1895 / 111 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 09 May 1895 18:00:01 GMT) scan diff

behandeln,

möge doch die Minister mit mehr Na ich! und leert;

als es bis er in Deuts land üblich - , schließlich ein ?Hlas auf das ghl der ächs: -- Städte, „Bet der Frühßückstafeltoastete der Burgen!) in“ . VeckZFreiberg auf den Fürsten, der zahlreiche Erzahlunäen aus seiner Ver- qangen eit zum Besten gab. Die säch_schen “Vertretxr be; "gaben später nach Hamburg, wo em F ahl m der „,Alsterlut“ und sodann eine Rundfahrt zun die' Alster statt- fand. eute früh fol te die Deputqtion einer Emlzidung des Ober: ürgermeisters nach Kiel zur Besichtigung der Holtenauer Schleuse.

Düsseldorf, 8. Mai. Der 39. Rbfiniscbe Pro- vinzial-Landtag ist hxute durch den Honig tchen Landxags- Kommiffarius, Ober-Präsidexiten der Rheinprovinz, Wirklichen Geheimen Rath Nass e mit folgender Ansprache geschlossen worden: “och hrt Herr ' _

ee 8 en.

WirksamYnteZstüF und gefördert durch den,regen Fleiß Ihrer Kommis onen, haben ie unter ber gesYiéaft'skundFen Leityng Ihres LEUN orsixzenlden tdie: umfangreichen rbette hrer dieSmaltgen “aun ra eredi. _

g VIU fTéi ebigergHand „haben Sie die Mittel zur Crfullung ber provinziellen uf aben bewilligt. .

Daß diese ittel im einzelnen eme sachentspr6chendc Vermmdung finden werden, dafür bürgt Jhpe'n Ihre bortrefflicbx Verwaltuy , welcher der robinzial-Ausscbuß m treuer Mitarbeit die Wege wet t.

Reiche * elebrung und Anregung werdxn Ste, hochgeehrte Herren, und unsere Mitbürger in der Provinz wiederuxn aus den Verbazid- lunben dieses Hauses geschöpft haben." ngen die gefa ien Besch1u e der Provinz zum Segen gereichen, mogen insbesoydere ie landwirt - schaftlichen Vereine sich des hohen Vertrauens wurdig zeigen, welches ihnen durch ein verantwortunngolleß Votum der Provinztgx-Lan'dtag in der Ablehnung der sLandhwtirtbschastskammer-Vorlage derKontglrchen Staatsre ierun erwie en a ! _ . _

Aungrun?) des § 26 der Provirizial-Ordnung ichließc ich den 39. Provinzial-Lanbtag der Nbsmyrobmz. _

Mecklenburg-Schweriu.

Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und der Erbgroßherzog haben gestern Canpes _verlqssen und fi.ch zunächst nach Venedig begeben, wo, mie spater m_Wien, em mehrtägiger Aufenthalt genommen werden soll. Die Ankunft in Schwerin dürfte, den „Meckl. Nachr.“ znfolge, am_25.d.M. erfolgen.

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Vrannsrhtveig.

Dcr Geburtstag Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Albrecht von Preußen, Regenten des Herzogtbums Braun: schweig, wurde in Braunschweig in der üblichen Weise gefeiert. Vorgestern Abend fand Zapfenstreich vor dem'SÖlbffe, gestern Morgen Reveille, um 10 Uhr Festgottesdienst m der Hof: und Domkirche und darauf um 111/4 Uhr große Parade auf dem Schloßplch statt, wclche von Seiner Königlichn HoZeit dem Regenten, begleitet yon Jhren Königli en 9HZohciien den Prinzen Friedrich Heinrich, Joachim

[brecht und Friedrich Wilhelm von . Preußep, abgenommen wuroe. Hierauf war „GratulationScour im Herzoglichen Sébloffe. Nach einem geZmeitischaftlichen Dexeuner begaben sich Ihre Königlichen Hoheiten der Re ent, die - rinzcssin Albrecht und der Prinz Frie rich Wil elm mittels Sonderzugcs um 1 Uhr Mittags nacb Schloß Blankenburg, wo Um 51/4 Uhr Diner zu 27 Gedecken stattfand.

Ihre Köni lichen Hoheiten dic Prin?_en Friedrich Heinrich und oachim211brcchibcgabk11 1ch getern Nach: mitmg Wieder nach Bonn.

Anhalt. Zbrc 'ohciicn_ der Herz_og und die Herzbgin sowie Ihre Durch aucht die Prinzefiin Ale andra (md gestern, von Baden-Baden kommend, wieder in cffau cingetroffcn.

Oesterreich-ngarn.

Gestern Vormittag stellte sich, wie „W. T, B.“ meldet, in Pola vor dem Admiralitängcbäude cine Huldigungsdcputation sämmtlicher (Gemeinden Istriens und verschiedener Vereine und Genossen- schaften des Landes ohne Unterschied der Nationalität und der Parteirichtung auf, um dem Kaiser ihre. Huldigung darzubringen. Dcr Kais er empfing dcn Landes- hauptmann, zwei Mitglieder des Landesausschusses, die Bürgermeister von Paren'o und Rovigno, das Präsidium der Handelskammer und chlicßlich den Podestä von Triest. Ani der Yacht „Miramar“ empfing der Kaiser hierauf den Statibalicr, den Bischof Flupp und das Domkapitel sowie Vertreter der Behörden bon_Pola.

Dcr VudgeiauSschuß dcs österrcichisch€n Abge- nrdnctcnharUc-Z nahm bei der weiteren Bcrathung des Budgets das Kapitel „Lotto“ an. Im Laufe der Debatte er- klärte der Finanz-Minijter Dr. von P(encr unter großem Beifall, dic Rcaierung denke daran, das Lotto allmählich auf- zuheben. Der Ausschuß nahm hierauf einc Resolution an, worin die Regierung aufgefordkrt wird, nach Durchführung der Reform der direkten Steuern das Lotro aufzuheben.

