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Die „Volsfische eitung“ bringi in ihrer Nr. 189 vom 24. o. M. o ende oti: * .
.Ober- räident von oßler wird bemqächfi em Gu ten über die Errichtung einer großen Papiernxachésabrtk erstatten, die ür West- preußen von der Regierung tn Erwagung gezogen ist. Wie es „heißt, soll die Anregung zu diesem Unternehmen vom Krie sx Ministerium außgeben, und in der in Aussicht genommenen Fa rtk sollen besonders militärische BedarfÖartikel, wie Patronen- taschen und dergl. hergestellt werden.“
An dieser Nachricht ist jedenfalls unrichtig, daß die'An- regun zur Errichtung einer derarti en_Fabrik _vom Krtegs- Mini tenum auSgeben soll; auch er chemt es m den, that- sächlichen Verhältnissen nicht begründet, _daß _die Fabnk yon vornherein gewissermaßen als ein_ militärisches Spezia]- Etablissement dargestellt wird. Gelingt es der Fabrik, fur militärischen Bedarf brauchbare_ Artikel zii annehmbaren Prei en herzustellen, so wird _allxrdmgß dle Militär:Verwaltung gemi bereit sein, das heimische“ Unternehmen durch ent-
sprechende Bestellungen nach Möglichkeit zu unterstüßen.
Der Bevollmächtigte zum Bundesrath, Fürstlich reußische (“j. J.) Staats-Minister ])r. Volkert ist hier angekommen.
Der zur Zeit ais HilfSarbeiter dem Landrath des Kreises Wohlau zugetheilie Regierungs-Affeffor Graf York _voy Wartenburg ist vom 1. Juni d. I. ab mit der_kommtffart- schen Verwaltung des LandrathSamts im Kreise Milttsch beauftragt worden.
Nach einer telegraphischen Meldung an das Ober:Kom- mando der Marine lst S. M. S. „Loreleyd“, Kommandqnt Kapitän-Lieutenant (Hübler, am 6. Mai m Beirutvh em- getroffen und wird am 10. d. M. wieder von dort in See
gehen.
Düsseldorf, 6. Mai. Der rheinische Provinzial- Landtag hat dem „W.T.B.“ zufolge gestern niit 119 gegen 21 Stimmen die Errichtung von Landwxrthschafts- kammern abgelehnt.
Bayern.
Der Prinz erdinand von Sachscn:Cobu_rg ist gestern Nachmittag m Miinchen eiygetroffen. . Heute fruk) txaf auch der bulgarische Minister-Prästdent Simlow aus Wien dort ein,
Sachsen. _
Jhrc Königlichen Hoheixn ber Prinz und" die Prin- zess in Johann G eorg hqben _nch vorgestern nach Sibyllenort begeben und werden vorausnchtlich am nächstenDonnerL-tag nach Dresden zurückkehren.
* Baden.
Ihre Königlichen Hohciicn dcr Großherzog und die Großherzogin sind gestern von Heidelberg nach Karlsruhe zurückgekehrt.
Saéhseu-Weimar-Eisenach.
Jbrc Königliche Hobrit dic Grqßherzogin ist am Sonntag Abend, Seine Königliche Hoheit _der Großherzog gcstern Abend von der Wartburg nach Weimar zurückgekehrt.
Lippe.
Seine Durchlaucht der Prinz-Regent und Ihre König- liche Hoheit die Prinzessin Victoria von Schaumburg: Lippe trafen am 4. d. M. kurz nach 111/2 Uhr Mittags mittels Extrazugcs in Detmold ein. Auf dem abgesperrten Bahnhof hatten, wie die „Lippische LandZSztg.“ berichtet, die Hof- kavaliere, sowie der Conscil-Prcisident Steneberg, der Land: gcrichts-Präsident Hunäus, der Kammer-Präftdcnt Ernst, der Oberst Graf Schlieffen und der Bürgermeister Petri Auf- stellung genommen. Nachdem das Prin liche Paar auSgesticgen war, fand die Begrüßung statt. Hieraaf ?chritten die hohen Herr: schaften unter Vorantritt dcr Hofkavaliere zum Fürsten immer, wo der Prinzessin Victoria verschiedene Damen des Hoées vor: gesteilt wurden. An der Bahnhofsftraßc spielte die ngiments- MUstk. Das Prinziicthaar nahm dann in einem offenen vierspännigen Wagen Maß und fuhr im Schritt untcr leb- haften _Hochrufen dur_ch die Paulinen: und BiSmarckstraße zam Furstlicben Schloße. Vor dem Bahnhongcbäudc standen die Offiziere der Garnison und die Beamten. Die Kriegervcreinc bildeicn Spalier bis zur Ehrenpforte der Stadt. Bei leßtxrex hatten der Magistrat und die Stadtver- ordneten, die GLLstllckjkcit, dcr Schüßenvorstand, die Bürger- scbgft, der Vorstand der höheren Mädchenschule und der der Vurgerschule Pläße angewiesen erhalten. Schüler und Schulerinnen der verschiedenen Schulen und die Seminaristen bxldcltxn von dikscr Ebrenpfortc bis zu der der Rentkammer “Opa ier.
Oesterreich-ngaru.
Der Kaiser hat unter dem gestrigen Datum an den (Graefcn K*.ilnokt) ein Allerhöchstcs Handschreiben gerichtet, worm er unter dem Ausdruck des vollsten Vertrauens die ?Unhnabmc der von dcmselbcn eingereichten Demission al):
e nt.
Gestern Mittag empfing der Kaiser den Minister 313r8r8 Baron Josika, welchcr Allerhöchstdenselben heute nach Pola begleitet, in Audienz.
_ Die upgarischen Fachreferenten trafen gestern Nachmittag m WWU em behufs Foriseßung der Verhandlungen über die Zollbchgndlqu der italienischen Weine.
