lehnten ]edoch eine Zusammen unft mit dem britischen Befehlshaber des Hafens, „Kapitän Tren , ab. Leßtcrer ließ sie des alb auffordern,_d1e Stadt zu verla sen.

Der amcrikanis e Botschafter in London Bayard hat, wie „W. T. B.“ aus New: ork berichtet, an den Staats- sekretär des Auswärtigen resham telegraphiqrt, „daß England die Garantie Salvador's für die seitens Nicaragua innerhalb vierzehn Tagen in London zu leistende Zahlung der Entschädigung annehme, ,und daß, sobald

icaragua das Abkommen bestätige und hiervon_den Kontre:

Admiral Stephenson benachrichtige, dieser zur Raumnng von Corinto Auftrag erhalten werde. . " _

Der brasilinnische Kongreß wrrd heute erofsnet

werden. Afrika.

Aus Majunga ist in Paris die Nachricht eingetroffen, daß die TranSportdampfer „Chandecnagor“, „Egypte“, „Brinkburn“ und „Enirerios“ dort angekommen seien. Der Gesundheitszustand der Truppen sei ein guter.

Parlamentaristbe Nachrichtem

Der Schlußbericbt über die gestrige Sißung des Reichstags befindet sich in der Ersten Beilage.

_ In der hLUÜMn (83) Sißung des Reichstags, welcherder Staatssekretär, Staats-Mimster 131“. v o n B o e t t i ck er , die Staatssekretäre Hollmann und1)1'. Graf v.Vosadowsky, sowie der Staatssekretär in Elsaß-Lothringen v on Puttka m er beiwo nten, wurde zunächst in dritter Berathung dex Geseßentwurf, betre end die Aufhebun?) des Geseßes uber'die Er- nennung und die Besol ung der Bürgermeister und Beigeordneten in Elsaß-Lothringen vom 4. Juli 1887, ohne Debatte angenommen. _

Das Haus gin alsdann ur ersten Beratbung des Gefeßentwurfs, bctre"end die Feétstellung eines Nachtrnch

um Reichshaushalts : Etat für das Etatswhr

1893.94 (1700000016 „zur Eröffnung des Nord-Ostsee-

Kanals “) über. Es nahm dazu das Wort der Staatssekretär, Staats-Minister Dr. V o n B o e t ti ch e r. (Schluß des Blattes.)

_ In der heutigen (61) Si 1.111 des Haußes der Abgeordneten, in welcher der mißex für Han el und (Gewerbe Freiherr von Bcrlepsck), der Fmanz-Mmister ])r. Miquel, der Minister der öffentlichen Arbeiten'Tbiclexi, der Minister des Innern von Köller und der Minister fur Landwirthschaft 2c. Freiherr von Yammerstern-Loxten ugegen waren, wurde zunächst ein Antra dcs „Abg. von endel-Steinfels (kons) berathen, wel er dahin geht: Die Regierung aufzufordern, einen Beira bis, zsu 20 Mill. Mark zur Verfügunlg zu stelle_u zwe H Befriedi- gung dcs Kreditbedürfnisses andwirth1chaftlicher G6- nossenscbaften (besonders ländlicher Darlehnskasjen) und zwar zu einem entsprechend niedrigen, 23% nicht über- steigenden Zinsfuß. Seitens der freikonservativen Partei war dazu fol-

gender Antrag gestellt: ,

DiCKönigltche Staatßregierung zu erxuchen, dem Landtage baldmög- lichst eine Vorlage WegenCrrichtung einer staatlichen Zentrczl-Kredxt- anstalt zu machen, welcher die Aufßabe zuzuweisen 111, die K_redit- bedürfniffe der produktiv-xn Gewer e, insbesondere des letneren Grundbsfißes und dc's Handwerkerstandes zu möglichst btÜlng Zinssatz zu befriedigen und zu diesem Zweck auch die Von koni- munalen Korporationen ins Leben gerufenen Kreditanstalten, sowie die auf dem, Prinzip der Selbsthilfe und der Selbstverwa1tung beruhenden Kreditgknoffenscbaften durch Gewährung möglichst niedrig verzinslicßer Darlehen zu unterstüyen.

Zur Begründung seines Antrags «?ielt das Wort Abg. von Mendel-Steinfels (kon .): Zur Herbeiführung einst Verständigunß über meinen Antrag ixt es nothwendig, über die Lage des- Genossen (haftswesens einige Aus übrungen zu machen. Es ist erklärlick), daß in einer Zeit schweren Notbstandes die Landwirt!)- scbaft sick) dem Genoffenschastswesen wieder mehr zuwendet. Wir stebsn auf deux Standpunkte, daß die Grknze ter Selbsthilfe dort ist, wo es 1ich nicht' mehr um die Notiz einzelner, sondern um die Noi!) eines ganzen Standes handelt. Wir ver- langen eine Unterstüßung der Selbbilfe durcb Staatshilfe. Das Genosensckaftßgescß von 1889 hat dem Genossnschastßwesen in Deutschland einen ungeahnten Aufscbnmng gegeben. Am 1. Juni 1894 bestanden in Preußen allein 1353 Kredit enossenschaften mit beschränkter Yam) icht, 1383 landwiribscbaftlicbe enoffenscbaften, 313 Konsum- eno enschasten, 824 Molkerei- Genoffen1chaften_ und zahlreiche andere. Mit den Genossenschaften mit unbescbrankter Haftpflicht zusammen erreichten am 1. Juni1894 die Gcnoffenscbaften in Preußen

