1895 / 153 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 29 Jun 1895 18:00:01 GMT) scan diff

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"„ Nachdem die städtische Hochbau-Deputation an hem Entwurf zu dem AusstellungSqebäude der Stad_t Berlin auf der Ge- werbe-Ausfteaun 1896 einige gerxnge Abandexungen vorgenommen hat, solkdemnäxst mit den Arbeiten zur Ausfuhrung desselben auf dem AusstellungsplaYe begonnen werden.

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Der Platz vor dem Brandenburger Thor wir'kz gegen- wärtig erheblich umgestaljet. Der Bürgerstexg, wird am Tbtergarten sowohl wie am Thor um etwa 2? m verbrxttert und „auch an den Tborsäulen auf den Play vorgerückt. Dxeser Erweiterung ent- sprechen an den Pfeilern _des Thors, zwxschen' den Oeffnungen, zungenartige Vorsprünge, dre das 'Fubrwerk bmxern, scharf_ um die Pfeiler zu biegen und zugleich den' FußZangern, voruber- gekrnd einen ficheren Standort gewähren. Diesem wcck dienen auch zwei große Jnselpekrons gegenüber der Cdazlottenburger Chauffex. Die einflammigen Kandelaber des Bürgerstetgs wkrden durch z_r_vet.- armige mit vier Flammen ersetzt, kie Jnfelperrons erhalten muf- armige Kandelaber.

Für den Bau und Betrieb der Pferdxbg b n linie Tk) urm - stra s; c- P l 6 Z ense e der Großen Verlinkt Pferde - Eissrxbabngesell- „schaft ist nunmehr die ortspolizeiliche Genehmigung erthetlt worden.

Mit Rücksicht “an den Beginn dxr Reisezeit wird darauf hin- gewiesen, daß Bestqungen auf zusammextstellbare Fabr-_ scheinhkfte ohne irgcnd_ welche Bcfcbränkung 1chon erbxblicbe Zeit vor-Antritt dsr Reise autgegebcn werden können, und Haß es sich bei Reiskn, die gleicko zu Anfang der Schul- und GeriZHTHsßrien unter- nommen werden, dringend empfiehlt, die zusammenstßübaren Fab;- schcinbefte möglichst zeitig zu besteüen, wckl *cxkabrungsgema unmittelbar vor d_en_Ferien ein so großer AnYrang ““stattfindkt, da für die pünktliche Ausrertigung der Fabrschsinhesje innerhalb der regel- mäßigen Besteüfrist ksine Gewähr übsrnommkn werden kann. Be- stSUungen nehmen an: in Berlin die Aussabcstcllcn 1ür zusammen- stellbare Fahrscheinhefte auf Bahnhof Alkxanrervlaxz, dsm Anhal- tischen und PotÖYaMLr Bahnhofs, sowie die Annahmestküe auf Bahnhof Friedrichstraße', außerhalb Berlins alle Fabrkarten-Aus- gabeftellen.

Jm Botanischen (Harken blüht jeßt auf den pflanzen- geograpbiscben Anlagxn dss Alpensvstems, dsr Karpatben und des «Himalaya in sehr rercblicbér Menge das Edelweiß (LSOUÖOPOÜÜUW

31951613) und erregt durch die Schönheit seim's Wuchses und die

vrachtige grauseidene ärbung seinkr Blätter und Blütbentbeile die Aufmerksamkeit des ublikums. Noch in viklen dsr neuestcn gärtnerisch?" Handhücher kann man *:th Folgendes lesen: Durch Samen laßt fich das Edelwetx; leicht_ vermehren, auch wird bin und wieder im Flackylande dcr Vermck) gemacht, es zu kultivieren. Hat man eine kalkhaltige Erde zur Verfügun , so g_lückt der Versuch_ auch, besonders wenn man dic Pflanze ni t verzartclt, sondern frei der Wittkrung prengiebj. Die Blumen erlangen jedoch nicht die Weiße Farbe wie die der wildwackosenden. - Daß fich dieser letzte Satz nichj aufre'äoterhalten läßt, daVon können wir uns im Botanischen Gartkn leicht überzeugen. Auch bier finden wir aÜerdmgsE smplare, x_velche vergrünt find, bei welchen die filbcrgraue Farbe Her lüibenköpxchen mehr oder Wenigkr zurücktritt. Daneben sehen wn: aber auch genug Individuen, die denjenigen der Hochgebirge a'n Schönheit kaum nacbftehen und fast alle oder alle die Vorzüge besäßen, welÉe man jenen nachrübmt. Betrachken wir, woher diese Verschiedenheit in der Ausbildtzng vo»; Exemplaren konxmt, die scheinbar unter genau dknselhen Verhaltniffen vegetisren, so" in leicht nachzuweisen daß die Abwetchungen auf die Standortsverbaltniffe zurückzuführen md. Die Exemplare, Welche vöUtg denjenigen aus dxn Hochgebirgen gleichen, stehen auF Vorsprtngendxn Felsen, ganz der greUen Sonne auSgeseßt, und wurzexn tn acrquzu rvmzigen Bodenmengen der Gesteinßrißen. Die vergxuntep Jndjytduen ragegcn habkn ihren Standort auf mehr oder weniger ttefgründtgexn Boden gefunden; ihnen stehen Wasser und Nähr- stoffe; stets m auSretcbender Menge zur Verfügung: Verhältnisse, wie fie 1bnen an dem natürlichen Standorte des Hochgebirges niemals geboten find. 11115 deshalb vergeilcy dies? Exemplare auch; sie n_el)me_n abnorm_'1)tele Nährstoffe aur und gestalten sich, frei vom Katxpse uxns Da1em, zu masfigen Stöcken mit zahlreichen vielblüthigén Bxutherzftaxjden, denen dre Grazie der wildwachsenden Stöcke abgeht. Tre wetßsetdene Behaarung der Blättßr und Blüthenstände, Welche dem 1160515508515], dem EdélWeiß, [einen besonderen Reiz Verlsibt und Es zu etnex der bckayntesten und beliebtesten Pflanzkn gemacht hat, kann 111 der Haupyachc als eine Schutzvorrichtung be- trachtet werden, und zwar insofern, als dadurch die in der Pflanze vorhandenen und durch die Wurzel aus* de'm spärlichen Erdreich? auf- gsrxommenen Waffsrmcrxßeyweniger der Verdunstung ausgeseßt find, w'etl der Haa'rmanxel a nltch xinem Gummibela die Transyiration btndert und emschrmzkt. Wo'dte Pflanze diese S ußvorriäpjung nicbt mxbr braucht, wo 1[)r standig genügkndc, ja übermäßize Feucbti - kett zu Gkbqte stxbt, da ver1chwindet dieselbe im Lau?e mehrerer _aufetnqndersolgender Generationen, d. . in unserem Falle: dre Wetßse1deyen_ Haare werden bsi Edelweißstöcken auf fettxm Boxen ,allmahltch immer lockercr wcrden, die grüne Farbe der Blatxer wird xmmer dxutlicher hervortrkten, die *flanze vsrgrünt zmd verltert auf dress Wene gerade diejenige Eigens aft, welche ihr tbxen besonderen Schmuck Verleiht. ULD auch noch in anderer Weise zergt fich der Emfluß _des zu nährstoffreichen Bodkns. Gewöhnlich [prtcht'man lyon der schoney ,Blütbe' dcs Edelweiß. Was man aber 19 bczetßhnet, ist durchaus keme Bxüthe, sondern eine Mehrzahl derselßen, errx Blutbenstand. Dgs Edelwetß gehört zu der Familie der Köpfchen- blutbler und_bcsz tkleme, unscheinbare Blütben, die jedoch unter nor- malen Verhaltxn en zu_enggejchloffenen Blüthenständen zusammen- treten xmd tn tbrex Getammthcit von prächtig Weißseiven behaarten Hochblattern u_ml)ullt Werden. Auf diese Weise entsteht dann die scheinbare .Blutbe“ des Edelweiß. Die (Exemplare, wslche auf

