1895 / 130 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 01 Jun 1895 18:00:01 GMT) scan diff

DemAmiSrichter Treber in Wallmerob ist dte nach- gesuchte Entlaffun aus dem Justizdienst erthnlt. - ,

Zu Notarcn nd ernannt;, der Nechtßanwalt Berg m Neiffe für den Bezirk des O_ber-LßndeSgerichts zu Breslau, mit Anweisung seines Wohnfißes m_ Neisse, urid der Me?? anwalt Vr. Sanio in Guttstgdt fur ben Bezirx des O. : Lan erichts u Königsberg 1. Pr., mit Anweisung semes

Wohnitzes in uttstadr

In der Liste der Rechtsan'malte_ ift gelo1chtxt der Rechts- anwalt Günther bei dem Landgericht 1'i_n Berlin.

die Liste der Rechtsannxalte 111 eingetragen: der

Rechts-anwalt Dr. Sanio aus Neidenburg bet dem Amts-

„gericht in Guttstadt.

Der RechtSanwalt und Notar, Zustiz-Nath ])r. Grüter in Bünde ist gestorben.

Bekanntmachung.

Die rüfung “ur Erlan ung der Lexhrbefähigxm fur den franzöfisckyxt und eiiglischen,Sgpr,achunterr_1cht' an mtttéer'en'und höhercn Mädchenschulen wrrd 111 Berlin W derK Komglrchen Auquftaschule, Kleinbeerenftraße 16/19, vom 29. November 11. I. ab stattfinden. _ _ _ _ ,

Das Nähere enthalten die Amtsblatter der Koniglichen Regierungen zu Potsdam und_Frankfurt a. O.

Berlin, den 21. Mai 1895. _

Königliches Provinzial-Schul-Kollegium. Tappen.

Bek'anntmachung.

Tic - n "r den Unterricht in weiblichen and- arbeitcn Zrden gVFi-[in in der Königlichen Exisabeth chule, Kochstraße 65, vom 11. November d. I. ab stattimdexi._ _

Das Nähere enthalten die Amxsbläner der Komglichen Regierungen zu Potsdarrx und_Frank1urt a. L.

Berlin, den 21. Mai 1890. “_ '

Königliches Promnzial-Schul-Kollegmm Tappen.

Abgereist:

Seine Exccllenz d_er Minister für Handel und Gewerbe Freiherr von Berlep1ch, nack) Heffetichxffauz_ _

der Unter-Staatssekretär im Mim1termm sur Handel und Gewerbe Lohmann, nach Hannover.

Yichtau1tliche5.

Preußen. Berlin, 1. Juni.

Seine Majestät der insex Und König 11qu511 heute Vormittag im Zceuen Palais die Vorträge des Mtlitar- und des Marinekabinets emgegen.

Tas Ztaats:Ministerium trat heute Nachmittag 2 Uhr unter dem Vorfiß des Minister-„Präfidenten Füxften zu Hohenlohe im Dienstgebäude, Leipzigerplaß 11, zu einer Sißung zusammen.

Zeitungen bringen die Nachricht, daß als Anlqß zum Rücktritt des Ministeria1:TirefwrS Dr._Troop Meinung?- verschiedenheiten zwischen ihm und dem Ju1113:_Mini1t§r Über dieBebanblung von Personalfragen bezeichnxt wurdeti. Tiefe An: nahme entbehrt jeder tbaisäcblichen Grundlags. Fiir Herrn Troop, welcher dem Justiz:Ministerium länger als ein Yierteljahrbxxndert angehört bat, waren lediglich GesundheitÉ-rückßcbten bestimmend, die Entlassung aus seiner aufreibMdcn Stellung zu crbitten. Wedsr über die BébandlUng Von Personalfragen noch in irgend wslchcr anderen Bczishang bat jemals eine Meimm €- verscbisdenbsit zwischen ihm und dem Herrn Justiz=Mini er bestanden.

In einer Beson'OLren Beilage zur heutigen Nummer des „R.: Und Zt.:Anz.“ wird 1) der Entwurf eines Börsengcießes nebst BLJTÜUDUUJ, und 2) der EntWUrf eines Gaseßes, betreffénd die Pflichten der „Kauf: leute bei Aufbcwabrung frsmder Werthpapikre, nebst Begründung, in der vom Bundeßratb am 30.Mai d. J. beschloffenen FaffUng veröffentiicht.

Der GeneraELicbtenqnx" von Klißing, Kmeandeur der 1. (Hardenfanterie-T15111011, bat Berlin verlanen.

Der KÖNÖglick)? Gesandte in Hamburg, Geheime Legations- Nakb von Kidsrlen-Waechter ist von dem ihm Allerböchst bewiUigten Urlaub auf seinen Posten zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Gesandjschaft wieder Übernommen.

Ter hiefige Königlich bayerische Gesandte Graf von Lerchenfeld-Köfering bat Berlin mit Urlaub verlassen. Während seiner Abweisenbeit fungiert der Le ations-Rath Freiherr von der T ann als interimistiicher Gechäftsträger.

Der hiesige Königlich sächsische Gssandte Graf von o_henthab und Be_rgen bat Berlin mit Urlaub verlassen. ahrenb seitier Abwe1enbeit _fungiert der Legations-Sefretär

von Stiegltß als mterimisti1cher (Geschäftsträger.

' Der BevoUmächtigte zum Bundeöratb, Königlich bayerische Ministerial-Ratk) von Heller ist von hier abgereist.

Nach telxgraphisäien Meldungen an das Ober-Kommando der Marine 111 S. M. S, „Seeadler“, Kommandant Kor: vetten-Kapitän von dqr Groeben, am 31 Mai in Sansibar und S. M. S. „Jltis“, Kommandant Kapitän-Lieukcnant Ingenohl,“ am 30, Mai in Tamsui (auf Formosa) ein-

etrbffen; S. _M. S. „Wolf“, Kommandant Korvetten- apitan Kret1chmann, in am 30. Mai von Tamsui nach Hongkong in See gegangxn.

Ems, 31. Mai. Seine Durchlaucht der Prinz und IhreKönigliche Hoheit die Prinzessin Adolf zA „Schaum- burg-Lippe find gestern zum Kurgebrauch hier emgetroffen.