Dic Vcreinigte Linke nahm gestern nach lebhafter Debatte folgende Resolution an:

.Der Klub der Vereinigten Linkcn nimmt genehmigende Kenntniß, daß der Vorétanb wfort nach dem Bekanntwerden der Interpellation Dwauli die elbe in richtiger Erkenntnis; ibrxr politischen Trag- weite zum Gegenstand ein ebendrr Erwägung gemacht hat. Der Kiub erblickt in der Tha ache, daß eine große Zahl yon Mit- gliedern der“ kbalierten Parteien Durch den einseitig unter- nommenen Schritt eine jener Fragen, deren Zurückstellung unbedingt Voraussesung des Bestandes der Koalition ist, auf die Tagksordnung «,.th bat, eme Gesabrdung_der Koalition und spricht die bestimmte

rwartung auß, daß ange1ichts dss offenen (Hegmsaßks zwischen den dx! Interpellation _zu Grunde liegxnden Anschauungen und den durch die Staatscxrimdéje-Ze, gewährleisteicn Rechtszuständen die Ansichten der Partei mtt Ont1chtedenbeit zum Auödruck gebracht werden.“

Auf eine JnterpeUation im Polenklub beschloß dieser nach ben „Aufklärungeq des Kultus=Ministers Dr. von Ma- deyski einc Resoxuiion, worin der gegenwärtigen Regie- rung Vertrauen_bezuglich der Behandlung der kirchcnpolitischen Fragrn außgedruckt und bie Ueberzeu ung ausgesprochen wird, daß die Fretheri der Beziehun en zwißcben dem Heiligen Stuhl und dei! (Gläubigen keinerlei eeinträchtigung erleiden werde.

_ Dic „Budapester Korrespondenz“ i von kompetentefter Skike 5a der Erklärung ermächtigt, da die Nachricht eines Wiener Blattes, wonach die ungarische Regierung eine

Note an den Grafen Kälnokn gerichtet hätte mit Mit-“

!

ilun en über den Verlauf des Gesprächs wischen “dem ?ck» 'fnifte; WYfics und dem Mmtius Azgliardi, voll- er un en .. , ' ' unkatYöche Staatska sen-Ausweis für das

erste Quarta 1 weist eine esammteinnahme von 104,3 Millionen und eine GesammtauSgabe von 130,6 Millionen auf. Die Bilanz stellt sich gegen das erste Quartal 1894 um 6 Millionen ungunstiger. ,

Großbritannien und Irland. In der gestrigen Sißung des Unterhauses_ beantragte

Kno die zweite Lesung der Bill, betreffend die _Aufheburig des wangSgeseßes für Irland. Der Ches-Sekretär fur

Irlan Morley stimmte_dem Anfrage zu, befürwortete jedoch“ * die Aufrechthaltung einiger Vestimmun en

des Zwangs- eseßes. Gegen das Ende der Rede des ef-Sckretijrß erhob ?ich O'Donovan-Nossa, der auf der remdentributze dxr Sißung beiwohnte, und rief laut: „Zn 11 esem Hause ist xm tödtlicher Streich „egen meinen Name:) geführt und meine Ehre befleckt wor en. Darum will ich sagen,? _ weiter konnte Rossa nicht sprechen, denn er wurde er rtffey und so- gleich aus dem Hause entfernt; aucb wurdx lnwznsung ge- eben, denselben nie wieder ein ulassen. Die zweite Lesung er Bill wurde sodann mit 2“ gegen 208 Stimmen an-

genommen. Rußland. '

Gestern fand in St. Petersburg vor dem Kais er die Revue über den zweiten Theil der Garde und andere Peters- burger Truppen statt, der auch die Kaiserin Alexandra Feodorowna beiwohnte. Die Parade verlief ebenso zu: friedenstellend wie die am 6. d. M. abgehaltene.

Italien.

Die „Gazzetta Ufficiale“ von gestern'Abend verofxenilicht das Dekret des Königs und ben Bericht des Minijte- riums in Betreff der allgemetnexi Wahlen; Nach einer Meldung des „W. T. B.“ heißt rs 111 dem Bericht:

„Nach der aus Gründen der hoben Staatspolitik im Dezember 1). J. erfolgten zeitweiligen Suspension des Parlaments habe man gebofft, wenn die Nabe zurückgekehrt sein werde, das Parlament bair- wieder einberufen zu können, damit die Erwäblten do."? Volks ruhig die ernsten, ibnen kurz Vorher vorgelegten finanziellen, ökono- mischen und sozialen Probleme beratben könnten., * [SY- liche Koalitionen aber, die zum Zwe_ck«: des Wide lands geschaffen worden seien, und mit vollen Handen in das Land ge- schleuderte Anschuldigungen, als habe das Dekret, _durck) 'leches die Session vertagt wurde und Welches doch auf dem patriotischen Gedanken berubtk, die Würde_ der Parlamentarischen Einrichtungen bochzubalten, einen Angriff auf die vxfaffungSmäZigen Freiheiten be- deutet, hätten neben arxderen Kundgebungen zu dem 'chiuffe geführt„daß die unter diesen Umstanden wieder eröffneteKammer die geke ebcriscbe Arbeit in einer drn dringenden Bedürfninen des Augenbt s wenig entsprechonden Wéiie erchi en würde. Der Bericht fübrt _dann die Notbwendigkeit an, die abilisten, deren Unregrlmä“igkeitsn nach den Angabkn der Lokal-Kommiysionen jedes Maß übers ritten hätxen, einer Revision in untxrziebcn. Daher habe man troß des lebhaften Wunsches, dicWablen )Obald als möglich anzuordnen, damit die Nation durch ihre lexiitimen Vsrtreter dic ibr zustehende Kontrole 11er die Akte krr Cxikuiivgewalt ausüben könne, warten, müssen, bis die mit der Rkbisicn der Wabllistcn verbundenen Schmierigkxiten beseitigt

ewesen wärs"; JWT iki es mYlick), einen der näcbstßn Tage dazu zu

bestimmen, daß das italienische olk berujen werde, _1eme Vertreter zu wählen. Die Minister beschlkunigten die1en Tag mit der Ruhe und dem Vertrauen von Männern, die geirrt haben könnten, aber sich berechtigt fühlten, zu versichern, daß fie bei ihren Handlungen nur das untrennbarc Beste des Königs und des Vaterlandes im Auge gehabt hätten. Der Bericht schließt: „Wir Erwarten diesen Tag mit der festen Hoffnung, daß das ruhige Urtbeil des Landes aller Ungewißbeit ein Ends bereiten_und ein?, seit langer Zeit berbei- gesebnie Aera nutzbrin inder, ge)etzgeberiicher_Arbeit eröffnen wird, Welche der Nation Si erbrit über ihre Zukunft gewährt." *

Der Kriegs-Ministcr, General Mocrnni bat den Militär- Attacbé der italienischen Botschaft in Berim, Obersten Zucc xiri beauftragt, in seinem Namen d_er Familie bes Gcneral-Oberjten oon Pape das Beileid zii desen .Hmschetden JUSzusprechxn.

