1895 / 165 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 13 Jul 1895 18:00:01 GMT) scan diff

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In der Ersten Beilage zur heutigen Nummer des „Reichs- und Staats-Anzeigers“ wird ein Privile ium Zur Ausgabe auf den Inhaber lautender Hypothekeri- _fand- riefe, Kommunal-Obli ationen und Kleinbahn-Obltgationen für die Preußische P? öffentlicht.

andbrief-Bank zu Berlin ver-

Forst-Akadrmie Eberswalde. Winter-Semester1895/96.

Ober-Fo tmeister ])r. Danckelmann: Waldbau. _ Methoden der Forsteinri tung. _ Forstliche Exkursionen. ,

Forstmeister 131“. Kienitz: Waldbau. _ Forstliche Exkursionen.

Forstmeister Runnebaum: Forstbrnußun . _ Vermeffyn'gs- kEunkdersmit Rücksicht auf preußische Forstverrnesciung. _ Forstliche

r u 1011611.

Forstmrister, Prof. Dr.Schrvappach: Forstgeschichte und Forst- statistik._ Holzmeßkuxide. _ Forstliche Exkursionen.

c'orsttnéisirr Zeixing: Forstpolitik. _ Forstliche Exkurfionrn.

Xorst-Affeffor Lasvevres: Forstlicbcs Repetitorium.

Privatdozsnt 1)r. Schubert: Matbemarifche Grundlagen der

' Forstwisse'nschaft (Holzrnrßkunde und Waldwsrthrschnung). _ Uebungs-

aufgaben in Mathematik. _ _

Professor Dr. Müttricb: Meteorokogie und K*[nnalehre. _ Mechanik. _ Grundzügk dsr Differential- und Jntrgral-chbnungx

Geheimer Régierungs-Ratk), Profe or Dr.MemelS: Allgemeine und anorgani1cheChemie. _ Minrralogi ches und chLmisches Praktikum.

Professor Dr. Ramann: Standortslebrr. '

Professor Dr. Schivarz: Allgemein? Botanik mit Praktikixm.

Gchrimsr chirrungs-Rath, Professor 131“. Altum: Wirbel- tbiere. _ Zoologisches Praktikum. _ Zoologische Exkursionen.

Yrivatdozcnt Or. Eckstein: Fischzucht. , '

mtsrichter 1)r, Dicksl: Sachenrecht. _ Repetitorium m Rechtskundc, ' Landes-Oekonomie-Ratb 1)1'. Freiherr Own Canstein: Land- w:rtk)s aft 1 (Acker- und Wiesknbau).

O er-Stabsarzt a. D. 1)r. Kaddaß: Erste Hilfeleistung in Unglücksfällen.

Das Winicr-Semcster bcginnt Dienstag, den 15. Oktober 1895, und Endet Sonnabrnd, den 21. März 1896.

Meldungcn sind baldmögliÖst,unt8r Brisügung der ZM nisse über Schulbildung, forstlichr Lebrzeit, Führung, über den 2713 der erforderlichen Subsistknztmttrl, sowir unter Angabe des Militär- verhältniffss an den Unterzrichnstrn zu richten.

Eberswalde, W 8. Juli 1895.

Der Direktor dcr Forst-Akademie. Da11ck81mann.

Angekommen:

SYMJ Excellenz der Staats-Minister und Minister für LandwrrMchaft, Domänen und Forsten Freiherr von Hammerstein-Loxten, aus der Provinz Sachsen.

Abgercist:

der Direktor im Reichs-Justizamt GUtbrod, nach Süd- deutschland.

Königlich Preußische Armee.

Offiziere, Portepee-Fähnriclye :c. Beförderungen und Verseßungen. Im aktiVLn Heere. Stockholm, an Bord S. M. Yacht „Hobknzollern“. 9.JU1'1. Sunkel, Hauptm. und Komp. Cbrf vom Inf. Regt. vxor) Winterieldi (2. Oberschl.) Nr. 23, zur Ticnstleistung bei dem Krtrgs-Miriistermm kommandiert.

Abschisdsbewilligungen. Jm aktiven Herre. Kiel, an Bord SM. Yacht_ „Hobenzollern“, 28.Juni. v. Wiss- mann, Pr. Lt. Vom Ins. Rrgt. von Stülpnagrl (5. Brandenburg.) Nr. 48, 5851113 Ushertritts zur Schutztruppe für Drutsch-Ostafrika aus dem FWU? AUSFUÖLLÖM.

xockbo m, an Bord S.M. Yacht ,Hobenzollern', 9. Juli. Frhr. Neubronn v. Eisenburg, (Hrn. Lt. und Kom- mandant von Spandau, tn Genrhmigung ssinss Abschirdsgrsuchrs mit Penfion zur DiSp. gestLÜt.

R11]. (Königlich Württembergisches) Armee-Korps.

Jm SanitätZ*Korps. 3. Juli. Vr. Neunhöffrr, UntSt- arzt der Landw. 1. Aufgkbot? Vom Landw. Bez. Stuttgart, Dr. Ca- m_€rer. Unterarzt drr R97. 5011 demselben Landw. Brzirk, _ zu Axfist. Aérztrn 2. Kl. befördert.

„Beamte der Militär-Verwaltung.

_3. Ju1i. Die Untsr-Avotbeker ker Res.: Bauer Vom Landw. Bcitrk Ebingen, Hirsch vom Landw. Bezirk Ulm, _ zu Ober- Apotßekern ernannt,

Ernennungen,

Yiehtamtliches. *

Deutsches Reith.

Preußen. Berlin, 13. Juli.

. Seine Majestät der Kaiser und König begaben Sich, wre „W. T. B.“ meldet, ckgestern Mittag an Bord der

Yacht „FohenquemÖ von Sto holm nach Tngarn zum Besuch_ hrxr Konigltckzen Hoheiten dcs KronprinÖen und der Kronprinzesym von Schweden und Norwegen. ie Ankunft daselbst erfolgte am Abend kurz nach 811hr, worauf Familien- tafel im Schlosse stattfand.

Das StaatH-Ministerium trat heute Nachmittag 2 Uhr im Dienstgebäude, Leipziger Platz 11, unter dem Vorjiß drs Vize-Präsidenten dcs Staats:Min1steriums, Staats- Mimstcrs ]))". von Boettichcr zu einer Sißung zusammen.

