1895 / 113 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 11 May 1895 18:00:01 GMT) scan diff

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fehl des Oberst -_Lieutmants Freiherrn von Langermany und Erlenxamp,. Kommandeur! des genamzten Regiments, und der 2. Ab- theikung des 1. Gardr-FTeZd-Artillerte-Regiments unter Befehl drs Majqr Yeibexm von ' Diersburg. Die Truppen batten wte folgt, 11 ellun enommen: dqs 2. Garde-Re iment zu , in Linie in der Stra e t-Moabit mit deanückenr- der Nord site,."- das ?. Garde-Ulanqn-Negßment _in Lime rechts des 2. Garde-R * ments zu Fuß, - dte ArttUerie m Kolonne in der Strom: und err- bergerftraßewit der Täte an der Tburmstraße.: Es waren zur. beil- nabme __rner Allerhöcbft befoblxn: Abordnungen aller Regimenter des Garde; OX sowie die komnxandierenden Generale drs 111. und ?.Armse- korps mit, dordnungen diexer Korps. _Außerdem nahmen u. a. tbeil, &zw.„warm bier eingetroffen: Deputatwnen deSK1iegerverbandes von Berlin „und Umgegend, die Vereine ehemaliger Kameradey des ?. Garde-Regiments z.F. und des Garde-Füfilier-Regiments, sowie eme Deputation des Essener Garde-Vereins, deffen rotektor der Ver- storbene war, sämmtlich_ mlt Fahnen. * Von 31T br an trafen „dre Deputationen der Offizterkotps, der Generalität und die_ sonst en Theilnehmer an der Trauerfeier ein, unter ihnen die sammtltIen auswärtigen Militxirbevollmäcbtigten. Die Generale nahmen südlich des - mit einem Doppel-Ebrenposten des 2. Garde- Regiments 3. F. _ beseßten - Eingangs Stellung, die Offizier- korps nördlich desrelben auf dem Bür ersteig, letztere regimenter- weise nach ihrer Anciennetät. Wenige inuten _vor 4 Uhr erschien Seine Majestät der Kaiser und König in der Uniform des 2. Garde- Regiments 3. F. mit der Kette des Schwarzen Adler-Qrdens, begleitet von den Z?erren des Hauptquartiers. Unter den Anwejendßn befanden fich der eicbskanzler Fürst zu Hohenlohe, der Vize-Prafident des Staats-Ministeriums, Staats-Minister Dr. von Boetticher die Gene- rale Graf yon Waldersee, von Werder, Freiherr von Meerscheidt- „Zülleffem, von Mischke, von Rauch, die Staats-Minisier Graf zu ulenburg und von Maybach, sowie als Vertreter Seiner Majestät des Köni s von Sachsen der General-Adjutant, General-Lieutenant von Treitßchke. Seine Majestätsprach der Wittwk und der einzigen noch lebenden Tochter des General-Obersten von Pape AUerhöcbstsein Beileid aus. Mit dem (Chorgesan : ,Jesus meine Zuversicht“ be an_n die Yer. Die Trauerrede ghielt der Militär-Oberpfarrer, os- und rnisonprediger ]). Frommel unter Zugrundelegung der Worte: „Schlicht und recht, das behüte mich, denn ich harre Dein.“ Mit dem Chorgesang „La mich gehen 11. s. w.“ sch1o€§die Trauerfeier. Der Sarg wurde hierau von- Unteroffizieren des ?. arde-Regiments 3. F. F dem offenen sechsspännigkn Gala-Leichenwagen hinabgetragen. Die ichenparade präsentierte und unter den Klangen der Choralwetse , „Jesus meine Zuderficht' setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Seine Ma'estät der Kaiser folgte dem Sarge zu Fuß, dann kamen die Enkel des ntschlafenen, die Generaliiätund die übrigen Leidtragenden. Die Bei- setzung erfolgte unter Gebex und Segen des éofpredigerß ]). Frommel. Auf den) Invalidknkirchbost fand der rutsch afene General-Oberst vvn Tape dre [eyte Ruhe an der Seite seiner im Januar d. I. der- torbenen Tochter. Vom Grüßmacher her donnkrte der Kanonensalut über die Gruft.

Am_nächften Mittwoch gelangt im Saal Bechstein Ernst von erdenbruch's eldenlied .Vionville1870' durch Emil" Tschirch zum ersten al öffentlich zum Vortrag, und zwar zu Gunsten des Fonds der Kaiser Wilhelm Gedächtü'iß- kirche. Den Saal Bechstein _hat die Direktion Hermann Wolff für diesen Zuveck miethefrei zur Verfügung gestellt.

_ In der Urania findet morgen, am Donnerstag und Sonn-

abend die Vorführung des dekorativen Ausstattungsvortraßs „Durch

alle Welten“ statt. Am Dienstag wird Herr N. Tab ert seinrn

Vortrag über. .Die Goldfelder Transvaals' noch einmal halten, am

Mittwoch wiederholt Herr P. Spies „Teslais Licht der Zukunft“,

XTBNZL Freitag spricht Herr Dr. P. Schwalm über ,Das Laibacher r 6 en“.

Jm Zoologischen Garten ffndrt morgen Froßes Militär- Doppelkonzert statt, welches um 4 Uhr Nachmittags eginnt und von den Kapellen des ]. Garde-Feld-Artillerie-Re iments und des 2. Earde-Dragoner-Regiments ausgeführt wird. er Eintrittsmeis betragt 50 Pfennig (für Kinder unter zehn Jahren die «Hälfte . Von Montag ab finden fortan auch in der Woche täglich Doppe konzerte ftajt, die um 4? Uhr Nachmitiazs ihren Aniang nehmen.

Gifborn, 10. Mai. “Eine große? dur? Bli schlag verursachte ?_euersbrupst zerstörte_in Waddekatk, oki Witingen fünf_Ge- bFschädYnjd eme Reihe etnzelnsr Häuser. Die Kirche ist ebenxalls

tg.

