1895 / 151 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 27 Jun 1895 18:00:01 GMT) scan diff

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Der Wirkliche Geheime Ober - Regierungs-R im

* Ministerium der eistlichen, Unterrichts- und Medizinal: n e-

legenbeiten Dr. Schneider ist aus Süddeutschland hier er

_ zurückgekehrt.

Der Regierungs-Rath von Neck zu Erfurt ist der Kpmg- lichen Regierung zu Frankfurt a. O und der bisher bei der Königlichen Minister1a1-, Militär: und Baukommnfion zu Berlin beschäftigte RegierungS-Affeffor vqn Gehren_ der Königlichen Regierung zu Stettin zur weiteren dienstlichen Verwendung überwiesen worden.

K

Nach einer telegraphijxhen Meldung an das Ober-Kommando

der Marine ist S. M. E:. C o r m o r a n:“ - _Kommandant Koroetien-Kapitän B rin km a n n - am 25. Juni von Durban

nach Lorenzo Marquez in'See gegangen.

Württemberg.

Die Kammer der Abge-ordneteri überwies in ihrer vorgestrigsn Sißung bie Vorlcige,_ über die Verlaiigerung der Vergniß dsr Württembergncben Notenbank_ in Stutt-

art zur AuSgabe von Bannoten an eme _bcsondere Kommission. Der Gesantwurt, welcher den l_andWirthschaft- lichcn Berufsgenoffenscha en weitererlagen fyr_ den Reserve- foiids erläßt und gestattet, dis Halfte der 31111211 des ange: sammelten Rkseroefonds zur Deckung der Genofferischaftslaften zu verwenden, wurde mit (111611 gegen eme Stimme ange-

nommen. Sachsen-Weimar-Eiseuach.

Dem Land'iag bes Großherzogtbums/ welcher h_kutc _zu- sammentritt, ist der mit der preußischen Yegrerung abqeychlosiene Vertrag über den Verkauf der W erra-, S a al:_ und W eimar: (H 6 rue r E is 1: nb ahn sowie der mit der_bayemi en Regierung abzuschließende Vertrag über den Bau einer Er c nbahn von

Mellrichstadt nach Ostheim zugegangcn.

Hamburg.

Der Senat erläßt im heutigen Amtsblatt folgende Be: kanntma un : - _ _

.Ssincke) MZjesiät der Kaiser babsn bei bemöjüngst bieielbst statt“ebabten Fest 5811 Wunsch géäußcrt,_ dax; dsr ©1951 Hagiburg ein 5613116581 Dank ausgkivrbcbkn werbe _iur dyn AÜZrbockoftbemixlben won aUkn Schichtsn dsr B-belkerung_ bereiieien ergreifenden Empfang. Auel) Jbre Majsstät Die Kaiierin h_abcn unter de_m norb- maligeii Bedauern, an 58111 scböxien Fesi_nicht haben xhcilnebmezi zu 151111811, dis woblwoklendste Geymnung fur Hamburg mit__der Aus- forbcrung auSgesprcchxn, daß den »Hcimburgern bisrbbn Kenntntß geqsben wsrrcn mögen Der “Senat kommt bieter Von den Kaiierltcbéri Maxeftateii durch bis Vkrmittlung ssines Präfibeütan an 11711 gerzchteten_Au1- forderun um so freudiger nach, als Er 11cb_ bsivußt xfx. dax; das vöUige» klingen der Feier, welcbe 111 21111511; ber Eroffnung dss Nord-Ostsee-KanaW Hamburgiicbkrieits bsranitalter ivorbxn, 1111k durch das- einmüxbige Zusam menwirkkn und rie raterlanbssrkußigZGe- finnung A(ler gesichert Werken konnte. Es gersicbr bésbasb bxm_©snar zu lkbbastcr (Hknugtbuung, zugleich de_n zablr§1ch211_Mitburg_€rn, Welche dcm Sknat und den Behörden in Anlaß bieier Féxer 11118 Kräfte zur Verfügung gestellt oder zu dem Gsiingeri des isltcnxn FLÜLÖ in anbersr Weise bsigstragsn baben, nicbt iiiinber (i_bkr dEr gcsammtcii Brbblkerung für die fie 851611138 aUsngeichnets Halrmig warmsn Tank und VOUL Anérkennung auszusprkchen.“

Elsaß-Lothringeu.

Seine Königlich? Hoheit der Großherzog bon Baden traf gestrrn früh aus Baden-Badexi 111 Straßburg cm und begab sich um 10 Uhr mit dem Kai1er11chkn Siattbalier Fumtrn zu Yohcnlobe-Langenburg und dem Erbpr__1nz€n nach der .lUssieUung, wo Höchfibsrielbe 13011 116111 Vornßendcn dcs geschäftsfübrenden Ausschusses, Bürgermsmrsr Back, und den anderen Mitglisdcrn des Ausschiiffes rmbsangen _wurbe. _Nach einem.Rundgang burch die Ausstellung fuhr ZEUS Kbmgliche Hoheit mit dem Statthalter nach 595811 Palais, wo das Diner eingenommen wurds. Um 4 Uhr ke'brte brr Groß- herzog nac!) Vaben-Baden zurück.

Oesterreich-ngarn.

Nachdem gssicrn Vormittag in dcr Vlenarvcrsammlgng der ungarischen Delsgation bie Uebereinstimmung ber Nuntien bsiber Delegationen fcstgcstsll: worden war, wurden Nach: miticigs dic Delegationbn esch10118n._ Zn dxr ungarischbn Delegation spraZ Baron Ka11a1), 111 der österreichischen Graf Goluck)owski__ im Auftrage und im Namen des Kaiibrs AULrbbchstbrmcn Tank und Anerkennung fiir dir auch biLSMal an den T_qg 91“- 12918 Tpferivilligkeit und Hingebung aus. Dis Präyrdsntgn (Graf Anbrafsr) und Fürs: Lobkowiß biclten bie Schluß- reden. Ersterer erwähnte die bcrukiigende Wirkung, welche die Worte des Kaisers in ganz Europa gehabt hätten, und_bie schr sympathisch? Aufnahme der Erflärungcn des Ministers des Acußern. Dir Präsidenten schlbffkii mit dreimaligen Eljen: bszw. Hochrufcn auf dm Kaim und König, in welche die Telegirtsn bégeistert Einstimmten. kaxh den üblichen DankeSmorien für die Minister und die Prändenten wurden die Sißungen geschlossen. _

Nach einer Meldung aus Prag ist in Carolinenihal der Jungczeche Zonda zum Mitglied des Abgeordnetenhauses gewählt worden.

Großbritannien und Irland.

