33 Schuldverscbreibungen 3100 Fl. oder 171 „“ 43 „z.
' Nr. 3314 3316 3322 3361 3466 3507 3596 3598 3653 3734 3811 3867 3894 3898 3899 3921 3964 4020 4094 4161 41.67 4168 4188 4237 4266 4385 4389 4399 4406 4465 4472 4558 4613 = 3300 Fl. oder 5657 „44 19 43-
122 Schuldverschrtv'bungen über 61200 Fl. oder 104 914 “FC 60 43-
Die Inhaber dieser Schuldverscbreibungxn werden bixrvon nut dem Bemerken in KenntnißckgesLYt, daß su; dix Kapttqlbetra e,_de_ren Verzinsung nur bis zum Rü zab ungstermm erfolgt, be_1 der LUTZ“ lichen Kreiskasse in Frankfurt a. M.,_ bei de_r Koni?- lichen Staatss ulden-Tilgungskase in Berlin, sow e bei jeder König _icben Regierungs- agptfasse ge en_ Ruck- abe der Schuldverichreibungen nebst den_ Ztnchhemen etbe 111 Zit. 4 bis 8 und Zinsschein - Anweisung _ erbebxn konnen. Dcr Geldbetrag der etwa fehlenden, unentgxltlick) zuruckzugebenden Zinsscbeine wird an dem zu zahlenden Kapitalbetrage der Schuld- verscbreibuna zurückbehalten. _ _ _
Soll die Einlösung von dergleichen Schuldverscbrßtbungen _m_cht bei der Königlichen Regierungs-Hauptkaffe bier oder _ ber- der Konig- lichen Kreiskasse in Frankfurt a. M., sondern bei einer der anderezi Kassen bewirkt werden, so sind die betreffenden Schuldverscbxei- bun en nebst Finsscheinen und Zinsschetn_-Anwetsungen d__urch diese Ka 2 vor der uszabluW an den Uxiterzetäynetxii zur 5Prufung em- zusenden, weshalb die Schuldberschrerbungen einige Zett vor dem Tsiückzablungstermin eingereicht werden können.
Rückständig smd noch aus der Verloosung:
pro 1. Oktober 1891: (3. 4456 1893: (3. 2439 2967.
„ . . 1894: (Fr. 543 1309 3405 3681 3970 4130 4310.
Die Inhaber dieser Schu1dberschreibungen werden zu deren Etn- lösuna wiederholt hierdurch axisgesordert.
Wiesbaden, den 23. Juni _1895. __
Der Regierungs-Prawdxnt. von Tepper-Laskt.
Yichtamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 28. Juni.
Seine Majestät der Kaiser und König wohnien, wie „W. T. B.“ aus Kiel berichtet, gesterxi Vormittag einer internen Klubwettfabrt für Boote von Kriegsschiffkn m der Kieler Bucht bei. Mittags fand an Bord der Yacht „Hohen: zollern“ Tafel von ungefähr dreißig Gedecken statt. Axn Nach- mittag statteten Seine Maxestät Jhrxr Maxestat der Kaiserin und Königin im Schlosse emen Besuch ab. _
Heute Vormittag gegen 9 Uhr dawpfte, nachdem die Segelyacht „Meteor“ bereits in aller quhe den_Hafen ver- lassen hatte, die Yacht „Hohenzoilexn“ m der_ Richtung auf Travemünde ab, wo Seine Ma1ejtät- dex Kaiser heute und morgen den dort stattfindenden Re aitxn beizuwohnen gedenken. Die Rückkehr SeinerMa1eftät na Kiel ist fur morgen Abend oder Sonntag früh in Aussicht genommen.
Das Befinden Ihrer Majestät der Kaisexin und Königin ist, laut Meldung aus Kiel, auch heute ein gutes.
„_.-___..-
Ueber das Diner, welches am Mittwoch ' u Ehren Seiner Majestät des Kaisers an Bord des anzerkreuzcrs und Flaggschiffs „New-York“ bei dem Kommandanten des amerikanischen Geschwaders, Admiral Kirkland stattfand, be- richtet „W. T. B.“ aus Kiel: _ _ __
An dem Diner nahmen auger Seiner Maxesiat_ de_m Kaiser und Seiner Königlichen Hoheit dem Prmzbn Heitirich der kommandierende Admiral Knorr, die Vize-Admrrale Kqstsr und Valois, der Chcf des Marinekabincts, C0ntre:Admiral Freiherr von Senden-Vibran, der Contre:_Admtral Plüddemann sowie die Kapitäne der amerikanischxn Schiffe theil. Der Kommandant der „New-York“, Kapimn Edens, hatte Seine Ma1csiät dcn Kaiicwgcbetex, _ zu gestatten, daß das schncilrte Raceboot _setneß Schiffes nach Ihrer Königlichen Hoheit dcr _Priiizkssm Tochter Ihrer Kaiserlichen Mawftäten „Victorta“ benannt werden dürfe, was IlUcrhöchsiderselbc hyldvoUst ge- stattet hatte. Diese Kaiserliche Genehmigung batte Kapitän Evens vor der Ankunft _Seinex Mczxstäi des Kaisers der Mannschaft seines Schiffes Mitgetveilt, welcbe infolge desen bei dcm Eintreffen _ Seiner Maxestät an Bord der „Ncw-York“ sturm1sche_ Horbrufe (_)uf Jbrc Königliche Hoheit die Prinzessin Vtctdria und _Seme Majestät den Kaiser erscbailen ließ. _Seinc Ma1estai be: sichtigie zunächst das Schiff und mit bewndch cmgehendcm Interesse die Maschinenräume desselben. Bei der Tafel brachte Admiral Kirkland in län erer Rede das Hoch auf Seine Majestät den Kaiser_ aus und dankte fiir die gastliche Aufnahme in_ Kiel. Seine Majestät der Kaiser erwiderte, indenx Allerbochstdcrsclbe_ dcn Admiral Kirkland ersuchte, dem Prändcnten der Vereinigten Staaten Seinen Dank dafür zu übermitteln, daß die' amerikanischen Schiffe zur Kanalfeier erschienen seien ; Seine Ma1estät freue Sich, daß es den Amerikanern hier gefallen hmbe. Seine Maxcstät schloß mit einem Hoch auf den Präsidenten der Vereint ten Staaten. Die Tafel verlief in angeregtester Stimmung. ls Seine Majestät die „New-York“ verließ, inionierte die Schiffs- kapeUe die Nationalhymne, und die Besasung brachte em drci: „ faches Hurrah aus.
