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.der eiaismäßigcn
Abgereift:
Seine cellcnz der Siaatk-Minifier und Minister der geist- 1ichen,Unterr1chts- und Medizinal-Angelegenheiten 1). ])r. B o s s e, nach Vorarlberg;
Seine Excellenz der Staats-Minister und Minister für
Landwirihschaft, Domänen und Forsten eiherr v 9 n Hammerstein-Loxien, nach der Provinz Sch eswrg-Holstem.
Yiehtamtliches.
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 25. Juli. Die Ergebnisse des Reichshausbalts für das
..Etaxsjabr 1894/95 haben sich nach dem Finalabschluß der
Reichs-Hauptkaffe, abgesehen von den aiif außerordeniliche DeckungSmiitel angewiesenen Außgaben, im Vergleich zum Etat in runden Summen, wie folgt, gestaltet.
Für das Reichsbeer find bei den Kontingents- vcrwaltungen von Preußen, Sachsen und Württemberg an fortdauernden Ausxzaben (mit EinfchlußUder die e Verwaltungen angehenden Titel des allgemeinen FZZUMNM 9) 276000 «14 und an einmali_ en AUSgaben 304 «17; weniger erfordexlick) gewesen. An 'nnahmen sind im Bereiche der Militar- verwaltung 286000 „14 mehr aufgekommen. Beim Reichs- beer ßeüt sick) hiernach das Gesammtcrgcbmß gegcn den Etat um 866000 „14 günstiger. _ „ An der Naiuralverpflegung, der Bekleidung und AUSrustung dsr Truppen, im Medizinalwescn und bei den Wohnungsgcld- zuschüffen find erheblichcre Ersparniffe gemacht, welchc_n indeß Mehraufwendungen beim Remonieweftn, zu Reisekosten urid Tagegeldcrn, Vorspann: und TranSportkosten, beixn Ariillerie- und Waffcnwesen und beim allgemeinen PenfiOUSsONDÖ gegen: Überstchen.
Tie AUSgaben der Marine, einschließlich ihres Antheils am aUgcmeincn Pensionsfonds, haben den Voranschlag um 490000 „11: überschritten.
Beim Auswärtigen Amt sind 1115000 4112, bei den
_Zonds dcs Reichsscbaßamts 1818000 „14 und beim
eichs-Jnvalidcnfonds 525000 „14 mehr erforderlich gc- wescn. „Jm Ressort des Neichöamts des Innern sind _ im wesentlichen durch den Minderbcdarf zu Unterstüßungcn an Familien der zu Friedensübungen einberufcnen Mannschaften _ 480000 „14 und bci der Reichsschuld 2764000 „44, hauptsächlich infolge des Umstandes, daß die Anleihe nicht in dem voraUSgeseßien Maße zur Ausgabe gelangt ist, erspart worden. Die Übrigen bei den Hauytabschnitien der Außgabe eingetretenen Abweichungen vom Etat ergeben noch einen Minderbedarf von 216000 „11; _ Im Ganzen bleiben die Mehrbedürfniffe bei den hier in Bkiracht gezogenen Ausgabefonds des ordentlichen Etats hinter den dort vorgekommenen Eriparniffcn um 79 858,30 „16 urück. Tic Zölle und die Tabackstcuer, von deren -rirag der Reichskaffe nur dcr feste Anibeil von 130000000 „14 verbleibt, haben gegen das Etatssol1 13224000 „14 mehr eingebracht, wovon 12 976000 «16 auf die 35116 und 248000 .“. auf die Tabackxteuer entfallen. Bei den den Bundesstaaten im vollen Reincrtrag zustehen: den Steuern find gkgen den Etat aufgekommen: bci der Verbrauchsabgabe für Branntwein 492000 514 weniger, bei den Siempelabgaben für Wertb- “papiere :c. 14 678000 .11. mehr. Diese Abweichungen von Vorausseßung finden im Reichs- bausbaii ihren Auleeich durch entsprechende Ver: änderung der unter den Außgaben angeseßtcn Ueber- weisung-m an die Bundesstaaten. Im Ganzen stellen sich die Ucberwsisuncxcn auf 382859618 :1é, das find 27 409618 :16 mehr al?