_ Das osterretchische Abgeordnetenhaus seßte gestern du: Vcrathung dcr Rentensteuer fort. Der Fi'nanz-Minister ])1'. von Plcner erklärte, daß die Prioritäten der Südbahn und Staa_tsbahn zu dcr, Rentcnsteuer , nicht erangezogen werden konnten, weil ste angesichts der 1 proz. Ein: kommensteuerleistung allzu schr belastet seien; da egen werde er, bei dkr Erneuerung des Privile iums Fer Oester- reichisch:11ngari1chen Bank darauf Be acht nehmen, daß die Hypothekcnöriefe der Ocsterreichisch-Ungarischen Bank der Rentcnbeftcuerung unterworfen würden, was derzeit im in- bläck auf die Bestimmungen des Bankstatuts und der Ilb- machungen mit Ungarn nicht möglia; sei. Die Regierun er- kxärte sick) weiter bereit, auf adminislrativem Wege den Zins- fuß der Postsparkaffen herabzusetzen. Am Schluß der Sißung inter-
peilierte der Abg. Prinz Alo s Liechtenstein den Minister- Präfidenten Fürsten Windif gräß, ob die in Budapest ver- lesene Note des Grafen Kälnoky an den'Baron Banffy authentisch sei, ob sie mit Wissen und Willen_ des Grafen Kälnokt) veröffentlicht sei, und „wenn Ja, was die Regierung zu thun gedenke, um den eklatanten Verstoß ?eßen die elementarsten Gepflogenheiten des diplomat1schen Ver e
umachen. Der Abg. Ruß wünschte die Verlesung dex Unter- szchriften. Dieselben belaufen fich auf 19, hauptsächlich von
dem engeren Parteiverbande des Interpellanten arigehörenden'
Abgeordneten. . ,
Die gestrige Sißung des_ ungarischen Uniterhauies begann um 113/4 Uhr. Die Coulotrs und die Galerien waren überfüllt. Bei dem Betreten des Saals muxde dexr Minister:Präfident Baron Yaanßy von dxr Oppofitton mit ironischen El'enrufen begrßßt. qch Erledigxxng der Tages: ordnung erklarte der Mmster-Prästdent auf die Jnterpellaiton des Grafen.Apponyi, er könne im gegenwärtigen Stadium der Angelegenheit nur im allgemeinen antworxen. Der Mnister-Präsident legte sodann den Notenwechfel zw1schen ihm und dem Grafen Kälnoky vor, wozu_ er yon kompetenteySeUe ermächtigt worden sexi, und verlas die beiden Noten. Die von dem Minister : Präßdcnten Baron Banfft) „an der_i Grgfen Kälnokt) gerichtete Note, ersucht leßtercn, seine An_11cht uber das Verhalten des Nuntius darzulegen“. Dex Munster des Auswärtigen (Graf Kälnokt) antwoxtcte,_ Wie „W. T. V.“ mittheilt, mit folgender, vom 25. April datierten Note:
.Dkn Brief, mit welchem Cure Excellenz meine Ansichten _zu kennen wünsében über eine eventuell zu ertbeilende Antwort auf__€me die Reise des apostolischen Nuntius Agliardi in Ungarn bexrenende Interpellation, babe ich zu erhalten die bee acbabt,_ zugleich aber Freiherrn von Jofifa auf die Schwierigkeit bingewresep, sich ein Urtbeil übst das Maß dkr Einmischung des _Nuntius Agliardi in die innerc-n Angelkgenbeitcn Ungarns zu bilden, wlange man blo'auf Zeitungßnacbricbten beschränkt ist. Ich erbqt niir dab_e_r durcb Frei errn von Jofika, der eben nach Budapest abgereist ist, gesalligen usscbluß über diese Punkte und auch die längeren Utzterredungen, welcbe (Eure ExcelLenz und der Köttig1iche Unterrichts-Mmistx; mit Agliardi in Budapest gepflogen haben, und in wel en obne ZweUel die Bedenken der König1ichen Regierung gegen das uftreten Aaliardi's in Ungarn präzisx'r formuliert wordkn find. Das soeben erhaltene Telegramm enthält aber keine dieser Von mir erbetenen Jnfbrmationen, die mich in die Lage berfeßt hätten, die Situation auf Grund berläßlicber Daten zu beurtbeilen; dock) wiederbolen_ Eure Exceilenz darin den Wunsch, tbunlichft meine Ansicht über die eventuelle Beantwortung einer noch ni-bt vorliegenden Interpellation über die in Betracht kommenden G2ficht§punkte zu erhalten. In einer so heiklen An- elegenbeit wie die vorliegende muß die Bxantwortung einer Ynterpellation fich nach der Fr)“- esteUung richten. Ich bin also nicht in der Lage, mich auf dickie Aiztwvrt näher einzulassen, bevor die Frage nicht formuliert zu sein scheint. Was nun die beidsn nocb maßgebkndkn, bereits genannten Gesichtspunkte betrifft, die Eure Excellenz dahin formulikrt haben, daß die Rückfichtün, diebier gegen- über dlm Hkikigen Stuhls zu beobachten seien, ebenso m Betracht kommcn svllcn, wie die 111651811211 Verhältnisse und die Wahrung des Rechts. daß wir kkinkk Macht di? Einmischung in innere Angelegen- beiten zugestkbcn, also auch dem Heiligen _Stublc nicht, so halte ich die Aufstellung diejer bciden (Heßchtspunkts für ganz richiiH. Zum ersten dieser Gefikbtspnnkte kan_n ich nur hervorhebkn, daß nebt dieser Rück- sicht für dem areiscn Papst es auch nicbt im Jntsrcffe Ungarns sein kann, die Beziebmjgen zum Heiligen Stable, mit dem es gelungen War, trc der langwicrigen kirchenpolitiscbkn Axtion Freundjcbast zu erhalten, ('Mtliä) zu störxn. Wenn es auch bonnungslos i1t, pom Heiligen Stuhl ein Aus.:cben seines diploma'tiychen Standpunkts über die LÖSbarkeit der Ebc zu erhoffen, so ist es doch nich glsicbgültig, ob bei Durchführung der in Rede ftebendsn GMB? der Vatikan eine schroffereoder toleranten? Haltung annebms. Da ich Vom emcinsamen Standpunkt auch über die Beziehungen des ("ck erreichiscben Theils der Monarchie zum Heiligen Stable zu ivachen babe, fo balls ich es für mein? Pflicht, diese “_Seite; der Frage ganz besonders zu betoncn. Ob ÖM abostolijchen Nuntius einfach die Stéllang de's Vertreters eincx “src'mden Macht zu- stcbt und all:“s, was Darübkr gebt, inkorrkkt 111, diks wird zwar nach moderner Auffaffung tbeoretisä) behauptet - ,so namentlich in rank- reicb, wo di? Geieygebung die