Jn Bremen bat gm_25. d. M. die erste scenisrbe Aufführung der geistlichen Oper „Christus“ _von Anton Rubinstein statt"- gefunden. Der Erfol ließ, wre aus Bremen escbrieben wird, alle Erwartungen weit Linter fck. Zwar bekundete ch; derselbe nicht in donnerndem Applaus oder m ungezablten Hervorrufen, sondem in feierlicher Stimmung hörte man das Werk an, und nur an der be- wegten Haltung des Auditqriums vermochte man den tiefen Ein- druck zu erkennen, den dre Vorgänge aqf der Bühne hervor- riefen. Das Stadt-Tbeater war zu emem würdigen Fest- hause verwandelt, wie es Rubinstein gewünscht batje; mit dunklem Tuch waren _alle bellxn S_teqen der Dekoration des Raums verdeckt. Umsomebr wtrkten dte prachttgen Dekorationen der Scenerien und die mit vieler Sorgfalt vorbereiteten Kostüme. Die Schön- heiten der Mufik kamen überall zu befxer Geltung; der von Heiyxigh Bulthaupt verfaßte Text pragte fich, getragen von Rubmstetp's Tönen,_ dem Hörkr tres ein, und beide, 'ver- einigt unt dem _scentscberz und dekyrativér) Apparat, brachten das Werk zu großarttger Wirkung. Dre Auffüörung stand unter der Leitung des Herrn Dr. Muck vom Königlichen Opernhause ckBerlin, der mit Energie. und Tsmperament die großen Schwierigkeiten be- wältigte und die gewalttgen Choxmaffen mit sicherer Hand zu führen wußte. _Bulthaupt _selbst _bat dlS größten Verdienste um die Regie- sübrung, indem _er dre große Schaar von Dilettanten (350) zu solcher kürzstlertschen Hohe der Darstellung brachte. Die Solisten, mit ge- schxckter Hand von dern, Letter dcs Unternebmxns, Direktor 131“. Lo ewe aus Breslau aquewablt, erfüllten ihre Aufgabe mit großer Sicherheit, allen voran Herr Von zur Mühlen aus Berlin, 061: den .CbristuS' sana. Höbkpunktx des Werkes, s_owobl in mufikaxischer wie in darstellenscber Beztebung, waren: dre heilige Nacht, die Bergpredigt mtt den Wund_ern der Speisung der Fünftausend und der Auf- erweckung des Junglings zx: Nam, der Triumphzug Christi nach Zion, das Abendm_abl _und Getbjemane. Der äußere Erfolg des Unter- x1_ebm_ens _wtrd tmmer fichtbarer in den fi_ch mehrendsn Anmeldungen „fur dre nachsten Vorstellungen. Außer gestern smd weitere Spieltage angefeyt für den 28., 30., 31. Mai, den Z., 4., 6., 8. und 9. Juni.
Marmigfaltiges.
Der Umstand, daß noch nach dem für die Anmyldung von Aus- stellern feftgeseßtsn eitpunkt immrr neue und beachtenswertbe Meldungen in großer ahl einlaufkn, hat dir Lsitung der Verlinkt Gewerbß-Ausftellung 1896 in die Erfreuliche Notbwendigkeit versetzt. dre uxsprünglicbén Baupläne zu srweitern und demgemäß weséytltch_zu (m_dern. Das Hauptausstellungsgebäude, für das an- fanglich em Flacbenraum von 40000 9111 in Ausfickpt genommen War, wird 53000 9111 bsdccken , und dadei mußte noch Lin Theil der GrupTZen, dLan Unterbringung anfänglich im Hauptauéstellungßgebaude beabstckytigt war, in eigene Gebäude yerlcgt werden. Nach der jeßigen Vertbejlung entfallen im Haxrptgebäude in runden Zahlen aus die Textilindustrie 2100 (]m, Bekleidungsinduftric 6300 w, Vau- und Ingenieurwesen 4000 9111, Holzinkustrie 5000 qm, Porze an- und Glaswaaren 1100 9111, Kurz- und Galanteriewaaren 2800 qm, Metallindustrie 7600 (4111, graphische und dkkoratiVe Künste und Buchgewerbe 1200 qm, ufikinstrumente 1900 gw, Leder- _und Kautschuk-Jndustriß 1200 qm, Papierindustrie 2800 gm, Maschmxnbau und Clektrotechnik 10100 (;W. Der Ehrenmal f1zr dle Yunstgewerblixben Erzxugniffe, in welcbkm auch dze von Semer _Ma'estat dkxn Kaiser und König zur VL!"- fugung gestsxlten Kuns chä§e Aussteßung finden werden, umfaßt einen Raum yon uber 400_0 _qw. Ihm 1chließen s1ch die Räume für die Ausstellung der Kömgltchen PorzsUanmanufaktur an. In der großsn Rotunde des Hauptaußsteüungßgsbäudes finden Unterkunft das Post-, Telegrapbey- und Texepbonamt, das offizielle Verkehrsbureau der Aus- s18[1_un_g, dre_Wcch!e_l]tube, Has Nachrichtenbureau „Argus', die Aus- kgnstet _Schrmme[pxeng, d:? Lexsbakle der Aussteüung sowie em_ wetter Naarn, M für die _Zwkcke der Presse ber- gerlchtet werden 101]. An xréitererx jelbstän'digen Baulicbksiten werden errrchtet: das Gsbaude 75: Chemie, wiffenjchaftlichs Instrumente und _Pboxograyhie mit einem Flächknraum Von 5200 (LTU,- das Gröaude für Ftßbkrei, Sport, Nahrungs- und Genus;- nzrttel mtr 6500_q1_11 das Gebaude für Unterricht und Erziehung und fur Woblfalxrtseuxrtcötungep mit 4500 (4111, das Gebäude kkk Gas- und_Wa_ffersc_1chmanner mtt 1000 qw. Dem PaviUon dc-rr Stadr erlm rst em Raum von 2500 qm in bevorzugter Lage zugewiesen, Dre Gartenbau ruppe erfordert 40000 9111 168112? offkne, rbeils gs- deche Flache; ervorragende AussteUer haben ihre Anpflanzungén zu- me11t_ fcho_n beeydet._ In den Gruppenvvrständen wsrden jeßt die Spezralylans fur _dre Unterbringung und Anordnung 'der ange- meldetsn Gkgcnskande ausgearbeitsr. Die spezialifikrten An- meldungen _der Y_uésteller, die hierfür die Grundlage bilden, legen qugmß (_ck fur daß Bestxcben_jed€S Einzelnsn, das Beste seiner Jnhustrte zu bieten. “_Oxe deutsche KoloniabAusstellung, für die vom Renk; 50000716» bcthrgt worden find, nimmt „eine Fläche Von
40000 qm in 'Anskxucb, ebensoviel die Abtheilung „“Alt-Berlin'. Das Verwaltungsch aude dér Ausstellung soll noch vor Jahreswende seiner Besttmmuyg ubzergebxn wxrden._ Dur den Abschluß fast sämmt- licber achtvertraae rst fur dtx Finanzver ältni e eine übersichtliche (Grund age geschaffxn; Den Pa tern werden d e ihnen zustehenden
fest angewijen, sodaß ibre Bauten bereits .in Angriff nxbmen können. Fur das . oldene Buch der Stadt Berlin', das dte Namen der Be1ucher _der usstelluna enthalten und nach Schluß d_er Ausstellung der Magrstratöbibliotbek gehören soll, ist die Ein- rtchxung _besonderer Raume am Eingang des Hauptausstellungs- gebarrdes m würdtaer Ausstattung in Ausficht genommen. Zur Zeit tst_ em engerer Wettbewa für den künstleriféuen Eanrf des leoms auSaeschrieben, Eine von dem geschäfts "hrenden Ausschuß erngese te_ Wege- und Verkehrskommiss'wn bat fich mit dxn exellschaften und Unternehmern in Verbindung gesetzt, dre Y_en Betrieb einer elektrischen Stufenbaßn, Untergrundbabn u.s.w. beabncbtigen und zum Bau__von elektr_ischen Hoch- und Niveaubabnen nach der Außftellxng Vorschlage an zustandiaer SteÜe eingereicht haben. Ebenso wird _dtese Kommisfioy ihre Fürsorge auf die ausreichende AuGgestaltung der bereits vorgewhcnen erkehrSmittel für den Waffer- w_eg nach der Ausstellung erstrecken. Cine Verkehrskarte mit Fahrplan w1rd von der Kommisfion berauSgegeben werdkn.