- im Etat vorgesehen. _ Die dem Rsick) vcrbleib-mdsn Steuern haben sämmtlich geacn dyn Etat Mehrérträge ergebsn, und zwar die Z u ckerst e ucr 4 966 000 514, die Salziiéuer 1721000414, die Maischbotiich- und Branntweinmaicriaiftsuer 37000 «14, die Brausteuer 61400034, der Z:)ielkartensxxmpel25000«16,dieWechsel- ftemveliieusr170W0-„1é,dieitatistisckzeGebÜHr77000-,14 Tie Post: und Teisgravben-Verwaitungbatmitcinem Mehr-Uebcrickzuß von 1520000 -,1_/-., dis Reichsdruckerei *mit einem solchsn von 18000 :11, die Eisenbahnver- waltung dagegkn mit cmkm Minder-Lieberschuß von 582000 „14 abgeschioffen. Tie Einnahmen aus dsm Bankwesen find um 3329000 „11. hinicr dem Etatöaniaß zurückZebiiebSn. An vsricbiedenen Vkrwaltungsciné nahmen iind 1M000 .14 (mit Einschluß der oben erwäbnien eigsnm Einnahmen der Miliiärvcrrvalnmg) mehr auigckommen: deleeicben bei dxm Reichs:Jnva1iden- fonds an O“mien 8000 .46, sodaß zur Techung der oben er- wähxten ÄZLraUsgabe bei dieism Fonds eine Erhöhung des Kapitalzuichves uni 517000 :14 erforderlich war. Außerdem noch (xn Zinien aus belegten ReichSgeldern, Ueberiehäisen aus früheren Jahren und sonstigen Eingabmen 110009 .44 mehr eingegangen, wogegen an Matrikxlarbeiirägen die durch dsn NachtragßEiar be- :mlligwn 10 400 „18 nicbt zur Erhebung gekommen find. * an Ganzen smd an ordentlicßen Einnahmen, so- weix ".: dem Reich osrbikibm, im Vergleich zum Fiat "7092 374,78 =“. mkbr zur Reichskasie gefioffen, und es hat nch UAH .HiRZUkkÉAU-_ dxr AusxzabsEcsvarnisie von 798583044 nir dkn N21 haushalt des Etatsjahres 1894-95 ein Uebericizuß von 717223305 ;14 ergeben.
Der ('Henxrax der Infanterie von Rauch, Landgendarmme, hat Bkriin miaiien,
Ter Genergl-Lieuimant von Hoifbauer, Inspekteur der Feid-ArtiUene, it: hierbc-r zur:)ickgefeßrt.
Txr Kaiierlickx Yoiickx-after in Paris Graf zu Münster hat emen- ihm YUnYé'chft bewilligten Urlaub angetreten. W-rerw (;(-*r Abweisnheit __deßsexben von Paris 1711qu der Ente Sekreixir bei de_r .Kmxerixchen Boiichaft, NgaiionH-Rath von Schoen ais Geochäfthräger.
Chef der
Der Kaiserliche General-Konsul füx Egypten, Legdiions- Rath Freiherr von Heyking hat emen ihm bewrlligtxn Urlaub angetreten. Wahrend der Dauer desselben werden die
Geschäfte des General-Konsulais in Kairo von dem Legations- Sekretär von Below-Saleske wahrgenommen.
In der Ersten und Zweiten Beilage zur heutigen Nummer des „Reichs- und Staats-An eigers“ wird die vom Reichs- C'isenbabnamt auf efteUte tabe arische' Uebersicht dxr Be- triebs-Ergebni se deutscher Eisenbahnen fur den Monat Juni d. J. veröffentlicht, auf welche gestern an dieser Stelle auszüglich hingewiesen wurde.
Nach telegrapbiscben Meldungen an das Ober-Kommando der Marine sind S. M. S. „Stosck)“, Kommandant Kapitän zur See von Schuckmann, S. M. S. „Hagen“, Kom- mandant Korvetten:Kapiiän Rosendahl, und S. M. S. „Kaiserin Augusta“, Kommandant Kapitän zur See Lavaud, am 23. Juli von Tanger nach Rabat in See gegangen; die Kreuzer-Division, Chef: Konire-Admiral Hoffmann, geht heute von Cbcfoo nach Kobe in See.
Bayern.