Bézisbungen des__Episkopais zum abste und deffcn Verireter geregelt bat -, iäßt 11ch aber in der taxis selbst in Frankreich nicht wohl durchfübren, weil den apostolischen Nuntiep als Vsrtrstsrn nicht _einer weltlichsn Macht, sondern der katbolixch€n Kirche im katbo1i1ch€n Staat immc'r cine bon ber dér anderen Bciscbaitkr wesentlich verschieden? Stsllung eingeräumt wird. Das 11? t in der anerkannten Suprsmatie des Papstes über bis kat,olische Kirche und über 'aUe Ka1boliken, aÜerdings nur in Glanbensfragsn. Abcr nichts dürft: schwieriger sein, als die Grenze zu „ziehen, bis wohin der Fatholiscben Kirckoe das Recht der Vkrtbeidigung zusteht, und wo dieies aufhört. Eim'n augenkckweinliclyen Beweis für die außergewöbnlicbe Stellung, bis ein Nuntiäs in _eincm katbvlisckdkn Staate genießt, können wir in der so- lennkn Art !eben, wie Monsignore Agliardi in Ungarn nicht nur vom Cpiskopatr, sonkern auch von anderen SchiYc-n der Bevölkerung em- pfangen Wibkdk. Würde je einkm fremden otscbafter Akbnlicbes be- gegnen? Waö_cnrlich Die Einmischung in innere Angelegenheiten, die nicht Glaubenéxacben betreffen, anlangt, fo sieben gewiß so genaue Informationen zur Verfügung, daß Eure Excellcnz besser in dsr Lage sind, biérüber ein Urxbe'il _z_u bilden als ich, da ich aucb bktre'ffs dEr spezicUcn Vsrbälinins in Ungarn kéinen AnsVkuch auf W[le Sachkenntnis; erheben könnt?, Doch scheint mir eine: tadelnéwertbe Taktlcfigke-it seitens dss Nuntius dadurch begangen worden zu sein, daß er fich nicbt begnügtk, nur_ Bssucbc bei den Kirchenfürstkn xu mgchkn, bis ihn eingeladen batxen, [ondern im Ge en- saß zu seinen Vorgangern, die bei wlch€n Anlänsn nie öfféntlich er- vortraten, Ansbrache_n hielt, die, wie Es schon der Standpunkt des Heiligen Stables iR. nicht anders als obvofitibneu gkgen dic R?- gierungsvolitif auéZsaÜLn konntkn. Viallkicbt tragt hieran aucb dkr demonstrative Embfang Schuld, welcher dem apostolisä'cn Nuntius von sciten dcs ungariichen_ Klerus und dcr katholischen Partei zu tbeil wurdc. Jedenfalls hätte er cntweder die Rkisc ,qls inopportun verschieben oder fich Versichern sollen, das; peine Anwcsenbeit keine politischen Unanncbmlicbkeiten um!; sich zieberx und nicht zu Parteizwecken werde ausgabeutet werden. Auch bin ich, sans. die Königlich _x:ngarische Regierung dies für angkzeigt erachtet, bereit, kurch die Kaiserlich Königliche Botschaft bei de'm Heiligkn Stable gegen dieses in der gegenwärtigen Sijuation ent- schieden taktlose Auftreten und Eingreifen des Nuntius, wklcbc's die Agitation in Ungarn noch mehr anzufachcxn geeignet ist, Einspruch und Klage zu erbebcn und auch_den Standpunkt zu vertreten, welcher jedes Einmischen des apostoiixckycn Nuntius in *die kirchenvolitiscbcn Verhältnisse und Kämpfe ausschließt. (gez.) Kälnoiy. Wien, den 25. Avril 1895.“
Diese No'tcn bewiesen, fuhr der Minister-Präfident fort, daß wischen ihm und dem Grafen Käxnofy bezüglich der Tha11achen volle Uebereinstimmung geherrjcbt habe. Was die Frage angebe“ ob eine Tntcrventton bei der Kurie bereits erfolgt set, _10 habe ie Regierung, welche auf die vom 25. Apxxl datierte Note des Grafen Kiilnokr) bereifs am 27. Ner geantwortet batte, am 1. d. M, der An: ficht fem muffetz, daß die am 25. April in Aussicht gc- stc11_tc_ Znterveqiton bereits_ erfolgt _sei. Der Minister- Prastdenx exthcilte dem Hauje die Versicherun , daß er stets die koysxituttoneuen Rechte des ungarischen Mini ter-Präfidenten verthetdtgen und das Prestige dieser SteUung- wahren werde.
"punkt aufre t,
rs gut: _
hakte “ihren am 1. Mai eingenommenen Stand-
daß niemandem, alFo auch nicht dem Heiligen Stuhle, eine Einmischung in dte inneren Angele en: heiten des ungarischen Staates gestattet set. (_Lebhaftxr ei- fall rechts.) Der Jntcrpellant Graf Apponykt vxrmtßte in der Antwort des Minister-Prästdenten den , thme1s_ darauf, daß die beleidigte Würde des ungarischen mester-Prafiventen Genugthuung erhalten habe. Baron Vanffy hätte dem Nun:
Dic Regierun
-t_ius von der Reise jest abrathen müssen, auch sei esinopportun
gewesen, daß der Minister-Präfident von dem KonÜikt mit der Kurie öffentlich Mittheilung gemacht habe. Dre ntwort dcs Mnister-Präsidenien wurde darauf zur Kenntnis; genommen, und war damit der Zwischenfall erledigt.
Sämmtliche Wiener Blätter melden übereinstimmend, die Verlesung der Note des Grafen K;“xlnokt) im ungarischen Abgeordnetenhaus bilde einen Punkt der zwischen dem Grafen Kälnokt) und dem Baron Banffy erzielten Verständi- gung iiber eine Anbahnung der vom Kaiser Fewünschten gütlichen Applanierung,sindem beide Theis von der Veröffentlichung dieser Note die Rechtfertigung ihres Ver- fahrens erwarteten.
Großbriianuieu und Irland.
Jm Unterhaus e erklärte gestern der Parlaments-Unter: Sekretär des Kolonialamts Buxton, einem Telegramm vom 29.v.M. zufolge seien war in deerolonie von Hongkong drei sporadiscbs Fälle von PLZ vorgekommen, nach einem Telegramm vom 4. Mai aber weitere Fälle nicht zu verzeichnen gewesen. Der Parlaments-Sekrctär des Auswäriigen Amts Sir E. G re:) erklärte, die südamerikanischen Republiken hätten fich zur Zeit noch nicht bereit erklärt, die Gxundsäße der Dresdner Sanitäts- konocntion anzunehmen. Die ]c t in Rio de Janeiro tagendc Konferenz beratbe über die “ ra e der Einrichtung von QuarantänxVorkehrgngen in Braßlien. Dem Vemehmrn nach habe die brafilianische RegierunJ versprochen, außer anderen Reformen in 0211 Verordnungen, rei neue Quarantäne- ftationen einzurichten.