Das „Marincverordnungsblatt“ veröffentlicht in seiner gestern ausge ebenen Nummer 15 eine AUerhöchste Ordre vom 30. Juni d. F., Znthaltend ncUe Bestimmungen über die Seiner Ma1e1tät dem Kaisrr und König owie anderen Fürstlichen Personen in den Marine:Garni onen seitens der Marine-Behörden zu erweisenden Ehrenbezeu- gun en. Dieselben treten an die Stelle der unter dem 18. * ebruar 1890 erlaffxnen gleichen Bestimmungen.

' _DervBevoUmäcbtigte zum Bundeswtl), Königlich bayerische Ministerial-Rath von Geiger ist von hier abgereist.

Laut tele apbischen Meldungen an das Ober-Kommqndo der Marine | S. M. S. „S tein“, Kommandatxt Kapitän zur See Rötger, am 11. Juli in Stockholm eingetroffen und beabfichtIißt, am 15. uli von dort wieder in See zu gehen; S. . S. „Kai erin Augustq“, Kommandant Kapitän zur See Lawaud, ist am 12.Jul1 d. I. m Tanger angekommen.

KrampaS-Saßniß,12.Juli. Die jüngeren Kinder Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Majestäten find, wie „W. T. B.“ meldet, heute Nachmittag 3 Uhr mittels Sonderzugs hier eingetroffen und von dem Ober-Hof- und HaUSMarschall Grafen zu Eulenburg in die Villa Hansemann

geleitet worden. Sachsen.

Ihre Königliche Hoheit die Herzogin-Mutter von (Heyua hat gestern nacb dreiwöchrgem Besuch bei Ihren Ma1estätendas Sommerhoflager Pillniß verlassen und ist über München nach Stresa abgereist.

Reus; ä. L.

Seine Durchlaucht der Fürst ist am 12. d. M. mit Ihren Durchlauchten den Prinzessinnen Emma, Marie und Karoline zum Besuch deH Herzqglich altenburgtschen Hofes nach SchloßHummelL-hatn gereist.

Reuß j. L.

Der Landtaq_k)at gestern den StaatSvertrag zwischen Preußen und Reuß ]. L. über die Weimar : Gerakr Bahn mit allen gegsn 3 Stimmcn genehmigt und ist darauf, nach Er- ledigung der übrigen Vorlagen, durch den Staats-Minister Dr. Vollert geschlossen worden.

Oesterreich-Ungarn.

Das „Fremdenblatt“ bezeichnet die Meldun von einer bevorstehenden Reise des Vorsitzenden des Miniterraths und Ministsrs des Innern (Grafen Kielmannchg an das Kaiserliche Hoflager in Ischl behufs Einholung der Kaiserlichen Ermächtigung zur Aufhebung des Prager AUZUahmc: zustands als unbegründet.

Das österreichische Abgeordnetenhaus crledigtc estern Vormittag das Kapitel „Kultns Und Untsrricht“ und ehnte den Antrag der Ausschußminorität, brtrcffend die Oeffent-

lichkeit der böhmrschcn Komenskyschule in Wien, mit 143 gegen 51 Stimmen ab. Der Abstimmung in-xien erregte Scrncn voran; die Abgg. 111“. Heßmann un Adérmck wurden zur Ordnung gerufen. BCi der Berathung des Budgets des Finanz = Ministeriums erklärte der Finanz - Minister Böhm von Bawerk: er beabsichtige nicht, da er bloß einem geschäftsführenden Ministerium angehöre, mit einem großen Rcformprogramm hervor utretcn; seine Haltung werde deshalb aber nicht vollständig paéisiv sein, die Regierung strebe vielmehr zum mindesten die Vorbereitung der unbedingt noth- wendigen Maßnahmen an, um im grgebenen Momente zu Reformen schreiten zu können. Des weiteren er- klärte dcr Minister, die Frage der Herabseßung des Zinsfußes der Versaßämier werde er prüfen und sich eventueU mit seinen Amtskollegen behufs chifion des Zinsfußes ins Einvcrnehmen seßen. In der Abendsißung legte der Justiz : Minister Ritter vori Krall einen (Heseßentmurf über die Bestrafung fahr- lässigen Verhaltens im Bergbaubetrieb vor.

Großbritannien und Irland.

Der Herzog von Genua und eine Anzahl höherer

Offiziere des italienischen Geschwadch trafen gestern Vormit- tag mittels Sonderzuges von Portsmouth in Windsor ein, um aufEinladupg der Königin das dortige Schloß zu besuchen. DerPrmzChristtan zu_ Schleswig-Holstcin und der PrinzHcinrich von Battenberg cmpfrxig€n den Horzog von Genua am Bahn- lwfe mid „qclcitctcn 1odann die Gäste in Hofwagen nach dem Schlosse. Hicr wnrden die italienischen Admiraxe dnrch Lord Qarringioix drr Königin vorgestellt. Nach dem Frühskück bc- suchtcn die italienischen Gäste die Sankt=©eorgskapelle und andere Seherßwürdigkeitrn. Sodann kehrten fie zum Schlosse zurück_ und reisten alsbald wieder nach 5chrtsmoutk) ab; Prinz Christiczn gab ihnen das (Geleit zum Ba nhof. , , DLL Wahlen zum Unterhaus haben gestern mit den: ]emgen Wahlen begonnen, bei dcneti (Hegeykandidatcn nicht arrfgestcllt warerx. Die au_fgestcllten Kandidaten wurden gc: wahlt, „unter dieren der Erste Lord dcr Admiralität Goscben. Azich m der Londoner City wurden die beiden Unionisten wrekxcrgewählf. Im Ganzen wurden estcr1130 Unionijtcn, 3 Libcrale und 3 Jriscb-Nationale gemä lt, .

Das Offizier-Korps der britischen Armee sc'ßt si dcr „Army- ani) Navy-(Hazette“ zufolge nach den verschiedenen Chargen m ptefcm Jahre (die Zahlen für 1894 sind in Klammsrn bmgefügt) folgenderma en zusammen: 21 (19) Generale; 33 (34) General-Lieutenants, davon 22 (23) bei dchnfanterie und KavaUerie, 7 (7) bei derArtillerie und 4(4) Ingenieure; 69 (70) General-Mawrs, 48 (49) bei der In: fanrerie und Kavallerie, 14 (14) bei der Arjillerie und 7 (7) In- gcmeuxe; 442, (414) Ober ten, 291 (278) bei der Infanterie und_ Kavallerie, 80 (73) bei der Artillerie und 71 (63) In- enieure; 413 (455) Oberst-Lieutenants, 232 (252) bei

er Infanterie und Kavallerie, 103 (117) bei der Artiüerie urid 78 (86) Ingenieure; 1122 (1136) Majors, 701 (699) bei der Infanterie und Kavallerie, 267 (272) bei dcr ArtiUcrie und 154 (165) Ingenieure; 2630 (2637) Haupt: leute, 1924 (1917) bei drr Infanterie und Kavallerie, 481 (499) b_ei der_ArtiUerie und 225 (221) In enieure; 2713 (2662) Premter-Lieutenants, 1849 (1866? bei der Infanterie und Kavallerie, 586 (524) bei der Artillerie und 278 (272) Ingenieure; 1462 (1409) Second-Lieutenants, 1138 (1034) bei der Infanterie und Kavallerie, 207 (258) bei der Artillerie und 117 (117) Ingenieure.