bereits die Zahl 8651. Wer fich aber praktisch mit der Bildung von ,

Genossenschaften befaßt bat, Weiß, daß dabei die Beschaffun des nötbigen Geldes besondere Schwierigkeiten “bietet. Die Abbäng keit vom Zwischenhandel bindert viele Freunde des Genossenschaftsw-xfxens, sich thati an der Bildung von neuen Genossenschaften zu betbeiligen. Diese S wierigkeiten binwegzuräumen ist der Zweck meines Antrages. Wir bedürfen zur Ausdehnung des landwirtbschaftlicben Ge- noffcnschastSwesen5 erstens des Geldes. Die Quellen, die

mis beute dafür zur Verfügung sieben, md viel zu tbeuer,

'dxnn mit ihrer Hilfe “ist es nur möl , zu 5% Geld in

die ' de des Lakers zu bringen. ir brauchen zweitens: KredMZjaklten, die lange Fristen ew'äbren. Die Landwirtbfcbaft hat nur ein al im Jahre eine Ern e; schon daraus er iebt si , daß ihr mindestens einjäbri e Fristen gewährt werden 111 ssen. rßßere landwirtbschaftliche An agen [affen sich überhaupt nur mittels AmortisatwnSdarleben bewerkstellwxn. Wir brauchen drittens Kreditanstalten, bei welchen die icherstellung der Darlehen nicht so schwierig gemacht ist, wie es -jeßt zumeist der Fall ist. Die Reichsbank mag für Handys und Gewerbe genügen, für die Land- wirtbschaft reicht Jie aber nicht aus. Wir wollen kein Geschenk vdm Staate, keine Lie es abe; wir wollen nur, daß der Staat dort em- tritt, wo aucb das enossenscbaftSwesen nicht außreicht. Ich kornme zur positiven Seite meines Antrags und bin in der Lage mitzutbeilen, daß ich meine Vorschläge mit Genehmigung meiner Fraktion yer- lautbare. ch stelle mir die- Sache etwa so vor: Gründung einer Zentralstelle in Berlin, speziell zur Bxfriedigung des Kreditbedürfniffes der Landwirtbscbaft. Es soll nicht eme Darlebnskaffe, sondern eme Geldaußgleichskaffé sein. Nur soweit die Geldmittel der landwirtb- schaftlichen Genossenschaften nicbt -ausreichen. soll der Staat bis zum Betrage „von 20 Millionen eintreten. Diese Zentrcxlsieue arbeitet nur mit den großen Verbänden, die eine entsprechende »Pastungsfabig- keit nachweisen, nicht etwa mit den einzelnen Genoffenschaften. Diese Verbände, welehe genügende Sieherheit deponiert haben, treten als Mitglieder der Zentralstelle ein. Wgs die Ford?- rung von 20 Millionen betrifft, die vielfach gn egriffen worden ist, so will ich, um die mißberständliche Aufsaséung zu beseitigen, nochmals ausdrücklich und auf das entschiedensie betonen, daß wir fie nicht vom Staat geschenkt haben woÜen. Wix wouen nur, daß der Staat dort, wo die Miktel der Genossenscba ts- Verbände aufhören, mit seiner Kreditgewährung eintritt. Da er streiche ich an:!) aus meinem Anfrage die Forderung eines Zinssa es von 210/0. Wir wollen nur einen billigen Kredit, welcher den 5 e- rürfnißen der Landwirtbschaft ebenso entspricht, wie andere Kredit- institute den Bedürfnissen des Handels und der Industrie,

(Schluß des Blattes.)

, Nr. 18 der ,Veröffcnilichungen des Kaiserlichen G's- sundbeitßamts', vom 1. Mai, hat folgenden Inhalt: Gesund- heitsstand und Gang der Volkskrankheiten. _ Zeitwälige Ma regeln egen Cholera :c, _ DeHgl. gegen Pést. _ Des [. gegen Gel fieber. Ébolera im Deutschen Reich, 1892/93. (Schluß?) _ Aus dein _Be- richt des Gesundbeitßamts zu Venedig, 1893. _ Medizinalstatistische Mittheilun en aus Schweden, 1892. _ Gesetzgebun u. s. w. (Deut- sches ReichZ Diphtherieskrum. _ (Preußen. „Rega ez. Merseburg.) Hunde. _ (Kreis Beuthen.) Schu); von'Kmdern gegen Feuer. _ (Oesterreich,) Viehmarktwesen. _ Diphtherie-Hetlserum. _ (Schweiz. Kanton Schwyz.) Jmpfwesen. _ Gang der Thierjeucben 111 Frank- reich, 4. Vierteljahr. _ Geburten und SterbefaUe m Breslan, Frankfurt a. M., Köln, Nürnberg, 1894. _ Wochentabeüx über dre Sterbefäae in deutschen Städten mit 40000 und mehr Einwohnern. - Des [. in größeren Städten des Auslandes. _ Erkrankun en in Kranken äufern deutscher Großstädte. _ DeSgl. m deutschan tadt- und Landbazirken. _ Witterung. __ Grundivafferstand und Boden- wärme in Berlin und München, Marz.