In der am 27. d. M. unter dem Vorsiß dcs Vize: Fräsidenien des Staats :Ministeriums, Staatssekretärs_ des nncrn Dr. von Boetticber ab ehaltencn Plenarsißung dcs_ Bundeßraths wurde die Zakitimmung ertheilt: dem Gestßentwurf, bktreffend die Bestrafung des Sklavcnraubes und des Sklavenhandels, in der vom Reichstag beschlossenen Fassung, _ dem vom Reichstag aUSgegangenen Gessßcntmurf wegen Abänderung des Grfeßcs iiber die EinfÜhWULH einer einheitlichen Zeitbestimmung, _ den Entwürfen von cscßen für Elsaß-Lotbringen iibcr di? Sparkassen, über die Abänderung des Grundeigentbum- 2c. Gesetzes und über die Abänderung des Grundbuchgeseßes nach den von dem Landes- ausschuß dazu gefaßten Beschlüssen, _ der Verordnung wegen Abänderung der Verordnung über die Erhebung cines Zoll- schlags für Waaren aus Spanien und den spanischen *olonien, _ dem Ausschußanirag, betreffend Ergänzunß der Be- siimmungen über die Tara, _ dem Ausschußantroa, etreffend den Entwurf eines Zoüregulativs für den Nord-Oftsee-Kanal,
_ dem Ausschu antrag, betreffend Aendexungen des amtlichen und des stati tischen WaarenverÉichmffes, _ der Vor- lage, betrekicnd die auf den senbahnew Deutschlands ausschließlich Bayerns vorhandenen Abweichun en von der Umgrenzung des lichten Raums, _ r Vor- lage, beireffend die Ergän ung und Abänderung d_er Bestimmun en der Ania e _ Bur Verkehrßordnuxi fur die Eisenba nen Deutschlan s m ezug auf die Befor erung von Brom, _ den Vorlagen, betreffend den Entwurf v_on Bestimmungen zur Ausführung der Novelli; zum Brawntweni- fteuergeseß, _ sowie dem Entwurf von Bestimmungen uber die veterinärpolizeiliche Behandlung des aus dem Auslande guf dem Seewe e zur Einfuhr gelangenden Viebs. Den zustan- digen Ausf üffen wurden übermiesen: der Entwurf der Be- stimmungen für die diesjährige VolkSzählung, der Entwurf eines VertheilungSplans für den durch das (Heseß vom 23. v. Mts. zur Verfügung estelltew Betxag zu Beihilfen „an bedürftige ehemal _ge Kriegstheilnehmer, die Vorlage, betreffend die einstweilige Zulassung vo_n Ab- weichungen von der Anlage ]3_ zur Verkßhröordnung fur die Eisenbahnen Dcutf-Llands bei der_Beforderutig von Kessel- rückständen von der ederleimfabmkatwn 2c-., sowre der_C'niwurf von Bestimmungen über die Beschäftigung _von Arbettermnen in Meiereien 2c. _ Endlich wurde uber_ eine großerx, Zahl von Ein aben und über den Seiner Ma1estat dem Kaiser zu unterbreitenden Vorschlakz wegen Beseßung einer Rathsstelle beim ReichSgericht Besch uß gefaßt.
Heute hielten die vereini ten Ausschüsse des Bundes- rSaihs für Handel und Verkeßr und für Justizwefen eme
ißung.
.Der General-Lieutenani Js in , Kommatidant des Zeug- hauses, ist nach beendetem Urlaub terher zuruckgekehrt.
Mit der Vertretung des Allerhöchst beurlaubten König- lichen Gesandten in Karlöruhe, Wirklichen 'LH-shenzien Ratbs von Eisendecher ist der zum Legations-Sekretar bei der Königlichen Gesandtschaft in Stuttgart m_mniitx Freihexr von Wangenbeim beauftragt, welcher gleichzeitig auch m Stuttgart als (Geschäftsträger fungiert.
Laut telegrapbischer Meldung an das Ober-Kommando der Marine ist S. M S. „Condor“, Kommandant _Korvetten- Kapiiän Follenius, am 26. d. M. in Durban eingxtroffen und an demselben Tage von dort nach Delagoabat) wetter ge: gangen.
Kiel, 27.311115. Bei der gestrigenSee-Regatta siegte in der 13 Klasse Seiner Ma'estät des Kaisers Yacht „Meteor“ mit 3 Stunden 4 Minuten 19 Sekunden gw segelter und 3 Stunden 49 Minuten 7 Sekunden korrigierter Zeit; den zweiten Preis gewaim die Yacht „Vikin, “ des Grafen von Caledon Mit 4 Stun- den 3' Minuten 31 Sekunden gesegelter und 4 Stunden 37 Minuten 31 Sekunden korri icrter Zeit. In der 11) Klasse gewann- die „Lais“ des Herrn rishaus in Falkenstein 9. d. Elbsz in der 23 Klasse die „Hertha“ dcs Kontre-Admiraks von Diederichs, in der 21) Klasse die „Isolde“ des Freiherrn von ZedtwiZ-Bcrlin; in der 33. Klaffe der „Kommodore“ Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs von Mecklen- bur_ :Schwcrin, in der 31) Klaffe die „Luna“ des chrn V. ??ronsBerlin; in der 48. Klasse der „Ataix“ des Kaprtan- Lieutenant?) Bcrninghaus, in der 41) Klaffe die „Pqula“_ des Herrn Otto Fricke-Berlin; in der 5a Klasse die „Kricmbilde“ des Herrn 21. Tietgcns - Hambur , m der 51) Klasse die „Catbarine“ des Herrn A. aHMUsien-Hamburg den ersten Preis.
Schivarzburg.