Frankreich.

Die Deputirtenkammcr genehmigte gestern einstimmig den (Hßseßentwurf, betreffend die Errichtun eines Denkmals zur Erinneryng an die im Jahre 1870 e allenen Soldaten. Der, Deputrrte (H„oblet interpeUierte arauf den Kultus- Mimßer Poincaré uber den Brief des Erzbischofs von Cambrai, worm „dieser erklärt, er könne die Haltung seines Klerus m der Frage der Anfaüsteuer nicht mißbiUigen. Goblet bemerkte, man könne die Drohungen und die Auf1ehnung des Klerus unmö lick) dulden, und bat die Regierung am Schluß seiner Re 2, die Frage der Trennung der Kirche vom Staat zu prüfen und einen Geseßentwurf über

die Freiheit der Vereinigungen einzubrin en. Der 59,qu d'ßugues erinnerte an die gegen die _atholiken erla

Geeße und fügte hinza, die Katholiken schlössen m““ endlich zu geseßmäßigem Widerstand zusammen. Der KUW: Minister Po incaréz erwiderte, die Republik begünstige keinerss? Angriffe auf die Freiheit der Katholiken, tadelte dic Agjtmi welche der Klerus gegen die Anfallsteuer organifiert hab?“ und führte weiter aus, die Regierung werde dem KMkordaxZ Achtung verschaffen und die wachsame Hüterin der Öffentlich (Gewalt sein. Hierauf wurde eine von Goblet beantragteTagZ ordnung zu Gunsten der Trennung von Kirche und Staat mit 310 gegen 191 Stimmen abgelehnt und die von dem Minister Poincaré gebilligte Tagesordnung, '“ welche das Ver- trauen in die Festigkeit der Regierung, den bestehenden G“ seßen Achtung zu verschaffen, ausdrückt, mit 294 gegen 193 Stimmen angenommen. '

Rußland.

Der Kaiser und die Kaiserin empfingen gestern, Wie „W. T. B.“ berichtet, im Schlosse Peterhof dcn außerordenv lichen Gesandten des Königs Menelik von Abessinien und dj, Mitglieder der abessinischen Gesandtschaft. Die Gksandt- schaft überbrachte dem Kaiser Briefe des Königs Menem und des abessinischen Metropoliten, ferner die Znfignjen des Salomon-Ordens und als Geschenkc ein alter: thümliches Evangelienbuch und ein goldenes Kreuz Der Kaiserin-Wittwe wurden Briefe des KÜRZE Ménelii und der Königin Taitu, ein goldenes Kreuz und ein von abessinisckxen Hofdamen _qearbeiteter Korb überreicht; die Kaiserin Alexandra Feodorowna erhielt ebenfaUScinsn Brief der Königin Taitu und eine Anzahl wcrthvoller Ge; schenke. Nach dem Empfange wurde für die Gcsandtfchast im großen Peterhofer Palais ein Frühstück serviert.

Wie „W. T. B.“ anderweitig hört, solle in St. Peters: burg eine ständige abessinische Gesandtschaft errichtet werden; Rußland werde einen diplomatischen Agentin nach Abcsfinicn schicken.

Italien.

Der Herzog und die Herzogin von Aosta sind gestern Abend von Rom nach Turin abgereist. Der König und die Königin hatten ihnen das Geleit zum Bahnhof gc- gebezx. In den festlich beleuchtc'ten Straßen und am Buhnbgf empxmg das Herzogliche Paar begeisterte Huldigungen skikens der Bevölkerung.

_ In der gestrigen Sißung dcr Deputirtenkammex

richtete der Dcputirte Cirmcni an den Minister des Lleiißem Baron Blcinc die Anfragr, ob Rußland den Vertrag von Uccian zw1schen thlien und Abessinien anerkannt habe und wenn Ja, ob der offizielle Empfang der abessinischen Abordnung in Rußland mit drm (Geist und dem Wortlaut dcs Ver- trages im Einklang siche. Dcr Deputirte meriani schloß sLck) mrt der Anfrage an, welche Beachtung der erwähnte Vertrag bei den europäischen Regierungen frnde. Hierauf stßte das Haus die Bcratbung der finanzicUen Mgßnahmen „fort. Am Schluß der Sißung erklärte dcr thster-Prästdent Crispi auf eine anrage des Drputirten meriani betreffs einer Amnestie: in der Thronrede sei nicht von einer Amnestie: sondern von Gnadenbeweisen die Rede, wrlche erfolgen sollten, wenn dcr Zustand der öffentlichen Sicherheit es erlauben werde“. (Hnadenerzeigungen würden nicht aufgedrungen_. Er bitte jedoch meriani, diesen (Heger- starlild fallen zu las1en, wenn er seinen Freunden nüßlich sein wo 9. „Der qudinal _Ledochowski, welcher Heute fein fünfzig: ]aHrigcéz Priesterjubiläum begeht, wird Glückwünsche von din Kardmalen, die den Propagandaratl) bilden, sowie von den Pralaten, welche die sogsnannte Kongregation von Schülern des Kyllegs der Propaganda bilden, ferner von auSwärti en qule'gten und von Prokuratoren aller religiösen Orden, weizche Missionare entseydcn, entgegennehmen. Unter den Ehren- gabrn brnnden slch cine golden? Gedächtnißmedaiac, wclche von den Beamten der Propaganda überreicht wird, und ein Album der Schüler des Propaganda-Kollegs mit einer in zahlrmchen Sprachcn abgefaßten Adresse.