Ihre Königliche Hoheit die (H„roßberzogin von Luxemburg traf vorgestern Mittag in München ein und skßte alsbald die Reise nach Schloß Hohenburg fort. Nach der „Augsb. Abdztg.“ ist diese Reise duxck) eine neuerdings cingetretcne Verschlechterung in dem Befinden Ihrer Hoheit der Prinzessin Friedrich von Anhalt veranlaßtwordcn.
Sachsen=Weimar-Eisenach.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog traf vor: gestern Abend von Höch1iseinem Aufenthalt in Jena wieder in Weimar ein und empfm am Bahnhof Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin, Höchstwelche aus den Nieder- landen zurückkehrte. Die Höchsten Herrschaften haben das Schloß Belvedere bezogen.
Oesterreith-Ungarn.
T_er Minister des Acußeren Graf Goluchomski hat sich gestexn Nachmittag zum Vortrag Über die laufenden An- gelegenheiten an das Kaiserliche Hofinger in Ischl begeben.
. Das österreichische Herrenhaus erledigte gestern die auf der TageSordnung stehenden Vorlagen, darunter die- ]enigcn über die Vermehrung des ("abrparks der Staats- bahnen und die Abänderung des Mar enschußgeseßes.
Großbritannien und Irland.
Bis gestern Nachmittag lagen 593 Wahlresultate vor. Gewählt waren 383 'Unionistcn, 139 Liberale, 10 Par- nellitcn, 59 Antiparnelliten und 2 Kandidaten der Arbeiterpartei. Tic Unionistcn hatten 98, die Liberalen 18 Siße gkwonncn. Sir Edward Grey und Sir Wilfrid Lawson wurden wiedergewählt;
J_n Kiirufk) (Irland) ist es bei den Wahlen zu einem Exceß gckommcn. Ein früherer Siräfling, Namens Egan, chte das Volk auf. Die Polizei ging gegen die Menge vor, die fick) mit StöckM zur Wehr seyie; viele Aniiparnelliten wurden verwundet.
Frankreich.
Ter Präsident Faure begab fick) gesicrn Vormittag in Begleitung des Kriegs-Minisiers Zurlinden in das Lagcr von Chalons, um ddri artiUeristischcn Uebungen bei: zUwobnen. HEUte wird 1ich der Präsident nach Havre bc- geben, wo er einen Monat zu verweilen gedenkt.
Rußland.
Zn dcr Palaiskirche zu Alexandria fand ostern die Taufe der Prinzessin Irina Alexandrowna tatt. Als Tauf- vatbcn wohnten, wie „W. T. B.“ berichtet, der Kaiser, “die Kaiserin-Mutißr,_die Königin von Griechenland, sowie die (Hrqßrürften Michael Nikolajewitsch und Georg Michailowitsch der Feier bei.
Belgien.
Der König besuchte gestern zu Fuß mehrere Straßen der “Stadt, um die Faxaden der Häuser zu besichtigen, deren Eigenthümer an einer Konkurrenz für künstlerische Faßaden und Schilder theilgenommcn hatten. Der König war, dem „W, TB.“ zufolge, überakl Gegenstand begeisterter Ovationen seitens der zahlreichen Menge.
Türkei.
Die Mittheiiyng der ergänzenden Aufklärungcn zu der (eßtkn Note über )enePunkte der Reformvorschläge, welche die Pforte durchführen wii], sollte dem „W. T. V.“ zufolge
ostern den Vertretern__der Mächte übergeben werden. Die qurie sol] darin gxwiiye weitere Zugeständnisse machen, da fie ?LUUZÜ wünsche, die armenische Frage von der Tagesordnung a zmeßen.
Tas Hauptqebiet der Umtriebe der bulgarischen Banden m Macedonien ift nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus Konstantinopel das Gebirge Perim-Dagl); die unter Führung Miirow's stehende, einige hundert Mann xtque Hauptbande soll mit HenrtxMartini-Gewehren bewaffnet jem und augenscheinlich unter militärischer Leitung stehen. In den laßt_e_n Ta en hätten abermals mehrere Rencontresstattgefunden. Anxangli schienen die türkischen Truppen bei der Verfolgung we en des gebirgigen Terrains große Schwierigkeiten gehabt zu ha e_n, daher fei je ein Bataillon von Seres und Doiran aus ur Veritärkung geschickt worden. Ein Regiment, welches von Janina aus mit_vor1äufiger Ordre nach dem Vilajei Koffowo entsandt wor_den 1ei, sei noch unterwegs., In türkischen Kreisen werde de_xncheri, daß die Truppen bei allen bisherigen usammen- tt_oßen m_dl reich ewesen seien; es, herrsche in di en Kreisen die zuvern tliche offnung, daß die Ruhe bald wieder her- gestellifaxin werde.