Marbach. DieiuM ers ' de ' (; .DerPofiill-m' berichtet von, dort unter dem 9. aiYFm M" als eben die von den Deutschen 'n Moskau geftiftete illerglocke. „Konkordia' _zum 4Gedächtniß d Todestags Schiller's in emsjündiaem Lautxn ihre feierltÉen..Töne über die Stadt hatte erschailen lassen, versam- melir der tadtvorstand die bürgerlichen Kollenge-zr und den Schiller- verems-Aussrbuß, zu einer außerordentlichen thung, iu welzher ;er mtttbeilte, da um beuti en Tage (Schiller's Todestagund Gedachtmß- feier des 60 5 rigen Be chens des .Scbillervereins“) von Seiner _Majestät dem König von Württemberg folgendes AUerböÖfie Schreiben an ihn eingetroffen sei: *

- „Stuttgart, den- 8. Mai 1895. Mein lieber Stadtschultbeiß Haffner! Wie seit Jahren von allen VeranßaltunHekn, mit wrl en der Schilierverein in Marbach und die Stadt arbach bet der Wiederkehr des Jahrestags der Geburt und des Todes unseres

nedriZ S iller das Andenken des Dichters zu feiern pflegen, [o

oben ie * Dir auch von der Feier Mittheilun gemacht, durch die Marbach den bevorstehenden Todestag Sch (let's, zugleich

NFbrige Jubiläum des Marbacher Schiüervereins zu begeben sich an 1 -

Es bar Mir fiets zu besonderer Genugtbuung und Freude gereicht, zu beobachten, wie die Geburtsstadt Schiüerks mit unermüdlichem Eifer und ernftcr Begeisterung das_Andenkrn des großen Vaterländischen Dichters zu pflegen bestrebt ist. Auch davvn habe Ich aus Ihrem Bericht,“:vie perjönlich durch wiederholte Besuche des Schillerbauses Mich überzeugt, wir von Jahr zu Jahr die Sammlungen des [ teren sich vermehrt und durch Umfang und Inhalt schon heute eine gro eVe- dcutung für die Schillerforschun und die Kenntniß der Lebensverbaltuiffe des Dichters gewonnsn haben. “Zurck; diese Bereicherungen smd nun aber auch die Räumlichkeiten und Einrichtungen des Schillerhauses für die würdige und sichere Unterbringung der schon 'th vorhandenen Samm- lungen unzureichend geworden und Sie bescéästigen sich daher mit dem Gedanken, Mittel und We e zu ßnden, um diesem Mangel ab- zuhelfen,:md, noch über den 1153)!“th dringenden Zweck hinaus, die _Unterbrrngung eine?; Schiller-Archivs und :Museums in einem selbst- ständigen Bau zu ermöglichen.

Dieser Grdanks hat Meine volle Sympathie, aber Ick) verkenne

nicht, daß seine Ausführung durch den Marbacher Schillerverein nicht erzielt werden kann. Wie sehr auch die seitherigen Leistungen des Vereins _und der Einwohncr der Stadt Marbach anzuerkennen sind, zur baulichen &rftcüung eines Archivs und Museums, wie zur Ent- wicklung der mmlungen können die Mittel, Welche der Verein in seinem Kreise aufzubringen verma , nicht hinreichen. Nun erachte Ich ck aber für eine Pflicht und AUZgabe drs ganzen Landes, das den Ruhm genießt, die Heimatb riedrich Schiüer's zu sein, das Werk, welches seme Geburtsstadt egonnen hat, in einer der Bedeutung c»Neiyiller's entsprechrndrn Weise weiter zu führen und zu vollenden. ' Ich habe Mich daher entschlossen, hierfür. Meine Mitwirkung etntrcten zu lassen, und in der Ueberzeugung, m solcher Weise den Wünschen und Zikl-cn Ihres Vereins und der Stadt Marbach ent- egenzukommen, sorders Jch__Sie hiermit auf, das Erforderliche einzu- etten, daß der Marbacbrr Schillerverein umgrbildet Werde zu einem ,Schwäbiscben Schillerderein“, desen wesentliche Aufgaben 1m_Vorstehenden_ angegeben sind, der abexsüberhaupt alles in den KTUS seiner Vejtrsbungen ziehen soll, wa die Verbreitun der Kenntmß dcr Schöpfungen und der erfönlicbkeit Schiller's, we der Wirkungen, die er auf die geistige, ittliche und patriotische Entwicke- lung des deutschen Volks hervorgebracht hat, in irgend einer Weise zu fördern vermag.

Ick) darf die Hoffnung hegen, daß eine solche Emriterun? und Neugestaltung des Vereins und die Errichtung eines Scbiuer-Mu eums und =Archivs in Marbach in allen Kreisen des schwäbischen Volks, ja im ganzen deu17chen Vaterlande freudige und werktbätige Theil- nahme finden und daß dem Werke auch die bereitwillige Unterstüßung der Literaturfreundr und -Forfcher Nicht fehlen wird, und sehe nun Ihren Vorschlägen über die Einzelheiten der Umbildung des Vereins und seiner Organe, die nötbige Aenderung der Statuten u. s. w. in der bezeichneten Richtung entgegen, indem Ick) Mir vorbehalte, Ihnen diejenigen Persönlicheiten zu bezeichnen, von denen Ich wüns e, daß [18 fich an_ der Be'ratbung und Mitarbeit der Ihnen nunme r ge- stellten Ansgabe betheiligen.

Ich wünsche mit der Einzeicbnung Meines Namens die Mit-

liederlifte des „Schwäbischen SchillerVereinS' 'zu eröffnen und be- alte M*ir vor, Jixnen wegen Meiner Bethetligung Meine weitere Entschließung kund zu geben. Es dürfte, gerade in der jeßigen Zeit, für das deutsche Volk von großer Bedeutung sein, die Erbschaft des nationalen Dichters zu vflkgen und damit die Erkenntniß von dem höheren Werth des idealen Bkfißes unserer Nz-tion zu kraftigen und zu beleben. In solchem Sinne zus wirken, wl! auch die Aufgabe des „Schwäbischen Schi11er- vereins“ cin!

Wetter!) icht Vom 11. M ai

r Morßens.

Qn rw“

Stationen. Wind. Wetter.

land fanden wieder Gewitter statt, sieUemveise mit geringem Niederschlag. über Deutschland aus Südwest. _ Warmen sonnigen Witterung, jedoch stauenweise Ge- witter, Wahrscheinlich.

Die oberen Wolken ziehen

Fortdauer der Montag: Der Lehmann.

Dienstag: Die Ehre. Deutsche Seewarte.

Temperatur

“bord. Anfang ?ck Uhr.

Bar. auf 0Gr. w u. d.Meeressp. red. in Millim.

50 C. = 40 R.

Belmullet. . 763 Aberdeen . . 767 Cbrifiiansund 762 Kopenba en . 767 tockho m . 765 randa . 764

t. etersbg. 771 Mos au . . . 776

TothueenI- town . . . 765 [der. . . . 768 ylt . . . . 767

Murg . . 768

- emünde 767

waabmaffer 768

Memel . . . 768 ck . . . .