Dic außerordentliche Session des Laydtags ist gestern im Namen Seiner Durchlaucht des Fursten von _dem Staats-Minister von Starck eröffnet woxden. Es soll uber zwei der alsbaldigen Er_ledigung bcdürfende Eiscnbab11:Angelege_n: heiten Beschluß gefaßt werden. Zunächst hande1t es sich um die Genehmigung des von der Fürstlichen Regixrunq mix der preußischen Regierung abgeschloßcnen Vertrags tn Betreff des Uebergangs dcs Saal-Eisenbabn-thexnchmenö an den preußischen Staat, und zwar m1tRi1ck11cht darauf, daß dieser Vertrag bezüglich der künftigen Horanziehung dcs Unternehmens zu den direkten Umlagew dcr betreffenden_Ge- meindkn, sowie hinsichtlich der Regulierung der staatlichen Eisenbahnabgabe einige von der bestehenden Gesc-ngbung dcs Fürstcnthums abweichende Bestimmungen e_nthält._ erner wird der Landtag zu berathen haben über die Herjtellung ciner Eisenbahnverbindung zwischen Frankenhausen und S ond e rshausen. Da die Verhandlungen über die leßtgenannte Eisenbahn zwischen der preußischen Regierung und den Regierungen von SchwarzbiirgMudobiadt und Schwarz: burg:Sondersbaus?n noch nicht zum Abschluß gelangt sind, so wird die Bcratbung dieser Vorlage in einer ver- traulichen Sitzung vorgenommen werden.
Oesterreich-ngam.
Das „Fremdenblait“ erörtert die Frage der Reformen in Armenien und stellt fest, daß Oesterreich:Ungqrn, ohxie an der Aktion der Mächte iheilzunehmen, seinen Einftiiß i_n Konstantinopel dahin geltend gemacht habe, die Pforte fur die Annahme der Forderungen der Mächte zu bestimmen,_und zwar mit dem Hinweis, daß dies auch den Interessen der Tyrkei selbst am besten entspräche, deren staatliche uiid wirthschgftliche Kraft Hierdurch estärkt werden würde. Die uten Absichten de_s Sultans eien bisher unauSgcführt ge lieben. Wsder die Muhamedaner, noch die Armenier würden_ an den Ernst der Reform-Aktion glauben, wenn die Durchfuhrun derselben nicht unter Kontrole gestellt werde. Es sei die Ho nung be- ründet, daß die bewährte Weisheitund der Takt des Sultans, Howie die Erfahrung des (HroßTV-xziers den rechten Weg finden würden. Die baldige Erledigung der Frage sei auch zur Ver- mcidung von Zwischenfällen in anderen Theilen des Reichs wünschenswerjb, die zwar keine (Gefahr böten, aber unangenehm empfunden würden. Den Vorgängen in Makedonien könne wohl keine ernste Bedeutung bei eiiieffen werden, zumal die bulgarische Regierung ihr _o liebstes tbue, jeden Zuzug aus Bulgarien. zu verhm ern. Alles
bisher für die Bulgaren in Macedonien Errxichte sei der fteunds aftlichen Verwendung der_ bulgarischen Regierung m Kon tantinopel zu verdaizken. Die buekgarische Rexkierung würde aufs übelste berathen_sem, wenn sie di ?" Weg ver ieße. Andererseits würde es hochst ungerecht sem die Pforte anzukla en, wenn nicht alles uberall so bestelÜ sei, wie es sein so te, da auch in Weft-Euxopa zuweilen R_ef_orm- bestrebun en selbst bei den besten Abs1chten an _dem trivialen Man el er nöthigen Mittel scheiterten; doch set der baldige Absch uf; der armeni en Frage wünschenswerth.
Der ungarische inister-Präsident Baron Vanffy kehrte gestern Abend,nach einer Konferenz mit dem Minister des_Aeußern Grafen Goluchowski und mit dem Landesverthetdi uan- Msinistexékreiherrn von Fejervary, _von Wien nach u a- pet zurn .
Der „Budapester „Korte pondenz“ zufolge wird *sich der Minister des Aeußern Graf olucbowski nach _der Eröffnung der Herbstsession des ungarischen Reichstags Ende September auf einige Tage nach Budapest begeben.
Das österreichische Abgeordnetenhaus hat gestern
mit der Berathung des Budgets be onnen. n der General- Debatte sprachen die Abgg. Ferjancic, assilko,_ eber, Debiassi für Und die Abgg. Sch_eicher, Schwarz, Steiner und Gregr gegen das Budget. Fer1ancic erklärte,_die Sloveneti würden wetter trachten, mit den Konservativen die besten Beziehungen Zu unterhalten. Die Slovenen würden dem _StaatSvoranschlagc eine Schwierigkeiten bereiten. Wassilk_o fuhrte aus, die Ru- mänen hielten treu zu Kaiser und Reich, ste erwarteten den Schuß der Negierun . (Gre r bekämpfte die zentraiistische Verfaffun , welcheinfort chrittlichger, nationalex und wirthjchaftlicher Hinst t den nichtdeutschen Völkern Oesterreich nachtbetlig sei; er wüns e schnlich einen AUSgleick) mit den Deutschböbmen, allein ni t auf der Grundlage des Wiener Ausgleichs sondern auf einer solchen, welche die Slavisterun der Öeutschsn und die Germanifieruxig der Böhmen aus chließe. Oesterreich sei nur nach föderalistischen Grundsäßen zu regieren. Die Zung- czechen machten nicht dem österreichischen Staat Oppx) ition, sondern bekämpften nur das zentralistische Regierungssystem.
Großbritannien und Irland. Nach amtlicher Meldung ist Chaplin zum Präsidenten der Lokalderwaltung ernannt worden.
