Rentengütern hat das Staats-Ministerium eingehende kommiffarifckpe Erwägungen unter den betbciligten Ressorts angeordnet. Jch bemerke, daß nach zwei Richtungen bin Veratbungen stattgefunden haben: einmal, ob die Anfiedlungs-Kommission nicht mit den General- Kommisfionen in engere Verbindung bezüglich des beiderseitigen Vor- gehens zu treten babe, als das bisher der Fall war, namentlich, ob die Zwecke, die mit der Ansiedlung deutscher Besißer in den polnischen Landestbeilen der Monarchie verfolgt werden, nicht durch nicht Ent- sprechendes Vorgehen der General-Kommisfionen durchkr€uzi werden. In dieser Beziehung baben eingcbende Untersuchungen stattgefunden, und neuerdings ist Anweisung erfolgt, das; die Ansiedlungs- Kommisfion und die General-Kommissionen fich gegenseitig so- wohl bei der Ausweisung Von Rentengütern als bei der sog. Adjazentenaustbeilung, an bestebsnde Güter in Verbindung zu“ feßen haben. Im übrigen babe ich keine Veranlaffung, auf die Rentengutsfrage weiter einzugeben, da fie ja bei der Beratbung über das Gesetz, betr. die Errichtung einer General-Kommisfion in Königs- berg, erst gestern Gegenstand einer sehr eingebendrn Beratbung hier im hohen Harufe gewesen ist. Sollten noch weitere Mittheilungen ge- wünscht werden, so bin ich bereit, solche zu ?rtbeilen.
9) Es find anläßlich der Beschlüsse 26 9 und 10 zur Hebung des landwirtbfcbaftlickpkn Real- und Personalkredits vom Staats-Ministerium nähere Erwägungen unter den betbeiligten Ressorts in die Wege geleitet. Ick) scheide zunächst die Frage des Personalkredits mit dem Hinweis darauf aus, daß das hohe Haus Heute noch in die Beratbung über eine Geseßes- vorlage einireten wird, welche die Errichtung einer Zentralstelle für die Befriedigung des Personalkredits zum Zweck bat. Auf diesen Punkt gebe ich daher nicht weiter ein.
Dann tbeile ich mit, daß untrr Mitwirkung des Herrn Finanz- Ministers rücksichtlicb der Verbefferung der Einrichtungen für den Rcalkredit bereits unter dem 19. April mit sämmilickyen Land- schaften der alten Provinzen eingehende Verhandlungen nach Ver- schiedenen Richtungen stattgefunden haben: und zwar einmal über die Frage, ob eine Erhöhung des zu gewäbrenden Realkredits nothwendig und ausführbar sei, und bis zu wrlcber Grenze; zweitens darüber, ob der Zinsfuß für den Rexlkredit ermäßigt werden könne; ganz besonders aber drittens in der Richtung, ob 83 nicht möglich sei, drn mittleren und kleineren Grundbesitz den Realkredit, welchen der Großgrundbesiß jetzt schon unter sehr günstigen Bedingungen genießt, zugänglich zu machen. Die Verhandlungen, welcbe mit sämmtlichen Landscbaitrn unter dem 19. April geführt wurden, haben zu dem Er- gebniß geführt, daß übereinstimmend erklärt Wurde, es seien die Land- schaften weiter auszubauen, nicht aber für den mittleren und kleineren Grundbesitz in den östlichen Landestbeilen der Monarchie ein besonderes Rsalkredit-Jnstitut zu schaffen. Bei den Landschaften batdie Staats- regierung in allen Richtungrn das boüste Entgegenkommen gefunden. Es wurde dabxi aucb erwogen, ob nicht bei der Gewährung Von Krrdiien an den kleineren und mittleren Grundbesitz eine Aenderung der Tax-Grundsäße nothwendig und ob nicbi besondere Vergünstigungen dem mittleren und kleinersn Grundbesitz zu gewähren seien.
Ich Erlaube mir diejenige Verfügung miizutbeilen, die in Ver- anlaffung der Verhandlungen mit den Landschaften an die Ober- Präfidenten der östlichen Provinzen ergangen ist, am“- der Sie ersehen werden, nach welcher Richtung bin unter der Leitung der Ober-Prä- fidenien und uriter Mitwirkung eines Kommiffars der landwirtb- schaftlichen Verwaltung die weiteren Verhandlungen geführt werdsn sollen.
Die Verfügung rom 14. Juni d. J. lautet:
Wie den Herren Ober-Präsidenteri aus den durch ihre Hand ge-
gangenen Einladungsschrsiben bekannt geworden ist, bat Vor kurzem eine Beraibung mit Vertretern der sieben östlichen Landschaften statt- gefunden, in welcher die ziir Vrrbefferung des ländlichen Realkredits eriorderlickyen Maßnahmen eröriert worden sind. Aus dem beifolgenden BecatbungHrrotbkoÜe ergirbt fich, daß, abgeseben von mancherlei einzslnsn in der Organisation der LandiÖasten möglichen Ver- beffrrungrn, namentlich ein€ erböbts Nutzbarmachung der Landschaften für drn jrtzt vielfach noch mit bock) verzinslichen Privat- und Srarkaffenlibpotbsken belasteten bäuerlichen Befiß an ficl) möglich und bei der geZenwärtiaen ernsten Lags der Landwirtb- schaft dringrnd grboten 2rscheint. Nach Maßgabe der allgemeinen, aus jenxr Vrrbandlung fich ergebrnden Gcfichisyunktc sind nunmehr ungCsäiimt innrrbalb der cinzelnsxi Institute die weiteren Verband- lungen in Angriff zu nrbmen. Es empfiehlt fich auch hier, zunächst im WSJL kommissariscbrr Vsrbandlung mit maßgebenden Pérsönlich- keiten der landwirtbickpaitlicbsn Verwaltung und sonstigen Hervor- ragendxn Landwiriben drn Plan drs wcitrren Vergebens und die einzelnrn zur Verbeffrrung deÖ- landlchaftlich€n Kredits ins Auge zu faffrnden Maßnabmcn zur Besvrsckpung zU bringen, um auf diese Wriie dir demnäcbitigr Brscblußfaüurig der landschafilichén Organe vorzubkrcitcn. Nach der von dkn Vertretsrn der Landschaften in der obißen Vcrbandlung cingsiwmmencn Haltung darf die landwirtbfchaft- liebs Vsrwaltiing Erwartsn, daß die landschaftlichen Organe gern bereit s€in wrrdsn, dis staatliche Initiative ZU unterstüßen und die bewährten landsÖaitliiben Organisationen dem rrkannten Bedürfnis? €ntsprechend aué-ziigcitalten. Namentliä) wird es darauf ankommen, die im all- grmrinen schon isst gegebrns Möglichkcit drr Benußung des land- schaitlich€n Krsdits diircb den Kiringrundbesißer diesem näher zu rückrn Und durch ein gseignetrés Vorgehen den bäuerlichen Besitzstand zu vrranlasisn, daß er ron dkn Vortbrilen der Umwandlung fünd- barer, bock) bérzinslichr Privatbvvbtbeksn in unkündbare Pfandbriefs- brrrtbefrn wirklich Erbrauck) macht. Durch das Entgegenkommen des Herrn Finanz-Miniiirrs würde dir landwirtbscbaftlicbeVerwaltung in der Lags skin, für den innerhalb eines brgrenzten Bézirks dor- zunebmendsn Versuch rinrr vaotbkkenbereinigung für jrde Provinz einrn Brtrax. bis 511 3000 „FC. zur Vérfügung zu stsllen, aus welchen die den Landlcbaiten ::. erwachsenden Kosten bestritten, vielleicht auch, worüb-Zr die Enticbridiing bis zu dkn bsdorstsbendén Verhandlungen vorzubebalten ist, dem €inz€ln€n Brlixzern Erleichterungen an den ibnrn zur Last iallrnden grrichtlichn Und sonstigen Kosten der Kon- vertiérungsoperaiion gerribrr werden können.