Rußland.
'In St. Petersburg fand gestern, wie „W. T. B.“ berichtet, sert langen Jahren wieder die erste Txuppenschau auf dem Marsfelde statt. Um 11 Uhr erschien der K ais er in der Uniform eines Obersten dcs Vreobraschenski:Regimcnts Zi: Pferde auf dem Paradefeld, von den Truppen durch Abspielen der eational- hymne, vom Volk mit bcqeifterten Hurrahrufen begrüßt. Dem Kaiser folgten im vieéspännigen Wagen die Kaiserin Alexandra Feodorowna mit den Großfürstinnen Marie Pawlowna und Xenia, sodann zahlreiche Großfürsten und, ein glänzendss Gefolge, darunter die fremdländischen Mil_1tär:Astach-§s. Nachdem der Kaiser die Frgnt der prä: sentierenden Truppen abgeritten hatte, denlierten die Fußtruppkn in Bataillons : Kolonne, die Artillsrie in Vattxriefroni, dic Kavallerie in Eskadronsftont im Schritt, Trab uni) Galopv. Nach der Parade sprach der Kaiser dein Großfürsten Wladimir und den übrigen Kom- mandanten seine Anerkennung Über den vorzüglichen Verlauf dersexben aus. Unter den Klängen der Nationalhymne und brau1end€n Yurrahrufen verließen der Kaiser und die Kaiserin sodann das ) aradefeld. Morgen findet die Parade über den übrigen Theil der Truppen des Militärbezirks statt.
Italien. _ Bei danahlen zum Provinzialratb von Brescia m_egtc dic zwiychen den Klerikcxlcn und Gemäßi ten vereinbarte Ltsjc. Zanardelli, der fruhere Präsident Ls Provinzial- ratbs, mUrde nicht wiedergewählt.
Spanien.
Jm Senat richtctc Gullon einc Anfrags an dir I)ie- gierung in Betreff der im Auslande v-erbreitcten Nachricbk über den Anschluß Spaniens an die Schritte Deutsch- lanvs, Frankreichs und Rußlands in der Frage des Friedensvertrach von Simonoseki. “Der Minister des Auswärtigen erwiderte, es sei nicht opportun und nicbt patriotisch, öffentliche Mittheilungen über die Vsrhand; lungen der spanischen Regierung mit den befreundeten Mächtcn zu machen. Der Moment werde kommen, in welchcm das Parlament über die Haltung der chierung, die sich ihrer *kTZerantworiliMoit nicht entzishen werde, wcrde urthcilcr: onncn.
Dic Deputirtcnkammer beschloß gestern einstimmig, dcm Gouverneur der Philippinen Blanco sine ganz be: sondere Belohnung und der Armee einen Beweis der Zu- iricdenhsit fiir den Sieg von Mindanao zu theil werden zu (affen.
Türkei.
„Zach Eincr Meldung des „W. T. B.“ aus Cetinjc hat der Gouverneur von Scutari- die Häupter dcr albanesischen Stämme zu einer usammenkunft in Scutari cingeladen; die cinfiußreichften “ ührer lehnten es jedoch ab, der Einladung Folge zu leisten. Die Situation gelte für gespannt.
Serbien.
Der König Alexander ist am Sonntag Abcnb in Begleitung des Ministers des Auswärtigen und des Kricgs- Minisjers wieder in Belgrad eingetroffen. _
Die Skupschtina nahm gestern etnstimnng das Gcsxö, belreffend die éZZhrliche Npanage für König Milan 1m Betrage von 3 000 Fr. an, ferner das Geseß, nach welchem die Eltern des Königs, sowie die Verw_andten _!)le direkten Linie unter den gleichen Schuß wre der Konig gestellt werden. _
Vetrcffs des ablehnenden Beschlusses des Ausschusics dcr Skupschtina über die durch den früheren Finanz.- Minister Pctrowic negoziiertc Anleihe verlautet dem „W. T. B.“ zufolße aus guter Quelle, der Beschluß habe 11- gleich eine persöniche Spitze gegen Petrowic gehabt, be, en Demission habe herbeigeführt werden sonen; aber die Anleihentpu- lationen seien auch sachlich bcanstanoet worden. Bald nach der Ernennung des neuen Finanz-Ministers soklten Vex- banolungen wegen Abschlusses einer modifizierten Anleihe m1t der bisherigen oder einer neuen Bankgruppe beginnen.
*wölf Nachwahlen znr Skupschtina smd auf den 27. kai a. „St. aUSgcschricben.
Bulgarien.
Das Regierungsblan „Mir“ verfichert, daß zwischen Oesterreich-UngarnundBulgarien ein Einverncbxpckk in der Accisenfrage sowie betreffs des auf Grund Mes 14proz. Werthzolls abzuschließenden Handelßvertrags
“' ielt_1ei. Der Minister-Präsidenl Stoilow sei durch
jnisterialbeschluß berettch ermächtigt worden, das betreffende Protokoll zu tinterzeichven. Es erübrige dann noch die Ratifikatron seitens dcr Regierungen Oesterreich-Ungarns. Demsclben Blatt zufolge verbleibe das Accisenézeseß unächst in Kraft; Bulgartep se1 berechtigt, Einfuhrartike , wel e mit heimischen Erzeugnissen konkurrterten, einem erhöhten Zoll zu unterwerfen. ,
In der lc ten Stßung der Stadtvertretung von Sofia bewog atschew, der bisher als eifriger Konserva: tiver galt,. die Rados'lavowische Minorität der Stadt- oertretun 'm Awafenheit der meisten Mitglieder der Ma- jorität, ei der Stimmenabgabe für die Wahl des Bürger- meisters theilß leerq Sjtmmzeltel abzugeben, theils für ihn zu stimmen. Die Regtsrung weigert sich, die mit 7 Stimmen - dic Gesammtzahl der Mitglieder der Stadtvertretung ist16- erfolgte Wahl ZU:;tscbew's zu bestätigen, und dürfte erforder- lichen Falls zur uflösung der Stadtvertretung schreiten.
Schweden und Nortoegeu.
In der 2Testrigen Sißun des Storihing wurde der Llerag des bg. En elhar t, wonach die im StaatSrat gefuhrten Protokolle ü er das lcßtein ereichte DemissionSgesu
dcr chierung dem Storihing vorgc egi werden sollen, mit allen gegen eine Stimme angenommen.
Amerika.