Schweiz. Die diesjährigen großen Herbstübungen, wslcbc

unter Leitung des Kommandanten des aus der 1. und 2. Di:

vision bestehender? [. ArmeeKorps Obersten Cercsole in der Westschweiz stattfinden werden, beginnen am 28. AugUsx; die Stäbe werden am 25. desselben Monats gebildct. Die Zeit vom 28. bis zum 31. August ist der Kompagnie- und Bataillons- schule gewidmet, vom 2. bis zam 6. September Übcn die Regimenter Und demnächst die Brigaden gegeneinander, am 7., 9. und 10. ebenso die» Divisionen, am 11. unternimmk das gesammte Armce=Korps eincn Vormarsch gegen e_inkn markierten Feind; am 12. findet eine große Parade statt, und am 13. werden die Truppcn entlassen. Schauplaß dék chiments: und Brigadcübungen ist fiir die 1. Divifiorx dle Geqend zwischen Genf und Lausanne, für die 2. die zwijck)?" Cossonay und Grandson. Dem Manöver von Division gegen Division liegt eine (Hencralidee zu Grunde, laut welchcr cms Westdivision (die 1.), die den linken Flügel eines feindlicheq Heeres bildet imd sich nördlich von Nyon gesammelt hat, (1131 das _schwcizerifche Hochland vorzudringen sucht. Eine Okt- division (die 2.) ist vom Eidgenössischen eere in die Gegen) zwischcn ['Aubonne und la Vcnoge vorge chobcn und hat die Aufgabe, sich diescm VordrinZen zu widerseßen.

Belgien. Der Senat hat gestern die ganze Zollvorlagc mit 59 gegen 33 Stimmen bei 3 Stimmenthaltungen angenommen- Türkei.

Aus Konstantinopel berichtet „W. T. B.“, der K_hedive werde in den nächsten Tagen daselbst erwartxy ZU diplomatischen Kreisen nehme man an, daß die Reiie ledes

politischen Motivs entbehre; man glaube vielmehr, dieselbe hänge mit einer früheren Verabrcdung zusammen, derzufolge dkk . Khedive versprochen habe, wenn möglich in jedem Sommer !

Konstantinopel besuchen zu wollen.

Griechenland.

Die Kammer nahm gestern in erster L-sung den GMS- entwurf_an, wonach 20 Proz. der Korinthcnerntezurückgehalkcn tyerdcn 1ollen. Die'zurückgehaltenen Korinthen durfen WW“e cmcs Jahrcs nicht tm Innern verwendet werden. 1

Jn_ dem Duell zwischen dem Depulirten OW Yassilradts, und dem _KriegS-Minister Oberst Smolcnks (jiecllletNr. 162 d. Bl.) wurden zwei Kugeln resultatlos 97 we e .

Serbien. Der Finanzausschuß der Skupschtina beriqth in Anwesenheit „des Finanz-Ministers über die Konversions- vorlage, die am Montag an das Plcnumgelangen soll.

SchWeden und Nortoegen.

Dem in Christiania erscheinenden „Morgcnbladet“ ufolge hätte der König in dem gestern abgehaltenen StaatSratk) beschlossen, daß im Storthing eine „Vorlage ein ebracht werden solle, betreffend die Aufnahme einer in- länßischen Anleihe im Betrage von angeblich 10000000 Kroner), welche zur Deckung der Kosten für außerordrntliche Vertheidi: gungsvorkehrung'en dienen jollcn.

Amerika.

Drei Benediktinerinnen und ein Priester sind, wie „W. T. 5 .“ aus Washington berichtet, von Ecuador dorthin zurückgekehrt, um sick) in einem Appell an die Rrgic: rung der Vereinigten Staaten über die Unbill zu beklagen, welche sie und der Bischof Schuhmacher während der Nevo- lution in Ecuador erduldek hätten. .

Nach einer Meldung des „Reuter'schen Bureaus“ aus Lima vom 11. d. M. bestätigt sich die Meldung der „Times“, daß die peruanische Regierung nicht geneigt sri, die von Bolivia verlangte Genugthuung (siehe Nr. 163 d. Bl.) zu gewähren, da dicse Forderung nicht hinreichetid begründct set.

Asien.

Dem „Rcuter'scben Burrau“ ist eine Meldung, auZ Yoko- hama zugegangen, wonach 700 Chinesen die japanische Garnison in Hsinchu (?) anf Formosa am 10. Juli an- gegriffen hätten. 200 Chinrscn seien getödtct und viele gefangen genommen worden. Die Japaner hätten 11 Mann verloren.

Nr. 28 des „Zentralblatts für das Deutsche Re'icb“, herausgegeben itn ReichSamt drs Innern, Dom 12.Ju1i, hat folgenden Inhalt: Konsulatwessn: Todeßfak]; _ Ermächtigung zur Vornahme von Zivilstandkaftkn. _ ZoÜ- imd Steuerwcsrn: ZOÜ- bebaud1ung der Dom Auslands als Mustsr Lingébendrn Waaren. _ Bankweskn: Status der drutschrn Notenbanken Ende: Juni 1895. _ Polizeiwesen: Auswsisung yon Ausländkrn aus dcm Rckchgebiet.

Nr. 35 dss „Eisenbahn-Verordnungs-B[at18“,beraus- gegcben im Ministerium drr öffentlichen Arbeiten, Vom 11. Juli, hat folgenden Inhalt: (Erlaß drs Ministkrs der öffkntlickyen Arbkiten Vom 6. Juli 1895, betreffend Verw-altung drr Zubrbörstücke der B6- triebsmittel und der Zuggeräthe.

Nr. 36 vom 12. Juli, bat folgrndxn Inhalt: Erlaffe drs Ministers der öffrntlichen Arbeiten: Vom 1.Ju[i1895, betreifend Pensionierung der zur Verfügung gksieüteu Bkamtc'n; Vom 3. Juli 1895, betrrffend Z))?itwirkung der Ober-Postdirektionen bei Ausstsl- lung der Eisenbabn-Fahrpläne; vom 4. Juli 1895, betreffend Rauch- verbot in Nichtraucher-Wag€n und AbWLilrn; vom 4. Juli 1895, betrkffend Ergänzungöyyrsckyristcn zu §24 Abs.1 der Verkehrsordnung. _ Nachrichten.

Entscheidungen des Reichsgerichts.