EZ sind die Hérrrn Lbsr-Präsrderrten ersucbt, in möglichst rasch2r Weile dirie Vcrbamdlyiirén weiter 'zu fördern. Ssbr bald wird die S-acbé aber doch nicht zu (rledigen sCin, weil, wie dyn Hrrren bekannt ist, jékk Aenderung der ltatutariscben Bestimmungsn der Zustimmung der landschaftlichen Vertretung bedarf und schließlich Genehmigung
"des StaatZ-Ministeriums, auch unter Umständen Seiner Majestät
des Kaisers und Königs, nothwendig wird. Daß das alles nicht so rasch gebt, liegt auf der Hand.
Zum 15. Juli ist ein größerer Theil der Vertreter der Kredit- institute der westlichen Landestbeile nacb hier berufen. An den Verhandlungen wird der Herr Finanz-Minister, wie er mir zuge- sichert bat,tbeilnel)men. Wir werden dann prüfen, ob es nothwendigist, auch dort die beffernde Hand anzulegen. Wir werden gleichzeitig auch aus den Erfahrungen dieser für den mittleren und kleinerer: Grund- besiß zweifellos günstiger gestalteten Kreditinstitute unter- suchen, ob dort Einrichtungen bestehen, welche geeignet sind, den östlichen Landschaften einen Fingerzeig] dafür zu geben, nach welcher Richtung die Einrichtungen der neueren Provinzen für den mittleren und kleineren Grundbesiß in den östlichen Kredit- einrichtungen nußbar zu machen find.
Meine Herren, Sie sehen aus diesen kurzen Mittheilungen, daß es unmöglich ist, in kurz bemeffener Frist das vorgesteckte Ziel zu er- reichen.
10) Hinsichtlich der Förderung des Meliorationswesens bat die Staatßregierung zu dem Beschluffe des Staatöratbs eine ablehnende Stellung eingenommen, weil sie der Meinung ist, daß in dieser Be- ziehung durch die bestehenden organischen Einrichtungen, durch die dafür im Etat eingestellten ordentlichen Mittel bezw. durcb außer- ordentliche Bewilligungen seitens des Landtags außreichend gesorgt wird. Die Königliche Staatßregierung glaubt daher, das; weitere Maßnahmen nach dieser Richtung nicht geboten sind.
Damit habe ich die Beschlüsse des StaatSratbs, die dazu von der StaatSregierung gefaßten Beschlüsse und die zu deren Ausführung von der StaaLSregierung ergriffenen Maßnahmen in aus- giebigster Weise dargelegt. Nack) meiner Meinung hat die Staats- regierung alles gethan, was in der kurz bemessenen Frist möglich war. (Bravo!)
Vize - Präsident Boetticher:
Meine Herren! wirtbschafts - Minister, bat Aeußerung abgeben werde über den Stand der Ich batte eine solche Erklärung für den Fall in Aussicht genommen, daß aus dem hoben Haufe heraus eine Anfrage in der angedeuteten Richtung an mich gestellt werden würde. Da aber der Herr Minister seinerseits die Sache angeregt Hat, so nehme ich keinen Anstand, über die augenblickliche Lage der Dinge mich zu äußern. Es ist seit der Erklärung, die der Herr Minister- Präfident in der Sitzung des hohen Hauses vom 16. Mai 1895 ab: gegeben hat, nichts geschehen, was zu einer materiellen Behandlung der Währungsfrage von seiten der Regierung im gegenwärtigen Moment Anlaß geben könnte. Aus jener Erklärung wissen die Herren, daß der Herr Reichskanzler seine Zusage erfüllt bat, die dahin ging, daß er mit den verbündeten Regierungen in Verbindung treten wvlle zu dem Ziveck, um zu erforschen und eventuell darüber zu beschließen, ob über eine Aenderung der bestehenden Währungswerbältniffe auf einem inter- nationalen Kongreß verhandelt werden soll. Gleichzeitig war mit der Aufforderung an die Regierungen, sich über ihre Stellung zur Wäh- rungsfrage zu äußern, aucb die Aufforderung Verbunden, ihrerseits pofitiVe Vorschläge zu machen, sofern sie solche zu machen vermöchten, wrlche geeignet wären, den Werth des Silbers zu Heben und zu befestigen. Die Aeußsrungen der Regierungen find zum über- wiegenden Theile gegenwärtig beirn Reichs-Scbatzamt eingegegangen; fie liegrn aber noch nicht sämmtlich bor. Sobald fie sämmtlicl) ein- gegangen sein werden, wird es an der Zeit sein, innerhalb des Bundes- ratbs Brschluß zu faffen über die Resolution, die, wie die Herren wiffen, in der leßtEn Tagung bezüglich der Währungsfrage Von dem Reichs- tage beschlossen worden ist. Nach dem Gang der Erörterungen im BundeSratb wird fich bestimmen lassen, ob und eventuell mit welehen fremden Mächten und auf welcher Grundlage seitens des Herrn Reichskanzlers ein Vertraulicber Meinungsaustauscb über die Silber- frage behufs eventueller Vorbereitung einer internationalen Konferenz anzuknüpfen sein möchte. Die Sache ist also im Fluß; materiell ist in diesem Augenblick noch nichts entschieden.