Der Großherzog und die Großherzogirr von_ essen sind gestern Abend zum Besuch der Königin aux “chloß Windsor eingetroffen. _

Jm Unterbaufe gab gestern der Kanzler der_SchaZ- kammer Sir W. Harcourt die Erklärung ab, dax; Lord Salisbury auf Befehl der Königin die neue Regierung bilde. Das Haus werde heute eine Sißung halten, damit dem Gesetz, betreffend die Seebundfischerei im nördlichen Stiüen Lckan, die Königliche Genehmigung ertheilt werden könne. Dann werde es sick) bis Montag vertagen. Akers-Douglas sprach scine Freude darüber aus, daß er Jus den Bkmerkimgen Labouchézres ersehen habe, die Oppo111ion sri bereit, mit der neuen Regierung zusammen an dem sofortigen Zustandekommrn der Auflösung des Parlaments zu arbeitcn, Eine fernere Erklärung werde am Montag ergeben. Rebncr beantragt, die Ausschreibung neuer Wahlen an Stelle von Balftmr, Chamberlain, “Sir M. Hicks: Bruch und Goschcn, dic jsbkr ein Portefeuiile angenommen hätten. Sodann vertagtc fich das Haus.

dem von Balfour.erlaffenen WahZaufruf heißt es: Y leßte Regierunß hätte, _der konstitutionellen Praxis gemäß, der Königin 1e_ Auflosung_ des Parlaments an- rathen sollen-; die Unzomsten wurden 111 diesem Fall der Regierung die Erledigung der nqthwendigen Geschäfxe dieser Session in jeder Weise _erleichteri haben. Die bisherige Re ierung habe aber ihre Pflicht guf arxdere abgewälzt, un Lord Salisbury habe bie Kabmetsbtldung_ub_er- nommen, um an die Wähler zu appelltexsn. De_r ge enwartige Augenblick sei nichtgeeiqnet, um die Politik außem er useßxn, welche die unionistische gierung befolgen werde, fa 13 eine unionistische Majorität in bas 5Harlament zuruckkelzren sollt_e.-

Chamberlain sagt in seinem Wahlznanifest: die Führer der Unionisten feien_ vollkommen daruber einig, daß die ausschweifenden Pläne einer VerfasyngSanderung und di? zerstörende Geseßgebun der [eßten beiben _Regierurigen bei Seite gelegt und die Zauptaufmerksanrkeit e_iner Politik a_uf- bauenber Sozialreform zugewandt, sbww glxichzeitig der Wirk- samkeit der Vertbeidigungsmittel die gebuhrende Beachtung geschenkt werden müsse. _ _ _

Ein von der nationalen liberglen_ Vereinigung veröffentlichtes Manifest verkündet_fu_r_ die bevorstehenden Wahlen den Kampf gegen die:. Umomsxen fur Homerule, Reform des Oberhauses und fur Durchfuhrung der anderen Punkte des liberalen Programms.

Frankreich.

Die Deputirtenkammer beriet!) gestsrn die Noich- tragskredite für den Sudan. Der Deputirte Boz_sr1an warf der Regierung vor, daß fie Ausgaben obne dre_ BS_- willigung des Parlaments machc_; _der DIMMU? VLJUS führte Klage darüber, daß Frankreich im Senegal und Eiidan 100 MiUionen nußlos aufgewendet habe, und proreftiextx gegen die Kolonialpolitik. Der Deputirxe Le HSrLUS verlangte Aufklärung über bre Nuckberufung _ der Kolonne Monteil zu dem . ZUTpUt'ikté,_ i_vb dieselbe nabe daran gewesen sei, Samorr) einzujchließen. Der kautirte Vozérian bracht; sodann ein“.» nges- ordnung ein, welche die Feitnellung der zibiirech111che_n Verantwortlichkeit der Minister bezweckt. Der_Mimster-Pra: fidenr Nibot erkannte die Nichtigkeit ber Ker der Budget: kommission bezüglich der Nachtragskrsbite an und erklarte, er Überlaffe die Entscheidung der Weisheit des Hauses. Hieraztf wurde die Tagesordnung Bozériaii 11111 309 gegkn 04 Stimmen angenommen und die weitere Berathung auf heute vertagt. _ __

Das Exposé über das bandelSpo1itUche Abkommen mit der Schweiz ist gestern der Deputirtenkammer vorgelegi worden. Es wird darin erklärt: der bisherige; Zustqnd sei Frankreich nacbibciliger gewesen als _b_er SÄWUZ- Die vbn seiten Frankreichs zu machenden Zugeytaiibmize bebcuieten einc jäbrlick)? ZoUcrmäßi img von 800000_F_r. xu_r__1chmerzer Erzeug- niffo, während dies weizerischen Zugenanbnine den jraiizomchen Waaren eine solche von 14 Millionexi Frarics verjchqsitey. - Die Zollormäsiiqung fÜr die 11323th die Schweiz inter- ksficrcnden Artikel ist miitels aklgemeiner Geseyesbknimmung beantragt UND 118111, falls sie bewiUigt wird, eine dauernde Modifikation dss französischen Minimaliarifs dar, welch? allen die Msisibsgüuftiqung gsnießcnben Staaten zu gute kommt. Es wsrbcn der Schweiz iblgenbc Reduktionen des Mimmal- tarifs ngcstanbM: NäbseiücZWFr. ver1001chZ; bei bedrucktem Vaumwollgbwrbe Berechnung des Druckzuschlagsnach 100 qm, anstatt nach 100 111 LÜUZL dcs Geivebss. Seidxngcibebc rob 400, farbig 240, schwarz 200 Fr.: für_Ma1ch1nenittch€reien anf glatten Baumwolléiixxewcbkn durch1chziiitlich .30 _Proz. Abzug vom Minimalon. Hydraulische Ma1chmen bis 2001chZ 15 Fr., bis 3000 1chJ 10 Fr., Über 3000 1chZ_8 Fr., 5Hainer: maschinen 8 Fr, Dynamwelektriicbs Maschinen bis 00 12,2" 80 Fr., bis 1000 LZ 30 Fr., bis 2000 W.. 20 Fr., bis 5000 RJ 18 Fr., 11er 71000 RJ 12 Fr. Kalteerzcugangs- maschinen bis 250 ](8 25 "Fr., Über 250 RJ 14 Fr. 311511er für bymamoclckrrische M11ch1nen bis 200 RZ “(0 Fr., bis 500 RJ 60 Fr., bis 1000 UZ 45 Fr., bis 2000 UZ 40 Fr., iiber 2000 RJ 35 Fr. Bogenlampsn 60 Fr. Allos per 100 KJ.

Italien.

In der Tcputirienkammm tbsilic gesxkrn bei dcr Beratbung des AckcrbauBubgsts ber Ministkr sür Ackerban, Industrie und Handsl Barazzuoli mit, chf; die _UN- rsichifch-nngariichc Rrgicraiy-g geneigt ski, bis mtrrnciiionale KMWMÜQN, betreffend 1111 GardaScb, Liner Resornr zn unicrzisbsn; einc rasche Erchigung dcr Aiigslegenheit xerzu erwartsn. Dkk Debutirtb Cibrario brachxe cineii Yemcbt Über die Gxschäftsorbnung ber Kammer cin._ _Dic F;:ißung wurde: hierarif gsicbloffeii. Als Cavalloiti dic K_gminor verlicß, wurde von ssinen Freundsn eine Kundgeburig sur ihn veranstaltet. Dabci wurbsn einige Individuen verhastet, jedoch bald wieder freigelassen. _

Cavallorti erklärt im „Don Cbiscioiie“, er wsrde die durch seine Veröffentlichung gegen CriSpi in Nsde gc: stellte AngeWgsnbeit vor bis Gerichts bringen.