* Jm Oberhause führte gestern Lord Salisbury aus: er beabsichtige nicht, eine Erklärung über _die Politik des neuen Kabinets abzu eben, da die Zeit hierfur noch nicht ge- kommen sei. Die egierung babe augenblicklich nur eine Politik, nämlich sobald als möglich das Parlament_ aufzu- lösen. Er hoffe, daß dies am 8. oder 9. Juli werde statt- finden können. ' Die Regierung werde alles thun, um die Entscheidung der Wähler zu beschleunigen, die allein die Linie der zu befolgcnden Politik vorzeichnen könne. Lord Ros eb er erklärte, er sei überrascht, daß die Re ierung ihre Politik er nach der Auflösung entwickeln wo e; die vorige Regierung sei bereit gewesen, ihre Politik dem Urtheil des Landes zu unterwerfen, die gegenwärtige Regierung biete dagegen nur ein leeres Blatt. Redner hat dann um Aufklärung, warum Lord Salisbury den bishcrigen Kriegs-Minister Campbell Bannerman am Dienstag habe auffordern lassen, die Siegel seines Amts auszuhändigen, was ein ungewöhnliches Verfahren sci. Lord Salisbury cr: widerte, die Opposition müsse warten, bis die Regierung gebildet fei, bevor eine Erklärung Über ihre Politik abgegeben werden könne. Bczüglick) dcs KriegS-Ministers babe_er geglaubt, es sei im Jntereffe der wichtigen Obliegenheiten des Kriegs:
Ministeriums wünschenswerth, daß dort kein 'Jnierregnum '
cintrete, vielmehr dieser Posten sofort beseßt werde. Er sei in freundschaftlicher Verbindung mit Campbel] Bannerman ge- blieben, als er ihn durch 1einen Privatsekreiär habe fragen lassen, ob es ihm genehm sei, ihm die Königlichen Amtsfiegcl cher außzuhändig'cn, und ob er, weiin er die Reise nach Windsor zu vcxmeiden wünsche, dieselben durcb dkn Privatsekretär überbringen lassen woll_e. _Eine Beleidigung Campbel] Bannerman's sei nicht beabsichtigt gewesen, nichts habe seiner Absicht ferner gelegen, als gegen denselbeit unhöflich zu sein. Lord Roschert) _erklärte sich durch die Antwort Lord Salisbury's für befriedigt. Das Haus ver- tagte sich sodann auf heute. _ __
Das österreichischwngarischx (Hesebwadsr Ut, von Kiel kommend, gestern in Plymouth eingetroffen.
Frankreich.
Die Dcputirtenkammer seßie (“stern die Debatte über den Nachtragskredit für den udan fort. De_r Dcputirte Isaac hielt seine Behauptung aufrecht, daß _die Sklaverei im Sudan noch immer existiere. Der Deputtrte für Senegambicn Couchard widerspxack) dicser Behauptung Und vcrlangte, der Oberst Archmard solle abgesandt werden, Um Samorx) zu bekämpfen und zu verjagen. Dex Minister für die Kolonien Chautemps erklärte, die Vorfälleim Sudaxi seicnübertricbcn worden. DerOberstMonteilhabe eine Unklugbctt bkga: gen, indem er mit nur 300 Mann Samort) abgegriffen habe, der Über 12000 Mann verfügt habe._ Er ruhmßden Heldenmuth Monteil's, habe ibn aber uruckrufen mussen, weil seine Anordnungen obne ZusammenZang gewesen feier). Die Sicherheit an der Elfenbeinküste sei unersch_uttert, die 1nilitärischeLagc befriedigend. Der Minister rechiferti te sodazm die Einseßung eines (General-Gouvernxments m est-Afrika und nahm das Vertrauen der Kammer m Atispxuch. De_r Depu- tirte Cocherr) warf der Regierung vor, bewxlltgte Kredite nicht für die ursprünglich bestimmten Zwecke verwendet und die Sicherheit an der Sklavenküste in Fra c geste11t iz haben. Die dem Obersten Monteil ertheilten Be ehle feier) iescm zu spät zugxgangen. Die Kammdr werde die Kredite nur be- willigen, nachdem die Schuldigeti namhaft gemacht worden seien. Redner sprach sich schließltch tadelnd uber die schlxchte Organisation der Expeditiqn aus. Der fr_uhere Minisier für die Kolonien Delcas 16 rechtfcrttgte die_ Nothwendig- keit der von ihm angeordneten Expedition Mdntetl und mißbilligte das Verhalten des Kolonial-Mimstexs Chautemps, der die E pedition zurückgerufen habe, anstatt _fie zu veistärken. Jerau? wu_rdcn mehrere TageSordnungen em- gebracht. Der inister fur die Kolonien Cha_utemps er- suchte die Kammer, über die Kredite ab usnmxnen._ Der Deputirte Lc Hérissé beantragte im Einver _äzidniß mtt_der Budgetkommisswn, die Kammer sone dic Abjttmmun _uber die Kredite vertagen. Der Minister: Präsident lbok gab zu bedenken, daß, wenn man die Awfwendungen- welche von dem früheren Ministerium ubxrnommen worden seien, nicht gutheiße, die Regierung eme _nxue Kreditforderung werde stellen müssen. Der Antrag Le Hsriffé wurde dann mit 433 gegen 89 Stimmen angenommen-
Der Deputirte Castellin beanira te eine Untersuchung, die der Minister CHautemps bekäm e und die mit 347 gegen 193 Stimmen abgelehnt wurde. ie Kammer, nahm sodann mit 322 gegen 3 Stimmen eine Tagesvrdnung an, welche ihr Vertxauen zu dem Ministerium ausspricht. Die Sisung wurde hieran eschloffen. Die betr ende Kommission der Deputirtenkammer beschloß, die aus den südwestlichen DepartementSeingegangenen etitionen wegen Erbauung eines Kanals vom Atlantischen zum Mittelländischen Meere dem Arbeits-Minister mit dem dringenden Ersuchen zu überweisen,
das Kanalprojekt prüfen zu laffen, damit die Kammer tm“ ,
nächsten Jahre darüber beraihen könne.
Italien.
In der eßrigqn Sißung der Deputirtenkammer brachten Jui x1a_n1 und De_micolo Anfragen über den - rozeß Gwlrtu cm. Im übrigen verlief 'die Sitzung, ohne wischenfall.
Spanien.
“ Der _Ministex-Präsident Canovas del Castillo theilte Msterw tm Ministerratl) eine Depesche des Marschalls & arttnez Canzpds wit, wonach eme Verstärkung von 14000 Mann nothig sei, um auf Cuba nach der Regenzeit die Offensive zu ergreifen.
Unter lebhqften Abschiedskundgebungen der *Men e ist Fier): ein Bataillon von Madrid abgegangen, welches fich in dix nach Cuba einschiffen wird. '
Belgien.