Ich benuße die Gelegenbrit, eine andere Bemerkung Hieran anzusch1ießem welche sich bezieht auf eine durch die Presse gegangene angebliche Aeußerung unseres Botschafters in Washington. Nach einer Preßmiiibeilung soll der Botschafter in Washington die Aeußerung gethan babrn, aus der Währungsfonferenz werde nichts werden. Ich habe Veranlassung genommen, das Auswärtige Amt zu ersuchen, den Botschafter in Washington Baron bon Thielmann zu einer Aeußerung darüber aufzufordern, ob er tbatsächlicl) eine solche Aeußerung gethan habe. Die telegravbische Antwort des Botschafters ist gestrrn eingegangen, und daraus entnehme iel), daß an der Zeitungs- meldung nichts Wahres isi. (Hört, hört! und Brady!)
Auf Antrag des Grafen Mirbach trat das Haus in eine Vrsprr'cme?k der Interpellation ein. Das Wort erhielt
Graf v on irbach: Ich möchte zunächst drr Staatßregixrung
wie den vxrbündeten Regierungen Dank sags)! für die Lösung weni stens einer Frage drr Branntweiniteuerfrage, die zu den kleinen Mitteln gerechn2t wird. Namentlich dem Hsrrn Grafsn Posadowéßky gebührt unser Dank für die aus;;ezeicbnet ausgearbeitete Branntweinsiener- vdrlage. _ Die Frage wegen der Branntweinstruer ist besonders deshalb eine so iebr schwirrtge, weil die Verhaltnisse in den verschiedenen Gegenden Deutschlands zu Verschiedenartige sind. Der GeseiZentwurf ist für die bäuerlichen Besißer noch bedeutungsviyller als für die Großzrundbefißer, da_ der,.Karwffelbau für Brennrreizwecke bei den bguerklichen BLUHLkn iebr in Betracht kommt. Schwwriger ist ndch dl? Losung der Zuckersieuerfrage. Aber selbst wenn auch diese für eine Zrit wenigstens befrirdigend gelöst werden könnte, so wäre damit doch kein dnrchschlagender Erfolg zur Hebung der Notblage der Landwirt!)- scbaft zu erzielen. Ich bedaure, aucb hier wieder auf drn Antrag Kunitz zurückkommen zu müssen. Das Entscheidende ist der Getreide- vrris, mir ibm strbt und fällt die dklllsch€ Landwirtßschast. So lan e der Getreidepreis nicht gehoben wird, grbt die deutsche Landwirt? schaft unaufhaltsam ihrem Ruin entgrgen. Wir können die Regierung nicht zwingen,“ fick) für den Antrag Kunitz zu erklären, darum aber müffen wir wenigstens einen gangbaren Weg zur Lösung drr WädrungLfraq-Z erhoffen können. Jab Habe mich über die Erklärungen des Herrn Vizc-Präfidenten des Staats-Ministeriums gefrrut und meine, dis Landwirtbschaft hat auch zu erwarten, daß die Konferenz mit gutem Willen einberufen werde. In vielen Kreisen der Land- wirtbschair wir der Industrie wird Es schmerzlich empfunden, daß es erst eines so scharfen Comvelle in den Parlamrnten bedurfte, ehe die Nesierung drr Wäbrunßxfragé näber trat. Wir sind für das, was für die Landwirtbscbaft grscheben ili, dankbar; zu helfen ist der Land- wirtbicbaft aber nur mit großen Mittrln, und wir wollen hoffen, daß die Regierung zur rechten Zeil einTreifx.
Herr Von Graß-Klanin: Ich stehe auf dem Standpunkte drr
Zerren Vorredner, da die Landwirtbscbaft einem immer größeren otbstande entgegenge t und damit der Staat selbst gefährdet wird.
des Staats-Ministeriums 131: von
Mein verebrter Koliege, der Herr Land-
in Aussicht gesteUt, daß ich eine Währungsfrage.
Mit Recht ist darauf hingewiesen worden, da die Lage der Land. wirtbschaft von den Getreidepreisen abhängt. rxetcht der Verkaufs. preis nicht die Produktionskosten, so wird zunachst das Vermögen des Grundbeji ers verzehrt, die _Bodenrenje szeeibt herunter. Diese weiter zu dru en, trägt unsere Wahrung noch . Es müffen also Mittel und Wege gesucht werden, die der Landwirtbschast die Möglichkeit geben, auf den Preis einzuwirken. Das kann nur geschehen durch ein Zurückbalten des Angebots." Um ein sol zu ermöglichen, brauchen wir Kornbäuser. _Dtese muffen in den staat- lichen Verkehr aufgenommen werden. Die modernen Einrichtuzxgm find getroffen zu Gunsten des Großkapitals und der Großstädte. Wenn die Rigierung fich berbeilaffen wollte, derartige Anstalten zu treffen, daß das inländische Korn mit dem auslandiychen konkurrieren könnte, so würde ein bedeutender Schritt zur Hebung der landwirth. schaftlichen Notblage geschehen sein.
Hiermit war die Besprechung der Interpellation beendet. _
Einem Gesetzentwurf, betreffend dre Abänderun von Amts erichtsbezirken, wurde auf Antrag der YUM- kommisJion mit einer kleinen Abänderung die verfassungs- mäßie Zustimmung ertheilt.
ur Verathung gelangte ferner der (Heseßentwurf, bz treffend die Abänderung und Ergänzung einiger Be, stimmungen des Kommunalabgabengeseßes vom 14. Juli 1893.
Die Kommission für Kommunalangelegenbeiten hat den Entwurf im Sinne der ursprünglichen und vom Abgeordneten- hause abgeänderten Regierungßvorlage “umgestaltet, indem sie die Doppelbesteuerung nicht nur hinsichtlich des aus außer: preußischem deutschen, sondern hinsrchilicl) des au_s allem außerpreußischen Grundbefiß, Gewerbebetrieb u. s. w. fließenden Einkommens ausschließt. __
In der Generaldebatfe erklärte iich Ober-Bürgerrneister weigert:Effen mit den Beschlüssen der Kommisfion fur den all einverstanden, daß die ReÉierung dahin wirkt, das; eziprozität von seiten der anderen taaten herbeigeführt werde.