_ _Etnige hundert, wegen nicht gemeiner Verbrechen be- nraste Armenier smd amnestiert worden.
bäuser. _
Griechenland. Die Kammer hat den Geseßenbvurf, betreffend die
„Zurückbehaltung eines Theiles der Korinthenernie,
angenommen.
Serbien.
Die amtliche „Srbske Rovine“ veröffentlicht ein Com- muniqué, worin die Meldung, der König und die Regierun hätten am Sar e Stambulow's Kränze niederlegen lassen, als er unden bezcichnet wird.
Das von der Skupschtina angenommene _Geseß, betreffend das Haidukenthum, ist gestern von dem _.Konig sanktioniert workden und wird heute in dem amtlichen Blatt veröffentlicht wer en.
Der Finanz-Minisier Popowic hat auf diplomatis em Wege die russische Regierung um ihre Zustimmungchzux Einbeziehung der russischen Anleihe von 1876 in die Kon: vertierung ersucht.
Bulgarien.
In S ofia eingetroffene Nachrichten von der macedonifchcn Grenze melden, daß seit einigen Tagen zahlreiche flüchtigeAuf= ständische in kläglichem Zustande, ziim Theil verwundet, naxh Bulgarien zurückkehrten. Diejelben würden sofort ent- waffnet und von dem Grenzgebiet entfernt. Sieben solcher Individuen, die in Sofia angekommen und in das Innere des Landss befördert worden seien, hätten gestanden, daß die Mehrzahl der Banden von den türkischen Truppen, welche in dem aufständischen Gebiet konzentrisch vorzuIYhen schienen, aufs Haupt geschlagen worden seien. Nach eldungen aus privaier QucUe soll die Mehrzahl dieser Flüchtlin e jener großen Bande angehören, die vor kurzer Zeit einen ieg Über eine Kompagnie türkischer Truppen davongetragen habe, aber bald darauf von den Truppen Suleiman Pascha's umzingelt und vernichtet worden sei.
Schweden und Nortoegeu.
Der ehemalige norwegische Minister Tborne hat fick), wie „W. T. B.“ aus Christiania berichtet, gestern Abend zum König ngck) Marstrand'begeben. Dem Vernehmen nach bestehe ]ct Ausncht auf das Zustandekommen eines norwegischeri 5 inisteriums Thome.
Amerika.
Aus Havanna wird gemeldet, der Jnsurgentsnführcr Maceo Habe die Umgebungen von Bayamo verlassen, als die Generale Lachambre und Navarro fick) der Stadt enäbert hätten. Maceo habe vorher noch versucht, Bayamo zu türmen, aber obne Erfolg.
Die brasilianische Regierung hat nach einer Mel: dung des „WT. B.“ aus Rio de Janeiro von heute zwei Noten an die britische Gesandtschaft gerichtet, um Ein- spruch gegen “die Beseßung der Insel Trinidad zu er: heben. Die Regierung bezieht fich dabei auf eine Ordre der britischen Admiralität vom 22. August 1782, auf Grund welcher die Insel zu räumen und an Portugal zurückzugeben sci, _ Zu derselben Angelegenheit berichtet das „Neuter'scbc Bureau“ aus London, daß der Besißtitel Grof,»- britanniens über die Insel Trinidad aus dem Jahre 1700 berrübre. Damals sei die Insel obne Einspruch seiieris Portugals bcseßi worden. Auch Brasilien habe bisher “002: Amtswegen *keine VorsteUUng erhoben. Die britische R:: gierung sei ]edoch bereit injfreundschaft1icher Art über irgend»- wclche Vorsteüungen rasiliens in dieser Angelegenheit in Verhandlung za treten.