zu nabrbaftem_ Bodey gewachsen find, lassen sehr deutlich dcn Untersghted zwrschn _Bxütbe und Blütbenftand Lr- kennen. Hter stehen namlxch die einzelnen Blütben

nicht koxfförmxg zu1ammen, ' sonyern die Blütbenftiele haben fich verlangert und dadurck) dre Emzelblütben mehr oder weniger wext Von emander eptfernt. Ein solches Exemplar zeigt dann kaum n_och etwas oder Vtelmebr ntchts_ mehr von der Schönheit des bert- ltchen, yon trocknen [Felsen.berabmckenden Edelweiß des Hockpgebirges: jenes Schmucks, we chen _1eper_K€nner der Ver e liebt * und der oft ;;,urb unxxrß t großen Schwtertgkettcn und unter ebenSgefabr fich er- er en a .

Der Zoologische Garten eröffnet eute eincn soeben voll- endeten Neubau, der dxm Institut zum S muck und einem Thier- bestande, dex den berechtigten Stolz des Gartens bildet, zum künftigen Wohnst dtencn soll: em neues Vogelhaus. Entsprechend dem exotisch- un'ten uz1d farbenfrohen Charakter seiner Bewohner ist das- Zelbe m onentaltfirendem, an den maurijchen anflingendem Stil ge-

alten und berettxt so, durch seine außere Gestaltung auf den Inhalt Vor. „Kunstl'errsch besonders zu beachten find die Kuppeln urxd dle, Atttkq aus .?estanztem und bemaltem resp. ver- Yldetem ka, dte „farbtg-plastt éen Portale und die zart getönten er [,a ungen der Tburen ynd Fen ter. In der Erfindun reizvoll und 111 [1 find der als Mtnaret außgeführte HeizungssYornstein mit upferkrönung und der Vogelfrtes auf blauem Grund der ' unter, der Dachzinne entlang zieht. Jm nnern tft abfichtlxch farbjge Behandlung Vermieden worden, um dre Farben der el selbst und das Grün der Blattpflanzen- gruppetn zu poses; irkyng zu bringen. Das Gebäude ist übrigens nur em Tbetl emxs großeren, Ganzen, das später dyrch ein ver- bindendes Quer ebaude und emen zweiten Seitenflügel an Stelle des zur Zett xxo bestehenden allen, die mittlere große Reibervoliére von drei Setten _unxfaffen soll. Es galt dießmal, die größeren, besonders merkwyrdtgen _und farbenschönen und 'dabei „sebr empfindlichen exotischen Vogel, wte Nashornvögel. PfEfferfreTs . Tukans u. a., m verglasten GewächkbauSvolikzt-en unter mögl chst

' Kuschauerräume des

»e antesten, zugleich aber

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natürliche, ihrem Freileben entsprexhende Bedinßungen zu verjeßen und sie zugleich in effektvoUer Weise ohne Git er hinter Sptegel- scheiben dem Beschauer zu präsentieren. Aehnlich!“ Absichten „lagen zu Grunde bei der in ihrer Art ganz_neuen„Ctynchtung klemxrer, theilweise besonders beizbarer Glaskafige _tnmttten der helden Henzses für die racbtigsten und inter- zartesten apageren und Sing- vögel, wie Breitscbwanzloris, Fledermaus- und andere kleine Kurz- schwanz-Papageien, Tangaren, Honigsaztger, Brillen: ,und Zuckervögel. Schließltcb war es bei dem Neubau eme leitende, ntrgend anderswo bis jest durchgeführte Idee, die ganze, in ihrer Reichhalti keit unübertroffen dastehende Vogelsammlung (über 400 verscbie ene Arten exotischer Vögel, darunter allein weit über 100 Urtext Papageien) dem Bexucher in dreistöckig über einander aus- gesteüten Einzelkäfigen, nach deq wissenschaftlichen Systematik an- Yoxdnet, in naturgesckoichtlicber Reibenwlge vorzuxühren und so dem & rnitbologen und speziellen Vogelfteund Gelegen ext zu ver leichenden Studien, dem Publikum abcr einigermaßexn einen Begri von der überwältigenden Mannigfaltigkeit der «WWU Vogelwelt zu geben. Für an emeffene Temperatur sorgt eine Warmwaßerbeizung, für Luftwchxch_el eine selbständige, mit einem Motor je nach Bedürfniß betriebene Ventilation, für Luftfeuchtung mehrere sowohl im Gewächshaus xvie in den Zusobauerräumen au esteUte Svringbrunnxn mit Wasser erstäubungs - Vorrichtungen. - 5 m morgigen Sonntag findet im Zoologischkn Garten großks Militär-Dopvelfonzert statt,

*welcbes von den Kapellen rss 1. Garde-Feld-Artillerie- und des

2. (Harde-Dragonkr-Regiments ausgeführt wird; _Der Eintrittspreis beträgt 50 «'» (Kinder unter zehn Jabrsn die Halfte). Das Konzert beginnt um 4 Uhr Nachmittags.