"nsier. . .

768

767 Karlörube . . Wiesbaden . Münche . .

bedeckt hei???g wo wolkig wolkenlos wolkenlos Dunst wolkenlos

ball) bed. wolkenlos beiter beiterZ

er asb bed. beiter wolkenlos

baus.

JJTJF in 0 Celsius

***-*»WWO'k-Uß »

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Gaul.

x..- k-*

“„U-*d- »k-“x-id-lxßp-aw W

769 768 770

wolkig heiter

heiter 768 S halb bed. 768 SO

769 stmwoiWs wo en 768 SO 1 wolkenlos 767 OSO 3 beiter 768 ONO 1wolkenlos

1 Nachts etwas Regen. 9) Na mitra s Gewitt . 3) Zxaohmittags Gewitter. ck 9 er , Ueb_ersicht der Witterung.

Die gleichmaßige Luftdruckvertbeilung besteht auf dem ganzen Ge iete fort und daher auch dies wache Luftbewegung. Eine flache Depression, nordo ärts s' chreirend, liegt an der mittleren norwegil en e, mit einem Ausläufer nach dem süd] en

weden. Bei leichter, meist südliéer Luftbewe- gung ist das Wetter über Deu (blond eiter, trocken und ziemlich warm. In Nor - und Mitteldeutsch-

ner.

“.'-"ZX :::-=:

Niemann.

»»

Gretel.

in der man fi

Deutsthes T aefinm.

Theater-Auzeigen.

Königliche Ilhansplkle. Sonntag: Opern- 120. Vorstellyng. Hänsel und Gretel. Märchenspiel in 3 Bildern von Engelbert Humper- dinck. Text yon Adelheid Wette. vom Ober-Negi eur Te laff. Dekorative Cinri tung vom Ober-Jn pektor meister Weingartner. - Die Puppeufee. mimisches Ballel-Divertiffement Von Haßreiter und Musik von JoTef Bayer. vom Balletmeister Em! Graeb. Dirigent: Mus“ = Direktor Steinmann. Anfang 7;-

Schaus ielhaus. 126. Vorstellung. Der Revisor. Lustspiel :: 5 Aufzü en. von Nicolay Gogol, deutsch von Elsa von Scha elsky. Ober-Regiffeur Max Grube. Anfang 7? U r.

Montag: Opernhaus. Dunst rin. Romantische D er in 3 Akten von Ri d Anfang 7 U r.

Schauspielhaus. Alten sun ruf. erstspiel in 4 Außügen von Karl ang .

Opernhaus. Dienstag: Der Evangelium. Mittwoch: Der Barbier von Sevilla. (Rosine: Frau Marcella Sembri , Königl.Kammersängerin, als Gast.) Stabi! ramwerbung. Donners- tag: Der Evangel mann. Freitag: Hänsel und Karneval. Male: Frauenlob. (Frauenlob: Herr aus Hof- und National-Tbeater in Mannheim, als Gast.)

Schauspielhaus. Mittwoch: Der Revisor. laugheilt. Tasso. Sonna end: Der Rev sor.

heater. Sonntag: Das Lumpen- Anfang 7 Uhr.

Montag: Prinz Dienstag: Das Lumpengefindel.

Montag: Der Hypochonder.

In Scene eseßt Sonntag: Der

Dirigent: Kapell-

Panto-

randt.

Anfang 7 & Uhr.

Ju Scene ges Montag: Der Oberßeigee.

Uhr.

In Scene gese t vom 121. Voräellung. Lo eu-

127. Vorstellung. Wie die

Freisen: mi-Mo :.

r. W I““

"(“I (33. Abonnements- ale: Die Wildente.

onta ersten

BrauseWetter.

Ke Dir

Jatzd's Ehekoutrakt. (1111

arbeitung “von BMW Montag und folgende

Chekoulrakt.

Sonnabend: um ersten vom

Diensta : Torquato Taffo. onnerstag : Die Welt. itag: Torquato

c'ob on. Direktion :

ckck!) von Homburg. Wien. - Offenbach.

Anfang 71 Uhr-

Verlinrr Theater. Sonntag, 24 Uhr: Na. dame Saus-Göue. - 71 Uhr: Die Ehre.

KLMUJ"TYW. Sonntag: Madame Boni-

Dienstag: Madame Bonivard.

Friedrich - Wilhelmnädtisrhes Theater. «MM.??- 3 Akten von L. Held und M. W'eft. von

Carl [[ . Re : d . D ent: KapeaZÉtfirer DahYes. Mx Preiskerigder PLZ?

Neues Theater. Schiffbauerdamm 44/5.

Sonntag: Die zweite Frau.

Urs. Wauqusray.) Schauspiel in 4 Akten von

Arthur W. Pinero. Deutsch von CarlLindau. --

Vorher: Ein Hnsareuftreich. Schwank in 1 Akt

Yun? von Moser und Tb. von Trotha. Anfang :

Sonnta Nachmitta : Le te Aufführung zu halben ( ittenbild in 5 Akten voa [ andre Dumas. Anfang 3 U'r.

erstellung): um

5 Akten von Henrik Ibsen, deutsch von Ernst

enz - Theater. Blumenstraße Nr." 9.

on: Sigmund Laufenburg. SonntaÉcher- Akten von Geor UF. MY:NA) (&er *TagAelkade Uhr.,z

Thrakerklnterdenjkindrn; Bebrenftr. .55/57- uliuz Fri sche.--.--. Sonntag: Nansmu » orber: arisa-Lekeu. Operette von

......“ * «WWW-MWWQ- .. ...-....„ “- ,.wu _ ' ., . „.nu "- Friedrich-Schi ;von- ieser Erda. cbioden- ist.., *“

Möge du: das Schiller- seum und--Avchiv in MW zu deffen Nquü *th jM-die Ay uns neben woutez vonn“; und würdig desDi ters vo nden zu ! Ehre und zur Ebce-sejna - schwäbischen Heimat!)! .