Éutsckxeidungeu des Reichsgerichts. Nack) § 49 Abs. 2 der Strafprozeßordnung sind die Mitglieder

einer deu'tscben geYetzgebenden Versammlung während der ,

Sißungsperiode und i res Aufenthalts am Orte der Versammlzmg an didsem Orte als Zeugcn zu Vernehmen, und zu einer Abweichung bon dieser Bestimmung bedarf es nach § 49 Abs. 3 a. a. O. der Genehmigung der geseßgebenden Vexsamnn- lung. In Bezug auf diese Bestimmungen hat das Rercbßgericht, 1. Strafsenat, durch Urtbeil vom 24. November 1894 ansxzesprochen: Die kommissarische Vernehmung des Mitgliedes einer gesetz- gebenden Versammlung als Zeuge und somit die Verlesung des "Bei- nehmungsprotokolls bei der Hauptverhandlung bat xegelmczßia ohne weiteres zu erfolgen, und mix füx den Fal], das_der Instanz- richjcr auf Grund der tbatsachltcben Umstande eine Vorladulnchnes Mitgliedes als Zeugen zur Hauptverhandlung fur er ord er i

|:leng hierzu einzuholen. _ In einer Strafsache teUte der An-

geklagte den Antrag, den Fürsten X., ein Mitglied der gérade tagknden

bayerischen Kammer der Reichsrätbe, zur HZuptVLrbandlung beim Land- gerichtN. alsZeugen zu ladsn und hierzu gemaß § 49 “211313 der St.-P.-O. die Genehmigung des genannten Jess gebenden Koryers ernzubolen. Die Strafkammer lehnte den Antrag a , fuhrt? aber die kommissarische Vernehmung des Zeugen durch das Amtsgericht Munchen 1 herbei. Die Vernehmung fand unter Beachtun aller gefetzlichen Vor- schriften und in Anwesßnheit sowo [ des Staatsanwalis bei dem Landgericht N., als auch des Angkklagten in München statt. In der Hauptderbandlung gxlangte das Ver- nehmungsprotokoll über die Zeanauss'age des Fursten X. zur Ver- lesung, nachdem der Antrag des ertbeidigers, die Verhandlung aus- zusetzen und Un Fürsten X. vor das erkennende Gerrcht_ zu Jaden und zu diesem Zweck die Genehmigung der „Kamme'r der Reichsratbe nacb- zusuchen, abgelehnt worden war. Die Revision des verurthetlten Angeklagten wurde vom Reicthericht verworfen, indem es bcgründend ausführte: ,. . . Bei den Beratbungen des Entwurfs zur Strafprozeß- ordnung w::r man aUseiiig, auch aus Seite der“ (Gegner, darüber einig, daß die nach § 49 erfolgte kommissarische Yernehniung nnd omit die Verlesung des Vernebmun protokous die untmttel- bare erncbmung vor dem erkennenden . nehmung in der Hauptverhandlung, erseer solle, Mit anderen Worten: daß dur § 49 der Grundsatz der *_ undlicbkett duxchbrochen werde. Nur als ilfe für besondere Falle, oder, Wie sich der Berichterstatter ausdrückte, „wenn eine wahre Rechtßnotb vorliegt“, ist im 49 Abs. 3 eine Abweichung von dem Ersaß der Vernehmung durch erlesung des Protokolls vorgesehen; Aber die ausdrückliche Bezeichnung dieses Weges als einer „Abweichung von der Norm be- weist, daß ie keine Bedingnng für die Wirksamkeit der le teren sein kann. _ b im einzelnen Falle Anlaß besteht, die Abwci nng “nach Abs. 3 des § 49 herbeizuführen, kann nu_r auf Grund der tbatsacblichen Umstände beurtbsilt werden, deren rüsung dem Redifioanericht ent- zogen ist. Daß rechtlich 521 der blebnnng des hieraus gerichteten Antrags geirrt worden sei, ist nicht ersichtlich. . . ." (3533/94.)

Statistik und Volkswirthschaft.

Invaliditäts- und Altersvers icherung.

An Anträ en auf Gewährung von Renten sind bei der ansea- tischen VerJicberungs-Anstalt eingegangen: s.. an [ters- renten: im Laufe des Jahres 1891 1105, 1892 404, 1893 381, 1894 353, und in der Zeit vom 1. Januar bis Ende April 1895 128, zusammen 2371; 1). an Invalidenrenten: im Laufe des Jahres 1892 181, 1893 301, 1894 550, und in der Zeit Vom 1. Januar bis Ende Apnl1895_ 244, zusamwen 1276; mithin smd seit Beginn des Jahr_es 1891 bei der Hanseatxsckxen Versicherungs-Anstalt an Renten- antragen em egangen 3647 Anfrage. Von den Anträgen auf Alters- rente entfa en auf das Gebiet der freien und HarZestadt Lübeck 4178, Bremen _506, HZmburg 1457, und von den auf nvalidenrente auf das (_Hebiet von Lubeck 161, Bremen 448, Hamburg 667. _ Von den Anfragen auf AlterSrente sind bis Ende April erledigt 2327, und

erachtet, ist die Genehmigung der gesetz ebende'n' Ver-

sticht, das ist die Ver- _

zwac„_2034 durch Rentengewäbrung, 257 duke!) Ablehnung und 36 auf ;onjstrge Weise. andeu Alterörentenempfängern sind inzwischen außge- cbteden 362, von diesen nd verstoxben 344. Von den Anträgen au Invalide_nrentefind is EndeA ril erledi 11195, und zwar881du Rentengewahruzig, 273 durch _Able nung un 51 auf sonstige Weise. Von den Invalidenrentenemvfangern_find inzwischen auSgescbteden 186, von diesen xm!) vxrstorbew 172. Aus die Gebiete der drei Hans tädte vertbetlen 1ch die noch im 23er e der Rente befindlichen Per onen folgendermaßen: ] Lubeck 292 lterrenten , 89 Invalidenrenten, Bremen 365 Alterernten, 264 Jnvalrdenrenten, _Hamburg 10152111816- renten, 342 Invalidenxentexi. Die Jahressumme der bis jeßt ge- wxabrtkn chten macht mSgemmmt 427 674,60 «16 aus, von welchem Betrgge 75 906,80 „ja. für die inzwisckoc'u ausgeschiedenen Renten- empfan erabzuseßen find. _ Nach den Berufszweigen vertbeilcn sich die 2915 xntenempfanger _an folgende Gruppen: Landwirtbschaft nnd Gartnerei 207, „Industrie und Bauwesen 1213, Handel und Ver- kehZf_501, sonstige Berufsatten 258, Dienstboten :e. 736 Renten- em anger. .