Unter großer Betheiligunq ksr Berliner katholischen Bevölkerung

„und Von 26 Vereinen mit Fahnen und Bannern ist heute auf dem

Straßburgsr Platz zu Wilmersdorf Lurch den Propst Dr.Jabnel feisrlich der Grundstcin zu der St. Ludwigskirche gelegt worden. Das nsue Gotteßbaus wixd nacb ken Plänkn des Regierungs- Baumeistcrs Mknkeq in srübgotbi1chcm “Stil. mit Vierungsthurm er- baut und soll 300 Stk.? 400 Sitzpläßx erhalxsn. Die Baukosten smd auf 250 000 „56 vxranschlaßx. Die K_irche 2911 im nächsten Sommer fertig sein: dcr Bauplaß ist ein' G21chenk dcr Bcrlin-Wilmerßdorfer Tkrraingeselljchaft.

Kiek, 28. Juni. . heute Nachmittag yon dem Panzerschiff „Kurfürst Wilhelm“ abgebaltc-ncn Sprcngdtenstübun durch vorzeitiges Ent- zünden einer Sprengvatrone der Se adettVablen, dTr Torpedo- Bootk-mannßmaat Neumann und. die TorVedo-Matwsen Buhmann, Elster und Fischbeck von der zweiten Torpedo-Abtbeilung getödte't, die Heizer Ludwig und Schulz von der zweiten Werftdivifion sehwer, der Lxeutenant zur See Starke, der_ Torpedo-Ober-Mascbinistenmaat Gloyßein und_ dEr Torpedo-Matroxe Betait Von der 2. Torpedo- Abtbetlung [Licht verwundet. Das Schiffsunglück ereignete fich um 3 Uhr in der StranderkBgcht. Das Explodieren der Sprengpatrone geschah an Bord der nyane dcs Panzers, von welcher das Vorderdeck fortgeriffkn wurde. Dkk Pinaffe wurde Vom Dampfer „Stein- mann“, nachdexm Aerzte von den Schulschiffen „Stein“ und .Moltke“, sorxqe yon Jriedrichéort an Bord gegangon waren, nach dem in der Wtker Bu t liegenden Panzer .Kurfür1t Friedrich Wil- helm" geschleppt. Dre Todten und Verwundeten wurden vom Dampfer ,Steinmann' nach der. Akademiebrückx gebracht und Von dort nach der Leickoenhaüe bezw.. ms Lazaretb ge1chafft. Die EM Hafen liegenden Krsiegtssckpiffe, auch dre amerikanischen, haben ihre Flagge halbstock ge ey .

Burgditbmarfchen, 28. Juni. Heute Nackymittag 3 Uhr pasfierte b€i yiedrigstem Wafferstande das türkische Krie sschiff , Fuad aus dem Wege von Kiel durch dkn Kaiser-Wilbe m-Kanal nach der Elbe den hiesigen Ort.

München, 28. Juni. Wie dis biefigen Blätter melden, läßt Seine Königliche „Hoheit der Prinz-Reg_ent Luitpold die nun- mehr genehmigte Gedächtnißkapelle für König Ludwig 11. im Schlosspark zn Berg am Starnbergkr SSL mit einkm Kosten- aufwande von 400000 „ck ausführen.

Nach amtlicher Meldung wurden bei einer Friedrich

Wien, 26. Juni. Vor Linigen Tagen hat unter dem Vorfiß des Grafen Hugo Abensperg-Traun in Wisn eine Sißun des Exekutiv-Cozprtés der für die „Zeit Vom Januar bis Mai 18 6 im Kaiserlich Königlich österrkichxschen Museum bikrsélbst geplanten „Wiener Kongreß-Ausstellung: stattgefunden. Die in dieser Sißung erstatteten Berichte stellten fest. daß fich in den weitcsten Kreisen das lehbafteste Interesse für die YuSsteUung bekhätigt und daß fich die1elbe im Hinblick ans dis zahlréicben be- deutenden Anmeldungkn zu einer der interes-santesten Aus- Hellungen gestalten wird, welche Wien seit lan em gesehen hat.

ußer den bisher angkmeldeten Objekten stehen nockg) Anmeldungen aus Süd- und Nord-Deutschland, Dänemark, England, Frankreich, Hannd, Rußland, Schwxden und Norwegen in Ausficht. Die Ausstellung soll Luk) nicht aus den Wiener Kongreß und das Kongrsfzjabr allein bezie kn, sondern die gesammte Kunst- und Kulturgeschichte Europas Von 1800-1825 zur Anschauung bringen. Weitcre Anmeldungsn werden mit Dank angenommen. Das ausführliche Programm steht auf Wunsch zur Verfüsung. Zuschriftkn find an dqs Kaiskrlicl) Königlich österreichische Muteum für Kunst und Industrie (Wien, ]., Stubenring 5) zu richten.

Wien, 28. Juni. Beim Revidieren der elektrischen Be- leuchtun_g eines Hauses auf dem Kolowratring ist, wie das „D. B. .' nxeldet , heute der Monteur der internationalen Elektrixitats-chellsckpaft, Johann Denza, getödtet worden. Das Unglück ist dadurch entstanden, das; der Monteur die Drähte berührte, ohne zuerst Gummihandschuhe anzuziehen.