Mit der V uberunq Meknes fortdauernden Wohlwollens m,-

bleibe Jeb, Mein ieder Stadtschultbeiß Haffner, II,?nädiqer Kökis * 1

helm.“

Die Versammelten waren qufs freudigsie überrasZt von dieser gnädigsten Anerkennung der allerdings nicht erfolglosen * estrebungex, welche die Stadt und der .Schillerverein" in lan en Jahren in Pflege des Andenkens an den rößten Sobn des des betbätigm und von der idealen und wahr aft Königlichen Entschließung Seiner“ Majestät: selbst. wirken und den Weg bereiten zu wollen, daß diese Bestrebungen zu einer Sache deSßanzen Landes. „werden. Es wurde beschlossen, das Könthiche Schrei en sofort der Einwohnerschaft be- kannt zu geben, die Hauser zu beflaggen, die Schillerglocke wiederholx läuten und mit Böllern schießen zu [affen und folgendes Telegramm an den König abzusenden: _

„Eure Königliche Ma estat . haben mit dem gnädigen Schreiben an unjeren Stadtschultb ßen und SebiUer- Vereinsvorstand einen Jubkl entzündet, wie solcher in Marbach wohl noch niemals erlebt wurde. In außerordentlicbc'r Siyung „nehmen“ wi soeben-Kemankß Von dem die Stadt und den Sch1l1erverein . hrenden und für unsere , Bestrebungen überaus. wirksamen halt. Wir stimmen den Intentionen Eurer Majestät vollkommen zu, wir danken Eurer Majestät aUeruntertbänigst für diese wahrhaft Könily- liche Kundgebung _und sind der Ueberzeugung, daß mit uns (: e Württemberger, ja alle Schiüerverehrer der ganzen Erde diese Ent, schließung mit höchster Freude vernehmen werden. Ebrfurcbtsvollsr 2?tcrsdtsckzultheiß, Gemeinderatk), Bürgerausfchuß und Schillervereins.

us u .'

. (18 Schreiben des Königs übergalx der Stadtschultbeiß dem Schtllerbause; dort wird dasselbe in entspreckzender Umrahmung für Jedermann sichtbar verwahrt werden, bis ck in gleicher Weise in dym einstigen .Scbiller-Museum" ausgrlegt werden kann.

Weimar. ür die diesjährige Generalversammlung der Goetbe-Gesel schaft, welche am 7. und 8. Juni in Weimar abgehalten werden wird, tft folgendes Programm aufßestellt: Freitag, den' 7. Juni: Vorstandéfiyung im Wiübums-Palais; Abends geselliges Beisammensein im Saale der ,Armbruft-(Heseüschaft'. Sonnabend, den 8. ert, im Saale der „Erholungs-Gesellschaft“: Festrede des Herrn Friedrich Spielhagen (Berlin) über Goethe's epische Dichtungen; außerdem Bericbterstattung über das Goethe-Arcbiv, über das Goethe, Museum und RechnungSablegung. Nachmittags ZZ Ubrx' estmabl F: Frholungssaal, Abends Fsstvorftelsung im Großberzogli en Hof-

ea er.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene “' Depeschen.

Lübeck, 11. Mai. (W. T. B.) die Grundsteinlegungsfeier des Elbe- Trave- Kanals ist nunmehr wie folgt festgeseßt: Der Empfang der Ehrengäste, darunter der der preußischen Minister, erfolgt am Freitag, den 31. Mai, Mittags 12 und 11/2 U r am Bahnhofe durch SenatSmit lieder. Um 3 Uhr findet er Festakt am Vurgthordurchfti statt, bei- welchem der präfidierende Bürgermeister und der Vor- fißende der Kanalbaubehördc Ansprachen halten werden. Hierauf folgt die_ Zeremonie des Hammerschlages. Um 6 Uhr it em Festessen tm Rathhause. Die Rückkehr der Gäste erfolgt um 11 Uhr Abends.

Pola, 11. Mai. (W. T. B.) Heute früh 8 Uhr lief das Geschwader zu emem GefechtSmanöver “egen eincn

supponierten Feind aus. Das Gefecht, wel es äußerst ?länzend verlief, war um 11 Uhr beendet. Der Kaiser

Das Programm für

chiffte fich sodann unter Salutschüffen der Schiffe sowie unter türmifchen Hurrahrufen auf der „Miramar“ ein.

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

Montag : Leben.

Zentral-Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30. Direktion: Nichard Schul . -- Sonntag:_ Zum 9. Male: Unter arti'iis er Leitung des HSK," Adolf Brakl vom Köngl. Gärtnerplaß-Tbeater m München: Figaro bei Hof. (Rococo.) Operetke m 3 Akten (nacb Beaumarchaiö' Memoiren)_W Bobrmann-Riegen. Musik von Alfred MAU?!“ Norden. Anfang 7? Uhr.

Montag: Figaro bei Hof.

AdolphEmu-Theajer. Sonntag Nachmimgs 3 Uhr: Bei Halben Preisen: Charleh's Tante.“ Abends 7? Uhr: Madame Suzette. Vaudeville- YFM in 3 Akten von Ordounoau. Mufik von

näond Audran. Ju Scene geseßt von Adolph

Ern . Montag: Zum drittletzten "Male: Rada"? Suzette. -

Familieu-Nachrickxten.

Verlobt: Frl. Ella von Böckmann mit Hrn- Prem- Lieutenant Bernhard Schimmelfeanig von d. Ove

Sagiewiy).

Geboren: Cin Sohn: Hrn. -Oberlebrer Uk- Schulz Baumgarten . _ Eine Tochter: - Erwin rbrn. von mim (Zernickqw)- '"“ Hauptmann a. D. Scherbenin (Deutscb-Lifsa '.

Gestorben: Zr. Laura von uck, geb. BMM (Brieg). - erw. r. Bergrath Hermine Kühne- mann, geb. Schwan (Nicolai). - r._ GW Luise von Seydliß, geb. von Sybel (, »:de

Rund um Wien.

Oettein

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Schauspie in

Verantwortlicher Redakteur: Siemenroth in Berlin. - Verlag der Expedition (Schon) in Berlin.

Druck der Norddeutschen Bu druckerei undVetXW“ Anstalt Berlin ZW., W straße Nt- 3T

Sechs Beilagen. " (kbtsÖLikßliÖ BUMM)» nnd die Was: derTrieree «[r-Loom“?-

Fernand

NL“? “113-.

Deutscher Neithötag. 89. Sisung vom Freitag, 10. Mai.