_Die Repräseniatixenkammer beendigte gestern unter heftigem, von den Sozialisten hervor erufenem Tumult die Be- ratbung der _vorläufigen Maßna men für den Congo. Vor der Abstimmung verließen die sozialistischen Deputirten den Hyal. Die Kammer genehmigte alsdann mit 71 gegen 16 “Stimmen bei 8 Stimmenthaltungen die Rückzahlun der Schuldforderung an de Browne-dEFiYe und bewilligte erner mit 66 gegen 15 Stimmxn bei timmenthaltun en das hypothekarische Anlehen fur die Congo-Eisenbahn:Ge?ellschaft.
Türkei.
„W; T. B.“ meldet aus Konstantinopel, es verlaute dort geruchtweise, daß der Großve ier sich mitRücktritts- (Fed anke_n_tra?ye_, da er mit den orschlägen wegen der Be- _eßung einiger imsterposten und mit den bei der Amts- ubernahme angeregten, neuerdings in einer Denkschrift medergelTFien Vorscbiägen wegen administrativer Maßnahmen a_uf entf i_edenen Widerstand stoße; dock) gelte die Annahme einer xtwaigen Demission angesichts der politischen Gesammt- lage fur unwahrscheinlich.
_ Die t_ürk1_s e Botschaft in Paris hat den dorti en Blattern dte Mitt eilung emacht, daß nach den telegraphis en Meidungen der General: ouverneure von Saloniki, Mo- naitir und Kossowo in diesen Provinzen vollkommene Ruhe _berrsche; es sei keine aufständische Bewegun tt_i Ueskub aUSgebrochen, auch sei es unrichtig, da die Albanesen Dörfer in Brand gesteckt hätten. Nur zwei Banden bulgarischer Briganten, deren jede 20 Maxin gezählt habe, hätten die (Grenzlinie bei Koffowo uberschritten,_ um Ausschreitun en zu begehen. Die Grenz- wache habe sie verfolgt und me r als 30 gefangen genommen. Ebepso sei die Nachricht von einer Gährung in Candia vollig unbegründet.
Dänemark.
Der am 18. d. M. zwischen Dänemark und Belgien qbgcschloffene Zandelsvertrag ist gestern amtlich veröffent- l1cht worden. er Vertrag ist auf 10 Jahre abgeschlossen und räumt beidsn vertragschließenden Mächten die Rechte einer meistbegünstigten Nation ein.
Aüeu.
Die „WZZWUZ «ai1101jqi188“ in Lyon veröffentlichen eine Depesche aus Shanghai, wonach die Verfolgungen der Missionare in der Provinz Sz-Tschwan aufgehört hätten; dur ein Kaiserliches Edikt sei der Erfaß der ent- standenen S äden angeordnet worden.
Afrika.
Aus Majunga wird gemeldet, daß, sobald die Straße von Marlow nach Suderbieville fertig sein werde, was nahe beoorstehe, die Vorräthe in Suberbieville zusammengezogen werden würden und der Vormarsch wieder achnommen werden sone. Die Hovas hätten sich nach Andr (1 zurück: gezogen; die Zahl der Fahnenflüchtigen unter ihnen wachse täßlich. General Meßinger sei zu den Vorposten auf: ge rochen.
Parlamentarische Nachrichten.
_ Der Schlußbericht über die gestrige SiZungbes quxses der Abgeordneten befindet sich in der weiten etage.
_ In der heutigen (82) Sißun _des Laufe); der Abgeordneten, welcher_ der Finanz-_ imster r._Mtquxl h_eiwohnte,_ ertheilte Präsident von Koller vor Eintritt in die Tagesordnung das Wort dem _
_ Abg. Freiherr von Heereman (Zenta): In der Dienstag-
StYun ist, während ich das Präsidium übrte, von einem Abgeordneten bezu li zweier Bundesstaaten eine Bezeichnung gebraucht wqrden, wel e an sich parlamentarisch unzulässig i_ßt "und als solche bezeichnet werden muß. Ick habe diese bei der 11an e des Hauses überhört und xrst später davon Kenntniß erhalten. ätte ich sie gehört, so würde ub sofort die erforderliche Remedur ba en eintreten lassen. _ Abg. von Kardorff (fr. kons.): Bei der AuSeinanderseßung uber die Notbwendigkeit der rei ögeseßlicben Regelung des Irren- wksens ist mir im Eifer des efecbts der AußdruÉ .Raubstaaten“ etztsckoxüpft, derallerdings parlamentarisch unzulässig ist, u_nd _den ich hiermit gern zurücknehme. Die Herren wissen alle, daß nur eme ver- leßende Absicht fern gelegen bat; ich muß aber anerkennen, daß der Ausdruck verleßend wirken konnte.
Abg. yon Eynern (ni.) zur Geschäftsordnung: Bei der roßen Bedeutung der scherzhaften Bemerkung des Abg. von Kardo ware es doch wicht?» durch das Präidium feststeUen zu lassen, ob Herr von Kaxdotff euß ältere oder euß jüngere Linie gemeint hat.
_ Prafident von Köller: Das war keine Bemerkung zur Ge- schaftßordnu ng. .
, Das Haus tratsodann in die TageSordnun ein und erklgrte das Mandat des bisbexigen Landgerichts-NatJS Nbg. qutfch, der unter Aenderung seiner Amtsbezeichnung in „Amtsgerichts- Rath“ vom Landgerichte zu Liffa i. P. an das Amtßgericht
daselbst verseßt worden ist, emäß dem Anfrage der Geschäfts- ordnungskommission für ni t erloschen.
_Der Geerntmurf, betreffend die Aubeun .des Ab- schnitts 1 des nbangs zu der revidierten pothe erordnung
vom 11. A ril 1801 (Außbewahrung uud Verabfolgung von Giftwaaren , gelangte in Annahme.
Es folgte die dritte Berathung des Geseßes, beireffend die Erbschaftssteuer.