Der „Neszork Herald“ veröffentlicht ein Telegramm aus Guayaqunrl, wonach die hauptsächlichsten dortigen Zei- nxngcn unterdruckt. und die Redakteure und Verleger aUSJx miesen zvoxden seien. Mehrere Regimemer hätten fich den Revoluxtonaren angeschlossen. Der Kriegs-Mmifter, General Sayastt solle getödtet worden sein. Die Revolution greife weiter um sich.
Asien.
Die Flotten der fremden Mächte sind, wie das ,.Rcuter'sche Bureau“ _qus Chefoo von estcrn meldet, dort o_ersammeit. Da_s rusnsche Geschwader be?teht aus 8 Schiffen ems. (ießlich dreter Torpedoboote. Es werden noch me r kussi che _Schiffc erwartet, ebenso noch ein englisches, em amerikanisches, ein französisches und zwei deutsche Schiffe.
Graf Ito Miyoji ist in Fort Arthur angekommen und [ofort nach Chefoo weitergerei 1. Die Gesandten Wuting- sang und Ltenfung reiften vorgestern Nacht von Taku ebendahin „ab.
Das ]apanischc Kabinet in Kioto hält häufig Sißun en ab, denen alle Minister beiwohnen. Wie dem „Reuter'scFen Bureau“ ans Yokohama gemeldet wird, sind die Geheimen Räthe und obersten Beamten für heute zu einer Versammlung nach dem Hauptquartier in Kioto. berufen worden.
Afrika.
Der egyptische Minister-Präfident Nubar Pascha, der üch gestern nach Triest einschiffen wollte, um eine Kur in Karlsbad zu gebrauchen, hat nach einer Meldung des „Reuter'schen Bureaus“ seine Abreise verschoben.
Parlamentarische Nachrichten.
Der lußbericht über die _geftrige Sißung des Reichstags efindet s1ch in der Ersten Beilage.
- In der heuti en (86) Si ung des Reichstags, welcher der R2ichskanz er Fürst zu ohenlohe, die Staats- sekretäre, Staats : Minister Dr. von Boetticher und Freiherr von MarsäZall, der [Staatssekretär N„ieberding und die Staats-Miniter von Koller und Schonstedt bei- wobnten, wurde zunächst ohne Debatte in dr1_tter Berathung der Entwurf cines Geseßes, betreffend die Feststellung eines Nachtrags zumReichShaqualtH-Etat für dasEtgts: jahr 1895/96 (betreffs Eröffnung des Nord-Oft1ee: Kanals), angenommen. _
Bei dem folgenden Punkte der TageSordnung: , Abstim- mung über den Antra der Wahlprüfun «Kommission, die Wahl des Abg. Dr. öttcher-Waldeckßnl.) für ungültig zu erklären, nahm
der Abg.1)r. bon Marquardsen (ul.) das Wort zur Ge- schäft5ordnuna, um das Haus um die Wiederaufnahme der Diskussion über diesen Gegenstand zu bitten. Er babe die Absicht gehabt, das Yol? zu ergreifcn; es sei aber infolge eines MißNrstandniffes unter-
ie en. _ Der Abg. Dr. Ennkccerus (ni.) stellte den formellenKlntra-g aui Wiedereröffnung der Diskussion.
Dem Antrags wurde seitens der Abgg. Brandenburg (Zent_r.), Or. Bachem (Zenta), Liebe'rmann von Sonnenberg (kchfy) widersprochen, wäbrend der Abg. Dr. Barth (fr. Pg.) aus Bilitg- keitsgründen der Wiedereröffnung der Diskussion zustimmen wollte.
Dkk Präsident Freiherr von Buol erklärte den Antrag des Abg. Dr. Ennkccerus für erledigt, weil Widxrspruxh gegen die Wiedereröffnung der Diskussion erhoben worden jet. _
Der Abg. Gamp (Rp.) verlangte Abstimmung daruber. _
Die Abgg. Richter (fr. Volkép.), Singer (Soz.), ])1'. Lieber (Zentr.), Dr. von Bennigsen (nl,) und Freiherr von Manteuffel (dkons.) schlossen sich indes; der Auffassung des Prafidexiten aii, worauf das us in namentliche Abstitximung _ uber die Gültiakeit der ahl des Abg. Dr. Böttcher unmittelbax eintrat. _
Die Wahl wurde mit 214 gegen 93 Stimmen fur
u ngültig erklärt. ' (Schluß des Blattes.)
Entscheidungen des Reichsgerichts.
„ Die Fälschung der von der VerwaltunY des Tota- ltigxors ausgegebenen Tickets, welche die hatsach_e_ .be- sßkaUJen, daß der Nebmer eine bestimmte Geldsumme als Spiel- eMsav an die Verwaltung des Totalisators eingezahlt babe, und bas Gkbkayckomacben von den alfifikaten zum Zweck der Tauschung ist, nacb einem Urtbeil des Rei 9 ericbts, 111. Strafsenats, vom 10. De- zember 1894, als UrkundenJälscbung zu bestrafen. .. . . Wenn
auch das Partikularrecbt derartige Wettgescbäfte nicht ausdrücklich für “
“„klant UNd rechtsaültig erklärt haben sollte, wenn also für die rxcbt- “ck? BÉUÜÖLUUU dieser Weitgeschäfte die Vorschriften de_s gemeinen dekscben Rechts ( ie inkriminierte That ist in Hannover verubtworden) maßgebend erscheinen müßten und demgemäß die fra lichen Wxtten “l? nichx erlaubte oder sokzar verboiene Spielvcrträge au zufqffen waxen, wyrde dle Rechtserbeblich eit der Tickets anzuerkennen sein. Diese Tickets beurkunden, dem übereinstimmenden WiUen ihres Ausstellers " der Verwaltung des Totalisators - und des Nebmers ?emäß, dk? Thatsache, daß der Nebmer eine bestimmte Geldsumme as Spi x- kmsaö an:»die' Verwaltung des „Totalisators eingezahlt hat. Die
exfolgte Einzahlung dieser Geldsumme, und zwar als eines Spiel- etnsa es, bleibt aber unter allen Umständen, also selbst wenn der- arti e' viele nicht erlaubt odex soggr verboten wären, eine UZI- exbe liche Tbatsackpe, da","ie geeignex tft - unter Umständen in * er- bindung mit anderm Tha acben -, dre Cntftebung oder Auftechterbaltung eines dem, RechtIgebiete angehörenden Verbältniffes zu begründen und darzule en. Denn mag man nun davon au eben, daß der, welcher den Spieleinsatz gemacht bat, ein unbedingtes Ruckforderungsrecbt e en die Verivalxung des Totalisators habe, oder da ihm ein solches Kon i ions- recbt mindestens “für den all zuzugefte en sei, daß es aus irgend einem Grupde zu der Aus "hrung des einzelnen in Fra e stehenden Re_nnens nicht gekommen sei, oder mag man annehmen, daß ein solches Ruckforderunaörecbt des Etnsetzendext unter keinen Umständen bestehe, un_d daß die Verivaltung des Totalisators den Spieleinsaß auf alle Falle behalten dürfe, oder möchtc_ endlich durch besondere Vorschrift des Parhkztlarrecbts der Spieleinia dem Fiskus oder irgend einem Lememnuy'tgen od_er mildtbätigen In titut für verfaÜen erklärt fein - n allen dreien Falle!) erscheint die Thatsache, daß eine gewisse Geld- summx als Spteletnsaß gezahlt worden ist, sei es nun für die rechtliche Entwindung des in dxm Besitz dieser Geldsumme enthaltenen Vermögensbestandtberls oder für das unanfechtbar: Behalten dieses Vermögensobjekts, yon wesentlicher und zwar rechtlicher Bedeutung, mid demzufoxge muß auch den diese: rechtserbebliche Thatsache ver- bnefenden TicketL die Eigenschaft recht§erbeblicher Privat- ?3r5k51Zr/19d4e51 tm Sinne des „S 267 Str.-G.-B. zugesprochen werden.“
Entscheidungen des Ober-Verjvaltuugsgerichts.