Zur Arbeiterbewegung.

In Hanno'ver droht ein Ausstand der Brauereiarbeiter auszubrechen. „Wi? d'er ,Mgdb.Ztg." geschrisben wird, find 'die dortigen Braueretarbetter Mit der vor einigen Jabrkn nach einem Ausstand geii'cffencn Vereinbarung nicht mehr zufrieden. In einer kürzlich ab- gehaltenen Versammlung bescbloffkn sie, folgende Fbrderungen zu stellen:

, 1) Errichtung eines Arbeitsnachwcises auf Grund eines eingereichjen Ent-

wmfs; 2) denungMaHme sämmtlicher Brauer und Böttcher außerhalb der Branercien und Wobnunasentsckyädigung von wöchentlich wenigstens 3 «531361515119 eines Mindestlohnes yon 20 «76 für die Hilfs- arbeiter; 4),ivocheniltc,be statt monatlickxe Lohnzahlung. Der Verein der Brauxreten bat die zweite Forderung bewikligt, die Festsetzung eines Mmdi'stlobnes von 20 „je: für Hilfsalbeiter aber als un- angemessen abgelehnt; die Forderun einer 1vöch€ntlichen Lohnzahlung wurde an enomrnen. . In einer ghierauf abgehaltenen Versamm- lzmg (der raueretarbetter gelangte der Antrag zur Annahme, sämmt- liche Forderungen aufrecht zu erhalten. Der Brauereivuein beschloß tntn am lcxztcn Montag, auf die Forderungen wegen der Errichtung eines ArbertSngchweiseH auf Grund des eingesandten Entwurfs und quf Zaxlung emes Mindestlohns von 20 „46 für HilfSarbeitcr nicbt emzu 6 en.

“.lus Megrane wird dem „Vorwärts“ mitgetbeilt, daß der Aus- stand „der AÉetTer Und Arbeiteiinnen (Jacquard- und Schafxarbeiter) der Firtxia Straff und Sohn (vgl. Nr. 104 d. Bl.) beigelegt und beendexi ist.

„Hier in Berlin ist, wie die Berliner „Volks-Ztg.“ berichtet, in Verbindung mit der„sozialdewokratischen Maifeicr in der Wcrkstatt dsr Firma («T. Prachtel ein Ausstand der Möbelpolierer ausgebrochkn. ,

Aus Yaris meldet „W. T. B.“: Der Präsident Proust und der Sekretar Deville des Syndikats der Omnibusangestellten erschienen gestern x_wr dem Zuchipolizeigericht (dgl. Nr. 99 u. 101 1). Bl.).

wust leugnete, m der Versammlung in Tivoli-Vau hal] aufrkizende Leden gehalten zu haben, und fügte hinzu, er wv ?, wenn er fkki' esprocbcn würde, „kam Syndikat nicht mehr beitreten. Devillc v“:!"- 1cherte, cr habe in der Versamm1ung überhaupt nicht gesprochkn. Die Angeklagten wurden zu je 6 Monaten Gefängniß Verurtheilt.

_ Aus Verviers wird der „Köln. Ztg.“ unter dem 30. April ?!cbkikbkn: Dxr Fadnerausstand hat plötzlich eine für die Aus- *tändigen vsrbangnißvolle Wendung genommen. Die Vertreter der Vereinigten Syiniiereibesitzer dcs Arrondiffements in dem zur Schlick)- tung der strittigen ragen gewählten Ausschuß weigern fich, mit den Vkrtrktern der Aus tändigen zu unterbundeln, da fich darunter Nicht- adner befänden, und haben überhaupt jeden Versuch zu einer Ver-

- tändigung ahgelebnt, bevor sämmtliche Fadner die Arbeit wieder auf-

genomrnxn hatten. '- NLUCrdings haben die Aussiändigen ein völlig unxariensches Schiedsgericht vorgeschlagen, allein die Spinnerei- [76111361 wollen bon emem solchen übcrhaupt nichts mehr wissen.

Kunst und Wissenschaft.

In Nr. 194 des „N.:u. St.:A.“ vom 18. August vorigen Jahres wurde von dem Unternehmen eincr Neuaufnahme und :Hcraußgabe, auch theilweiser Abformung dcr Relief- darstcllungen an der Mark=Aur§ls-Säule in Rom berichtet, für welches Seine Königliche Hoheii der Großherzog von Baden und einige Private, dyr Hauptjache nach aber Seine Majestät der Kaiser und König die nöthigen Mittel Allergnädigst bewilligthaben, während das Königlich italienische Unterrichts:Ministerium auf seine Kosten die Aufrichtung der erforderlichen Gerüste „auf sich genommen hat. -

Nachdem auch der Municipio von Rom seine Genehmigung zur Ausführung der Arbeiten crtbeilt hat, ist nunmehr das Gerüst fertig gestellt, ein an der Säule selbst befestigtes, zum Auf: und Abziehen eingerichtetes Hängcgcrüst und ein daneben feststchendcr Treppentburm, von dem an?- das Hängcgeriist in seinen versc'bie'denen Höhestcllungen betreten werden kann.

„Am 23. d. M. baden die mit der wissenschaftlichen Arbcit der Aufnahme und HerauMabe betrauten .Herren Professoren bPetcrsen und von DomaSzewski ihre Thätigkeit an der Säule egonnen.

Für dic Revision der architektonischen Aufnahmen ist in entgegenkommendster Weise Herr Profeffor Guglielmo Calderini einzutreten bereit.