Nr. 30 der .Veröffentlicbungen des Kaiserlichen GesundbsitsamTS', Vom 24. Juli, hat folgenden analt; Gesundheitsstand und (Hang dcr Volkskrankheiten. _ Zcinreiiigk Maßrkgeln aegen Cbolexa :c. _ DeSgl. gexzen Pest. _ Geburten und Sterbefäüe in Prcxußen, 1893. _ Statistische Mittheilungen aus Schwedkn, 1886/90. _ Aus dem statistischen Jahrbuch von St.Petx-rx- bUrg, 1892. _ Gesundbsitkwefm in Rumänien, 1893. _ (381675- gebung u. 7. w. (Deutsches Rsich). Steuerfreier Branntwein zur H.“:- stellung bon Parfümericn 2c. _ Schweineseucbe 2c. _ ArbeiterinnM in Mkisrcien :c. _ Nachtrag zum Arznkibucky. _ Ausfübxung x_cs Jmpsgesetzes. _ Pocken. _ (Preußen, Reg.-Bez. Minden.) Flciicb notbqesch1achtkter_ Ic. Thiere. _ (Stadt Magdeburg.) Minde;- wertbiges F1ei]ch. __ (Mecklenburquckywerin) Fleijcb „ in öffMtlichen Schlacbtbäuyern. __ Fleijck) tubeckulöser Tbu'rx. _ Dssinfektion. _ Vicbje'ucben. _ (Anhalt.) Eckolacbx- vieb - Einfuhr. _ Beaufsichtigung _der öffentlichen Sch1ach1= (Oesterreich) Schweinejeuche Zr. _ (Nied-xr- östemicb.) Schweinkvest. _ Gang der Tbierseuchen in Frankreich- 1. Vierteljahr. _ Desgl. in Rumänien, 1893. _ Zeitwkilige Max:- regeln gegen Tbierfkucbsn. (Deutsches Reich, Preuß.Reg.-Bez.Kön_tg§- berg, Mecklenburg-Scbwerin, Hamburg.) _ Vermijcbtes. („PrezxxL-L, Baden, Oesterreich.) Gebeimmittel; _ (Belgien.) Aus den Bkklkth der Prbvinzial-Gesundbeits Kymmüfionen, 1892.) _ Geburten und Sterbefälle in Nacken, Elbkrseld, Wicn, 1894. _ Geschenklisie'. _ Wochentache übkr die Stkrbefälle in deutschen Orten mit 40610 und mehr Einwobnkrn. _ DeSgl. in größeren Städten des Yu?" landes. _ Erkrankungen in Krankenhäusern deutscher Großstadxe. _ DLÉJl. in dcutscben Stadt- und Landbezirfen. _ Wittxrxmg- _ Beilage: Gerichtliche Enncheidungen aizf dem Gebiet der 011qu lichen Gejundbeitépflkge (Heilpersonal, Kurpsuscher).
Nr. 295 des „Zentralblatts der Bauverwalturzg'. beraußgegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeitkn, vom 24. Juli, bai folgenden Inhalt: Ueber die Verrin kryng dcr Nebenfvannungen von Fachwerkbrücken durch die Art der * ussielluns- _ Das neue Lehrerseminar in Grandenz. _ Vermischtes: Wett- bewerb zur Erlangung von Skizzen für ein Völkersckdlacht-Ngtwnal- denkmal bei Leipzig. _ Preißausfcbreiben für einen Saalbau in Bar: rcutb. _ Wettbewerb für die Erwüterung und den anbau kxö Ratbbauses in Basel. _ Neue tatbolisckpe Kirche in GroZ-Kas "1 Westpreußen. _ Bücherschau. _ Neue Patente.
E'ntscheidungen des Reichsgerichts.