_ Die Aquarien- und Terrarien-Ausstellung des V&- ems .Zrtton“ ix_n Belyedere_an _de_r Jannpwi' brücke, welcbe gestern gexchlo11en wérden 10106, ist bis ern1chließltch onnerstag verlängert worken, werl_ noch eme _große Sendung lebender Reptilien, Amphibien und Fische etngktroffe'n tft. Upter den neueingegangenen Reptilien be- findrn _fich dje_ hier noch me lebend gezeigte §p619rp68 rubra, sowre dte_Ampbtbien ']."rij 1313511 und L)]SUkOÜLLSZ WSLUU, deren Lebensweise noch unerforscht ist.
Königsberg i. Pr., 26. Mai. Die Nord-Ostdeutscbe Gewerbe - Ausgellun/T ist heute feierlich eröffnet worden. Um Y_Y_Ubr beZahewncb die Spißen der Behörden und die eingeladenen (Haste tn sererlrchsm Zuge_ nach em _Jeftsaql des Ausstellungs- platzes. chbdem mufikalijche «Zorttage dte Feist eingeleitet batten, crgrrff d€r_ Regikrungs- und Gewerbe-Rarb Sack das Wort zu der F01tredk, in welcher er einen Rückblick auf die Entstehung undMVorbereitung der Ausstellung warf und schlisßlicb den (85an -Kka11ként€n ker AussieÜung. Ober-Präfidsnten Grafen von BtSmar , bat, dieselbe zu eröffnen. Der Ober-Präfident ant- wortete n_ach dem Bericht des „W. T. B.“ mit einer längeren An- sprache, m der er die Nothwendigkeit des Zusammenarbeitens Von_ Lanrwtrtbscbafr uyd Industrie betr.?nte, und schloß mit einem Hoch a_u_f Senne Maxkstat den Kaiser und König, den Schirmer des Friedens. Ztßrauf ward Von 5873 Anwesenden, unter denxn fich auch der Ober-
rafident, Staatsttntstkr Dr. von Goßler aus Danzig befand, ein Runxgang _du_rch drs Auésteüung angetrrtcn. Bci dem später folgen- den_ zz'esttrubftuxk brgckpte der Ober-Präfident Graf BisMarck einen Trmkspruch aus S_Lme Königliche Hoheit dem Prinzen Heinrick) als Protektor her Amzstcxllung aus. RegierUnZs-Ratb Sack wastete auf das Counts und du: Förderer der Ausstküung. Dkk Ober-Präfident [)r. yon Goßler rühmte die_besonders geschmackvollk: Art der Aus- steüung und bracht€ einen Toast auf die Aussteller aus.
_ Poyen, 26. Mqi. _Heute Mittag 12 Uhr fand bierselbst die Eryffnung der Provt nztal - Gewerbe - AussteUunq der Provinz Po_!en durch den_ Protektor derselben, Ober-Präfidenten Freiherrn yon eramowzß-Mollsndorff statt._ Anwesend waren, wie „W. T. B.“ ber1chtet,m Vértretung dss tm Bad? weilenden kommandierenden Generals _w_n Seeckt der General - Lieutenant von Igel, Ober - Prafidtal -_Ratb Von Jagow, Weihbischof Likowski, Dympropst_ Wanjurcx; Ober - Bürgermeister Wittinzx, Ober- Bur ermeqtzér _ Y_racvcke - Bromberg, Polizei - Präfident von Rat ufius_ 10th sammtlchs Spi en der Militär-, Zivil- und Kom- xnunalhehorden. Das_B1_ld, wel es fich den Besuchern darbot, war uberrajchend durch dw 1chönen architektonischen Vkrzierungen ker HaUen und_Pavtllonk-Z und die bkrrlich prangendrn Aula en. Um 12_Ubr erkchxén dEr Obkr-Präsrdent in Begleitung des „Ober-Prä- Udml-Ratbsx er wurd€_v:71_1 dem AussteUungs-Comité Empfangen und begab fich _nach der Kagersaule._ 200 Sänger des Provinxial-Sänger- bmxdes eroffneten dre JUST mit Gesang. Hierauf ergriff der Oben“- Prafident d_a§ Wort und dankte allen Betheiligten, Bcbörden und Einzelnen, msxbejzondere a_uch dem AussteUungs-Comité für ihren Eifer, und _bob_dkn_mntgen Zujammenbang aUer produktiVLn Stän'ce bervor, dgbet _dte ?_unkamentale Bedeutung Von Handel und Industrie fur dre Stadte hetonend. Redner schloß mit einem bcgeist'srt gu_fg_enomm€n€n Hoch _ auf Seine Majestät dsn Kaiser und Komg. Der Ober-BUrgermeiftr-r Witting begrüßte hierauf die Erschrenenen_naw€ns dsr Provinzialbaurtstadt und gab der Hoffnung Yusdrurk, dax; rexrbe Anregungen Von der Ausstellung angeben möchten Tur dClS gswerbltcbe stkn in der Provinz. Sein Hoch g€lt€ der
ovinz Posen, bie nacb so vielen Stürmen der innere Yedxns uxtd der Thätigkeit dringend bedürfe. Mit demn.ijßbge',sad,:e 31 ?“ 2123723 "ZQWWÉLLW WTK T€: F““ ""“““ ck? un gang nr (3 e un ' 't stellern beschickt. g gte. ese 11 von 750 Aus. Freibur a. C. "Na dem das Brümmer" W“ . ngpjmüblen-Yxablifsement ierselbft im Monat'cbéebruaYd d,? mtr exner elektrischen Beleuchtungöanlage vorgegangen ist, ist WZ aucb eme Genossenscbgft in der Bildung begriffen, welche den amen Flecken und de e_n nachste Umgebung mit elektrischem Li t zu versehen beabs' ttgt.
