eine Schwächung der Vorlage mit sich bringen, die sehr zu be- dauern wäre. -
Was nun den zweiten Theil des § 111 anbetrifft, so kann
ich in dem Vorschlag der Kommission keine Verbesserung erkennen. Die Vorlage will Den treffen , der vor der Oeffentlichkeit Ver- brechen und Vergehen anpreist, dieselben als erlaubt darstellt, sofern die hieraus sich ergebende Verwirrung des Rechts- und Sittlich- , keithefübls die Gefahr in sich trägt, die Neigung zur Be- gehung ähnlicher strafbarer Handlungen beworzurufen oder zu steigern. Die Kommission will aber nur dannftrafen, Wenn der Tbäter Andere zur Begehung strafbarkr Handlungen angereizt hat. Darin sehe ich Sine Abschwächung des Geseßes, zu der ich kein ge- nügendes Motiv erkennen kann.
Ebenso halte ich es juristisch nicht zu rechtfertigen, wenn die Anpreisung Von Handlungen mit Strafe bedroht“ wird, die, wenn auch sittlich zu verurtbeilen, dennoch nach dem geltenden Recht nicht
strafbar find.
Im übrigen kann ich mich, was den § 111 betrifft, dem Antrag der Herren Abgg. von Leveßow und Genoffen anschließen. Ich kann Ihnen nur empfehlen, sich über eine Form des Gesetzes zy der- ständigen, die der Regierung die Mittel an die Hand giebt, revolutionären Bestrebungen mehr als bisher mit der nöthigen. Kraft
entgegenzutreten. , Abg. Dr. Bartl) (fr. Bg.): Nach den Ausführungen des Retcbs- kanzlers ziehe ich den Schluß, daß die RetchSregrerung auf das n- standekommen des Geseßes kaum noch rechnet. Der Reichskanzler at "auch auf die Erscheinung hingewiesen, daß der Tvxtl de's Hauses, der früher am lautesten nach der Umsturzvorlage rief, jetzt gegen dre leßtere auftritt. Jeb folgere daraus, daß selbst dre, welche der Um- sturzvorlage früher so sympathisch gegenüberstanden, wre dt? Natiorxal- liberalen, mehr und mehr zu der Ueberzeugung kommen, daß es nicht angeht, die Vorlage zum Gases werden zu 1affen. In dem ersten Theile des zweiten Absa es des § 111 sol! die Aufforderuria zu'xmem Verbrechen auch dann stra bar sem, wenn siedbne Erfol geblieben ur. In Deutschland kommen jährlich nur etwa 30 Faklle der Auffgordrrung zy einem Verbrechen zur AbUrtbeilung, das macht emen Fakl auf ? Milltynen Seelen. Wir sehen also ksin Bxdüran zu einer,AuSdebnur)g dresrr Gesetzesbestimmungen. Von größerer edeutung ist. der zweite Tbeck des zweiten Absatzes des § 11], Welcher eine Kollektion v'on Vergeben aufsteklt, deren Anpreisung oder chhtxertigung strafbar sem solx. 'Das ist einer drr Kernpunkte der Vorlage. DLL Fesistrllung der dezyglichen Bestimmungrn hat bereits zahlreiche formaltsitsche Schwterrgk€1ter1. Es handelt fich um die Frage„ ob eine Anpretsung xder R€chtsertp Kung strafbar sein soll, weil ste eine Anreizung Enthalt, oder w'erzn sie eine Anreizunq enlhält. Die Mehrheit drr Kommtsfiow rst der le teren Ansicht und dre assung des Amendemenxs der Kon ervativen Entsprichx diescr Aufi t._ Dieses Amendement will die Anvreisung oder Rechrierttgung straffalltg mache'n, wknn ße m einer Weise ersol t, die geeignet ist, zur, Brgebung 211188 Verbrechens oder eines Verge ens anzureizen. Damrt ist ja das objektWe Merk- mal Verloren und nahezu aUes dem subjektiVen Ermeffen des Rtchters anbeimgestellr. Es wird schlikßlich auf das Temperament des Richters, seine politischen Anschauungen 2c. ankommen, ob c-r eme Verurrhsilung eintreten [affen wil1. Die Staatéanwaltschaft aber „wird hei ihrem Vorgehen rein auf diskretionäres Ernrkffen angewiesen „sein. Mein Antra bezweckt, den Nachweis der Absicht der Anr'etzung zu fordern. Zlber auch er ist nicht ohne „Bederrken, da bei dem rinzip der freien BeweiSwürdigung der Richter l_WWLX izr der Lage Yin wird, aus dem Zusammenhang der Umstarzdr die Abstcht zu präzisieren. Ich stehe dcm § 111 prinzipiell ablxbnend gkgenüber und Mrde grgen denixlben stimmen, auch wenn mem An- trag angenommen wird“. Es ist nicht möglich, in der_Bkikandlung der Erzeugnisse der Literatur auf Grund dsr Vorlage dre Grenze zu zielZen, welche zum Schuße dcr klasfisch€wLiteratur ndtbtg ist. Das le che dramatische Siück wird an vrrschtedenrn Gerichten ganz ver- ?chieden beurtbeilt werden. Nack) der Vorlage würde man nicht einmal mehr die unglückjeligen Fuchömüßlrr Bauern entschuldigen dürfrn. Der reß'sreiheit würde die Vorlage überhaupt eine Ende machen. J arb meiner Ueberzeugung werden die anarchistischen Umtriebe, gegen wxlcbe die Vorla e sicb richret, an er- ordentlich überschäßt. Die Most'ychzx „Fretheit“ at nur dadurch Be- deutung gewonnen, das; yon o'ben'immer auf fie hingswtescn wurde. Was die fozialdemokratische Agitation anlangt, so, täuscht man sich über die Gefährlichkeit derselben. Sozialistische Agitawrxn, wenn fie jung sind, mögen vielleicht übertreibrn; abxkr wenn sie alter werden, nimmt das von selbst ab. Die Freiheit, welche den Sozial- demokraten seit Aufhebung des Sozialistengeseßes gcgeben war, hat sehr dazu beigetragen, diese Uedertreibungen emzuschränken, und es ist in erster Linie ein Verdienst der sozialdemokratischrn Führer, daß bei uns der Anarchismus keine Rolle spielt. Friedrich wels, der auf dem Gebiete der Sozialdemoxratie eine Autorität ist, an bei den deutschen Sozialdemokraten gls wlche gilt, weist in der Einleitung zu seiner Außgabe drr Marx'xchen Werke nach, daß die Sozialdemokratie, wir die Sachen jrßt [[LJM, gar kein Jntereffe daran hat, ihre Ziele mit eralt zu erreickyrn. Sie könnte im ngentbeil ihren Gegnern keinen «rößcren Gefakletr thun, als mit Gewalt vorzu- gehen, wahrend ihr rézsnrs Interesse eine langsame, organische Ent- wickelung Verlange. Ill der Thgt, nach dem langjährigen Er- fahrungen, die wir mik der sozialdemokraiijcben Kartei emacht haben, wird man fich der Ansicht nicbt Verschlikßen önnen, aß es ehrlich gemeint ist, wenzi fie behauptet, keine Gewaltakte zu oncn. Es ist anz klar, daß die Partei fich allmählich aus einer revoluiio- närensiYartei im Heutigen Sinne 'zu emer Reformpartei entwéckclt. Eine eformpariei aber strafreZZtltch zu verfolgen, dazu liegt kein Grund vor. Wir Bnnen nichts Schlimmeres thun, wenn wir uns der Entwickelung der Sozialdemokratie enigrgenstellen woÜen, als uns auf den Boden einer Angstgescßgebugg zu stLULU. Uns bleibt nichts Anderes übrig, als unsere Nerven zu stquen; denn wir laborieren a_n Nerven- schwäche. Die Sozialdemokraiié ware „nie zu ihrer heutigen Entwicke- lung gelangt, wenn fie nicht emcni 19 angstlickyen Vürgertbum gegen- überstande. Wir bitten daher, die __qanze Umsturzvorlage oder aber zunächst den § 111 _in berden Fanungen abzulehnen, oder endlich ch § 111 höchstens in der Von mir vorgeschlagenen Fassung anzu- ne men.