Anläßlich _der von einigen Blättern _verbrciteten Geruchtx über einen Toast auf_Cri§pi, den der Kardinal H ohenlobe, bei einem von dem Minister dcsAué-wärtigen B la n c gegebezien Diner ausgebracht haben solle, schreibt der „Janfulla“: Wir können, ohne ein Dementi befürchten zu mü_en, .betonxn, daß Kar- dinal Hohcnlohe_ keiner) Toast bei bie1exn' Diner ge; halten hat: demzufolge sind auch die politischcri 21112;- legungen, die man daruber machen wollte, hmfang. Das Blatt fügt hinzu: „Es _lag um so weniger Grund_vor, sich mit dicscm Tiner als einer "außerordentlichen That1ache zu beschäftigen, als der Kardinal bftcr Einladiingen 1: dem Minister Blanc nnd anberen politischen Versonlichkciten an-

enommen hat, obne_ dax; man___qlaubte, sich in drr Oeffent- ichkeit damit beschäftigenßu mü11en.“_“ . __

Erzbischof Popicl in aus Warychau in Rom eingetroffen.

Rumänien.

Tic Tcputiricnkammcr hat es gestern abgelehnt, die gemeinsame Mandatsniedcrlegung der opporitioneüen Deputirten anzuerkcnncm.

Serbien.

Tcr König seßtc im Laufe dcs gestrigen Taqes dic Konferenzen mit verschiedenen Partiimännern fort. Sämmt- liche Minister sind aus Nisck) nach Vel rad zurückgekehrt: Keiehzeitig sind dort 40 Deputirte ange ommen, um die

önigin Natalie, die gestern Abend von Paris nach Belgrad abgereist ist, namens der Skuvschtina zu bewiU: kommnen.

Schweden und Norwegen.

Bei dcr gestern vorgenommenen gemeinsamen Abstimmung genehmigte der schwedische Reichstag mit 213 ge'gen 159 Stimmen den Ankauf der Privatbahnen Helsingborg_ Gothenburg (sogenannte Westküstenbahn), Engelbolm_Lands- krona und Malmö_-Billesholm durcb dcn Staat.

_ Dcr Bewilligungsausschuß des Reichstags hat bezuglich des Vertrags, betreffend Schwedens und Nor- wegens g_egenscitigc Handels: und Schiffahrts- veräbältnijse, den Vermittelungßvorschlag gemacht, daß der Met stag die Regierung ersuchen solle, _ den Vertrag vor dem 1. August d. J. ?u kündigen, alSdann Verhand- lungen mit der norme ichen Regierung über den Abschluß eines neuen ' ertrags, der die bisherigen Mißverhältmffe beseitige, einzuleiten und diese Verhandlun so _zu beschleunigen, daß im Jahre 1896 dem schwediscZ Reichstage und dem norwegischen Storthing ein vollständi VertquSeutivurf vorgelegt werden konne, eventuell dem ten schwed1chen Reichstag Mitthriirmg über den Stand der er- handlungen zu machen.

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Dänemark.

Die Abtei e des Königs nach Wiesbaden ist der Abwesenheit sdes Krbnprinzen verschoben worden. wegen

Amerika.

Eitiem in Nem-York eingetroffenen Telegramm aus Ma- nagua zufolge find für die BeZablung der Entschädigun !- summe Nicaraguas an England 1 _000 Pfd. dur freiwillige Schenkungen, zum theil von großeren Handels rmen, ein- Zegangen. Die Gesammtsumme werde _in wenigen Tagen in

ondon zur AuSzahlung bereit gestellt sein.

Der argentinische Kongreß ist mit einer Botschaft des Präsidenten Saenz Pxna eroffnet worden, worin mit- getheilt wird , daß die Einfuhr sich im le im Jahre auf 93 Millionen Pesos Gold), die AusFuhr an 102 Millionen belaufen habe. Für en Anleihedicnjt in Europa sei bereits bis September durch nach London gesandte Mittel Vor- sorge getroffen. Die Botschaft verspricht ferner, daß die Mittel und Wege zur Einlösung des Papiergeldes studiert werden würden, und_ spricht die Hoffnung aus, daß die Frage der Eisenbahngaraniten eine baldige Erledigung finden werde.

Asten. Aus Chefoo wird gemeldet, daß die Ratifikationcn

des zwischen Japan und China abgeschlossenen Friedens- vertrags gestern dort außgetauscht morden smd.

Parlamentarische Nachrichten.

Die Schlußberichtc über die JeffriÄzen SißungM des Reichstags und_des Hauses er . bgeordnetcn befinden fich in der Ersten Beilage.

_ In der heutigen (88) Sißung des Reichstags, wclchxr der Reichskati ler Fürst zu Hohenlohe, der Staats: sekretar, Staats-Miméter i'. von Boetticher, der Staats: sekretär Nieberding sowie die Staats-Minisier Bronsart von Schellendorff, von Köller und Schönstedt beiwobnten, wurde zunächst der Antrag der Abgg. Auer und Genossen (Soz.) wegen Einstellung der gegen den Abg. Horn (Sachsen) schwebenden Strafverfahren angenommen.

Darauf seth das Haus die zweite Berathung des Geseßcs, betreffend Aen erunqen und Ergänzungen des Straf: geseßbuchs, des Militär:Strafgesetzbuchs und des (Heseßes über die Presse, fort.

Das Wort nah_ui zunächst der Bevollmächtigte zum Bundes“- rath, preußische Juxttz-Mimster Schö nftedt. '

(Schluß des Blattes.)

'- Die_Kommission des Reichstaßs für den Antrag Hsvl, betreffend die Kündigung des Hande Sbertrags mit Ar- genxinien, hat gestern Abend ibrc eratbungen beendet. Das Er- Zebmß dkrfclbezi War der Nat.-Ztg._' zufolge die Annahme der vom '.lbg." von Saliscb branjragten Rkwlution, mit einem Amendement bon Heyl, wklche wie folgt lautyt: .Der Reichstag Wolle beschließen, ben „Herrn Reichskanzler zu ersuchen: 1._eine Kündigung des argentini- ichen Haydelsvertrags alsbald berbeisübren zu wollen, um dir Freibeit sür_ anderweite Verhandlungen zu gewinnen, und ;war auf Grund folgender Crwagizngen: 1) der gegenwärti e Zu'tand, dsr Argentinien bolie Freiheit !kiner Tarifbestimmungen 1ä§t,wä „rend unsere Tarife in Bezug aus die für umer Wirtbschastsleben wichtigftrn Erzeugnisse aebu_nden find, bat fich für die deutsche Einfuhr und für die deutxche Ausrubr als nachtbeilig erwiesen; 2) cine Fortdauer dieses Znstanbeßbirgt für die Zukixnft eine weitere Gefä rdung unserks Wirtbxchastsle_bens; 11. eine Kündigung andcrer Meistbcgünstigungs- Verträge mit jolcberi Läydern, zu denen unsere Beziehungen in gleicher Weise _1"_ich ungünstig ge1talt_en und die Verständigung mit den übrigcn, curoväikcbcn Staaten brbuxs Abschlusses einer europäischen ZoUunibn in Erwägung zu ziebrn.“ _ Di? Resrlution wurde mit 9 gigen 5 Stimmen angenommen.

