Bebel, als hätte man in der Armee diesen Offizier mit besonderer
Vorliebe dem Korps erhalten.
Ich will dann nur zum Scblnß noch einmal wiederholen, waz
ick) bier im Reichswoe schon in früherer Zeit ausgedrückt babe. Die
Armee vertritt die Anschauung, daß der Offizier seine Misfion am besten
erfüllt, wenn er sich tödten läßt für den König, das Vaterland und in Ver.
_ tbeidigung der Ehre seiner Fahne. Die Armee steht aber auch durch-
aus auf d em Standpunkt, daß man dem Offizier, der, wenn es not!;
that, bereit ift, für die Vertbeidigmig der eigenen Ehre das Leben aufs Spiel zu sehen, mildernde Umßände zubilligen muß.
Abg. Gröb er ( mtr.): Wir werden einen besonderen Antrag zu § 210 betrefiis der B trafuxig derAufforderun zum Duell einbringen. UnserePartei ist stets energisch gegen dasDu eingetreten. Weil wir prinzipielle Gegner desselben sind, sind wir vielfach ankxegriffen. Wollte man das bestehende Geseß anders band aben, so önnte man dem Unwesen bald ste_uern,_ namentlieh dem tudentiscben Duell, welches systematisch oft in irwoler __Weise betrie wird. Das studentische
Duell giebt die Vorbildung fur die_spätere Auffassung des Duells. Abg. Dr. Bartl) (fr. Vg;) halt den Abgg. Spahn und _Gröber ?egenüber seine Behauptungen uber das Verhalten des Zentrums zu
einem Anfrage aufrecht. Abg. von Kardorf_f (Rp.): Der Abg. Bebel bat zumeist längst bekannte Sache71_als Neutgkerten vorgetra en. Ibm und dem Abg Gröber möchte ici; bezüglich der ftudentisan Verbindungen und der studentischen Men uren bemerken, _daß _die leßteren nur ritterliche *Waffenübungen find. Ich kenne die Amchauurzgew des Abg. Gröber ja auch aus meiner Studentenzeit ber. Ich respektiere sie, aber ich wünsche nicht, daß sie bei unseren Studeriten Eingang finden. Abg. Spahn (_ entr.): Die studentischen Schlägermensuren sind nach einem Erkenntm des Retethericbts als Zweikamvfe mit tödt-
lichen Waffen erklärt worden.
Abg. von Kardorff (Rp. : Ick) möchte dem Abg. Spahn be- merken, daß mir das betreffende ei erichtserkenntniß wohl bekannt “ist, und daß ich dasselbe für ein, tböri tes halte.
Damit schließt die Diskussion.
Nunmehr erfol t die Abstimmung über den § 111 und die dazu gestellten nträge.
unächst nnrd der Antrag Barth, betreffend die Fassung des “111 abgelehnt_gegen die Stimmen der Soéialdemokraten, der Freiinni en, eines Theils der Nationa liberalen, der Welfen und ntisemiten.
Der Antrag von Levesow, betreffend die Fassung des F 111, wird abgelehnt gegen die Stimmen der Deu ck- onservativen und eines Theils der Nationalliberalen. on der Reichspartei stimmt dagegen der Abg. „Holy.
Die Aufnahme der §§ 113 und 114 (Anita von Leveßow) wird abgelehnt gegen die_ Stimmen_ der Konkervativen, der Reich§partei und des großeren Theils der Naiionalliberalen.
Der Antrag Groeb_er wird abgelehnt gegen die Stimmen des Zentrums, der Weisen, Polen und vereinzelter Konser- vativer.
, Die §§ 166/167 werden aus der Kommisfions assung gegen dieselbe Minderheit gestrichen. Dieser Theil des ntrags von Leveßow ist also angenommen.
Die Bestrafung der Anpreisung des Ehebruchs wird darauf ebenfalls abgelehnt _gegen die Stimmen des Zentrums _und einiger Konservativer und Mitglieder der
eichsdariei. _
Nunmehr werden die _Drtellparagraphen abgelehnt Flegen die Stimmen der Freisinnigen, Sozialdemokraten, einiger
ntisemiten und des konservativen Abg. Hüpeden.
Durch diese_Abstimmung ist der 111 der Kommissions- fassun also dahin abgeändert worden, aß die §§ 166 und 167 11110 die Bestrafung der Anpreisung des Ehebruchs gestrichen smd. Ueber diese so _veränderte Fassung wird nunmehr ab: estimmt. Es erhebt sich nur ein Theil des Zentrums dafür, sgie ist also abgelehnt._
Nunmehr wrrd uber § 111 der RegierungSvorlage al_1_geftém_i_nt_und derselbe gegen die Stimmen der Konservativen a ge e n .
Darauf vertagt das Haus die weitere Berathung auf Sonnabend 1 Uhr.
Schluß 51/2 Uhr.
Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten. 64. SiHung vom Freitag, 10. Mai.
Ueber den Beginn der Sitzung ist gestern berichtet worden.
Es wurde zunächst die zweite Berathung des Antra s v0_n Schenckendorff,_ betreffend die Förderun der Iugen : syiele, des Handfertigkeits- und Wirth chaftSUnter- richts, fortgesetzt.
_ Abg. Engelbrecht (frkons.): Die landwirtbschaftliche Arbeit stahlt Körper u_nd Geist._ Es x_nuß daher nach Möglichkeit dafür gesorgt werden, daß die Schulkinder in der freien eit zu solcher ländlichen Arbeit_beran_gezogen werden._ Namentlich it dieses, mehr noch als dom vadaqogischen. Vom s_oztalp9litischen Standpunkt aus wünschens- wertb. cb glaube das tkn Sinne eines großen Kreises von Land- wirtben_ aussprechen zu durfen. (Sehr richti ! rechts.) Um so bedauerltckyer ist es, daß durch Anbrdnungen der Königlichen Regierung an manchen Orten die Befreiung vom Sommerunterricht sebr ' "schließt LsSt'cb [1 (k s)
_ * g. a _ on.: ür die körperliche und praktis ,e Aus- bildurY der Schulkinder MUZ€ mebr Jefcheben. Die freie ?ecibt bietet xa an dazu Gelegenheit durch Etnfü rung von Iugendspie en, durch die_ zugleich der Langeweile, welcher die ländliche Jugend, namentlich zwi;chen dem 14. bis 18. Lebensjahre, aussesext ist, mit ihren schl mmen Folgen, abgebolfew werden kann. E cnso ist die weitere AuSgestaliun der Handferti keit zu erstreben. Wer nicht einen Nagel gerade emscb aßen kann, sche nt mir kein rechter Mann zu sein.