Abg. Freiherr von Manteuffel (dkons.): Ich bezweiße sehr die Richtigkeit der Ansicht des Abg. Dr. Bartl), daß die sszialdemo- kratis e Parisi aus, einer revolutionären eine reformatorische geworden sei. m Gegentherl! Wenn die Entwickelung jener Partei jetzt auch eine mehr bürgerliche Tendenz angenommen hat, so ist das nur ein Deckmantel, geeignet, solche Leute,. dir nicht näher zusehen, zu täuschen. Jene Herren find klug germg, mrt tbren eigentlichen Tendenzen nicht eher bervorzutreten, als [US sie ihre Zsit für gekommen halten. Dann werden denz Abg.,Ur. Bartl) die Augen aufgehen. Nicht die Jrci- bert,_ die die Sozmldcmokrairn bri uns génikßsn, kat dazu gefuhrt, daß in De_utscbland vom Anarchismus _ weniger zu spüren ist als in guderen Landern; der Grund 1iegt darin, daß das deutsche Volk im Großen und Ganzexr em cßrrstlickpes Volk ist, das zu sehr mit Liebe zu [LLEM Gott und Heiland _balt, als daß es den anarchistischen Lehren Thur nd Thor öffne. Es ist ferner ein monarchifcbes Volk, es hat eine tntakte Armee, rind es werß, daß bei uns für die armen Leute viel aslban wird. Dtesepofitive Arbeit erschwert es den Anarchisten, mit ibrec- “FHM" Arbeit vorwcirts zu kommen. rungenmdes , . 1)r. Bartl) mussen unsere Richter eigentlich eine
an) „jammerlt ? Klasse von Ménscben sein. Gerade von jener
te kann dock; sonst der Rrchtersrand garnicht hoch genug emporgeboben werden. Wizz „er bx: diesen aragraphen gel- tend machte, _ kann er schltxßltch bei den mei en Paragraphen des Strafgeie buchs vytbrmgen, Vom subjektiven Ermeffen des Richters bngt fast immer mel ab. Was unsere Stellung an:
_be i_edigen konnte, das haben wir nie verstanden,
“'in keiner Weise; sie hätten schärfer sein müssen.
Nach den Ausfüb- .
zu eHen, -„ , a - .: “Antrag _ * 113,11nJFY-47ff1 ? enqmuxen werden sollte, 11 cht m der ie en Para-
aae sein würden, ZX _
rapben zu stimmen, und damit würden wir glaube , auch_nicht m _er Lage sein für das G etz, wie es |ck *iernex gestalten wurde,_ zu xtimmen. Die gegnerische “J |bat uns forxwahrend bezichtigx, wir eien Freunde der Vorlage. as sind wir niemals gWesen, nicbt in der:?Faffunk; "der Regierungsv xlage, noch weniger aber in der Fassung, die fie n der Kouimi on erhalten hat. Wir haben “zum mindesten erwartet, daß noch andere "Gesetze vorgelegt werden würden, die wir schon lange gefordert haben. Ich erinnere nur an die Börsenreform, an das Gesexz gegen den unlautern Wettbewerb, ferner an Maßnahmen zur Milderung der Noth in der Landwirtbsehaft. Einzig die Sviritusvorlage ist uns zugegangen, Als der jeßige Reichs- kanzler die Erbschaft seines Vorgängers übernahm, konnte manqvielletcht im An enblick ein apderes Grieß nicht einbringen; man hatte dann aber f glich noch“ einige Wochen oder Monate warten können., Abxr da diese Vorlage eingebracht worden ist, die nach keiner Seite hm Die Richtuné, die wir dabei im Sinne haben, ist ja eine wesentlich andere, a s die der linken Seite des Hauses. Besonders die Be- stimmungen nach der militärischen Richtung hin Fnügen uns ie Vorlage hat nur das_Gute gehabt, daß srchrnebr und mehr die Ueberzeugung Bahn bricht, daß, wenn _man den suöverfiVen Tendenzen überhaupt bel- kommen will, dies schwerlich auf dem Boden des gemeinen Reckxts . schehen kann. Gerade die Herren, wie der Abg. Dr. Barth, drr immer gegen Aanabmegeseße geeifert und gesagt haben, daß man aÜes auf dem Boden des gemeinen Rechts erreichen könne. wenden fich nun am heftigsten gegen diese Vorlage. Es wurde uns ferner vor- eworfen, daß wir mit der Zentrumspartei ein Kompromiß_abge- Schlossen haber; man hat das konservativ-klerikale Bündniß als'Schreck- gexpenst an die Wand gemalt. Ich verbeble nicht, daß wir in vielen Fallen, zz-tm Beispiel beim Volkssckyulgefetze, mit Freuden em Bündmß mit dem Zentrum geschlossen und damals nur bedauert haben„ daß das Volkssäoulgeseß nicht durchging; in diesem Fakle abxr bat e_m konserVativ-klsrikales Bündniß me bestanden. Gerade die Antrags, dre meine politischen Freunde und ich zum § 111 estellt haben, beweisen das zur Genüge. Wönn die Vorlage a1s spl e uns auch in ferner Weise befriedigen kann, so haben wir doch die Worte Seiner Majestal des Kaisers in Königsberg, wo er die Rothwendzg= keit anerkannté, das; fich aÜe staatßerbaltenden Parteien zusammenschließen müßten zum Kampf für Sitte, Religion und Ordnung, mit der größten Freude begrüßt. Unter dresem Eindruck haben wir versucht, uns mit dieser Vorlage zu be- freunden und „wenigstens das aus dem Gesetz herauszunebmen, was uns nerbwend/ig und möglich erschien. Das einzige Gute 9118 der KommnsionSberatbung ist das stärkere Hervorkebren der chrtstltcben Anschauungen. Jm übrian ist die Vorlage wesentlich, verschlechtert. Drirch unserer) Antrag wo en wir eine Verbefferunxz eintreten lassen. Wir haben die Pflicht, der Regierung Waffen in die Hand,» geben- u_m den revqlutwnaren Tendenzen zu begegnen. Gerade bet der Be- kampfung dxeses Paragraphen in Versammlungen u. 1. w. smd An- sichten zu Tage getrexen, die Von einer Troßen Unksnntmß nicht nur der Vorlage, jondern auch des Strafgesetzbucbs zeugten. Ich will nicht verscHWeigen, daß es urxs Wunder nelZmen mu_ß, zu sehen, wie man uns mit den heftigsten Vorwürfen uber- srhuttet hat, wxnn wir in irgsud einer agrarischen Versammlung fur emen Antrag emtreten, und wie andererseits diese Vorlage von den aÜerungeergnetsten SteÜen aus bekämpft wird. Ich erinnere nur an dl? Versammlung vor weni en Tagen in Berkin. Gegen die_gewerbs- ma ige Agitation gegen ristlichen und monarchischen Smn muß S ay gßwabrt, sie muß nach Kräften unterbunden_ werden. Dazu woÜen wir, soweit wir es können, der Regierung die Mittel an die
xrot-xxx-k-ÉYW,
lls; r ck
- Hand geben.