Ueber den Beginn der SiYung- ist gestern berichtet wordén. In der weiteren Verhandlung "über das Gescs, betreffend

'AenderungenundErgänzungendesStraf eseßbu s,

des Militarstrafgeseßbuchs und des Ge eyes ü er die resse, und zwar zu § 111 des Strafgesetzbuchs, nimmt nach em ersten Redner, dem Abg. Gröber, das Wort der

BevoUmä ti e um Bundrsra , preu i e ti - Minister Scth tedt:z ck ßsth IM _3“

Meine Herren! Jm Eingangs seiner Rede hat der Herr Abg. Gröber, wenigstens nach den mir gemachten Mittheilungen - ich war damals noch nicht im Hause - die Andeutung gemacht, als wenn aus den von mir gestern gesprochenen “Worten zu entnehmen wäre, es beftebe ein gewisser Gegensav in der Königlich preußischen Staatöregierung und es handle sich da um eine Art Kontremine gegen die Bestrebungen und Anfichten des Herrn Reichskanzlers. Nun, ich glaube, der Herr Abg. Gröber hätte besser gethan, es dem Herrn Reichskanzler zu überlassen, mich zu deSavouieren. So lange ein derartiges DeHaveu nicht ausgesprochen ist, glaube ich dem Herrn Abg. Gröber nicht die Berechtigung zusprechen zu können und aucb nicbt die Befähigung (Obo! lebhafter Widerspruch aus der Mitte) - auch nicht die Befähigung, über daSjenige, was im Innern des Staats-Ministerinms vorgegangen ist, zu urtheilen. (Sehr richtig! rechts.) Der Lärm war also nicht veranlaßt.

Meine Herren, ich habe dann dem Herrn Abg. Gröber zu er- widern, daß mir nichts ferner gelegen hat, als das Zentrum belehren zu wollen, ebenso wenig wie um die Liebe des Zentrums zu werben, was mir gestern der Herr Abg. Bebel zugemutbet hat. Das erste

.nicht, weil ich es für aussichtslos halten würde (Heiterkeit rechts),

das zweite nicht, Weil es meinen Empfindungen widersprechen würde. (Sehr gut! reehts. Heiterkeit und Bravo! in der Mitte.) Was ich gewollt habe, das war: Klarheit zwischen uns zu schaffen, nichts weiter. Ich liebe klare Verhältnisse, ich bin keinreund larger; Gezappels und deshalb babe ich den Wunsch und habe mich für be-

rechtigt gehalten, es aussusprecben, das; möglichst rasch eine Ent-

scheidung darüber faUen möge, was vom Reichstag erlangt werden kann oder nicht; und da die Entscheidung hierüber in den Händen derjenigen Partei liegt, die die Mitte des Hauses einnimmt, deshalb habe ich mich an das Zentrum gewendet.

Nun wird der Herr Abg. Bebel jedenfalls wieder sagen: das, was ich eben erklärt habe; sei ebenso Wenig diplomatisch gewesen, als was ich gestern gesagt. (Sehr richtig! links. Heiterkeit.) Auch das gebe ich ihm vontändig zu und erkläre ferner, daß ich es gar nicht für meinen Beruf, für meine Verpflichtung halte, bier diplomatische Winkelzüge zu machen. (Bravo! rechts.) . Ich erkläre klar und bestimmt, was ich will und wie ich darübkr denke. (Sehr richtig! rechts.) Was die Belehrungen anlangt, so glaube ich, daß der Ton meiner Rede wenigstens nicht dozierend gewesen ist. Im übrigen können wir immer wechselseitig von einander lernen. Ich erkläre, einer Belehrung keineswegs unzugänglich zu sein. Ich lerne immer wieder gerne, und wenn wir, ohne daß wir uns Einer als Lehrer des Anderen aufspielen woÜen, Meinungen aussprechen, Aus- führungen, von denen wir glauben, daß sie vielleieht (ruf diejenigen, die Tie hören, irgend einen Eindruck machen könnten- sd glaubeich, daß mandas nichtgleich unter den Begriff der Schulmeisterei bringen kann.

Nün hat der Herr Abg. Gröber mir scheinbar eine gewiffe historische Unwiffenbeit vorwerfen wollen, indem er sagte, ich müsse wohl auf irßend einer entlegenen Insel mich aufgehalten haben, wenn ich erklärt habe, nicht zu wissen, ob während des Kulturkampfs Ausschreitungen vorgekommen sind, wie fie hier in Frage stehen. Da möchte ich den Herrn Abg. Gräber bitten, doch einmal zu lesen, was ich gesagt babe. Die Rede ist ja jeßt gedruckt zu lesen. Ich habe atsagt, es sei mir nicht bckannt, ob Ausschreitungen seitens der Zentrumspartei, die in tbatfächlicbem Widerstand gegen die Vehördrn bestehen, während des- Kulturkampfs vorgekommen seien; deshalb und nach der grundsäßlichen Haltung der Partei halte ich die Bksorgniß, die in der Kommisfionsberatbung außgesprochen sei, daß bei etwaiger Wiederkehr “solcher Verhältnisse eine Anreizung seitens der Zentrumspartei zu solchen Handlungen, die unter den Begriff des tbatsächlichen Widcrstands gegen die rechtmäßige AmtIausübung von Beamten fallen könnten, eine Anpreisuwg, eine Verherrlichung solcher Handlungen geschehen könne, für gegenstandslos. Nun bekenne ich gleich, daß ich allerdings jeßt von dem Herrn Abg. (Stöber belehrt worden bin, Wenn er sagte, solche Ausschreitungen, von denen wir nichts bekannt war, seien seitens der Zentrumspartei allerdings vorgekommen, und der müffe geschlafen haben, der davon Uilbts wisse. Anders babe ich die Bemerkungen nicht verstehen kökmen- Ick) wiederhole das eine: die bisherigen Verhandlungen übek das vorgelegte Geseß haben einen Gang genommen, daß, wenn die KommisÜMSbesckplüffe die Zustimmung dieses boben Hauses finden, den Regierungen diejenigen Waffen versagt werden, die fie gefordert haben, weil sie es für nothwendig halten, daß man ihnen dafür- andere Waffen in die Hand drücken will, die sie nicht verlangt [)“.ka und von denen sie keinen Gebrauch machen können. Das ist meme Meinung. (Hört! hört! Bravo! rechts.)