Die photographischen Aufnahmen hat der durch seine

"Leistun en dazu besonders geeignet erscheinende römische Photo-

graph err Anderson übernommen, die Reproduktion der Ab- bildungen und den Verlag des herauSzugebenden Werks dic wohlbekannte VerlagSanstalt für Kunst und Wissenschaft, vormals Friedrich Bruckmann in München. DieAbformungen wird der römische Former Piernovelli besorgen.

So sind von italienischer und deutscher Seite die Vor- bsreitungen getroffen, um in gemeinsamer Arbeit ein Denkmal ?enauercr Kenntnis; als bisher zugänglich zu machen, welches ür beide Nationen ein historisches Interesse bietet, und die Arbeii hat begonnen. Es wird an Schwierigkeiien bei“ der szchfiihrung nicht fehlen. Möge es gelingen, sie zu über- wrn cn.

Dis Juristische Gesellschaft hält am Sonnabend, den 11. Mai, Abends 731115: im Grand Hötel de Rome (Unter den Linden 39, Eingang Charlottenstraße 44/45) eine Sißung ab. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag des Herrn Geheimen Justiz- Raths Kevßner über .Das Recht am eigenen Bilde“.

_ Ein groxxes prähistoriscbes Gräberfeld ist, wie die

.Nat.-Ztg.“ beri tet, auf einem Geestacker im hamburgischen Amt Rißebüttcl au gefundsn worden. Bis jeßt sind dem Graberfcld 38 Urnen Verschiedener Größe entnommen worden. Es wird ver- ninthet, daß sie einer noch etwa 800 Jahre vor CbristiGeburt liegenden _Zeit entstammen. Sie dürften sämmtlich germanischen Ursprungs sem; ihre Form sowohl, wie die Art ihrer Ornamentierun [affen die? ver- mutHen. Es befinden fich unter den Ur_nen auch me rere der inter- _?ffantesten Buckelurnen. Ihr Inhalt ist noch nicht näher untersucht; Levenfalls_ enthalten viel? von ihnen außer Knochenreften noch Waffen, Schmuckstücke und vielleicht auch Münzen. Die Geesttbsile des Amxs Rißebüttel smd außerordentlich reich an derartigen Altertbümern. Die .gkfundknen Urnen kommen nach Hambarg.

M' W IOMMU!!-

, Ul. “Mastviebeusstellung in Berlin.

Die von Seiner Maxestat dem Kaiser und König für die am 8. und 9. d. M. guf dem Zentral-Viebbof der Stadt Berlin statt ndende FZ]. Mgstyteb-Ausstellun bewilligte goldene StaatSmedai e soll, unter Mtttvirkun und ustimmung des Staatskommissars, Ge- hexmen _Ober-Reg eruygs-Naths Vr. Thiel, für höchste züchterische Leistung in de'r Abtheilung (). .Schweine“ verliehen werden. Mit der Ausstellung wird em Markt von Zucht-Böcken und -Ebern und eine Aus- steUung 'von Maschinen. Geratben und Produkten für Viehzucht, Molkexei und daß Schlachtexgewerbe, veranstaltet von dem landwirtb- sckxaftlicben „Provinzial-Veretn für die Mark Brandenburg und die Nieder-LausrtzU und dern Klub_der Landwirtbe zu Berlin, verbunden sem. Der Eintrittspreis betragt am 8. d. M. von Vormittags 9 bis Nachmtttags 1 Uhr 3 „14, von Nachmittags 1 bis 7 Uhr 1 ck und am 9. d. ZR. 50 43.

Gesundheitswesen, Thierkraukheiten uud Absperrungs- Maßregeln.

_ „C b o l e r a. ' London, 2. at. Wie dem .R._B.' aus Djeddab gemeldet ward, kamen daselbt geftc'rn 28 TodeSsäÜ-x infolge von Cholera bor.

Handel und Gewerbe.

. BeidenAbxechnungsstellen der Reichsbank wurden 1111 Monat April1895 1809917500 „11: abgerechnet gegen 1807745900 «sé im März d. I., 1587898900 „46 im April 1894, 1 683 206600 411: im 9113151 1893, 1448149800 «11: im April 1892 und 1687 589500 916 im April 1891.

Die Wochenüberfickot der Reichsbank Weist einen esammicn Kaffenbesiand auf Von 1105336000 „44, d. i. der Vorwo 6 gegen- ubex Weniger 7668000 „48; der MetaÜbLstand aUein Hat sich um 3.933 000 «jk vermtndert. Dkk Wechselbestand zeigt mit 525 293 000 „ck eine Zunahme „um 30 920000 „46. und der Bestand an Lombard- forderungen 11111. 77 958000 e/FÉ eine solche um 8774000 «14; auf dieskn beiden Anlagekonten zusammcn hat also ein Zugang von 39 694000 .44 stattgkfunden. Auf pasfiVCr Skike ii? der Betrag der unilaiifendkn Noten um 53 797 000 „M auf 1 095 735 000 «x(: an'gewgcbsen, wahrend die sonstigen täglich fäUigen Verbindlichkeiten bei einem Betrage von 503 633 000 «M eine Abnahme um 21746 000 „FC. erksnnen laffLn.

Tägliape Wagengestellung für Kohlen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien. „„An der Ruhr sind am 2. d. M. gefiel]! 10 569, nicht recht- chn «rstsUt keine Wagen. _ ,Zn_Ober]chlesien sind am 1.11.2111. gestelÜ 3848, nicöt rech1- zeitig gestellt keine Wagkn.

_ . Zwangs-Versjeigerungen.

Beim Königlichen Amtsgericht 1 Berlin stand am 1. Mai das Grundstück Lindenstraße 38 und Oranien- straße 98 a, dem chckermenter Wilhelm Dombrowski gehörig, zur Beistetgerung; Flache 6,13 &; Nußungswertl) 27 040 4.44; für das Meistgebot von 470 000 „14. wurde der Architekt Albert Schulz zu Berlin Exstebsr.