Abg. Frei err vo_n Heereman (Zentra): Die Woite des Ver- treters der Staatsregierung baben m_: in freudiges Erstaunen ver- seYt, da den Gemeinden wenigstens em gewiffer Einfluß zugesprochen ;?er K_Yxenfteenue i_é _:mä),__ daßörYlthe ülZZ-aü schablonenhaft gleich-
, n ern en : " ' - tragen werden _____ n edurfntffen Rechnung ge __ dAbg. dG__e__r__lich _(fdrkonHZ: _
_eu ig zm a € an as or verzichten können, wenn ier ni t die Beim tung ausgesprochen worden wäre, daß die In m?; zu se r von Idea en zum materiellen _Leben berabgert en wer en könnte. Der Abg. Schall hat nach meiner Ansicht mit einem Beispiel vom Nagel_ den Na el auf_den Kopf getrof'en. Zu viel Ideale schlagen bald in das egentbetl um. (Sehr richtig!) Wenn eine Hausfrau weiß, daß Columbus dann und dann Amerika entdeckt hat, oder andere große Begebenheiten, so nii t das nichts, wenn Jacken und Kleider ungefltckt _bletben._ In a en anderen Kultu iaaten wird neuerdings auf die Ausbildung der Handfertigkeit gro es Gewi t gelegt, und_ zwar mtt großem Erfolg für das Gewerbe. Machen w r es mcht mit, so werden wir konkurrenzunfäbia. Sehr zu bedauern ift namentlich. daß die Schullehrer zu wenig praktisch ausgebildet werden
Auch ich begrüße diese GrundfäYe
/
lichen Bedürfnisse M welken'vermögen. Ick richte daberau die Staatthänm' Fun, danach zu ftrebn, da die Landschil- “b"ÄI v 311me ok“ (ZBFKUN sm? "' leicbf as on ajzewt oe: em a.
dee-neinden mebreribeitenein ' t dm oäen' leiderdcj? d_as namentlub bei mts einstweilen noch sehr weai detFall. - lich kommt es noch, damit die Jugend von der ÉefaFr wird. it) der starren S_chule eiftigelßu verkrüpveln. Noch eine Gefaör da dieKiuder geistig p ,__1_i_e_;a darin, daß sie nun aaa; be Spielen und Handarbeiten ' t werden ihrer Muttersprqäbk be-' TinthaFürfen. Ick bitte die gierung, in dieser Beziehung hilfe 11 en. MinisteriaLZDirektor Kü ler: Niemand wünscht mehr als der Herr KultustMfter, daß d gedeihlicbe Entwickelun der Schulen unterftutzt werd durch die freie Mitwirkung der Gem den. Wenn
ragen auf dem Gebiete der Schulverwaltung zur Verhandlung Emme? f__ollten, werden die Gemeinden die Schulveertung auf ihrer Seite 11 en.
Ab . Kropatscheck (kons.) erklärte sich g en deu Ant der Kommis ion wie des ursprünglichen Antrags des eiKha. von Schmeßcken- dorff. _s_ werde dcxdurcb etwas in die Schule getragen, was Sache der Farmlie sem mußte. Die _engliscben Schulen, in denen die Jugend- spiele emen Theil des Unterrichts bildeten, seien grundverschieden von unseren Schulen. Es lasse si das Prinzip dieser aristokratischen Schulen _mcht _au_f unsere dem atiscben Schulen übertragen. Sptelmuffe moglichst fret von der Aufsicht der Lehrer sein. Daß die Gemeinden neue Mittel für Schulzwecke aufwwden würden, sei mehr als zweifelcht. Er bitte um getrennte Abstimmung über die zwei Punkte des ommissionsbesäoluffes.
Abg. vo_n S_chenckendorff_ (nl,) erklärte, er halte den Abg. Kropatscheck in dieser An elegenbeit nicht für informiert, sonst würde derselbe z_u anderer Ansi t gelangt sein, wie eine solche ja auch von konservativer Seite vertreten worden sei.
_ Der Antrqg der Kommission wurde in beiden Punkten nut großer Maxorität angenommen.
Es folgten Wahlprüfungen,
Die Wahlen der Abg . Hilgendorff (kon .) und Veleites (nl,) für Koniß-Schlochau- uchel wurden nach LAntrag der Wahl- prufungskommisfion für gültig erklärt.
Die Wahl des _Aba. Durlach (5. k. F,) für Fallingbostel- Soltau beantragte dte Wablprüfungökommiss'wn zu beanstanden und Beweis zu erheben, ob ungeseßliche Wablbeeinfluffungen zweier Wablmanner stattgefunden haben.
Das „Haus beschloß nach dem Anfrage der Kommission.
Die Wahlen der Ab g.Hobrecht (nl,) und En ler (frkons. "r Beren_t-Dirsckxau-_Pre_u isch-Stargardt beantr te dige Wablprü')nxf31s- kommission fur gulttg zu erklären und die ierung zu er u , das__ _Landratbsamt Preußisch-Star ardt auf die bisheri e mangelhafte Prumng und Feststellung der Abt eilungsliften binweiHen zu““ wollen.
Der Antrag der Kommisüon wurde an envmmen.
Die Wahlen der Y_bgg. Wentorp (fr. kon .) für das Herzog- tlZum _Lauenburg i_md Stöcker (kons.) für Minden-Lübbecke wurden 7in gulttgxerxlart.
Schluß 21/9 Uhr.
Nächste Sißung: Sonnabend 12 Uhr (Jagdscheingeseß; ZlthHW wegen Aufhebung der Grundsteuerentschädigungs-
1 .
Parlamentarische Nachrichten.
_DemReichstageiftfolgenderEntwurfeinesGeseßeswegen “A_bande_rung des Gefeßes vom 23. Mai 1873, betreffend die Grundung und Verwaltung des Reichs-Jnvaliden- fonds, zugegangen:
Artikel 1.
Aus den Mittelr) des Reichs-Invalidenfonds werden in Grenzen der Zinjen des _“sur die St stellung seiner geseylichen Verwendungs- zwecke e_xszehrlickpen Aktivbestandes vom 1. April 1895 ab Betrage zur Verfugénig gestellt _
_ _ 1_) be uss _gnadenweijer_Bewilli ung von Pen ionszuschüffen für diejenigen Offiziere, Militararzte, eamten und annscbaften des deixtschen Heeres und der_Kaiserlicben Marine, welche infolge einer im Krieg_e_von 1870 _71 erlittenen Verwundung oder sonstigen Dienst- beschadigunß _ver tndert waren, an den weiteren Unternehmungen des Feldzugs teilzunehmen und dadurch ein zweites bei der Pensionie- rung __z_u der Wirklichen Dauer der Dienstzeit zuzurechnendes Kriegsjahr zu er tenen;
2)_bebufs tbeilweiser Uebernahme der aus dem Dispofitionsfonds des Kaisers zu Gnadenbewilligungen aller Art (Kapitel 68 Titel 1 der___f1_)rtdaue__rn_den 5€_l_usgabe__n däs R_e_ichs_b__aus_l_)_alts-Etats) bisher be- wi lg en un erner m zu ewt igen en nie tü un en an ni t an- erkan__t_1_ie ZFPlidFGdeYÖKrieges vonÉZZY/J; 8 g ck
_ _e us ewa rung von eii en an solche er"onen des Unteroffizier- und Mannschaftsstandes des Heeres und 5Yer1 Marine, welche an dem Feldzug von 1870/71 oder an den von deutschen __SYaten Fo_x___1870 gefdiibrtend Kriegei_1____el)r_e__nvolle_1_is Arfitllxilk genommen
0 11 un 1 wegen auern er ganz: er rwer un ("1 eit in unter- stüßungsbedürftiger Lage befinden. 9 _ _ Artikel 11.