Hanau, 31, Mai. Seine Majestät der „König von Dänemark traf heute um 1 Uhr zum Besuch 1emes Ulanen- Regiments Nr. 6,hier ein. Das Regtment hatte zu Fuß Faradeaufsjellung im Kasernenhofe genommen. Nachdkem der

önig die Front abgeschritten hatte, brachte der Regiments- Kommandeur, Oberft-Lieutenaxit Steg _ein _Hoch auf_ den

oben Chef aus, und die Musik spieltq die damsche Natioxial- ymne. Der König erwiderte mit emem och. auf Seine Majestät den Deutschen Kaiser,_ woran _dtx break; che Nationamene erklang. Dann besichtigte der Konig bie "1e_rde und die aserne und nahm mit dem O1fizier-Korps un a_snzo ein Frühstück ein. Um 4 Uhr Nachmittags kehrte der Konig nach“ Wiesbaden zurück.

.“- ."

Bayern. Seine Königliche Zobeit dertPrinz:Rege„nt und _re Königliche Hoheit die xinzessvtn Therese 1md heute [; aus Wien wieder in Munchen eingetroffen.

Württemberg.

Die Kammer der Abgeordneten seßte gestern Yie Beratlfmng des Etats der Eisenbahnen fort und vertagte 11ch darau bis zum 5. d. M.

Hessen-

Die Abreise Ihrer Königlichxn Hoheiten des Groß- herzogs und der Großherzogin nach England ist, der „Darmst. Ztg.“ zufolge, auf den 4. d. M. festgeseyt.

Oldenburg.

(11) Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin find gestern aus Italien zuruckgekehrt und haben in ihrer Sommer:.Nefidenz Rastede Aufenthalt

genommen. Lübetk.

Der Feier der Grundsteinlegung des Elb-Trave- Kanals, welcbe gestern Nachmittags Z Uhr"begann, wohnten, wie „W. T. ._B.“ berichtet, al_s Ehrxngasje bbs" Senats der Vize :Prä1idcnt des preußi1chen StaatsZMin11ter1uxns, Staatssekretär Dr. von Boetticher, ber ananz-Minister ])1'. Miquel, der Minister der offentltchen ,Arbetten Thielen, der kommandterende General “des 1)» Armee- Korps Graf Waldersee, der kommandterende Admiral Knorr, der preußischeGesandte von Kiderlen-Wächter und der Wirkliche (Hebeime OberMegierungS-Rath Freiherr von Wilmowski be1.

Nacbdcm die Fsier durch eine Musikfanfare eingeleitet worden war, hielt der Vorfißknde der Kanalbaubebörke Senator Klug die Begrüßungérede, in der er den Wunsch aussprach, daß der Kanal den Norkxn und Süden Des Reichs inniger verbinden u_nd das Band mit den nordischen Reichn enger knüpfen m_öge. Daraus that der Bürger- meister Or. Bebn die ersten Hammer1chläge mit den Worten: „An Gottes SLJLU ist AUE?- “gelegen." Als Vertrkter Seiner Majestät des Kaisers und Königs sprack) ker _Gesandts von Kiberlen- Wächter die Worte: „Ick wünsche den Fortbestand der uralten Freund- schaft zwischen Prcußen und Lübeck“. Der Staatssekretär Dr. von Boetticber sagte: „Für Kaisxr und Rsicy urid Lübecks _Glück u_nd Herr1ichkeit'. Général Graf Waldersec beg1sitete die drei Hammerichläge mit dym Spruckye: „FZKÜZZFS USCSZZS SIC, fjfer U01) 65c_118088§€“. Der Wortführer dsr Lübkcker Bürgerschaft Or. Brsbmsr Lagte: ,Auä) bsi diesem Untérnebmen bewäbre fick) die Kraft des freien Bürgertbumsk' Nachdem Die Reibé der Ehrengäste de'n Hammerschlag vollzogen, bieltBürgermei1ter Or. Beba eine di? Feierlichksit schließende dee, die in TLM Wunsch gipfeitc, dsr Kanal möge dem Gesammtvaterland zur Ehre und zum Segen gsreicben. Der Spätnacbmittag war den Fahrten der zur Feier GSLQDMM durch die Stadt und Umgebung gewidmet. Abends um 6 Ubr nahm das F81tmabl im Ratbbause seinen Anfang. Dabei batten nsben dem Bürgermeister Dr. Behn der Staatssekretär Dr. von BOZÜiÖLr, dann Général Graf Waldkrsée, gegenüber “der Gesandts rox; Kiderlcn-Wächtcr, Staats-YkiniYer [)x-. Miquel, dsr Gesandte 1)r.'Krüger und Staars-Minister Thielen Plaß genommen. Das Hoch auf Seine Majestät den Kaiser“ brachte Bürgermsister 131“. Behn aUs. Er iLierxe den Träser der Kaiserkrone als Symbol der dsutichen Einheit und_ pries “Seine Majestät glüch1ich, daß Er das gigantiécbe Wsrk Aüerböchßseinés Großvaters", dxn Nork-Tstsse-Kanal, in Kürze den gesammte?" Sikemäcbtsn Europas vorfübren könne. EZ génüge aber nicht, Méer mit MSN zu bkrbindcn, aucb die Binnen- landes müßt-én mit (“6111 MCN verbundxn Mrdsn. Wénn der Elbe- Tiäbé-Kanal diss al.:) kls1§§ E(icd dsr KETTE daxstklle und bald Line Fortseßußg nacb Dem W(nsn fands, wxrde Lübkck 1ich glücklich jcbäßen. Dkk Kaiser babs ric B1ich€ Tsutsckolands aui dis Binnenschiffabrt €- 167111. MI T6U11ch€ 1€i€n wir stolz aui den Kaiser, als Läbe er glücklécku ibn auf dcm Tbron zU erblicksn! Senatbr O1".Brebmer feierte diE breußifckxn StaatÖ-Minisisr und den GevsraL Grafkn Wachries, wclche das Kanalunternébmen unterstützten, unk; 1ch1oß mit Einsm Pocb auf “die Ebrkngäst-x. Staat:?fsfretär Or. Von Bbétiicher damkxe iür (“is Einkarung; kk brauche nicht zu ver- sichern, daß jsder (5er Fix Einladyng nach dem alten Lübkck miT ieinsr Ge1chichte, 15111811 KU-iiiticbäße'n, ieinem Streben nach böbkreti Zielen angenomm-Jn babe. BCi rer Bexatbung übst den Kanal sei aus- geipwché-n woxksn, Prsufzcn 1115118 für den Kanal, als EntsckIädi-