Nach der Bekanntmachung des Bundeßratbs vom 16. Juli 1888 zu § 16 der ReiÖS-Gewerbeordnung ist für Ansialien zum Etnsalzen ungegerbtxr Tbierfelle die Genehmigung der nach ben Landxsgejeyen zuitäadigen Behörde erforderlich. In Bezug auf diese Bestimmung hat das Ober-VerwaltungSgkricbt, 111. Senat, d_urch Urtbetx vom 5. November 1894 angesvrocben, daß nicht ledig- lich das „Einjalzkn, sondern auch die Aufbewahrung der Felle bis zu ihrer Zurichtung für den Verkauf an die vorgänéige Genebmuzung ebunden ist. „Das gcwerbßmäßigc Emsa zen ungegerbter T isrfelle ift auSweislich der Begründung zu der Verordnung VOM 16. Juli 1888 an die vorgangige Genehmiguyg um deswillen gebunden, weil bei derartigem Betrieb dre auf der Außenseite mit Salz bestreuten und übereinander gelegten Felle einer mebrtägiaen Pökelung unterworfen und demnä st einzeln zusammengerollt meist längere Zeit aufbewahrt würdkn, wo ei der Nachbarschaft zur erheblichen Belästigung gereichende Gerüche und Ausdünstungen sich entwickelFen und in den Abgängen an austretendem Blutwaffer, Salzlauge und sonstigen üssigen Zer- seßun sprodukten ein günstiger Nährboden für Jnfektionß eime gegeben Lei. anach ist offenbar nicht ledinick) die Thatsache dcs Einsalzens, ondern auch der zufolge der Einsa zung bedingte weitere Betrisb und die Aufbewahrung der Felle bis zu ihrer Zurichtung für dkn Verkauf an die Vorgängige Genebmi ung gebunden, um prüfen zu können, ob die hierfür vorgesehenen An falten nach ihrer Lage und Beschaffenheit zugelassen werden durften . . .' (111 1205.)
- Enthält eine Wegepolizeiliche Verfügung zwei sekbständige und bon einander unabhängige Anordnungen und wird der Einspruch gegen die Verfügung derartig bexchränkt, daß er nur 'auf eine dieser Anordnungcn bkzogen werden kann, so kann, nach einem Urtbeil ch Ober-Verwaltgngsgericbts, 17. Senats, vom 1. De- zember 1894, im Verwaltungßiireitversabren dic Klage nicht hinterher aich) auf die zweite Anordnung aus edebnt werdkn. .Der Kia er erlakt in der EinspruchssÖrift au-Idrü lich, daß er der polizeilichen "ordnung bezüglick) bes Zauns durcb Beseitigung_desselben nachkommen werde, da er sich aber weigere, den Steinhausen, wie ibm aufgxgcben, we'g- zu (hoffen, und er xchließt mit dem Anfrage, die Verfügung „betr. das Lagern der Steine aufzuheben“. Er beschränkßalso seinen Ein- spruch ersichtlich aus denjxnigcn Theil dEr xvegepolizetlicbc-n Anordnung, Welcher sich auf die W€g1chaffung des Sternhaufens bezieht. Nun ift es zwar richtig, Faß die zur Begründung Llnks Ein1pruchs aus- Lestellken tbatsachlichen Bibauptu'ngen keineSwegs die Grenzen
ilden, innerhalb deren sich die Begründung der 11ach1olgendcn Klage zu halten hätte; der Gerichtshof bat vielmehr bereits früher anerkannt, daß das (Heier; nach dieser Richtung hin dem Klager k_eine Schranken gezogen bat. Aber daraus wlgt nicht, daß es ,zixlassia wäre, eine Wegcpolizsilicbe Anordnung, gcgen welche 'der Etnjprizch nicbt gerichtet worden ist, im Wege dex Klage anzuxzreticn. Entbalt daber eine Vsrfügung der Wegepolizer zxvet selbfigndtge und bqn einander unabhängige Anordnungen, un“? ifi der „Einspruch derartig beschränki worden, daß er nur aus eine „diem Anordnungen bezogen werden konn , so kann nicht bmterber die Klgge cm auf die zweite Anordnung außgedebnt werden. War aber hier- na die Klage, soweit ÜL". sich gegen die Anorbnung des_Beklagte'n richt€t, den Zaun zu bcjeitigen, von vornherein unbe rundet, weil
gegen diese Anordmmg der Kläger keinen Einspruch erbo en batte, so.
entfällt für ibn auch die rechtliche Möglichkeit, die Vorentscheidung deshalb anzugreifen, weil ihm die Beseitigung des Zauns tn be- stimmter Breite - nämlich in der Breite von 2 111 - auf egeben worden sei und die Vorinstanzxn einc hierauf bezügliche Festteliung unterlassen hätten.“ (11'. 1489. )
Kunst und Wissenschaft.