_ur das Etatöxabr 1895/96 wird der Ausgabebedarf des Reichs- Jnva idenfonds rk) zu den Pensionszuscbüffen (Art. 1 1) auf einhundert Tausend
“ - 2) zu den Unterstü ungen für ni tanerka t l'd .12 auf FrbunxertÉiZthsLidß ___?ackö __ft_ch __ nn eJnvai e (Art ) zu en _ei i e_n_ ür edü “ge e emalige Krie st eilnebmer (Art.F1_ ZYausfpexne YTilZion _1_i__nd a_i_k_)tl)ynderTsTairxfsenFeYerkhfthgesetzt. ur ie aere et muen ie 1ewei eor i 5ed 5- summen auf den Reichsbausbalts-Etat gebracht werden. chen arf _ _ _ Artikel 111. __ w'lént? Beihilfen (Art. 13) werden nach folgenden Bestimmungen e [ ig. _ _§ 1. Die Beihilfen betragen jährlick; 120.44 und werden monat- lich im voraus bezahlt. Dieselben unterlie en nicht der Beschlagnahme. § 2.___ 2_luSgeschl lecJefind: ___ _ 3. er onen, we aus ei mitte n ese liche nvalid : pensionen oder entsprechende sonstige Ywendungeéi [»ineben;J en _ 1). Personen, _welche nac? ihrer Lebensführung der beabsichtigten Fursorge als unwurdi anzuse en find; befinxénPersonen, wel fich nicht im Basis des deutschen Jndigenats § 5. Bei lei er Anwartscba ent «beiden " d B ' nachstehender _Ret enéolge in der Refxel: s fur en orzug m 0. Auszeißmuna vor dem Feinde, 1). die frubere Feldzugsperiode, an welcher der Vmerber theil- genommen hat 0. das bö ere Lebens::lter. § 4. Die Zahlung der Beihilfen ist einzustellen, sobald eine der Vorausse ungen wegkefallen ist, unter denen die Bewilligung statt- e
gefunden at (Artik 1 3, 111 § 2 . usgabebedarf wird nach dem im
§ 5. Der jährlich festgese te Artikel 171 des Ge es vom 8? Juli 1872 (Reicbs-Ge eybl. S. 289)
ua dem im rtikel 3 des (Heseyes vom 2. Juli 1873( chs-
:mid hauptsätblicb, da sie ihre Erziehung in de Städt Md daher das Jntere e der Schulkinder auf dem Lande füerndixblékitidt:
e anZegebenen Ma sinke der militärischen Leistungen LuiebunMeise
Ge e bl. S. 185? bezeichneten Matrikula ße den Re_g_i_erungm der
einze nen Bundes taaten zur geseßmäßigen erivendung u erwiesen.
_ Y_Usaß-Lotbringm wird ' unter ' '“ v:- ! Bedarfs W:chlagmBetragm _vorwm ouvert. EFZ: lot riugiscbe Landekang drige, weltbe tm framöücben Heere den Feldzug von 1870/71 mitgemacht haben und in der Fol Deuts MKWMM Bemessung du Bedarfs (; ' alle? Die kün ' öt " A r“ ertbecl' werden durch ders! ÄÜYTausbaeljts-Yagtnzetrdoefsme _ ungOmaßsiabs * Artikel 117.
"Di Bewill' der us 11 ' und 3) eerfolgt iutktueixlgAusscb !:?!st YHSFUYTUMÉML
Dem Gesehentmnf ist die nachstehende Begründung beigegeben:
Zu Artikel 1 1. _ _ Nach dem Allerböcbsten _Erlaß vom 16. Mai 1871 werden den- Mmen Tberlnebmern am Knege you 1870/71, welche iit'jedem dieser den Jahre an einer Schlacht, einem Gefecht beziehungsweise einer
Belagerung tbeilgenommen, oder welche je zwei Monate aus dienft.
licher Veranlassung in Frankreich zu ebracht haben, bei der Pensionierung“
diese Bedtngimgewnur in einem Jahre _ 1870 oder 1871 _ haben, nur etxi Kriegsjgbr in nung kommt.
_ Demgemaß wird auch sol Krie Sikeilnebmern, eme_r Verwundung oder so_xistigen Dien be (bädigun in die imatb zuruckbesordert find, e_be ne die Bedingungen im Jahre 187 erfüllt baben,_mzr enz Kriegßxabr angerechnet. _
Hierin liegt, möbesondere __gegenüber denjeni en Theilnebmern, welche wahrend der Wiederberste ung ihrer Gesund eit auch im Jahre 1871 zwei Moriate lang !" Kranken!) belassen worden sind, eine Un- billigkett. Es ist daher in usficbt genommen, in den bezeichneten Fallen auf Ansuchen d_en PensionSausfall für ein zweites Kriegsjahr durcb gnadenweise Gewabxung von Zuschüssen auszugleichen.
Zu diesem Zweck Wurden die erforderlichen, für das Etatsjabr 1895/96 auf 100000 „ck verzinfcblagten (Geldmittel dem Kaiser durch emen_ tm Etat über den__ Reichs-Invalidenfonds auSzubringenden Dis- posittorisfonds zur Verfugung zu_ stellen sein. Sollte dieser Betrag, wgs nicht auSgeschloffen er_schemt, sich als unzureichend ergeben, so wurde der Mehrbedarf vorlaufig zu Lasten der otdentli Mittel außeretatömaßig u_ verrechnet) und behufs Erstattung an die leyteren dem aus dem_ etchs-Jnvaltdenfonds zu deckenden Bedarf für das folgende Jahr hinzuzuseßen sein.
Zu Artikel 1 2.
Ferner bedarf es der Bereitstellung von Mitteln, um den nicht anerkannten, d. b. denxemgen Jpvalideti des Krieges von 1870/71, wel en wegen Ablaufs der geseßlicben Praklufivfrist einRechtSanspruch auf egswn nicht x_ustebt, in der bisherigen Weise auch weiterhin UntergiZtußZnFen eävaZrJstzu Fniieéi. 22 Jul
_ur en_ erö en ra vom . i1884 ist bestimmt, daß die Unterstußungsgesuche der bezeichneten Invaliden einer wobl. wollenden Prufung unterzogen und zur Gnadenbewilligung Vor. geschlagen_ werden sollen, sofern Thatsachen na ewiesen sind, welche die _Ueberzeugung _von dem ursächlichen usammenbang der _KraMkbeit rnit der im Kriege erlittenen inneren Dienst. beschadrgung zu begründen derniögen. Die'deiageikäßcin etretenen Be- willigungen sind aus dem Dtsvositicnsfonds des Kaiers ' w_ord_en, welcher Fonds schon bei_ seiner Errichtung bauptsäch ich die Bestimmun _batte, Lücken_ und Harten der PenfionSgese e zu ergänzen und Mzug etchen, urid bei dem von Jahr zu Jahr wa senden Bedarf zit_Untetfiußxmgezi. insbesondere für nicht anerkannte nvalide, von seinem ur_s _runglicben Etatsbetrage von 900000 „FQ fortschreitend bis auf 3 Mi w_ner_1 Melrk erhöht worden ist.