Nach _ § 61 des Strafgese buchs beginnt die dreimonatlzkbs Antragsfrist mit dem Tage, eit welchem der Antraßsberec'hU-Zte von der „Handlung und von d_e_rPer_son des Tbäters K_enntxt gehabt bai. In Bezug auf diere Bestimmung hat das Reiclxsgsk'ckit- 17. Strafsenat, durcb Uribeil pom 15. Februar 1895 auSgexvrc'ÖM- daß die „Kenntniß von der Perjon nicbt nothwendig das Wissen “5 Namens Dorausxeßt; vielmehr genügt es, daß der Berechtigte SU"? solche Kenniniß von_ der Person erlangt hat, welche 111 „W Stand fest, dei] Tbater, in einer für die Strafverfolgungbbkkdk'xxe exkennbaren Wem? individuell zu bezeichnen; dagegen skkux-Z nicht obne weiteres, daß der Berechtigte im stande war, ein? KMKMZ der Perron zu erlczn gen, ibatsäcblich aber die Gelegenheit zur Es“ langung der Kenntm nicht benutzt hat.“ ,Die Vorinstanz gebt dar?? aus, die Verleßie ba e tm Sinne des § 61 Str-G-B. eine Kenntk-V
. [ un gehabt, da sie gewußt, da er am Abend gl JkTevvatgiu die X-'sche Gastwirtbscbaßt zu R
" kt vorgenommen
„cn rer Person des Tbätets bereits an dem Tage der ßatY-Tabtex na ch st d s Q LFV bbaite“ und bda olgli im an *: geween wäre, zur rtspo ] e ör : zu ge en f ' bier so zu bezeichnen, daß eine vorläufi e Festnahme i_1nd demnächsiige Feststellung seines Namens mögli gewesen ware. „Hieraus folgt edocb nur, daß die Verse te, wenn sie sich sofort zur Anzeige und ntragsiellung entschlossen ätte, die Kenntnis; Von der Person des Tbäters sich hatte verschaffen könncn, nicht aber, „daß ste in der That scläZe Kenntniß erlangt bat. Das Gesetz will, daß dcm Verletzten die ganze Frist von 3 Monaten zur Beratbscblagung und Besckoluß'faffung, datübcr freisteben soll, ob er die Strafverfolgung beantragen wil]. Diese Vorschrift würde illusorifcb werden, Wenn die Frist schon von dem eitpunkt zu laufen begönne, w? der Perleßte sxch eine binlängliche enntniß von der Person des Tbaters batte ver- ]chaffm können, falls er die ibm sogleich nach der That, nicht aber dauernd zu Gebote stehenden Mittel benußt hätte.“ (4746/94.)
_ Crfordert_der Abschluß eines Rechtsxzeschäfts seiiens cincr Aktikngesellfäsaft im Interesse der Geiellfcbaft die Etn- hexufung der Generalversammlung (Art. 236 Abs. 2 des Handelsgeseßbuchs: .Die Generalversammlung ist, außer den_ im Gesetze oder im GesellschaftSvertrag ausdrücklich bestimmten Fallen, zu berufen, wenn es im Interesse der Gesellschaft er- forderlich erscheint“), so handeln, nach einem Urtbeil des Reichs- aerichW, 11. Zivilsenats, vom 28. Mai 1895, die Mitglieder des Vorstandes ihren Pflichten _zuwider, wenn sie den Abschluß dieses Rechtheschäfts, jofern die Befragung der Gensralbersammlung aus- führbar ist, ohne kies'elbebornebmen, und fie smd der Gesellschaft schadensersaßvfltukxttg, wenn aus dieskm nach Art. 231 Abs. 2 .H-„GB. für die Geseüjcbast bindenden Gesckxäft der (Gesellschaft ein Scharen erwächft, es !ei dcnn etwa, das; fie zu erweisen vermöcbten, auch die Generalverammlung würde, wenn befragt, die Vornahme des Geschäfts bescblo en babkn. Die gleiche Verantwortlicbkeit trifft die Mitglieder des Aufsichtsratbs, Welche in Fällen der vor- bete'icbneien Art das vcm Vorstande abgsfcbloffene Geschäft genehmigkn. ,Die Annahme dcs Oer-Landesgericbts, daß die Mitglieder des Vorstandes und Auifickptsratbs den Abschluß des Vertrages für vdr- tbeiibaft erachteten und zu dieser Anschauung trois Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichkn Gesckäftsmanyes gelangen konnten, entzieht fich rer Nachprüfung in der Revifidnsmstanz, ist aber gkgenüber der actroffkne'n FeststeUuna, daß die gedachten Organe duni) Nichtberufung der Generalversammlung sich ein? Pfiichi- verlkxzung zu Schulden kommen ließen, nicht gketgnet, dle aixxsesprochene Abtreirung dcr Kia e zu rechtfkrtigem' vielmehr muß unter Berücksichtigung der fest € teÜien Pflichiwidrigkeit der Mit- glieder des Vqrstandcs und des Aui1chtsratbs try jener ibnkn bei- wobncndcn Auffaffyng von der Nützlichkeit dks Ge! 5sz das Gebrauch- macben von der dem Vorstand im Art. 231 Abs. 2 H.-G,-B. xr- tbeilten Vollmacht für ein Verfabrén xracbtet werden, welcbks ibre Verantworjlicbkeit gegenüber der GeselUchafi begründet. Zwar likgt keiner der Fal1e bor, welche der Art. 231 Abs. 1 vorsieht: die Vor- standsmitglieder, welche den Vertrag mit dim isius abscloloffen, bandeltm durch diesen Verxrags cbluß weder Liner * .exckpränkung ent- ccgen, Welch ihnen im Gciel]! aftSvertrage auierlcgt war, noch einer Beschränkung, welche aiif _einém Beschlusse kkr Gcneraibersammiung beruhte. Allein diese Bejcbrankungen der Vertretungsvoümacbt smd nicht die einzigen, wclche kkr Vorstand der Gesellschaft gegenüber zu be- vbacbtm bat. . .“ (69/95.)