Paris, 28. Juni. Für die m_oxgige Eröffxxung des 5. inter- nationalen Kongresses für Gesangnißwexcn in Paris find folgende Bestimmungen getroffen zvoxden: Am Sonnabend Abend ist Empfang xm Elysée. Die fererltcbe Erßffnung erfolgt in der Sorbonne am Sonntag, Nachmittags 4 Uhr, 111 Gegenwart des Prä- sidenten der Republik. Abends'giebt das Comité den Dele rrten ein Bankett. Am Montag, Vormtttags 9 Uhr, beginnen die Ar eiten des Kongreffes.

Rom, 28. Juni. Nach ciner Meldunlg der „Agenzia Stefani“ aus Korsör wird die .Sardegna“ (verg. Nr. 150 u. 152 d.Bl.) nach Wiederaufnahme des außgescbifften Theils der Ladung am 30. d. M. die Reise nach Portland forseßen.

Ferrol, 28. Juni. „W. T. B.“ meldet: In dem Dorf San Mateo kam es gelegentlich des Ktrchweibfestes in dem Au en- blick, als die'Prozesfion die Kixcbe verlassen wollte, zu einer blut en Schlä erer,1vobeidie Strettenden von Revolvern und Stö en Gebrauß; machten. Den Grund zu der Sckolägerei hatte ein Streit darüber egeben, wer das Bild des Schu patrons des Dorfes tragen solle. ierzig Personen, darunter der Parker des Dorfes und ein anderer Priester, wurden verwundet.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

Kiel, 29. Juni. (W. T. B.) Die gestrige Explosion er- folgte in der Stranderbucht bei Buell. Nachdem die erste Sprengpatronq ohne Zwischenfall bei der Uebung verankert war und fuxktwniext hatte, entzündete sich aus btsber unbe- kannten Grunden dte zweite Pairone vorzeitig. Zwei Leichen find

bis er ebor en, "rdieAuffindung der übrigen dreiLeicbenist eine Be hYung Yusxßschrieben. Der Zu and der Verwundeten ift

dezt Umständen nach befriedigend. ieutenant Starke hat a:: berden Beinen schwere Fleischmundetx, der Knochen ist jedoch uyyerlest; die Aerzte hoffen, den Lteutezmnt Starke seedienft- fahulz zu erhalten. Dre Untersuchung uber dxc Ursachen der Exp ofton ift eingeleitet.

Mitau, 29. Juni. (W. T. B.) Auf dem baltischen Gesangsfeste verlas der Gouverneur ein Telegramm, Welches de_r Katser als Antwort auf die Huldigungen 'der Be- vo'lkerunggesandt hatte. Das Telegramm lautet: „Ueber- mttte_ln Sie dem, Adel, der städtischen und der ländlichen Vevolkerung _memen Davk für die um Ausdruck ge; brachten Gefuhle. " Ich Jvünsche dem kurlandischen Gouverne- 1116111 wetteres Vluhen msBestande unseres Dte Depesckxe wurde mit Jubel begtü t. «ämmtliche an- wescnden Sanger'sangen mehrere Male ie russische National- hymne, deren Wrederholung stürmisch verlangt wurde.

(Fortscßung deS Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)

Wetterbericht v.... 29. Juni, Z Uhr Morgens.

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ÄÖZ§ch UFZ Belmuüet . . . . . . . 753 ZWNW 2 halb bed. 14 Aberdeen . . . . . . . ' 753 "SO 2 halb bed. 14 Christiansund . . . . . . ' 757 ZW ZNebel ' 12 Kopenhagen . . . . . . 759 ÉWNW 1 bedeckt 18 Stockholm . . . . . . . » 756 WNW Lbcdeckt 15 Laparanda . . . . . . . 759 “NO 6§wolkenlos 16 t. etersburg . . . . . Z 75] 1RMO 2jbedeckt 16 M98 au . . . . . . . . 748 SSW 22Regen 12 Cork, Queenswwn . . . . 7 754 SO 1on1kig 15 Felder . . . . . . . . ; 758 SW 1ßwokkig 17 “th . . . . . . . . . * 759 SW 1§bedeckt 16 Hamburg . . . . . . . J 760 W 1Zbed€ckt 15 Swmemünde . . . . . . ? 759 SW Ubalb bed. 18 Neufabrwaffer . . . . . . ; 758 W ZTwolkenws 19

Memel . . . . . . . . F__756 VW „__-ZZDunst 18_- Paxis . . . . . . . . . , 759 SSO 1xbalb ved. 19 Munster . . . . . . . . : 7 59 NO 1xwolkia 16 Karlßruhe . . . . . . . . 760 SW ILDunst 22. WisS-baden . . . . . . . : 759 ftiüswolkig 18 Münäpx'n . . . . . . . : 764 W 2Zwolkig 22 (33szan . . . . . . . Z 760 ;SW 2jwolkig 20 Bßrlxn . . . . . . . . ? 760 NO 1iwolkigl) 19 ern . . . . . . . . . x 763 stjuxwolkenlos 16 Breslau . . . . . . . . 762 SW 1Zwolkis 17 Jxe d'Aix . . . . . . . ; 760 N Zbedeckt 18 Nizza . . . . . . . . . i 764 still;bedeckt 20 Triest. . . . . 764 S 1,5a1'b bed. 1 24

1) Abends Gewitter. . _ Uebersicht der Witterung.

, Eine yber dem nordWestltchen Europa lie ende flache Depresfion bat 1bren_Emf1uß über Zentral-Europa ausge reitet, wo schwache süd- tyestlx xmd westliche Winpe vorherrschend gewesen find. Eine anders ztxmlt ttefe Depression [regt üher dem Innern Rußlands. Am hochsten, 775 wm übersteigenx, ist der Luftdruck über der Balkan- halbmsel. In Deutschland rst das Wetter durchschnitt1ich ziemlich warm und außer an_der westdeutschen Küste. wo zum tbeil ngen- xvettcer herrscht, yorwtegend heiter. ' Jn dkn deutschen Küstengebieten tft stellenwetse Regen gefallen, xxxejst aber nur in geringer Menge. Hambyrg, Magdeburg xmd Berlm haxten gestern Nachmittag Gewitter. Auch m Zentralftankretch und Nordöxterretch gingen Gewitter nieder. D eutsche Seewartc.