Ge enwartig reicht auch dieser Etatsbetra? zur Befriedigung der an den onds herantretendexi Anforderungen n cht mehr bin, da im Jahre 1895/96_zr_1r Bestreitung der AusJaben infolge bereits ge- schebenex_ Bewilligungen 2918500 «“ _ darunter 1738 800 „44 allein _ fur die unter den Erla vom 22. Juli 1884 fallenden Jtivaliden _ und unter Hinzure nung des für leßteren Zweck ver- amchlagten Mehrbedarfs von 307 000 „44, im Ganzen etwchx 3 225 500.44 erforderlich sem werden. Die hiernach erwünschte Entlastung des Disvositwnsfonds des Kaisers soll nach dem Eanrf, im Anschluß an _den Vorgang des § 3 des_ Geseßes vom 30. März 1879 (Reichs- (Zejeßbl. S. 119), m der Weise ersolgen, daß von den Unterstützungen fur_ nicht anerkannte Juvalide jahrlich ein bestimmter Betrag auf den Reichs-_ analtdenfonds übernommen wird. Für das Jahr 1895/96 wird dieser Betrag, wenn bei dem Dispositionsfonds iu mäßigem qufang Mittel _für besondere unvorhergesehene Fälle zur Verfugung bleiben sollen, nicht unter 400000 „44 bemeffen werden können.
Zu Artikel 1 3.
_ In den Reihen der Männer, welche an dem Krie e gegen Frank- reich ehrenvollen Antbeil genommen haben, leben man wegen gänz- licher, mit den höheren Jahren eingetretener Erwerbsunfäbigkeit und Weg_en_ pollstandi en Mangels an e'. enen Subsiftenzmitteln in [:M- bedurstiFU Ver 01_tn_iffen. Solche_ ersonen, insbesondere wenn sie sich im _esiße militariscber Ehrenzei en befinden, auf die Armenpflege zu verweisen, erscheint nicht angemessen.
Mittel, um diesenKriegstbeilnebmern sowie den in gleicher Lage befindlichen_Veteranen der von den deutschen Staaten vor 1870 ge- fizbrten Kriege Von Reichswegen Unterftüßung zu gewähren, fiebert n1cht zur Vetsügung. Sie werden, ebenso wie die in erster Reibe ju deckenden, zu PenfionSzuscbß en und zu Unterstützungen für nicht an- erkannte Invalide erforderlr en Beträge, aus dem Reichs-Jnvalidnz- fo_nds zu entnehmen sein. Hierbei soll jedoch keinesfalls über dle Zinsen _des für _die Erfüllung seiner gesetzlichen Verwendun zwecke entbehrlicben Aktivbestandes hinausgegangen werden, um den apikal- bestand felbft_als Reserve zu erhalten.
_ Wenri die Zahl der mit Beihilfen zu bedenkenden Personen -“ einschließlich _der Elsaß-Lotbringer _ vorläufig auf 15000 ar)“ genommen wird, so würde bei dem SaLe von 120 .“ jährlich fur den Kopf der im Artikel 11 Ziffer 3 für 1 95/96 vorgesehene Betrag von 1 800000 «ck verfügbar zu machen sein. _
_ x_Oie Ausführun des Gese es, insbesondere die Auswahl der unt Beihilfen zu beden enden Per onen, würden die einzelnen Buybes- re _ierungen zu übernehmen baben, denen die etatSmäFig bewilligten
titel nach dem itzt Artikel111 § 5 festgeseßten Vertbei un maßstabe, welcher dem tbatsacbltcben Bedarf der einzelnen Bundes aaten am mei_s_te_r_i eutsyrechen dürfte, beim Reichs-Jnvalidenfonds zur Verfügung zu e en ware.
_ Für Elsaß-Lotbririgen, auf welches dieser Vertbeilungßmaßftab nicht anwendbar erscheint und welches überdies imKri e von 1870 L wegender Occupation in entsprechend Heringerem Um ange, _an den früheren K_riegen überhaupt_ nicht betbei igt gewesen 1 , soll e1n_-1_nter Berücksichtigung des tbatsachlichen Bedarfs entspre d ermaßlgker Yetchg vorweg auSgeZondert werden. Dort über die Zabl_der be- d_u gen Krie stbeilne mer, einschließlich derjenigen, welcbe tn fran- zo_fi chen Dien ten gestanden haben, spezielle Ermittelungen anzustellen- durfte allzugroßen Schwierigkeiten und Weiterun en nicbt unter „gen-
Die weiteren Vorschriften unter Artikel 11 . möchten einer be- sonderen Begründung nicbt bedürfen. _
Gemäß der neuesten,.nach dem Stand am 30. Juni 1894 und unter ZuYruudelegung einer 34 prozentigen Verzinsiznkz aufgestellte" Bilanz ü ersteigt der Aktivbeftzmd des Rei Zaya idenfonds dm Kapitalwertb der demselben obltegeyden Verb d keiten _um„ ru_nd 83 Millionen Mark. Die Zinsen dieses Betragdeesr bieten flix di? mi Entuwrf vorgesehenen Bedarfssummen die erfor lichen Mittel.
_ FerneristdemReicbstage derEntwurß eineSGesers- betreffend die Ausführung des mit Oe erreicb-llngak" abgeschlossenen Zollkartells, nebst Begründung vor- gelegt worden.
zwei Kriegsjahre in Anrechnung ge racht, während denjenigen, M " t
welche infolge
„wegen
Zur preußilzeu Ktiminalftatisiik.
U- ) Stellt d'Betbeil' derbeidenGsletaden Myrt: e_inanderWIgeaüber, so ieebcth |Y _Flgxides:
J: 1- Apsll v' , W K!. blieliex'Te-r:1 11811346 Insassen FW verurtbp'rlmßins ZücbsbMseru “_ _ 17 h Ä__ ____ 1
100 mänYifcbe Zucht-
Verbraben ; kcbiknuesngekaetißlinxe
Männer ; Weiber
_,
1 wegen Verbr s und Ver- ( gebeus «Mm Staat 2_ . und Y_YsfentlZZeÜOnxdnung ; _ Z,? un . . * ,
MZ Meißveeirds und Ver-é ? weleuun dazu.... .; 2 34,2 8 * i ?Zens gegen 1 r ___07 _ wegen Mordes ...... 582 , wegen Todtschlags ..... 365 wegen Kindeömordes . . . . _ wegen Verbrechens wider das
keimende Leben ..... 19 wegen anderer Verbrechen wider das Leben . _. . . wegen schwerer „ Kower- „
verleßungeinscbließlicbVer- ; .