In Bezug auf § 333 Strafgessxzbucbs, wvnacb derjenige, wxlcher einem Beamten Vortheilc anbietet, um ihn zu'emer _dtenst- widrigen Handlung zu bestimmen, wegc'n B estecbung rnit Gefangni's; bestraft wird, hat das Reichßgsricht, 11. Strafsenat, durch Urjbetl vom 25. Januar 1895 ausgesprochrn, daß zur Anjvcndung diesrr Be- stimmung weder das Anbietsn Don Vortbkilcn ein axxsdrücklichrs zu skin, noch der Beamte für die durch das Anbieten bgtbattgte Absicht dss Anbietenden Entgegenkommen odizr Verstandnis; zu bezeigen braucht. „Beim Anbicten im Sinne des § 333 KW Straf- gsseßbuchs handelt es fich um einen cinseitrgen Akt des Thaters, der zwar zur Kenntnis; des andercn Thrils _ des Beamtkn, von Um die Eine Verletzung einer Amtspflichk entl7a1tende „Handlung rrheisckxt wird _ gkkommen sein muß, der aber ern Weiteres nicht Erfordert. Es ist somit nicht notthdig, daß, wenn das Angebotemes Vortbetls für die Vorzunehmende pflichtwidrige Handlyng_ des Beamtezi durch schlüssige Handlung erfolgt, es auch als em koschks Aner'bnisn im Sinne des § 333 von dem Beamten Zrkannt worden 161. Durch die Aufstellung eines solchen Erfordernines würd? in demTHatbestand des § 333, das Merkmal eincs gewissenErfolgs theingetragen werdkn, das ihm fremd ist. Noch Weniger ist es zu biiligxn, wenn drr Vorder- richter auf seiten des Beamten sogar em“ Entgegenkommkn als crforderliä) ansiebt; ob der Beamte der gcgen ihn unternommencn Vrrlritung zum pfiichtwidrigen „Handeln untcrlic'gt, ist für dcninat- bestand des F" 333, der Dom Eintritt Les vom'Thater an,?estrsbten Erfolgs gänzlich abfiebt, gleichgültig. . . Möglicherwrtse 11.018 ge- troffene Erstrichtrrliche Entscheidung auch durch die Ann'abmeqbeetnflußt, daß das .Anbietsn“ ein ausdrückliches gcwesen fern_muffe. Au'ch das würde rechtsirrtbümlicko srin; denn das Grieß enthalt e_tne dahin geb'ende Einschränkung nicht, und nach al1gemcmen Grundsaßen steht im Stra1rkcht eine durch schlüssige Handiungeti an den Tag geleßteWillensäußerung einer ausdrücklichen gleich.“ (4416/94.)

"- Giebt im kaufmännischen Verkehr der Käyfer dem Verkäufer soq- Gefälligkeitswechsel i_x1 Zahlung, wobei er _dkn Wechseln geflissentlich den Anschein von K*unden-Wecbseln giebt, so [lex_gt nach einem Uttbeil dcs ReichSgerichts, 117. Strafsenats, vom 5. Marz 1895, nicht ohne weiterks eine Vorspiegelung falscher Thatsachen vor, Zvelcbe zu einer BLstrafung Mgen Betruges fülyrrn kötznte. „Rechts- trrtbümlicb ist es, wenn die Vorinstanz als allgemeingültig dxn Rechts- satz aufsteüt: die Wuchselnehmer waren nqcb pen G'riindsatzsn von Treue und Glauben im Handelswerkehr berechtigt, tm legitimen Handels- verkehr entstandene Waaren- oder Kundentvecbsel zu Dxrlanqen. Dem widerspricht die formale Natur des Wechsels und die' offen- kundige Thatsache, daß im legitimsten Wrcbselvrrkehr Gefaxligkeiis- a'ccevte gegeben und genommen werden. Nur konkrete Umstande des emzelnen FaÜrs können dem Wechselnebmer etn_solches Recht, Waaren- Oder Kundenwechsrl zu verlangen, verlkiben, seien es speziell; Zusiche- ryngen, seien es Vertragsberxdungen, seien es'Handelsgebraucbe auf Grund der Natur gewiner GeschäftsVLrbmdungcn u, dgl. _ Unter solchen Umständen kann mit ,der Feststellung, daß der Angeklagte den chhseln gefliffentlich den Anschein vpn Kundenwechseln gegeben habe, die Annabmx der Vorspiegelung einer falschen Thatsache nicht als außreichend begriindet erachtet werden. N07!) weniger konnte im bloßen «Hingeben dsr Wechsel unter Ver- schweigung des Umstandes, daß rie Wechjel Kundenw-Zcbsel nicht Waren, die Unterdrückuna einer wahren That!ache gefundc'n werdén, da eme allgemrine Rechtspflicbt, bierübcr beim Begeben des Wechsels ?2173/ Yßckylelnebmer aufzuklären, nicht anerkannt werden kann.“

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Entsckxeidungen des Ober-VerWaltungsgerickxts.

Die Beiträge zu den Baukosten der von einer Stadtgemeixids bkszstcÜenden Kanalisation, welche den Grunxbesißern ohne Ruck- Ücht darauf, ob den einzelnen Bcitragenden die Möglichkeit des Apschluffes an die Kanalisation von der Gemeinde gewährt wird oder nicht„auf- kriegt Werden, find nach einem Urtheil des Oker-Verwaltungsgertchts,

11. Senats, vom 1. Dezember 1894, nicht als .Gebübren', sondem als eine „besondere Gemetndefteyer' zu erachten, deren Einführung der Zustimmung der Minister des Innern !*."d der F inanzen bedarf. _ Ja der Stadt C. (Rheinprovinz) 111 auf Grund des § 10 der Städtwrdnung für .die kainprovinz vom 15. Mai 1856 im Jahre 1892 ein O_rtsstatut, betreffend den Anschluß der Grundstücke an die Straßenkanale unkZ die Wasserleitung, erlassen _und vom Bezirköausschuß zu D. genehmigt worden, dissen § 8 bestimmt: .Zu den Kosten der yon der (_Sta'rt bereits hergestellten odrr "OÖ herzusteüenden Straßenkanale haben die Unternehmer won Nkubauten oder größeren Umbauten an den bereits festgestellten oxer noch festzustellenden Straßen und Straßentbeilcn einen einmaligen Beitrag zu entrichten“. '