Der am 11. Dezember t). J. in Bern vexstorbenc Grüxider und Erste Direktor des pharmazeutischen JnstthtH der Kaiser- Wilbelms-Univerfitäi in Straßbixrg, Proxeffor Dr. F [ uckx (; er, bat'durch leytwillige Verfügung bezüglich yetner bmterlaffenen Buchex bestimmt, das; die Kaiserliche Universitäts- nnd'Landesbtbliotbek in Straßburg alle wiffenscbaftlicben Druckschriften crbaltxn sol], deren Basis ibr wünf nswerth erscheine. Namentlich sollen ihr auch _die gesammelten Au säxe und Abhandlungen des Verstorbenen (unaefabr 300 Nummern in Bänden) über chen „werden. Durch diese Schen- kung bat die Bibliothek eine sc r wiukommene Bereicherung er- halten, welche das Andenken an den hkrvorragenden Gelehrten dauernd erhalten wird.
Bauten.
In dem Wettbewerb um ein Hallen-Scbwimmbad in Breslau find 44 Arbeiten eingegÖngen. Der erste reis von 2000 „44 wurde, wie das .Zentr.- 1. d. Bguv.“ beri te't, dem Regierungs-Baumeister Werdelmann nx Leipzig, der zweite von 1000 «ik dem Architekten Münzenber er in Gro Lichterfelde und die beiden dritten von je 500 „44 den rch1tekteri embgrdt u. Süssen- gutb in Berlin und dem Architekten Hagberg in Berlin zuertbeilt.
Handel und Gesunde.
Am 1. Juni d. I. wird in Gcestemünde eine von der Reiäxsbankhauptftelle in Bremen abhängige Reichsbank- nebenstellc mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giro: verkehr eröffnet werden.
Nach Inhalt einer Verordriung des ftellvertretendcn Gouverneurs von Süd-Australzen, vom 1. März d. I., ist die Einfuhr von Fruchtbaumen nach der gedachten Kolonie nur durch Vermittelung des Direktors des Botanischen Gartens in Adelaide gestattet.
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Die _Firma Chaxles Seis (Hol eschäft) in Marseille, welche eme „Zwetgmederlafsung in erlin" befißt, 5:5 die Zahlungen eingestellt. Aeußexem Vernehmen nach agen dte Passiva ca. 164000 Fr., die Aktiva ca. 110000 Fr.
Tägliche Wagengestellung für Ko len und Koks an der Rubr und in Obers lesien. An der Ruhr sind am 6. d. M. gesicht 10 595, nich: recbr- W-JYMÖUZ ckWe- [Y??gmfi d d W er e en 11 am 4. .' . kiteixt 3046, i t !- zeitig gestellt keine Wagen. _ g n ck rech
Berlin, 4. Mai. Wochenbcrich! für Stärke, Stärke- fabrzkate und Hülxenfrüchte bon Max Saberskv. la. Kartoffelmebl 17F-17F M, 13. Kartoffelstärke 171-17k .“, 113; _Kartoffßlmebl 13-16 „44, feuchte Kartoffelstärke Fracht- pantat Berlin 9,40 96, kFran'kfurter Syru - Fabriken zahlen nacb Werkmetster's Berrcbt sr. abrik 9,00 .“, ae ber Syruv 20-202k .“, Kav.-Svrup 214-22 „sé, Kav.-Exvort 22-22z «.“-. Kartoffelzucker elber 20-20Z „ji, do. Kap. 22-22z „ji, Num-Kuleur 33-34 sii,
rer-Kuleur 32-34 „44, Dextrin, gelb und weiß,_1a. 23-24 „ji, do., fekiznda 20-22 .“, Weizenstärke (kleinsk) 25-26 .“, Wetzenstarke (großst) 35-36 .“, Neisstärke (Strahlen) 49- 50 „ii, do. (Stücken) 47-48 .“, Maisstärke 31-32 „54, Schabestärkc 32-33 „16, Hallesche und Schlesiscbk 35-37 „46, Viktbria-Erbsen 15-19 .“, Ko bien 14-19 „» grüne Erbien 14-19 .“, Futtererbsen 12 -134 .“, inländische !:)er Vobnkn 22-24 „ji, weiße Flachbobnen 23-25 „44, ungaris Bobnkn 19-21 .“, galizis und russische Bohnen 17-19 „ii, ?roße Linsen 30-40 „Fi, mittel Linien 18-30 .“, kleine Linsen 4-18 “li, Mohn, blauer nom.28-40 «“,do. weißer nom. 44-60 „sé, Hirse, weiße 18-20 “ji, aelber Sens 16-24 „zz, Hanfförner 22 bis 23 „ji. BuchWeizen_15-15Z „sz, Wirken 12-13 „M, Pferdebobnen 12-12z „ii, Leiniaat 22-22z „kö, Mais loko 134-14Z “jé, Kümmel 154-6094, Leinkucben 14-16 „M, Rapskuchen 113-123 .», pa. marseill. Erdnußkuchen 124-144 «M, pa. doppelt gesiebtes Baum- wollensamenmebl 58 % 12Z-13Z 945, pa. beUc getr. Biertreber 28 bis 30 % 9Z-102 ?“, pa. getr. Getreide1chlembe 31-34 9/0 11Y-12z .“, pa. „getr. Mais-Weizsnschlempe 35-400/0 12-13? „16, pa. getr. Mgts1chlempe 40-42 0/0 12-12? «jk, Malzkcime 7T-9 „xz, RVMM- kseie 82-95 „ki, Weizenkleie 9-9Z „14 (alles ver 100 kg ab Babu Berlin bei Partien yon mindciiens 10000 JL).