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Theater-Auzeigen.

Lkrüner *Theatkr, Sonntag, Nachmittags ZT Uhr: Die Kreuzelsckjreibex. - Abends 7T Uhr: Der Pfarrer von Kirch- feld. (Leßte Aufführung Vor den Theaterferien.)

ULULI Theater. Schiffbauerdamm 4a./ 5. Sonntag: Enfemble-(Hastspiel der Mitglieder des Carl SchulZe-Tbeaters (Ham- burg) yntex Leitung des Direktors José Ferenczy. Tata-Toto. Vaudemlle m 3 Akten nacb Bilbaud und Barré von Victor Léon und F. chX. Mufik von Antoine Banés. Anfang 7x Uhr.

Montag: Tata-Toto.

Theater Unter den Enden. Bebrenstr.55/57. Direktion: Julius_ ri sche. Sonntag: Schluß der Saison: Ms; Helyett. Vaudeyt e- perette in 3 Akten Von Maxime Boucheron. Deutsch von Richard Genéc. Musik von E.?ludran. Dirigent: Herr Kapell- meister Jedermann. Anfang 74 Uhr.

Wiedereröffnung: 1. August 1895.

Familien-Nachrickxten.

Verlobt: rl. Lucie Werner mit rn. orxt- Assessor Herrmann Lange Ber in-Friedrichörub). - rl. li abet!) Schwißky mit rn. farrer Gerhard Richert (Emden-Polisig). -- Frl. Elly

öt er xnit Hrn. Lieutenant Ewald Koppe (Görlt _Glaß).

Verx elt t: Hr. Ma'or von Kalckreutb mit arie Freiin von Rethniß( eifse). - r. Lieutenant Kurt Schaumann mit Frl- Ltllt Becker (Uelzen).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Landrat!) Von Bülow-Botbkamp (Botbkam ). - Eine Tochter: Hrn Pastor P. Scholz (Volkets- xÉrf bse; nedeberg a. Qu.). -- Hrn. Hauptmann von Stößel

nger .

Gestorben: Verw. Fr. Justi Rath Louise Heinzel, geb. Claaßen (Bunzlau). - Fm. Heinri von Ztvewiy Töchterchen Eveline (Zivewiy). -- r. Oberst 3.5). Clemens von Kiesenwetter (Wixx- baden). - Ehren ftSdame zu Wunstorf, Domina kes Sttsts Marieenfließ Frl. lisabetb von Wtßleben (Altdöbern).

Verannvortlicher Redakteur: Siemenroth in Berlin. Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und VerlagSanftalt- Berlin ZW., Wilhelmstraße 32.

Acht Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage).

roßen Reichs.“ _

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Erste Beilage

zum „Deutschen Reichs-Anzeiger nnd Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Königreich Preußen. „Ministerium der öffentlichen Arbeiten.

Im Anschluß an die Vorschriften über die Ausbildung und Prüfung für, den Staatsdienst im Baufache vom 15. April 1895 [affe ich Euer (Titel) anbei 5 Exemplare einer von mir unter dem 18. Juni d. J. erlassenen neuen Anweisung, be- treffend die Ausbildung der Regierungs-Bauführer des Hoch- und des Wasserbaufachs, mit dem Be- merken ergebenst zugeben, daß dieselbe fortan an die Sthe der Anweisung vom 15. November 1886 tritt.

Indem ich auf die Vorschriften der neuen Anweisung im einzelnen Bezug nehme, bemerke ich hier im allgemeinen, daß die Leitung und Ueberwachung des Ausbildungsgangs dcr Regierungs-Baufübrer den Präfidenten der im § 28 der Prüfungsvorscbriften vom 15. April 1895 beeichnetcn Ve- ?örden unter Mitwirkung der bautechnischen itglieder der eßteren obliegt. Ich darf erwarten, daß Euer (Titel) der Beachtung der Vorschriften der anbei f01genden Anweisung Ihr Augenmerk zuwenden und dafür sorgen werden, daß den angehenden Staats-Bau- beamten eine sachgemäße, gründliche und umfassende Ausbildung zu tbeil wird, dax; sowohl bei der Ernennung zum Negicrungs-Vauführer als auch bei der Ueberweisung von einem Beschäftigungsabschnitt zum andern jeder un: nöthige Zeitverlust vermieden und das; endlich während

des leßten VcschäftigungSabschnitts dcn Regierungs- Baufübrern durch Betheiligung an den Sißungen des Kollegiums bezw. der einzelnen Abthetlungen

déssclben und durch eranzichung zum Vortrage der von ihnen bearbeiteten Sa en (Helsgenheit gkbotkn wird, über dcn Geschäfthang und die Reffortverhälfniffe einen Ueberblick zu gewinnen und fick) 'm der Entwickelung ihrsr Anficht in freier

Rede Fu üben. . Bei dsr mittels Erlaffes vom 15. November 1886 - 111 19982 _ angeordneten anährlichcn Einreichung cines

Vsrzeichniffes der während des Vorjahres im dortigen Ver: waltunasbezirk bkfchäftigt gewesenen Re„ierungs-Baufük)rer unter B:.“zcichnung der Fachrtcbtung und urzer Angabe des AnsbildungSgangs behält es sein Bkwcnden. Berlin, den 18. Juni 1895. Der Minister der öffentlichen Arbeiten. Thielen.

Nn sämmtliche Königüche Regiertlngs:Präsidenten, den Dirigenten der Ministerial-, Militär- und Bau: kommisfion, den Königlichsn Polizei-Zräfidcnten b'rkrsclbst, den Vorfißcnden der Königli cn Kanal: Kommission zu Münstsr und an die Königlichen Obcr:Präfidenten zu Breslan, Koblenz, Danzig und Magdeburg.

Anweisung

für die praktische Ausbildung dcr_ Regicxrungs: Bauführer des Hoch- und des Was1erbau1achs. Allgsmeinc Bestimmungsn.