Finanz-Minister 131'. Mique [:
Meine Herren! Ich will kurz erklären, daß, da die Kommisfions. anträge fich wesentlich wieder auf den Standpunkt der ursprünglichen Regierunngorlage stellen und da allerdings eine billig-mäßige Aus- gleichung in dem einen Viertel für die Wobnfißgemeinde zu finden ist, die Staatöregierung gegen die Annahme der Kommisfionß. Vorschläge keine Bedenken hat. Ich will ferner hinzufügen, daß es ja gewiß, wie der Herr Vorredner mit Recht bemerkt hat, ssbr erwünscht wäre, Wenn eine Reziprozität wenigstens der deutschen Staaten uns bier gewährleistet würde; aber ich habe schon im A!- geordnetenbause dieselbe Ansicht angesprocben _ ich halte es für ir“: schwierig, diesen Weg bis zum Ziel glücklich zu geben, unddi der großen Verschiedenheit der Kommunalverfaffungen, des Steuer- systems in den einzelnen drutschen Staaten und bei dem doch imum nicbt unerbeblickyen Eingriff in die der Reichswerfaffung nicht unter- stellten hoheitlichen Befugnisse der Einzelstaaten auf dem kein kom- munalen (Gebiet halte ich es für sehr zweifelhaft, ob das ge- lingen wird. Die preußische Staatßregierung wird es auch ihrerseits mit Freuden begrüßen, wenn auch bezüglich der Verhinde- rung der Doppelbesteuerung in den Kommunen ein ähnliches System eingeführt würde, wie das Reich es ja durchgeführt hat bezüglich der Doppelbefteuerung bei den Staatssteuern. Man wird diese Frage im Auge bebalten, aber eine besonders große Aussicht, damit zum Ziel zu kommen, kann ich wobl nicht eröffnen.
Hierauf wurde der Gesetzentwurf mit einem Zusaßanirag des Ober-Bürgermeisters Struckmann wesentlich redaktioneller Natur in der von der Kommission beantragten Fassung an- genommen.
Das Haus ging dann über zur Berathung des Gesex entwurfs, betreffend die Errichtung einer Zentral- (Henossenschaftskasse, dem die Budgetkommission die Zu- stimmung des Hauses Fu ertheilen beantra te.
Präsident der Reichs ank, Wirklicher Geheimer Rail) ])r'. Kock): Die Vorlage enthält eine willkommene Ergänzung unserer Bank- einrichtungen im Interesse des Mittelstandes, der Landwirtbsclyaft und Industrie. Die Reichsbank ist Von der Landwirtbschaft nicbt viel_ir_1 Anspruch genommen wordsn, wohl deshalb, Weil der Lombardzinsrux: 1% über dem Diskontsatz liebt. Das ist getadrlt worden im Ab- geordnetenhause; man hat aber dabei überleben, daß die lombardierten Waaren nicbt als Deckung der Banknoten gelten, weil fie nicht so flüssig find wie andere Wrrthstücke. Jm Abgeordnetenhause ist dem Finanz- Minister in den Mund gelegt irorden, daß die großen Summen, die der Staat bei der Reichsbank babe, dem Großkapiial dienen. Das iir nicht richtig. Das Großkapital nimmt die Reichsbank nicht in An- spruch; denn es verfü t bei dersrlben über Girokonten. Die Zentral- anstalt wird einen uSgleicb Vollziebrn zwischen den Kunden der Reichsbank und den anderen Ständen. Wertbvoll ist dafür, daß die neue Anstalt Wechsel acceptieren darf. Die Bedenken dagegen sind unbegründet; denn oline Wechsel wird die neue Anstalt nicht der) Kredit drr Reichsbank in Anspruch nehmen können. Redner schloß mit dem Wunsche, daß die Anstalt für die Kreise, für die fie bestimmt ist, zum Vortheil ger€ichen möge.
Finanz=Minister ])1'. Miquel:
Ich bin dem Herrn Reichsbank-Präfidenten sehr dankbar für seine eben gehörten Aeußerungen. Man hat ja pon mancher Seite die Sackye so dargestellt, als wenn unsere heutige Organisation des Kreditrvesens, soweit der Staat auf dieselbe unmittelbar einwirkt , also die Organisation der Reichsbank und der See- bandlung, Vollkommen auSreicbten , die Aufgaben, die dieser neuen Bank gestellt werden sollen, zu erfüllen, und ick) freue mich um so mehr über das Zeugniß des Herrn Präsidenten der Reichsbank- durcb welches er anerkennt, daß hier ein besonderes Kreditbedürfniß für besondere Klassen in anderer Weise zweckmäßig befriedigt wird- als das der Reichsbank möglich ist.
Ick habe im Abgeordnetenhause anerkannt und darf hier wieder- holen, das; ich die Vorwürfe, die in dieser Richtung der ?)iieicbsbcmk gemacht sind, daß sie dem Kreditbedürfniß namentlich der Landwirti- schaft nicht genug enigeßenkommt, für nicht begründet halte, weil nach der ganzen Organisation und den sonstigen Aufgaben der Reichsbank fie nicht in drr Lage ist, Kredit in der Form und auf die Zeit zu geben, wie es für die Landwirtbscbaft Bedürfniß isi. Daß die Reichsbank durcb Lombardkrediie auch in Zukunft „blk Landwirthschaft sehr zu Hilfe kommen kann und M??- und in dieser Beziehung keineswegs in Konkurrenz tritt mit der b:“ geplanten Bank, brauche ich nicht weiter auSzufübren. „
Meine Hsrren, man spricht heut zu Tage in allrn Parteisn bei jeder Gelegenbsit, auch wenn man vielleicht sich selbst meint, sebr 977" so, als wenn- man bloß die Mittelklaffen mrini. (ÖLikkaélt:) Das ist politische Taktik und parlamentarische Kunst, ck ein alter Parlamentarier wie ich gewiß nicht gerade 3" scharf beurtbeilt. Hier aber liegt nun ein Fal! vor, wo
einmal besonders ,für die Mittelklaffen eine staatliche Einrichtung getroffen werden soll. Denn dtejurtgrn Klassen, deren Kreditbedürfniß wir hier erleichtern und beffer'befttedtgen wollen als bisher, das find gerade die Klafien, dre in ihrem ganzen Gewerbebetrieb, nach den ihnen zur „Disposition stehenden Mitteln allein den genügenden Kredit nicht bekommen können, sondern nur in gmoffenschaftlicher Verbindung mit gleichartigen Genossen, die dasselbe Kreditbedürfniß empfinden“ Sowohl das Handwerk wird nach meiner Meinung auf die Dauer zum tbeil wenigstens die Vortheile des Großbetriebs fich aneignen können und müssen, als auch der mittlere ländliche Besitz. Aber dies ist nur möglich durch genoffenschaftliche Vereinigung.