Schwüz

*Der Siändcratb hat sämmtlichch11 vom Nationalraib beschlossenen Abänderungen ber Eisenbahnnovech Zemp matericll zugestimmt. Es bestxbcn zwischen beiden KÖrperschaf-“cri nur noch redaktionelle Differenzen. __

Nachbcm bcr Narionalratb unb_der Ständeratb nch 11er die Revision der Bundssverfasung behufs Ueber: tragung des Militärwssens__an dieEidgenossenschaft gseinigt haben, wird diess Revinon im Laufe diesesJabres der Volksabstimmimg unterbreitet werden, sodaß die neue Organisation dcs gesammten Heerwesens bis 1897 aus- gearbeitet und in Kraft géchs werden kann.

Türkei.

Die „Politiscbr (Torrcspondenz“ meldet aus Sofia, daß glaubwürdige Berichte aus Macedonien eine gewisse Er- regung dcr chriftlichenBcv61kcrungkonstatierten, welche allerdings vsrsinzelte Zusainmsnstöße mit der bewaffneten Macht bcrbcigefübrt haben fönnien. Anbcrerseits besiße man in Sofia positive Anhaltspunkt? für die Ueberzeugung, daß alle bisher dortveröffcntlichten Mcidimgen,miedicjenigcn der Journale „Swoboda“ und „Praoo“ 111111 eincr organisierten Erhebung der Macedonicr, auf tcndcnziössr Mache beruhten, zumal aÜcr Verkehr über die ottomanischc Grewe vollständig unterbunden sei. - Nach einer M-xlbung dcs „ZL. T. B.“ aus Bel_ rad ist bei den dortigen Regierungskrkiien keinerlki amtliche Mel ung aus Macedonien uni) Altserbicn ein egangcn, Welche die Berichte aus Sofia 11er Wie aufstänbi che Bewegung in den genannten Provinzen bestätige.

Serbien.

Außer dem Uebereinkommen mit der_ Bankxng bx tr der Konversion wird der Skupschttna em be anderer GMmtwurf über die autonome Gestaltung der Monopol-

verwaltung vorgelegt werden.

Amerika.

Das Comité der demokratijcben Konv_en_tion von Kentucky hat, nach einer Meldung aus LourSmlle, Reso- lutionen gefaßt, die sich entschieden zu Gunsten von „80111111 monsy“ aussprechen und die Politik des Präfidetxten Cleveland unterstüßen. Die Konvention hat nach einer langeren, [ehr lebhaften Debatte mit 647 gegen 233 Stimme!! den Bericht des Comités angenommen. Der Schaßsekretar Carlisle wird die Mitglieder der Konvention heute empfangen.

Die Revolution im Staate Rio Grande do Sul dauert, in Paris eingetroffenen Nachrichten zufolge, fort. An Stelle Saldanha's, der, als er sich uuxzingelt sah, Selbstmord beging, hat Tavares das Kommando ubernommen.

Parlameniaristhe Nachrichten.

Der'Schlußbericht über die gestrige Sißung des Hauses der Abgeordneten befindet fick) in der Ersten eilagr'.

__ In der heutigen (81) SPUR d_es Hauws der Abgeordneten, welcher der Finanz:“ ini1ter Or. Miquel, der Minister des Innern von Köller und der Justiz-Minifter Schönstedt beiwohnten, wurdkn zunächst die Wahlen der Abgg. Msyer zu Seehausen (kons.), K_lastng (kons.) und von Baumbach (kons.) obne_Debatie für gulng_erklärt.

Das Haus trat wbann in die zweite Verathung des (Heseßes über die Verpflegungsstatibnen ein.

Die Kommission hat eine Reihe vbn_Aenderungen in dem Entwurf vorgenommen, deren we1ent11ch1te in der Ein- fügung" eines S_taatszu1chusses von eineni__Drittel der Kosten 3) besteht. In ,I 8 Hat die Kommisnon die Ent- scheidung Über Einrichiung, Verwaltung und Venußung der Verprsgungsstationcn,_ die nach der Vorlage dem Ober: Präsidenten zustehen wllte, de_xn Promnzialratb mit N11- hörung des Provinzral-Nusschunes übertragen.

Jr“. die Bestimmung des zunächst zur Diskußion stehenden 1, welche die Errichtung___von Vewflcgungsytationen vor- chreibt, sind von der Kommimon die Wort; „nach Yedürfniß“ eingefügt worden. Ferner bat die Kommission bieysm Para: graphen dcn Zusaß gc eben, daß von einer Arbeitsleistung (er in die Stationkn [ufgcnommeneii) in bcsondercn Fällen Abstand genommen werden kann.

Dxr Berichterstatter Abg. Scbikling (1011|) führte aus, daß LZ sebr schwer JCWLsLn ski, in bkr Kommission eine Einignng Über "ric Vorlage zu erzielen. Die Kommission boffe mit den vorbMich- neten Vorschlägé'n eins Basis gefunden zu Haben, welcbe i:?r META- beir des Hauses annxbmbar erscheine. _