giftung ...... *. . 461 ?, 29 6,3 wegen Diebstahls und Unter- [
schlagung . . . . . . _ 1279 15,65 wegen Raubes und Erpressung 864 . 32 3,7 we en Begünstigung und ; »
Zedlerei ........ 201 ; 110 54,77 wegen Betrugs und Untreue ? i 93 17,92 wegen Urkundenfälschung . .; 299 s 18 6,02 we en gemeingefäbrlicher Ver- ; é
reiben und Vergehen Z '; ;
(Brandstiftung Tc.) . . . 5 583 z 66 „ 11,32
Es ift hieraus ersichtlich, daß die weibliche Kriminalität im Ver-
hältnis; zu der männlichen m den Vermögensdeltkten und den Ver- brechen wider das Leben ihren Scbwerpgnkt findet. Nacbfi diesen Straftbaten _zeigen ein hohes Antbeilsverbaltniß der Frauen: Metnetd und Brandstiftung. _ _ _ _
Vergleicht man das kriminelle Verhalten der verjcbiedrnen
Altersft u fen und derVerbeiratbeten beider Geschlechter mit demjenigen der Underbeiratbeten (Ledigen, Verwittweten und Geschiedenexi), so ergiebt sich Folgendes: Vm den am Schluß des Etatsjabres m den Zucbtbäusern verbliebenen Insassen standen im Alter _ von 18 bis unter 21 Jahren 854 Ledige (790 Manner und 64 Werder), 5 Verbeiratbete (2 Männer und 3 Weiber) _ und 3 Geschiedene (männlichen Geschlechts), im Alter von 21 bis unter 25 Jahren 2139 Ledige (1943 Männer und 196 Weiber), 156 Verbetratbete (123 Männer und 33 Weiber), 10 Verwittwäe (mannlichen Geschlechts) und 6 Geschiedene (3 Manner und 3 Weiber), im Alter von 25 bis unter 30 Jahren 2235 Ledige (1983 Manner und 252 Werder), 826 Verbeiratbete (707 Männer und 119 Weiber), 27 Yethtirete (21 Männer und 6 Weiber) und 42 Geschiedene (31 Mariner und 11 Weiber), im Alter von 30 bis unter 40 Jahren 2538 Ledige (2259 Männer und 279 Weiber), 2487 Verbeiratbete (2168 Manner und 319 Weiber), 228 Verwittwete (163 Männer und 65 Weiber) i_md 214 Geschiedem (170 Männer und 44 Weiber), im_Alter von 40 bis unter 50 Jahren 1035 Ledige (945 Männer und 90Werber), 1929 Verbetratbete (1613 Männer und 316 Weiber), 448 Verwittwäe (294 Mariner u_nd 154 Weiber) und 184 Geschiedene (143 Manner und 41 Weiber), tm Alter von 50 bis unter 60 Jahren 400 _Ledige (357 Manner und 43 Weiber), 999 Verbeiratbete (828 Mariner und 171 Weiber), 411 Verwittwäe (245 Männer und 166 Werder) uiid 131 Geschiedene (115 Männer und 16 Weiber, im Alter 0071 60 bis unter 70 Jahren 103 Ledige (87 Männer und 16 Weiber), 254 Verheiratbete
(223 Männer und 31 Weiber), 194 Verwittwete (133 _Manner u_nd 61 Weiber) und 34 Geschiedene (28 Männer und 6 Werder), St_idlich im Alter von über 70 Jahren 25 Ledige (21 Manner und 4 Weiber), 43 Verbeiratbete (41 Männer und 2 Werder), 47 Verwrttwete
(36 Männer und 11 Weiber) und 1 Geschtedener._ _ _
Die hiernach berborragendste kriminelle Beibeiligung der_thlter' ren 25 bis 40 Jahren Stebenden ist natürlich mit dem i_n_diesem vollkräftigZen Alter am regsten vorhandenen Lebens- und Betbatiguxigs- drang in erbindung zu bringen, ebenso wie umgekehrt die_germge Kriminalität des Greisenalters auf die Abnabme der Lebenskrafte und Leidenschaften zurückzuführen sein wird. _ Es stellt _sicb_ aber ferner heraus, daß in allen Alterßgruppen dre ledigen (einschließlich der ver- wittweten und geschiedenen) uchtbausgeiangenen gegenuber den _Ver- briratbeten den Verbältnißza lea nacb überwregen, und daß voii jenen wiederum in allen Altersklassen und bei_beiden Geschleckxtern dre Per- i_yittrveten und Geschiedenen verbältnißmaßig noch viel starker kriminell imd als die Ledigen.
8,52 27,32 13,15 nur weibliche Verurtbeilte 305,26 ]
61,36
: 1010;
Arbeiterwobnungen. _
Die Baugesellschaft für Arbeiterwobnungen m Y_armen hat nach dem Jahresbericht der dortigen Handelskamuxer fur das Jahr 1894 bis jeyt 296 Häuser mit einem_ Gejammtwertb _von 1422 225,72 „ji gebaut. Davon sind notariell _verkauft 88 Hauser Un Werth von 422 170 „46 Die Abzablungen aus diese Stimme b_e- Tru en 391419,92 .“, sodaß Restforderungen verbleiben fur „30 50,08 .“ oder rund 350.44 für das Hays, ge?M 500 .,44 un Vor- jabre. Die mit Kaufrecht be ebenen 164 user teben zu Buch mit 814 755,72 „jk, durchschnittli für das us 4968 „44; die Anzah- lungen darauf betrugen 168 422,83 .“, durchschnittlich auf das Haus 1027 .“ gegen 1000 „js im Vorjahre.
Zur Arbeiterbewegung.
Aus Solingen wird der .Köln. 31 .' zum Aysstande der Tas_ en- und Federmes er- Ausmaß“: geschrieben; da:; der
abr: antenverein die Bors läge der beim Landratb Donboff am
- d. M. abgehaltenen Konferenz (vgl. Nr. 112 17. Bl.) an enemmen [W- WU UUSnabme der Anrufung des gewerbegericbtluhen lm?u_n s- amis an dessen Stelle man eine ei ene Vergleicbskamzner zu 9 et Tbnien aus Arbeitern und Fabri anten errichten will. Der Airs- m-“chekakkÜn hat dagegen die Vorschläge in vollem Umian em-
mmtq anilenommen und will die Arbeit dann erst wieder aufne men, wenn die Zustimmung des Fabrikantenvereins erfolgt ts_i.
Aus Schmölln wird der Geraer Ztg.“ berichtet, daß der AYSÜUH der Steinnußkno iarbeiter nunmehr beendet ifi. I.)" Arbeiter unkerscbrieben gröYtentbeils die ihnen gestellten Be- dmüuuQM- Viele Arbeiter aber lieben obne Arbeit, manche werden ck “"ck auf die Dauer bleiben.