„Auf Grund disser Bestimmung zog die Stadtgemeindß einen Adjazrnten der O...straße, dem die Criaubmß zu einem Neubau erxbetlt worden war, zu einrm Kanalbaubeitragc von 2590 „46 ßeran. Die Q . . „straße aber war noch nicht kanalifirrt, und es bestand nur du? Absicht einer späteren Kanalisikruna, deren Ausführung Vorläufig aus trchmschen Gründen noch ausgrssßt bli-b. Dkk Adjazent bsantragte klagen? skins Freistellung, Weil diese Kanalbaubeifräae eine neue Zwech116116r bildeten und der dazu erforderlich€n ministcrieüen Ge- Ulbrnmung errnangrlten. Die Klaxie wurde Vom Brzirksaussckzuß ab- gewiesen. Auf die Revision des Klägers hob das Ober-Vrrwaltungs- gericht daS erste Urtheil auf und erkannte auf Freistellung des Klägcrs Vyn der bisbrr nicht rechtsaültig konstituierten Abgabe. „Dkk Vorder- rtchter erachtet den Kaualbaukostenkeitrag für keine Gemeindesteuer, sondern für ein Enfgelt, welches die Grundbcfitzrr für die ihnrn aus der Kanalisation erwachsenden Vortbkile zu entrichten Haben. Damit hat Er den CharaktSr dcr strritigen Abgabe wrrkannt. Sie ist eine Steusr, nicht eine Gebühr. _ Begrifflicb unterliegt es keinem Bedenken, daß eine kommunale H?hima eine .Gebük): “' da ist, Wo dxn Jntsreffénten eine Anstalt zum Gebrauch offen gebalfkn wird, fur derkn spezielle Jnanspruchnabme fie eine Vergütung zu zahlrn [)alyen _ und zwar glricbvirl, ob die Jnanswrmbnabmr vöUizi Vom freien WTÜLU drs Jnterrffentsn abbängk oder auf polizsilicbsm Zwang beruht. Auch [ck16an Falk? silk)! der Von der Kommune für die Gkbiibr dargebotenén Lristung immer noch in dem Anschlus; eine effekttVS Bsnußung der öffentlichen Anstalt gsgenüber. _ Anders st'ebt es mir drm einmaligen Kanal!)aukostknbeitrage,_ wic rr [)in dizrch dsn §8 des Statuts Vorgesehen ist. Auch 1916)? Bei- trage konnen allerdings den Cbarakter yon Gebübren an fick) tragen, wenn es an der spszieüen Leistung einer mittels Anschlusses an den Kana1fich VoÜziebknden Entwässerung nicbt feblt. Der 05811 mit- gethetlte § 8 des Statuts [891 aber den Beitrag den Untcrncbmcrn von Né'ubauten oder größerrn Umbautc'n nicht bloß für die bkrkitI bergestrllssn, sondern auch für di? erst n och berzu stellsnden Kanälk, im? nicht nur an dc'n bereits festgestelltkn, sondrkn anch an dem nous) se1tzu stellenden Sfräßkfl und Straßsntbrilen anf. Die Bau- usptsr'nebmér we-rden also in ungsmrffknkr W866 sslbsi bszüglick) der kiinfttg noch festzustellrndcnStraßsn bélastct, ol'ne' daß iHne-n auch nur eme fichere Aussicht auf die Gegcnlsistung LineZ Kanalbausö gewähr- lrtstsnt rprrdx . . . Jm voriirgsnden Falk). kann die durch „H 16 BLZ ZustanptxzkektMeseßes Vom 1. August 1883 vorg-xichriebrnr Zustimmung der M,int_ster drs Innern und der Finanzsn für die Nrurinführung dcr Beitrage nichr entbkhrt Werden.“ (11. 1659.)

_ EinKonz-srtunWrnebmer ist, auch wenn rrzualeicbDiri- gent drr Von ihm unterhaltenen Miifikkapeüe ist, nach Liner Entscheidung drs Obér-VerwaltungsZerichts, 171. Srnats, ]. Kammrr, vom 6. Dr- zember 1894, qewer csteusrpflirhtig. „Untrr der „Ausübung der Kunst“,!velche in §4 Nr. 7 5913 GEWLTÖCstLUErgLsCYLÖ vom 24. Juni 1891 ,als dcr Gewerbesteusr nicht nntsrliegend genannt wird, ist nur die Eigene Brthätigung der Kunst zu Verstehcn. Cs soUSn die in Konzerten, Theatervorsteüungen u. s. w. auftreiendsn Künstler, mögen fie selbst, ohne Zuzic'bung fremder Kräfte, die Vorsteüumirn vcr- anstalten oder in fremdem Vorstellungen mitwirken, zur GeWcrbesieuer nicbt berangezogen werden. Dagegen ist es nicht die Absicht drs Grseßes, auch dirjcnigrn Unternehmer von der Grive'rbestsuer zu befreien, die behufs eigenen ErwerbeH frsmde künstlerische Leistungen vrrwertben. Die Konzerts, die der Bejckpwerdefübrcr mit seiner Kayrlle Veranstaltet, sind Wegen der Abbängigkrit feinér Gebilfkn Von ihm nicbt Veranstaltungen Liner Vereinigung von selbständigixn Künstlern für aemeinschaftliche Rcchnung, sondkrn solchc, bei denen er die LeistUnJen der ihm untergrordnctrn Gchilfrn, also frc'mde künstlrrische Leistmrgsn, behufs Erzielung Eigenen Criverbrs Orr- wendet.“ (71. G. 292/94.)

Statistik und Volkswirthschast.

Nach dsm Vom Statistischen Amt der Stadt VreSlau fksfgestcüirn Vorläufige'n Ergebnis; drr Berufs- und (Gswerbezäblung am 14. 1). M. beträgt die ortéanwrscnde Bévölkcrnng drr S tadt Bres [au 362 597. Seit 1. Deismber 1890 bat fich die Bkvölkcrungszabl um 27411 odsr 8,2 0/0 v-Jrgrößcrt. Das Wachstbum bleibt .“:er bintkr derfortgescbriebkncn Einwvbnerzahl um 570) Personenzt1rückObdiksc Fihlziffer ausschließlich auf die vorübergrbend abwsssndkn ersonén zmückzuxübrsn ist, werdrn die sväteren LluNäblungen [Ehren. Auch in LZÜPÜJ. Straßburg i. E., Hamburg und Altona ist das Zählungßcrgebniß bintkr dsr Erwartung zurückgebkiebrn. In einigen andkrn arößerrn Städtrn, wie Dri'sdx'n, Frankfurt a. M., Mannbkim, wax da5 Wachsthum der Bkvßlkcrung grömér als in Breslau. Dir Zahl der Gewerbsbetrisbe mit mindritrns einem Ge- bilfen oder mit Motoren brtrng 11377 oder auf 1000 Einwohner 34; im Jahre 1882 wurdsn 9111 bezw. 31 pro Misle solcher B8- tric'be ermittelt. Landwir!bsÖaxisb-Itricbc wurden 545 gezählt, un- gefähr ebenso Viöl wie im Jahre 1852.