ung für _den / 2011-91 durcb den Norb-Ostske-Kanal zugefügxkn Schaden, eme Beibrlse bewiüigen. _Dies sei nicht der Fall, Prsußkn bab? [éxxjere nicht aus Schuldbewugtsein bewilligt. Tas Kaiier- wort werDS wahr 5811136191. daß die Zsit in dem Zeichen dess- Verkkbrs itsbe. Dcr err -Osts€€-Kana[ und der Elbe- Travc-Kanal WMC chkr seine bssbndere Aufgabe haben. WWU avxr die U11"€T_11ÜHU1*„J Pikuézeris dazu diene. die leßten Beso-gniffZ zu bsieitigen, 19 131 dis UU'gabc :::[1 erfüllt. Lübeck wolli? schnell bauen; das 1e_i [OÖLQZWMÖZ je eher der Bau fertig, werde, dksto ebex wurdérz die Früchte gserntet. Er hoffe, daß Lübeck neue Jm- vu11e empfangen wsrdß zum Wohle des Vatxrlandeö! „Hoch Lübecks, Senat, Bücxcricbzit und Bevölkerung!" Der banscatistbe Gesanbte 1)r. Krüger erinnerte daran, daß er vor 14 Jahren die 211th amtlicbkn Mittheilungen über dkn Kanal empfangen habe. Der Staats-Miniitér von Mayback; gedachte Der Mithilfe der Naxbbarn; dex Kanal wäre zwecklos ohne diese. Diesklbc babe 11ch auch im Abgeordnetenhause, besonders durch den Vertretkr Stéttins, den Abgsordneten Broemel betbätig]. Der Redner gedacbtc der Beiürworjung durch den Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen und durch _ren Finanz-Minister Or. Miquel und schloß init :ixaem «Hoch_ auf die Technik?. Finanz - Minister Vr. Miquel 1eierte Kai1er 11:15 Mich und- erinnerte an die vor 34 Jahren in_ Lübeck tagendx Nationalbxrsammlung: damals babe er schon ausgeiübrt, daZNDei-tichland nur durch di? Hohenzollern werde arbf; werdén. Staats-* inister Tbielen wünschte. daß das bcntige Kiyd, *cer Elbe-Trave-Kanal, seine Hochzeit feiern möge mit dem Mittelland-Kanal. Der Wortführer der Bürger 1)r. Brehmer wünschte das Gedeihen des _Kanals. Der Präsident der Lübecker Handcls- kammer toastete aus Arxnee und Marine. Graf Waldersee dankte und. bat um Vertrauen 1ür das Hexr und die Flotte und um tüchtig? Erziehung der Jugend. Dcr Zukunit sei vertrauend entgegen zu sehen.

Oesterwieh-Uqau.

Die ges ' e „Wiener Abendpoß“ schreibt: '

.Die am onnerst Abend vorgefgllenen Qemoyftrationen vor dem Ratbbause, dem lament und einem Tbetl de_r inneren S_tadt machen es nothwendig, an die Veranstalter und Tbeilnebmxr dieser Straßenexceße ein ernstes Wort der Mahnung zu richxen. Du Hayd- babung des Geseßes über das VersammlungSrecbt ift bisbex eine solche gewesen, welche der weitestgehenden Freiheit der Meinungs- äußerzmg kein Hinderniß bereitet. Diese bisher- beobachtete Praxis in der Anwendung des Versammlungörecbto würde

aber unmöglich werden, wenn die Konsequenzen zu Exceffen und (12128-

widrigen Ausschreitungen mißbraucht werden wie sie am Mittwoch und Donnersxag vorgefallen sind. Jedwede pol ' (be oder soziale Gruppe der Vevolferung imd daher auch die Arbeü chaft hat sich vor Augen zu bglten, daß die geseßgebetifcben _Bescblüffe, denen die gesammte BWOLkßtyng- unterwvrfen ist, auch 1ür fie gelten und daß niemand das Privilegium bestlykt, sich über das Recht und über jede Rücksicht auf die übrige Bebo erung binwegzuseßen."

Großbritannien jmd Irland.

In der Zestri en Sißun bes Unter auses wurde bei der weiteren erat ung des _er1chts über en 3. couW-Kredit ein Antrag Sir Charles Dilke's, den Kredit für Uganda um 2500 fd. herabzuseßen, mit 79 ge en 27 Stimmen abgelehnt. er ParlamenW-Sekretär des uswärtigen Amts Sir_ E. Grey vertheidigte die Anlage einer Lmie von be_fc1ti_at_cn Stationen in Unyoro damit, daß er auf die fxinbselig; Haltung Kabarega's hinwies, der beab- 1ichtige einen Raubzug nach Uganda Zu unternehmen, durch d1e Linie der b estigten Stationen zu rechen und fich Pulver: vorrath. zu. ve chaffen_._ Außerdem sei es nothwendig in Be- tracht zu ziehen, daß dre Hauptstadt von Unnoro der Haupt: tyittelpunki des Sklavenhandels gewesen sei. Der 3. 001M- Kredit wurde darauf abgenommen. Sodann vertagte fich das Haus bis zum 10. Zum.

Frankreich.

Der Präsident d_er Republik Faure bat gestern seine Reise fortgeseßt und nch von Nevers nach Clermont begeben.

JmSeriat inteipeUierte genern der Marquis de ['Angle Beauinanoir, (Royalist) die Regierung über ihre aus- wäxtige olltlk und hob dabéi hervor, Europa würde fich exletchtirt üblen, wenn die Besorgniffe verschmänden, welche stch als. Folgen, abs dem Frankfurter Vertrage ergäben, aber die Verwwklichung _dieses_ Traumes scheiße nicht nabe bevorzustehen. Die stanzosische Flotte gehore picht nach Ktel. Redner betonte, er z_olle dem wahrhaft konig- lichs_n Verhalten des Deutschen Kanexs volle Anerkennung und 1431 uber engt, daß das französische Ge1chwader mit aller Zu_v_or- kommenxit werde empsangen werden, allein der Nord-O1t1ee; Kanal set „durchaus ein kriegeriscbes Werk. Mint opferc ben republikanischen Stolz, von dem man so oft1preche. Elsaß werde wissen wollen, ob die RegierungSpolitik, nach Kiel zu gehen, eine Politikbes Verzichts sei. Redner fuhrfort: „Frank: reich W111 den Krie nicht, aber welche Rolle wird es in Kiel 1pielen?_ Wgs ha en wir in Japan zu thxm? Unterbält Yankreich seine _qewatigen Heere für_ ausländi1che Interessen?