(„Fs sind in einer Kommission etWas despektierliche Aeußerungen namentlich über das landwirtbfchaftlicbe Genossenschaftswesen gefallen. Ich will nicht weiter darauf eingehen, ich bin davon durchdrungen, daß, wenn der Bauer in vielen Beziehungen gewisse Vortheile auch selbst in diesen schweren Zeiten vor dem ländlichen Großbetrieb voraus bat, dersklbe dennoch schwer gefährdet sein würde, wenn er nicht eine Reihe von Vortheilen, die allein dem Groß- betrieb zusteheii, fich durch eine genoffenschaftliche Verbindung Mxignet. Hier ist ein besonders großes Kreditbedürfniß Vorhanden, wélcbks bisher durch systematische Organisation nicht gedeckt war, und kgm wollen wir durch diese Bank entgegenkommen. Im einzelnen ist kieSache so gründlich in der Kommission bebandeli und auch im anderen Hause sowie nicbt minder in der Presse, daß icl) nicht glaube, jiefer auf die Sache noch eingeben zu brauchen, um so weniger, als ich noch von keiner Seite eine Beanstandung gehört habe. Man wird sch ja klar machen müssen, daß die Entwickelung dieser Bank natur- gemäß nur eine allmähliche sein wird.
Wir find ja seit dreißig, vierzig Jahren an der Arbeit, unser Genoffenscbaftswesen Weiter zu entwickeln, bisher allerdings ausschließ- lich durch private Thätigkeit. Aber ich hoffe gerade, das; diese Bank nicht bloß materiell durcb Erleichterung des Kredits und Gewährung billigeren Kredits diefer genossenscbaftlichen Entwicklung zu Hilfe kommt, sondern auch moralisch; denn es muß auf die Behörden, auf alle Wohlgesinnten, auf Lehrer, Geistliche, auf die Großgrundbefißrr einen stärkeren Eindruck machen, sich auch ihrerseits im Kleinen und
Großen der genossenscbaftlichen Bewegung anzunebmen, wenn der Staat nunmehr diese Stellung dieser Bewegung gsgen- über einnimmt. Und das hat fick) auch schon in den leßten Wochen gezeigt. Zu meiner Freude regen sich jest auch im Hand- wirk, wo die Genoffenschaftsbewegung sebr zurückgeblieben war, die iabin gebenden Bestrebungen sehr lebendig, sodaß man wohl annsbmen kann, dies Vorgehen des Staats werde auch das Genossensclpastswesrn selbst, ihre zweckmäßige Organisation, ihren Zusammenschluß in Ver- bänden, ihre vorsichtige Geschäftsizebabrung wesentlich verbessern.
Aber alles das kann doch nur allmählich geschehen. Wenn wir jeßt sechstausend _ etwa so wird die runde Zahl zu nennen sein _ Darlebnskaffen haben im Lande, so ist das eigentlich ein Minimum, und eswerden Jahre darüber Vergeben, ebe das ganze Land übersät ist _ möchte ich sagen- mit solchen Verbindungen und bis es dahin gebracht wird, daß fast in jedem Dorf eine solche Genossenschaft besteht. Außerdem werden aber auch in Zukunft _ das ist die Meinung der sach- kundigsten Landwirtbe und namentlich derjenigen Männer, die sich gerade in dieser Richtung mit der Entwickelung der Landwirtbscbaft beschäftigt haben _ die Einkaufs-, Verkaufs- und Produktidgenoffen- schaften in der Landwirtbschaft vielleicht noch eine stärkere Entwicke- lung haben als die eigentlichen Kreditgenoffenschaften haben. Mit
dem Wachstbum dieser Bewegung wird auch die Bank allmählich wachsen.
Man hat das Kapital von 5 Millionen für zu niedrig gehalten; aber ich habe immer darauf erwidert: Sollten wirklich die Erfahrungen zeigen, daß dieses Kapital, welches ja nur das Stamm- kapital ist, während die Hauptmittel der Bank zufließen sollen, aus dem Angleiih zwischen Urberschuß und Bedarf im Land aus dem Depofitenwesen, vielleicht auch aus Gewährung Von zur Disbofition stehenden Mitteln des Staats, _ iel) sage, ich habe immer gesagt, wenn glücklicherweise die Erfahrung zeigen sollte, daß dieses Grund- kapital zu niedrig ist und die Staat?;regierung beim Landtag auf solche günstigen Erfahrungen wird hinweisen können: dann halte ich es für ganz zweifellos, daß kein preußischer Landtag gefunden werden könnte, der eine Vermehrung diefes Grundkapitals dann ablehnen würde. Es ist immer besser, man fängt dorfichtig und klein an, steigt allmählich wechselnd zum Großen hinauf, als daß man die Sache gleich im Großen anfängt und vielleicht zur Zeit für die ersten Jahre über das Bedürfniß binauSgebt. Nach diesem Gefichtspunkt soll auch die Organisation der Bank in mäßigen Grenzen und zuerst das ganze Personal möglichst gering gehalten werden. Tritt ein Bedürfniß beran, mehr Personal zu baden, so werden wir ja ibm leicht abhelfen können.
Ick glaube, das hohe Herrenhaus würde den Klaffen, um die es sich hier bandelt, einen wahren Dienst enveifen, wenn Sie diesem Versuch _ so kann ich es allerdings nur bezeichnen, denn wer kann mit solcher Sicherheit in die Zukunft wirtbschaftlicber Bewegungen seben! _ durch Annahme der Geseßeödorlage sich zu bewähren die Möglichkeit geben. (Bravo !)
Die Vorlage wurde darauf 811 5100 angenommen.
Ohne Debatte wurden ferner genehmigt der (Heseßcntwurf, betr. das Grundbuchwesen und die Zwan Evo [ lstreckung in das unbewegliche Vermögen in den der rundbuchordnung vom 5. Mai 1872 bisher nicht unterworfenen Theilen der Provinz Hessen-Nassau, sowie der Geseßentwurf, betreffend das Pfandrecht an Privateisenbahnen und Klein- bahnxn und die Zwangsvollftreckung in dieselben.
'Eine Petition von Volksschullehrern in Emden um Erwrrkung_der staatlichen Dienstalterszulage an die Volks- schullehrer in Emden vom 1. April 1895 ab wurde der Re- gierung als, Material überwiesen.
. Ueber die Petition einiger Schaffner in Frankfurt a.M. mit dem Antrags, _die Eisenbahnschaffner für den Verlust an Fahrgxldern, den sie durch die Bahnsteigsperre erleidsn, zu errisYadiZen und das Gehalt derselben so zu regeln, wie es fur vit chaffner geschaffen, ging das Haus zur TageSord: nun iiber.
Zierrxiit war um 41/4 Uhr die Tageßordnung erschöpft.
Nachxte Sißring: Montag 12 Uhr. (Stempelsteuergeseß, Erbschaftssteuergewß u. s. w.).
Handel und Gewerbe.