Abg. „Arier (Soz.): Es ist mir aufgefallen, daß diejenigen Herren, die früher gegrn die Vorlage waren, jetzt anz cznders ge- worden sind. Sie hoffen, daß, wenn das Umstarzgeéeß Ylcht ange- nommrn „wird, ein Ausnabmegesrß einlgeführt werden konne. Ick) warne Sie auf das eindringlichste, ein so ches einzubringen. WWS"? beabsichtigen, das wird Ihnen nie gelingen: die_große Arbeiter- bewegung kkxnnen Sie nicht aus der Welt schaffen. Sie werden besser könn, sich ihr anzubequemrn. Der Reichskanzler hat einen_Au_s- spruch getbaxl, den wir unterschreiben können,. daß namlich die" roße Geistesbewsgung drr Jeßtzeit nicht durch em „Gases unter- dru t Würden kann. Wenn aber die Regisrung diese richtige Ueher- zertgung; hat, “warum Versucht fie es dann, diesem Fortschrit'te Hindernisse rnit ein aar auf Papier geschriebenkn Paragrapb-Zn m den WSJ xu legen“.) an kann den Fortschritt nicht aufhalten, wobl abrr kann man seine Träger mißbandeln. Und man hat_ sie auch m: [)„andelt. Aber unsere Zeit der Aufklärung soÜté endlich damrt au horen. Der Reich§kanzler hat ferner Von einer Protxstbewegung „Lsprochen. Wrr stehen disser Bewegung mit sehr qemrschten Ge- rzhlen gegenüber. Unter den Protestlern befinden sich solche, denen die Vorlage zu wenig bietet, solche, die sich an einzelnen Punkten stoßen. „Ich habe in dem Organ des Zentrums, der .Germamg“ gelesen, daß die Protestler gottlose Frei- maurer seien. Das Schreckgespenst der Protestanten “find „dre Jesurtey. Freimaurer- und die Jesuitenfurcht find dre berden Gegensaße, die sich gleiib Vereinen, sobald die Sozialdemokratwkotymt. In deri Kommissionsfißungen haben einzelne Kommisfionßmttglteder aÜmabltch den Geschmack für die Sache Verloren, und zwar so ver- loren, da fie bei den le ten Si ungen garnicht mehr anwesrnd waren. . „nderen dagegen it der (He chmack für die Sache gewachsen. Aus politischer Klugheit können Sie, garnicht für das Geseß lTtr'mmen. Der § 111 “rst eine Musterleistung juristischer Vsrschwommen ert.. In drr Komnnsfion schon wußte niemand, wie er fich zu diesem PÜWUWPÖM stellen sollte. Zur Aushilfe beruft man, sieb immer wieder darauf, daß man Vertrauen zu unseren Richxern babxxi musse. Dieses Vertrauen theilt meine Kartei in keiner WeUe. In der Praxis würde sich die Sa e doxb so ge- stalten, daß man nur die Person und nicbt die? Thatsache in Betracht zreht, wen_n es sich um die Aburtbeilung eines Sozialdemokraten handeln wird; Wslcbe Folgen wird es haben, wenn der § 111 an- gxnommen wird? Große Theile unserer klassischen Literatur werden nicht mehr bestehen können. Und wie wird es mit der Bibel stehen? Darin sind Dinge erzählt, deren Rechtfertigung direkt unter das Geseß faÜen würde. Man rechtfertigt das Vorgehen egen die Sozialdemokraten mit der anarchisti- schen Ltteratur. ir lehnen die Verantwortung für diese Literatur ab; _Der Abg. Freiherr von Manteuffel sagt: die Ruhe, die augen- bhckltcb „ber den Sozialdemokraten herrsche, fei besonders gefährlieb; die Sozialdemokratie verdecke ihre eigentlichen Ziele, die auf den Lewaltsamen Umsturz ausgingen. Wir denken nicht an den gewalt- amen Umsturz. Gerade dadurch, daß wir auf Yseslicbem Wege Vor- gehen, gxwuznen wir das Proletariat, und dieser ese mäßigkeit werden St,?- „schlzeßlich doch noch unterliegen. Sie (zur Re ten) finden Ihre Privilegien bedroht und drängen zum BlutVergießen. (Vizepräfident c(Fchuzidt ruft den Redner wegen dieser Aeußerung zur Ordnung.) Ick) 5111? „Sie, den § 111 und das ganze GeseZ abzulebnéu, dam“- werden Sie dem sozialen Frieden einen wirklichen ienst geleistet haben.
Bevollmächtigter zum BundeSrath, preußischer Kriegs- MmuterBronsart von Schellendorff:
Meine Herren!_ Der Herr Vorredner wendrte sich persönlich an tmcb in seinen Ausführungen und bemerkte, daß die Sozialdezxxpkraten fich wobl hüten würden, vor das 8 MiÜimeter-Gewebr zu kommen und sich als Zielobjekt zu stellen. Er drückte dabei aus, die Armee lege entschieden ein großes Gewicht und einen großen Werth darauf, dergleichen Schießversuche zu machen. Ich muß erklären, meins Herren, daß die Armee es als ihre vornehmste Aufgabe betrachtet, an die Grenzen zu mar'schieren, wenn sie bedroht find, und den Feind zu schlagen, und daß fie sich sehr wohl bewußt ist, daß der Lorbeer, der
lassen.. (Anhaltendes, schallendes Gelächter.)
isr- Fabnen' fcbmückt- nicbt anf “den Straßen grünt. anf denen „;
unbotmäßige "Pöbelmaffen zu Paaren treith Wir betrachten ck ck eine angenehme Pflicht, .das der Polizei und der Feuerwehr zu über.