_ Jn der_Kommission ich Reichstags zur Beratbung, des Antrags Kaniß kam es ?Litern nach längeri'r Diskusübn x::r Abstimmung über fol.;c'ndk, vom Abg. Grafen S ("hw erin in dcr crstrxi Sitzung der Kommision am 27. April eimszebracbte Resolution: .Die Kommiifion bi i t dén von Ken Antrag tellern näbc'r rargelcgirxi allgcmcincn Zweck des ntragß, anstatt dsr bisherigen _ zeitwriiig 1:11- zursichrnrcn, bei hohen Weltmarktsvreisen dagegen ungersckitfértigtcn _ Preiösicigcrnng durcb Sebuyzölle _ einen AuSgleich ber Gstrkidcvrc'bx auf mittlerer bbc zu suchkn, vorbehaltlich jeder weiterem Entscheidung sowohl übsr die Zweckmäßigkeit und Durchführbarkeit der hierfür vcr- geschlag€nen Mittel, als auch über die Preisböbe, bei welchsr sin Ausgleicb wünschenßwertb erscheint“. Die Abstimmung ergab ki? Ablehnung der Resolution mit 13 gegen 12 Stimmen.

_ Der von der Stadt Fratikfurt a. O. präsentierte Ober- Bürgermcister Or. Adolph daielbst ist als Mitglied drk-

Herrenbaus es auf Lebenszeit Allerhöchst berufen wordkn,

_ Die TA]]. Kommission des Hauses der Abgeordnete“ zur Vcrbkraibung des Geseßemwurfs, betreffend die Bewilliguns von Staatsinitteln zur Vcrbeiserixng der Wohnungs- r-crbältniffc von Arbeitern, die in tinatlicbenBetcieben beschäftigt sind, und von gering befoldeten Staats- beamtcn, bat_sich konstituiert und zum Vorfiyenden den AbZ. Lctockoa, zu dknen Stellvcrtreier den Abg. von Kölichen un? 31; Schriftführern die Abgg. Ur. bon Wovna und Dasbach gewablk.

_ Die Kix. Kommission des Hauses der Abgeordneten zur Vorbcratbung deb Gesetzentwurfs über die Verpflegun Z= stationen hat zum Vorsißenden den Abg. Seyffardt, zu de en Stellvrrtrkter den Abg. Greiß und zu Schriftführern die Abgg. vrn Bryckbausen, Barthold und Groth gewählt.

Statistik und Volkswirthfthaft.

Zur Arbeiterbervegung.

In „Hamburg fand am Montag eine zahlreich besuchte Vcr- sammlung der Maß- und Konfektions : Schneidxr urid Schneiderinnen statt, die, wie der .Pamb. Korr." bertebtei, in einer Entschließung gegen die ngsindustrie protestiert und die Er- richtung bon Betriewaerksiättcn (ordert.

Aus Dortmund wird dem „Vorwärts“ zum Aqutande dcr dorti ln Malergebilfen gsmeldet, daß 22 Meister die Forderung?" Fkk“ rbcitcr bewiUigt haben, daß aber im übrigen der Ausstand sor .auere. .

_ Jn Basel ist„ wie .W.T.B.' meldet, der Maurerausfkand infolge einer _vxrmittelnden Besprechung mit den Regierunas-Rätbe" Reese und Jjelm gestern beendet worden. Die Arbeit sollte heute früh wieder aufgenommén werden.

Einer Brüsseler Meldung des „W. T. B.“ zufolge ist der A aki“ stand der Arbeiter in den Steinbrüchen von Eca_usstnk9- welcher emen Monat bauerte, infolge Verständiaung jw1schkn dk" Befißcrn und den Arbeitern jest beendet. (Vgl. Nr. 110 d. Bb)

“xgüpfat eiter in den a

Aus erviers meldet „W. T.. B.": Der Yusfiaud der . Spinnereien bereits “über vier Wochéu. Zahlreiche T (Kfabrikauten droben unter, diesen Um- ständen, ihre acYibriken zu schließen, wenn die feiernden Arbeiter nicht 11 eben. Dadurch würde die La e aller Arbeiter in diesen Fabriken eine !eéer ernste. Info Le der Inter- ventioii des ermeisiers ba n die Befißer bksch offen, ibre Ent- schließun um Et Tage binaußzuscbieben. _ Wie der „Köln. Ztg.“ telegrapb ert wird, haben drei Spinnereien die Arbeit ganz, zwei :heilweise “wieder aufgenommen.. Die Ausständigen dieser Fabriken gehören nicht zum Fadner-Svndikat; sonst dauert der Ausstand fort. Aus Philadelphia wird der Londoner .Timeö' berichtet: 4500 Arbeiter haben wegxn der Nichtbewilligung böberex Löhne und verminderter ArbeitsFeit m den Werken der Illinots-Stabl- Kompagnie in Süd-Cbicago und in Joliet-Jllinois die Arbeit ein- gesteüt. Voraussichtlich werden sämmtliche Werke geschloffen. Die Aussiändigen in Süd-Cbicago griffen in der Nacht zum Mittwycb die Werke an, wurdcn aber von der Polizei zurückgetrieben. Auf beiden Seiten wurden mehrere Personen verwundet.

Kunst und Wiffeuslbisk Große Berliner Kunstausstellung. 1].