_ Vorri oberschlesische_n Eisen- und inkmarki be- richtet. die „Schl. Ztg.“: Die Lage des oberschl ischen Eisenmarkts blieb in der leyxen Woche im allgemeinen unverändert. Die Rol)- eisenproduktidn deckte den Bedarf der Walzwerke und Gisßereisn. Die Zufuhr an m- und ausländischen Erzen ist ziemlich stark, und es istmfolkzedeffrn auch 016 Erzförderung im Revier selbsterböbt worden. _ An dem. Wczlzeisen markt gingen die Aufträge für Bau- und Korzstruktionseiien etwas schwächer ein, für HandelSeisen dagegen haben die Werke_ warb dsn vorliegenden Aufträgen noch für etwa vier Wochexr volle Beicbaftigung. Neue Spezifikationen geben etwas weniger ein, weil fur das 111. Quartal eine Preisänderung nicht in Aussicht grnommen Ut; deshalb eben auch von den Händlern die Spezifikationen nicht so floit Ein, weil 1? kein Interesse haben, die früheren Schlüsse ausszuspezifizieren. In Blechexi find die Werke reichlich beschäfti t; 25 _rsdaucb gnzunebmrn, daß 116 bis in den Herbst hinein gut 8- schafttgt bleiben wrrden. Nicht allein für Feiw, sondern auch für Grob- blech; hat fich der 21le im Im wie im Auslande in erfreulicher W_eti_r gehoben. __ Die Beschäftigung der Stahlwerke ist eine maßige, neue Austrag? find ihnen in leßter Zeit etivas spär- lic_l)er zugegangen. KonltrxikiionSwer-kstätten sind auf Grund der fruher emgeggngenen Anstrage ziemlich gut beschäftigt, in [Eyler Zeit h_at sicb ]LDOT!) der Eingang an größeren Ordres etwas ab- geschw_acht. In Robren, sbwobl in gegoffrnen wie gewalzten,gebt das (H„escbaft recht flott, und ist namentlich die Nachfrage nach Wasser- lettungß- und GaSröbren eine rege. Die Draht- und Nagel- wer'ke haben flott zu tbuxr, klagen jedoch auch jeßt noch über schlechte Pxerse. _ Der Beschafttlßungsgrad der Gießereien ift ungleich- maßigz Einzelrie haben vo auf zu thun, andere dagegen klagen über zii g€ringen 'Eingc-mg an größeren Bestellungen. Zu ersteren gehören die Rohrengießereienjund diejenigen Werke, welcbe bauvtsächlich für eigene _Werke arbeiten ,und Ofenarmaturen herstellen. Handels- ZW liegt stark, darnieder. _ Jm Zink eschäft ist die
endenz _f_est. 2Zinkblrch find gegenwärtig se r stark begehrt, sodaß die. , alzwerke bei ößeren Posten Lieferungs- frislen bon einigen Wochen stellen. estande sind nirgends vorhanden; die_Preise,bli€b€n Vorläufig noch die der Vorwoche, eine Erhöhung derielbxn,tst nicbt außgefcbloffen. In Rohzink ginJen die Verladungen rxgelmaßtg werter, sodaß. auch bier unberkaufte Bestande auf den Hütten nicht zu [eben find. Die Robzinürreise haben in verfloffener Woche eme Erhohung eberifalls nicht €rfabren._ Für Blei und Blei- fabrikate blieb die Nachfrage weiter befriedigend.
_ In der ordetitlicben Generalveriammlung der Deutschen Spar- rzzrd Deposrten-Bank in Berlin Vom 5. Juli wiirde der Geschastsbericbr für 1894 nebst,erinn- und Verlust-Konto bor- gelegt und errebmrgt und d§_r Direktion und dem AuffichtSraib Eni- lastung ert e_ilt. Die Eröffnung des K*aduzierungöverfabrens grgen solche Aktionare, welche die aUSJesclyriebrne Einzahlung auf die Aktien nichr geleistet Haber], wurde Vorläufig auf Lin Jahr ausgeseßt. Eine Didtdendx gelangt für 1894 nicht zur Vertbeilung.
, _ Die .LeipziaerMonatssckyrift für Textil -Jndustrir', die von Theodor Martin's Textil-Verlag in Leipzig berausizegeben wird, bxbandeli in dem Vorliegenden Heft 6 des 10. Jahrgangs namentlich die Gebiets der Spinnerei, Wrberßi, Färberei und Appreiur; aber auch den Nebrnzweigrn drr Textilindustrie, sowie kommerzielicn urid wirtbschaftlichen Fragen ist wieder ein angemcffensr Raum ge- widmet, sodaß dieses jüngste HefiBelrhrung und Anrsgung in reichém Maße darbietet.
_ Das „Gewerbeblatt aus Württemberg“, w-slcbes Von der Königlichen Zentralstslle für Gewerbe und Handel in Stuttaart heraus _egeben wird, hat in der Nr. 27 Vom 6, Juli fol enden In- halt: önig Karl-Jubiläums-Stiftyng. _ Der Wollmart in Kirch- [)le u. T. 1895. _ Zum SubmiifionSrvesen. _ Verschiedene Mit- theilungen. _ Gewrrblicbe :c. Rezepte. _ Mittheilungen aus dem Vereinsleben. _ AusstelluriJSweskn. _ Literarijche Erscheinungrn. _
Thätigkeit des ck;emischen Laboratoriums. _ Frequenz der Sam“ m- lungen der entralstelle. _ Gebrauchßmufter. _ Neue Erwerbungen für die Bib iotbck der K. Zentralstelle für Gewerbe und Handel.
_ Das .Gewerbeblatt tür das Gro herzogtbum Jessen ', eitscbrift des Landesgewerbvereins, hat in er Nr. 27 vom
uli d. I. olgenden Inhalt: Sißung des engeren Ausschusses ,vom 25. Juni 1895. _. Kostenberechnungen. _ Aus den OrtégxMrbe- vereinen. Gernsheim, Michelstadt. _ Verschiedene Mittheilungßn. Patente von im Gro berzogibum Hessen lebenden Erfindern. Preis- ausscbreiben für eine chuizvorrickoiung an Exce:nter-, Schrauben- und Friktionspreffen, sowie an Fallbammern. Pfandung der zur persön- ichen Ausübung des Berufs unentbxhrlicben Gegénstände. _ Literatur: Veranda bon Glasbausteinen. Die Grundlagxn und die neuesten Fortschritte der Zuschneidekunft. Lexikozr der geiammten Technik und ihrer Filfswiffensibaften. Der Formrnjckyaß. Journal für moderne Möbe. Girard Andran, Proportionen des menschlichen Körpers.