Ab von Kardorff .): Im Namen meiner ich die olgende Erklärung a zugeben: ,Die Deutsche Rei als den eigentlichen Zweck der" dem Reichsta e unter Drucksachen zugegan enen Geservorlage den “ÖFB der bürgerlichen Gesellschaft gegen d 6 auf den msiurz der e enden Staats- Und Ge'sellschaftsordnunZLgerichteten Bestrebungen der sozialdemokratischen Partei angesehen. ir waren von vornherein darüber nichtzweifelhaß daß die von dem früheren Reichskanzler vorbereitete Geseßesvorlage der; Anforderungen nicht entsprach, welche wir im allgemeinen öffent. lichen Interesse an ein solches Gesch stellen zu müssen glaubten- namentli vermißten wir Bestimmun en, durch welche die auen Um: sturzbestre ungen abgeneigten und ein riedlicbes Zusammenwirken mit ihren Arbeitgebern wünschenden Arbeiter gegen die Willkür und den
crrtei ba Partei [)J
Despotismus sozialdemokratis er Führer und Arbeiter, sowie die '
Arbeityehmer gegen frivole usstände wirksam escbü t und die Organisationen der sozialdemokratiscben und anar istis en Parteien gehindert würden. Die Arnderun en, welche die__ Gese eg. vorlage in der Kommission erLabren hat, laWn i ren ursprünglichen “Zweck, zur Bekämpfung der Sozialdemokratie zu dienen, kaum noch erkennen. Dagegen haben Bestimmungen Auf, nahme gefunden, welcbe zumal für politisch und kirchlirh errrßts Zeiten, bei dem großen dem Richter gela'ssenen Spielraum ernste Befurchtungen Waehrufen daß auf weiten Grbieten des ö_ffentlichen Lebens nicht nur die freie Meinungsäußerung, sondern selbst die Freiheit der wissen- schafilicben Forschung gefährdet würde. Andererseits ist durch die Streichung des §130a des Strafgeseßbuchs jeder Schutz dagegen beseitigt, daß die politijchen Agitationen von Geistlichen beider Konfessionen in die Gotteshäuser grtragen Werdém Bei der Zusammensetzung deS Reichstags können wir die Hoffnung auf eine unseren A sichten entsprechende Abände- rung der Kommisfionsvorschläge ni t hegen; wir _werden uns daher darauf beschr_änken, von dyn Vorschlägen der Kommijfion nur für§112 des Strafgejeßbucbs und Art. 11 und 111 des Militärstrafgeseßbuchs zu stimmen, und haben die Absicht, uns an den Diskussionen in der FWthkn Lesung vorläufig nicht zu betheili en. In der dritten Lesung werden wir die ganze Gesetzesvorlage able nen. falls sie in der vor. liegenden Fassung der Kommissionsbesckzlüffe angenommen werdrn sollte.“
Abg. Dr. Ennrccerus (nl. : Wenn ich auch nicht in allen
Punkten mit der Erklärung des orredners übereinstimmi', so sind doch am!) meine volitischen Freunde der Ansicht, daß die Vorlage in der Kommission in einer Weise umgestaltet worden ist, daß sie ihren Zwecken nicht niehr entspricht. Die Vorlage ist in der Gestalt, in der sie die Kommission verlassen h_at, für uns unannebmbar. Wir haben deshalb Überhaupt darauf verzichtet, besonderr An, trage zu fteUen. Wir wünschen schärfcre Bestimmungen gegen politische Ausschreitungexx, wie sie andere Länder bereits Haben; aber die Freiheit wiffen1chaftlicher Darlegungen und sachlicher Be- sprechungen, Von gegenwärti en und vergangenen Ereignissen halten wir für dringend geboten. Zu dieser Beziehung haben wir erhebliche Bedenken gegen die Vorlage. Wenn der konservatiVe Antrag von der Voraussetzunx ausgeht, daß nur das bewußte Anpreisrn von strafbaren Handlungen strafbar sein solle, so wird ein großer Theil meiner politischen Freunde dafür stimmen. Von unseren Richtern habe ich doch eme bsffere, Meinung als der Abg. Dr. Barth. Ich glaube, wir können ihnen eine objsktiva und sachliche Handhabung dieses Para- graphen zutrauen.
Abg. Dr. yon WolSzlegier (Pole): Die Behandlung unserer arter im preußischen Landtage veranlaßt uns, mit rößiem kevtizismrxs an die Vorlage heranzutreten. cb verkenne ni t, d?
im Strafaewßbucb insofern eine Lücke Vorhanden ist, als für den Fa , daß es fich um erfolgreiche Aufreizun handelt, kein Unterschied zwischen Vrrbrechen und Vergehen gema t wird. Daher stimme ich dem ersten Theil des § 111 zu. Dagegen bin ich nicht in der Lage, dem zweiten Alinra des zweitrn Absaßcs_ zuzustimmen. Von Hobrr Seits ist uns der Vorwurf gemacht worden, daß wir _ Polsn zu den Umsturzparteien, zur äußersten Linken drs Hauses gehörten, namentlich der Adel und die Geistlichkeit. Dem ist keineéwegs so. Aber wir können zu diesem Theil des § 111 unsere Zustimmung nicht geben, Weil unsere Kunst und Literatur durch ihn am meisten gefährdet wäre. Wenn wir unsere nationalen Helden feiern, so könnten wir dem Straf eseß verfallen. Am unverfänglicbsten ist noch die Vom Abg. Dr. Bart vorgeschlagene Fassung, für Welche wir 1eventurll stimmen würden. Im allgemeinen aber sind wir gegrn
].
Abg. Reindl (Zenn): Im Namen meiner politischen Freunde baba ich die folgende Erklarung abzugeben: . unächst geben wir dem Reichskanzlrr zu, daß die Vorlage ihren C arakter in .der Kom- misfionsberathung geandert hat; aber ni t durch Hineinzreburxg von Materien, welche der Vorlage fern lagen, ondern durch Hmeinztebuna von Materien, welche in der Vorlage nicht genügend bechm waren. Der- Kaisrr hat zum Kampf für Religion, Sitts und Ordnung_ aufgerufen; die Vorlage beruck- sichtigt nur den Kampf für die Ordnun. Wir ,woÜten aber
die Vorlage so außgestalten, daß auch Schutzma regeln getroffen wrrden -
für Religion und Sitte, ohne dabei die Ordnung außer Acht zy lasen- was unter anderem der § 112 der Kommiffionsbeschlüffe béWLlst. Der Herr Rrichskanzler hat von diesem § 112, der in weitgehender Wkksk eer und Marine schützt, keine Notiz g-mommen. Wir werden ferner eit darauf zurückkommen. Zum § 111, der heute zur Beratbunß feht, erklären wir, daß wir weder in dem Antrag des Dr. Bartl) noch in jenem der Konserdativen egenüber der writ- gebenden Vorlage eine Verbesserung der ommissionsbesckßluße zu erkennen vermögen. Wir werden daher in der zweiten Lesung fur die Kommissionsfaffung des § 111ftimmen; be üglich der ggnzk" Vorlage bemerken wir, daß auch uns die Befrhlü e der Kouzmlssxl)" nicht aUrweg gefallen und genügen,_ daß wir bereit sind, in El!“ Weitcrberathung der einzelnen Bestimmungen einzugehrn, uns aber die Schlußabftimmung auSdrücklich vorbehalten." „. Abg. Munckel (fr. Volksp.): Das Schicksal der Vorlgsk laßt fiel) mit einiger Bestimmtheit voraussagen; daß es ein negatives'sxm wird, wird die Abstimmung über § 111 zeigen._ Ich werde fur die!?" Paragraphen nicht zu haben sein. Die Strafe 'für Aufforderung zu einer strafbaren Handlung darf sich nicht nach der, Schwrre des Ver- brechens, sondern nach der Gefährlichkeit der Anreizung richten. AU" reizungen zu leichten Ver eben finden schneller Boden, als solche zu schwer?“- Es ist ein ganzfalsches rinzip, dasbierzumAusdruckkommt. Derzwklte Theil des Paragraphen behandslt ein Vergeben, das man bisher noch nicht gekannt hat. Er streift den Grundsaß daß Gedanken wenigstens nicht bestraft werden sollen. Er will die Neigun „ zu Betz brechen strafen. Wie wäre Es nach dem Gesetz mit 'tkler an Goethe geworden! Nach Dichtung der Räuber wäre Schiller fich“: mtt Gefangnifz bestraft worden; was wäre aber gar aus BKM 7" Fälligen Verbrecher ewordrn, der später es noch wagte, den, FWH“) 3" chretben! Der Di ter wird selten oder überhaupt nichr die WirkJUZJ arzf audcriiäudigs Leute eruréffsn könurn, wsnu ér dic THAT, ?!" seiner Helden preist. Wir können dem (Heseßentwurf nicht zustjmmen und hoffen, daß er abgelehnt wird. . „ „ Abg. Zimmermann (d. New.); Namens meiner PÄMsthW Éreunde h_abe ich zu erkchren, daß wir nicht in der Lage sind- orlage m der Kommiifionsfassung unsere ustimmung _zu „9? F"“ Mit Außnghme vieUeicht der Militärparagrap en sehen, w:r„1n, 3? Vorlage nichts Ersvrießliches für unser Volk. Eigentlich MÜ lever memand „mehr die Verantwvrtuag für die Vorlage übemebmeu- „au Abg. Freiherr von Manteuffel nicht, troßdem gerade aus den NUN" en Konservativen, wie aus denen der Nattonalltberalen Rufe nach "Lud Gesetzen gegen dcn Umsturz in zahlreichen Petitionen laut eworhen "; Der Antrag Barth erscheint uns als das kleinste Uebe . frUÜÖ :: er de'utet er ja aur!) une Verwerfun des Geseßes. dem WZ - oft stimmeg'cb darm überein, daß aurZich mi den Gerichten egenu .“ im sehr kritisch verhalte. Die Soztaldemo atie aber wo en Mk
' doch «die Heften Verb “Konfesfion-
k. 49 der
*bereits ermäßigt.