Abg. Freiherr bon Zedlitz und Neukirch (fr.kon1.): Die EniscbeiDung über dkn § 1 hängt für meine Fraktion davon ab, wie eine Rsibe von Frazen, die nicht in §1 erledigt werden, sondern erst 1115181: in dem GLsLZ vorkommen, ibre Erlsdigung ünden wsrben. Eine Frage ist die, ob die Einrichtung eine kommunale skin 1011 in dem Sinn?, daß “ria Provinz entspreckxsnp dem Kosten- aiitbeii, welchsn fie 111337116me11 sol], auch bis 555818 Bkstimmung sowobl Hinsichtlich dsr Zabl und dsr Orte der Verpfwgungsstationen als binsrcbtlich bkr Einrichtung bsrfelbén zu trLff-Zn bat. Disse Frage werden wir bei § 2 SZ 0111810 eingehend zu erörtérn babéii. Noch wichtiger für rie Entscheidung ist diC Frage, ob ein Staatézuscbuß gewährt wsrdcn 1011 oder nicht. Dir ganzs Konstruktion 'der Kommix'sion bsrubt auf der Vorausse*1111g Linss Staatszuschuffes; bie Jnaerenz [“Es Ober-Präfidsntsn, des 1Frbv-inzial- rath ist in der Kommission Msentlicb begründet worden mit 128: Cr- rrä-gung, daß, wenn dsr Staat sinkn Theil der Kost€n trage, ibm auch 61116 Einwirkung auf die ngewng 'der An. Slegenbeiien in 'Der vor- 98125811811 Wkisé zustebc. Auf der andern Seite ist von den- jenigen, 11.1.1158 aus Der Einwirkung dss ObCr-Präfibentcn und res Provinzialraibs 61112 unzursichende Bérücksickpiigung der Leistungs- fäbigkkit dsr zunächst mit Gxidmittsln Betbkiligten bcfürchrkii, Lins göwiffe kaäbr gegen aUziixrbße Ansbrüchk darin gsfunben worken, dax“; dsr Staat mit Liner bcstimmtrn Summxz betbkiligt und der Finanz :Minister in bkr Lags ist, aUzugrbßkm Eifer dcr Ober-Präsirsnten durch bxn Hinwbis auf die fiskalisÖcn Friis!- ksssn eiiikn wirksamsn und 1131115111811 Tämbier 6111151118132". Fällt 1:61 Staaiézuschß fort, so faUe'n die bxidcii Grmibstüßen, anf 13111811 ric KbiiiMisfioxsbssMüffs erricbiet siiid. fort. und dsr (Hang, dcn aneii dis Kommission rorsckplägt, ist 11icht me'br aufrccht zii krbaiten. Wir müssen kann cntwerer uns €n11chkidsm die SQÖC ganz rUben zu 1511811 odsr zu einer grundsätzlick) (111512an Régslungbér Zach Überzugkbkn. Ick 113111? 1725 Tuber im Jntcrsffr dsr K[«11beir und Sicherheit unse'rkr Bsicblüiie in 110178111 Grabe für wünscbsanertb, daß bis Staatsregierung schon jsßr eins Erkiärung karübsr abgie'rt, ob auf Staatszuscbuß zu rscbnsn irt oder nicht. Ich MWE 511 die Herren Vertretcr der Staats- re,1icrung im Anitrage msiner Partsigenoffkn die Frage: Ist darauf zu rEÖnM, kaß Lin Staatézuschuß gewäbrt wird oder nicht'? (Leb- bafik Zustimmung rccbts.)

( Schluß des Blattes.)

- Das Hérrcanus tritt am 5. Juli wieder zusammen. Ruf bei: Tagssordnung stebrn: Pkritionen und der mündlicbß Berickyt der Kommission für Agrarbsrbältniüe übxr dcn Gkseskntwurs, betreffqnd kieErricbtung einerGensralaKommission für dicProvmz

Lstprsußcn.

- Bei der Ersaßmabl zum Hause ber Abgeord- neten in dem 9. Wahlbezirk des Regierungsbezirks Bresla_u (Fran kenstein-Münsterberg) wurde nach amtlicher Fest- stellung dsr Pfarrer Langer in Bärwälde (Kreis Münster- bkrg)__ ( antrum) mit sämmtlichen abgegebenen 215 Stimmen gewä lt.

. Entscheidungen des Reickxsgerichts.

Hat ein Rechtöanwalt als Ptozcßbkbollmächtigtyr einer Partei Von einer Thätigkeit seinerfeits bcibem Beweisverfahren Abstand genommen, so kann er, nach e:nem_ Beschluß des Reichsgerichts, 11. Zivilsenats, vom 2. Avril 1895, die Beweißgebübr_nicht be- anspruchen. ,Die in § 13 Z. 4 der Gebührenordnung fur Rechts- anwalt? vorgesehen? Bewcisgebübr 151111211 “cis chbtsanwaltx mich der Rccbtsprechung dcs Reichs'gericbrs allerbinss nicht bloß in FOWL" Fäükn beanspruchen, in welchen fie eiiie Partei im Bcweisinniizi xe'r- tretsn baben; vielmehr kann_rsr Anipruch darauf auch mit Riickiicbt auf eine anderweite Tbatigfeit im Beweiöaufnahmevetsabkxn aerkchtfertigr skin. Es genügt aber in dieier Bc-ziebunß ntcht,_daß_ em Rechtsanwalt zur Zeit der Bkiykisaufnabme Prozeß edoqmaäoti ter trat, sondern wird immerhin vorauSgesth, daß er in diesem Isr-

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'; 14369 tbätig 1kxervesen ist. Eine derartige Tbäüßkeit ist aber im

„zie enden a e, in welchem dem um Abnahme des Eides ersuchten i das rsuchungsscbreiben neßft den Akten vom Gerichtsschteiber

übersandt wu_rde_ und die Prozxßbebollmäcbtigten von vornherein auf

eine__?!YZnachrtchttgung vom Eidestermin verzichteten, nicht erfolgt.“

(58/ - ,

- Der Pfändung sind nach § 715 Ziff. 4 der Zivilproz -

ordnung ni t unterworfen: bei Künstlern, Handwerkern, HMF-

" snd Fabrikat eitern die zur persönlichen Ausübung des Be-

rufs unentbehrlichen Gegenstänbx._ In Bezug auf diese Be- ftimmun hat das Reichsgericht, 117. Zivilienat. durch Beschluß vom 11. Apri 1895 auSgesprocben, daß un_ter ben bezeichneten Gegenständen nur Werkzxuge _und solchen gletchstxbende Gegenstände, deren Kocinabme die erwahnten Personenynmitielbar an der Ausübung ' res Berufs hindern würre, nicht aber auch Materialien zu verstxben sind , deren der Künstler und Handwerker bei rer Ausubvpg des Berufs bedarf. ,. . . Für diese einschränkende Auslegung ist auch aus der Entstehungßgescbickpte des Gese es ein Anhalt zy entnebmxn. Bet ber ersten Lesung des Entwurf? einer Zivilprozeßordnung m der Retchstagskommisfion hat auf die Be- merkimg e_kmes Abgeordneten, daß der Ausdruck .Gegenfiände' zu all- gemein sei, ber Regierungsbertreter ausgeführt: „man habe bauvt- sächlich an diejenigen Instrumente gedacht, obne welche die Künstler und Hanbwerer ibrsn Beruf nicht ausüben könnten, an gewiffe Land- und Fabrikarbeiter, die sich ihre Instrumente selbst halten müßten; solche Gegenstande batxen meist schon an iich keimxn großen Werth; der Er1ös bei deren Versteigerung erreiche aber_ gcwöbnlich nicht einmal diesen W811!) und stehe aixßer aUem Verbaltniffe zu dem dem Schuldner zugefugien Naxbtbeil“, und nach dieser Ausführung ist der Antrag, fiaxt .Gegenftande' das Wort .Werkzeuge' zu setzen, von der Kom- miision abgelehnt worden. Darn'acb steht die Annahme, daß unter ric_1m § 715 Z. 4 gedachtsn Gegenstände auch die Vorrätbe an Ma- terialien fallkn, dxrcn der Künstler und- Handwerker bei der Auéübung kéÖ_Bkr11_fs bedar1,_ mit dem klar zum Auébruck gelangten Sinne des Gcmzes tm Wibcripruch'. (75/95.)

Entscheidungen des Qber-Verivaltungsgerickzts.