H 1.

Die im J 30 der Vorsch'riftkn Über die Ausbildtmg und Prüfung für den Staatsdienst im BMW).“ vom 15, April 1895 für die RegierungsBaufÜbrcr des Hock): und des Wasser- ba1:fack)s vorgeschricbc-ne drxijährigc praktische Ausbildung zerfäUt in:

eine cinjähriqs Beschäftigung bei den Vorbereitungen von Bauten, bei Vaubetricben und bei dcr Hkrstcllung von Baugegsnständen in Werkstättcn U. dergl.,

cine achtzehnmonatliche Beschäftigung bei dcr Leitung von Bauausführungen,

c.nc dreimonatlichs Bkschäftigung im Barsan cines Kreis: oder Waffcrbaubcamten und

Eile dreimonatlicbe Bkscbäftigung bci ciner Regißxyng (in Berlin bei dsr Ministerial-, Militär: und Baukommimwn) odcr ciner Strombauvcrwalmng.

2.

Die Beaufstchtigung und Zeitung der pxaktischkn Ausbildung dsr Regierungs-Bauführer liegt den Präßtdemcn der im F, 28 der Prüfungsvorschriften vom 15. April 1895 bkzeickmeten Be: hörden und dcnbautechnischen Mitglikdcrn dcrjelven ob.D18seh„aben nicht nm.“ die dienstliche Thätigkxit der Nc*gi9_r11ng§-Bauf1:l)r§r bei der hetrcffenden Behörde zu Überwachcn, xorzdern m_:ch _fur ihre zweckmäßige Beschäftigung während der ührtgen Abxchnxttc der praktischen Ausbildung und für die Ecthetlung dtxsbezng: licher Weisungen an die mit der Ausbildung der RegtcrUngs- Bauführer betrauten Kreis- oder Wafferbauveamten zu sorgen.

§3. . Bei der Beschäftigung der chierungS-Bauführer wahrend ihrer praktischen Ausbildung ist stets im Auge_ zu hehalten, daß die leßtere ausschließlich denFmeck verfolgt, dte_R2g1crungs: Bauführer in alle Zweige des aumesens_ einzufahren. Jede hierdurch nicht gerechtfertigte, lediglich ans Aush1lfc ach; Er: leichterung der Beamten gerichtete Thätigkkit der Baufuhrer ist daher zu vermciden.

Einjährige Beschäftigung bei dyn Vorbereitungen von Bauten, bei Baubetrteben u. s. w.

4.

Bchufs Einführung in §oie Vorbereitungen von Bquten sowie des Baubetriebes sind die chierngß-Bauführcr LMM! Kreis- oder Wafferbaubeamten zu überwetscn. Bet der Aus: wahl dieser Beamten ist darauf zu achten, daß nach dem Unz- fange und der Art der in ihrem Geschäftsbeztrke zur Erledt: gung kommenden Dienstgescbäfte den ihnen ybertmesenen Re- gierungs-Bauführern auNeichendc Gelegenheit geboten wrrd, ?Das Bauwesen und den Baubetrieb in der Praxis kennen zu ernen.

Dem Um ange der Dienstgeschäfte ist auch _die Zahl der den einzelnen aubeamten zu überweisenden Re terungs-Bau- führer anzupassen. Baubeamten, welchen nach age der Vex- hältnisZ in ihrem Geschäftsbezirk die Ausführung [elbft klet- nerer aufen nicht obliegt, dürfen RegierungL-Baufuhrer zum

Berlin, Sonnabend, den 29. Juni

weck ihrer Einführung in das praktische Bauwesen und den

5 aubetrieb nicht zugethcilt werden. § 5.

Die Regierungs-Bauführer sind während der “Dauer dieser

Bcschäfti_ ung: .

im ?Vimter, so lange die Ausführung der Bauten ruht,

bei der Anfertigung von Kostenüberschlägen sorpic von An:

schlägen nebst Erläuterungsberichten nach den *ÜLUSÜTUÖFU Be-

stimmungen zu betheiligen, daneben auch zu der Aufstellung

von Bauentwürfen heranzuziehen, mit den Bestimmungen über

.das Veröingungé- und Vertragszwesen sowie mit der bei Bauten

vorkommenden Buchführung und Rechnungslegung bkkannt zu machen und in deren Handhabung zu üben

im Sommer, so lange die Bauten s"1ch fortführen lassen, auf den Bausthen mit aUen' wichtigen Vorgängen bekannt zu machen und über den Zweck und d'xe Bedeutung der getroffenen Anordnungen, nöthigenfaUs durck) unmittelbaren Verkehr mit

Meistern, Polieren und Werkführern, zu unterrichten.

§ 6.

Es ist ferner darauf zu halten, daß jeder Regierungs- Baufübrer zur AUSarbeitung von Bauzcichnungen in größerem Maßstabe herangezogen, mit der Absteckung von Bauwerken, der Ausführung von Flächen- und Höhenmessungen beschäftigt und mit der Herstellung von Stein: und Holzverbänden, den bei Bauten zur Anwendung kommenden Rüstungen, mit den Ei cnschaften der gebräuchlichkn Baumaterialien, ihrer Her- stc ung und den bet der Abnahme derselben sowie von Bau: arbeitkn zu bsobachtenden Grundsäßen im Wege dkr eigenen Anschauung eingehend bekannt gemacht wird. _-

Die RegierungS-Bauführer des Hochbaufachs haben nch außerdem Über das Abbinden und Zulegen von Balkcnlagen und Dachkonstruktionen auf dem Zimrnkrplaß und über die Art der Anfertigung von Bauarbeiten in Tischlcr: und Schloffcrwerkstätten durch öfteren Besuch derselben zu unter: richten. Die Regikrungs-Bauführer dcs Wasserbaufachs sind in der Ausführung von Erdarbeitxn, Ramm- und Betanke- rungeZarbciten, ferner in der Abjtecknng und Ausführung von StromregulikrungeZwerken sowie in dcr Ansführung von Peilungen und GcschwindigkeitÉ-Mffungen zu untsrweisen.

8 7.