Entscheidungen des ObeL-VerWaltungsgerichts.
Das preußische Edikt vrm 29, April 1772, wonach „erweislicb rosige und ganz inkurable Pferde nicht verkauft, vertauscht oder verschenkt, ingieichen die zur _ferneren Arbeit untücbttg gewordenen Pferde nicht an “fremde Schatfrichier verbatzdclt, iondcrn an ken Scharfrichter oder Abkecker kks Distrikts abgeliefert wctdsn müssen“ _ besteht, nach einkm Uribeil kes Ober-Verwaxtungs- «MM, 1. Senats, Vom 4. Januar 1895, yoch jkyt in Kraft; seine Bestimmungen sind nicht bloß rrrvairechtiicber, ,sondern auch polizeilicher Natur und vqn dsr Polizeibehörde in Anwendung zu bringen; binfichtltch _ der ziir fernsrcn Arbeit untücbtig gewordenen Yscrbe _ rauxnt xedoch das Edikt der Polizeibehörde nur die Besugntß cm, die Yeraußeru_ng der Pferde an fremde Scharsrichter zu O_erbindern, nicht aber die Befugniß, den Besiyer zu zwingen, die Pferde, we'lcbe er be- baltxn oder an andere Personen, als an fremde Scharfrichtex, vsrfaufen wil], an den Bezirks-Abdecker auszuliefexn. _ Die Postzei- Dirrktion zu St. batte dem Fubrbc'rrn Z. unt€t1agt, zwei fta:k_ab- aeiriebene Pfeide als Zugtbierc ferner zu bcnuZen_. Z. lcisicte dieser Anordnung keine Fol e. Hierauf ließ die quizei-Dtrekiion durcb emen Sachverstänkißen festsLicüén, daß die beiden Pferde bochalt und in solchem kbtperlicben Zustande seien, daß sie als Arbeitspferde nicbt mebr zu verwenden urid vollständig verbraucht seien, und Verfügte
-sodann, die Pferde dem Abdecker zu überlicfern. Die Pferde wurden
dann noch an demselben Tage au_f Veranlassung und in ngenwart rbn Polizeibeamten, in Abweicnbeti kes Z. von Knechten des letzteren einem Gehilfen des Bezirks-Abdsckexs übergeben, Welcher die Pferde tödtete. Z. klagte auf Auxbcbung der polizeilichen Anordnung, imd der Bezirks-Ausscbuß erkannie, daß die beflczgte Polizei-Dircktion nicbt befugt gewesen sei, die dem Kluger gxbörtgen Pferde durch den Ab- decker tbdten zu lassen. Aus dW „Berufung der Beklagten bestätigte das Ober:Verwa1tung§gericht im wesentlichen die Vbr- xptscheidung, indem xs begründend_ ausführte: .Unbedenkbch Ut davon auszugehen, daß das Edikt noch zu Recht besteht imd nicht etwa durch die neuere Geseßgebun aufgehoben 111. Demgemälß ist es von jeher in der Praxis der erwaltung zur 5L_lnweiidimg ae angt. AbWeicbi-nd von den Aubiübrun 9," des Vorder- rtch1crs ist ferner auch anzunehmen, daß den Beittmmungen des Edifts nicbt bloß eine privatrscbtliche Natur zukommt, daß durch die- selben nicht nur die Privatintereffen des Abdeckers und des Fiskus geregelt Werden folien. Vielmehr ist an der Auffassung festzuhaltep, daß das Edikt auch gesundheitsvolizeilickoe Interessen wahrnebnzen will. Das Edikt hat der Polizeibehörde keineswegs unbedingt die Berugmß emgeräumi, zu verlangen, daß der Eigentbümer eines zur ferneren Arbeit gänzlich untüchttg civordenen Pferdes dieses an den Abdecker des Duttifis abliefern müffe. Has Ediftverbietet vielmehr nur einmal jedwede Art der Veräußerung kranker, inkurabler