Köln, 26. Mai. Am Sonnabend Nachmitta , kurz na 5 fuhr, wxe „W. _T. B.“ meldet, während eines befthen Geinersuxi? Vljßstrak)! m das Trockenbaus der Pulverfabrik Osenberg bei Halver und_brachte dasselbe zur E lofion. Die Wirkung der Explofion war e:ge_recht heftige; die Ge äude der Fabrik find mehr oder mmder beschadtgt, Menschen wurden nicht verleßt.
Leipzig, 25. Mai. Der lanajäbrige Generalbevollmäcbtigte des _GesammWYrems der Gustav-Adolf-Stiftung, Instiz-Ratb ])r. Zenker rst beute hier gestorben. “
Prag, 25. _Mai_. Infolge eines beute niedergegangenen Wolken- hruchs smd dre medrtger ltegenkxen Straßen der Vororte über- 1chwchmmt. Das Waffer drgng _m dj_e Wohnungen und KelLer ein; ZaFltettcbZ Menschen retteten 11ch m Kahnen. Der Schaden ist sehr 8 eu en . *
Laibach, 27. Mai. Die leichten Erdschwankungen dauxm noch immer fort. Der von der tecbtziscben Kommission festgesteüte Ge_sammts (baden, welcher durck) d_te Erdbeben verursacht Wurde, belauft fich auf 3 138 700 F1._ 145 Gebaude müßen niedergklegt Werden, Dßr auf dem_L_ande angértcbtete Schaden ist von den Gemeindkn aur etwa 4 Mtawne'n Gnlden geschäßt worden.
Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.
London, 27. Mai. Die „Times“ meldet aus Hong- kong vom 25. d. M.: Der General Tscheng und der General Kubung : Kruk mit seiner Mannschaft unterstüßten d1e_ republikanische Bewegung auf Formosa. Vom chtland würden Geld, Waffen und Soldaten hinübergcschafft.
er Landung der Zapanxr werde starker Widerstand geleistet wxrdsn. Auf dem Festland :eien einige lokaleNevolten im Einklang m_tt _der _Bewcgung auf Formosa vorgckommen. Zn Südchina set erne starke antidynasttsche Strömung vorhanden; die Pro- klgmrerung der Republch" Formosa durchkreuze die Pläne der Juhrer der _ anttdynastUcbcn Bewegung, welche davon eine erertelung thres Plans befürchteten.
Vom, 27. Mar._ (W.T.B.) Bisher sind die Resultate aus 502 Wahlkrersen bekannt. Nach nichtamtlichsr Be: rxchnung wurden gkwählt 821 Ministericlle und 148 Oppofi- troneüe, _unter [?_Hteren 15 Sozialisten; die ParteisteUung von 16_Gewahlten_11t „unbestimmt. Zn 17 Wahlkreisen müffcn Snchwahlen stattfinden, aus 6 Wahlkreisen stehen die Resultate noch aus. Alle Minister und Unter-Staatssekretärc Und gewählt, anßgenommen wahrscheinlich der Unter-Staats- sekretär _der Manne Serra, in dessen Wahlkreise (Viareggio) _mfosge e_mcs Tumults die WaHlurne zerbrochen wurde. Crtspi rst noch 111 AWZMÜ (Girgenti) und in Cantagirone (Syrakus), 1m_ Ganzen m_ Wahlkreisen, darunter in 6 sizilianischén, „(»- wablt. Zn Maxland wurden 2 Oppofiti onelle, Colombo und MULL, und 1 Scrztalijt, Barbato, gewählt; in ZWahlkreisen Mailands hahen Stichwahlen [tattzufindew In den 5 Turiner Wahl- kretsxnwurden Z Mimfterielle und 2 Oppositionelle, Brin und der Soztawt Nofri, gewählt. In Genua warden Z Ministerielle, in Venedtg ZKandidaten der YonstitutioneUen Opposition gewählt. In F10renz wurden 4 Mimsterielle, in Bologna 2 MinisterieUe und em Kanyxdat der Oppofition, in Palermo 2 Ministerieüe und 2 OppontioneUe, L_)arrmter ein Sozialist, gewählt. In Parma_ smd dsr S_ozmlixt Badaloni, der frühere Unter: Staaxsyßkretär Dammni, Diblasio Und Scipion unterlegen; Dammm hat aber in einem anderen Wahlkreise Aussicht, gc- wählt zu werden.
(Fortseßung des Nichtamtlichen in dcr Erstrn Beilage.)
M„_
Wettcrb 8
5:3» o“-
icht Vom 27. Mai
r M o r g e n s. eingetreten.
Bar. auf 0 Gr. 11. d.Mecressp.
Stationen. Wind. We'tter.
red. in Miüim. Temperatur in 0 (Celsius
50 C. =: 40 R.
für un 1
2[b€d€ckt
Belmuüet. .? 769 SSW
strömung ist in Zentral-Eurvva küblé Witterung _ Jn Peutscbland ist das Wkttrr kühl zmd Vorwregend trube, in_drn südlichen GsbietStHeilen rst fast uheraü Regen gksallen, vielfach in Bkgleitung yon _Gewrttererscheinungen. ostwaxts fortwandert, so dürfte demnächst ru iges, dorwwßend béljkkks Wktter mit zunehmendkr Wärm€ ere Gegenden zu erwarten sein.
Verlinkt.“ Theater. Anfang 7 ? Uhr. Mittwoch: Madame Sans-Géu
Da das Hochdruck Lßiet DMWW; Der Compaguon.
Flirten. Anfang 74- Uhr.
Deutsche Seewarte. Mittwoch: Der Herr Senator.