Bki der BsschäftiMng iZ ersten Jahre haben die Bau: beamtcn stets im Auge zu bshalten, dasz dic Regicrtxngs- Bauführor zu selbständiger Thätigkcit noch nicht vorgebildet smd. Es soll jedoch ge1tatt€t sein, diesslbcn auInahmswoisL mit der Abnahme von Materkaiisn sowie mit_d€n_t Aufmässn UUSJefÜl)rter Arbsiwn zu beauftragen, sobald 1:8 nch nach der Ueberzaugung dcr Baneamten die nöthigen Kenntnisse an: gkeignct 11110 als zuverläffig erwiesen haben.

2

In dsm von derm Bauöveamtcn auszustküendsn Zeugnis; Über Die einjährige V.schäftigung bei den Vorbercitungen von Bauksn sowie bc'x Baubstrieben hat derselbe fich nicht nur im allgemeinen Übé'l' dic Lsistungkn dcs NegicrungsBaufÜhrers a11§z11syrcchcn, fondcrn unter Bczcichnung der Entwürfe und Bauwsrfe cmeübrltck) darzulsgen, welchc Arbeitcn dcr ngie: rnngNBaufüUrkx“ gkfertigt hat, und inwieweit es demselbkn gclnngc'n ist, sick) mit dM im § 6 bezeichnktcn Einzslheifcn bc: fannt zu machon. _

Den Regierungs-Bauführcrn des WafferbaufaW muß außerdkm bescheinigt werden, daß die nach dsr Voxschrift im § 6 dieskr Anweisung von densclben aUSgcfÜhrxen Mes: sungen die selbständige Aufnahme Und Auftragung einer Fläche von mindestsns 5 113 Größe mit verschiedenen Kulturen und Baulichkeiten sowie die selbständige Aufmahme cines Höhen: Flames von mindestens 2 km Länge umfaßt habsn.

Achtzehnmonatliche Beschäftigung bei dcr Lsitung von Bauausführungen. 9.

Währcnd der Dauer von achtzehn Monaten sind die chierungs-Bauführcr bei der Leimng von BaUausfÜvrungcn zu beschäftigen und zu dem Zweck einsm der im Z 4 _ge: nannten Bcamten für bestimmte Bautcn zu überwci1cn, sofsrn ihncn nicht auf bcsondersn Antrag gestattet wird, nach Maßgabe der Bestimmungen in § 32 der Vorschriften 11691“ die Ausbildung und Prüfung für den Staatsdienst im Baufacbc vom 15. April 1895 anderweit als Bauführer tbätig zu sein. Vergleichen Anträgen soU, wenn nicht besondere Bedenken ObWÜltLU, stattgegeben werden, doch ist vorher zu prüfen, ob der betrcffknöe Technikcr bezw. nicht im Staats- dienst stehsndc Baubeamte für die erfolgreiche Ausbildung des RegierungeZ-Vauführers genügende Gewähr bietet und geneigt ist, denselben im Sinne des § 10 dieser Anweisung zu be- schäftigen sowie über seine Leistungen ein Zeugnis; in der im J 11 vorgeschriebenen Form auszustellen.

Bei der Vertheilung dcr Regierungs- Bauführer sind die Anlagen und die bisherigen Leistungen derselben in Betracht zu ziehen. Die tüchtigften Kräfte sind besonders wichti en oder kleineren, von dem Wohnorte dcs Baubeamten ent ernt lie; genden Bauten zuzutheilen, welcbe deshalb von dem Regie- rungs-Baufkthrer mit größerer Selbständigkeit gcleitct werdcn mü'jen.

' Insoweit die kostenpflichtige Anyahme __eines Bauführers in den betreffenden Anschlcß'gen vorgcckxn nt, find die Regie: rungs-Bauführer nach Maßgabe der estrmmungen des Erlaffes vom 21. November 1886 - 111 19346 - zu bcsolden.

§ 10.

Während des achtzehnmonatlichen Yitraums ihrer Be- schäftigung bei der Leitung von * m_:ten sollen die Regierungs : Bauführer in aßen Zwergen dxr Aus»- führung eines Baues unterwicjen und m diejer Rich: tung möglichst vielseitig geschult werden. Zu dem Zweck find fie durch unmittelbare Theilnahme an den die Einleitung und Ausführung betreffenden Anordnungen zur selbständi en Einhaltung des vorgeschriebenen Ges_chäft6gangs und duch AUSarbeitunJ von Detailzeichnungen. u. 1. w., durch häufigen Verkehr mit en Unternehmern sonne durch Ueber: wachung ämmtlicher Bauarbeiten und Prüfung der ange»- lieferten aterialien mit allen Einzelheiten der Bauausführung

1Z95.

so vertraut zu machen, daß sie im_stande sind, mit Erfolg _die Ausführung kleinerer Bauten selbständig zu leiten und „den Werth dcr Handwerkerleistungen sowie der Baumaterialien steher zu bcrxxttzeilcn. § 11

In dem von dem Bauveamten auszustellenden Zeugnisse über die achtzehnmonatliche Beschäftigung bei der Leitung von Bauausfühmmgen hat fich derselbe nicht nur im allgemeinen über die Leistungen des Regierungs : Bauführers aux zusprechen unD zu bescheinigen, daß leßterer das im § 10 bezeichnete Ziel erreicht hat, 19ndern“ auch“ näher anzugeben, in * wre weit der chrerun ?. - Bauführer bei der Bearbeitung von Einzelheiten ?

u wichtigere Theile des Vauwexks sich bewährt, mit den Unternehmern, zu verkehren verstgndeü und bei der Abnahme von Bauarbetten und Materialien die erforderliche Sicherheit in der Beurtheilung derselben bewiU'Sn hat.

Dreimoxxaxkixhe Beschäftigung in dem Bureau ' eine?. KrcTH- oder Wasserbaubcamten. Z 12.

Zur ETKF'ÜZWNZ in den Praktischen Verwaltungsdienst eines KreiH: 135€? Waserbaubeamten sind die Regisrungs- Bauführer nnr solch€n Beamten zu übkrweisen, welche ihnen nach dem Umfange Und dsr V?.e1jkitigkeit der zu erledigcnden Geschäfte ausrcickzendeleegEnheTr bieten können, den gedachten Dienst in allen Zweigen kennen zu lernen.