(Schluß des Blattes.)
ritter Verathung ohne Debatte zur
Nr. 258 de? , _entralblatts der Bauverwaltung“, berausge ebentm tnisterium der öffentlichen Arbeiten, voin 26. uni hat folgenden Inhalt: Der Wettbewerb um Ent- wur e fur ein Ratbbaus in Stuttgart. ]. _ Zur Bearbeitung von Wa erstandeeobacbtungen. 111. _ Bauthätigkeit auf dem Gebiet des Ho baues zn Preußxn _im Jahre 1894. _ Vermischtes: Ehren- bezeuLung fiir den Wirklichen Geheimen Nati) Baensch, E cellenz. _ Weit ewerb um den Entwurf einer festen Stra enbrü € über den Rhein bei Worms. _ Besuchsziffer der Technis en Hochschule in Braunschweig. _ Brand eines Petroleumlagers in Harburg.
Statistik und Volköwirthschaft.
Arbeitsnaibweiseftellen.
Durch Erlaß des Zandels-Ministers und des Ministers des Innern yom 31. uli v. . war für Städte über 10000 Einwvbner die Errichtung von kommunalen ArbeitSnacbweisestellen an eregt worden_. Das Vbrgeben einer Reihe bon Städten, in denen Ar eits- na weisestellen eingerichtet worden sind, scheint nunmehr, was mit Be edigung zu begrüßezi ist, auch in den Kreisen Nachahmung zu ZBD", So _bat neuerdings_ der Kreistag der Kreises Hörde im
egiexungsbeztrYArnsberZ die Errichtun einer unentgeltlichen Arbeitsvermtttelun sstelle beschwien, deren Einrichtun s- und Unterbaltungskdsten der eis trägt und die bereits am 1. Jui d. I. m Tbatigkeit treten soli.
Nach einer vorläyfigen Zusammensteüung der Ergebniffe der Be- rufs- und Gewerbezablung vom 14. Juni 12. J. zählte die Stadt Fr_atzkfurt a. M. an jenem Tage 106 915 männliche und 116120 weibliche, zusammen 223 035 OrtSanwessnde, das find 24 340 mehr als am 1. Dezember 1890 (damals 198 695). Die Zahl der Haus- bqltun en _belief sich am 14. Juni auf 48 221, diejenige der land- wrrtbs afilicben Betriebe auf 1293 und die der sonstigen Gewerbebelxiebe auf 9518. _ Stuttgart mit Vororten wies am 14. Juni xmx ortsanwesende Bevölkerung von 73 422 männlichen und 77 908 wetbitcben, zusammen 151 330 Personen auf, JLJen 139 817 am ]. Dezembsr 1890. Sonach betrug die Gesammtzunabme 11513 Per- sonen oder 8,23 0/0 gegen 11,05 % Zunahme vom Jahr? 1885 bis zum Jahre 1890.
_ Zur Arbeiterbewegung.
_ AusSolin en wird der „Köln. Ztg.“ geschrieben: Nachdem die Arbeitseinsie ungen der Reider und Augmacher (vgl. Nr. 123 1). _Bl.) durck) ankrkennknswertbe Nachgiebigkeit der Fabrikanten er- ledigt wqrdexi sind, stsklen jetzt die Scherenfeiler ein neues Preisberzetchmß __aus, das jedenfalls keine niedrigsten Säße als das_gegenwartige entbalten wird, und zur gleichen Zeit haben auch _ die Neider, deren Ansprüche soeben erst yon den
abrikanten zum größten Tbeil anerkannt worden sind, einen neuen
txert vom Zaune gebrochen. Zwischen einigen Fabrikanten und Retdexn war es zu Unregelmäßigkeiten ?ekommen, weil beide Tbeile sich nicht an das neue Preisverzeichnis; ebrten, sondern unter Preis arbeiteten. Dies hatte dem Reiderverein Anlaß gsgeben, einen Brief an den Fabrikantenverein zu richten, wvrin um eine gemeinsame Vor- standssi m_!g gebeten_ wurde, um die Unrezelmäßigkeiten abzustellen. Der_Fa rtkantexiverem lehnte dieses Ansinnen ab und verwies die Arbeiter auf die _Vergleicbskammer, die zur Schlichtun derartiger Sachen be_rufen sei. Die Neider haben nun noch einma den Fabri- kantenberein um eine gemeinschaftliche Vorstandssißung ersucht, und ,falls das Ersuchen abgelehnt werden soUte, will man wieder in den Ausstand einireten.
Aus Efien meldext „W. T. B.“: In der gestrigen Si ung der Strafkammer wurden Schröder, Vorsi endet, und eyer, Kassierer des sozialdemokratischen deut chen Bergarbeiter- verbandcs, unter dringendem Verdacht des Meineids Verhaftet.
Der Ausstand der Yorzellanarbeiter in der IJWVM Schlesien (vgl. Nr. 151 d. * l.) greift Weiter um fick). i der ,Köln. Ztg.“ aus Striegau telegrapbiert wird, sind jetzt auch die Porzelianarbeitex in Sorgau und Sophienau aussiändig. Ins- gesammt feiern m Mittelsehlksien bereits 500 PorzeUanarbeiter.
In Nürnberg bsschloß, wie der ,Frks. Ztg.“ berichtet wird, der Verband der Holzindustriellen, einen Theil der For- derungen der Schreiner zu bewiUigen, aber sämmtliche Arbeiter außzusyerren, Wxnn heute der Ausstand in der Eysser'schen Hof- Möbelsabrik nicht beendet sei. (Vergl. Nr. 151 d. Bl.)
In Basel ist der ,Frif. Ztg.“ zufolge zwischen den Posa- mentern und den Bandfabrikanten gestern eine Uebereinkunst festgeseyt worden, wonach den Posamentern ein durchschnittlicber Tag- lobn von 4 Fr. zugesichyrt, die Forderung der zebnstündigen Arbeits- zeit aber abgewiesen wird. Die 900 Ausständian nahmen das Ueber- einkommen an, doch soll an dll zebnsiündigen ' rbeitßzeit festgehalten und diese gelegentlich wieder Gegenstand eines Vorgehens werden. FLY? )sollte die Arbeit wieder aufgenommen werden. (Vgl. Nr. 151 Aus Meran wird der .Voff. ' tg.“ geschrieben: Der Ausstand der hier arbeitenden Maurer (vgl. r. 146 d. B1.) ist schon beendigt. Nach einer längeren Verhandlung zwixchen Arbeitgebern und Arbeitern unter Vermittelung des Gewixrbe-Jn vektors Rziha aus Innsbruck einigte man fick) schließlich dahin, daß den Mautern eine halbe Stunde am Nachmittage freigegeben wurde, worauf die Mehrzahl der Aus- ftändigen die Arbeit am vorigen Freitag wieder aufgenommen hat.