Nach § 38 des Gewerbcsteuergeseßes vom 24. Juni 1891 soll bei M Ausdehnung einss Gewervkbetriebks über mehrere K_om m _unalbszirke die 1111 die Zwecke der kommunalen Besteuerung ertorberlicbe Zer_legung desSteuersaßes in die aufdie einzelnen Bstribeorte cntxallenden Tbeilbeträge unter Vorbehalt der chbts- 1111111112071 dembkranlagenden Steuerausschß bewirkt werden. In Bezug auf___diese Bksttmmung bat das,Ober-Verwaltungsgericht, 171. SMM, 1. Kammer, durch Entscheidung vom 31. Januar 1895 auT-gesvrockyen, daß _dte Anordnung im Art. 55 Nr. 2 der Ausführungs- (x_UWLLsUUZ _ zum Gewerbesteuergeseß vom 10. Avril 1892, wonach ric Vertheilung dss Stsuergefeyes nach Maßgabe des Ertrags und,_falls em solcher übérbaupt nicht erzielt ist, nach Maßgabe _des §L_lnlage- und Betriebskavitals vorgenommen wxrdsn sol], im_Eink1ang mit dem bestebendsn Recht steht „Hisrnach uiuffen also die von _bsm steuxrpfltchtjgén Gesammtertrag auf die emzelnen_ Betuebégememdcn entsallxnden Erträge, sowsit LI. über- haupt die_ Natur des Un_te_rnebmens gestattet, rechnungsmäßi oder schaßungswetse ?eitgrstellt und in dem erlkgungsbescbluZ 119511). der BerufungSentscbridung zahlenmäßig angege en werben. Die Weigerung dss Steuxivflicbti exi, hierbei mitzuwirken, kann keinen Anlaß geben, von _ dieser F iiteUung Abstand zu nehmen. Nur bann, i_venn d1€_ '.kütUk dcs gkwerblichcn Untcmebmens ?rlbft, die _or gutscbe VerbindUng rer Einzelbetriebe zu 81112111 exnbett ichen Gésammtbetrieb, bie Feststeaung ber Einzclxrtrage _burcb Rechnun ober Schäßung unmöglich macht, dürfen, ix_m rie _Aussiibrimg des 38 des kaerbesiéuergkse es“ zu ermög- 11ch611, _bie aus die einzelnen Betriebégemeinken entfa enden Quoten deßGeQmmtertrageß unter Anwendung gkeigneter Aushilfsmiltel be- menen wsrden_ (Art. 55, 191 Abs. 2 Tl]: Auéfübrungöanweisung). Wclche__Ausbtlmeittel zulässig und gesignet find, richtet fich nach kkiiUmitanden des_ _konkrete'n Falles. Dis Notbwsndigkeit der An- rr_e:11ung_1_)on Ausbtissmittsln, die benußten Aushilfsinittel selbst und di? _Umitande,_ welche ihre Anwendung im Einzelnen rechtfertigen, m1111€n,_ um die krwkbkrlicbe Nachprüfung im Recht§mittelverxabren zu xrmbglichkn, aus d_em Zerlegungsbsfckoluß bezw. ber Beru ungs- kniycbeibung erfich11ich 1ein.“ (171. G. 706.)

* Der Cigentb Ümer ist nach cinem Urtbeil bes Ober-Ver- waltrzngétgerickots, 117. Senats, vom 6. Februar 1895, berechtigt, durch Errichtung v_o_n Steinen auf seinsm Grundstück dicht an der Fahrstraße 1em Eigentbum gegen Besch§bigung durcb Anfahren bon Fubrwerkxii z_u schüye_n._ „Der Kluger ist berechtigt, skin Eigen- tbum gegsn bilxxnigen Beichadrgungkn zu schüsen, welchk demselben durch unberxcbtigtes Anfahren bon .Fubrwerken an und auf rasielbe 611111611811 kßnnen. Es steht dem an fich nichts ent- IWW, daß _er diesen Schuß durcb Errichtung bon Steins" rwxrkt, soweit kr densslben auf seinem Eigentbum anbringt. Ist der WS_g zu jcbmal, um denselben obne Beschädigung der Nachbar- gru_ndstucke benyßen zu annxn, 10 würde die Notbwendigkeit der Ver- breiterung _deswlben auf Kosten res Wegebaupflickytigen in Frage kommen, nicbt aber WLLde daraus eine Einschränkung der Berechtigung Fes Anliegers zum SchUH€ seinks Eigentbums gegen Bkschädigung fr*lgenK (117. 212.)

Statistik und Volkswirthschast.

Auswärtiger Handel des b eutsckoen Zollgebiers.

Nach dem Mai - Hejt der vom Kaiserlichen Statistischen Amt berausg_egebknen_Nachweise über den auswärtigen Handel bes dkutschen Zollgebiets betragt

die Einfuhr die Ausfuhr

_ _ _ (100) xx.- (100) 1;

im Monat Mai 1895 29620 646 211115§6 , , „_ 1894 27 708 808 18129 510 mithin mehr 1895 . . . . 1911838 2982 006.

Dj_e_Mxngen der Einfuhr sowohl wie der Ausfuhr sind somit Irgen die]e_nigen des leichen Monats im Vorjahr erheblich gestiegen, und zw_ar tn der AUÖZUbr mehr als in der Einfuhr.

Die Jabreßabschnitte Ianuar/Mai_ergeben für die

Einfuhr Ausfuhr _ (100) kJ (100) kJ Januar/Mai 1895 . . . . 112 067 153 91482044 , 1894 . . . 120601740 86192031 . . . mebr . . _ 5290013 """"" '" 18951 weniger . 8534 587 _-

, Für den ngreßabschnitt Jaxmar/Mai 1895 ergiebt sich demgemäß im Vexrgleicb zmt bem_Vor1abr eme Minderung in den Einfubrmengen and eme Steigerun 111 den Ausfubrmengew

, Der Gesammt_andel bes Zollgebiets, Einfuhr und Ausfuhr zu- ?ammengefaßt, betragt:

_ (109) 118 Mai 1895 ........... 50732162 . 1894 . . . . . ...... W mithin in 1895 mehr ...... 4893844 (100) 1x

Januar/Mai 1895 ....... 203 5491 7 . 1894 ....... W mitbin in 1895 weniger ..... 3244574.

© An den Mehreinfubren im Mbnat Mai 1895 von im 1 a"zen 3035 635 (100) kg, “denen_gegenübersteben Mindereinfubren m Examen 1123 797 (1001192 entsalit ein hervorragender Tbeil auf

treibe, und zwar bei einer Gesammteinfuhr von Getreide von

5063219 (100) kx ein Mebr von 1240 951 (100 113 egen den Mar 1894. A dem weisen uoch Steinkohlen, tze, 2131111: und .Wollerzwaaren, ele und Fette, Droguen re., Flachs und Hanf, Matenal- und Spezereiwaaren xc. erheblich größere, ferner eine Reihe ariderer Waarengruppen, wenn auch ynerbeblich, immerhin aber größere Etnfuhrmengen als im_Monat Mai 1894 auf. Eine Mindereinfubr von einigem Belang trifft nur auf Holz, andere Mindereinfubren sind unbedeutenb._ .-

Jm Zeitrczum Januar/Mai 1895 betragen die Mebreinfubren gxgen das_Vorxabr tm Ganzen 1360 057 (100) kg, denen Minder- emfubren "". Betrage von_ 9 894 644 (100Z kJ gegenüberstehen, mithin ergiebt_sich tm ngzen eme_ Minderemfu : von 8534 587 (100) kx. Erhebliche Mebremfubr weisen auf Hanf und Flachs, Baumwolle, Petroleum, Drogaen'2c., Material- und Spezereiwaareu 2c., W008 und _Wollenwaarezi, erhebliexe Ykindereinfubr Steinkoblén, Erze, (43?me Holz, ferner Abfalls, Steine und Steinwaarsn, Oele un e.

ie Mehrausfubren im Monat Mai egen dense! sn Monat des Vorjabrs oertbeilen sich nahezu auf alle ?WaarcngruppYen, wahrend nur wemge Gruppen yon Minderausfubrkn bktroffen worden_ sind.