““*“ 13. 8

Während dicsés ZLitraumH sollen dix: RegierungI-Baufübrer mit der Einrichtung des Bureaus sines“ Kreis- bezw, Wafferbau- beamten sowie mit den daselbst vorkommenden Verwaltungs: geschäften sick) eingshcnd Uertraut machen uxW die Art der Bearbei- tun derleßteren erlernen. Demgemäß 1ind dieselben über die Ste ung Limes Kreis: bszw. Wasserbaubeamten 31: der vor- geseßten sowie zu andersn Bchördsn und Beamten zu unter: richten, mit der Einrichtung der Registratur und des Journals sowie mit den für die Handhabung des Disnstes ergangenen allgemeinen Verfügungen und Bsstimmungen bekannt zu machen und im Entwerfen von Berichten Und sonstigen dienst- lichen Schriftstücken zu üben.2 14

z .

Damit das mit dsr besondércn Ueberwachung des Aux"- bildungsgangs der RegierungS:Baufük)rcr betraute bautechnifche Mitglied der Regierung odsr Strombauvcrwaltung Über die Leistungen der Régicrux1g§:Ba1:fÜk)rer in Ksnntnifz erhalten wird, Und die [thcrcn bci aUen von ihnen entworfenen Be: richten als Referenten aufzuführen.

“8 15, d

In dem von dem Baubeamtcn Über die drsimonatliche Beschäftigung in seinem Bureau auszasteUendcn Zeugnisse ist ein zusammenfuffeNdss Urtheil Über die Thatigfkit dcr chierungS:VanfÜ[)rer abzxxgebcn und inshesondere zu be- zeugen, welchen Grad von Gewandtheit 1ich dieselben in dor Abfassung dienstlicheér Schriftstücke erworben haben.

Dreimonatliche Beschäftigung bLi Liner Regierung oder einer Strombauverwaltung. Z 16.

Währsnd dcr Beschäftigung bei eincr Regierung oder einer Strombauverwaltung soUsn dic: ngierungs:BaufÜhrer einerseits die Zasammenseßung uud die Zuständigkeit diefer Béhörden im allgemeinen, andsrerscits ihre Einrichtung und ibrcn Geschäfteögang im bksondexen kennen lernsn. Demgemäß find dieselben auch in der ngijtrawr, 'm der Expedition und KalkUlatur unter Anleitung der betreffenden Beamtsn zu be- schäftigen und mit Hen für disse Verwaltangszweige erlaffcncn Vorschriften, dcn bsytehemdcn Einrtchtungen und der Erledigung der vorkommenden Geschäfte vcrtraut zu machen.

Im übrigen sind die Regisrungsp-Bauführer im Bureau dcs bétreffenden „bautechnischen Mitgliedes zu den daselbst vor- liegenden Arbeiten der Verwaltung und technischen Prüfung heranzuziehen, an den Sißungen dsr einzelnen Abtheilungen regelmäßig zn betheiligen, mit dem Vortrage der ihnen zur Bearbeitung überwiescncn Sachon in der Sißung zu beauf- tragen und in dcr Entwickslung ihrer Anstcht in freier Rede zu Üben.

Berlin, den 18. Juni 1895.

Der Minister der öffentlichen Arbcitsn, Thielen.

Personal-Veränderungeu.

Königlich Preußische Armee.

_Offiz'rere, Portepee-_Fäbnriche xc. (Ernennungen, Beförderungen End Verjesungxn. Jm aktiven Heere. Kiel, an Bord H.R. Yacht ,Hobenzollern', 25. Juni. Tholen, Major 5 13 MW 72224 Bad.Fuß-Art. Regts. Nr. 14 und Direktionsmjtglied dsr Vcrsinigten Art. und Jngen Schule, zur Vertretung d€§_ Kommandxurs zum bein. Fus; - Art. Regt. Nr. 8, Schwedler. Pauvtm. 5 18 ZUÜQS dss Rhein. Fuß-Art. Regts. Nr.8 und Vorstand des Art. kaots in Caffcl, zur Vertretung des Direktionsmitglisdes der Vereinigten Art. und Jagen. Schule.-- kom- mandiert. Müxler 11, Zsug-Lt. vom Art. Depot in Mainz, zum Keug-Pr. Lt._ befördert. Achenbach, Hauptm. a. D., zuletzt Komp.

bcf im Ins. Regt; Nr. 143, mit „seiner enfion zur Di-Zv. gesteüt und zum Bßztrks-Osfizler bei dem Landw. » ezirk Meschede ernannt.

Abschtedsbewilligungen. Jm aktiven Heere. Kiel, anKBord S. M. Yacht ,Hobenzollern“. 25. Juni. v. “Stangen [„ Sec. Lt. vom Infanterie-Regt. von Alwensleben (6. Brandenburg.) Nr. 52, mit Penfion nkbst Ausßcht auf An- stellung im Zivildienst, Nebus, Sec. Lt. vom 1. Hen. Inf. Regt. Nr. 81, mit Penfion, Pausch- SLZ. Lt. Vom 1. Hannov. Dr.;z. Regt. Nr. 9, mit Penfion, - der Abscbikd bewilligt.

Jm Sanitäts-Korps. Kiel, an Bord S. M. Yacht „Hohenzollern“, 25. Juni. Die Stabs- und Bots. Aerzte: ])r. Stutz vom Pion. Bat. Nr. 16, zum Ober-Stabsarzt 2. Kl. und Regts. Arzt des Drag. Regis. Von_ Wedel (Pomm) Nr. 11. ])r. Espeut vom 2. Bat. des Königin Elimbetb Garde-Gren. Regts. Nr. 3, zum Ober-Stabsarxt 2. Kl. und Reats. Arzt des Gren. Regts, König Friedrich Wilhelm 17. (1. Pomm?Zl Nr. 2, Dr. Böttcher vom 8. Bat. des Inf. Regts. von [venslebm

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