Zur Arbeiterbewegung.

In Stettin hielten die ausständigen Schneider grstrrn Abcnd wieder eine zahlreich bcsucht? Vkrsamtxxlun ab. Der Vor- sitzrnde dcr Lobukommisfion wirs, wre dic .Ostjee- tg.“ berirhtrt, ayf die veränderte Sachlage bin, die dadurch gxschaffen worden [er, daß die Mitglikdcr des Verbandks dsr Konfektionarß zu erböbtkn Lobnsaßcn wieder Arbeit außgeben, und daß ausstandige Schneidsr wiever in Arbeit getrrten feirn. „(Vgl. Nr.'164 1). B1)“, Cr empfahl, unter den jeßigen Verhältnissen und bet dém nnguyftigen Stain? “oer Unterstüßungskaffe mit dem crrungknen Erfolg _vorlaufi fich'zusricden zu gebkn und dm Ausstand für berndst zu_erk[aren. u einem ge- cigneten Zeitpunkt könne man wrcdsr unt (Zrnrute'n Forderungen an die Unternehmer Herantrrtcn. Die_ Mehrhth Vertrat ,bei der B6- sprechung den Standpunkt, vorlaufig bei den bctden Firmen ". 5 . Juda und Leopold Juda den Ausstand fortzuscßen; Zei der Abstimmung hierüber, an der sich nur die_ 'N'! 17811 genannten Firmen beschäftigt JSWesenexn S netder_ zu betbeiltgen hatten, wurde mit 84 gegen 4 SthMM m die em Smnse [)(-schlossen. Eine weite're Abstimmung Hatte das Ergebntß, daß,rmt 77, gegen 35 Stimmen beschlossen wurde, bei den ubrigen 11 trmen, 'die dern Vc'rband ;ck?!) Khonfektionäre angehören, am nachsten I) ontag die Arbeit wieder an une men.

Aus Öörlis wird dem „Vorwärts“ geschrieben: Sämmtliche Ofensetser haben mit ?lusnabme von 7 Mann am letzten Montag

„wegen Lobnstreits die Arbeit niedergelegt,

AAS Plauen i. B wird dem ,Drxsd. Journ.“ unter dem 11. Juli ziim Maurerausstand berichtet: Von 'den _an- Wesenden Maurern, gigen “600,.hattrn "bis, gestern Mittag" ubxr 300 die Arbeit eingestellt. Die Ausstandigen erhaxten fur die Woche 10 «;ck aus der Ausstankxskasse, wozu “bet ch Ver- heiratheten noch 1 «M für jedes Kind konimt.„ Dre Merster sind weniger gegen eine Lohnerhöhung,_al,s_gegC'n die Einfuhrim "der zehn- stündigen Arbeitszeit. T(Hrgenwartig wird, die Fruotucks- und Vespcrzéit abgerechnet, 11 Stunden gearbmtet. (Vgl. Nr. 164 d.B1.)

Aus Kopenhagen meldet„W T. B.": Wegen'Konfltkts zwischen den Maurer- und Ztmmermxtstery und tbreri G?“ sellen in Aalborg (Vgl. Nr. 164 d. Bl.) uber die Formen fur die

Zeugnisse bei Entlassungen bewerkstelligte die Organisatioxi drr Maurer- und Zimmermeister die Aussperrung aller ihrer, Arbeiter in mehreren der größten Städte Jütlands, namentltch t'n 'Aalborg, Aarhus, Esbjer und Horsens. Die Zahl der nicht beschaftigten Ge- sellen wurde getern aux über 1000 geschäxzt.

Nach Mittheilung des Statistischen Amts der Stadt Berlin find bei den hiesigen Standesämtern in der Woche vom 30. Juni bis inkl. 6. Juli er. zur Anmeldung Jekommen: 959 Lebendaeborene, 306 Eheschließungen, 33 To tgeborene, 747 Sterbefälle.

Bauten.

In der Preisbewerbuna um Entwürfs für eine Kirche der ewangelisch-lutherischen Jacobi-Gemeinde in Dresden ist, wie das „antr-Bl. ?. Bauv.“ mitiheilt, der Erste Preis (3000 „M) drm Architekten Jürgen Krißgrr in Bsrlin zuerkannt worden. Den zwsiten Preis (2000 „M) erbtc-[t Architekt Leo von Abbema in Düssel- dorf, den dritten Prris (1000 «M) Architkkt Heinrich Reinhardt in Berlin. Zum Ankauf empfohlen wurden der Entwurf „Wettin' und die mit einsm rothen Kreuz bezeichnete Arbrit.

Land- und Forstwirthschaft.

Bei dcr Königlichen Landwirtßsckyaftlicben Hochschuls zu Berlin hat die Verthrilung der Preise für dir im Stndirn- jahre 1894/95 ausgeschrieben gewesenen Preiéaufgabcn nanmebr statt- grfunden. erbislten Préise Von jr 150 „47. Der Studierknde dsr Landwirtb1chaft Richard Dost aus Krokau für ein?. Arbeit aus dem Gebiete drr Landwirtbschaft, sowie die Studierende'n der Landwirt!)- scbart Kurt Geigkr aus Morning und Eduard won Trzcinski aus Poxen für Arbeiten aus dem Grbirte der Mote'orologie. Je einqn Preis Von 100 «FC: Erhiklten dsr Srudierknde der Landwirthschast Fritz Nivpa aus Breslau für eine landwirtbichaftlicbe und der Studiérsnds där Geodäsie und Kulturtclhnik Georg Dvbowski aus Bcriin für Eine geodätische Arbeit.

_ Für das Studienjahr 1895/96 find wiederum vier Preis- aixfgaben für die Studikrcndsn drr genannten Hochschule aus- g€1chrirbrn wordsn, und zwar je eine aus drm Gebiet der LandwirtH- icbaft, der Kulturtechnik, dsr Zoologie und der Nationalökonomie. Zur Bswcrkung um die ausgkseéten Preise Von je 150 «M find die (W ordc'ntliihe Hörsr immatriku iertsn Studierenden der Hochschuie btérecbtigk. T_ic' Prcisarbeiten find bis zum 1. April 1896 dem Rsktorat cinzuxkndrn,

Verbrsscrung des bäuerlichen Rcalkredits.