Verviers schreibt man der „Köln. tg.“: Dex Faduer- die Bemuhungen des
aus and, der Wochen dauerte, ist d _ _ D' s der Ges ' leute beendet. Nur 11 zwei Fabriken feiern. “ Lobufrage wird nachträglich verhandelt wer . Rachiuhemm mStausti en AmtsderSiadtBerlin ck b_ “ Standes l:'iitern in der WMW SÜW bis 4. Mai ct. mr Amnelduug g en: SMUÖWQ 361 Eheschließungen. 35 Todtgebotenß 546
K*-
*) s. N:. 110 d. Bl.
Litemtkr-
V ___UZecbts- Wb S_Htxaxäwissenstbajxw __ __ _ ben in er e von o rr owiß m Lkw. m oe Kei Yrostbüren erschienen, die sich mit den Zwistigkeiten und Miß- lltqkeiten wischen Schweden und N en, welche durch die gegen- _b„_efiebende Union beider Reiche orgerufen find und in erster Lune nut der age der _besonderen Vertretung Norwegens im Auslande vom spezi sch_schwed1scheiz Standpunkt aus befaffen. Die eme, mit dem Titel ,Diescbwedtscb-norwe ische Union und tbre staatsrechtliche Grundlage“, ist die deutschml0 einer Reihe von Artikeln, die in der Stockbolmer Zeitung „U78. 1) 115» WSUTUÜ“ erschienen sind; die_ zweite betitelt sick) . ur auswartigen Ministerfrage tn Schweden-Norwegen' und ist vqn einem Mitglied des_1chwedischen Reichstags verfaßt. In beiden wird auf Grund des Kieler Vertrags vom 14. Januar 1814 und des norwegischen Grundgeseves vom 4. November 1814 der Nachweis geführt, daß Nouve en niemczls als ein souveränes Reich anerkannt worden_ sei, die Verb duyg mit Schweden daher auch keine bloße Persoyalumon, sondern vielmehr eine Realunion sei, mit einem Königtbmxi, einer Diplomatie und einem Konsulats- wesen , die in dem Unwnskontrakt als unionelle Ju- stitutionen _geseylicb festgelegt seien. Die Forderun eines eigenen auSwartigen Ministeriums und eigener Konsulate für ' orwegen wird daher aueh & 111111110 zurückgewie eu. Dagegen wird die Verwand- lung des Postens des Ministers des uswärtigen von einem schwedi-
_ schen in emen unionellen als eine gewiffermaßen berecbti te Forderung
angesehen, aber daran die Forderung geknüpft, daß die onsiitutionelle Verantwortlichkeit, i_owobl die politiicbe wie die juridische, der Leitung _ der auSwartigen Angele enbeiten so geordnet werde, chß die ._Kontrole qusschlieißlitK von einer den beiden Landern gernemsamexi Institution kün ig ausgeübt würde, somit weder dem_ schwedischen Reichstag 11 dem Stortbin irgend welches Recht zustande, Protokolle. und _Do umen'te , betr end die auswärtigen Angelegenheiten, zur rüsung einzufordern. Auch würde das dem Storthmg zustehende echt, in Staatssachen einen Jeden zum Erscheinen vor seinem _oruxn auffordern zu können, weder bei unionellen Beamten noch bei [tgliedern des unionellen Conseils “für auswärtige An- gelegenheiten _zur Anwendung gebracht werden dürfen. Hierzu würde vor allen Dingen eine Aenderung der §§ 75 Abs. 1) und 86 des norwegischen _Grzmdgeseßes nötbig sei:). Daneben werden aber noch als unerlaßl1che_Vorbedin ungen ausgestellt: einmal, daß in das norwe ifcbe Grund €er eine estimmung eingeführt werde, wodurch deni önig das a solute Veto in Grundgeseßfragen bestimmt ein- geraximt und ihm das Recht ertbeilt werde, das S_tortbing auf- zylö1en uad Neuwahlen anzuordnen. Ferner müne Norwegen eine _iznzweideutige Verpflichtung übernehmen, im Verbaltntß zu 1etner Volkswen e zur Vertbeidi ung der Union beizu- tragen, Daß zur eit_ keine _Aussi t dafür vorhanden ifi, es werde norwe ifcbexjeits " aus eine dieser Bedingungen, geschweige denn aus a e zusammen eingegangen werden, wird in beider) Schriften anerkannt, dem gegenüber aber als geboten bezeichnet, daß Schweden zwar einerseits seine sofortige Bereitwilligkeit bekunde, auf Grundlage der erwähnten Bedingun en in Unterbandlungen zu treten, andererseits aber energisch jeden ersucb der noWegischenParteien zusüöweise, der Union unter dem Vorwande einer einseitig unter- nommenen Reform Gewalt anzutbun. Patriotiscbes. _
„Ohne Kaiser kein Reick)“, Festrede zu Kaisers Gebizrtstag 1895, gehalten yon Oberlehrer, Profenor 131-. E. Schnipvel. Oldenburg _und Leipzig. Schulze'scbe Hoibuchbandlung. __ Das Wort .Obne Kaiier kein Reick)“, welches Fürst Bisinarck einst zu Anton von Werner aussprach, als dieser ibn um eine kurze Uyterschrift für eines seiner Bilder bat, bildet die Grundlage_ der Vorliegenden, aui vielfachen Wunsch herausgegebenen Y_ftrede, die wegen _ibres von be- geisterter Vaterlandsliebe zeugenden halts auch in weiteren Kreijen bekannt zu werden Verdient.
Militärisches.
Die Generale der Köni lich preußiscbeii Armee, zweite olge, zusammen efiellt von o_gtslav von Kleist, Oberst z. D. 'pzig 1895, erlag Von Zuckycbwerdt und Möschke (früher Helwing'scber Militärverlag). Preis 3,50 .“ _ Das Buch enthalt kurze biographische Notizen über sammtltche Generale der preußischen Armee, die in den Jahren 1893 und 1894 zu General-Majors ernannt worden sind, und bildet die zweite Erganzung zu der im Jahre 1890 gleichfalls von dem Obersten von Kleist herausgegebenen Zusawmenstellurig .Die Generale der Königlich preußischen Armee v_r_)n 1840 bis1890', die ihrerseits wieder eine Fortführung der Iubeljrdrist ,Die Generale der Cburbrandenbur ischen und Königlich preizxztickZen Armee den 1640 bis 1840“ von Yuri Wolfgang von_ _Schöning ist. Das mit großer Sorgfalt bearbeitete, Seiner Majeiigt dem Kaiser gewrdmete _Werk bietet ein willkommenes Hilfsmittel für die Anfertigung von Biogra- phien, Nekrologen u. s. w. _ _ _ _ _ _ _ _
_ Der einjäbrig-ireiWillige Militardienst, begins-
egeben von Franz eckmanris. Sechste vermehrte und verbenerte
Jasta e. Frankfurt a. ' . Jäger'jche Verlanguchbandlung._Prets_80é. _ Dieses kleine Werk bildet einen brauchbdxewWegweiser fur_a _ diejenigen, welche die Berechtigung zum ein 0er -s_reiwill_ig_en_Diex11t erlangen, bezw. ihrer Militäryfiiibt als _mja rig-Fretwilli e tm stehenden er oder in der Kaiyerlichen Marine mit der Wa_ e oder als Arzt, otbeker, Roßarzt i_:_. s. w. genügen wollen, und giebt auf jede diese ngelegenbeit betreffende Frage kurzen und zuberlasfigen Bescheid. Die neue Marine-Ordnung _vom 12. Nodember 1894 ist bereits mitberücksicbtigt worden. Als eme willkomxuene Erganzung ist die bei der Neubearbeitung am Schlizß bmzugefugte Zusapimen- stellung der dienstlichen und unumgangltchen Kosten fur Einxabrig- Freiwilli e anzusehen. _ _ _ __ _ _
_ Her Gendarmerte-Dienji, Hilfsbycb sur dteVorbildung auf denselben und für die Probedienstzeit, von Winkelmczgn , weiland Oberft-Lieutenant. Berlin 1895. E. S. Mittler und Sohn. _Prets 1 .“ _ Das kleine, im Jahre 1879 _m erster Auflage erschienene Werk hat seinen Zweck, den Unteroffiziere!) der Armee, welche zur Gendarmerie übertreten wollen, dabei einleitend die Hand zu_ bieten, so gut erfüllt, daß jekt bereits die_ Heraußgabe .der vorliegenden vierten Auflage erforder ich geworden ti.