11 Graz befinden sich nach einer Mijtbeüung des .Vorwärtö' 600 jschler wegen Verweigerung des_ Neunftundkntags im Ausstand. Die Gewerbebebörde sucht eine Verstandigung herbeizuführen.
Kunst und Wissenschaft.
Ueber neue Funde in dem römis en Kastell bei Cannstatt berichtet der „Schwäb. Merkur“: eitdem die auf eine Ausbebung des um das Lager sich hinziehenden Grabens und eine Freile ung der Mauerstucht an der Westecke des Kastells hinzielenden, vom annstatter Alterthumsverem mit17lntersti'18unZ1 von seiten des Staats, der Stadt und des württembergiscben ltertbumsvereins veranstalteten Grabungen in 5Al_ngriff genommen find, wurden schon eine Anzahl _von erWabnenSrvertben Funden gemacht. Unter diesZ zählen in erster Linie die Bruchstücke einer sog. Iupiterfaule, d. b._ der Darstellun?) eines über einen am Boden kauernden Barbaren bmwegÉ'eßenden, erittenen Römers. Das eine, einen Theil des Reiters un den_Rumpf des Pferdes bildende Frag- ment ist 47 cm lang, 25 cm brett und 24 qm hoch. Das andere, das den Kopf und Oberleib_des bärtigen, mit faltigem Leibrock beklei- deten Barbaren darstellt, mißt 30 (:m Höhe und 34 cm Breite. Das Material ist gelber Keupersandstein. Ein Bruchstück einer sißendkn weib- licbxn Gewaüdfi ur aus rotbem Sandstein läßt sich_nockxnicht näher bestimmen. Ne en den Skulpturen entdeckte man Pfeile“ von o- kauften und große Sandstemblöcke, an deren einem ein Dollenlo ch) befindet, worin wobl eme Tafel mit Inschrift befestigt war. lese
sämmtlichen Steine stammen offenbar vom Prätorium und wurden zur
“waltun
Planierung der an der Stelzle des Lagerargbens befindlichen Aeckex seinerzxik an die Fundstelle geschleppt. An Munzxn fand _man gleichfalls in dem aufgefüllten Boden in neuester Zeit 9_ Stuck;_ 5 davon _find Bronzemünzen, Tämmtlicb aus der ersten Kaiserzeit (2 Traxgn, ] Antoninus Pius, 2 unbes immbar, 4 Silbermunzen (1 Septimius Severus, 1 Caracalla, 1 lioga al, 1 Alex. ngeruß). Die letzteren fi_nd gut erhalten, von sonders schöner Pra una_ und (_Frbgltung ist _der Septimius Severus-Denar. Die späte te Munze, die bisher im Kaitz-ll überhaupt gefunden wurde, gehört dem Alexaxtder Severus (m_, der im Jahre 222 n. Chr. den Thron bestie und im Jahre 235 tm Lager bei Mainz von seinen aufrühreri?chc-;n S_oldaten _„yiedergxmacht wurde. Es ist wahrscheinlich, daß m_ seine_ Reaxékun Szxtt, m der die Raubschaaren der Alamannen bereits bis "_ck Elia s warmtxn, die Erstürmung oder Räumung des Kastells fagt. _ _af_ur syncht ' auch das im Lager und seiner UmaebuF vxrbalttztßmaßzß h_aufige Vorkommen von Münzen seiner nächsten oxganger m der egierung _ yon der Episode der Hexrscbaft des Macrmus abgesehen _ de_s
eliogabal und Caracalla, von denen der erstere nur 4Jabre lang die
äsarenwürde bekleidete. Von den Funden an T_bonwaaren sind vier wvblerbaltene kleinere» Näpfe und Becher, sowie xine Menge von 136ka ZjZanba und anderen Scherben, dartinter- eine. .Anzahl mit Töpferstempeln, anzuführen. Bronzegegenstande wurden nur wenige gefunden. Es besteht dié Absicht, den _von der außgebobenen Erde sich bildenden Hügel, von dem aus jedénfalls auch eu] wettexer Ausblick nach dem oberen Neckartbal und der Alb ermöglicht wird, später anzupßanzen und interessantere Fundstücke aus ältkrer und ne_uerer Zeit ibeils im reien hübsch zu gruppieren, theils in einem gefchußten Raum zur Austellung zu bringen.
Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.
Berlin. Ngch dem Bericht des Magistrats über die ka- der ftadtischen KanalisationSwerke für die „Fit vom 1. pril 1893 bis 31. März 1894 sind nunmehr don dm 12 Radialsystemen 1 bis Z und 3111 in Betrieb; der Ausbau des ZX. Radialsystems ist noch nichtin Angriff genommen, Weil dieses Gebiet nur sehr schwach bebaut ist. Am Schluß des Berichtsjabrs waren inner- halb des Weicbbildes der Stadt 22661 Grundstücke an die Kanalisation angeschlossen. Die Größe der zur Berieselung aptierten Flächen be- trug 4672,88 113; auf diese wurden 63 554192 cbm Abwaffer geleitet, sodaß durchschnittlich auf 1qm für den Tag 3,731 treffen. Die Kosten des geförderten Abwassers beliefen sick) für 1 cbm auf 0,0149 „44, für den Kopf der Bevölkerung auf 0,581 „zs Die Summe der Ein- nahmen betrug im Berichtsjahre 4908 749,02 „44, die der AuSgaben 7 886 820,24 ck
_ Der GesundbeitSzustand dEr Bevölkérung auf den städtischen Rieselgüterw war ein ünstiger. Von den 2758 Bewohnern starben 21 (0,76 U/q); dle Mebrza [ der Sterbefälle betrafKinder, nämlich 17, von diesen standen 12_im_ersten Lebensjahre. Erkrankungkn sind 573 gemkldet worden. Von Jniekttogskrankbeiten sind bei den Kindern unter 15 Jahren bebb§1chtetworden _26 Falle von Masern,4 äiie von Schar1ach,10 FäÜe voa Dtpotbixrie, 2 Falle von Mumps, 20 älle von Keuchhusten, 15 Fälle von Grippe_(Jnfluenza) u_nd jz; 1 Fall von Windpocken und Crouv. _ Abddmmaltvpbus ist in keinem Falle gemeldet worden. Brech- durchfall_ (81101er [105er8) trat bei 3 Erwachsenen auf und endete stets mrt Genesung; in keinem dieser Fälle wurdxn Kommabazillen aufgefunden. Influenza kam noch bei 55 Erwachsenen zur Behandlung.