»
hoffen mit den S emokraxen fertig zu werden; haben
ten in ihren ergenen Reiben, die alles f
“. "T- ***Geisteskampfe Mm, knickt durcb Geseve-vorsobriften. Yi? „ “,
umstürzen, wo sie auch hinkommen, unsere Mitbürger jüdischer Sie werden aueh an die Sozialdemokratie zerseßend wirken, und wir werden diese besiegen auf dem Wege sozialer Reformen, nicht der GeseßÉbung. Ab . von altscb kons.): Der Abg. Dr. Enneccerus forderte uns an?, zu sagen, wel es, der Sinn unseres Antrags sei. Es ist eine Er_abrung, daß man einem Agitator selten die Absicht der An- reizung zu einér straWaren andlung nachweisen kann. Unser Antrag wiki diesem Mißstand-abbel en; es ißt darin nicht yon einer Anreizung zu einer bestimmten strafbaren Handlung, sondem zu strafbaren Hand- lungen der betreffenden Art die Rede. Schriftsteller wie SchiÜer und Goethe werden von dieser Bestimmung nicht betroffen werden; dur? ihre Werke ist noch niemand zu strafbaren Handlungen bewogen wor en.
Um 51/4 Uhr wird die weitere Berathung auf Donners-
tag 1 Uhr vertagt.
Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten.
63. Sisung vom Mittwoch, 8. Mai.
Ueber den Beginn der Sißung ist gestern berichtet worden.
Auf der TageSOrdnung stand unächst der von den' Abgg. Letocha und Gen. eingelzrachte ntrag auf Ermäßigung der Ei enbahnfrachtsa?e für Montqn: und land: Wirths aftliche Produ te aus Schlesien.
Abg. Szmula (Zentr.) wies auf die Bedeutung des Antrags für die landwirtbscbaftlicben Produkte hin. Eine Verbilligung der Tarife für die Landwirthschaft sei eine unabweiébare Nothndigkeit.
Geheimer Ober-Regierungs-Ratl) Möllbaufen:_Für die [(Wd- wirthschaftlicben Produkte hat der vvrliegcnde Antrag wenig Zweck, da ein nennenswerjher Absatz folcher Yrodukte aus Schlesien in den Ostsee- provinzen nicht stattfindet. nders steht es mit der Ausfuhr. In dieser Hinficht werden dem Landes - Eisenbahnrafl) ent- sprechende Vorschläge gemacht werden. Das gilt namentlich für ein Produkt der schlesischen Zuckerindustrie. Was die Montanindustrie anlangt, so smd dix: Tarifsäßx für Eisen und Zink Ein Wunsch, die Koblentarise noch mehr zu er- mäßigen, ist bisher an die Eisenbahnderwaltung noch nicht_ßrran- etreten. In den Provinzkn West- ur-d Osjpreußen ist der Ab1at3 der Lehlefischen Kohle gegenüber der englischen dele so fort eschritten, daß eine andere Herabseßung der Tarife nicht nötbig ers eint. Anders steht die Sache mit Bezug auf die Tarifsä§e_ nach Strttin. Hier eben die Frachtsäye etwas über den Durch1chqitt heraus. Die Einfuhr der engliseben Kohle nacb Stettin ist infolge dsffen auch eine recht hohe und übersteigt die Zufuhr schlksrscher Kohle bedeutend. Der Landes-Eisenbahnrath Hat eine _Herab- feßung der Tarife früher abgelehnt, in Anbetracht der vrrandrrten Verbältniffe wird aber die Eisenbahnvrrwaltung mit emerrr glrixben Antrag erneut an den Landes-Cissnbahnrath herantreten. Die Zufuhr der Kohle in Berlin hat sich in Bezug Zur Ober1chl€fien verändert; aber nicht auf Rechnung der englischen Koble, sondern infolge des vermehrten Verbrauchs von Braunkohle. Für Eisen bxsieht sch011_, soweit die Ausfuhr in Betracht kommt, ein bewnders btÜtger Tarif, und zwar für die Ausfuhr aus Oberschlefirn ebenso wie aus West- falen. Geäußert ist der Wunsck), die Tarife zu ermäßigen in Yezug auf die Ausfuhr naä) nichtdeutscben, nicht nur nach außereuroyanchen Lälxtdlxrcktyi. Nach dieser Richtung hin wäre eine Aenderung vreÜetcht m gi ,
Abg. Burghardt (nl,) führte aus, daß die Lage dsr schlesischen Montanindustrie durch Einführung ratiqneller niedriger Frachten Wohl gebessert werden könnte, doch würde eme solche Herabfeßung der Frachten auch für Niederschlesien und andere Industrien von Bedeu- tung sein. Er hätte gewünscht, daß der Anxrag weiter gefaßt wordxzr wäre. Im allgemeinen sei aber die Dur führung der Staffeltarire für Schlesien wichtiger als niedrige Außna metarife. Ausnahmetar'ife kämen stets nur kleinen Kreisen zu gute, Staffrltarife der Allgemein- heit. Redner beantragte Ueberweisung des Antrags an eme besondere Kommission von 14 Mitgliedern.
Abg. Von Heydebrand und der Lasa (kons.): Wo irgend möglich, müßten die Interessen Von Landwirthscbaft und, Industrie emeinsam vertreten werden. Der vorliegende Antrag beweist, das; dre ?cklefische Montanindustrie je t mehr'daran denke, als Es früher der Tall gewesen sei. ImJntere1e der schlesischen Landwirthschxafr sei eme _erabfeßun der Tarife nach Berlin wünschenswerth. „Nicht richtig scheine 623 i m, gerade die schlefische Landwirtbfcbaft allem zu berück- 1chTigen. Eine weitere Einführung von AuSnahme-tarifen sei czn sich edenklich, wirther sei vielleicht eine allgemeine andere'Klassifizierung der Tarife für etreide. Er hoffe, daß in der Kommqsion ein gang- barer Weg werde gefunden werden.
Abg. von Kölichen (kons.) wünschte Einführung von Arranhme- tarifen auch für andere Industriezweige, namentlich für dre Ulkdkr- schlesischen Töpferwaaren. , , _
Ministerial-Direktor Brefeld: Auch die Regtérung babe em Interesse daran, die inländische Industrie vor der Konkurrenz des
Auslandes zu schüßen. Man dürre aber nicht Vergessen,. daß neben den Cisenbabntarifen auch die häufig wechselnden Tarife auf 'den Wafferstraßen berückfichtigt werden müßten. Die Berathung „xmer enereUen Ausdehnung der Tarifermäßigungen in einer Kommqfion ?ei mit dem Anfrage nicht vereinbar, der nur von STUFE" "syreche.
Abg. Beumer (nl,) hob hervor, daß ein? generelle rmaßigurrg der Fracbttarife auch für die rbeinisch-westfalis_che Mon_tanindustrte nothwendi erscheine. Ob für Schlesien qÜein eme Ermaßigung an-
gebracht set, müsse im Eisenbabnratb entschieden werden.