_ Amerika. [,. X(. _ Die jüngste Kunstmarht verdient bei der Be-

sprechung der diesjährigen Ausstellung, deren internationales

(Gepräae zu naiionalcr Gruppieruna des Stoffs auffordert, den ersten Play, Die Künstler der Vereinigten Staaten Nord - Amerikas, deren Werke zwei geräumige Säle des AussieUungsPalastes füllen, müssen _ uns in gewissem Sinye Ersaß bieten für die Lücken, welche _die französische Ausstellung gerade auf dem Gebiet der 1üngsten Kunst- entwicklung gelassen hat. Fast in allen Werken begegnet uns das Echo_ der in Paris angeschlagenen Töne. Daß unter den Pari1erxi Degas fehlt, der Virtuose der Hellmalerei und künft- 1ichen Lichteffekte, läßt uns sein eifriger Nachahmer William T. Dapnat allerdings kaum verschmerzen. Seine spanischen Sängerinnen, die 1892 auf der Münchener Aussteliung bereits Sensation machten, dürfien auch auf unserer Ausstellun zu den extravagantcsten Proben des Jmpresfioniömus zu len sein. Die Keckbeit des Motivs, der herausfordende Plakat- charakter der Malerei wird sicherlich zahlreichen Einwänden begegnen“ geistreich und lebensprühend ist aber die Behandlun der einze nen Geftalten und Köpfe troßdem. Daf; Dannat an solche bedenkliche Kraftproben indes; nicht angewiesen ist, be: weist er durch zwei Studien spanisch „aekleidetcr Damen, die ohne den prickelnden Reiz des Motivs Respekt vor dem Können des als Lehrer der 126018 (168 13831111 „41138 in Paris wirken- den Mylers einfloßrn. John Singer Sargent ist heute unbestritten der,ge1sireichste und graziöseste Frauenporträtift, der uns in seiner von Rokokograzie überhauchten Dame in_ rosa Sammet ein blendendes_ Meisterstück ge- schickt hat. Unnachahmlich fein_ in xcdem Zucken der Bewegung, raffiniert geschmackvoll tn Anordnung und Farben- wahl, täuschx dtxs Bildniß den Beschauer völlig unmerklich über das Fehlen 1ecltscher Charakteristik hinweg. Wie viel tiefer, aber auch schwerfälltgxr weiß der offenbar an schottischen Vor- bildern gebildete Wilton Lockwood Frauencharaktere zu schildern! Besonders gelungen ist ihm die träumerische Stimmung in. dem Porträt einer Dame in grünem Kleid (1068), die lässig in einem Sessel vor einer mit einem japa- nischen Holzschnitt geschmückten Wand lehnt. Japan ist auch für Humphreys Johnston der Quell malerischer Anregung ge- worden, wie seine in vornehm dekorativem Geschmack aus breiten Farbflächen zufammen_ eseßten Bilder-meist andalufische Motive _ beweisen. Nervoe Beweglichkeit und auf feinste Ton- empfindung berechnete Farbetiwahl zeichnen die Bildnisse von W. Alexand er aus, der 11.7) erst neuerdings einen hervor- ragenden Play, i_mter den alern seiner Heimath errun,en hat. ErnstFeierliche Töne da egen schlägt Julius No 3- hoven in seiner schwarzgeklei cten Dame vor einer dunkel: grauen Wan_d (1444) an; nur das durch künstliches Licht erhelite Gesicht taucht aus dem Dunkel der Umgebung _ yiclleicht etwas zu absichtlich _ hervor. Außerordentlich nimmimgsvoll ift auch RIS Interieur eines Gartensaals, durch deffenHenster das durch Laubbäume edämpfte Licht einfälit und Li an den Wänden reflektiert. As eine Reminiscenz an Nols oven's italienischen Studienaufenthali _ er studierte in Florenz bei Duvancck _ ist das große Bild ,Betcr in Chioggia“ anzusehen, das sowohl durch die meisterhafte Wieder: gabe dcs Jnnenltchts, als auch durch die trcffliche Charakteristik der südländisch_1ebhaften Grauküpfe sich auszeichnet. Einer älteren amerikanischenKünstlergencrationgebörtLo rd W e eks an, dessen Orientdarftcüungcn bereits ihren Weg in die Berliner Nationalgalerie gefunden haben. Unter den gegenwärtig aus: gestellten Bildern seiner Hand verdient wohl ein Karawanen: ayfbru§é(1855)d_ie meiste Bewunderung. Auch Vails hollän- dische arinen smd bereits bekannt. Ebenso machte Berlin vor drei Jahren schon die Bekanntschaft zweier amerikanischer Bonnatschüler: Walter (Sat) und Charles Sprague Pearce, die auch dieZmal mit tüchtigen Leistun en ver- treten find. Gay schildert in hellen Farben un rin s L"," _ Licht umströmt eine nordfranzöfische klösterli e Omg1chule, aufs engste verwandt den Kirchgängerinnen von (Hari Melchers, groß und ernst in Zorm und Auffassun , wenngleich nicht frei von eintöniger üchternheit. Obwo [ Pearce seine Motive eben alls in der Picardie sucht und Himel) den Vorgenannten_ Ba "en Lepage nacheifert, zeigt er in einer Schafhirtin _ eme ähnliche Darstellung sahen wir be: reiis 1891 auf der internationalen Ausstellun in Berlin _ iyeit innigere Empfindung und Zartheit der uffaffung. In einer gan licht gehaltenen Vcrkündigun (1317) wandelt 5Z'earce an den Pfaden der Präraphaeliten gseht zu Ungunsten seines gesxmden Talents. Walter Mac Ewen, der dieser Gruppe sich am passqndsten anschließt, tritt diesmal als Historienmaler auf: sem von kühlem Kerkerlicht umflofsenes Yexenbild in der Tracht des 17. Jahrhunderts reicht aber nicht an die Feinheit einer modern auf efaßten „büßenden Magbalena“ sran, die in zartesten Farben teilungen eine Fül1e malerischen ei es birgt. _ Den Kulm nationSpunkt der amerikanischen Malerei stellte 1891, i_vo, wie in diesem Jahre, Whistler fehlte, Alexand'er arrison dar.“ Zwei seiner älteren Schöpkungen, die im an er Salon zuerst die Aufmerksamkeit auf en damals noch be annten „Künstler lenkten: die „arkadische Landschaft_“ und die „Woge“, smd dieSmal nach Berlin gekommen. Bei aller 5Ferechten Bewunderung, die wir diesen Mxisterwerken des Uxmniswus zollen, erreichen fie doch nicht “ene za_uberhafte Wtrkung, wie jener ftille Waldweiher, der Harrislon's Konnen vor vier ahren hier re räsennerte und gegenwärtig zu den Schähen der resdener Ga erie zählt. Weit intimer als die beiden 87913?" Bilder muthet Uns auch dieSmal ein kleiner, von

als die ark unmderße lichen Reiz we t-

vergeffener Ein amkeit und heimlicher Stille verkörpert. .

Land- jmd Forstwirthsehaft. U1.Berliner Maftvieb-Ausftellung.