Die Msbrausfubren des Monars betragen im Gaiizkn 2 997 (60 (100) 12,54 _die Mtnderausfuhren im Ganzen 15 054 (100) KZ, sodaß 17515 Mehr 1m_Ganzen beträgt 2982006 (1001151; Herborragend sind die Mebraußsubren vvn_Steinkoblen, Spezerei- xc. Waaxcn, Erden und Erzen, Getreide. Eixen und Eisenwaaren.

Jm_Zertraum Januar-Mai stehen den Msbrausfubren von 6395 895 (100 kJ gegrnüber 1 105 882 (100) YZ Minderausfubreu, jodaß sich im axizen als Mehrausfubren ergebkn 5290013 (100) kx.

_ In erster Reihe bat die Ausfuhr bon Stkinkoblen I(- zugenommen; bei emer Gefammtausßubr bon 49 354 205 (100). kJ in den Ersten 5 Monaten 1895 betragt das Mehr gkgen das Vorjahr 3197378 (100) kx, dann folgen:

Gesammtausfubr mebr

_ _ _ (1001 kJ (100) kg Material- und Sbkzereiwaarsn :c. . . . 6610923 862123 Getreide .............. 2 347 931 1 587 853 Eisert unb Eissnwaarsn ........ 5 999 498 294 456 FWW und Pappw;aren ....... 698 081 85 760

rden _und (Erze .......... 15 274 076 89 692 Maschinen ............. 581 641 56 990 Bgumwolle und Baumwollenwaarsn . . 353 319 34 949 Jute und FCU? .......... 190 655 30148

5118 und Wollknwaaren ...... 302 237 28 017

Unter den Waaren mit erbeblicbkn Mkbrausfubrkn siiid 110ch zu nenn_€n die Grubpen: Blei und Bleiwaaren, Hovfen, Kupfer und Kuvrerwaaren, Yk 11111“ Zinkwaaren.

Erhebliche * inbsrausfubrén find zu Vér3€ich11€n bei

Gesammtauéfubr wsniger

Januar/Mai 1895 989.811 1894 _ (100) JZ 1100 14,2 Steine und Steiniraarsn . 1674 793 585120 Tbbnwaarkn ........ 1025 028 135 991 Absäaé ........... 503 409 133 803 Drogusn 29. ...... 2 356 422 88 716 Holz und Pol.",waarkn . . 1 660103 69 701 Oele und Jens ....... 421 806 62. 791 Viel) ........... 124 784 20 757

Zur Arbeiterbewegung.

In _Bréslau baben dis Arbéitcr und Arbeiterinnen ber Blatt- metalliabrik von Loui? Boronow, wie im „Vorwärts' mir- getheilt wird, am 24. d. M. 'die Arbkit eingestellt. Als Crank wirr .Vka regelvng ibrks VélkkäuknßMännéÖ“ angegsben.

_izs Striegau wird dsr „Köln. Ztg." g€schri€bkii: Wir in Altwaner (vgl. Nr. 79 u. flgde. d. B1.) find _jkßr aucb dis orzellanarbciter in KönigSleT ausstänkig. 1155 Line wcitkre _cbusbiinung des Ausstanbes auf andere Porzellanfabrikcn ist wahr- , em: .

Jn Nürn_berg bsfinkexi sicb die Tiscblkr drr Ebßérffchi Fabrik im Ausstandk, weil ibnsn, wie der ,errärts' mirtbsiLi, 81111,"

erkürzung ber Arbeitézxix VLrWSigSkt worrsn ist.

In Leipzig beychäsimte fich, wie bis „8135. Zig.“ bérickytet, Der

Verband d_er _Bauarbeitgeber am 25. d. M. mit den von den ausstanbigsn Maurern vor dsr Beilégung des Aus-

stanbes geltend gemachten Nébenfordcrungen, welcbe 112 Dauer dsr P?ittagsvause, rie Beschaffsnbsit ber Banudeii und Bebürrnißanitalten Und die Unterlaffung der 115chträglichsn Maßregelung von Gehilfen aus Anlaß des Auxstanres béirafkn. Die Bewilligung 171618! schon Vor Jahren zugsstanbensn Forrcrnngen

nzurbe ais selbsrverständlicko 9an “_Dsbattx ausgesvrbchcn. Sodann ging bis Vkrianiuilung aui dre gkw_rb_€r18 LYÖUÜUfbéffLkUns-i der Z 1 mme r 9 8111178 11 über. Auch disks Wurde, wsnigsiens

theilweise“, gewährt und dEr Stundenlohn 5011 35 „5 auf 40 «5 (géfordert warkn 42 41") für die Stunde srbökr. Was bis Löhne der Baubundwsrkcr anbetrifft, so beschloß bie Vsrsammbmg, diess Lohnfrage zunächst risch nicbt Einheitlich zu [178611], sbndcrn dio: bcffere Bczablmig ber »Yaxidarbeiter je“ nach ibren LCisUMJM den einzelnen Arbeitqsbern an;“ *erz zu legen.

In Budapest 11311111, wi: der .Vorwärtö' melder, dis Bäcksr in einer Vkrsammlixng Die Frrtssßung des Ausstandes bcicblc'ffén haben, da viele Meistér die Fordi'rungrn immer noch nicht bewilligt haben. (Vgl. Nr. 148 d. Bl.) _

Aus Basel wird dsr ,Frks. Ztg.“ geschriebsn, dax": Dkk Aus- stand der Posamenticrarbeiter (v [. Nr. 145 d. B1.) mwst- ändert fortdauert. Tie Vkrmittlungsbsrsu e dss eidgenössiickyén Fabrik- inspektors wurbrn von den Fabrikanten abgelehnt.

Kunst und Wiffenschaft.