Im S lu wort wies der Mitunterzeichner des Antrags Abg. Gothein (r. g.) Vor allem darauf hin, daß schon inrJabre1886 S_tettiner JndustrieÜe sicb zur Abnahme schlesischer Kohle Verpfychret batten, wenn die Eisenbahntarife ermäßigt würden. Trotzdem sei dies noch immer nicht geschehen. „
Zur Geschäftßordnung bemerkte Abg. von Tiedemann-Bowst fr. kons.), der Abg. Gothein habe in seinem Schlußwort unrrchtxge „Fxsachenstaärgefübrt, in der Kommission werde Gelegenheit sem, dies
rt 9 zu e en. _ „ Der Antrag wurde einer Kommrssion von 14 M11- gliedern überwiesen. „ _
Hierauf folgte die BerathunÜ von Petitronen.
ie Vertretungen der Städte llenburg und AnYerburg, der Kreißausscbu des Kreises Angerburg petitwnieren um usbau dxs Masurischen chiffahrtskanals Angerbura-AllenbM. Chemo wunscht eine Petition aus Lösen den Ausbau des asurischen Schi abrtskanals.
erichterstatter Abg. von Tiedemann-Vomst, beantragte namens der Bud etkommisfion, die Petitionen der Regrerung 918 Material zu ü erweisen, da über drr. Bau des Kanxls :cxbß, uber die Kosten desselben wie über den zu erwartenden Verkehr zunachst ge- nauere'Erbebungen angestellt werden mü ten. „
Dre Abgg. Meßlinß und Krau e stellten den Antrag, die Petitionen der Städte A enburg und Angerburg' und des Kreis-
au§schusses Angerburg der Königlichen Staatsregierung zur Er- waßung Rüberweisen. ' „ , Abt?- eßling (ul.) befürwortete seinen Antrag mit dem Hm- weis an den zu erwartenden großen Verkehr. „ „
Geheimer Bauratb Kummer bob_bervor, daß die,?)xegterung ck mit, den Verbältni en der Masuritéen Seen beschaftigt habe.
werde seitens des O er-Präfidenten feÉgestellt, welcbe Thatsachen für Erbauung des Kanals präcben; das utachten stände nyc!) aus, Mtb hinsichtlich der Renta ilität des Kanals. Wenn es befriedigend “Walken “sollte wie es den Anschein habe, würde der alte Plan, der skmer Zett fallen gelaffen sei, umgearbeitet werden.
Abg. Gump (fr.!ons.) kam auf seinen früheren Streit mit dem- AY; Gotbein über seinen Vorschla einer verschiedenen Bemessung der S tffabrLSab aben für die Tbalfßbtt, und die Bergfahrt, weil die Stromkorr onen nicht in gleicher Weise den Schtffern bei der Ver - fahrt und der Tbalfabrt zu gute kommen, zurück. Abg. Gotbein ba ihm _den Vorwurf emacbt, daß er von_ der Vinnensckziffabrt nichts verstande. Redner erief sich 'auf yerschtedene Sachverständigen-Gut. acbterz und protestierte egen dte 1nchtferrtgen Bebczuptungen und die Angriffe, welche Ab . otbein,setner_Zett gegen ihn gerichtet babe, wyrsde aber schließlißö vom Vrze-Prasrdenten Graf zur Sache ver- wte en.
Abg. Gotbein (fr. V .): 'Scbyn vor 10 quren sei er dom Ober-Prästdenten von Schießen m die Strom-Schiffsbaukommisfion delegiert worden, habe sich aber außerdem auch _Yei Autoritäten er- kundigt. Der Schiffer wtffe oft rxtcht, ob er mr die Bergfahrten Frachtrn erhalte; daß er dafi'zr eme höhere Abgabe zahle, sei un- wichtig, auch schon deshalb, wers er sich mtt der'Höhe jeiner Frachten nach der Konkurrenz richten müffe. Den Masunschen Kanal halte er, wie Abg. Gamp, für sehr wünschenswerth,
Abg. Gamp: Ich habe den Kanal mcht für wünschenswertb er- klärt, sondern gesa t, es müßte klar qele x werden, welche Momente für den Bau des anals sprächen. Ich atre übrigens erwartet, daß Ab . Gothein erklärt hätte, er babe fich m „seinen Angriffen gegen mi geirrt. Sein Auftreten ist derart, „daß 'ich glaube, die Herren Haben Recht, die meinen, der Abg. Gotbem ser nicbt ernst zu nehmen.
Ab . Ehlers (fr. Volksp.) bat um Annahme des Antrags der Abgg. eßling und Krausg.
Abg. Gotbein erklarte, auch er habe sich an verschiedenen autoritativen Stellen erkundigt. Wenn er dem Abg. Gump gegenüber nicchfr so sX)Hflick; sei wie sonst, so liege das daran, daß er der Ange- grt ene er.
Abg. Gump stsllte fest, daß er zwar am 29. Januar dem Abg. Gothein Mangel an Objektivität vorgeworfen habe; doch 1ei dies nur in der Vertheidi ung geschehen, da der Abg. Gotbein einem Herrn auf der rechten eite des Hauses Unkenntniß der Vkrhältniffe an der Börse vorgeworfen habe.
Die Petition wurde nach dem Antrag der Abgg. Mrßling und Krause der RegierunZOzur Erwägung HYerwiesen. . ' '
Es folgte der errcht der Kommimon über die Perttion des Harrptdtrektoriums _des landwirthschaftlichen Provrnzralvereins für dre Mark Brandenburg und die Niederlausiß„in welcher beantra t wird: __Das „Haus der A5 eordneten wolle _bei dem Königli en Ministerium der öffentli en Arbeiten dahin wirken:
1) 8. daß die Ciscanhn-BetriebSämter bezw. die Zrntral-Wagen- vertbeilungsstellen dcn Bestellsrn von Eisenbahnwaggons gegenüber Verpflichtet werden, falls der chfteÜte Waggon gm nächsten Tage nicht gestellt werdrn kann, auf Kosten der Cirenbabnverwaltung durch Depesche oder Expreßboten besondere Mittheilung zu machen; 1). daß dem Empfänger Von bsladenen Wagen, wenn derselbe nicht am StationC-orre wohnt, die Mittheilung Von der An- kunft der Waggons sofort durch Depesche oder Exprcß- boten auf Kosten der Babuverwaltung übermittelt wird (nicht wir bisher durch Postkarte). '2)3. Daß die Eisen- bahnverwaltung ihre im vorigen Jahre getroffene Verfügung, nach welcher dem Besteuer einrs Eisenbahnwaggons die Fracht nach _dem Ladegewicht des gelieferten Waggons berechnet wird, wenn der1elbe ein höheres Ladegewicht hat, als bestellt ist, wieder zurücknimmt;
5. daß auch im entgegengeseßten Falje, wenn nämlich die Eisen- ,
babnverwaltung einen Waggon mit geringerem Ladegewichß'als; be- stLÜt, liefert, die Fracht auch nur nach dem geringeren, wirkltchen Ladkgewicht des durch Schuld der Babnmzrwaltung der BS_stellung nicbt entspreehend gelieferten Waggons berechnet werden dars.