Magdeburg, 6. Juli. (W. T. B.) Zuckerberich. Kornzucker exkl., von 92 9/0 _,_. neue _,_. Kornzucker exkl., Zso/sRendement _,_, neue10,20_10,40, _Nachprodukte exkl., 75 0/9 Rendement 6,80-7,75. Ste_tig. Brotraffinade ] 22,50, Brot- raffinade 11 22,25. Gem.?)kaifinade mit Faß 22,50-22,75. Gem. Melis ] mit Faß 22,00. Fest. Robzucker 1. Produkt Tranfito f. a. B. Hamburg pr. Juli 9,80 (Hd., 9,82€ Br., vr. August 9,95 bez., 9,97€ Br.. pr. September10,05_Gd., 10,10 Br., vr. Oktober-Dezember 10,40 bez., 10,42Z Br. Schwacher.
Leipzig, 6. Juli. (W. T. B.) „T'ammzug - Termin- bandel. La Plata. Grundmuster 13. pr. Juli 3,07Z «, pr. Au ust 3,05 „ji, dr. September 3,07Z „ji, vr. Oktober 3,10 „ji, vr. o- vember 3,10 „44, pr. Dezember 3,10 „ji, pr. Januar 3,12Z .,“, Pr. Februar 3,15 .,“, pr. März 3,172) M, vr. April 3,20 .“, vr. Mai 3,20 .“, pr. Juni 3,20 .“ Umsaß: 15 000 kJ.
Bremen, 6. Juli. (W. T. B.) Börsen - Schlußbericht. Raffiniertes Petroleum. (OffizieÜe Notierung der Bremer Petrdleum-Börse.) Ruhig. Loko 7,05 Br. _ Baumwolle. Ruhig. Upland middl. loko 35 „z. _ Schmalz. Rubi . Wilcox 35 „5. Armour sbield 34x „3, Cudabv 354 „5, Fairban s 29? «z, _ Speck. Ruhig. Sbort clear middling loko 31Y. _ Taback. Umsaxz: 138 Faß Kentucky, 8 Faß Bay, 30 Faß Maryland.
_ Hamburg, 6. Juli. (W. T. B.) Kaffee. (Nachmitta s- beruht.) Good avkrage Santos pr. Juli 73:1, pr. Septemßer 732“, vr. Dezember 724, pr. März 71?. Ruhig. _ Zucker- markt. (Schlußbericbt) „Rüben-Robzucker ]. Produkt Basis 88 0/9 Rendement neue Usance, frei an Bord Hamburg, pr. Juli 9,82Z, pr. August 9,95, pr. Oktober 10,30, vr. Dezember 10,50. Rub“ .
(Hamburg, 6. JUli. (W. T. B.) Dis Prioritäten Höesißer der. xports- und Lagerhaus-Geiellschaft vormals Nagel Verzichteten m drr beute siattgebabten Generalversatnmlung auf ihre Yorrecht2 Dgrauf grnebmigten die Aktionäre den Geschäftsbericht fur EndexJum 1894, dessen Uniérbilanz dir Groß-Aktionäre deckten, und ertbxiltestcharge. Schließlich wurde_ der ("usionsvkrtrag mit der Sprttfabrik Lachmann und den Norddeuticksen Spritwerksn Hoeper angenommen und das Kapital um 3 937000 «% erböbt.
, 6. Juli. (W. T. B.) Produktenmarki. Weizen
pr. Herbst 6,75 Ed., 6,76 Br., Pr. Frübjabr 7,10 Ed.,
7,12 Vr. Roggen pr. Herbst 5,64 (Hd., 5,66 Br. Hafer pr. Herbst 5,69, Gd.,'5,71 Br. Mais pr. Juli-August 6,09 Ed., 6,11 Br., pr. Mai-Jum 1896 5,08 (Hd., 5,09 Br. Kohlraps pr.?lugust-September
9,75 (Hd., 9,85 Br. (W. T. B.) Wollauktion.
London, 6. Juli. Verändert. An der Küste 6 Weizenladungen angeboten. 96-0/0 Jayazucker loro 11T stetig. Nüben-Robzucker loko
9F rubtg. (W. TB.) Java-Kaffee good
Amsterdam, 6. Juli. ordinary 54. _ Bankazinn 39. , N'ew-York, 6; Juli. (W. T. B.) Die Börse eröffnete in ruhiger Haltuna; im werteren Verlauf trat eine all emeine Steige- rung ein; der Schluß war fest. Der Umsatz der ktien betrug 114000 Stück. _
Weizen er-"Zffnete irx firstrr Haltung, schwächte fiel) dann infolge von Verkaufen fur auswariige Rechnung etwas ab, erholte ich jedoch sofort wieder und wurde aligemein fest infol e ungünstiger itterun in dem Wetzendistrikten. Schluß fest. _ ais schwächte fich nakH Erosnung auf. Zunahme der unterwegs befindlichen Zufuhren und au reichltche_Realifierungen Etwas ab, später trat auf Exportkäufe Er- holung ein. Schluß stetig.
Waarenbericht. Baumwvlle-Preis in New-York 711, do. in NSw-Orleans 62. Petroleum Standwbite in New-York 7,65, do. in Philadelvbia 7,60, do. robes (i_n Cafés“) _, do. Pipe line cert. vr. Juli 145 nom., Schmalz West. steam 6,67, do. Robe & Brothers 6,95. Mark- pr. Juli 4%, do. pr. Sebtrmber 50, do. pr. Dezember _. Rother Winterweizen 74T, Weizen pr. Juli 732, do. pr. August 744, do. pr._ Ssvtcmber 742“, db. rr. Dezember 77. Getreide- frackyt nacb Liverpool 13. Kaffee fair Rio Nr. 7 15Z. do. Rio Nr. , 7 vr. August 14,65, do. do. rr. Oktbbsr 14,80. Mebl, Spring Wheat clears 3,10. Zucker 2F. Kupfer 10,75. _ Nachbörse. Vlais Z; E. niedriger.
Der Werth der in der brrgangenen Woche eingeführten Waaren betrug 7522 737 Dollars 9844211 8639 398 Dollars in der Vorwoche, davon für Stoffe allsin 2 283 453 Dollars gegev 1912 330 Dollars _in dcr Vorwoche.
_ Cbicago, 6. Juli. (W._T. B.) Weizcn allgsmrin fest wabrrnd drs. ganxen Börsenverlaxiis aui Meldungkn von Erntefchäden und ungünstige_Wetterberichts, _ibwir auf bedeutende Abnahme der sichtbarsn Vorratbc. Excbluß ikst. Mais fallend Einige Zeit nach Eröffnung iiisolgs giinitigrr Erntebrrichtc, dann lebhafte Reaktion, spater wieder fallend. Schluß strtig.