exben wir die Politik ewiger Täu1chungen fortFeßen? T_ie russt1che Flotte gebt_txach Kiel, aber die franzöfi1chen Sibirfe werden von den rus111chen getrennt sein. Die“ Feier mird_am Jahrestage der Schlacht _bei Waterloo stattfinden. Anstatt deutsch§ englische und s§1b1t rusnsche Politik zu treiben, würde es be11er sein, ste_mzysifche Politik zu machen. „Frank- reich _Freund1chaft M ein kostbarer Schuß, den man nicht zum Gegenstand ernxs geheimen Vertrags machen _darf. . Andere Nationen verheimlichen ihre Bündnißveriräge nicht, Wir müssen das1elbe thun.“

Der Minister des Aunärtigen Hanotaux erwiderte, wie „W. T. B.“ berichtet, darauf ctwa Folqendes:

Man fragt uns, Ob unsere auéwärtige Politik in der [Wien Zeit tiefgehende Veränderungen erfahren babe und ob wir derielbxn nicht eine neue Richtung acgebcn Haben. Darauf erwidere icb alsbald, daß di??- nicbt dkr Fall ist. Ick) versichere, daß unsere Politik nicht dW Tsnkenzen bat, welche man ibr unterschikbt. Ich erkenne die Vor- würfe nicbt an, Mlcbs man Wer! uns richtet und welcbe, wi? 1_Dir so bit gkböit babsn, von denselbxn Ge'gnern auch gegen die bewabttkn Patrioten gerichtet worbkn find, die mir in der Leitung der_ aus- irärtigem Angelegenheiten dk! französischen Republik vorangingkn. Jeb rxifichere. daß gerade im Gcgentßeil bei denjenigxn lekgßnhxiten dxr jüngsten Zeit, auf we1ch€ bier angeiviklt ist, un1ere_Pvlitik mier aUgemxinM Richtung TTW blisb, dis vollkommen bestimmt und im Übrigen von DET Zustimmung dss Parlaments und des Landis getragen ist. Man fragt [MZ, welch Gründe uns gkleitet haben, beidecRe-gx- lung “(“Es (binkfiscb-jakanisckxn Konflikts jsnsn Weg'zu gebezi, beiimr Eingescblagcn haben, und knüpft selbst bisran ziemlichlebhqfieKr_itik_en. Dcr Sknat wird mécb sicher entschuldigen, wenn_tch xmch aus eiiie Debatte über (Finielbeiten nicbt einkaffe und weiin ich nicht Pixnktiur Pankt auf disk“? Kritiken erwidsrk, unter 561121) :ck mehr als eine als Unvollständige Okkr irrige Angabe bezeichneq koante; abxr ich nehme k€inen Anstand zu exflacen, das; die Re mung,“ als 112 bcharqn cincn irkunkscbaitlicben Schritt unserna m, bci dem fie 11ch niir ankchn earoväischkn Mächten zusammentbun k_on_nte, sich in erster Zinik yon den Intere'ß'en unsere's Landes [811811 [1813- Die “S_teUung, rrklcbZ wir im äußsrstxn Osten sowohl mfoige_ der EiiiWickklung unssrer Befixzungen in Jndo-Cbincz_ als auch_mwlge un1€r€s Pio- tektoraté's über die katbbliscbsn M11110UCU _außuben, macht 11an en“? besondkre Wacbsamkxit über aÜes, was die Existenz 5245 großen ck1ne111ch€n Reiches bsdrobt, zur Pflicht. Wenn d181€s inch zxrstückelt würbe oder wenn LZ starke Wirren zu besteben batte, w wüxd€n_1rir sicherlich zuerst die Wirkungsn der Unorxnung und _Anarcbie spursn, welcbe solche Ereigniffs in jenem Welttbeile hervorrufen. würden. Es lag demnach in ["NRW Jntsreffe al;“: N9chbam_Cbinas und ,als Freunde eincs dauernden Frikdcns, das bei Beendigung des Kriegs ein Zustand geschaffen würde, der den Bestand und die Unabhängig- keit kes himmlischen Reichs nicbt bedrobx. Nun konnte man doch fürchten. daß eine dauernde Occupation, welcbe gerade dqs Herz Cbinaö bedrobf, eine Verschiebung und Zerseßung bkxbxi- iübrsn würden desen Wirkungkn wir hatteig empfinden mussen. Die1er Gedanke war nicht nur der unikriÉ, _1ondern wurde getbeilTw-n aiidsren Mächten, welche in gleicher ei1e eine wichtige Stellan im äußersten Osten zu wabren babezn. Rußlank; ist wie wir CbginaZ Nachbar und hat wie wir die ernstestenInterenen daran, daß an dem 513015 quo des Kontinentalbesißes Chinas nichts gxändert wird. In diesem Punkt wie in den ßbiigxn sind die Interenen Rußlands und Frankreichs dieselben und 116 1111? ebensowohl durch die Natur der Dinge: wie durch die zwischen bleCn Ländern ber estklltcn Beziehungen und durch den übereigstimmenden WiÜen ihrer egierungen fest ver- bundxn. Die Jnter€11cn Dkui1ch1ands, obgleich obne territorialen Charaktkr, schienen der déut1chen Regierung analoger Axf zu sein, und so ging die deutsche Regierung vereint mit den andxren_ _Mäcbxen “Of. An:“; nicbt weni er ernst?" Gründen 1171111911110) Sxatiisn an. Das gemeinsame orgeben, zu welchem 51818 Maxine 11:1) entschlossen, ist in der That auf einen Metngngsaustaujch mit Japan beschränkt gewcssn, undeiese Nation, die mit Recht auf ihre Sie:.ze stolz war, hat sia“) mit eim: Weisheit- i_ke'r .'ch, bekcridsre? Achtung 111 zoÜen mich gedrungen fühle, den freund- 1chast'llch€n, ibr erthcilten 'Ratbscbläaen gefügt. Das Ergebnis; dieses gemeinsamen Vorgehens ist die Aufrechterhaltung der Existenz und

einstimmung berech uns, einen günstigen Muang für die weiteren noch s «e- Verba ndluugen zn erbof'fen. Der Mkaifter Hanotaux _ _ sohann: „Erlauben ie mtr, meme Herren, den Erklärung:)» ivelche tc_b anen soeben iiber unsexe Hng in dem chinesksch-japmxtscbm Konflikt gegeben _babe,' dxn Hmwxis an eine andere Tha chebmzuzufv en, welcbe, wumtrschemt,eben_so die Auf- merksamkeit des arquis de 'Angle Beaumanoir auf sich batte_lexiken können. als er über die allgemeine R' . g unserer auswartxaen MR fich beunruhigte. dem_ Augenbltck. wo eine gemeinsame