Geologie.
Erdgeschichte. Von Prof. Dr. Melchior _Neumayr. weite, neubearbeitete Auflage von Prof. 131-. V. Uhlig. Erster and. Mit 372 Abbildungen im Text rind 18 Tafeln in Holzschiutt
und Farbendruck sowie 2 Karten. _Preis_ m Halbleder gebunden 16 „44 Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. _ Der leider zu früh verstorbene Wrener_ Gelehrte rofeffor 1)r. Melchior Neumayr, eine anerkannte Automat auf geo o_gis m _Wiffenßgebiet, hat es verstanden, den spröden St_off, _den die ckck» te der Ent- wickelung der Erdrinde dem Verstandmß darbietet, io ichtpoll und anziehend zu verarbeiten, fich sem Werk tm FliFe die Gunst des Fachmannes wie-die der aienwelt erwvrben hat- 111 das Werk auf der Höhe der heutigen Forichung zu erhalten, sah sich die Verla s- bandlung veranlaßt, eme zweite Auflage zu veranstalten, deren er Band jekt vorliegt. Die Bearbeitung der neuen_Anflage h_at Fraß Zr 1)r. Uhlig besorF, der als Schüler Neumayr's die beste Burg cha _r die Lösung der ufgabe bot. Ein besynderer Vorzug des Buchs ist der Umstand, daß es dem Leser den xeßtgen Stgnd der geologischen Wiffenscbaft vorfubrt, ohne daß er gezwungen ware, s wierige und verwickelte Kontroversen mit anzuboren und _m_ ungelösten Fragen abzugeben. Bei gediegener _Wtffenscbziftl _ ifi es peinlich vermieden worden, den gebildeten Laien alle die Muhen durchkoften zu [affen die der Gelehrte übernehmext mußte, wollte er zu ges" en Resultaten gelangen. Hat also Professor 131-. Uhlig den Inhalt des Buchs nach dem neuesten Stayde der o_rscbung eingehend gesichtet und ergänzt, so ist doch die innere ltederung des nvetbandi en Werks im Großen und Ganzen dieselbe geblieben, wie die der eu Auflage. Nach einer kurzen Erörterun des Begriffs .Geologte'
lernen wir die Erde in ihrem Verbältni xu anderm Himmelskörpern
mdnalbikteaiimerfteuEiFostbafteu keimen. Damiführt mzkder Verfasser in das Gebiet der aturkräfte em,.die so gewalO-Wmsluß auf die Gestaltung des Erdkörpers hatten und noch _ _: das Wesen der Vulkane, der Erdbeben wird besprochen, die Gebirgsbxldimg wird nach den neuesten grundlegenden Forschungen eingehend erortert, auch was Wasser und Luft bewirken, wird klar geschildert. _ De_x'erste Baud schließt mit dem iiitereffauten Abschnitt über Gestemsbildyug. Die Schilden!!! tft von einer Fülle der heften Abbildungen begleitet. An 372 Text ildern zieren den ersten Band von Neumayr's „Erd: ges icbte“ 6 Tafeln in Holzschnitt und 12 in Farbendruck sowie zwei vorzüglich gestorbene i_md sauber ausgeführte quten. Außerordentlich gut gelnnYn sind_die Farbendrucktaseln:_ .Mckroskovtfcbe Verstoße- rung von ünnscbltffen“, .Der Kilimandjcharo', .Spektralanalyse“, nicht minder die Schwarzdrucktafeln: .Der Gipfel des Poyocatevetl", .Sintertrrraffen des Tetarata - Sprudels auf Neuseeland“. _ Es ist nach alledem nicht zu bezweifeln, daß Neumayr's „Erda chicbte' aucb in ihrer neuen Auflage allen Freunden der geo ischen Wissenschaft, denen es dieselbe so bequem in 111108 darbietet. will- kommen sein wird. K a r t e n. - Karte von Ostasien (Japan, Korea, Oft-Cbina und der rüd- öitlicbe Theil des asiatischen Rußland, Maßstab _1:4500_000) mit folgenden Nebenkarten: _1) Golf von Pe-tschi-1e und wertete [L_m- gebun von Peking (Maßstab 1:2250 000); 2) Um egend von Soul (Maß ab 1:1666 666); 3) Umgegend Von okio (Maßstab 1:1000000) von A. Hettich. Glogau, Verlag ven (Zettl emming. _ Unmittelbar nach dem Ausbruch_ des iapamicb- inefischen Krie es veröffentlichte die Verlagsan1talt_ von Carl Yemming in [ an eine Von A. Heerich bearbeitete .Neixe pezialkarte von oreg, Nordoltszina und Sü_d-Javan'_,_ die dem allgemeinen Bedürfnis; nach einem gena_uen und zuverlaifi en Kartenwerk über den Schauplaß der Kriegsoveranonen jener ofiasiatrscßen Mächte so sebr entsprach, daß in kurzer Zeit sechzehn Auflagen notd- wendig wurden. Inzwischen war durch den Fortgang des Krieges und die Friedensberbandlungen das Interesse *a_ui Gebiete_ ausgedehnt worden, welche über den eigentlichen Krieg51chauplay hinausretchen. Das Erscheinen eines diesen Veränderten Umitcrnden entsprechend er- weiterten Kartenwerks war daher sebr erwümcbt. Die nun _vor- liegende neue Herrich'sche Karte von Oiiasien wird in wißenschaftlicher und technischer Beziehung hohen Anforderungen gerecht; ]ie_b§k1_cht aus sorgfältigen Studien des einschlägigen Materials Cinlckßllkßllch der Kriegsbericdte. Unterhaltung. Bedeutende Menschen. Portrkztskizzen, Lebens- erinnerunqen und Modellen, von Elise Polke. “(Breslau, Schlefiscbe Buchdruckerei, Kunst- und Verlags-Anftalt von S. Schott- laender.) Geheftet 5 „444 gebunden 6 “14.4 _ Aus dem_eigenen Leben hat die bekannte Verfanerin den _Ston zu dem vorliegenden Buch gescbödfi; Rückschein auf die verffonerie Zeit baliend, bat sie die ihr zunächst ins Auge fallenden hellsten Lrchtpunfte sestgebalten: die Be- egnungen mit durch Geist und Clxarakter hervorragender: Persönlich- eiten. Diese mit dem ,Silberiiist der_ Erinnerung'__gezeichnet_en Porträts find mebr als bloße Photographien; fie smd die Portrats einer Künstlerdand, die aus mehr als äußere Aedxilichkeit binzielt u_nd in das Antlitz des Dargestellten zugleich seine seeliicbe Eigenart; hinein- zuarbeiten weise; in gleicher_Weii-: gcxtalden ("143561 ElfiezP-olko die dargestellten Ereigniffe aus ihrem chen wie von ielbit zu künitlerixcb abgerundeten Novelletten und Stimmungsbildem. _Mozart-Nobellen. Von Carola Velmonte. Verlag von Hugo Schildberger in Berlin. _ Diese_ Sammlung zart empiundener Erzählungen in gewandter Sprache ist eingeleitet durch ein Vorwvrt von Gustav Karweles und gewidmet dem_ Obmann des Wiener Mozart-Denkmals, Nikolaus Dumba. Von den Kinderjabren bis zum eigenen Requiem wird Mozart als liebenSwürdiger, lebenßsrober Mensch und rubmgekrönter Musiker durcb die kleinen Lebens- bilder geschildert. Es nabt die Zeit der Sommer- urid Badereisen, für die ein unterhaltendes Buch zur Begleitung ausge- wählt werden soll. Hierzu seien die Mexartnovellen emdioblen. Wer die: selben anschafft, macht sich eine Freude und wird zugleich zum_Wvbl- tbäter, da der Ertrag den durch die Erdbeben in Italien Heimge-
sucbten zugewiesen ift. Verschiedenes.