C [) o l e r a.
Ru_ß1and. Dem Medizinal-Departement wurden bis zum 25. Mai folgende Erkratikungen (und Todesfäüe) gemeldet: in dem Gouvernement Wolhynien vom 28. April bis 4. Mai 43 (19), Vom 5._bis 11. Mai 38 (16).
Turkei. Zn Konstantinopel wurde am 1. und 6. Juni je 1 Exkraniung (1 Todeséall) bei der Kaserne zu Kuleli festgestellt, in Kleinasien _m Tat us_1)om 23. Mai bis 9. Juni 156 Erkran- kungen (113), m de_n _Ddrsern um Tarsus in derselben Zeit (57), ferner vom 30. Mar bis 1.Juni in Mersina 2 (1), in Rida 1 (1), in Adam; am 28._Mai 5 (1), vom 5. bis 9. Juni 9 (3), in SiS 1130211_)4. bis 8. Juni 23 (10), in Kaisariel) vom 3. bis 5. Juni
_Arabien._ In Mekkg ivurdkn neuer Mittheilung zufolge Vom 1. bis 21. Mai 151 Todesfciüe fsstgestellt, am 31, Mai und 1. Juni ]e 6, Vom 22. bis 30. Mai waren Neuerkrankungen angeblich nicht Vorgekommen. D_a_s Auftreten der Seuche Wurde ferner aus Wadi F_atera und Tat) gemeldet. Die PilgerkaraWane nach Me- dina, _welchi? Mekka am 6. Mai verließ, batte unterwegs zahlreich Todeéfalle. _Dte Karawane von Medina (14 000 Pilger) zählte 654 Todesfalle unter den ilgern, 38 unter den Einwohnern von Meding, 17 unter dem Mi itär. Die Karawane Von Damas- k_us, die am 30. Mai in Mekka eintraf, hatte in Midina 6 TOMS- falle. Beide Karawansn hatten bxi ihrer Ankunft in Mekka keine wei- teren _CbolsrßfaUe. Im Verlauf der drei esttach am Arafat u_nd m Mina schxint die Seuche fich ni t odsr nur in Vér- e_mzelten Fällen _gxzeigt zu babeq. Jm Allae'meinkn babsi: die Pilger uberall den sqnttaren und hygienischen Maßnahmen Widerstand ge- leistet. Jn Dxeddab sollten außerhalb der Stadt Baracken errichtet wyrdcn, um _etwqige Kranke dort Uixterzubringen. sodaß nur gesunde Pilgcr zux Einschiffxxng gekommen waren. Die Behörden haben die Bauten emsieilerx mussen, und Von der Maßregel wurde Abstand ge- ndmmen, weil die Aerzte_ ernstlich bedroht wurden. Aus einem ärzt- lichen Bericht_ gebt übrigxns hervor, daß die Cholera nach Mékfa nicht durch Pilger _aus Singapore, sondern durch das Militär oder durch anatoliscbe Pilger-verscbieppt worden ist,
_Verschiedene Erkrankungen.
Mehr als em Zebntei aller Gestorbenen starben an Diphtherie und eruv (Durchschnitt aller deutschen Berichtsorte 1881/90: 4,49 0/9): m Rostock und _Kxakczu, _ Erkrankungen wurden aus Berlin 131,_Hamburg und Christiania i_e 28, Kopenhagen 33, London 107, Paris 72, St. Petersburg 59, Wien 47 gemeldet, _ Erkrankungsn an Mgsern sind aus Berlin 93, Breslau 181, aus den Regierungs- bezirken Arnsberg 298, _Düffeldorf 174, Hannover106, Hildesheim 133, Mcziicnwerder 144, Wiesbaden 378, aus München 75, Budapést 48, Edinburg 54, Kovenbggen 32, St. Petersburg 58, Wien 278, _ an Scharlach aus Berlirx 91, Breöiau 32, Budapest 29, Kovenbagen 30, London 199 (Krgnkenbauser), Penis 87, St. Petersburg 70, Wien 95, _ an Unterleibstvpbus aus Kopenhagen 84, Paris 35, St. Peters- burg 66 gemeldet worden.
Handel und “Gewerbe.
Tägliche Wagengestelluna für Kohlen und Koks A d __Tnbdeé Fuhr??? ZZ; O1_)_eäfchlefien. ner«urmam...- “* ' " (',-este? 1ZZIUJT-l __ ge 2 t 118„1, nicht rechtzeMa n er e en sind am 26. d. M. ' zeitig gestellt keine Wagen. gestelli 4210“ nicht “ck-
_ _ wangs-Verfteigerungen.
Beim König icbexi Amtheriebt 1 Berlin standen die nachbezeicbneten Grundstucke zur Versteigerung: Hoch meister- straße 31, dem Gutsbesiyer Tb. Blumenthal aebörig' Fläche 10,59 a ; Nußungßwertb 15 400 ".“; für das Meistgebot von 206000 „ck wurde der Rentier Adolf Uckert, Wei enburger tr. 32, Ersteher. _ ?_lite Jakobstr. 39, dem Kau mann einb. Severlob gebortg_; IiuZungSwertb 3400 .,“ Ersteherin wurde die Frau Albert Schuve, osepbstr. 6, mit dem Gebot yon 33 00094
_ Liqutdationskurse der Berliner Börse für Ende Juni 1895. 3% _Dxutsche Reichs-Anleibe 99,70, 39/0 Preuß- Konsols 99,80, Oesterreichische Kredit-Aktien 251,50, Lombarden 46,7 , Yanzosew 184,75, Berliner Handengesellschaft 160,00, Darmstädter
ank-Aktten Mark-St._158,00, Deutsche Bank-Aktien 194,75, Dis- konto-Kommandit-Antbeile 221,50, Dresdner Bank 165,75, National- *