„Dr.Si .k. .: ooleendieReie- WUWquge. als xelgetxb die ) mTiSschoWer-g? Hiertßn. Herr Jon SWW") bat | Z. der Gegenwart das Talent abgesprochen, „GEW? u m en. Das ist nun schon lange her, aber es gilt noch in gro-

aße von unserer Gegenwart. Die Vorl e soll sich gegen

Sozialdemokratie wenden aber sie richtet |Y noch mehr gegen deu Bauerzrbund, den das Zentra ; bekämpft. Meine BebaupturJ, i t al;. Munään ein Richter r dJ Sozialdemokraten „estimmt [) ,

. YOU nwabrhert bez ebnet worden, aber sie 1 doch wahr.

rasj „ent von Buol ruft den Redner zur (br.) es diesem Gesetz wird man nichts außrichten; Solange sind "“Je Sozialdemykraten giebt, die in die Kirche gebén- unt noch mcht so gefährlich.. Wenn es „a,er

er de“ Sozialdemokraten solche giebt, die von der Religion

* * Erste “Beilage , - ck zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, S_oxmabend, den 11. Mai

nichts halten, so finden sich ja wohl solche Leute auch bei den anderen

Fraktionen. Dagegen kann aber das'Umfturzgeseß dock) nichts machen.

Den (Elfebruch Werden Sie aych nicht durch ein „Umsturzgkseß bc-

seiti en. Der preitßisébe Bäniyßkr drs Innern von Köller" hat gsftern

Beißpiele von böSartigen sozialdemokratiscbrn Axußerunkden angeführt;

&estatten Sie mir nun auch eim e Zitate aus n1chtsozia emokratischen e

u erungen wiederzugeben. ( edner verliest einige Gedichte und-

äbn iches.) Dqs Uingt ja__ah_er alley; nur so, die G2sellschaft sollte es nicht leich so schlimm aunanen. So lange es im Herzen noch nicht so s warz ausfieht, möge man cbreiken, drucken, dichten, was man will. Wer dieses Gejev durchbrmgen will, das dem ganzen Volk so sehr wider den Strich cbt, wird Zorn und ,- Lachen ernten. Das Geseß hat keine Ausßicbt durchzugeben, das ist schon ganz klar. Die Koxnmisfionsvorlage wird fallen, ebenso die Regierungsvorlage, wozu also streiten wir uns denn die vielen Tage herum? Wir können doch einer sol Regierung, wie der preußischen, nicht noch eine neue Wake in die nd geben. Noch weniger als der § 111 kann der Mi xtärvaragrapb durchgehen, weil damit für ganz Deutschland der Militarikmus sanktioniert würde. Die Regierung würde gut thun, selbst die Initiative zu ergreifen, um die un lückliche Vorlage aus der Welt zu schaffen. Der preußisckpe Kriegs- ini'éter bat em wahres Wort gesprychen; gls er von der _Fetxek'priye pracb, mit der er _ die Sozialdemokraten bekampxen wo e. Wollte man diejen Rath von der Feuerspritze überall befolgen, dann hätte man so und so viel ta end Sozialdemokraten.wen1ger Die Regierung kann einer Niederlage nicht entgehen, im ganzen Lande ist man gegen die Vorlage. Man wird die Regierun im «zen Lande preisen, wenn fie ein so unpopuläres Geseß zurü zieht.

r Ausf ck des Staats-Ministers von Köller, wonach es den ver- bündeten egierungen im Großen und Ganzen recht gleich ültig sei, ob das Haus mit den Motiven übereinstimme, welche die 5 egierung leiteten, bat mich sehr ei enthümlicb berührt, In Bayern würde ein Minister nicht so spre en. Der Staats-Minister Von Köller kann nicht im Namen der Regierung gesprochen haben, einer Re- gierung, die an ihrer Spitze einen gewiegten Diplomaten hat. Dieser würde solche beleid: enden Aeu erungen nicht thun.

2?)räsidrnt Frei err von uol (unterbricht den Redner): Wenn dix eußerun des Staats-Ministers von Köller beleidigend gewesen ware, hätte iZ; H1? nicht durchgehen lassen.

" Abg. Dr. i 'l (b. f. F.) (fährt fort): Vom Fürsten BiQnarck bchtte man derglei en hinnehmen können, von dem Minister von Köller m .

Die prinzipielle Erörterun des § 111 ist damit be- endet, UNI das Haus geht zur ' esprechung der in diesem Paragraphen auszuführenden Vergehen über. Zunächst wxrd

' die Fra e zur Diskussion gestellt, ob die Vergehen der §§ 113

und 11 des Straf eseßbuchs (nach der Vorlage und dem Antrag yon Leve ow und ob die §§ 166 und 167 (nach den Kommissionßbesch Üffen) aufgenommen werden soUen.

, Abg. Dr. Enneccerus (nl,): Gerade die Aufreizung zum Widerstand gegen die Staatsgewalt ist besonders geeignet, die Ord- nung zu untergraben. Das Zentrum s richt in seinem Anfrage nur von einem tbätlixben Angriff gegen die * eamten. Die Anretzung zur Bedrohung von Bramten mir Gewalt, mag sie auch nyck) s_o schwxr sein, würde nach dem_ Antrage des Zentrums straffrei sem. Dre Herren vom Zentrum fürchten eine Wiederholung des Kulturkampfs; wir sind nicht gesonnen, zu Gunsten von Bischöfen und Kanzelrednern auf diese Paragraphen zu verzicbtkn. Wir bestehen unter allen Um- ständen auf der Annahme der §§ 113 und 114, die §§ 1.66, 167 halten wir dagegen für bedeutun slos. Wenn wirklich auf- reizende Reden ge en die Gebräu einer Konfesfion erfolgen, so wird daVOn der nhalt der Lehre noch nicht getroffen. Unter diese Faragrapben würden aus der Reformationszeit zahlreich Aeußerungrn