Von der Jury der Berliner Ausstellixng wurde die von Seiner Majestät dem Kaiser und König für die beste Leistung in der Schweinezucht bestimmte oldene S„taa_ts-Medaille dem Ritter- gutsbesiyer von Witte-Fa kenwalde bet Barmlde der 31 Thiere aus- gestellt hatte, verlieben. . De_n Ehrenpreis der Stadt Berlin für die v üglicbste Marktwaare 1nKalbem(250-.4é) wurde dem Händler Rad. SLZUUZ-Anklam zugesprochen. CzstePreise erhieltexi für Kälber: Christian WiUe-Braunscbweig, E. Thies-Rosenburg, P. Kauz-Weitenbagen, Rub. Schu Anklam, Cbr. Mobnke-Rosxnburg, H. Meyer-Bremen und Seeger- gnesbof. _ ür__die Abtbnlunqen' der Kälber standen drei große Ebrsnpreise zur ersugun . Den Preis des Ministeriums für Landwirtbscbaft, Domänen und &brsten, die Bronzestatucite der Sbortbornkub und den 500 .M-Prets der Stadt Berlin erhielt der Neumärker Ritter utspächter Kreßschmar : Sellin,“ den

üchter-Ebrenprcis des [ubs der Landwirtbe, zw-xi Bronze-

rmleuchter, der Rittérgutsbesiyer ,Rgdolf Rebfeld - Golzow, die großen Ehrenpreise für junges Rindvieb (Kühe und Ochsen, 2? bis nicht voll ZZ Jahre alt) wurden an folgend? Züchter verlieben: Derr Züchterebrenpreis des Mmifiertums für Landwirtbschaft, Domänen und Forsten, die Bronzestatueite des Sbortbyrnstiers, erhielt Heinr. Linau Claaßen zu Marne in SchleSwig-Holstxm, die Bronzestatuette der Wilitermarscbkub Rittergutsbefißer von Tiedemann-Seebeim, den Ychtcrebrenpreis des Ausstellungs-Comiiés, die goldene Natbufius-

edaille, Graf von Baffewi -Dieckboff und den Ebrcnpreis der Stadt Berlin in öhe von 750 „44 für die beste Marktwaare Mori Schloß-Hallc. Für Kühe Wurden folgende Züchter mit ersten Prei en bedacht: von Tiedemann-Seebeim, Bruno Ochadow-Altgandau, Rebfeld-Golzow, Fr. Fuß-Schmarse und H. Bieler-Ma 11. Der Leßigenannte erhielt auch den Ehrenpreis der Stadt Ver in, der für Aussteller älterer Kübe bestimmt war. In der trefflich beschickten Abtheilung „Ochsen, 25 bis nicht Voll 3? Jahre alt“ kamen acht erste Preise zur Vertheilung, und zwar an: Louis Rosen- tbal-Liffa, an Jos. Herscb-Bischoff, an Br. S adow-Altgankau, an die Yrma F. Knebbel u. Sobn-Schöningcn, an brit; Schloß-Halle, an_ "nr. Linau Claußen-Marne und an den Rittergutsbefiyer von Ttedemann-Seebeim. Für ältere Ochsxn erhielten crste Preise: Herm. Kayhan - Miloslaw, Rub. Rebsxld - Golzow, H. Nette- Wolffenbüttel und D. Bremer- Jetbaujex. Von den Bullen- ausstellern erhielten erste reise: Steinbach - Berndtsböbe, Heinr. Berkboff-Liedingen, H. J, eters-Marne, N. Zffland-Marwiy, Kretzschmar-Selliu, und von Schuckmann-Raakow. Jr] der Abthei- lung Schafe bekam 'von den beider] Züchterebrenprei1en des Mi- nisteriums für Landwirtbscbaft, Domanen und Forsten die Bronze- statuetth des Oxfordsbiredown-Bocks Oekonomie-Ratb Sattig-Würch- wiß, die _Bronzefiatuette des Rambouillet-Vocks RittergutsbesiYer Rud. Rebselb Golzow. Der Ehrenpreis der Stadt Berlin in _ obs von 500 „44 wurde dem Rittergutbbefißer el - RiU Ers- beim zuerkannt. Erste Preise erhielten: Re feld - Golzow, Satiig-Würchwitz und Staudinger-Lübsec. _ In der Abtheilung .Scbweine“ erhielt erste Preise nur der mit dem Kaifervreis aus- aezeichnete von Wittc-Falkenwalde. Au erdem wurde dem genannten Züchter noch dcr Ehrenpreis der Stadt * erlin in Höhe von 500 „ji zuerkannt. _Von _dcn beiden Züchterebrenpreisen des Ministeriums für Landw:rtbscha_st, Domänen und Forsten erhielt Die Bronze- statuette des YZrk1bire-Ebers ])r. Crufius-Sablis, die Bronzestatuctic des Berkshire-chveins Eberhard von Ziyrwiß-Groß-Ganskn.

Gesundheitswesen, Thierkraukheiteu mid Absperrungs: Maßregeln.

Cbolera.

Rußland. Dem Medizinqldeparjeme'nt wurdcn biS zum 20. April folgende weiteren Cboleraiällc angezeigt: in dcn Gouvernr- ments Wolhynien Vom 17. März bis 6. April 112 Erkrankungen (36 Todesfälle), .odolien rom 24. März bis“ 13. Avril 22 (13).

Arabien. „ic ersten (Cholerafälle in Mekka wurden am 21. April bei einer vom Kar der guten Hoffnung eingetroffenen rau, bei einem Marokkaner, eincm Sudanesen und 6 Soldaten feftge tellt. _ Am 22. April wurden in Mekka 10 Todesfälle ge- meldet. _ In Kamaran wurden unter den mit dem Dampfer .Mubammeiié' angelanYen Perjonsn vom 23. März bis 9. April 29 Erkrankungen und 25 _ odesfäUe, unter den Jnsaffcn des Dampfers „Zubeida' vom 30. Marz bis 21. April 56 Erkrankun en und 47 Todesfälie festgestellt. Außerdem stczrbexi ein Sanitätswä ter und 3 Soldaten von der Bewachungsmammcbast des Lagers an Cholera.

Argentinien. Im Laufe des März ist eine weitere Abnahme im Auftreten dsr Cholera erfol t. Vereinzelte Fälie kamen jedoch immer noch in der Stadt und robinz Buenos Aires vor.

Ostindien. Kalkutta. In der Woche vom 24. bis 30. März find 133 Personen an Cholera gestorben. *

China. Wie diy Londoner ,Timeß' aus Kobe unter dem heutigen Tage meldet, iki die Cholera an Bord der japanischen Transportschiff8 in Talienwan angebrochen. Die Hälitc ker Trankportschiffc babe dic gélbe ; lggge gebißt.

Ge bsieber.

In Havana bctrug dem „11138112 01" 88.1111. “39“ zufolge die Zahl der Todrsfälle vom 22. bis 28. März1 bei etwa 3 Neu- erkrankun en), Vom 5. bis 11. April 2 (4), in io de Janeiro vom 10. is 16. Februar 10, vom 3. bis 9. März 18, in Santos vom 24. Februar bis 2. März 40 (48).