Berichterstatter Abg. Sattler (ul.) beantragte namens der Budgetkommisfion, über den Antrag 15 der Petition zur Taaes- ordnung überzugehen, im übrigen die Petition der Königlichen Staats- regierung zu überweisen und zwar bezüglich des Antrags 1 a zur Berückfichtigung dahin, daß im " alle einer Vorausbestellung von „drei Tagen der auswärts wohnende Besteller rechtzeitig von dem Ntcht- eintreffen der besteÜten Wagen benachrichtigt wrrden sol]; bezüglich des Antrags 23. zur Erwägung und bezüglich des Antrags 21) als Material. _ '
Geheimer Regierungs - Rall) Stixger ieyte die technischen Schwierigkkiten auIcinandsr, die Theilweije den Wünschen der Petenten entgegenstehen. „ _
Abg. Ring (kons.) beantragte, im Interesse drr Landwirtbschast den gesammten Inhalt der Petition der Regierung zur Berück- sichtigung_'zu überweisen. __
Das aus beschloß demgemaß. ,
Der ezirkSVertreter der östlichen _Drauensee-Ntederung petitioniert dahin, das; eine Planwaßige Regulierung des Elbingflusses, ebknso wie der Wexchsel und Nogai, dem Deich- verband auferlegt werde. . „ '
Die Agrarkommission steklte den Antrag, die Petition ' d-Zr StaatSre ierung zur nochmaligen ErWaguyg zu überweisen, ;)vief det; eschwerden der Bewohner der Drauemee-Ntederung (1sz-
el en ei.
Abg. Graf Kunitz (kons.) beantrqgteU die Petitioxi der _König- lichen StaaTSregierung zur Berücksixhttgung _zu uberweisrn, in der Richtung, daß die durch Statut fur den Werchsel-Nogar-Deich- Verband vom 20. Juni 1889 neu einbezogenen Ntederungögebiete am Drausensee aus dem Deicbverbande wieder entlaffan werden.
Abg. Graf von Finkenstein (kons.) hat im ntereffe der Bewohner der Drauensee-Niederung um Annahme des ntrages des Grafen Kaniß. _
Geheimer Regierungs-Rail) Hylle e_rsuchte, den|elben ab- zulehnen, da er den gewoklten Zweck nicht' erquen werde.
Der Antrag des Grafen Kamß wurde mdeffen an:
genommen. „ . Um 41/2 Uhr vertagte sich das aus auf Freitag 11 Uhr. ahlprüfungen.)
(Rechnungssachen, kleine Vorlagen,
Kunst und Wiffeusthaft.
Die Köni lieben Museen Haben in den lepten Monaten des Verfloffenen ahres mrbrere a_ußerordentsrch erfreu'licbe Zuwen- dungen erhalten, über welche in dem soeben Zrichixnenen ?.,Heft )(71.Iabrgangs 1895 des _.JabrbuckZs der Komgltch vreu ischen Kunstsammlungen" berichtet wird. Zunachst rst die werthvokle acb- bibliotbek des Geheimen Regierung_s-Raths_])r. Julius Meyer, früheren Direktors der hieé'igen Gerwaldegalerte“ durch Schenkuxjg m den Befiß der Museen ge angt. S_te umfa t m ca. 4000 Banden kunstgescbichtliche Werke und Zeitschriften, kun ttopograpbtscbe Literatur, Sammlungs-, Ausstellungs- und Auktiqnskaraloge 2c. und bereichert die Bibliothek der Königlichen Museen nx emer außxrordentlicb will- kommenen Weise, Zugleich gewährt e fur die Arbeiten der Beamten dsr Ermäldrgalerir dadurch eine be onders große Erleichterung, daß sie bestimmungßgemäß in dieser selbst Aufstellung gefunden hat und die Werke jederzeit sofort zur Hand sind. ,
Ferner hat der am 15. September 1894 verstorbene Architext Rudolf Springer, geboren 1845 zu Frankfrzrt q. M., ein bekannter Kunstfreund und mit hohem Verstandni? be abter Sammler, Herausgeber des werthvoklrn Nachsch1agewersx , unst- bandbucb für Deutschland, Oestxrretrk) und dre Schweiz", „ver- schiedene Abtheilungen der Koni lichen Museen in seinem Testamente bedacht. Der egyptr chen Abtheilung bat er 41 Bronzen, sämmtli Götterfiguren, zu ewandt. Das Geschxnk enthält die Hauptftü e aus emem gro en Funde von Weil)- gefcbenken, der vor einigen Jahren in' Sa'is gemacht worden ist, und die Gestalten der Deltagöttinnen Neztb und Buto [ind deshalb besonders bäufi in ihm vertreten. ertlich gehören die Bronzen zumeist in di Fogenannte saTttsche Ep e (711. und 71. Jahrhundert
v. Chr.). Mehrere derselben zeichnen fi durtb ihren uten Stil, viele durch ungewöhnliche Größe und dur seltene Darfte un en aus, Lodaß durch diesen Zuwachs die Sammlung von Bronzen eine ehr viel öbere Bedeutung gewinnt. Besonders hervorzuheben find: die BTW zu eirrer Gruppe, mit einer zweisprachigen Weibinscbrift, in egvptis xt und m der sogenannten kariscben Schrift, geweiht unter Kßmg Psammetich 1. von einem Mann namens Pete-neitb; die schöne Frgur der Göttin Neitb, von demselben Mann eweibtz Buto, throneud, in drei Exemplaren von etwa 60 0111 Hö e; Sarge heiliger Thiere, neben denen die Buro gleichsam schüßend siyt, der eine besonders ' _große in der Gestalt des Ostris-Sarges; eine Kaßenfamrlte (das eine Junge spielt mit der Alten); Isis mit kland erhobenen Händen; Anubis und Isis, vor ihnen ein Betender; ast als volkstbümliRe Göttin, den Gott Bes auf den Schultern tragend. _ Auch dem n_tiquarium sind drei Bronzen, angeblich aus dem gleichen Funde stammend, hinterlassen; hervor- zuheben darunter ist diejenige eines stehenden Kriegers mit jugend- licbem, unbedecktem Kopf, in der Rechten einen Speer haltend. Das Stück ist ein nicht bloß des Fundorts wegen interessantes Werk griechischer Arbeit und bis auf_ dem [tnxen Unterarm gut erhalten. - Das Kunstgewerbe-Muvéum erhielt eine größere Reibe japanischer Sticbblätter, Vasen, Fayencen und Lackwaaren, im Ganzen eWa 90 Gegenstände, insbesondere aber eine reiche Lx-Hjber-Sammlung. Die letztere wär unter den deutschen Sammlungen ihrer Art woblbekannt; in Berlin wurde sie an Reichhaltigkeit nur von drm Befiß dcs Geheimen Rechnungs- Ratbs Warnecke übertroffen, der in seinem Werke über die deutschen ZU-Ubij die Sammlung Springer ergiebig benutzt hat. Die Sammlung zählt etrva 100 der 1elten2ren und im Kunst- bandel Keschäßten Blätter des FM. Jahrhunderts. Den Haupt- bestand ilden die mannigfachen Arbeiten des 2171]. und ZU111. Jabr- hunderts, von dknen etwa 1500 dculsche und 500 französische find, während 400 aus anderen Ländern stammen. Außrrdem ist das )(131. Jahrhundert mit etwa 1500 Blättern vertreten, sodaß der ganze Bestand fich auf rund 4000 Blätter beziffert. Die SammluLg bildet eine sehr schätzbare Ergänzung der Ornament- und BuchgewerbZ-Oammlyngen des Kunstgewerbe-Museums, in w€lchkn diese besondereKlanr Von quitern noch kaum vertreten war, und wird für die Getchicbte der. ravblycben Kleinkünste und W Anregung für heutige Arbeiten erbebltchxn Nutzen stiften. - Endlich ist das Kupfersticbkabinet durch eine Samm- lung japanischerFolzscbnitte und Illustrationsjverke, béstebend aus 115 illustrierten üÖern und "224 Einzelblättern, bereicherr worden; soweit fich bis jeßt übersehen läßt, befinden sich darunter Werkr der brsten japanisckyen Künstler älterer und neuerer int und _Line bedeutende Anzahl werthvoUer SthckS. Das Vermachtniß bildet eine willkommene Bereicherung der Holzschnittsammlung, natxtentlich auch durch die darin enthaltenrn aUsgezeichnrth FarbrnholYchnitte. Die japanisckxk: Kunst hat es in dieser Technik bekanntlich zu außer- ordkntlicher Vonommenheit gebrachr und weiß mit il): die rrich1ten koloristischen Wirkungen zu erzielen.- Außerdem hat drr Verstorbene dem Gsbeimen Regierungs-Rath, Direktor Dr. Bode für Zivecke der Museen einen Betrag von 3000 „Fé- hintkrlaffen.