Von di'n für kik? cinzrlncn Provinzen angeordnrtsn VCrbandlun cn zur Vi'rbé'ffékllllg drs bäurrlickorn Realkredits hat dir: erste am 10. 1). IN. fiir die Provinz Poscn stattgefunden und zwar mit durchaus be- frie'digrndrrn Erfolg. DST Verhandkung, Welche dcr Ober-Pcäfidsnt leitrts, wobntxn dsr stcrrnt dez Landwirtbschqfts-Mi11isteriums, Ver- krstrr dLrleidschait und dEr _ rovinzial-Oilsskaffe, der Provinzial- rrgisru11,;:.1, sowir auch sin 2] itglird drs Ober-LandesgériÖLs bsi. Dic? Versammwng einigte sich zu folgcnden Vorschlägkn, welcbe darch- weg aUch von 5811 Vertrétern der Landschaft angsnommen Wurden und daher Voranssickytlicl) auch bei den beschlußfaffendsn Organen dsr Land- schaft keincrléi Sckywisrigkritrn findrn wsrdezn:

Dcr Krris der brlkibunJIfäHigen Bcfißungen soll auf MS selb- ständigkn A(k'crnabrungrn, d. 1), mindestens (1118 Bkstßungen bis 30007“- Tastrtb angedkhnt wxrdcn. Die Tax- und Brieibungskosten soilrn für kleine Objekts w€s€11tlich Ermäßigt, aur!) die am einfachsten durchführbare Bklcibung nach der Grundstener für bäuerlich Befixzungen erheblich Lrwsitert werdrn. Sobald fernkr die Landschaft die rneh- migung zur Ansgabe 30/0 Pfandbriefk nachgesucbt und erhalten hat und so in der Lage ist, den Kredit so biUig wie möglich zu gewähren, sol] die Umwandlung der bäuerlichen Privat- und Sparkaffc'nbypotbekcn in Landschaftsbywotbrksn in Vollem Umfang in Angriff genommen Werden. Bei der zentraLifierten Verfassung der Posener Landschaft und den angmeinEn Vkrbältniffen der Provinz rvurdck cinmüthig die' Mit- wirkung drr ordsntlichcn Vsrwaitungsbkk)ör56n b€i dieser Maßnahme für unerläßlich erachtet. Die Landrätbe sollsn für die cinzelnrn Distrikte Vertrauenßmännsr ernennen, wrlch€ dorfschaftsweise Vorgshkn und nach (Einsicht dss Grundbuchs und unter Be:- nutZUng drr von dsr Landschaft zu lic'ferndkn Formulare die' erfordsrlichrn Anträge Von den Bcsißsrn aufnehmen. Die Unterstützimg durch dic: Grundbuchämtsr ist bei der wohlwoÜcnden Stsllung dcr JustizVerwaltung um so mehr zu Grivarten, als die? Dnrcbfijbrimg dsr bsabsichtigten Hypytbekcnbewiüigung auch zur Sänberung drs Grundbuchs und „zur _Lö1chung mancher noch einge- tragener, abrr brreits gestilgter Posten säbrrn wird. Die Ansicht dsr Vcrsammlung ging einstimmig dahin, das; ein Vorgebrn auf diesem Wege dis erLUrie-ßlichstc'n Erfolge erwartrn [ass. (Hégenwärtig find in der Provim Posrn rand 29000 böleilmmgsfäbige Befißungkn wor- handrn (mit 30 Tbalsr Rcinertrag imd darübrr); die Zahl wird fixb durch die oben erwähnte Erwriterung noch vergr'Zßrrn. Wirklich bs- liebsn bCi der Landschaft find aber nur 6375 cfitzungen, darunter 3362 bäuerlichr.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.

Lcmberg,12. Juli. (W. T. B.) Die SÖWeineseucbe ist in 71617611 wcitcrrn Wezirkcn aus.]ebrochen; behufs Verbindxrungxiner WciterVCrbrritung der Skuchc ist auch Über diese Brzirke die Sperre verhängt wordrn. '

New-York, 12.. Juli. Amtlichr Berichte der Regirrung m WasbinYwn melden das epidemischc Austreten des gelben Fiebers auf Cu (1.

Handel und Gewerbe.

Tägliche Wagengestellung für Koblen'und Koks an der Ruhr und in Oberschlesienx ' An der Ruhr find am 12 d.M. gestellt 11421, nxcht rechtzeitig gesteUt 98 Wagen. Jn Oberschlesien sind am 11.1). M. gestellt 4163, nicht reckt- xeitig gesteUt keine Wagen. .

Zwangs-Versteißerungen. .

Beim Königlichen Amts er cht ][ Berlin'standen am 10. und 11. Juli die nachbezeicbncten rnndstüTe zur Vérstetgerung: das im Grundbuche von Stegliß Band 14 Blatt Nr. 447 auf drn Namen der vsrwittWIten rau Caroline Christiane EleonorLKnbit-k, geb. Buff, zu tegliß, Scl)koßstr.„82, ?tngetraßyne. zu Stégllß, Lindenstr. 48, belegene Grundstück; leiche,5,06 & m t 1710-74Nu8ungs- Werth zur Gebäudesteuer veranlagt; mit dem Gebot. von 27 400 «js blieb der Klempncrmeister Albert Kühne ziz Friedrnau, Meist- bietender. _ Das im Grundbuchs Von Scho ncberg Band 43 Blatt Nr. 1594 auf den Namen des Architekten Bernhard Korn zu Schöncberg eingejragenc, zu Schöneberg'an der Kranachstraßcx62 belegene Grundstück. welches mit 1,32 „;(. Retncrtrag und Liner Flache von 9,32 a zur Grundsteuer Veranlagt ist, mit dem Gebot bon 115700 .“ blieben der Maurermeistsr August Baumgarten zu Bkrlin, Potßdamerstraße 77a, und der Rentier Hermann Rieger zu Dcutsch-Wi1mer§dorf, Meistbietende. _ DaS' im Grundbuch von Seböneberg Band 47 Blatt Nr. 1701 auf den Namen “des Zimmermeisters Friedrich Wilbrlm Gustav letsch zu Berlin, Oderbcr erstraße 28, emgetragene, zu Schöne- berg, (Ecke Heinricß Ktrpert- und , Grunewaldstraße _59, belegen? Grundstück, welches mit 0,03 „zz Retnertrag und einer Flache von 10,32 a zur Grundstrurr, zur Gcbaudesteuer nicbt veranlagt ist; Meistbietende blieben die Bankoirckwren Eduard Sanden zn Potsdam und Paul Puchmüller zu Cbarlottenbur mit dem Gebot von 206 000 „M _ Das im Grundbu von Friedenau Band 12 Blatt Nr. 835 auf den Ramm des Vauuntex-