Aberdßen . . ; 770 O Christranfund ? 769 W
Kopenhagen . 768 WNW Stockholm . 767 NNO *Yaparanda . 765 stiUkwolkig “St. Petersbg. 765 NO 2wokkig Moskau . . . 753 NRW 2_bedeckt
Cork,Queens- ! town . . . 771 SO 1;Nebel Cherbourg . 773 stillzwolkenlos “3“- - -- 333 393.0 1) . . . . ' uzburg_ .. 771 WNW "YFZ,“ N. j.- wmemunde 768 NRW ' Frau "lara *
Neufabrwaffer 767 NNO Memel . . . 765
Kris . . . . 772 ünfter . . 771 KarlSrube. . 770 Wiesbaden . 770 München . . 771 Cbenzniß . . 771 Berlin . . .- 770 Fim! . . . . 767
res au. . . 68 Text nach
l_e d'Aix . . 771 G. Berga.
tzza . . . . 762 Trtest' . . . . 764
2: heiter 3! beben“? 3; bedeckt L'bedeckt
baus. lungen.
Schauspielhaus.
(!*-:Uaoel.)
Szirowatka, vom
1) Gestern Gewitter.
Uebersicht der Witterung.
Dgs Hochdruckgqbiet im Westen bat fich weiter osiwarts _aUSgebrettet und überdeckt ganz Weft- Europa 1315 zur russischen Grenze, während über dem Innern Rußlands eme umfangreiche Depression lagert. Infolge der vorwissenden nördlichen Luft“
_
Dienstag :
Lessmg-Theatkr. Dienstag: Trei. _ Vorher:
Donnsrswg: Drei. -- Vorher: Flirten.
Musik von Johann Strauß. Dirigent: Herr Kaye!)- meister Ferron. Ankang 7x Ubr. Mittwoch: Der Zigeunerbarou.
Heimath.
e.
Zentral-Theatcr. Alte Jakobstraße Nr. 30
Dienstag: Zum 24. Male: Urxter artistiscbcr Leitung des Herrn Adolf Brakl vom Königl. Gärtner- play-Tbeatkr in München: Figaro bei qux (Rocoqo) Operette in ZAkten (nach Beaumarcharß“ Memorren) von Bohrmann-Riegen. Musik von Alfred MüUer-Norden. Anfan? 7? Uhr.
Theater-Anzeigeu.
Röntgl1che ZshMsplklk. Dienstag: Opern- 136. Vorstellung. _ Bübnenfestsviel von Ri ard Wagner. Zwetter Abend: Siegfried in 3 Akten. Dirigent: Kapellmerster Weingartner. Anfang 7 Uhr. _ 142. Vorstellung. Die Lustsptxl in 4 Auf
Der Riu
??_?en bon
_ ever, Ebrmmiéglied des Königlichen
Schauspxels. Sch_mock: Herr Moriß ZSisler, vom
Yesanz-Tbeater m Hannover, als Gast.) Anfang r
Mittwoch: Obernbaus. 137. VorsteÜung. Bajazzi. ' Akten und einem
Prolog. Mußt un_d Dichtung von R. Leoncavallo, deutsch von Lud J tadttbeat Gast.) _ Oafalleru milou:- Ehre). Oper in 1 Auszug von Pietro ' aScagni. leicbnamigen Volksstück von
_Schguspielbauß. 143. Vorstellung. Halali. Luft- Ftiel Y 114 qugm von Nirhard RiZard'Ékowrxx-Yeek: FIZUYULYHY. Auszug von Yu _ LMTUUUBMBLWW von Benno Jacobson.
er in Düsseldorf, als
dem Anfang
Dentsthes Theajer. Dienstag: Zum ersten Ü Male: Zwei WittLver von G. ElSmann. - Der ein xbildere Kranke von Moliére. Anfang 7? Ubr.
:tjwocb: Das "Lumpen
efiudel. Direkti : Donnerstag: Der Talisman. on Julius
Frtcdrrü) - WilhelmUKdttsüjes Theater. _ _ Chausseestraße 25/26.
Drxnstag: Der Oberfteiger. 3 Akten von L. Held und M. West. Mußt von Carl Zeyer. Regie: Herr Fredy. Dirigera: Herr Kapellmerster Dahms. Ermä igte Preife dc: Pläve. Anfang 7? Uhr.
Mixtwocb: Der Oberfteiqer.
Freitag, 31. Mai: Schluß der Saison.
Oyerctte in des Nibe-
onr- ustav delheid Runxck:
Neues Theater. Sabiffbauerdamm 44/5.
Dienstag: Ensemble-Gastsviel' der Mitglieder des CczrlScbulFebeeaters (Hamburg) unter Leitung des Dtrektors 0105 ererzczy. Tata-Toto, Vaudeville in 3 Akten na Brlbaud und Barts von Victor Léon und F. Zell. Musik von Antoine Banés. Jn Scene geseßt von José ?erenczy. Dirigent: Kurt_Goldmann. Anfang 74; U r.
Mtttwocb und folgende Tage: Tata-Toto.
(Canio: Herr
Bauern-
Kesrdenz Theater. Blumenstraße Nr. 9. Dßrektion: Sigmund Lautmburg. Leßte Woche. Dienstag: Fernand's Ebckoutrtkt. (1711 k 13.
Skowronnek- * 733333.) Schroank in 3 Akten von Georges Fevdoau.
Mittwoch und folgende Tage: unnd's ekvntrakt. F
Theatrrlnterdenkmdeu. Bebrmstr. 55/57. 'hstbe. - Dienstag:- Der 8 euuerbarou. omiscbe Operette in 3 Akten na einer Erzählung M. Jokai's von J. Schnitzer.
Mittwoch: Figaro bei Ho
Familien - Nachrichten.
Verlobt: Frl. Linie Suffert mit . SEL.- Lteutenant Adolf von Zescbau (Dresden .
Verehelicht: Hr. Prem.-Lieutenant Hans Blecken von Schmeling mit Frl. Milv Held (Wands- beck). _ Hr. Prem.-Lieutenant Eugen Von HM“ mann mit Frl. Lilly von Haeseler (Gotha).
Geboren: Ein Sohn: Hrn. Bürgermetster _ mann (Zdunv). - Hrn. Oberlehrer Friedk- Wappenbans (Bkrlin). - Eine Tochter: HM- 131". 11190. Paul Lu e (Cötben). _
Gestorben: Verw. r. Pastor Emma Dawid, ck Gleis (Bresxau). - Hr. Amtögerichts-Ratb 9“ Farmers Poletkchnv (Ober-Glogau). - Hr. Kammer- err und Zeremonienmeifter, Major a. D. Ma von Rathenow (Stabelwiß). - Hr. vanaßa' O_berlebrer Richard Bohne (Berlin). - Hrn. Prem.- Lteutenant Albrecht von Krosigk Tocb (Altenhausen). _ . Ritttmister Johann IU| von Emem-Schinde (Nieder-Scbönbrunn).