Pockem

Griechenland. Seit dem 10. April find in Piräus dic Pöck?! heftiger aufgetreten. Täglich werden ungefähr zwei neue FäUe geme det.

- . Bäumen be *" “eier Wafferspiegel (676) an _der-.« weit- me W “Landschaft deu ' 1?

Influenza.

Die Seuche verursachte den standeLamtlichen Außweisen zzifolge in Berlin in der Woche vom 21. bis 27. April 7 Sterbefalls, in Stettin und Leipzig je 4, in Elberfeld, Cassel, Hamburg?? 2. Er- krankungen wurden angezeigt in Frankfurt 9. M _3, ürnberg 9. _ Aus dem Aus lande wurden ferner mitgetheilt: aus , Paris 4 Sterbefälle, London 27, Amsterdam 6, Kopenhagen 6 mit 15], Stockholm 3 mit 164 E rk r a n k u n gen, St. Petersburg 23, Moskau 4,

New-York 7. Verschiedene Erkrankungen. . .

Mehr als ein Zehntel aller Gestorbenen starben, an Diphtherie und Crouv (Durchschnitt alier deutschen BerichtSorte 1881/90: 4,49 %) in Dessau _ Erkrankungen wurden in Berlin 76, in den Re .-Bezirken Arnsberg 101, Düsseldorf 111, in Hamburg 28, Bubapet 44, atis 103, St. Petersburg 50, Wien 60 _ an Scharlach in erlin 49, Breslau 23, Hamburg 34, Cdinburg 37, London 132 (Krankenhäuser), Paris 70, St. Petersburg 35, Wien 96, an Mas ern in Berlin 60, Breslau 39, in den Rxg.-Bezirken Hildesheim 126, Posen 171, Wien 209, Budapest 43, Edmburg 132, St. etersburg 35, an Unterleibstypbus in Prag 20, in St. etersburg 58 angemeldet. ,

Verdingnngeu im Auslande.

Niederlande, .

16. Mai, 2 Uhr. Bürgermeister und Wetboizders tm aag: Lieferung von Möbeln für den Gebrauch der Klemkmderbewa rschule beim Zach Zuitsnstcz]. Anweisung erfolgt am 13. d; M., 11,11br, am Gemeindewetft. Bedinßun en fur 25 Cents erhaltlich bei der LSWSSUÖS-SSSkSt-QÜS, 3. A tbe lung.

20. Mai, 1 Uhr. im Saale Harmonie zu Vlaardingen: Bau „eines afferthurmes in der Nähe der Stadt. Vergrößerung und Veranderun der bestehenden Zinkbebältet, sowie Anfertigung eines neuen, Vergrö erung und Ver-

71aaräing80116 Waterjäin Uaabscbappj] '

.;

änderung der den Filterwerke. Bau eines zweitenMaschine-i- raumes und Er öbnng des bestehenden Waffertburmes. Bedingun best und eichnungen gegen 3 Fl. erhältlich beim Ingenieur . Biezeveld ß„ szaal 9, im Haag.

20. 91, Mittags. Firma B. A. Albers u. Co. im Hötel und Café de xins 'mIZutp'bon: Bau _emer Seifenfiederei mit Komfor- gebäude, serer, agazmen, Lagxrraumen u. ,w. auf einem Terrain am Noorderbaven zu Zutphen, mit einer Oberfläche von ca. 1700 qm. Bedingungsbeft und _Zeicbnun en vom 8. Mai ab egen 1,75 Fl. beim Arckntexten J. Uitertbtjk zn. erhältlich. Anweiilun am Ort den 16. Mai, 11 [ihr. Direktor der Gasfabrik in Zuw en wünscht PreißaufßabeFur Liefervng von ungefähr 40000 kx gußeiserne (Has- robre un Hilfsstücke.

21. Mai, 2 Uhr. Utrecht Staatéeisenbabnbetriebsgefellscbaft im Zentralbureau bei der Mooreelse Loan: Loos Nr. 687. - stellung siner_Radbanderwerkstätte und einiger diverser Werke für die Zentralwerkstatten auf der Station Zwolle. Schavung 54 600 F1.

oos zur Einsicht im Zentralbureau und aUda gegen 2,50 Fl. xr- bältlicb, sowie bei. dem Sektions-Jngenieur W. de Klerck de Reus in Meppel; deZgletcben nähere Aufschlüsse dort zu erhalten. Terrain- anWeisunq 13. Ma? 10_ Üb . -

22. Mai. Kolonial- Departement: Lieferung des metallcncn Oberbaues mit Zubehör von 33 Brücken für Sekundärbabnen_auf Java. Loose 151-153. Zeichnungen zur Einsicht im 'tkcbniicbc'n Bureau des Kolonial-Departements.

22. Mai, 2 Uhr. CommiZZjS 7001" (16 (4351851481; zu D _ordrecbt: Lieferung von etwa 9700000 kx englischer oder weftfälixcher Gas- koble fiir den Gebrauch der genannten Fabrik. Bedingungen käuflich für 25 Cents bei der SSWSSUÖS-ZSLkGTUlÄS zu Dordrecht.

27. Mai, 10ck_Ubr, im Gebxiude der rovinzialvxrivaltuna_ zu Maastricht: Lieferung eines stablernen Fahrkabnes für die Fabre zu Lottbm. (in Limburg), Schätzung 2970 Gulden. Beschreibung (Loos) Nr. 91, liegt nach dem 13. Mai in den Räumen der ProvinzialNrwaltung und des Ministeriums für_Wafferbau, Handel und Industrie zur Einsicht aus. „Bei Franko-Anfrage_und gegen B6- zablung der Kosten erhältlich bei Gebrüder Van Cleef, Buchbändlsr, Spuk 283 im Haag, und durch deren Vkrmittlung bei den Haupt- gemeinden des Landes. Nähere Auskunft ist bei dem Ober-Jngenieur des 7. Bezirks zu Maastricht und bsi dem Ingenieur Marinkelle? zu Roermond zu erfra en. _

27. Mai, 352 br. Hoüändi1che Cisenbabngefclisckyaft, im Lokal der Zentral-Pcrsonenstation zu Amstcrdam, zunächst dem Warte- saal 111. Klasse: Loos Nr. 629. Lieferung von Magazingütern für die chtral-Werkstätte in Haarlem vom 1. Juli 1895, leßten Juni 1896, nach Abschnitten. Loos gkgen Vszablyng voxi 0,50 Fl. erhältlich im antral-Verwaltungßgebäude dcr GewUsckpast am Droogbak- Trockenbassm in Amsterdam und bei Franko-Anfrage (Einsendung per Postanweisung) im Bi,!reau ]Z'rZeérizz SU YZTSkiLS], Zimmer 191, des bezüalichxn Gebäudes. Nähere Ausschlüsse warde-n rrrbsilt durch an (»!be dsr Zßntralwerfsiätic in Haarlem.