'on der europäischen te _im außerften Often ersol ?, vollzog fich eine gleichfalls gemeinsame Aktwn uaber bei uns in onftantinovel, wie Sie wiffen, bezüglich der armenischen Angelegenheit. Hier krat eine neue Gruppierung der Mächte ein. Rußland; Frankreich und England find bestrebt, im Einvernehmen mit der oben Pfoxte diefe gleichfalls schwierige Frage zu lösen. Wie ich ge agi babe, ifi bier die Gruppierung der Mächte eine andere, und dennoch, Wer würde fich wobl beklagen, daß fie sich so vollzogen bat; wer wundert fich darüber, 5 Frankreich und Rußland, die auch bier gemeinfaxn bandkln, ihre Bemü ungen mit denen Englands zum Wohle "des Frixdens ver- binden? So können in speziellem Fällen die Mächte gemeixqam frixd- licheResultate anstreben, ohne "die “allgemeinen Int en ihrer naxzo- nalen Politik aus den Augen zu verlieren. Ick füge inzu, dies für uns die Bedingun en einer jeden Politik find, die nicht wi , daß Frankreich auf seine 1 m gebührende Rolle bin derR ckung der Welt- angelegenbeiten verzichtet. Der Marquis de ['Angle eaumcmoir hat im Lquf seiner Rede einen anderen “Punkt berührt, über den die _Re- gimmg fich vor dem Parlament und !?or dem Lande zu erklaren wünscht. Cs bankelt fich um die TbetlnabmeFranerichS an?;der Einweihungsfeier des Nord-Oftsee-Kanals. Steben. wir bier vor einer Thatsache, welche einen Wendepurzkt in unserer Politik bezeichnet? Haben die Gründe, welcbe unsere Entstheidung bestimmten, eine politische Tragweite, die im Widerspruch ßebt mit dem, was bis zum heutigen Tagegescheben ist? Nein, meine en, das ist nicht der Charakter der Einladung, die an uns ergangen rst, das ist nicht der Charakter unserer Zusage. Wir legen Werth darauf, hierüber keinen weifel befieben zu lassen. Im übrigen haben wir auch von An ang an unsere Empfindungen in dieser Hinsicht zu deutlich zu erkennen gegeben, als daß ich schwanken könnte, öffentlich diese Erkläkun für einen Akt der internationalen Höflichkeit, der fich an _alle te'ricbtete und der durch einen Akt der interrationalen Höflichkeit mvideri wurde, zu wiederholen. Auf diese bestimmten Grenzen haben wir eine Betbeili- nung beschränkt, die keinen anderen Charakter hat oder haben kann. Im vollen Frieden müssen die Beziebngen der Völker zu einander geleitet sein durch ein würdiges und einfaches Gefühl für das international AngemeKene. Augenscheinlich analoge _Erwägungen haben auch die früheren 5 kgierungen gelätet; aks fie be1chloffen, an dem Berliner Kongreß 1878_ und an "(“en Kongo-Konjerenzen 1885 tbeilzunebmen, eine militäri1che Deputation zu der Bei1eßizng Kai1er Wilbelm's 1. im Jahre 1888 und eine polixücbe und eine Arbeiterdeputation xu dem __ Kongreß von 1890 zu entsenden; und obgleich fich __gewiUe_ Besorgniffe auch damals zeigten, als jene Entschlüne gsxaßt wurden , bat doch später niemand bebauvten können und wrrd auch morgen niemand be- haupten können, daß irgknk etwas in den Empfindungen odkr in dem moralischen Ansehen eine'r Nation verändekt worben ist, die_unbe- zwinglicb treu an ihren Erinnerungen hält uxt-d au1 ihre Zukunft ver- traut. Ich glaube. meine Herren, daß die1e aufrichtige Darlegun als Antwort auf jene B_e1ürcbtungen genügt, zu Keren Echo si der Marquis de ['Angle Beaumanoir .in ptxsen Raumen gemacht hat, und ich hoffe, daß der Senat sicb tmt dte1en kurzen Erklarungen begnügen wird."

Die Rede des Ministers wurde mit lebhgftem Beifall aufgenommen, während die Rede des Marqms de ['Angxe Beaumanoir mit eifigem Schmejigen angehort worden war. Die JntsrpelLation wax damit erledigt und der Senat vertagte sich bis zum 10. Juni.

Der Deputirte und frühere Miniitkr Pierre Legrand ist gestorben.

qaahhäagigkeu ck5me. und die erste “so gewonnene Ueber-

Spanien.

Das spanische Geschwader, bestehend aus den Kriegs- schiffen „Pelayo“, „ananta Maria Teresa“ und „Marques Cnsenada“, liegt in Ferrol unter dem Oberbefehl des Konkre- Admirals Espinosa zur Abfahrt nach Ki el bereit.

Türkei.

Die von der „Times“ gemeldete Zusammenziehung einer starken türkischen Truppenmacht an der _bulgari1chen Grenz? (siehe Nr. 127 d. Vl.) beschränkt fick)k WLL'„W. T. Bi,“.aus Konstantinopel meldet, auf die Dtsl ocirun _einiger Bataillone. Truppenverschiebungen dorthin sm uberhaupt in jüngster ÖJZeit nicbt vorgekommen. _ .

Dem euker'schen Bureau“ geht aus Konsiant1_nopel die Meldung zu: nach einer Mittheilung aus ersch1eien dort dieDelegtrten der drei chte von dex türki1chen Polizei gröblich beleidigt worden. Die (Gendarmenwien in die Wohnung der Delegirten eingedrungen und__k)ätten vxrsucht, einen Diener derselben zu verhaften, wobei 118 Bele_idigungen auSgeftoßen hätten. DieGendarmen seien mit Muhs von den Kawa11en der Delegirien vertrieben worden. Bereits vor diesem Vor- ang seien mehrfache Beleidigungen der Diener der Delegirten, konne Beleidi ungen von Eingeborenen, welche zu den Dienern Beziehungen Jatten, vorgekommen.