uiber's sowohl wie seiner Gegner fallen. Wir bitten also, die §§ 113 und 114 anzunehmen, die §§166 und 167 dg egen abzulehnen. Abg. Dr. von WolSzlegier ( ole): Wir MTM u'nd erkennen an, daß Ordnung im Staat sein mu , wir halten a er dte,Beau,1ten durch die bestehenden Bestimmungen fÜr aenüqxnd geschüßt. E-mfrubiger, fleißiger Bürger, der auf der Straße m Konflikt mxt der Polizer gerath, kann leicht in die Grfabr komnzen, daß er sich hieruber in einer Art ausspricht, die ihn in die Gefahr dringt, _nacb diesem Geseß bestraft zu werden. Der Unterschied zwrschen aktivem und pas Wem Widerstand ist auch eit) sebr unbestimmter. Was fällt ni t auch alles unter den Begriff .Beamter“! Man spricht nicht mit Unrecht bei uns von einem großen Beamtenbeer. „Nacht- wächter, Feldbüter, AmtSdiener, alle find Beamtr. Da kann jemand sehr leicht in die Gefahr kommen, wegen Wtderstands gegen dte Staathewalt bestraft zu werdrn. Bedenisn Ste ferner dre Schul- verbältniffe auf dem Lande. Da müssen dre Kinder armer Lezute oft mehr als eine Meile wsi! in die Schule, ehen, 111 ts als em paar Kartoffeln in der Hand. Wenn nun bei esonders chlechtem Wetter die Eltern die Kinder zu ;Hause behalten und dafur ddnn ,mit Strafe belegt werden, kann man 11ch dann über ihre Wrderseßltchkert wundern,? Wir können also für die §§ 113 und 114 nicht stimmen, ohne die §§ 166 und „167 aber ist die ganze Vorlage Zur uns bedeutun slos. Abg. von Salisä) (dkons.): Wir hefte en auf der Anya me der J 113 und 114. Wenn die Herren un' exitrum dabet ern den ulturkampf denken, so ist dies wobl_nicht rt tig., Ich habe. eme viel zu bobs Meinung von den Herren, die daznals mit der Regierung in Konflikt geriethen, als das: ich annehmen konnte, sie battrn der Staats- gewalt auch nur passiven Widerstandxentgegengese t. Em Widerstaxtd, auch eine pasfiver, erfordert stets eure K7aftans engung, ohnx eure solche ist von einem ,Widerstande“ keine Rede. Ich bitte Ste, die §§ 113 und 114 anzunehmen. . Abg. Spahn (Zentr.): Die Ablehnung der §§ 113 und 114 seitens des Zentrums in der Kommission, erfolgtzx nicht mit Bezug- nahme auf den Kulturkampf. Kemer meiner politischen Freunde hat

' irgend ein Wort gesagt, welches diese Behauptung rechtferti te. Wir

ballen die §§ 113 und 114 in ihren Bestimmungen für die zu vage, als daß wir ibrkr Aufnahme in den § 111 zustimmen könxiten. Da- ge en erachten wir die Aufnahme der §„§ 166 und 167 fur unerlaß- li . Nichts liegt uns ferner, als, wie der Abg. Dr. Ennecrerus meint, mittels dieser Paragraphen die Vertreibung der Schrtften Luther's unmöglich x_nachen zu wollen.,

Das aus tritt darauf in die Berathuyg des Antrags Bart ( ufnahme der Duellparagraphen m den § 111 und Strei ung des „Ehebruchs“) em. '

A . ])r. Barth (fr. Bg.): Da man „11th weiß, was Zwls en der zweiten und dritten Lesung, auch wrnn die orlaqe jetzt a gele nt wird, unter geschickten Händen - geschtckteren als bisher am Werke waren -- daraus werden maß, so ist xs notßwendig, schon jekt den Versuch zu machen, die Vor age mögltchft ung abrlich Éu machen Mein Antrag auf Einführung des Duellpamskapben stin der, ommisfion in erster Lesung vom Zentrum angenommen, in der zweiten Lesung aber abgelehnt. Inzwischen war nämlich das Kompromiß zwischen

entrum und Konservativen zu stande gekommen. Jetzt das ompromiß wieder M eben, und es kann meiner Ansicht ua auch für das Zentrum kein elg bestehen ge en meinen Antrag zu stimmen. Es giebt kckum einb Verge en, iLes i &st däm Faewußtseix der eßesv“erun anenw we u. genorm- Geßsm ist UF sog not weßdiger, die Anreizung dazu gera von den

öbrren Kreisen ausgeht.

1S95.

Abg. Spahn (Zentr.): Was der Abg. Dr. Barth fzber die Hal- tung des Zentrums in der Kommiffion gefa'gt bat, entsxrtcht nicht der Wah eit. Wir wollten ursprün lich Sine cbärfere Fa ung; um aher wen“ ens etwas zu erreichen, 11 men wir den Antrag deS Vorrednocs auf infügung der Duellparagraphen in den §_111 an. In der zweiten Lesung haben wir ihn aber abgelehnt, wetl gxrade die Partei des Ab . ])r- Barth unsere Faffung sehr lebhaft bekampfxe und quéxb die Au „abme jener aragrapben in den § 111 zu erheblichen jüklftt- schen Bcdcnken Aula gab.

Abg. von Saliscb (dkons.): Ick bin keinesweng ein Freund des» Duells' ich steUe ks auf eine Stufe mtt der Ebesrhetdung. Aber nach AnnalZme des Antrags des Abg. 13.1: Bari!) wurde auch'unter Strafe fallen, daß in Kommyrsbüchern die Schlagermensyren. dre doeh ganz ungefährlich find, geprieyen werden. Das wollen wir nicht.

Abg. Bebel (Soz.): Das Zentrum bat den Anschauungen, welche für die Aufnahme der § _ 201. und 205 „geltend gemacht Wurden, in der ersten Lesung der ommtsfion_ zugesttznmt. Als aber bei der zweiten Lesun von den Konservatrvrn „Einspruch erhoben wurde, ließen fick) die Herren vom Zentrum berbxi, ihre Stellung zu ändern. Die Duellparagrapben gehören durchaus m den § 111; denn durcb nichts wrrden Religion, Sitte_ und Ordnu'ng'fchwerer verletzt, als durch das Duell. Es widerspricht dem christlichen Grundsaßx: Du sollst nicht tödten! und verleyt das _Gesxß, das die Duellaxttxn mit Festung bedroht. Wo wird mit vollstandig kxaretrt Bewußnem und mit Absicht das Gesey beständi so verleßt, wre hier von Wien, die die (Hrsellsckpaft zu stützen yorge en ? Wenn Str sagen, daß Sie _un_ter einem gesellschaftlich wange bandely, daß Sie durch gesellscbarxltche Vorurtheile genötbigt nd, im Widerjprucl) unt Ihrer ei enen bxn-Zre'n Auffassung zu handeln, dann sollten Sie doch denen dati bar sein, die geseßlche Bestimmungen aufnehmen wo__l1en, welche Str kunfttg Von diesem Zwaanke befreien. Es ist eigentbumltch, daß fic_b_gerad_e seit der Zeit, da der eichstagZich mit der UmsiurzvorlaZe beschästtgt,_d1e_Duelle fark gehäuft haben. n einem Zeitraum von Monjatenxut die_Z.1[)l der Duelle so groß gewesen, wie meines Erinnerns m kemeryfruberen Yeriode. Dem muß gesteuert werden. Dazu kommt, chf; eme ganze