Verkehrs-Anftalten.

Der Zostdambfor .Obdalm' der Nieder1_ändiich-Amerikaniscbsn Zamvischi abrts-Gefeüschaft ist am 8. Mai »! New-York ang?- ommen.

London, 8. Mai. (W. T. B.) Der _Casile-Damvfer .Dunottar Castle“ bat beuts au_f dsr Aukreirc Madeira passiert. Der Castlk-Dampfer „Roslin Castlc' ist Heute auf der Ausreise in Kapstadt angrkommen. Der_ Castle-Dampfcr .Grantully Castle“ ist gestern auf drr'Hc'imrc'iie in Loud o n an ekommen.

N cw-York, 8. Mai._ (W. T. B.) Nach eldungen ans Colon sind 1000 Arbeitc'r für die Arbeiten am Panama-Kanal angc'ithi worden.

Theater und Piufik.

Neuss Theater.

Bci rcr Ucbcrüutbung der deutschkn Bühnen mit französischon Stückkn war es anzuerkennen, daß das Nrue Theater gestern Abend auch einmal ein englisches Stück, das vieraktige Schauspiel .Die zweit? Frau“ ('1'116 5900116 Isr5.'1*xm 1161'8)") zur Au übrung ge- langen lieg. Dasselbcstammt bon Ar tb izrl-ÖIinLro, der si in England eines aus czeichneten Russ erstkut. Aux Grund dieses tücks muß man ind? en diesen Ruf fi"! ungerechtsertigt cracbten. Denn .Die: zweite Frxxu“ des Herrn Pinero ist nichts weiter als eine schale Sitten- komödie, französischer Geist in cnqliscbem Gewandc. Das französische Sittenstück hat auf seinem Triumphzuge dnrch Europa auch die britische Insel nich1 Verschont, aber im Yergleiäx zu seinen deutschen und italienischen Nachahmungen nimmt die englisch dkn niebriastenRang ein. Da ist von Charakteristik keine Rede mehr, und eine Entwrcklung drr Personen wird gar nicht versucht: auf Treu und

"Glaub?" muß man hinnehmen, daß die zweite Frau auf ihre jung-

fräuliche Stieftochter eifersüchtig ist; eine moralische Plattbeit folgt „der anderer], uni) srlten findet Lin gutes Wixwort seinem Wrg aus der öden Konveriation in das gelaaneiltk Pu likum.

Natürlich drebt fich das Stück wiedcr um den „dunklen Punkt“ in der Vergangenbxix ei1_1€§ Wéibes. Panla bai als jun es, leichtsmnigcs Märchkn den Kavitan .:.“?an Ardalr kennen und [ie en gelcrnt. Cr aber verließ fie wreker und ging nach Jndirn. Nach einem lock€ren Lebcn wird Paula dis junge zweite Frau des Aubrey Tanqueray, dcffen Tvchter aus erstkr Ehe, Elleay, gleichzeitig aus dem Kloster in das Vatsrbaus :urückkebrt. Wabmmnigc Eifersucht gegen das un- schuldige Mädchen und__ maßlose LangarVeile uälen sie in ihrer Ein- samkeit au,! dem Landnß Aubrsv's, und als llean von einer älteren, befreundeten Dame wider ibrxn Willen nach Paris entführt ,wird, lade't fie aus Trotz Line xrübere _Freundin ein , die „Lady" Orreyed gkworden ist. 321er dicic Gesellichaft bebagt ibr wiederum nicht. Mijtex1_ in diesen Zwicjpaltkcbri Ellsan aus Paris zurück mit dem G6- fiändniß, daß fic Henry Ardalc lisbe. In einer Folge dramatiscbcr Scenen erkennen Paula und Ardale fich wieder; der Kapitän flieht nach Paris, um abzuwarten, ob Paula ibrem (Gatten das Geständnis; ibrer Schulbmacben wird, und die unschuldige Ellean erfährt, das; fie ibren Geliebten nie wiekerfeben sol]. In einem Augenblick tiefster Selbstwerachtun tödte't sich die „zweite _Frau", Paula Tanqueray. _ Selten wobl it dem ublikum ein 10 sonderbarcs Gemisch von Spannung und Theatere ekten, von HilflosiYZkeit und dramatischen: Ungeschick geboten worden, wie in Pinero? “tück. Jm [exten Akt häufen fick) die Motive und andiungen, die Moralschluffe und Entbülluxithen derart, daß der Selbstmord di'r Heldin geradezu cr- lösend wi . , ' , ,

§Yineto's Schauspiel, stieß auf Widersrrnch tm Publikum, obgleich der 'utor durch die Darstellung ganz wacker unterstüßt wurdc. Erinnerte aiich die Wiedergabe der Rolle“ des Aubrey Tanqueray all- zusehr an _die, Provinzbübne, so hatte doch Frl. Nina Sandow als Yaula prachttge Momente, und Frieda Wagen fand für ihre lockere

olie (Lady Orreyed) Töne übsrzeugender Echtheit.

Jm Köni lichen Opernbause wird morgen Wilhelm Kienzl's musikalts es Schaujpiel .Der Evangelimann' zum vierten Mal gegeben. .

_ Jm Königlichen Schauspielhause elangen morgen Richard Skowronnek's Lustspiel .Halali' (Damen: oppe, von Mav- burg, Seebach, Jrreg Keßler, Grube, Klein, Purscbian, Herßer) und deffxn Schwank . te'stille Wache“ zur Aufführung. Am Sonnabend werdcn anla [ich des fiebthßn Geburtstags Gustav von Mofer's .Der Bib iotvekar“ und . tlitärfromm“ gegeben.

_ Am Sonntag Nachmittag findet als leyte Nachmittags-Vor teilung dieserSatson im Neuen Theater eine Aufführung von umas' .Demt- Monde“ zu baiben Yceisen statt. Am Sonnabend wird G. von Moser's einaktiger ch9rz „Ein Husarenstreich“ und am nächsten Montag Jbsen's .Wildente“ mit Sigmund Laufenburg als Hjalmar ziim ersten Mal in Scene geben.

Nachbem im Theater Unter den Linden die neuén maschi- nellen Einrichtungen nunmehr fertig gestellt smd, können mit dem