Aus Djeddab meldet das „Reuter'1che Bureau“, der Angriff auf die konsularischen Vertreter habe in der Stad; eine große Aufregung _bervorqerufen. Der Sachverhalt sei folgender: Der briti1che Konsul Richards und d_er britische Vize-Konsul Abdur : Nazzak, der auch _fur Schweden und Norwegen fungiere, hättxxi vorqe1tern die übliche Abendpromenade YT? dem rus111chen Konsul Brandt und dem franzo1i1chen _ ansular- Sekretär Doroille gemacht. Als fie an ihrem gewohnlichen Rendezvous- plas, etwa eine halbe Meile vor der Stadt, gesessen hätten, seien fie von etwa acht bewaffneten Bedumenvangegrixn worden, die aus einer Entfernung von 4 m auf 11e gescho en hätten. Nazzak sei tödtlich getroffen worden und nach zehn Minuten gestorben, Richards sei an Am) bnd 'Rücken ernfjlich verleßt worden, dem K_onsul _Braydt set dte Ktnnlade gebrochen, dem Sekretär Dorvtlle dle Halfte der Nase fort- geriffen. An dem Aufkommen der [esteren beiden werde gezweifelt. Die Leiche Ra ak's weise nebgn Schußwunden auch Messerstiche auf. 15 ' erhaftungen seien bereit? vor- genommen worden. _ Dasselbe Vureau_ meldet, da1;__drei S iffe des zur Zeit in Alexandrien befindlichen brin1chen G chwaders nach Djeddal) abgehen sollten.

Schweden und Nouvegeu.

Aus Christiania wird berichtet, daß sowohl„Mor en: bladet“, das leitende Organ der RechteN, als auch er-

- dens Gang“, das leitende Organ der Linxen, den Enthxrs der Tagesordnung vom 30. d. M., .de11en Annahme im

Storthi als gesi_ ert West en werde, freudig beYüßen. Das „Morgen ladet“h tdie is ton des Ministeriums tang für be- endigt und schreibt: „Vom monarchischen Standpunkt aus Wird es mit Befriedigung begrüßt werden, daß das Zusammen-

*.-

arbeiten mit den Staatsmächten wieder aufgenommen_ werden

könne“. „Verdens Gang“ hofft, daß das Gefuhl du moralischen Bedeutung, welche dem Gesammtauftreten seitens der politischen Parteien Norwegens innewohne, stark genug sei, eine einstimmige Annahme zu sichern. Amerika.

Die Einnahmen des S aßes beliefen sicbim Monat Mai auf 25272 078, die AUSga en auf 27 918982 Donars.

Afieu.

Die „Times“ meldet aus Tienksin, die Japaner räumten die Halbinsel Liautong; die Räumun solle in 10 Tagen beendet sein. _ Aus Hongkong 'chtet dasselbe Bxatt, daß die Japaner am Donnerstag Truppen in Pelung (sFormosa) gelandet und die kriegerischen Operationen ge tern begonnen hätten,

Afrika. Der General Du ck €* Sn e hat telegraphisch aus M aj u n g a

&

berichtet, daß die erste Brigade den Fluß Kamoro auf dem

Matsche nach Amparibe uberschritten habe.

. Parlamentarische Nachrichten.

Amtliches Wahlresultat der am 27. v. M. im Wahl: kreise Köln-Stadt ftattgehabten Reichstags:Stichwahl. Abgegeben wurden 20410 Stimmen, davon erhielt Adolf Greiß, Landgerichtß-Rath in Köln Zentrum) 12 495, Dr. Franz Lütgenau, Redakteur in ortmund (Sozial- demo at) 7915 Stimmen. Gewählt ist somit Landgerichts- Ratk; Adolf Greiß (Zentrum).

_ Nach amtlicher Feststellung wurden bei der am 27. o. M. 111 dem Wahlkreise Aschaffenburg-Miltenberg statt- ehabten Re_1chstags-Nachwahl 16609 St. ab e eben. iervon _erhtelt Ltborius Gerstenberger, katoischer farrer m Laufach ( mtr.) 10442 St., Ernst Schulz, qgistrats-Ratk) in Achaffenberg (nl,) 1120 St., Bürger: meister Eduard Teckelmann in Obernburg (Volksvartei) 3451 St., Holzbändler Reinhold OpiFicius in Bockenheim (Soz.) 1592 St. Gerstenberger ist 10mit gewählt.

_Nr. 22. der .Veröffentlichungen res Kaiserlichen Ge_1undbextsamtS', vom 29. Mai, hat folgenden Inbalj: Ge1undbeckß1tand und Gang der Volkskrankheiten. _ Zeitnoeilige Maßregeln gegen Cholera Ic. _ DeOgl. gegen Pest. _ Gesundheits- wesen in Danzig, 1890.93. _ DeSgl. in Frankfurt a. M., 1893. _ DeSgl. in Schwabenbnd Neuburg, 1893. _ DeLgl. in Ungarn, 1893. _ Cholera in Italien, 1894. _ Geseßgebung u. 1“. w. (Preußsn, Provmz Wesifalen). Ent1cquigung für Verluste durch Milzbrand. _ (Württembezg). _Nabrungßmrttel-Cbemixer. _ (HMM). Tuberkulin. _ Meßgeratbe ".* Apotheken. _ (Sacb1en-Aljenburg). Zugbunde. _

„ankxeichx Feilsxrum. _ _(Belgien.) Kakao und Cbokokade. _ „:ck;an _ oftrtcb. _ (anexnark). „Lebensmittel. _ Wein und Opmtizofeq.__ Gary; der Tbi€r1eucben in Oesterreich, 1. Vierteljahr. _ Zeitweihge Ma eg'elxi gegey Tbiexseucbev. (Deutsches Reick), Elsaß-Lotbrmgen. elgten). _ Vermi1chtes. (Preußen). antral- Schlacht- vnd Viebbof in Danzig. _ Infektionskrankbeiten in Baden, Hamburg, Moskau, 1894. _ Wochentabelle über die SterbeiäÜe in deutschen Stadien mit 40000 und mehr Einwohnern. _ DeHgl. in größeren Stäbxen des Auslandes. _ Erkrankungen in Krankenhäusern BMF??? Großstädte. _ DeHgl. in deutschen Stadt- und Landbezirken. _ erung.

Statistik und Volköwirthsclmft.

Hochieefischerei an der vcmmerschkn Küstcx.

Die Fischerdereinizungen in dsn Häfen KoTbergermünde, NügSnwaldermünde,Stoxlpmünde undLeba haben mit ihren 77, zum größten Tbeil unter staatlichkr Beihilfe beschafftkn “ocbsee- fischerbbotén im ngrk 1894 angen: 33 450 Stiegen Zeringe, 3836 Stiegen Torxche, 154 838 Stisgen Flunder an?: 3923 Stück

Lachse,

Zur Arbeiterbewegung.