Beim _Köni lichen Amtsgericht 11 Berlin standen am 30. April die nach cnannten Grundstücke zur Versteigsrung: Die im Grundbuck) von Schöncderg Band 17 Blatt Nr. 816 und Band 25 Blatt Nr. 1052 auf den Namen des Maurermeisikrs Waldemar (Gutizcrt cinaetragensn, Schön eberg, Golßstraße 4 und 50, be- legcnkn Grundstücke; Fläche 5,76 a und 4,51 a; Nutzungs- werjb 9600 „W und 5400 «; Mindestgebot 147 617 ck16 und 162 740 „44; für das , Vkeistgkbot Von 148 000 „14 und 162800 714 xvurds dsr BUWÜU'BOkstLhek Franz Tippel zu Berlin, Neue FULdUÖstraßé 3, Ersteher. _ Das im Grundbuch Von Sch 5 ne - berg Band 36 Blatt_Nr. 1361 auf den Nam?" dss Zimmermeisters AuguitPa gels zu Schönsbcrg, Hobenfrisdbsrgstraße 8, kingstmg-Zne, zu Sckyönseberg, Hobenfricdbergstraße 8, belegkne Grundstück; Fläche 5,68 5 ; Mindestgebot 460.11: für das Mcistgebot von 50 500911; wurde dkr Gärtncrcibefiizcr Ernst Koch zu Friedenau, Feurinstraße 6, Ersteher. _ Die im Grundbuch Von S cb d' n 6 be rg Band 20 Blatt Nr. 887 und 888 aus den Namen ch chtiers Friedrich Wilhelm Pollin zu Berlin, Krausenstraße 20, Eingetragenen, _zn Schöneberg, Sponbolz- straße 14/15, belegenen Grundstücks; stammtfläcbe 7,65 &; Mindest- gebot 135 963 „44; für das Meistgebot von 182- 000 .14 wurde der Lositelkbexißer WiLkpelm Wsrner zu Berlin, Krausenstraßc 6,7,

r c „Es.

AunsiS Übkk “(kn Verfkbr auf dem Berliner Schlachtviebmarkt Vom 1. Mai 1895. Auftrieb und Markt- preise nach Schlackotgcn'iäyt mit Aitsnabmc dsr Schweine, welche nach Lebendgewicbt gehandelt wcrden. Rinder. Auftrieb 374 Stück. (Durckpjcbnittxpreis für 100 kJ.) 1,Qua1ität _ „56, 11. Qualität - „44, 111. Qualität 80-9'.) „44, 17. Qualität 68-76 «16 - Scbweinc. Auftrieb 6287 Stück. (Durchschnittspreis für 100 kJ.) Mscklsnburger 90-92-16, Landsckoweine: 8.JU1986"“8864É, 1). gkringcrc 82_84 «14, Galizie'r _,--.-ké., leichte Ungarn _,_„ck bei 20 % Tara, Bakonyer _ «46. bsi _ 148 Tara brd Stück. _ Kälber. Auftricb 1697 Stück. D11rchschniitsprcis für 11; .) 1. Qualität 1,08-1,20 «„., 11; Qualität 0,90-1,06 „;ck, 111. Zualität 0,72“ 0,88 31 _ Scham". Auftrieb 2644 Stück. (Dixrchschnittspreis für 11chJ,) [. Qualität 0,84-0,96 „44, 11. Qualitat 0,76_0,80 516, 111. Qualität _,- „ki

_ Die Vereinigung_ von Jnhgbern fortlaufender Konten und TheilungSLager hat in ihrer am 26. April abge- haltenen 15. Generalversammlung dem Vorstgnde für das abgklaufene Rechnungsjahr Entlastung ertbxilt. _ In die standige Kommission Wurdcn die Hsrren qu Leon (Firma Bacher u. Leon), Arthur Schmidt (Firma Sckimidt u. Lorenzen) und Pb. Jßig (Firma Ad. Jßig u. Co.) gewählt. '

_ BörsG zu Düsseldorf. (Amtlicher Kursbericht vom 2. Mai, aufgestellt unter Mitwirkung der Börsenkommisfion.) Der Koblenmarkt ist unbrrändkrt. Der Eisenmarkt ist ruhig. _ (Berechnung in Mark für 1000 kg und, wo nicht anders bemerkt, ab Werk). _ Kohlen imd Koks. 1) Gas- und Flamm- kohlen: Gaskohle für Leu t asbereitung 10,00_ 11,00, Generatorkoble 10_11, Gasflammförder oJle 8,20_9,20; 2) ettkoblen: Förder- koble 7,50_8,50, melierte beste Kohle ,50-9,50, Koks- kyble 6,50_7. 3) Magere Kohlen: Förderkoble 7_8, melierte Kohle 8_10, Nußkoble Korn 11 (Anthracit) 18,00-2000; 4) Koks: Gießereikoks 13,00-14,50, Hochofenkoks 11,00, Nu koks, Jebrochn 13 75-15,50; 5) Bxiquets 8,50_11,00. _ tze: ) Rohspatß 7, 232 Spatbeijenstein 9,50-„10,50, 3 So- morrostro t". 0. 1). otterdam _, 4) Naffamscber Rotbeisenstein mit ca. 50 % Eisen 800-8,50, 5) Rasenerze franko _. _ Ro . eisen: 1) Spiegeleisen 18. 10_12'9/0 Mangan'50-51, 2) Wei - Yabliges Qualitäts - Puddelrobencn: 3.“ rbeimsch -westfälis e

arken, b. Siegerländer und 3) Stablezsen je 44,00 „ik mit Fracht ab Siegen, 4) Engxisches BeKemereisen ab Verschiffungs-