„_.-
Verantwortlicher Redakteur: Siemenroth in Berlin.
anag der Expedition (Schxolz) in Berlin.
Dmck der Norddeutschen B etei und Berka.“ [Anfialt Berlin ZW., FW Nr. 32»
Sieben Beilagen
(einschließlich Börsen-Bejlage), (9361)
Gr|e »Bkil a g e
» zum '*Dcntéschen' 'Reickxs-Anzeiger-mlirKönigkickj ““Prkuszésäjkn Staatsélex'z-éiger.
Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten. 71. Sißung vom So'ünabend,“ 25. Mai,
Ueber den"Béginn' der Sihung ist vorgestern berichtet worden.
Bei der dritten Berathung des Gesehentwurfs, betreffend die Abänderung und Ergänzung einiger BestimZ man en des,Komm'unalabgabengdeseßes vom 14._Iult 1893,gsp“rach der Abg. S e:)ffa rd t:Ma eburg(nl.) dreHoftnung auß, dérFinanz-Minister werde behufs" erbindérungder Doppel- befteuerung auch in den anderen deutschen Staaten dre Anregung dazu geben, daß auch in diesen Staaten ähnliche (Heseße erlaffen würden wie in Preußen, damit die preußischen Staats- ange örigen,“ die in anderen deutschen Staaten leben, nicht fehle ter gestellt werden, als die Angehörigen anderer deutschen Staaten in Preußen.
Finanz-Minister ])1'. Miquel:
Meine Herren! Ckn Antrag ist bisher noch nicht gestellt worden. Was die Wünsche der Herren Vorredner betrifft, so kann ich er- wähnen, daß béi der ReichSregierung die Frage in Erwägung steht; aber sehr, leicht ist fie nicht, und über das Ergebniß der Erwägung in der Vom" Herrn Vorredner betonté'n Richtung ist noch nichts u a en.
z sFLls das Geseß über die Doppelbesteuerung im Reichstage beratlyen wurde, wurde ein ähnlicher Antrag eingebracht und 8. 111111116, sogar - sovikl ich weiß - ohne Diskussion, abgewiesen,
Die Herren _ namentlich gebt kas aus den Petitionen der Handelskammern berxwr - stellen sich die Sache sehr leicht vor. Wenn wir dieselben Grundsäße, die durch das erwähnte Gesetz durch- gefübrt find, bei den Gemeinden durchfükyren wollten, so werden wir aber auf große Schwierigkeiten stoßen und auf starke Widerstände. Wir müffén kann keispjelßwäse Be- stimmungen darüber treffen. wie das Einkommm in den Gemeinden der verschiedenen dkutscben Staaten ermittelt werden swl]; wir müffen ein ganzes Vsrfabren einrichten, Bsfchwerde- und Berufungsinstanzen einführen und einen obersten Gerichtébof Linseßen, der die Streitigkeiten entscheidet. Ob die Dkrbündetrn Regierungen gensigt sind, so Weit gebende Eingriffe in die in den verschiedenen Staaten _be- stebenden Gemeindewerfaffungen zuzulassen, das ist mir aUerdings eine zweifelhafte Frage. Maine Herren, steUen Sie fich einmal EinzelfäÜe Vor , beispielsweise diese Frage: Wenn Ge- Werbebetriebé: in verschiedenen deuksckpen Staaken belegen find, wie sollen fie zur Besteuerung gelangen in den einzeLnen Gemeinden? Da müßte gewissermaßen ein neues Gemeindeabgaben- geseß gSmacht werden, das die bsstebenden Gemeinkeabgabengéseys in sehr weitgehender Wcise berühre'n würde. Ich führe das 0110?- nur an, nicht weil ich dem materiellen Wunsch? der Herren entgegéntrxten möchte; im Gégentbeil, wenn dis Sache durchfükrbar ist, so wäre 508 ja allerdings sehr Lrwünsckxt; - ich _ führe das nur an, um z_u zeigen, wie schwierig diese ganze Frage licgt und daß man nicht_10 leicht hoffen darf, das; fie in kurzer Zeit zur Ausführung zu bring€n rst.
. a r nl. : Warum soÜte das, was- bCi un-H _an- änginkixstYZZK aéck? "(€! Haden oder Württemberg 7116 [ich 18111?
cnn fich dagegsn Schwierigkeiten erheben soÜten, müßt? i _ bsdauern, daß in unser GLsSH keine: Retorfionsbestrmmungen auxgenommen
worden find.
Finanz-Minister ])r. Miquel: _
Ja, meine Herren, ich wiÜ nicht näher auf die Sache eingebsn. Aber wenn der Herr Vorredner sagt: wir machen doch die Sache in Preußsn, warum können wir sie im Rkich nicbt machsn _ so ist zu antworten: wir in Preußsn smd formerän in Beziebung auf den Verzicht auf “018 Besteuerung des Einkommens, Welches in anderén deutschen Vundeßftaatsn aus Garverbebetrieb und Grundeigkntbuw erzielt wird. Sowik 0er die Sache Reichs- sache wird, dann entsteht dsr Zwang g€g€n aÜe übrigkn Staaten, ebenso zu vkrfabren, und dann kommen wir auf alle die Schwierig- keiten, die ich vorhin bcrvorgelyoben habe.
Wenn Herr Dr. Hammachsr nun gar mrsint, wir hätten in dies Geses hineinschrsiben soUen, wir onen unsLrEn Verzicht nur gklten [affen den deutschen Staaten gegsnüber, dis GEgensSitigkeir prästieren: so würde das der Reichsv€rfaffung und WOK auch drm Judigenatsgsséß nicht Entsprechen.
Endlich ist ein dringendes Bedürfnis; nach unsersr Anficht Eigentlich nicht Vorhandkn. Denn wenn ich mich recht entfinns, wird nur in zwcki klkineren deutschen Staaten anderI verfahren, und da haben wir auch als Preußen kein großes Intereffe. Wenn ein Preuße nach Braunschweig zieht, so muß er fich auch die Folgen gefallen laffen; da ist ein preußischer? Interesse keineswegs vorhanden. Ich wil] nicht betonen, daß die Frage bedeutungslos ist, und ich mache yon Vorn- berein gerade zur Beruhigung der Herren, die wsséntlicb dabei inter- esfiert find und annehmen, Wenn man nur den gutem Willen hätte, so wäre es eine Kleinigkeit, die Sachr zu machen, auf die' großen Schwierigkeiten aufmerksam, die in der Sache srlbst liegen, und die Widerstände, die fich ergeben würden, wenn man anfängt, ein Geskß zu formuTieren.
Abg. Sattler (nl,): Auf welchem Wege _die Verlangte Nez?- Prozität erreicht wird, ist gleichgültig._ Ick) sehe mcht_ein, weSbalb die Regierung fich nicht bereit erklaren nul], fiel) um eme Etmgung zu bemühen.
Finanz-Minister ])r. Miqu e l:
Das Haus wolle entschuldigen, daß ich noch einmal antrvorte; aber es liegt mit daran, die herrschende Unklarheit in der Sache zu beseitigen. Der Herr Abg. 131“. Sattler Verlangt jeßt Von uns, und auch _- ich habe das vorhin nicbt Verstanden _ wie ich sehe, der Herr Abg.““Sevffa“rdt, wir sollen von den anderen deutschen Staaten verlangen,'da*ß ste Gegenseitigkeit leisten. Wenn wir das anfingen, _- wo 'soll das Verlangen nach Gegenseitigkeit in der Besteuerung
_vor uns Haben, wo Gegensätjgkeitgxlsistet] werden müßte. Beispiels- *wkise yon der“ Einkoüimenfteuer in Preußen find frei 900014, in allen
_ “ ';Verliri,*-_Mchttag. dey„„2„7. Mai . .
übrigrn “Sraatcri geht man nicht so weit. Wie soll die'? ausßeglichen werden? _
' Meike Herren, mir liegt gerade einpraktischer Fall vor, wo wir uns bemühen, entfprecbend dem WUnscbe des Herrn Abg.1)r.Sattler, in einem einzelnen Fall mit dem Königrech Sachsen uns zu Verstän- digen. Jm Königreich Sachsen werden näm1ich die Einnahmen aus ärztlicher Praxis für eine gewerbliche Einnahme angesehen. er hier in Preußen thun das nicht; wir ballen die ärztliche Thätigkeit nicht für eine gewerbliche. Jeßt ist ein preußischer Arzt, der praktiziert jeden Sommer als Arzt in einem „sächfiscben Bade und wird dort zur Einkommen- steuer herangezogen. Dahaben wir dem Königreich Sachsen vorgeschlagen, ck dieser Beziehung einspezielles Abkommen über dies'eFrc'rge zu treffen. Der eigentliche Grund liegt eben in unserem deutschen Staatenwesen, in dem Föderalismus, er schließt eine Unifikation auf manchen Ge- bieten aus, welche in einem Einheijsstaat leicht geregelt wären. Das müssen wir uns bei Verschicdenen Fragen gefallen [affem Was aber in Bieser Beziehung geschehen kann, das wird an Preußen kein Hinderniß finden; darüber können die Herren beruhigt sein.
Hierauf wurde der (Heseßentwurf unverändert gepehmigt.
Der (Heseßentwurs zur Abänderung des Geseßes, betrefstxnd die evangeltscbe Kirchenverfassun m _der Provmz Schle5wig:Holstein und in dem Lmtsbeztrk des Kon- fistoriums zu Wiesbaden, wurde in dritter Lesun _ohne Debatte angenommen; ebemo der Geseßentwurf Fur bande- rung des (Heseßes, betreffend die K'xrchenverfa sung per evangelisch : reformterten K1rch€ _der Provrnz Hannover, und der Geseßentwurf zur Abanderung de_és Ge; seßes, betreffend die Kirchenverfaffuyg der evan_ eltfchen Kirche im Bezirk des Konsistorrumßzu Ca1el.
Auch der Geseßentwurf, betreffend dre Agsdehnung verschiedener Bestimmungen des Allge_mernen Berg- eseßes vom 24. Juni1865 auf den Stern: urrd Kglt- alzbergbau in der KZZroUinz Hannover, gelangtetn dmtter Berathung ohne Disku sion zur Annahme.
Das Haus ging sodann zur Petitionen über. _ Die Pstitionen um Hersteklung ciner Eisenbahnvxxbtndung des Köller-Thales mit der Hochwald- und Gaarbabn mittels Vollbabn und um Weiterführung d_er _Abrtbalbabn Remagsn-Adeuan ülxer Ke[b_erg nachthtlrch_wurden,d_€m Antrage dsr Budgetkommüfion gemaß, der ngrrrung als Materral Überwiessn, _ _ _ _ Di? Budgslkommisfion beantragte,_eine Pßtttwn Um em€ E_1sen- baanerbindung von der Moxel qys den HundSruck_der Regisrung ebenfalls aks Marerial zu überwsryen. _Der Abg. T banzscb (Zw) sthts den Antrag, die Petition der Negterung zur Beruck- sichtigung zu ÜÖLUVCUM. _ __ _ Tie Abgg. Von (Curry (nl,) und Knkbel (nl,) 1chlo11en Pcb diesem Anfrage an, wäbx-Zxxd der Regierung? -Naxb Pannenberg empfahl, an dcm Antrags der Yukgetkommtxfion festzuhalten. Pte Regierung wsrds 0031 Bedürfninen dsr Bevölkerung des HunSruck-Z so Viki Us mögliä) Nxchnun tragen. _ _ DaF HauZ 5€"chlc)ß, die kZYetition der ngrerung zur B eruck - sickytigungzuüberweixérz. __ Ueber eine Petition des Yarrers Szytnanskr_1n Gr. Dammxr wegen Ertbeilung des eligioysuprerrtchts a_n 016 Kinder polnischer Nationleitat m tHrer Muttsr]pr_ache beanéragte die Unt€rricht§kommi1fi0m zur T a g 8 s o r d n u n g uber- zuge sn. _ _ _ Bsricbterstatter Abg. S_eyfFar dt- Magdeburg_ (nl,): Ems genersUe Untersuchung in der sragltchén Ge 6715 MP Fur Gr. Dammer eine spezislle Untkrsuchung babe ßrgébkn, da dre Kmdxr 016105 d_u_rch- aus déutsche'n Gebiets der deut1ch€n Sprache machg genu 161€n, um ]:Lm dsutsckyén RsligonMnterrrcht so_lgen zu können. „8650: sch1age ric Kommisswn Vor, über die Petttwn zur Tagesordnung uber- u eben. z Z Abg. Rudolpbi (Zenn): Die Lehrer ?vrechep 0118 die Vol- niscbe? Sprache gsnügend (Widersyruch); _aber a_uch djexenzgxn, w€lch€ polnisch unterrichten könnten, dürfen es mehr, hochstenßdursxn ste_das Polnifrhe ausbileweise axxwendsn. Daher kan_n dort_ ein erxolgrercber Untsrricht nicbt Ylaßgreisen. Es ist dies etrze_ Padaßogqckpe Ver- irrung. Cs münsn „Perz und__©emütk) dsr Relxgwn geoffnet werden. Abkk Herz und Gemüth erönnkt nur dt€__ Muttkrs racbe. Darum trete ich aks katbolischr Cbrist,__a[s katßoltxcher P_rte ter, alzZ katch- lische'r Schulmann für di? Zulanung der Mutterjvrache S_erxn Rell- ionsUnterricht Lin, auch für die Kinder polmscber Nazionglrtar. Ich Lantrage, 'die Pstition _der ngiernng zur B crucYsxchtgung zu Überwekscn. (BexifaUkLatjchen ejnes Beyuchers der Trtbune.)_ _
Vize-Präfidsnt Freiherr Von Heeeran (zur ZuborerzTrtbune): BeifaÜIbkzkugungM aux der Trilzüns 11nd_ durchxzus_unz_u_lasfig. Ich bitte, fich ruhig zu O_erbalten; wmf werde :ck gxnothrgt 1ern, dre Tr!- bünen räumen zu la11en. _
Geheimer Regrerungs : Rath Vater: Groß-Dam_mer lter in einsm deutschen Gebiete. Die Kmder_bek:e_rrschen dort dre dxzxts € und die polnische Sprache. Trotzdem wzrd m den untererz__©_chul- klaffen auch die polnische Sprache zugela11en._ Erst nach szxakthgem Unterricht tritt auFschließlich deuxsche'r Unxerrtxbt em._ Es rst ber _aÜen diesen Petitionen auffäÜig,_daß 11e nur fur dte_po__ln1sch€n _Sckyulkmdsr sorgen; für die deutschsn Kinder da egerz, wo 118 p01n1sch l_ernen müssen, wird nichts erbeten xmd au hier mx Hause mcht JZnugerzd gésorgt. Daß es pädagogixch _unvernunstt_g_ tft, den Untxrrrckyt x_n dcutschkr Sprache zu ertbeilen, tst_ ganz fa1ch. SEHEN S_te fich dre Kinder dort an und bewundern S_te, wie schneY fie Deut1ch_lerner_t. Ick) ersuche das hohe Haus, Lemaß dem Kommtsfionsantrage uber 018 Petition zur Tageßordnung ü__erzugeben. _ _ _
Abg. Motty (Pole) besurwortexe dre Pettixon. _ _
Abg. Szmula (Zentr.): Die Kmder,_dte_mcht m tbrer Mutxer- sprache unterrichtet werden, köxmen a_uf dte emfachsten ragen ntcht antworten daßon habe ich tmch_ zu ofteren Maxen _felbt uberzeugt. Wenn diese Leute später Vor Geneht kommen, wrrd _tbnen unter Hm- weis darauf, da sie ja die Schule be_sucht ba_ben, mcht geglaubt, dgß * fie nicht Deuts verstehen. Was wurden wxr sagen_. wenn uns m Frankreich v71crbGer_itch_x ei? Dolmetscher Verwetgert wurde,'selbst wenn wir ranöx vereen. _ _ _
b .? attler (nl,): Soroeit ich weiß, [regt dre Schule,_ um dre es fich Handelt, nicht in Oberschlesien. Herr von Szmula syncht aber stets von den Erfahrungen die er_ 111 Oberschl en gemacht babe._ Dort ist es eben bekannt, daH er dte polnische pracbe pfle t; vtelletckpt wissen das auch die Kinder und glaubqn ibm einen foa en zu thun, wenn fie thun, als Verständen ste_kxm Deutsch. _ Wtr. nd_ der_An-
cbt, da die Schule in erster Ltme dF" da tft, d die Kmder
Berathung von
_ ,_ 1895.
Abg. Szmula: Nur wenn die Ander zuerst - olniscburjtexrichtet werden',“ namentlich in der Religion, wxrd tbre Au aJung eme klare;
“fie [srn-xn später leicht Deutsch. Ja einxelnen Schulen ist es den
Kindern sogar verboten, in den Zwiscbcnstundey fich_ck der pol_n_11_ Sprache zu bedienen. Das ist eine Grausamkert un gebt wett u er die Rechte der Schule Hinaus. _ _ » _ (Geheimer Regieruna-Z-Ratb Vater: Es _tft em gewaltzger Irr- tbum, wenn man das Deutsche in den Volks1chulén etwa wrtexben wis], wic Griechisch oder Lateinisch auf den, Gymnafiem Wrr tretken das Deutsche so, daß die Kinder die Sprache auf_ dem Markt_é O_es Lebens brauchen können. Wenn die Kinder erst Pylnljch, dann DZUUÖ lsrnten, würden fie im Deutschen etwa so “wett “komtpen, wze em Tertianer in seinem 00r061155 REMZ. Das Kind muß m der Schule sofort mit der deutschen Sprachs in der Weise bekannt gkmacbt werden, wie es die Sprache von der Mutter [ernt. _ __Das Haus beschloß, 5er die Petition zur Tagesordnung uber- zuge xn. _
Ueber eine Petition um dis Errichtung e_iger katbqltschen Schule in Bansen beantragte die Kommrsan, ebenfalls zur Tageßordnung überzugkben. __
Ab . Krebs ( entr.) beantragte ibre_Uek_-erw§17ungznr Be- rücksi tigung. ie evangelische Schalk _m Bameq wsrde Von 90 katholischem und etw.: 20 evangelischen 3333.23 b€1ucht. Durch das Vorgehen der katholischen Familienvätsr yet erre1cht worden, daß man jetzt einen katholisäoxn Lehrer angestsük babe; akkr es_ wgreLtveck- mßßiger, sine eigene katholische Schule zu erricht€n. Dag dre Schul? stimungsgsmäß ProtLstantiscb sei, sei bLstritt-In. _ _ _ _ Geheimer Regierungs-Ratb Vater erwidérte, daß dte__Schu_[€ m Bansén 1805 Von Liner SVCMJSÜsÖM Bkfißerin für eVangelx]cheK1x1_der erricbtet worden ssi. Im Laufe der Zeit habe man auch Yarboltsch Kinder aufgenommen, bis Line UeberfüÜung Lin etreten xex._ Der Schulvorstauk Habe? «1er beschloffen, 'die Ueberfü ung durcb 5102111- steUung Links zweitkn und zwar katholischen Lehrer;? zu bexetttgkn. Damit erübri e fick) 'die Errichtun- einer besonderen Schule. _ _
Abg. S midt- Warburg (Henry) bezeichnete es als unxrbört, daß man die katßolisckkn Kinder, Mühe die Mébrzahl_bi15€n, m eme Schule bineinzwängs, die einen stiftungsmäßig rrotkstantrycbén Cha- rakter trage. _ _
Geßeimer RégierunJH-Ratb Vater kon1tati_ert€ Demgegenüber, daß es in Schlssrsn aucb stifrungsM§_ßig katbqli1ch€ Schulen gebs, welche überwiegénd won ewangelisckxn Kindérn beyucht w€rden._
Abg. Da§60ch (Zentr) €rwi0€rxe, daß man eiyer einzrgerx der_- arkigkn Schule bUndErt entgegenssxxen könné, die dasyslbe _Verhaertß wi? die in Rede stsbende aufwsisM. Anträgk von Yatholischer SMS auf Errichtung konfeffionéüer Schulén in solch€n FaUsn würden fast immer abscblägig besckpiedßn. _ _
Geheimer Regi€rur1g§-Ratb Vatér: DSL Mintster babe wredkr- bolt erklärt, Er würde derartig€_AnTräge g_ern entgegennebxnen. Jm Vorliegénden FaÜe sei das Bkdürmiß nich 10 drin e_nd, da?; es noth- wéndig wäre, die obnekin knappen Mittel in Q11101711:sz nehmen.
Darauf wurde der Antrag des Abg. Krsbs abgelehnt und Über die Pétition zur Tageßorknung übergegangen.
TC-Zgleicben ging das Haus über zwcki Petitionen, welcbe Sine. anßerWeitich Yestssxzung res Disnstalters Von Béamtßn betreffsn, zur * ag€§0rdnung 71er.
Eine Petition des Fi1chereivereins von Lubmin und Fresenkorf um Anlage _einsß Schusbafens bei Lubmin beantragte di? Budgetkommivfion der Régiernng als Matrrial zU überweiysn. _
Der Barickyterstatter Ab . Von Ti€d€mann-Bomst (fr. kom.) wies darauf hin, daß in der Zhu: die Lubmirxsr Fischereiden Unbilden der Witternng arg ausgéseßt und das Bedürfniß YQÖ Einem Säyuß- Za_fen_an€rkannt 10i. Die Kosten würksn frei; auf etwa 270000 «M
? amen.
Das 'aUs stimmté dem Vorschlag? der Kommisßon zu. _
Cine etitiwn UM Ermäßigung O_er Per! onentarise? auf der Eissnbahn Neufabrwasyer-Danzig, bezüglich welcher die Budgekkommisfion Uebergang_zur Tags-Zordnung Vorschlaéx, wurkk arif Antrag dss Abg. Ricksrt (sr. VLF) der Regikrung als Material Übsrwissen. _ &
Usbér die Pktition dés Magistrats drr Stakt_ S a_mt€r um Uebrrnabme der dortigen LanYwirthYchagtßschule ?: u r ck ds n S T (1 at ging das Haus gsmaß dém Kommijfionsanxrage zur Tagssordnung über.
Eine PLÜÜOU dsr Mkßgsrmeistsr zu Odenkirchen wegen Bessitigung dss ibnsn auxerlkgten Zwangs dEr B€n_uZung eines außérbalb ihrer G€M€ind€ gslegknen _rremd- gkmsinDLichkn Schlachthauscs bkantrazxc die Kommixfion der NSZÖLTUUZ zur Berücksichtigung zu überweixen. _
(Geheimer Obsr-RegierungS-Ratb Sieffert widsrxvrach diesem Antrags. Die Frage, um die 25“ NÖ bier handle, [isgé auf recht- lichem Gebist. Die Thatsache, daß die Kommiffwn DSU B0- sch[uß, bétrsffénd die Pétition, Einstimmig gefaßt 5056, Habe derm Minister nochmals _Anlaß gegebsn, hic An- gelegsnbrif zu _prüsen. Das Rsmltat diessr Prüfung sei dsr Beschluß gewexen, an dem bisherigén Staannktc festzubcrltsn. Anlaß „zur Petition habe Eine irrtbümliche Auffaffnng dcs GEWO»? vom Jahrs 1868 gengcn, nach rvclch€m in soan Gemeinden der Schlachtbaquwang eingeführt wsrdswkönne, in wélchen Lin Schlacht- haus Kristiére. Wenn man diese_B€1timmung nach dem Sinne der Petenten auslxge, so würden roße Städtx, wslche nich_t in dsr L 8 WM, auf eigsnsm Gebiste S lachtbäuser xu Errichten, wnkern solKe auf dkm Boden Liner Nachbargemsinde bersteUten, nicbt den Schlacht- haußzwang sinfübrkn könnkn. Eitxe solche km;;bérzige Auslégung müsse zu “den größtcn Unzuträgljcbkeiten sÜban.
Abg. Mies (Zentn) hielt daran fest, daß drr klare Wortlaut des (HkscZes dic Petition abs durchaus berechtigt €r7ch€inen kaffe.
Abg. Sattlsr (nl,) beantragte, die Petition von der Tages- ordnung abzuskßen und an die KommiFficYn zurückquLrweisen.
Die Abgg. Schmidt-Marburg, Kir1ch, Graf Limburg-Stirum, Freiherr von Heereman und Freiherr Von Zedlixz und Neukirel) widsr- sprachen dem Anlage, 00: die Sache in der Kommifion gcnügend er- örtert sei. Jsdknfalls yei die Zurückwerweisung dcr Pstition an die Kommisswn auch im Falle ihrer Absetzung Von der Tagesordnung überflüsfig. _ _ _
Die Petrtwn Wurde Von der Tagesordnung abgejeßt. Damit war um 3? Uhr die Tagesordnung er[edigt.
Nächste Sißung Dienstag, 11. Juni, 12 Uhr. steuergeseß.)
(Stempel-
Das Strafrecht des Erdballs.
Zu Ende des Igbres 1888 wurde die Internationale krimi- nalistische Veretntgung Äegründet, welche an die Spiße ihrer ersten Veröffentltcbung den usdruck der Ueberzeugung setzte, daß Verbrechen und Strafe ebensosebr Vom soziologischen wie Vom juristischen Standpunkt aus ins Auge gefaßt werden mßffen, und des- halb von den neun als Grundlage ihrer Wirksamkett bezeichneten Säßen den an die vorderste Stelle tretenden dahin faßte: Aufgabe
eutscb emen, und werden gegen den ntrag des Herrn Rudolphi
überhaupt enden? „Dann würden wir doch noch ganz andere Fragen
stimmen.
der Strafe ist die Bekäm fung des Verbrechens als sozialer Erscheinung. Dies e Sayungen haben lebLaften, heut? noch nicht beendeten Streit hervor-