eihe unserer Kollegen, die als Volksyertreter brrufen_ md, Ersetze zu ma en und sie zu resprktieren, sich in Widrrsvruck) mtt den Gew en eseßt aben durch aktiVe oder passive Bethetltgung am__Duell. „er bg. Freiherr von Stumm erscheint soggr als Rückralliger. Erne Reihe von Koüegen find als Sekundanten tbatig gewesen. Ich nenne nur die Abgg. 1)r. Hahn, Liebertxmnn von Sonnenberg, drn Chrs-Nedakteur der Kreuzzeitung. In der Kommiffion Hat der Vertreter der Arnxee- verwaltung erklärt, es seien in den Jalxrrn1890,/94-*Yur 68 Fake yon Duell zu verzeichnen gewesen. Im [asien Jahre Zuid aber auf Grund des § 112 des Strafgesetzbucbs nur ytrr Verurt etlungrn_ er- folgt. Dabei kommt die gesammte maxmliche' Bevölkerung Uher 18 Jahre in Betracht, es eben also 68 Fqlle der_der Armee in pier Jahren immerhin zu den en. Bekannt ist, daß. m den serhztger Jahren die drei Grafen Schmising-Kerffenbrock ihren Abs 'ted zu nehmen genötbigt waren, weil sie das Duell_ als mrt ckan Re tgrons- begriffen undereinbar erklärten. Wenn em folxher Zwang aus- eübt wird, hat die Volksvertretung um jo _mebr' Ursache, HTH damit zu beschäftigen, besonders da dab?! Dinge 1791:- kommen, die geradezu empörendFind. Ick Yönnte eine ganz? Reibe Von Duellen anführen, der schlimmste: all ist der Fall KoÉe. __ Er erregte besondere Entrüstung, weil das neil an einem der bmien- beit besonders beili en Tage stattfand. Erne derartige Nichtacbxung don Sitte und Ge 83 mu te Entrüstung erregen. Dre .Kölxits Volkszeitung“ wie der „Rei sbote' haben darauf in besonderen Arttke n hingewiesen. Die Duelle s eben auch mit anderm Bestimmungen drs Strafaeseßbuchs in Widerspntch., Wer es sich crugelégen sem läZt, Duelle zu fördern, begeht eme fortgeseßte Anretzung zur Be- e ung von Verbrechen. Das ist nach § 12 des Strafgsxßbuch Ltrafbar. Was soll man quereinigungen sagen, wie dem KHsener Z. (ck., der diese Aufreizung1Dstematischtrerbts9 Staatßaxjwalte, Ntcht€r, Mitglieder dieses Hauses smd Mitglieder des Kösxner Z. (I., „und dürfen nach din Sa ungen sich Forderungen nicht entziehen. Minister und Staatsanwalte ördern also die Anreizurrg zum Verbrechern Da der Ehebruch mit zur Debatte steht, möchte ich auch darauf emgebxn. Es ist wunderbar, daß Sie die Anreizung zu einer Handlung bestrafen wollen, die unter Umständen straflos ist. Nehmen wir an, durch em Schau- 1piel, ein Lustspiel, eine Posse wird jemand ziim Ehebruch Verfübrt - der Richter würde in Verlegenheit kommen, wie er entscheiden so!!, zizxnal der Ehebruch noch unter die Vers iedenen LandeSgesedebungen x_allt, nicht unter die Reichsgeseße. 5 ei der Dehnbarkeit des Begriffes ,Anreizung“ fiyd auch die widersprechendsten Urtbeile gerade 11) dieser Beziehung zu erwarten. Hiervon wird in böcbstezn Maße drcLitZratur erroffen, die besonders von unseren Büererfamilten, auch den burger- icben Damen ern gelesen wird. ehmen dir Staatsanwalte ihre Aufgabe ernß _ viele Theater könnten nicht mehr bestehen, die jeßt mit Vorliebe von der besten bürgerlichen Gesellschaft auszefucbt werden. Eine ganze Reibe von Romanen, die nichr als bedenkl an- zusehen sind, wäre unmöglich. Für Verleger, Dichter und Künstler würdsn die verbängnißvoüsten Folgen entstehen, die sozialdemokratiycbe Partei aber würde davon nicht betroffen., Die Konservativen hatten, als sie den Antrag unterstÉtÉten, wohl keine Abnun dadon, daß sie eWas thaten, was im idersprucb rmt den Le ren des großen Reformators Luther steht. In einem Traktat vom Jarre 1522 erxiart dieser unter gewissen Verhältnissen den Ehebruch für legitim, erlaubt. Die dre: Reformatoren Luther, Melanchthon und Hutten haben auf Anfrage des Landgrafen Philipp von Hessen, der eine zWeite rau nehmen wollte, dieses aber yon dem Ausspruch _der genannten 5 eformatoren abhängig gemacht batte, ausdrückli erklart, da der Heiligen Schrift nirgends eine Stelle enthalten it, welche be a t, daß man nur eine Frau haben darf. Wenn Sie die Sitten- rem eit er alten wyllen, so sorgen Sie in erster Linie dafür, _daß sie in denjeni en Kreijen herrsche, die maßgebend auf die Ge1ellschaft wirken. ach dieser Richtung bin sollte im Interesse der böbern Gesellschaft Schuß geschaffen werden.

Bevollmächtigter zum Bun deswth, preußischer Kriegs- Minister Bronsart von Schellendorff:

Meine Herren! Ich weiß nicht, ob das hohe Haus gewillt ist, jetzt in eine Duesldebatte einzutreten (Zustimmung rechts, Widerspruch links); sonst - ich wäre dazu bereit. ch verzichte aber mit ganz besonderem Vergnügen darauf, mich mit dem Abg. Bebel über diesen Gegenstand auseinanderzuseßen. ch verzichte aber namentlich umdeswillen darauf, weil ich ganz fest davon überzeugt bin, daß er mich absolut nicht verstehen würde, wenn ich mich bemühen wollte, ibu. die Auf- fassung, die im Offizierkorps über das Duell besteht, klar zu machen. Meine Herren, ich erkläre bier nur das Eine": in der Armee besteht der Grundsaß, Ebrenbändel, wenn es irgend möglich ist, auf fried- liebem Wege zu begleichen. Ist es nicht möglich, so liegen" tragische Konflikte vor, für die Sie die MitTel zur Lösung auch nicht finden werden. Ein solch tragischer Konflikt lag in dem Falle vor, dat Herr Bebel hier zur Sprache brachte.*'„Der betreffende Offizier erhielt längeren" Festungsftrafe und wurde aus dem Dienst entlassen. Ich muß also

namentlich protestieren gegen die etwa (bestehende Annahme des Abs