Eine sehr wertbvolle_Schenkung war Endlich für das Kuvfer- stichkabinet die Büchsryammlung drs am 30. Ssptember v. J. Vex- storbenen außerordentlichen Profrffors drr hiesigen juristisch€n Fakultat Dr. Carl Bernstein, über wrlche bereits in Nr. 80 d. Bl. vom 1. April d. J. (Zweite'BLilage) berichtc't wurde.
Von weiteren Crwxrbungkn im [6:3th Virrteljahr von 1894 der- dienen ervorhebun : für die Gemälde-Galerie die aus der Samm ung des ord Ashburnham in London angskaufte große Forträtdarsteklung „Cornelis Anslo eine Wittwe tröstend“ von Rem-
randt (welche an diesrr Stelle bereits ebübrend gewürdigt worden ist) und für das Münzkabinet eine Ko ektion Von Münzen aus ver- schiedenen Perioden. Letztere Erwerbung umfaßt 397 Stück: 28 in Gold, 335 in Silber, 32 in Kupfer, 1 in Blei und 1 Stück Papier- geld. Leu James Simon _schenkte ein bisher unbekanntes, durch die schöne arsteUung und Um1christ Höchst merkwürdiges Stück: einen Aureus drs Kaiser? Theodosius U., 'darsteUend die Hochzeit seiner Tochter mit dem spateren Kaiser Valentinian 111., und mit der Um- schrift KIYTSLPLK 1811713711118. Von Wichtigkeit ist auch eine Reihe “zum theil außerst seltener, die Sammlung in wiÜkommenster Wsise ergänzender Münzen der griechischen Kolonien der Krim und der be- na barten Gegenden, von Cercinitis, Chersoncsuß, Panticapaeum, Ol ia u. a.; . ferner eine äußkrst selten? Kupfcrmünze Von Aelia Capitolma (Jerusalem) und ein seltener Denar des Oktavian mit drm Ammonskopf auf der Rückseitr. Unter den Münzen aus dem Mitxelalter befindet fich ein prachtdoües Exemplar drs nur in !ehr wenigen Stücken Erhalt-Zne'n großen Silberstücks de_s Großfürstcn Jaroslaw Von Kikw (1016-1054) mit dem byzantinischen Münzen nachgrabmten Tyvus (dem heiligen Georg) und der russischen Inschrift „.]31'0510N erdro“, d. i. Silber des Jaroslaw. Fernkr find zu exwäbnen Prägungen drs Ils. Jabr- bunderts aus einrm Funde Von Köln und deutsckye und niederländische Denare der; F1. Jahrbund-Zrts aus dem Funde VM Daber in Psmmern. _
Das_ Muieuxn für Völkerkunde und zwar zunächst die etbnologinbe Abtheilung hat außer vielem Anderen folgende werth- voUe Vermehrungen zu verzeichnen: Ein für die indocbinesische Kulturgeschichte bedsujungxdolles Geschenk wurde "durch Hrrrn Or. Friß Noetling über'eben. Dassr'lk'e _bestébr in einer umfangreichen Samm- lung birmani cher und peguaniyrher Alterthümer aus Pagan und den Grottentempeln von Pegu: (mealde, Skulpturen, Gla uren, Bronzen und Tcrrakctten, Ethnologrjcbes aus den Schan-Ländern Photo- graphicn. Ein): nachträgliche Sendung enthielt räbistorisckZe Stein- gerätbe au-Z Birma, Durch Vermittelung des aiserlicben Kdnsuls in Amor) “ eindel wurde eine wstematisch anSlegte Sammlung dortiger Vol Sgöttcr Erworben, Aus Deutsch= stafrika hat der Kaiserliche Dragvman in Dar-rs-Salam, 1)r'. NeuhauH, eine sehr wertbvolle Sammlung don Boots-Modellen von der S1wabjli-Küste g81chenkt. WZ Geschenk dés Deutschen Antisklavcrei - Comités gelangte" eme? don Hkrrn Wyneken'* angelegte Sammlung, meist von _ den Ufkrländkrn des NyaF-a, in den Bkfiß des MuseumZ, se'rnkr durch Ankguf die Sammlung des verstorbenen Herrn «. Strarfzcr aus ver|chicdenen _Theilen des Schußgebietes.
us Wast-Afrik a find wertbvoÜL stchenke der Herren ])r. Zint- graff und Beffert-Nettelbeck und des 1)r. Paffarge zu drrzeichncn, die der ersteren aus dem Hinterlande von Kamerun, die andcren aus dem westlichen Sudan. Ferner wurde durch Ankauf erworben die Samm- lung der deutfckyrn Kamrrun-Exvedition (don Uechtriß und Dr. Pas- farge), meist (ius dem westlichen Sudan. Herr Hermann Strebel in Hamburg 1chenkte eine interek'sante ammlung von Mu- mientheilc'n und Grabbeigabcn aus a ten Begräbnißhöblen im Staate Coahuila in Mexiko, ferner zur Vervollständigung seiner im bie- figen Museum befindlichen Alterthumssammlungen eine größere Zahl von Altertbümern (Thongegenständen) aus „den südlichen T eilen des Staates Vera Cruz. Herr Dr. Erich Von Drygalski überwies eine Anzahl ' Gegenstande, die»; Er elegentlicb seiner ersten (Grönland- Expediiwn aus,alten Eskimograbern der InselUmanaitfiak sammelte. Auch die Abtheilung der vor eschichtlichen Altertbümer hat durch Ge- schenke,. Ankäufe und im AUZYW ? drr Génercrxverwxiltung anaestellte Außgrabungerr vielfältigen Zuwa 8 erhalten. Ebenso find die amm- lungen und die Btbltotbek des Kunstßewerbe-Museums durch Neuxrwerkungen, Gefchenke und Vermacbniffe mannigfach vermehrt wor en.
Jn dezr „Studien und ForschunYen' des vorliegenden Hefts handelt lebelin Bode über das unlängf erworbene Gemälde „Der Herbst“ (die, Figur einer Winzsrin) des ferrarefischen Malers Fran- ceSco Coffa in der Berliner Galerie. Das Bild ist durch einen sorg- fälthn Ltchtdruck veranschaulicht. Julius Lessing beschreibt'eingebixnd
die chwerxer des preußischen Krontresors (dazu zwei Heliograpbten und „zahlreiche Textabbildungen) und untersucht ihre Herkunft und Zesckptchtltcbe Bedeutung. Friedrich Lippmann bespricht dre Farben- 'olzscdnitte von Lucas Cranach (dazu das vortreffliche Facsimile eines Golddruckblatts aus der Sammlung W. Mitchell in London,
darstellend den heiligen Georg xu Rosse). Den weiteren Inhalt bilden