Ter Vkrband der Bau-Arbeitgeber füx Leipzig und Um- gegend beschloß, dem ,Lsibziger Tageblatt“ zuwlgs, in einer gestkrn abgebaltenen Versammlung, reiz Mindeststundenkobn von 33 „_! auf 40 „5 zu erhöhen und als böch1t€ii qun 45 „_5 zu gewäbren. Man drückte die Hoffnung aus, daß am dxe1er Grundlage eine Einigung erzielt werde. (Vergl. Nrn. _128 und 129 5. V1.)

Die Steinbruchsbeiiser in Fchusrbach bei Stuttgart haben, wie “dem ,Vonvärts' mitgetheilt Wird, dem Verlan en ihrer Arbeiter, den zebnstündigen Arbki'tstag statt des bisherigen eletündigen einzufübren, nachgegeben. _

Aus Amsterdam wird d€m1elben Blatt gemeldet: Dex Aus. stand der Bauhandwerker ift beendét, nachdem die Forderungen der Arbeiter theilweise bewiüigt worden_11nd. Die Bar ier- und Friseurgebilfen baben be1chloffei_1, xeden Sonntag zu striken, im

age die Stadt zu durchziehen und ihre Kbllegen auizufordern, mit“ zugeben. Der Ausstand der Möbelschreiner hat mit der Nieder- lage der Arbeiter sendet. Ter Ausstand dguerte neun Wochen. Die Steinbauer eben noch aus Der Torsarbeiterausftand bat fich jeßt auf die Provinz Drentk außgedehnt, während er in Fries- land beendet ist.

Kunst und Wissenschaft.

In München 111911th Vorznittag die 111. in.!ernationale Kunstausstellung der Cezesstonxröffnet woxden. „Die Anzahl der Kunstwerke bsträgt biHbcr 400_; viele stanzöü1che Bilder werden nach dem Schluß der Pansér Aus'stellungxxzitreffen. _ Heute Vor- mittag fand ebendaselbft durcb Seine Königliche obeit den Prinz- Regenteu die Eröffnmig der qureßausstel ung von Kanü- werken aller Nationen im Glaspalast statt. Dxr Prinz-Regent machte nach deni Empfang durch bas Pra- fidium und einem kurzen ercle emen RundJang durcb jämmtlicbe Säle in Begleitung aller Prinzen und rinzefnnnen, ge1übrt bon der Kunstqu und der Ausstellungskommis wn. Eintausend be1onders auSgewäblte Kunstwerke „füüen die _gescbmackvoll dekorierten Haüen des Palastes. Der Prmz-Regent außerte nach dem Bericht des „W. F V.“ wiederholt feine höchste Genugtbuung über den Gesammt- eindru .

Bauten.

Zu dem Wettbewerbxzmxin Natbbaus in Stuttgart hat das Preißgericbt seine Tbatigknt am 30. Mai beendigt. Der erste Preis kam, wie das .Zentt.-Bl. d. Bauv.“ mittbeilt nicht zur Ver- theilung; der Betrag wurde zur Gewinnung yon zwei weiteren zweiten

Preisen verwandt. Zweite Preise von je 5000 „Fi erhielten: Neher u. von Kaufmann in Frankfurt a. M.. Kuder u. Müller in Straßburg und Vollmer u. Jafjoy in Berlin; driüe- Poeife von je 3000 .“: Semper u. Krunsth in Hamburg und wador Köffer in Leipzig; vierte Preise von je 2000 „ji: Paul Peters, ßädtifcber Bauinspektor in Charlottenburg und Hermann Billing

*iu KarlSrube. Zum Ankauf wurden empfoblen die'Entwi'nfe mij

folgenden Kennworten: „Im Mai“, „Deutschem Bürgertbum zur Ein“, Wappenschild mit vierblättrigem Kleeblxatt, .Nach440Jabren' „Urbj“ und ,Monument'. * ,

x

Laud- tmd Forßwirthsäjaft. *

Landwirtbschaitliche Kreditgenossenscbaften. *Die latzdwirtbschaftlicbe Kredit enoffenscbaftsbildung hat im Regierungsbezirk Liegnißtim verfio enen Jabxe einen erfreulicher: Aufschwung genommen. eben den Raiffeisxn'1chen Darlebnskaffen, welche im „Anschlu an den Zentralverband zu Neuwied entstanden find, bat m den eßten Monaten ein vom Oekonomie-Ratb Rieger zu Brixslau Vertretenes System mit provinziellex Zentral- organisation große Ausdehnung gefunden. Infolge einer kürzlich auf Anytdnung des Ministers für Landwirtbscbaft- Domänen und Fonien unter dem Yorsiß des Ober-Präsidexitkn zu, Brxslau ab- ebaltenen Konferenz, bei Welcher Vertrexer dsr verfchiedenen Lr ani- ationen zugegen waren, läßt sich ein sriedliches und ersvrieß iches Nebeneinanderwirken derselben erboffm. Aus einem Von dem Minister für Handel und Gewerbe in_i vergangenen Exatsiabre bewilLigten Fonds von 45-0 „“ find Beihilfen _in Höhe von 30 bis 50 „ja für die erftedn Einrichtungskoften Raiffei1en'1cber Darlehnskaffsn gewährt wor en.

St. Petersburg, 31. Mai. (W. T. _B.) Zu den Verband- lungen zwischen dem Minifier für Landwirtbicbaft und dem Finanz- Minister über Herab1eßung des Einfuhrzolls für land- wirtbschaftliche Maschinen und Gerätbe um 30 Koveken pro Pad Verlautet, die Unterwcbungen des Landwirtbsckpafs-Minifteriums hätten ergeben, daß die russischen Fabriken in absebbarer Zeit die Nachstaae nach landwirtbscbastlicben Maschinen und Gerätben schwer- lich decken könnten und daß dadurch bereits Mißstände bewor- geruien seien.

Gesundheitswesen, Thierkraukheiteu nnd Absperrungs- Maßregeln.

Malta.

Zufolgé Verordnung dex Lokalrcgierung in Malta Vom 18. v. M. ist die für Herkünfte aux; Konstantinopel und den Häikn am Mar- maramesr angeordneke Quarantäne aufgkbbbsri wordsn. (Vörsl. ,R.-Anz.' “Nr. 46 vom "21. "Ebruar d. J.)

rgentinien.

Durch Regierungskekret vom 6. b. M. smd die brasilianischen Häfen, mit AuZnabms des 1an von Santos, iür seuchenfrei kr- flärt workxn. (Vergl. ,R.- nz.“ Nr. "20 vom 23. Januar d. J.)

London,__31. Mai. Seit 17811: "22. d. M. sind in Mekka kkins Cbolera-Todssiaüe Vorgekommen.