fen _,_, 5) Spannches Be emereifen Marke Mudela exit". Rotterdam _,_, 6) Deutsches do. _,_, 7) TbomaSeisen frei VerbraUYSstc-„lle 46,00, 8) Puddeleisen (Luxemburger Qualität) 36, 9),Engliches Roheisen Nr. 111 ab Ruhrort 54,00, 10 Luxem- bur er Gießereieisen Nr. 111 ab LuxemburY 45,00, 11) eutsches Gi?- ereieisen Nr. 1 63, 12') do. Nr. 11 _, 1 ) do. Nr. 111 54, 14 do. Hämatit 63, 158 Spani ches ämattt Marke Mudela ab Ru rort (1-72. _ Sta eisen: Gewö nl.Stabeisen 102-105. _ Bleche: 1) Gewöhnliche Bleche aus Flußeiscn 110-115, 2) Kesselblecbe aus Flußeisen 120-125, 3) Kesse bleche aus Schweißeisen 150_165,

*!

La Fabbltecbe 115-125,»- Drab t: 1) Eisenwalsdcabt _,_, 2) Stabl-

_Die „Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gewerbflerßeö', die unter Redaktion des Professors Dr. A. Slaby (Verlag von Leonhard Simion in Berlin) ers einen, haben in dern 117. Heft (April 1895) folgenden Inhalt: A band- 1ungen:_ Bettra zur Berechnung der Fliehkraftregler. Von 7). Conjentius, rofeffor an der Technischen Hochschule zu Berlin. qutsßßung von S. 161.) _ Berecbnung der Zugkraft und Leistun s- fahigkeit der LokomotWen. Von Leißmann, Königlicher Eisenba n- Bgumspektor' u Erfurt. (Schluß von S. 127.) _ Hierzu der SYu'ngs-Beri 1 vom 1. April 1895 mit folgendem Inhalt: Vereins- na richten. _ Ueber die Bedeutung des Tages.

Magdeburg, 2. Mai. (W.T.B.) Zuckerberich1 Kornzucker exkl., von 92 0/o _, neue10,40_10,50. Kornzucker exkl.. 88 % Rende- ment 9,75-9,80 neue 985-1000, Nachprodukte exkl. 75 % Rendern. 6,75-7,55. Ruhm. Brotraffinade 1 22,25. Brotcaffinade 11 _,_, Gem. Raffinade mit-Faß 2175-2250. Gem. Melis 1 mit Faß 21,50. Fest. Robzuck-xr 1. Produkt Transito f. a. B. Hamburg vr. Mai 9,47Z bez., 9,50 Br., pr, Juni 9.60 Ed., 9,65 Br., yr. Juli 9,75 (Hd., 9,779“ Br.. Ye. August 9,87z bez., 9,90 Br. Ruhig. '

thpzig, 2. Mai. (W. T. B.) Kammzkg - Termin-

andel. La Plaia. Grundmuster 13. pr. Mai 2,9024, pr., Juni 924 .“, vr. Juli 2,95 „44, pc. Au ust 2,95 „44. pr. September 7,97.) „je, pr. Oktober 2,973 „44, pt. 5 ovember 3,00 .“, vr. Dezember ,00 „gbr. Januar 3,02) M. vr. Februar 3,024 „44, pr. März 3,05 „44, pr. Avxtl _ 744 Umsaß: 50000 kg. _ Kammltn Sauktion. Käufer weniger zahlreich, Stimmung zuruckbaltend. __ on den angebotenen 484000 YZ wurden 266000 verkauft. Pretje durchschnittlich undsrändert gegen letzte März-

aukxion.

Bremen, 2. Mai, (W. T. B.) (Börsen-Schlußbericht.) Raffinieries Petroleum. (OffizieUe Noiierung der Bremer Yetcbleum - Börse.) Flau. Loko 8,50 Br. _ Baumwolle. ? ubig. leand middl. lokq 344 „Z. _ Schmalz. Ruhig. Wilcox 36K „z, Armour shield 36 „3, Cudabv 37 „_5, Fairbanks 30 .z. _ Speck. Ruhig. Sbort clear middling lolo 31T. _ Taback. Umsaß: 65 Packen Türkei, 534 Ballen Brasil, 397 Se- 1011211 (Carmen.

„Hamburg, 2. MY. (W. T. B.) Kaffee. (Nachmittags- bertcbt.) Good aderage Santos vr. Mai 77, px. Sepkembcr 75T, pr. Dezember_ 732, pr. März 721). Kaum behauptet. - Zuckermarkt. (SÖlUßbSklÖtz) Rüben-Nohzicher 1. Produk? Basis 88 % Nendement neue Ujance, 17731 an Bord Hamburg br Mai 9521, dr. Juni 9,671), pr. Auqnst 9,92-1, vr; Oktober 10,025 Stetig.

* thn, 3_.Ma1_. (W. T. B.) Das Handengericbt bob die Kuraxel uber die Mabrische Grsnzbabn auf, indem die Notb- wendixzkeit der Kur'atel durch_die Verstaatlichung und die Neuordnung der Fmanzberbaltmsse dex mabrisckpen Grenzbabn entialle.»

Budaye'st, 3. Mai. _(W.T. B.) _ Dem „Pester Lloyd“ zufolge soY die Emnswn ciner grxzßcn ungarischen Staats-Anleibe zu Ei1enba[)n-JnvastitioriSszL en zu erwarten sein.

_London, 2. Mai. (W.T. B.) Wollanktion. Verandkrt.

96_"/o Javnzucker 1010 115 stetig, RübLn-Robzucker loko 94 stetig. - Chllk-KUYscr 413/16. pr. 3 Monat 41T.