Weizen vr. Juli 69*, vr. Skbtember 71H. Mais vr. Juli 44:1. Sveck sbort clear nomin. Pork vr. Juli 12,00.
Preise un-
1. Untersuchun s-Sachen.
2. Aufgebote, ' ustellungen u. dékZl- „
3. Unfall: und analidrtäts- rc. «ZeMcberung. 4. Verkäufe, Verpachtun en, Verdingungen Ic. 5. Verloosimg 2c. bon ertbpapieren.
Oeffentlicher Anzeiger.
. Krmmandit-Grsrllsckygiicn auf Aktien u. Akticn-Gcsellsch. . Erwrrbs; nnd Wirtbi afts-Genosenschaften. . Nicdrrla11nng_2c. von 5 echtßanwalten. . Baixk-Auéweiie. 1 . Ver1chicdcne Bekanntmachungen.
1) UntersuchungsLSachen.
[22665] Steckbriefö-GrledigunZ „ Der hinter den Barbiergebilsen 3 tw Reinhard Scharia, geboren am 19. Januar 1867 zu Plauen, unter dem 4. Mai 1895 in den Akten 137 1). 71. 94 erlassene Steckbrief ist erledigt. Berlin, den 1. Juli 1895.
Königliches Amtögericht 1. Abtheilung 137.
[22650
2) Aufgebote. Zustellungen und dergl.
[22652]
Im Wege der Zwangsvoll rkckung soll das im Grundbuchs yon den Um ebungen Berlin.? im Kreise Niederbarnim, Band 5 ir. 324 auf den Namen des Baumeisters Ri ard Beyme zu Charlottenburg ein- getragene, birrsel st in der Sellerstraße Nr. 14 belegene Grundstück am 28. September 1895, Vor-
Zwangsvcrfteißerung.
Mittags 10Z Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Herzogliihem Amts erichte Braunschweig, traße 6, Zimmer
Neue Friedrichstraße 13, Erdgeschoß,“ Flügel (ck.,
Zimmer 40, versteigert werden. 16 €], 599111 groß und mit 19 620.24 Nutzun Zwettl) zur Gebaudesteuer veranlagt. Das Weitere entJ Aushang, an der Gerichtstafel. die Ertbeilung des Zuschlags wird am 28. Schrem- ber 1895, Nachmittag812ck Uhr, an Gerichts- sielle, wie, oben, verkündet werden. 11. 57/95 liegen in der Gerichtéschreiberei, Zimmer 41, zur Einsicht 'aus.
Die Termme am 24. August 1895 fallen fort.
Beriiy. den 2. Juli 1895. „_ Konigliches Amthericht ].
Jn (ichen der Firma C. Engel bieselbft, Klägerin, wider die unverehelichte Bertha Friédrich bieselbst, Beklagte, weÖen Hypotbekforderung, wird, nachdem auf Antrag der lägerin die Beschlagnahme des der Be- klagten gehörigen, am MrinbardéZbofx zu Braun- schweig 110. 8,88. 2748 belegenen Hauses und Hofes zum Zwecke der Zwangsverstcigerung durchescbluß Vom 8. Juni 1895 Verfügt, auch die Eintragung dirses Beschlusses im Grundbuchs am_ 10. Juni 1895 erfolgt ist, Termin zur Zwarrgßderstetgernng auf den 1. November d. R., Morgens 10 Uhr, Vor
Das Grundstück ist aden. ält der Das Uribeil über Herzog iches Amthericht. Haars._
Die Akten 86 [22637]
Abtheilung 86. Grundstücke:
Gobbershof,
bäuden: :).. Wohnhaus mit Hofraum und
groß 36 qm, Reinertrag 7 4,
Zimmer Nr. 12, versteigkrt,
_ , August- r. 42, angexeyt, in welchem die
wird.
ypotbekgläubiger die Hypothekenbriefe zu überreichen Braunschwei , den 16. Juni 1895.
Oeffentliche Zustellung.
Jm Wege der Zwangsvollstreckung sollen die im Grundbuche von Benrad Band 111 Artikel 109 auf den Namen 1) de? Peter Michael Hsndricks, Seiden- weber zu St. Tomé; und Genossen eingétragenkn
Gemarkung Benrad. 1) und 2) Flur 3 Nr. 323/69 und 342/69 am „ofraum und Hausgarten, groß 3 & 20 «U und 22 9. 34 qm, nebst aufstehenden Ge-
1). Hintergebäude, Hausnummer 0/2, Gebäude- Steusrrolle 106, Nußungswertl) 90 «M, 3) Flur 3 Nr. 363/71 am Gobbershof, Ackerland,
am 19. Oktober 1895. Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, an Gerichtsnelle, „ ' wozu der Michael endrtcks, Seidenweber, früher zu St. Tönis, jetzt 0an bekqnnten Wohn- und Aufenthaltöort grladcn Die Grundstücke sind mit 7 „_5 Reincrtrag
und einer Flä 6 Von 25,909. zur Grundsteuer, mit 90 „M Nußungswert zur Gebäudcsteuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grund- buchartikels, etwaige Abs äyungen und anderZ die Grundstücke betrrffende Na Weisun rn, s owie besondere Kaufbedingungen können in der rrichtsschreibrrci ] eingesehen werden. Das Urtbeil über die Ertbeilung des Zuschlags wird am 26. Oktober 1895, Vormittags 10 Uhr, an Gerickytsstclie verkündet werden. Zum Zivecke der öffentlichen Zustellung wird dieser AUSzug der Bekanntmachung des Ver- steiÉrrungstermiUS bekannt gemacht. empeu, Rhein, den 4. Juli 1895. , Schocnfkldt, Gerichtsschreiber dcs Königlichrn Amtßgerichts.
[22651] Zwangsverstei erung.
Jm Wege der Zwangsvolls eckuniZ1 sollen die im Grundbuchs von Brrtnkc Band 17 .lrtiki'l 110 auf den Namcn drs Bäckermeisters Louis Hübrncr zu Brrmke ein etragenrn, in der Gemarkung bon Brcmke belegenrn rundstiickc mit Einschluß dcr Grmcindc- gercchtiiikcit1x16 am 16. September 1895, Nach- mittags L_Uhr, Vor dem unterzeichnrtrn Gerichte im Fa]chcr'ychrn Gasthausc zu Brcmkc vcrstcigert werden. Die Grundstücks sind mit rincr Fläche von 7,28 :1. mit 87 «16 Nusungswrrtb zur Gcbäudc- steucr veranlagt. LluSzug aus dcr Strucrrolle',
711.
außgarten,