Von der zum 1. April erschienenen Bismarck- estnummer der illustrierten jagdlichen Ui1terbaltungsdlätter_ ,Das aidwerk in Wort und Bild“, die ganz ausychließlich (der mit vielen guten Abbildungen ge7chmückten) Schilderung des Flzrsten _BiSm-Trchals Jäger gewidmet war, ift vielfachen Wünicben zuiblge ein_e billige Sonderausgabe veranstaltet worden, die für alle deuticyen Igger und Freunde des Waidweiks eine willkommene Erinnerung bilden mird. Die einzelne Nummer kostet 30 „5, 10 Stück 2,70 „46, 100 Stück 22 .“; bei 500 Stück und mehr betragt der Preis einer Nummer 18 „_3.
_ Die bekannte kartogradbiicbe Anstalt 001315). Freytag u. Berndt, Wien 1711, ließ soeben ericbeinen: „Profemor L. Hickmann's Neueste Münzenkunde aller Staaten der_Erde." (Preis 2 0-6) Das handlicbe_kleine Werk- bietet auf 42 Tafeln die wirklich- keitsgetreu in Metallsatbendruck wiedergegebenen Abbildungen von 400 der gan karsten Gold-_und Silbermünzen sämmtlicher Staaten der Erde. ei eiizgt ift ierxier eine Erdkarie mit Angabe der Währungsverbä-Knine aller Lander wwie eine Umrechnungstabelle. Das kleine, gefällig ausgestattete Werk wird namentlich Hagdels- schülern lehrreich rein, aber auch in Bankhauierxi und Wechielituben wegen der schnellen Orientierung über ausländijche Münzen, die es durch deren unmittelbare Veranschaulichung !o bequem ermöglicht, sich als ein nüßlicbes Hilfsbuch bewähren. '
_ Zeitschriften. _ “_ _
Der _Gertchtssaal. Zeixichrift für Strakrecht, Strai- vrozeß, gerichtliche Medizin, Gesangnißkunde und die gesammte Strafrechtsliteratur. Heraußgegeben bon ])r. M. Stenglein, Reichsgerichts-Rath zu Leipzig. __ZStutt art. Ferdinand Enke,1895.) Bd. 111, Heft 1 bringt folgende bband ungen: Wille und Willens- macbt. Von Dr. Fm". A. Horn in Freibur i. Breisgau. _ Das moralische Jrresrin (11101'81 1115371107), eine x2312710019111an zu § 51 des Strafge_|etzbuchs. Von Dr. „jur. Paul Ledi . _ Bemerkungen zu der Abbund i_tng von 1)r. 'ur. Gustav Mü er in München: Das Kausalitatsproblem im trafrecht, Geri tssaal 1894, S. 241_340. Von 0. Buri. _ Es folgen Literarische nzeigen.
_ .__Die landwirtbscbaftlichen Versuchs-Stationen', Organ_ fur natumtffensclyaftlickpe Foricbungen auf dem Gebiete der Landwirtbscbaft, beraUSJegeben unter Mitwirkung sämmtlicher deutscher Versuchs-Stationen von Dr. Friedrich Nobbe, Geheimer Hofrath, Professor an der Königlichen Akademie und Vorstand der vdvfiolo- gischen Versuchs- und_ Samenkontrol-Station zu Tbarand (Verlag von Paul Parey, Berlin) haben in dem Doppelbeft D' und 71 fol-
enden Inhalt: Perdandlun en der 711. Hauptversammlung des erbandes landwirtbschaftli Versucbs-Stationen im Deutsckoen Reich in der Aula der Polytechnischen Hochschule in Dresden am 21. und 22. September 1894. Ueber so enanntes doppeltgefiebtes _ Bauqullsaatmebl von Dr. von obeneck. Landwirtbscbaftltch - bakteriol ische Probleme von Ritterguts- besitzer A. Caron Ellenbach. ersuYe zur Bestimmun des freien Eisenoxyds im Boden von Robert achße und Arthur ecker. Die Fuckerrubenkultur auf _ Alkaltboden von E. W. Hilgard. Unter- uchungen aus dem agnkultur-cbemiscben Laboratorium der Universität Tokio, mit etbeilt von rofeffor Dr. O. Loew. Weitere Beiträge zur Kenntm der Tabackp anze von Dr. J. Behrens. Mittheilungen aus dem Botanischen Laboratorium mit Samenvrüfun s-Anstalt zu Hamburg: 111._ Weitere Unkrautsamen aus fremdländi „ insbeson- dere nordawmkantscbm Kleesaaten und ihre Darste ung vermittels Photographie von ])r. OScar Burchard. _ „
_ Das .Centralblatt der allgemeinen Gelundbeits- vflege'_, herausgegeben von Dr. inkelnburg,_ Professor an der ersitat 11 Bonn, Dr. Leut, ebeimer Samtats-Ratb in Köln,
Univ und Dr. olffberg, Kreisvbvfikvs 'm Tilsit (Verlag von Emil
Strauß, Bonn), hat im dritten und vierten Heft folgenden Inhalt: