Ministerium der öffentlichen Arbeiten.
Die Königliche Eisenbahn-Dircktion zu Hannover ist mit der Anfertigung allaemeiner Vorarbeiten für eine Nebenbahn von Paderborn über Neuhaus nach Brackwede beauf- tragt worden.
Ministerium _der geistlichen, Unterrichts: und «- Medizinal-Angelegenheiten.
__Dem RegierungS-Rath ])1'. Lüdeke ift dje Stelle eines qutttiars und VerwaltunZSraths bei dem Provinzial: Schul= koUegium in Magdeburg ubertragen worden. _ Der Regierungß; und Schulratb Dr. „Heinrich Kley 111 Unter Vßlaffung xemes b-ishertgen Titel?- und Ranges zum Kreis-Schulmspektor ernannt worden.
Am Schullehrer-Ccminar zu Reichenbach O.:L. ist der Schulamts-Kan_didat Vr. Lichtenfeldt zu Münsterberg als Hilfslehrer angestellt worden. “
Justiz-Minifterium. _
Ter Rechtöanwalt Theodor Schroeder in_Beuthen O-Z. ist zum Notar für den Bezirk des Ober:Landesgerichts Breslau,mit Anweisung seines Wohnfißes in BeüthenO.-S., und
der Rechtanalt Lange in Salzwedel zum Notar für den szirk des ObU-LapdeSgerichts Naumburg a, S., mit Anwcixung seines Wohmißes in Salzwedel, ernannt worden.
Angekommen:
Zyine ErccUenz der Staats-Ministcr und Minister für _Larrdwr_rtk)f_chaft, Domänen und Forsten Freiherr v on H a mmer- stetn, 011318
der Ministerial-Dircktor _im Ministerium für Landwirth- schaf), Domänen und Forsten, Wirkliche Geheime Ober: chrerungs-Rath Sterneberg, aus Westpreußen.
Abgereist:
der Ministerial-Tirekwr im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Wirkliche Gche]_me Lbsr-NegierungH-Rath ])]: Mi ck ? , nach der Provinz Schießen.
In der Ersten Beilage zur heutige'n Nummer des „Reichs- und Staats-Anzeigers“ wird eine Zusammenstellung der pro Januar-April-Termin 1895 durch dis Provinzial-Renten: banken erzielten Resultate; sowie eine Uebersicht Über die von den Provinzial-Rentenbankcn scit ihrem Bestehkn his zum 1. Avril 1895 aUSJegebencn und aus'geloosten Rentcnhriefe veröffentlicht.
Yichtamtsiche5.
Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 31. Mai.
Ihre Kaiserlichsn und Königlichen Majestäten beggben Sich nach drm _Paradediner rm Weißen Saale des hiestgcn Konrglichen Schlawes gestern Abend gegen 8 Uhr mit den crlauchten (Häsren, Ihren Königlichen Hoheitm dem Grafen v_on_ Flandern und dem Prinzen Albert von Belgien in das Kömgltche Lpernharxs, um der Militär-Fsstvorsteüung bei- zuwohnen. Tre Ruckkehr nach dem NEUEN Palais erfolgte nach 11 Uhr Abends.
_ Heute Vormittag nahmen Seine Majestät der Kaiser im Lustggrren zu PotHdam die Parade Üher die Vossdamer Garmson „ab. An1ch1icßend daran rmvfingen Aherhöchst: dreyelben eme Anzahl militärischer Meldungerr.
Seine Majestät dcr Kaiscr harkn in AnerkennUng dsr Rettung der Urhcrlcbcndcn von dem unrergcgangencn Tampfcr „Elbe“ folgende Mitglieder der Besaßang des englischen Fischerfahrchgs „Wildflowcr“ mit Ehren- und Geldgeschenken zu bclohnsn geruht:
11 drr“. Schiffer Wm. Wright in Lowestoft mit einer goldsncn Uhr nebst goldkner Kctte und mir fünfzrhn Pfund Sterling,
2) den “Steuermann Jas. Long daselbst mit Liner gol- denén Uhr und ebenfalls mit fünfzkhn Pfund Sterling,
3) die Matrosen chrt) Feat und Chai. Pipe sowie den Koch Ernest Hutschins, gleichfalls in Lomrswft, mir je einer silbernen Uhr und mit je zehn Pfund Sterling.
Sämmtlirhe fünf Uhren sind auf Befehl Seiner Majestät mit dem Allerhöchnen NamcnSzug und Bildniß; sowie mit folgender Inschrift versehen wordcn: „xm Ansrkennrmg der Rerrung der Ucberlehenden vom Lloyddampfer „Eibc“, 30. Januar 1895.“
_ In der am 30. d. M. unter dem Vorsiß dcs Vize-Prä- srdenten des StaatL-Mmisteriums, Staatssekretär?- des Innern ])1'. v on B o etlicher abgehaltenen Plenarsißung des Bundes: raths wurde denz Entwurf eines (Heseßes, betreffend die Pfirchten der Kaufleute bei Aufbewahrung fremder Werth- paprere, Hem Errtwurf eines Börsengeseßes, dem Entwurf _cmer Ab_anderun_g _der Ausführungsinstruktion Zum Viehseucbxngcycß, 10wa dem Entwurf eines .lbacrbemarrfs fur dxn Nord-Ostsce-Kanal die Zustimmung errhezlt. Der Entwurs cines (Hefe es über den * eistand bet Ein,?rchung von Abgabsn und V0 streckung von Vermögens: strarn, der Entwurf eines GMFZ, betreffend die Abänderung des Z_uckersteuerges_cßc§z,_ und dre eskßentwürfe über die privat- rechxnchxn Verhaltnrnc der Binnenschiffahrt und der loßcrer wurdcn m der vom Reichstag beschlossenen aff_ung_ aanzwmmep. Ten zuständigen Ausschüssen wurdcn uberrrnejen: dre Vorlagén, betreffend die Verleihun yon_Korporatrons_r_echten an die Kaoko-Land- und Minengcse : )chgxt, zmd betreffend die Arxsdehmrng der Unfallversichcrung a_ur dax Besaßung_ drr OochsccnscheredDampfer, ferner dre_ Retchstagsbeschlüne zu drm Gestsemwurf über die Bertrafung dcs Sklavcnrahbs und Sklathandels und
„zUstéllsnden Lokalh ahnsn, an.
exngefü Iromeicks, sowie ein Antrag wegen Ves emer_ athsstelle bet dem Reichzgericht. Me von dem
ttz? m Bezug quf die Amdermig der MlilärWenfionSgeseye Z aßten Nesolutronm wurden dem Reichskan ler überwresen. ußerdem wurde über verschiedene Eingaben
eschlUß gefaßt.
Der hiesige Königlich großbritannische Botschafter Sir Ed_ward _B. Malet bat Berlin mit Urlaub verlassen. Wahrezrd 1emer Awasenheit fungiert der erße Botschafts- Sekretar Mr. Gosseltn als interimiftischer Geschäftsträger.
Der General_ _er LFéxfanterie von „Keßler, General- Jnspekteur des Mrlrtar- ziehungs- und Bildungswesens, ift hierher zurückgekehrt.
* eOer _General-Lieutenant von Alten, Kommandeur der 18. Dwifwn, ift mrt Urlaub hier eingetroffen.
_Der RegierungKRath Laus in Köln ist der Königlichen Regierung in Arnsberg zur weiteren dienstlichen Verwendung uberwiesen worden. __
__ _Der RegirrungH-Affenor von Bergen aus Wiesbaden Ut, hrs auf wettercs dem Landrath des Kreises Burgdorf zur „Hrlfeleistung zugetheilf worden.
__Der _RegierunZKA effor Dr. jur. Stapenhorst zu Mrlztsch ist de__m__Landra des Landkreises Bromberg und der RegterungOAUerr 131“. Pokranz zu Arnsberg der König: [tchen Regterung zu Stade zur weiteren dienstlichen Verwendung Überwiesen worden.
__ _Ter heutigen Nummer des Reichs: und Staats-Anzeigers“ rst eme „Besonderx Verlage“ ( . 1), enthaltend Entsch e i : d ungen des Nerchsgerichts, beigefügt.
Baden.
Vorgexternjand drr „Karlsr. Ztg.“ ufolge die Uebersiede: lung des Großherzoglrchen Hofxs nach Schloß Baden statt, wohm _fick) Ihre _Komgxichen Hoheiten die Großherzogin und dre_Kr0nprrnzej1in von Schweden und Nor: wegen rm Laufe des Nachmittags begeben haben.
Sachsen-Cobarg-Gotha.
Ter gemeinsame Landtag der Herzogthümer Coburg 14711) Gotha hat in seiner gestrigen Sißung dre Vorlage der ngierung, wonach das höhere Schulwesen, da;; gemmmtc: Medtzinal: und Veterinärwesen, sowie die _qswßlrchr Ordnung dcs Wildsshadenersaßes für emeinsame Angrxcgenhxrwn erklärt werden, dem Antragc der Kommission gemäß, einmmmig abgclrhnt.
Oefterreich-ngm.
_Ter Kaiser empfingn§e1tern den déUTsthLU Botschafter Grcrren zu Eulcnburg U hierauf den Minister des Aus: wärtigen Grafsn (Holuchowski in längerer Audienz.
_ Der Prinz-Negent Luitpold von Bayern stattrte _qeytrrn den Mitglicdcm de:“: Kaiserlichen Hauses in W181“! Abschiedsbesucbe ab.
_ Tas 5ft_crreichischc Abgeordnetenhaus nahm grnern den Gexcßcntwurf, hrrrcffend die im Jahre 1895 sicher- _ Jm VérlanL der Debatte Erklärte dcrHandQH-Minincr Graf Wu r mb rand, in dern vorlie- gendem GMZemwurf handle es fick) um Bahnbautenim Bktrage von _40 Millionen Kronsn. Für bis Rrgierung liegs fein Anlaß vor, die Aktion zu sehr zu Überstürzen. Gegen- ubsr den Wünschrn bezüglich der Herabseßung der Tarrfr der böhxrrischm Westbahn erklärte Der Minister, die Regierung heahnchtige mit dcr Herabscßung der Tarife der yernaarlichtrn Bahnrn nicht sofort vorzngshen, viclmehr wolle 118 qbwartcn, ob es ihr gclirrgen werde, nach einer größeren VertaatlichUngsaktion eine Art Llusgleichtarif in der Weise ein- zUsÜhrcn, daß dir 1101181611 Tarife der Privarbahnkn herabgéskßt wi'xrdcn, wr-h-xc natur,“.cmäß QZ? nicdigsrcharifsäke der Staats: bahnen hrrarrfgcscxxt xvürQ-crr. Am Schluss Oer Sißung intér- VLUi-xrtsn OTL Abg-JOWUITLU Ruß und Genossen den Minister dcs erorw, '.:rmr Hinweis auf die Srraßensrenen, dic vorgcsxxrn anläézlrck) dcr Yürgcrmoisrcrwahl stattgefunden hattcn, darr"r*ser, wie dir ngirrung dic Pfiichtvcrsäumniß dcr Zichcrhcit§0rgchk, Die: zur Vrmneidurrg vsn Ansammxungen mch! rcchsz-„täg Vr-rWrac ocrroffcn hätrcn, rechjfertige, und welche Mußrchln :Ur Vcrhärung der Wiederkehr derartiger höchst bede:7f[*chrr ?[UZschrrixrmgen dic Ncherung zu ergrsissn gcdcnkc.
Jm Abgeordnrtxnhause ist gestern, wie die „Ncrrc Frcie Preiss“ mel-Jet, 5:1“ Vorsrand der vereinigten Linken zummmengexre'mt, 12711 5er dis Haltung der Partei gcgenübcr der L age rn WTM Vcschwß zu fassen. 'An disser Konferenz soll aach “Dcr Mimsxcr des Innern Marquis Bacquehem theilgenomxrxcn hahcn.
_ Der Gemeindsrath der Stadt Wien ist gsstern durch eme Verfügung drr nécderöktcrrrichischm Statthaltsrei auf: gelöst worden. Tamir erlöschen gleichzÜtig das Amt des gcgsnwärtigcn Vizc-Bürgermcifters und das des Stadtrathes. Zur “Durchführung der Neuwahlen, sowie zur cinftwsiligen Bewrgung der (Hemeindegeschäfte wurde der Bezirks-Haupt; mann 1)1". vZn Friebeis bestellt. Temselben stehen alle )ene kaugnine zu, welche nach dem Gcmeindestatut drm Stadtrath und dem Bürgermeister zukommen. Diesem Frmktionär wird sin Veirath zur Seite estellt, den er vor 1em€r Entscheidung übcr al1e statutenmäßig er Beschlußfassung des Gemsinderaths vorbehaltenen sowie über die wichti eren An- gelegenheiten überhaupt zu hören hat. In den Beirat wurden 15 GcmcinderathHmikglicder gewählt, von denen schen der Fort: schrittspartei und schen dem antisemittsckzenVürgerklubangehor-en, während einer ein „Wilder“ijt. Sic smd alle Männer von gemäßiqtcr Grfinnun . Bei der Zusammenseßung des Bei- raths find auch alle 3ZZchkUhezirkc und die Wahlkörpcr der ver- schiedcnen Berufsstände möglichst bcrücksichti t worden. 1112 thcgcr befindctfich nicht darunter.-Tic ?thlösung dcs (Hememheralhs wurde nach dem „Fremdenblatt“ in dem vorgestnxken Ministerrath beschloffcn. Die Regierung war in d_en eßten Tagen unablässig bemüht, ein positives Er- gebmß der Bär ermeistermahl si er zu stcüen. Mehrfache
führten indeß zu keinem ebniß, da sich dieselben n" t ver- xxluhten wollten, für UZ?!) ck
mmen Die Unterhemd gen wurden von dem Minister des Innern Marqms Bacquehem, demFinanz-Minister Dr. von Ylener und dem Statthalter Grafen Kielmannse ge- fuhrt; Die Regieruzrg überließ die Nominierung des KanZiZaten voUftandig deux steten Ernreffen der Fortschrittspcirtei“. Nack)- d?!" . auch dre vorgefingen Konferenzen ohne Ergeb- mß verlarrfen maren, s_ah sich dre Regierung zur Auflösung des Gernemderaths bemußigt, um so mehr, als sie nach ihrer Kennrmß der Sachlage zu dér_1leberzeu ung elangt war, daß dre von ])r. Lueger für gestern ang eßte ürgermeister- wahl dasselbe Resultat haben werde wie die vor estrigm Wahlgänge. Ueber den Zeitpunkt für die Neuwah en ver: lautet noch nichts Bestimmtes.
Großbritannien und Irland. .
Dj_e H_önig_in_ hat fich in Begleitung des Prinzen und der Prmzemn Hernnckz von Battenberg sowie der Prinzessinnen Al_exaxrdra und Beatrtce von Sachsen:Coburg und Gotha von Wmdwr nach Balmoral begeben.
_ Der Minister:Präfident Lord _ Rofeberr) wird, wie ,W. T. B;“ meldet, in einigen Tagen eine neue Seefahrt antreten, dre auf zehn Tage h_ercchnet ist.
_ T_as Oberhaus hat stck) gestern bis zum 17. Juni vera .
_ asUnterhaus seßxe gestern die Budgetbcratbunq sort. Der Schaßkanzler _Srr W. Harcourt erklärte im Laufe drr “Dehqtte, der hauptsächlrchste VormurfAshmead-Bartlett's gegen 016 Regrerung sei, daß sie in gutem. Einvernehmen mit Ruß: land _und Frankreich gehandelt habe und handle. Drm sc'r allerdrngs 10, und es sei durchweg der FaU gewesen. Die Behauptungen _Bartleti's über die unfreundliche Haltung Rußxands gegenuber England seien auf Artikel in der russischen Breve gegrundet. Ihm, dem Redner, ständen authentischere Jnformatronen zu Gebote; es sei nicht die leiseste Bcgründung mr Bartlxtt's Behaup_m_ng vorhanden, das; die Regierung die xntralm_achte _zurückgeuoßxn Habe. Die Politik der Regierung _et gewcxcn, nch m1t_ kemor Gruppe von Mächten, weder m_Europg noch somtwo, zu verbinden, sondern mit allen Machten 111 Europa und Amerika freundliche Beziehungen zu unterhalten, An dieser Politik halte die Regierung fest. “Der ParlamentSÉekretär ch AUEWäkÜgLn Amts Sir E. Grey ther1te mit, daß die Pforte noch nicht auf 5611 ihr ?in- gerercbtßn Reformplan für Arnxenien geantwortet habe.
_ Bet der gestern in West - Edinburgh vorgenommenen Erjaßwahl zum Unterbause für Viswunt Wolmer, der Lord Selborne in_ der Peerschaft nachgefolgt ist, wurde Mac_Iv_er (Unionift) mit 3783 Stimmen gewählt. Der Glamtomaner Marrat) erhielt 3075 Stimmen.
, Frankreich.
_ Der Präsident der Revublik Faure, der gestern Nack)- ryrtkag über Nevrrs und Clermont nach Bordeaux abgereist 111, wurde h_ei seiner Ankunft in Nevers von der Bevölkerung warm begrüßt. Tie Rückkéhr des Präfidcnten nach Paris rst für den 6. Juni in Ausfuhr genommcn.
_Jn derDeputirtcnkammer brachte gestern der Ministrr- Prästdrnt Ribor einc VorlaNc ein, beirrffrnd die Bcwilligrmg eines Kredits von 250000 Fr. zur Errichrunq cines Denkmal?- für die_während des Krieges 1870/71 Ge- fa [(en en. Der Mininer-Präsidenk beantragte für diese Vorlage? die Dringlichkeit und die Uchermeisrmg an die Budgetkommissron, was dre Kammer genehmigte, TEL" Teputirte (Hohl ct brachte eine Interpellation über das Schreiben des Erzbischofs yon Cambrai an don KultUs-Minister bezüglich der Anfall- 1tencr ein. Die vom Kultus-Minister Poincaré be: antragte Vertagung dcr Berathung dieser Interpellation bis nach der Vcrathung über dre Getränkesteurrreform warde mit 268 grogen 235 Stimmen genehmigt. 'Auf den Antrag des Tcputirten Nouanst (Sozialist) bewilligte die Kammer einen Kredit von 5000 Fr. zur Errichmng Lines Denkmals auf dem Grabe dcs jüngst verstorbsnrn L_)?irglicch der provisorischen Negi-srung von 1848, Albert., Yjsranf WUr'Oc dic Bcrathung der Getränkesteuerreform- wiedcr auégcnommcn. Am Schluß der Sitzung brachte der Tcputirrr Millerand (Sozialist) eine Jntcrpcllation Über das Zusammengehen von Rußland, Deutsch- land und Frankrrick) grgcnübsr dem chinesisch-japa: nischkn FrieOanoertrag ein. Wegen der Abwesenheit _des Ministers des Aeußern Hanotaux wird der Tag der Be: xvrrchrmg der Jnterpeslation am Sonnahsnd festgesest werdcrr,
Italien. Tie „Jtalik“ wih wéffrn, daß der General-Prokurator drm Justiz-Minifter einc Abschrift des in dcr An- gelegenhrit Gio litt'ss grfaßr'en Beschluffes des Kassations- hofz's üv-crrxrittelt habe. TEM „Diritto“ znfolge würde der JunZz-Minincr bsi der Kammer die Ermächtigun zur straf- rechtlichen Verfolgung Giolitti's nachfu en.
Türkei. AUS Djeddah in der arabischen VrovinzHedschas mr_ldet das „Rruter'sche Yarrah“, .aß daselbst gestern der britiychc Konsul und Vizekonsul, der steklvcrtretende russische Konsul und der Sckretär dcs französischen Konsulats außerhalb der Stadt durch eine Gruppe von Leuten, vermuth- lick) Beduinert, thätlick) angegriffen worden seien. Der britische Vizekonsul sei durch einen Schuß getödtet, der Konsul leicht verwundet, der französische und der russische Beamte seien schwer verwundet worden.
Rumänien. Der Prinz und die Prinzessin Ferdinand von Rumänien sind mit ihren Kindern heute von Bukarest nach Darmstadt abgereist.
Bulgarien. Gestern, als am Jahrestage des Sturzes Stam- bulow's, hielten, wic „W. TV.“ berichtet, dieStudentexx in Sofia mit behördlicher Erlaubniß einen Umzug mtt Fahne und Musik. Unterwegs schloß fich Troß des Protestes der Studenten eine Gruppe Sozialisten dem Zuge _an- der sick) nacb Stambulom"s Wohnhaus bewegte. Daßjelbe war durch einen Nolizeikordon abgeschlossen. Ein Redner hielt eine kurze Ansprache, welche mit dem Ruf schloß: „qu dcn Tyrannen!“ Bis dahin verlief ach ruhi ; als aber dre Sozialisten weitere Reden der Studenten unter rachen, entsinnd einc unbedeutend? Raufcrei. Ten Nachmittag verbracht??? beide Gruppen außerhalb der Stadt; Abends durchzogen zahl-
zu einer Petition wegen Rückerstattung von 3011 für
_ Konferenzen mit en Führern dcr li oralen Gcmeinderathspartci
reiche Demonstranten die Straßen der Stadt.
einen liberalen Kandidaten zu,
Schlucken und Norwegen.
Nach einer Meldung des_ „W. T. V.“_aus Christiania werden heute fünf Mitglteper der Linken, drei . Mit- glieder der Rechten und zwe: Mitglieder der Gemäßigten rm Stork ing eine T_ageSordnung einbringen, dahin lautend, daß das Stotthmg unter Festhaltung an der Allein-
..gewalt Norwe ens in allen nicht unionellen Fragen, sich
dafür ausspre e, daß möglichst bald Verhandlungen zwischen .Schwede_n und Norwegen unter einem mit dem Stortbing Fememsam arbeitenden Kabinet eingeleitet werden sonen, ehufs einer befriedigenden Regelung der das Konsulatswesen und das Ministerium des Aeußern betreffenden Fragen. Vorausseßung der Ver: handlung soli _sowohl ein gemeinsamer, wie ein bz sonderer norwegtscher Minister des Aeußern sein. Mit den Stimmen der Rechten, der Gemäßigten und der Mitglieder der Linken, welche den Antrag unterzeichnet haben, hat dieser bereits die Majorität; es ist ni t außgeschloffen, daß Einstimmigkeit errei_cht werden kann. ie Debatte über den Antrag mird wabrjcheinlich Mittwoch oder Donnerstag nächster Woche beginnen.
Amerika.
Die Beerdigung des Staatssekretärs Gresham fand, wie aus Chicago gemeldet wird, gestern daselbst auf dem Oakmood-Friehhof stcztt. Uvjcr den Theilnebmern be- fanden fich der V1ze-Prästdent Stkvenson, die BundeSricbter, die Staats: und städtischen Bramten, die Familie des Ver- storbenen und die Vertreter des Präfidcnten. Leßtere begaben sich sogleich nach dem Begräbnis; wieder nach Washmgtvn zurück.
Asien.
Li : Tsching - Fang ist nach einer Meldung aus Shanghai in Begleitung John Foster's gestern an Bord des Dampfers „Kungni“ nach den PeandoreS-Jnseln abgereist.
Der Katfer von Japan hielt gestern seinen Einzug in Tokio. Die Straßen _und Häuser warsn geschmückt. Der Kaiser wurde mit großer Begeistean emvfangen. Auch die
„Stadt Yokohama war im Fenschmuck.
Aus Hongkong von heute meldet das „Renter'fche Bureau“: dort eingetroffenen Privatnackxrichten zufolge hätten die Feindseligkeiten auf Formosa begonnen. Die Japaner bombardierten Kelung.
Entscheidungen des Reichsgerichts.
Der verantwortliche Redakteur einer Zeitung ist, nach einem Urtbeil dss Rsichscxerichts, [?. Strafsenats, vom 23. No- vember 1894, infolge der Veröffentlichung einer Annonce, in welcher zur Betheiligung an einer öffentlichen, obne obrigkeitlickxe Erlaub- niß veranstaltetenAusspielung aufgefordert wird, zwar mcht_w_eg§n Preßdelikrs aus § 20 des Preßgeseßes,“ wohl aber wegen _Betbrlse zu sinkt verbotenen Ausspielung zu bestrafcn, Wenn er her der Ays- nabme der Annonce wußte oder annehmen konnte, daß dre obrtgkett- liche Genehmigung zu der_angexündigten Ausspielung fehlte. „Aller- dings konnte nach 129111 Festgestellten Sachverhalt der Redakteur M. nicht als Theiler bestraft werden, da der Inhalt _der Annonce ergéebt, daß nicht er, sondern lediglich R. die AuSWrelung ver- anstaltet hat, und durch Veröffentlichung der das ste_mdeYnternebmen betreffenden Annonce rer Angeklagte M*. nicht _Thater m B u_g auf dirsks Unternehmen werden konnte. Für dre Anwenx ert des § 20 des Pre geseßks bietet dabrr ker vorlixgrnke all kemxn Raum. - Der Ange lagte M. durfte abcr nicht 1chon _des_a[b fret esprocben werken, weil die Von ihm bewirkte PublZaUrYn für sich (: em _nocb nicht den Thatbrstand des § 286 des _ Straxgeseßbucbs erscbopfe. Wußke er, daß die ohrigkeitlicbe Genehmrgung 1eblte,_ rind letftxre er dxnnech drm Tbätcr R. bei der Veranstaltung dEr Ausxprelung wtffent- lich Hilfs durch die Veröffentlirhung der AnkunKrgztxrg, 19 ftcznd der Verurthsilung wegen Beihilfe ern r€chtliches Pmkermß mcbt _ent-
egen. Außerdem war in V21r;cht zu zieh_m,_ 117 nach aügememen rundsäskn zur Annahme wiffentlichen Mels: rns tm Sinne des § 49 Strafgeseybuchs auch Eyentualdo us genugt." (3356/94.)
- In Bezug auf § 10 des preußischen Eigentbumöerwerbögeseses vom 5. Mai 1872: _ _ __ ,Die Anfcchtung (drr Cintragurxg deß Etgextbumsubkrgangs) l_st auch auf Grund des RechtsLe1§haf1s, m de_nen Veranlaffung dre Auflaffung krfolgt _ist, _statt ast, je_dcch wrrd_ dre mangelnde Form dieses Gelebästs dyrch dteAufla1sung geheilt“ - Hat das Reichsgericht, 111. Zivilkenat, Hurcb Urthxtl vom 12. Februar 1895 ausgesprochen, Faß durch die Anslaffung dre Fortzrmangel des die Auflassung veranlaxsenden Rechkögeschafts, nicht aber die Formmängel der Vollmachx geheilt werden, durch welche ein Dritter Von dem _ Veraußerer _oder dem Erwerber zur Abaabe der Auflaangserklgrung errzrächtrgt !!?-21:an ist. Ist aber die Vollmacht wegen Formmaxtgel u_ngultta, so rst dre Auflassung und das zu Gruyde liegende, mrt gletcben Formmangxln bkbaftete Reckotégesckoäft anfechtbar. - A. ,und B. verkguften tbr Grundftück durcb schriftlichxn Kaufvertrag an C. Der Kaufvertrag trägt dis notariell bkglauhtgten [L_nterscbrrsten der herden Verkäufer und des Käufers. Außer den Kausbedingungen enthalt der Vertrag im § 6 eine Voklmacbt, durch welche A. und B._ den Gencbtsdtenxr K. ermächtigen, für fie vor dem Gryndbucbamt rte AuslaffungSerkla- runs abz eben. Das ist durch K.ge1chehen und darauf C. tm Grund- buch als igcntbümer Eingetragen. _Hjerauf fcchten A. und B. durch Klage die Rechtsgültigkeit des Kaufvertrags, der Voümacht un? drr Eintragung an, weil A. nicht 1cht_eik:en könne uyd ferne Unterxchrtft nur dadurch ermöglicht sei, daß der beglaubtgende Notar_ ihm die Hand geführt habe. Ohne de_n dafür angebotenen Bewets zu erheben, erachtete das Berysungxégmcht den _behauptetep Formmangel des Vertrags als durch dte erfolgte Aufianung geheilt, dgbex den Vertrag und die Auüaffung als_ formxll rechtswrrkkam. Auf d_1e Re- vision der Kläger bob d_as RUchng-th das BeryfungSurtberl auf, indem es begründend ausführte: .Es ist _zwar__ rtchng, dgß nach 10 des EigenthumöekwerbsgesHyes vom 5. Mar 1812 durch dre Auf_l_a ung die Formmängel des die uflaffung heranlaffxnden Rechtögeschgsts ge- heilt werden; weiter gebt aber die _Wtrkung mcht. Nur der K_auwerrrag ist das Rechts eschäxt, durch das dre Auflaffung veranlaßt rst, nrcbt die *nur äugßerlickp damit verbundene Voll_ma_cht. _Arxch diese erfordert schriftliche Form, die, wenn der Mr_tklager _wrrkltch Analphabet ist, nach § 172 ff, des A. L.-R. Th. _1 Ttt. 5 mcbt ge- wahrt sein würde. Feblte es aber an sitzer gültigen Vollmackst, so kann an fich die Auflaffung von den KlaZZrn wirksam angef_ochten werden; damit würde auch die heilende nkung_ des § 10 en.. be- seitigt, dann aber der Kaufvertraß wcgen ungenugender Form un- gülttg sein. Daß der Grundbuchncbter auf_ Grund der_außerlt ge- nügende Unterscbrtften tragenden und notarrell heglaubrgtezr U nde die Auflaffungöerklärung entgegennkbmen und die Umschreibung vor- nehmen durfte, ändert daran nichts.“ (278/94.)
Entscheidungen des Qber-Vertvaltnngsgeriehts._
„ _Die Uebertragung der Funktionen eines_ Armxnarztes an emen Arzt durch Vertrag zwif en der Gememdebeborde und_dem Arzt verleiht , nach einem Urt eil des Ober-Verwaltungßger1ch_ts, 11. Senats, vom 16. Februar 1895, diesem nicht ohne weiteres eme
Beamtenßelsung, auch wenn im Vertrage die dem Arzt zu ge- vxäbrende fortlaufende GeldleisthealY .Gebalt' bezeichnet ist und dieses .Gebalt' bbrsichtücb der mnnde-Einkommenfteuer als zur älfte von der Besteuerung befreit behandelt worden ist. - Die _ldes praktischen Arms Dr. M. zum Stadtverordneten in V. (Rbemprovinz) wurde klagend an efocbten , weil 131". N. von der .Stadt als Annenarzt augeste t. daher als Gemeindebeamtet nacb § 16 Nr. 2 der Städteordnung für die Rheinprovinz vom 15. Mai 1856 nicht wählbar sei. DerBezirkSausscbuß wiSs die Kla e_ abzuzt der Ausfübmn : Das Verhältniß des Dr. N. zur Stadt er lehrglrcb nach dem Farrage vom 26. ärz 1891, dessen Unter- zeubnung durch den Bürgermeister keine Anfteüuu enthalte, zu be- urtbeilen; auch sei die Stadtverordnetenversamm ung vorher nicht gxbört und Dr. N? nicht vereidigt. Unter solchen Umständen genü e dre bloße Einstellung des Gehalts von 200 .“ in den Etat der a - gemeinen Armenverwaltung und die Befreiung der "(ftr des Gehalts von der Gemeindeeinkommenftxuer noch nicht, die eamteneigemcbaft alö“gegeben anzusehen. Aux die Berufun der Kläger bestätigte daS“ Obn-Verwaltungßgetickpt die Vorents eidung, indem es be- gründen!) ausführte: .Die Anstellxmg mit dM! Effekt der Bearündung der Veamteneigenschaxt kann alLerdings auch mittels Unterzeichnung e*ines Vertrages zwischen der Behörde und dem Beru-Ynen erfolgen. Indeffen ist die regelmäßige_ Form doch die Ertbei1ung einer Vestallung, durch welche einernits" die Unterordnun unter jene Behörde, andererseits das_dem Beamten ewäbrteS uyverbältnis; verbrieft werden. Es bedarf daher in jedem Falle einer beyonderen Untersuchung, ob berßits durch die wieder ge- räuchliche Form das Vertrags eine Beamtenjtellung ,b“! gewährt xmd übernommen werden sollen, Dabei genügt e? nicbt, dax", rer Berufene überhaupt an der Erfüllung kommunalkr Auxgaben, wi? beispielsweise der Fürsorge für däe Armen und für die öffxntliche Gexuxrdheitsvffege, betbeiligt wird, sondern es müssen ibm mnerbleb dis'ér Aufgaben Ynktdmen anvertraut werden, welche gerade dre Beamxrnstellung onders kennzeichnen. Der Vertrag Vom 26_._ Marz 1891 ergiebt aber nichts Derartiges. D-em Dr. N._ ut danach nur die ärztliche wvndärxtliche und geburtshilflrrbe Behandlung derjenigen Erkrankten des 111. Armen-Bezirks übertragen, für deren |F zu sorgen der Gemeinde obliegt. Dre Pflrcbt drs errcs _er- e fich nur auf die auch sonst je_den_1 Aerzte oblicßenksäwrxzxälttge Behandlung der Kranken, !cwie aur dre Beachtung der Spartamkert bei der Arxneiverschreibung und eine Konrrole der Apothekerrkchnunxxen. Danebkn bat cr noch die Trankyortanden zu untersuchen und darüber auf Erfordern eine Bescheinigung auIzufreÜen; es ift aber nicht er- sichtlich, daß diesen Amsten amtlicher Glaub? bexzumcffen wäre. Ferner wird ihm zWar die techni1che Revifi_on der Schulen aufgetragrn, aber keinerlei Anordnung _ gestattet, wnrern nur Berichterstattung an den Bürgérmeißer verlangt. _Aucb die Mitwirkung für die ihm anvertrauten Kranken a_ls Mrtglied- der Sanitätskommis'ion bei Epidemien u_nk die Y_ußzxellung von Todtenscbeinen übers reiten nicht nothwendrg den Gejcbarrskrers 95er die Qualifikation einer?- Privatarztes. Der Inhalt des Vrrtrags bretet also kxinen Anhalt "dafür, daß durcb densxlben Was Mehreres beab- sichtigt sei, als die Sicherung einer der Armerrrertyaltnnq zur Se_ite stehende-n technischen Hilfskraft. - Wenn formt ketne_ Monxxntß rür die Abfuhr, drm Dr. N. eine Beamtenstellung zu VerlNhén, sur !emc Abficht andererseits, in solche Steaung einzutreten, aus rxm Veértrag folgen, fo ergiebt fich ein Thatbestand dieser Art auch mehr aus der etatsmäßigen Bezeichnung deZ Honorars als „Gehalr', noch aus der etwaigen steuerlichen Behandlung der Hälfte deszrlben.“ (11 271.)
- Die Bewohner Eines der Gutsherr!" cbaft gehörigey, ahxr auf dem zur Land emeinde gehörigen Fundus stehenden Hauxes zahlen, nach einem Urt Lil des Ober-Verwalrungsgerichrs, 1. Senats, _worxr 16. Oktober 1894, kommunalrrchtlich zur Landgemcsrnds, 191th wenn fie zu dem Gründe odc-r zu den Jnstleutm der Gutsherr1chaxt
ehören. Dieses RechtÖVSrbältniß kann auch nicht durch cytgegerr- ehende Bestimmungen in dsn nach der Schulordmmg tür dre Elementarschulen der Provinz Preußetx _won kern Landrath aur- genommenen und von der Regierung bestatigte'n Schul matr1k€ln verändert werden. - Za den Kosten des »]?eubaues eines Schul- bausks zu S. (Westpreußen) hatt? nach der vom Schul- vorstande Vorgenommenen Vertbrilung die Landgcmrindr S. naeh 54 und der RittergatÖbefißer Z. al:“- Eigezrthümér des mit dieser den Schulbezirk bildenden GUTL_ R. nach 38 Hauskalmngen beigetragen. Dieser Vertheilung der KOMM lag ein Vom Landrath gegen den Widersvrucb des Schulvorstandes aufgxncmmcnsr und O_On dem Regierungé-Präfidenten bestätigter Matrikelnacbtrag vom 21. Marz 1887 zu Grunde, Wonach kisses Verhältniß (54:38) für die _nächsten 10 Jahrs maßgebend bleibkn 7011e- Hieraur k_laqt_e Z. gygxn die Land- emeinde S. im Verwaltungsstreitverfabren a_ufEr1a1Z dsr für 10 Haus- Jaltungen geleisteten Zahlungen, weil dieye bei jener VerrheYlyng irrigerweise statt zur Landgemeinde S. zr; dem Gutc R. g(rechnet ?eren. Der Bezirksaussckzuß erkannte zu Ungunxten der Land emcrnde S., und auf die Revision der Landgemeinde bksxatigge das D er-Ve'rwaltungs- gericht die Entscheidung des Bezirksau§7chunes,_ inden] ex- hrgrün_dend ausführte: .Der Fundns, auf drm das Haus steht, i1t ans der &ck&- lichen Gemsinre nichr ausgemeindet. 511st glso nacb wis O_or emen Theil der bäuerlichen Grmeinde (§ 1 des Gexeßes p. 14._Arrtl 1856; § 2 der Landgememde-Ordnung vom 3. JUli 1891). Dre Bewokner des Hauses gehören darnach kommunalrechtlich zur Landgsmsmdr S., und es ändsrt darin nichts, das; fie irxigerweiW hishkr Zn st€uerlich€r Beziehung nicht als Mitglirder diem Eemeince angershcn und be- handelt worden find. Brianglos ist dabei das Verhältniß, in welchem fre vertra Smäßig zu dem Eigerghümer des Gutcs R. !tanden. Ob fie zu de1€n Gesinde odsr zu dcnen Jnstleuten grbörten, und wslche sonstige Beziehungen zwischen ihm und ihnen _obwaltsten, hat nur eine privatrechtliche, wirtbschaftliche Bedeutung, läßt aber ihr? kommunale Zugehörigkeit zu der Landgemeinde S. unberührt. Dar Vorkerrichrcr bat rarnach mit Recht angenommen, daß die in 5an Hause wokncnden zehn Familien bei der Berechnung drr Haushal- tungen im Schulbezirk bei der Landgemeinde S. und nicht bri drm (Hut R. in Ansay gebracht werden mußten. - - Wie der Gerichtézhof in ständiger Judikatur angenommßn hat, schaffen die nach § 66 der Schulordnung für die Elementarschulen der Provinz Preußen vom 11.D€zember 1845 von den Landrätben aufzunehmenden und von den Regierungen zu bestätigenden Schulmatrikelx kein neues Recht, sondem konstatieren nur bestehende Rechtswerbältnine; fie haben an sich nicht den Charakter Von Verträgen, noch erhalten fie solchen durch die Genehmigung der Schulaufficbtsbebörde; nur wenn die Festsesungen der Matrikeln auf Vertragsmäßigen Abreden heruhen, find ihre Festsxßungen ebenso maßgehend und rechtsverbindlrcb, wie die Verträge 1el_bft; wesentlich ift !onacb die Art ihres Zustcznde- kommens, insbejondere der Inhalt der Erklärungen der Berberltgten in “616 )der Matrikelaufstellung vorangkgangmen Verhandlungen.“ (1 11 .
Statistik und Volkswirthschast.
Zur Arbeiterbewegung.
Der Weberausstand in der M. und O.Son_1_mer_feld- schen Tuchfabrik in Kottbus (Vergl. Nr._128 d. Bl.) Ut, wre der Berliner ,Volkß-Ztg.“ gemeldex wird, bsretts beendtgt_. _
Aus Köln wird der „Von. ZY- unter Hsm Leztrtgen Tage ge- meldet: Der auf den belgischen ruhen tm Oulzrhale gus- gebrochrne Ausstand (vergl. Nrn. 102 und 122 1). Bl.) dauert fort. Eine Konferenz, die in den letzten Tagen m Mzälherm_a._Rhetn unter dem Vorfiße des Regierungs-Prafidenten_ _rm Bersem des Landraths und der Bär ermeister der bethetltgten (Hemxmden stattfand, und an der die ertreter _der Athener und der_Drrektor der Gesellschaft theilnahmen, ist ergebmßloH verlczufen. Dre Gesel!- schaft verlant Wiederaufnahme der Arbett, wahrend die Athener
vorerst die icherstelhmg ihrer Forderungen verlangen. Die Arbeiter
haben fich jetzt in einer Eingabe an Seine Majeßät den Kaiser
dt.
MY L'andsbut izr Niederbayern legixn, wie dem „Vorwärts' be- richtet wird, 14 Gehrlfen der Brauerex Draxlmeier die Arbeit wegen Differenzen mrt der Verwaltung meder.
Dem „Leipziger Tageblatt“ wfolge ersireck: fich der Maurer- ausftand in Leipzig (ver [. Nr. 128 d.Bl.) nicbt ank deu Reichs- ericbts-NeubaU' ferner ba en _nt_cht. 9, sondern 21 Arbeétxzeber rie ordnung der usständigen bewilltgt. _
Eine gestern in Wien, in der Volksbaüe des Ratbbgmes abge- haltene sozialdemokratische Versammlung, welcbe eme Demon- stration für das allgemeine dtrekte Wahlrecht bezweckte, _war, wie „W. T. B.“ meldst, von etwa 8000 Personen _bejucht, von denen 5000 den .Verhandlungen ftehenkz beiwqhym mußten. Mehrere Rednxr sprachen sicb m beftt Ulk Weise zu Gunsten' des allgememen Wahlrechts aus. Nach Schlu xxr » Versammlung zogen die Arbeiter rrupthse ah und stießen RuFe fur das Wahlrecht undßegen die Regretung aus; em besonderer Zwischen- fall ereignete fich nt t. _ Nach einer Meldung der „Köln. Ztg.“ vom 29. d._M. find m_ Verviers “die Arbeiter dex Kamm arnsvinnerxt von Ser- wir, Byrom u. Co. ausstandig. Hie quten dre Abs ffung der ihnen überflüssig erscheinenden Stelle _ernes Yrrtten ptnn- meiftrrs, eine Lohnerhöhung der in dcr Fabrtk beschaf_t_tgten ngner und für die sogenannten Rentreurs gleiche Lobnxaße erzrrlen, wie fie die Svi_nner baden. Bisher Verdienten“ dre Fadnsr dec irma im Durchschnitt täglich 3,75, die Rentreur_s 5 und dre Svtnnexr ,50 Fr. Die Spinner erklärten |ck) bereit, auf ihre Löhne [o rvert zu verzichten, daß den Arbeitgebern aus den zu Gunsten der ubrtgsn Arbeiter Verlangten Neuerungen keine Mehrauslagen erwüclysen.
Nat!) Mittheilung des Statistischen Amts der Stadt Berlin find bei den bikfigen Standesämtern in der Woche rom 19. Mai bis ink1. 25. Mai er. zur Anmeldung gekommen: 856 Lebendgeborene, 290 Ebescblisfzungen, 35 Todtgeborcne, 541 Stskbkfäüs.
Kauft nud Wiffeuschaft.
TEL" Verein der Kunstfreunye im PrsußischenStaat hielt vorgestern Abend im Lokal kes Künstlervereins unter dem Vor- srs deé Majors a. D. Alexander Duncker seine Generalversamm- lung ab. Der Verein hart? im verfloffenen Jahre eine Einnahme wn 17170 „44 zu verzeichnen, darunter_13 845 .“: an MitZliederbeiträgen, 3220 „45 an Zinsen und 105 „jk xür vérkaufte Kunstblatter. Verausgaht wurden 14401 .“ und zwar u. a. 2000 _.46- für Misthc, 1776 „4 für Verwalmngskosten, 1122 „Fé- für Druck- und Insrrtionékosten und 9050 «jk. ,für dkn Ankauf von Kunstwerken zur Verloosumg. EZ v-xrblieb ein Baarbestand von 2769 34, außerdem bcfißt der Verrein ein Effektenvermögen Von 80000 .“ Aus der von SevdliKscben Stiftung erhielten die? Pro- fessoren Otto Lessmg, Max Koncr Und Karl Salymann Prämie:! in Höh? von je 200 «jk Der bishrrige Vorstand wurde wiedergewahlt und der Ausschuß aus fol Enden erren gebildet: „den ro- fefforen Pflugradt, Meyer eim, 5 ecker, Körner, Breit ach, Knaus, Hans Meyer, Pars und Moser; den Malern Bennewi ron Loefen und Pinckert, dem Baumeister Knoblauch, dem Kunstbän ler Schulte, rem Hofbucbbändser Or. Töche, dem Geheimen Hofrath Bork, rem Grheimen Kommerzien-Nath Mendelssohn- Bartholdy, dem Kommerzien-Rath Spindler und dem Staats- sekretär a. T. Herzog. Die Versammlun beschloß sodann _ein- stimmig, die neuen vom Vorstand entw 811811 Statuten in nahere Erwägung zu nehmen; eins endgültige Abstimmung kann erst m einst zweiten Generalvkrsammlung erfolgen; _ Die neuen Satzungsn bezwecken eine VereinfachuY der Ge1chäftsführung und fichern im Jau einer Auflösung des * Ereins_das Vermögen_dem .Véke'in Berliner Künstler zur Unterstüyung !eincr hilfsbedürftigen Mitglixdrr und deren Hinterbliebénsn“ zu. Schliéßlich fand die Vcrlyosung der anßrkauften Kunstwerke start. '
Land- und Forftwirthfchaft.
Münchkn, 30. Mai._ (W. T. V.) In drr ersten General- VSrsammlung dss havkrikchen LaydeSVerbandés der [and- wirtbschasrlichexn Darlehnskasxxn hielt DLL" Minister erihe'rr von F€ilix3sch eins Anthrache, worm er dis Anwesrnden egrüßtx Und dre writers Förderung dsr Bestrebungen des Verhandks zusichkrte. Nach lebhafter Debatte wurde srbließlich e_ine Rasolution des Inhalts ange- nommen, daß ein Spézialsusxckyuß prüfen solle. auf we'kc've Weise der genoffrnscbaftliche Vérfaus der Lankwirthsckyastsyrodukte zu fördern und inwieweit die ErrrÖtUng von Lagérhäusern erforderlich sei. Ein weitkrer Beschluß eryucbt dsrrVorstand, dahin zu wirken, daß Mündel- und StiftUngHgéldkr unkingsjchränkt bci deu Darlebnskaffen an Llegt werkkn könnsn. Dcr Vorfißende Freihkrr von Soden schloZ die *Sißunß mit sinem Hoch auf den Prinz-Rrgentcn LUitpold. ka Landesvkrband gehören WL 651 Darlehnskaffen an.
Bxlgrad, 30. Ykai. (W. T. B.) Der Stand der Winter- saatcn ist gut, nur strürnwripe haben dir Saaten durcb Hagr1 gelitren. Dsm Mais bat stLÜLUWLisL dic Dürre gksthadkt, Wrin und Obst vsrsvrsckyen Lins gute Ernts.
Handel und Genterbe.
Tägliche Wagengsstelsuna für Kyblcn und Koks an der Ruhr und in Overmhlesien. An dsr Ruhr find am 30. d. M. gestellt 10 692, nicht r-Jcht- zeitig gestellt 51 Wagen. „ In Ober1chlcsien smd am "29. d.M. gestellt 3838, nicht rech?- zeitig gestellt keine Wagen.
Auéweis Über den Verkehr auf dem Berliner Schlachtviehmarkt Vom 29. Mai 1895. Auftrikb und Markt- preise nach Schlaäptgewicht mit AuSnahme drr Schweine, wslche nacb Lebendgxwicht gehanxelt werden. Rinder. Auftrieb 238 Stück. (Durch1chni1tsPreis für _100 kg) 1. Qualität -,- «lk, 11. Qualität -,- „44, 111. Qualitat 88-100 „16., 117. Qualität 76-84 „M - Schweine. Auftrieb 10 846 Stück. (Durchschnittsvreis für 100 RZ.) Mecklenburger 78-80 «M, Landscbweine: &. gute 74-76 M, 5. geringere 68-72-46, Galizier -,- „sé, leichte Ungarn -,-„ck bei 20 0/0 Tara, Bakonver - „€ bei - 1x Tara pro Stück. - Kälber. Auftrieb 4816 Stück. (DurÖJFnittspreis für 11x .) 1. Qualität 1,12-1,20 „FQ, 11._Qualität 1,00-1,10 «M, 111. k'Öualität 0,90- 1,08 „46 - Scha_se. Auftrieb 1461 Stück. (Durchschnittspreis fü; 1 kg.) 1. Qualitat 0,94-1,08 “ji, 11. Qualität 0,90-0,92 „ii,
Köln, 30. Mai. (W. T. B.) Die heute hier abgehaltene Generalversammlung der Vererntgtexj Köln-Rottweiler P Ulysrfab riken war von Z_() Aktionaren, welche 4217 Stimmen vertraten, besucht. Die Vorschlage der Verwaltung in Bezu auf die Verwendung des Reingewinns unter Auskehrung einer Div dende Von 13 0/0 wurden _einftimmig genehmigt. Die aus dem Aufsichtsratb ausscheidenden _Mlt [jeder: Direktor Groß, Louis Hagen, Josef Saher, Jriedrtch chnxalbem und Eber ardt Schuelgen wurden wiedergeuzahlt und Justtz-Rath Maas sowie Direktor Menshausen binzuqexvahlt.
. E1sen a. d. Ruhr, 30. Mai. _(W. T. B.) In der heutigen Versammlung der dem Rbeintsch-Westfäliscben Koblen- fyndikat angehörigen Zechenbefißer fa_nd der Entrvurf zur Ver- län erung des Vertrages nach unwejentlichen Aenderungen der .RZemisch-Westfältschen Zeitung“ zufolge mit 3350 egen 286 Stimmen
Annahme; 237 Stimmen waren nicht vertreten. egen die vorliegende
Fassung des Vertrages stimmten die Zechen „Zollverein“,