Handel und Getverbe.

Zwangs-Verfteigerungen.

Beim Königlichen thSgericht [ Berlin standen m 30. und 31. Mai die nachbezeichneten Grundstücke zur Versteigerung: Fidicinstr_aße "2013. U.S., dem Maurermeister Gottfr. Gaedtke gehörig; Flache 6,18 xz bezw. 6,41 s., Meistbietender blieb der Rentier Carl Eggers, FrtedriäooWilbelmstraße 7, mit dem Gebot von 142100 .“: bezw. 142 050 «44 Kolonieitraße 27, dem Bauunter- nsbmer M. Zi_nge1'mann gebörig; Fläche 14,42 3: Nußungswertb 1080 .“: Mei1tbietsnder blieb “Dkk Kaufmann OHcar Berg, Stakk- scbreibsrstraßé 27. mit dem beot von 123000 .“ _ Adolfstraße Nr. 20, dZm Barbier'H. Ochragmann gehörig; Nußungßwertb 5540 „16 Für das Meistgebbt von 86 70) „ck wurde der Kaufmann Jacob EiSner, S_igismundstraße ?, Ersteher.

Beim Königlichen Amtßgericbt'l] Berlin standen die nacbbezeicbneten Grundnücke zur Versteigerung: Das im Grundbuch von Wilmersdor1 Band 31 Blatt Nr. 938 auf den Namen des Fräuleins Wanka von Daiin eingatragene, zu Wilmerédbrf, Achen- bacbstraße 4, bklkxiené Gmnd1tüc_k;_ Fxächenraum 11,67 a; das geringste (Hebyt wurde (M 2081 46 ie ZMS. Meistbistenkcr blieb der Kaufmann Wilkelm Wolff zu ) .€_r in, Bebrenstraße 52, mit d Gebot von 250000 .“ _“ Daß" im Grundbuchs wn Wilmersdorf Band 40 B1att Nr. 1215 auf ksn Namsn des Maurermeificrs Zriedrich Wolter Eingetragene, zu WiZmerskbrf (Halensee), * otbcstraßs 4, bxlege'ne Gxundifück; Flacbßnrcxum 8,39 a. Das geringste Gebok wurde _am 1500 =ck iSitgsiex-zt. Meistbietende blisben _ DLZ" I.)?aurermeiuer 'C. BrJZUCr zii Börlin, Velle- Aüiancestraße 70, und dsr Zimmermciiter W. Klug? zu Deutsch- WilmcrI-dorr mit dem Gebot von 123 442 .“: _ _Tas im Grund- bucbe bon SchÖneb_€rg Band 32 Blatt Nr. 1239 ans dkn Namen kes _Kauimanns Car1Y811e zu Berlin eingetragene, zu *Sckoöneerg, Kaiser Frisxnicbstraße 17, 179181121)? Grunbstsick; lächenraum 5,88 8; das géringste Gebot wurde au11193 «sé sestae exzt; Meistbietenden blieb Der Chemiker Louis Lebt) zu Berlin, LüZorvstraßk 853, mit dem Gkbct Von 183000 „14 _ Das im Grundbuchs bon Wilmsrs- dorf Band 42 Blatt Nr. 1264 an,? dsri Namen des Zimmermästers Frickrich _Nit; eingetragene, zu Deut1ch-Wil_mersd0rf, Pfalz- burgkritrasx 2, _belEgene Grundstück; das gerinzue Gebot wurde auf 585 «FC 1estgsxest; mit _dsxn Gébot von 117000 .“: blicb die offene DandelngelhcbaU m Firma Kubner! und Kübne zu Martinicksn1€lde : Cbgrlotiknburg Meistbietende. _ Ausgeboben wurde das Verfahren ch Zwan smrsteige- rung, betreffend die nacbbezeicbneren Grundstücke: Das im (Zirnndbuche von Lichtenbx'rg Band'25 Blatt Nr. 811 auf dsn Namen des Fabrik- befiyers Adolpb Ju ng zu Berlin eingetragene, zu Lichtenberg be- legsne Grundstück. „_ DJS im Grundbucbe von Rossntbal Band 8 Blatt Nr. 242 auf den Raman ber Vcrebelicbten Maler- meister Henriette Leder, geborene Gebauer, zu Nixdorf sings- tra ene, zu Rosenthal belegene Grundstück. _ Das im Grund- bu von Groß-Lichterfelde Band 66 Blatt Nr. 1970 auf den Namen des Architekten Paul BoSwau ein erragene, zu Groß- Lichterfelde, an der Drakestraße, belegene rundstück.

_ Vom oberschlesischen Eisén- und Zinkmarkt beri txt die „Schlei. Ztg._': Die Lebhaftigkeit iyi oberscblcfiicben Cien- escbäft hat auch in vsxfioffénxr Woche weiter angehalten, und neue ufträge gin en den Werken reichlich ziz. Die Robeiseyproduktion wurde durch erarbeitun reicher auslandi1cher Exze,_ aus einigen ocb- öfxn bis zu 60 0/0, zu er öben gesucht,_ und das sri1ch erblasene ' ob- 8i1€n gelangte, glatt zur Abfuhr au1 dix Werke, Der_Bau der Hoch- öfen auf GlEiwißer- und Iulißnbütte 1 reitet rüstig wkt, und dürfté' der leßtere iti *einigen_Wochen m Betrie kommen. Die Erzförderung im _Revier tft verstarkt_ worden, und auch in dem benachbarten Ru1si1ch-Polen Werden infolge der dort im Bau befindlichenYTwei neuen Hochöfen einige Tboneisensteinförderungen in größerem aß- stabe eingerichtet. _ Die Walzwerke md auf Grund der vor- liegen'cen Schli'zffe und neu eingehenden za [reiehen Aufträg ut be- schaftigt und „für längere Zeit gedeckt. Bei allen neu emae enden rößeren Ordres werden seitens der Werke längere Lieferfristen gestellt. roßdem find die Werke in Rücksicht auf die ivestlixhe Konkurrenz immer noch nicht in der Lage, eine Erhöhung der grö tentbeils noch verlustbringenden Preise vorzunehmen., Die starke achfrage ' Handels-, Konstruktions- und Baueisen, namentlich aber 'r Träger, hält weiter an, und auch für Feineisen ist der Absatz egen- wärtiß ein guter. In Feinblecben, namentlich Qualitäten, ge t das Geschaft sebr flott. sodaß eiyzelne Werke die einge an enen Lieferungs- ftisten kaum innezubalten im stande smd. In Öko blechen ist auch