YJn der ,Maschinenballe“ des Ausstellungsparks am Lehrter Babnbof sind ge enwärtig di€_ Konkurrenzentwürfe für ein Bisinarck-Dsn mal, das ?eine_ Aufstellung vor dem Reichstags cbäude finden soll, vereinigt. Die übsrgroßsZabl der Wettbewer er aus ganz Deutschland machte die Ausgabe der

Jury schwierig; bis ausxzescbriebensn Preise_ find in der in Nr. 142 d. B1. mitgetheilten Weise _vertbxtlr worden; die Wahl des zur Ausrübrung am méisten geeigneten Projekts

steht noch aus. Eine Wanderung durch die HaUe giebt_Gelegenbeit, die Leistungéfäbigkeii unierer deutschen Bildnerei vergleichsnd k_enne_n zu lernen. Die überwiegende Mehrzahl der Entwszrfe bkwegt 11ch in den außgefabrenen Gleisen konventioneller, akadem11cher_ Kunstübung; der Größe der Aujgabe zeigen sich nur ganz wcnise Bewerber wirklich gewachsen. "Sicherlich stellt der Beschauer an cm Bismarck- denkmal befonkers hohe Anforderungen; aber _sclten waren _ris Zuquren Bedingungen für freie Entfaltung der bildnerischen Phantajze gur_1_tiger als bier, selten war wohl auch der Impuls“; des_Vorwuris 1151111er unk anspornender. Die Wucht und Gescblqnenbeit de_r darzustellenden Yersönlichkeit drängt nothwendig zu einer Konzeniratwn _der ganzen

*omposition in der Gestalt des Fürsten bm. _Cme pomp- hafte Vielgestaltigkeit, ein reicbgegltederter qrchitektoimcher _Auffxau seheint von vornherein auSgeschloffen. _Wie wenige Bildhauer aber haben es verstanden, die zgur Bisinarck's durch energische Charakteristik zum packenden 11112113111ka bxs Ganz§n_ zu erheben! Gewaltsame Pose genügt dazu nicht: künttleriychc Qualitatsn müffen den Blick auf den Mittelpunkt lc'nkm Diese Aufgabe, mag man einwenden, läßt fich in einer Skizie kleinkn Maßuabs nicht lösen. Es hätte aber jedem Bewerber zur Pflicht gemacht werden sollen, neben seinem Gesammtkntwurf einkn Kbps Bismarcks zu modellieren. Erst damit wäre ein Maßstab für die geistige otenz des Urhebers und für die end ültige Wirkung_ des Denkmals e cbaffen. Am ebestxn leuchtet diese Au assung der Ausgabe aus dem 8581] von J, Floß- manns in München und aus den drei verschieden cbarakterifierten Skizzen von Harro Magnusjen hervor, deren eine_ mit dem Merk- wvrt „Kraft" durch einen dritten Preis auSgezeichnet isi.

Unter den mit dem ersten Preis gekrönten Entwürfen zeigt der des Altmeisters Siemerin die _größte Selbständigkeit der Er- findu_ . Nach dem Aussp bes Furßen: „Lusen Ste uns nur erst Deut, land in den Sattel behen, reiten wird es allein können" hat ber Künstler eine jugendliche Germania zu Roß dargestcüt, der BImarck mit erbobner Hand de_n_ rechien Weg weiß. Auch in _der plastischen Durchführun steht diejes monumentale Bildwerk in erster Reibe. Wenig läßt 1ch von den übriqxn ersten Preisen sa,.en, die F. Schqyer, L. und C. Canet, Pfeiffer und Echter- meyer, Leyiing und Jassov- Hilgers und B. Schmiß, Nz'lmann, Bärwald und Schmalz dabongeiragen haben. Die architektonische Gestaltung des lestgsnannten Pro'ekts zeichnet_ _Uch vor vielen ankeren Vsrsucbew duroh Éraft und Originalität aus. Das allegoridcbe Beiwerk ist meist recht ge- bankenlcs beu1_ Typenvorratb der landläufige'n Symbolik entnommen; rast nirgends stößt man auf eine individusfl erfundene Gestalt; *die Mebrzth der Bewerber fand sich mit be _ Gestalten dcs antiken und Dermannchen Morbus“ ab; nur wenige w „llen realistixcb aufaeiaßte

olfs rappen ober historische Begebenheiten als Socksl- schmu . Kühn, aber nicht glücklich bat Upbues über der Gestalt des fi enden Fürsten eine Weltkugel baut, uber_ber ein rler mit LiUkk jugendlichen Geniusgkstalt schwebt; diesßr Entwurf hat einen dritten Preis babbngetragm. Ernst _unb großzügig wirkt das Dknkmal von P_etkrich (2. Preis), ds_r Bißmarck auf das Halbkund der Erdkugel gsitellt und zu scinkn 591an Seiten zwei kräftig modeüierte Männergestaltkn 9811113er bat, die d:.s Erwachen des deutschen Einbeitßgedankkns in ibrer aui- borchenden Stellung ve_r11nn1ichen. Ebenso Verrisnt unter den Trägern des zivenerzäéreiies MaxKlsi n bxrvorgcbobsn zu werden, der dem Fürstrn eme ma tige Gérmania zugßsküt baywäbrsnddiewciblicben Jdealgsstalien von Ung_er, (Höß 11115 von Uecbtritz (111311 lyrisch aüfgefaßt fink. Eherletn'ö psmpbasrer, aber im Einzklnen fchwäch1ichkrAufbau 117, Frick) dkn/xbeiigknaniitsn mib dknjenigsn Schilling's, Pfubl's, ' olz', Ochach und. Derteks, mit dem zwéite'n Prsise bx- dacbt _wordcn. Die ?ndgültige Wahl wird bsi der großsn Zahl drr bertbsiltcri AuZzeickxniingLri sicherlich noch vislMübe/_veruriachen. Das _Vorurtbeil geZen _bie Cmrichtun-Z _ber Denkmals-Konkurrenzexi wird jedenfails bur bie Ergebniffe disyks Wcitbewsrbs kaum entkräftet oder Widerlegt werben können.

-_ Jr) Tbcnßltenborf bei Harburg fand man kürzlich. etwa 2111 tikf,_im Tqrxmobr verwachsen, 61116 noch gut erbaltene männ- ltch€ LLtche, die aus bém Zeitaltsr Karl's dcs Großkn iu siammsn sch€1nt, _alio etw.“: 1000 Jahrs alt skin bürfrs. Dsr Lehrer Msyer 111 dem gknarinren Ort, dem 'das Vcrkienst gebührt, DSU Fund gerettst zu babxn, bexchreibt bas SkéléU, ber „'Mit-Ztg." zufolge, als 5.16 Links 7__Fuß brbkn, sébr kräftigsnManr-es mir 161119611 beliblonben