Liverpool, 2. Mai. (W. T. B.) Offizieüc Notierungen. American _ good ordin. ZZ , do. low "middling 3:3 , do. middltng 33, do. good middling 325/32, do. middling fair 47/32, Pernam fair 34, do. good fair 4, Ceara fair ZZ. do. good fair 4, Cngtian brown fair 67/16, do. do. good fair 62, db. do. good 7, Pen: rough good fair 5Z, do. do. good 54, do. do. fine 6x, do. moder. rough fair 43/15, do. do. good fair 49/15, do,do. good 415/15, do. smootb fair ZZ, do.do. good fair 353, M. G. Broach good 33/13, do. fine 39,16, DhoUerab 001) 3, dx). fully good 3%. do.§fin„€ 35/15, Oomra good 3, do.i11 y good ZF, do. fine 35,15. Scmde good fair 27/15, do. good 211/16, Bengal fuÜv good 21, do. fine_3§. .

Bradso/Ld, 2 Mai. (W. T. V.) Wolle underändert, dte_Lvndoner ©chtvache wrrd als vorübergebknd angesehen; Garn? tbattZer; m Stoffkn gutes Geschäft. '

' mstcrdam, 2. Mai. (W. T. B.) ordinary 524. _ Bancazinn 39.1. _

_ Rcw-York, 2. Mai. (W. T. B.) Die Börse eröffnekte in recht skster Haltung, im weitkren Verlauf trat Ncakiion ein. Der Schw]; war wieder lebhaft und im aÜgkmeinen fest. Dkk Umsatz der Aktien betrug 334000 _Stück.

Wexzeneröffneie 1ebr fest, stie'g dann infolge guter Kauflust und beserer K'qbelberickM “sowie auf Käufckdcs Auslandes nnd gute Plaßiiachfrage in St. Louts; später trat auf reichliche Realisierungen m New-York und Chicago Abschwächung ein. Sch1uß schwach. _ Mais stie nach Eröffnung infolge großer Käufe und Dcckungen smtcns _der €lpldtzsyeknlcmten, wwie auf Abnahme ddr Eingänge; dann trat auf Réalisation Abschwächung ein.. Schluß flau.

Waarenbericht. Baumone-Preis in New-York 613/15, do. in

New-Orlcank „63/15. Petroleum Stand. white in New-Yorf 8,50, do. m Philavewwa 8,45, do. robss nom., do. Pipe line (6171. 1). Juni 169_nom., Schmalz West. steam 6,95, do. Robe & Brothers 7,25, Mais pr._ Mai 53F, do. ::r. Juli 54, Dr. September 541). Rother Wintsrw-eizen 70, do. „Weizen pr. Mai 68§, do. pr. Juli 68Z, do. pr. Ssptember 6%, do. vr. Dszembsr 715, Getreidefracht nacb LWLT- pool 2, Kaffee fair Rio Nr. 7 16, do, Rio Nr. 7 rr. Mai 14 25, do. 89. pr. August 14,70. Mehl, Syxing Wheat clears 2,80. Zucker 22. Kupfer 9,90. _ Chicago, 2. Mai. (W. T. B.) Weizen anfangs stkigend infolge festkrer auslandiscber Markte und Deckungen der Waissikrs, da_nn Reaktion infolge günstigen_Wetier§, später wieder béffer auf Kaufe der Haussers und der Baissiers; die Aufbesserung ging jkdock) infolge außgedebnier Realisierunßen wieder verloren. Schluß flau. _ Mais zuerst steigend und leb,aft bewegt, dann Reaktion und Ab- schnmchung. Schluß fiau. Der Markt wurde beherrscht durch die Fluktuationen des Weizens.

Weizen vr. Mat 63T), pr. Juli 642. Mais pr. Mai 485. Speck short clear nomin. Pork pr. Mai 12,15.

Verkehrs-Auftalten.

LYemen, 3. Mai; (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd.. Dex Schnelldampfer ,Saale“ hat am 1. Mai Nachmittags dis Rene von Squtbamptvn nacb NewYork fortgsssßt. Dcr Post. dampfer „Weimar' 18 am 1.Mai Nachmittags von Baltimore nach der Weser gbgegangsn. Der Schnelldampfer „Werra ' ist am 2. Mai Vorm1ttags von Genua naa) New-York abgenmnen. Der SÖnelldampfcr „Kaiser Wilhelm 11.“ ist am 2. Mai Morgens m New-Ydrk'aZFkommen. Dsr Postdampfer „Braun- schweig' hat am 2. Mai orgens Prawle Point passiert.

London, „2. Mai. (W. T. V.) Der Cafile-Dampfer .Atben_ran tst beute auf der AuGreise in Kapstadt an ekommen. Der Castle-Damyfer „Tantallon Castle“ ist gestern an der Aus- reise in, Durban (Natal) angekommen. Der Castle-Dampfer „Donne Castle“ ist heute auf der Heimreise von Kapstadt abge- angen; Der Castle-Dampfer ,Norbam Castls" ist gestern anfdkr

tmreise bon Kapstadt abgegangen. ' Helstngfors, 3. Mai. (W. T. B.) Die Schiffahrt isi wwder eröffnet.

Preise un-

JaVa-Kaffee good

Theater und Musik.

Berliner Theater.

Man sollte meinen, dgß ein Stück wie das gestern Abend im Berliner Theater zur Auffu _rung gelangxe fünfaktige Lustspiel .Die Lgsterscboule' v_on Sheridan déi! Glanz der Jugend behalten muss, weil 86 em me veraltenkes Thema aus dc-r mcnschlichen Ge- sell]. aft behandelt, und doch hatte das Stück, das nunmehr 118 „Jahre alt 1 1 (es erschien 1777), bei seiner Neuaufführung einen Duft, wie ihn