Zum 25jäbrigen Dienstjubiläum des Staatssekretärs ])r. pon Stephan Hat, wie der „Nat.-Ztg.' berichtet wird, dsr Ausychuß des Deutschen Handelstags folgende Adrcffe überreicht: _.Eure Excellenz an dem Tage, an welchem Sie vor 25 Jabren 111 Ihr? jeyige Stellung (119 Reicbs-Postmcister eintratc'n, die herzlichsten Glückwunsch ebrerbietigft darzubringen, ist für den Aus- schuß des Dxutschen Handelsta 8 eine angenehme und _gern ausgsfübrte Pflicht. Wir balten uns ni t für bérufen, unse'rerxkits ausdrücklich die großen Verdienst? anzuerkennen, welch? Eure ExceFlenz um unser deutsches Vaterland durch die vorzügliche Leitung der Post- und Tele- graphenbkrwgltung, um dén Wkltverkebr durch die Schaffung und duxcb den tnneran Ausbau des Wekpostvereins fich erworben babkn. Dte1e segenSreicbe Tbätigkeit Eurer Excellenz xvird im Reich obne Widerspruch gewürdigt und die Anerkennung dafür ist Ihnen ost und von der maßgebkndsten SteÜe in Deutschland ausgesprochen worden. Wohl aber glguben wir berechtigt zu sein, namens der 81“- werbenden Bernssstände. Welche wir zu _vertreten die Ehre baben, Cum: ExcLÜenz unseren wärmsten Dank für Ihre dem Handel und dex Industrie in erster Linie zu gute kommende mühevolie Wirksam- keit auszudrücken. Wir, hoffen zu Gott, das; es Eurer Excellenz noch recht langc vergönnt sem möge, in Ihrer Steüung zum Wohle des Vatérlandes zu Nrbleiben," und wir verbinden damit die ebrkrbietiaste Bitte", dsm Deutschen Handelstag? das bisher bewiesene Woblwollcn aucb tn der Zukunft zu erhalten. Wir vxrbleibkn Eurer Excellcnz ge- borsamsier Der Ausschuß des Deutschem Handelstags. Adolf Frknyel. Emil Russell. Adolph Woermann.“
- [iiber dax? Nbeißnisch-Westfälisckoc Koblenfyndikaj bericht die .Rbem.-Wesis. Ztg.“: In der am Sonnabend Vormittag in ijen abgebaltensn Bcixatbssißung Wurde die zweite Lesung des Entwurfs fiir „die Verlangerunél des Syndikatsvertra s Erledigt und, nachdem aui emedritte Lesung a seitig verzichtet war, eschlossen, den Vertrag nunmsbr einer auf Donnerstag, den 30. d. M., ein- zuberufendcn _Vcrsammlung ber Zkchxnbefiyér mit dem Antrag auf (Henkbmtgung vorzulegen. Nach Vollziehung des neuen Ver- trags durch die jeßigsn Syndikatsmitglieder sollen sodann die jekt noch ausstehenden Zechen Langenbrabm, Meiderickoer Stein- kc lenbe'rgwkrk (Wkstende), Roland, Wiescbe, Frisdlicber Nachbar un_d Ricbradt _ebenfaUL zum Eintritt in das Koblcnsyndikat auf- gefordxrt mii), falls disse Zechen 1ch weigern, soil eine neue Versamm- lung embcrmsn we'rden, in Wel er darübkr Beschluß zu fassen ist, ob untcr dieskn Umständen das Koblsnswidikai bcstebcn bleibkn soll oder nicht. Namentlich wird von ken Magerkoblcnzecben dem Bcitritt ber Zechen Langenbrabm, Wiescbe', Ricbradt und Roland ent- 1cheidende Bedeutung beigelegt. - Ju dcr 22. Versammlung der'Z € cb ? n b e s i S c' r am Sonnabend waren von 3808 berechtigten Stimmen 3150 Vertreten. Nach dem Bericht des Vorstandes bktrug im Monat.Marz 1895 dkr Absay 2943 697 t gegen 2723 071 d im “Februar 5. J., mithin 220 626 d mehr. Die Betheiligungßziffer itcüt Hub im März auf 3230 354 : gegen 2949 398 b, mitbin 280 956 v mcbr. Unter erückficbtigung der verpcbic'denen Arbeitstage im März und Februar ergiebt sich aus vorstehenden Zahlen eine Steigerung dcr Beibeiltgimgsziffer um 0,94 0/0, dabingegen ein Fallen des Absatzes um 0,33 %, wdaß sich das Verhältniß zwischen A*ntbeil ix_nd Absatz gegen den Vormonat zu Ungunsten des [?than um 1,32 % verschoben bat. Dcr Minderabsay gegerx dis rechnungömäßiFe Betheili ungsziffer betrug im Marz 286657 t leich 8,87 0/0, gegen 22 327 : glei 7,67 0/0 im Februar. Der Verrand ür Rechnung des Syndikats betrug nach 21sz dss Selbstverbrauckys im Märzd. I. 89,97 9/0 gegen 89,05 0/0 im Fe ruar. Verglichen mit dem_März des Vorjahres, ergiebt sich eine Steigerung dexBetbeiligungNiffer um 199 408 c. gleich 6,58 %, dahingegen dks Abiasss nur um 4022 c gleich 0,14 0/9. Die arbeitstäglichd Be- tbeiligung betrug im März 1893 116 011 t, 1894 126 681 t., 1895 126 681 r, der arbeitstäglicbe Absaß in den gleichen Monaten 115 377, 117 587, 115439 t- und nacb Abzug des Selbst- berbrauch der Versand 89 740, 89 781, 87 254 b. Es ist _bei einer Ver leicbung dieser Ziffern zu berücksichtigen, daß ne nicht_ nur bur die Verschiedene Lage der koblenVerbraucbcndcn Industrien, zondern auch durch den je nach der Witterung Wechselnden Verbrauch für Hausbrandzwecke wesentlich beeinflußt Werden. Im ersten Quartal 1895 betrug die thbe'iligungSziffer 9472 855 c, dsr Absay 8584 793 t und der Versand 6427 356 t. Verglichen mit dem ersten Quarial des Vorjabres, ergiebt sich einc Stei erung der Be- theiligungöziffer um 605 435 b oder 6,83 0/0, wc": rend sich der Absatz um 124109 c oIer 1,45 % nicbri er stellt. Der Minderabfatz [gegen die rechnungSmäßige Betheil gung betrug im ersten Quarta 1895 888 062 b oder 9,37 %, blieb also hinter der beschlossetzen Emschraqkung Von 10 9/0 um 0,43 0/0 zurück. Das VerxaufSJeschaft nimmt seinen regelmäßigen Fortgang. In dem um Bericht lebenden Monat April 1895 wurden verkauft fürs In and 4944 365 t, _zur A'usfubr 1434166 t, zusammen 6378 531 t.. _Die Gesammtverkaufe in diesem „Jahre erreichen damit eine Höhe von 17 384 849 i, von denen 14 459 831 h xürs Inland und 2925 018. c zur Auß'ubr einschließlich dcr deutschen Noxdküsxe bestimmt _find. Die Absaßverhältniffc im Monat Marz 11nd_ also, im weséntlicben denen des Februars gleich gewxsen. Fur April d. J. liegen abschließende Zahlen nicht vor, es ifi xedo anzunehmen, daß die Resultate bon dexten der Vormonats nicbt xve entlich abweichen werden. Hervorzuheben Yi auch je twieder, daß die a e der Fettkoblenzcchen im all emeinen nstiger i als die- jentge der iZFlamm- und Magerkohlknze kn, insbebndere der minder-