ark11,den€n FÜZC mit dsm Zermanix'cbcn Bunkkchb und rkffsn Obériörper _mit x_iner_grob€n wyllénsn Tak? 11.151234 war. Ti? Bsklstdyngsitückc Und für das Muikum in Studs 811750113811 wwrdsn. Sie bcitkbkn aus einkr brauncn WOÜÉUM Dkck? mir Franzcn, rsm bekannten ärmsllbien »Zum. kas als Maritel Umgs'chlagxn und auf dcr linken Schultér durch Linen Dorn bdkr 61118 bronxrns Gewanbnarel zummmsngebaiisn irurrsz 61112111 Butibschb aus _LlUCm einzigcn Stück gkgerbtkn stsrs, das, mit Schlißkn vcr- 1eben_, diircb bi; ein Riémexi läuft, sicb (113.11 der Fbrm des Fußes angeicbmrßgt _batté. Yas geiundenk StückS ist reich mit Cingsvreßtkn urid Sing€1ch1iitrsn€n Ornamrntsn bsrs-kbxn (man trug disse SÖUbL'nur bis" zUAnsang bes9.Jubrbund€rts1; endlick) zwsi 111112111611, kreisförmi en, Zovvelien Risinenzungkn DM 11 111111 Größe und 3 111111 Dicks. cr Findsr dsr Objekte 585111111181, disseibkn 13511511 in dsr Nähe dé?- Kbbiks gelegxn; gan)- LUMOZÜÖ i_11 ja freilich nicht, daß diese Zung-Zn, ahnlich 17211 ?vissnö unicrer Schnürbänrsr. zur Bsfesiigung drs Maaisxs aus dsr Schultkr durcb 6111211 RiLMM dienten, obalcixb bikie Beseitigung 111 ber mervvingischsn Zsir noch ganz unbxkannt war. Wslcbe borzüziickyen Konibrbicrungsmittkl dsr Gerbstoä rss Moores 811113011811 muß, gebt daraus bcrvbr, rafZ nach 178111 Brrickxr

bes_ck_5€1rn _Méye'r dia _Hamsiückc bixsks altsn Gcrmansn pergamknr- („11:1li bJs_K11-.1chengerüit umbülltsn und selbst Die Haar? in rsmsélbkkn nsch brieitigt waren.

_ Wie „1119 Röm gemeldst wird, ist 1). Ebrls zum Präfsktkn rér 21111an11ch€11 Biblivrbkk «111211111 wbrdkn, „71:5 Nachfolgkr res verstribéncn 1). Bbklig.

Land: und Forstwirthschaft.

Dcr Bsricbr 11er bir Vsrbanblunscn der )()(111. 2381- saiiiinlu11g_1895 bes DsUtschn Laiibirirtbsäyafrsratbs Vom 4. bis ei11!ch1. 8.211.515, 111111131311 aur'GrUnk- dcr Ziyangsbrvibkbh'x Und ?sr itsnbgrapbiscben *IlUfzéichuangen ber G:“ULkÜ- Sekrktär 111, Traugo_tt Muellsr crstatsst bai, ifi iéxzt im Druck erschicncn. Voracxgmcbickt _ fink dsm Bsrichr bis Vsrzeicbniffe dsr" Dsl:- JiktW 11111? _ itsübcrrrstenbkn _ Dslégirtkn, bks stänbian Aus- 1chu11€§ L_owis der im Deurxcbrn Landwirtbsckpafisratb VthkSTSUM 1an_d_wirtbichasxlichen anrralbrrsink, fkrnsr 15-5 :101111 und bis E»:- 1chJÜÖVTDNUUF Dann folgt ein gedrängiss Protokol] ber Plenar- vxriammiung nebst U€b61fichtber gsiaßten Bsscblüsis 1111? 58111 Gs'scbäfis- bericht bro 1894. Di? ausführlichen Verbaiidlungkn 111.1 Rsferatc 1": 1D sb- Dgnn nacb de_n ngxnstänksn üßerfich11ichzrikammsngssteüt. Six bksrafsn : dib r91ch5g818§11ch€ R.»?gelung bL-Z Vsrkebrs mii Düngk- unk inicr- 1111116111: dix Fragk: Wklcbc Maßregeln könnkn zur Hsbung TCL" Gctreidebrsiie in Deutschland Ergriffcn wsrd8n2; bis Rsform

ber_ Zuckerstsuer; dic Errickotung l_anbrpirrbsckyaftlickpkr Schöffkn- gsrichte: _ Maßnabmsn zur BS_kampiung rkr Tuberkulbsx; dic Rssorm drs Braiintwciniieusrgeseses; dic Wirkung

(“€; Brx'eitigung bes Jreiitirätsnachwsiiss in Vsrbinduxig i_mt dsr Frage der Ysteitigizng dsr gkmiscbtckn Tranfitiägér; die Ab- andérung bss [TabgcksteusrgeießeQ und bis Aenbcruxig T€]: Organiiaiirn bes La11d_w1rtk)1chaitsratbs. Am SÖWÜ endlick) sink dix Berichts der Kommtsiwnen _über dir Feuerverfickyerung, die Rsibrm dss Vieb- vetrichle'rungswkxens und die ländliche Arbkiterirag-x vollständig mir- ge S1 1.

Handel und Gewerbe.

Tägliche Wagsngestellung für Kohlen und Koks an der Ruhr und in Oberfcblssien. An_der Ruhr sind am 26.13.3111, ßesiellt 11736, nicht rechtzeitig «131591111. . . _ n ers ? ien fin am 25.d.M. estellt 4243, ' t t- zettig gestellt keine Wagen. _5 nich rech

_ Ueber die gestrige Zécbenbefißer-Versamm1un desteini" = Westfälisbben Kohlsnxbnbixats in Essen bSZicbte-t die.Rbé'3ic1k1).- Westt- Ztg.“: Das Hagptmterene nabm der dritte Punkt der Tages- brdnung: Nochinalige Le11_1ng des Entwurfs zum neuen SyndikatZVLrtrag in Anspruch. Außer VSUÖWDLKM [?_diglick) rédaktionellen Akndkrungen Lud ber Antrag der 3911)? „Zollwerétxi', lautend: .Die Auflösung dcs _qudikais_ka11n nach Ablauf der ersten fünf Vertragsjabre mit Ein- 1abrtger K_unbigmig durch Beschluß von 4/5 der Gesammtftimmen er- folgen,“ einstimmig _Annabme. Der Antrag der Zeche Graf Bismarck aus prozentual? Steigerungber Förderung der . neuen Schachtanlagen Wurbc gegen die Stimme diesrr Zeche abgelehnt, jedoch erklärte sich dxr Vertreter der Zeche bereit, persönlich darauf hinzuwirken, daß die gestellte Békmguiig von ds_r chbknverwaltung fallen 51?- laffen werde. Ebsnw fand _1icb nach längerer Beratbung der Vertreter _der Zeche Schlägel 11. Eiskn bereit, bei sciner Verwalxung dabm_ zu Wirken, Daß die von der Gswerkenversamm- 111119 geiieUtéZ Bedmgun , es müffc *cie Beibeiligung der Zscbe vor ibretzi Eintritt in das Syndikat um 120000 1 erhöht werden, saßen gxlansn werde. Es Yandelt sich hier lediglich darum, daß für eins: einzurichtexide neue Schachtanlage die vertragßmäßige Mindestförde- rung gewahrt werde. Der_aUgcmeine Eindruck in der Versamm- lunq_ war der, daß __das Zuijandekommen der geplanten Syndikais- verlangerung als Fenchkrt zu betrach!_en ski, und eSwurde deshalb be- schlossen, zum A schlug des notariellen Vertrages eine Versamm-

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