Pferde _und sodann das Ver- handeln der zur ferneren Arbeit gänzlich untüFttg gewordenen Pferde an fremde Scharfrichter; in beiden Fällxrx so der Eigentbümer, der sich der Pferde entäußern will, gehalten Wm, die ießteren an den,21'b- dsgkcx des Bezirks abzuliefern, welcher 1xn zweiten Fal] eine billig- WfW? Verißütung zu thun hat. Durch dtese'Vorschrtften ist kenies- wei]? qusge chlossen, daß der Eigentbümer tnkurable oder arbeits- UUTUÖUJL Pferde behalten oder Pferde dex leßteren Art an andere Personen, als an fremde Scharfrichter verhandeln darf. Nur versteht sich von selbst, daß das Behalten qunker Pferde dann unzuläsfig ist, wenn es den betreffenden_ gese lichen oder poltzc'ilicben Vorschriften zuwiderlaufen sollte. Hierna war
NXck mi vorliegenden Fall als unerlässliche Vorausseßung für das ' „Msckpretten der Beklagten die That ache zu erfordern, a
der Kläger xe Veräußerung seiner _ fest este termaßen nicbt Fran en, syndern ganzlich arbeitSuntü tigen _ ferde in einer edtktnxaßig unzulassigen . atte oder doch mit solcher Veraußerung umging. „Fur das Vorhandensein dieser thatsächlichen Vorauslekung fehlt es a,n ]Sdem Anhalt, und erscheint deshalb s on aus deem Grunde die a"gekochtene polizeiliche Anordnung unzu ässig.“ (1. 10.)
"' Bxbufs Veranlagung zur Staats-, bezw. Kom- tÄtzunal'EinktUnmtknsteuer muß, nach einem Urtbml des Ober- Érwé'llungsZericbts, 11. Senats, vom 8. Mai 1895, zwar dex steuxr- BUMI? Kaufmann zur Crbringun des Ueberbürdungsbeweises im kkkvaltxmgsstreitverfabren seine andelsbücher deni Gericht "forderlichenfalis auch in wiederholt fortgesetzien Terminen zur
Einsicht vorlegen, dagegen kann ibux die Uxberlassung_ der Bücher an einen Sachverständigen ntcbt ange- .Det § 71 des _Landesverwaltungsgeseßes schreibt nur vor, daß die Parteien sammtlicbe Beweiömittxl anzugeben und in der mündlichen , Verhandlung, soweit dies nicht bereits geschehen, die schriftlichen ibizen zu Gebote stehenden BeweiSmitiel vorzulegen haben. Das Gericht ist ferner na § 76 daselbst befugt, den angetretenen oder nach seinem Ermeffkn er order- licben „Beweis in vollem Umfange zu erheben. Weitere Vorschriften bezüglich der BeweiSerbebung durch Urkunden und namentlich durch Handelsbücber find nicht gegeben. Die Voriegung besteht sprach- aebtauchlicb darin, daß die Urkunde dem Gertchi und_ de_m Gegner 'zu sachgemäßer Einsicht und Durchsicht vorgezeigt wird, ubrigens ,aber im Besitz des Vorlegenden verbleibt. Allerdings kann Weiterhin das Gericht nach § 133 der ivilprozeßxOrdnung aucb anordnsn, daß die' vorgelegten Schrifttücke während einer vqn ihm zu bestimmenden Zeit auf der Gerichtsscbretberei Ver- bleiben. Hier aber ist die Einreichung . der Bücher veriangt, um sie beim Eingang dem Sachberstandtgen zu über- weisen, und auf der Einsendung zwicks einer 101ch€n118berweisung oder Aushändigung bestanden wordetz. _ Die Kluger müssen zwar zur Erbringun des Ueberbürdungsbeweijes die Bücher dem Gerichte erforderlickyén alls auch in wiederboxten fortaese*ten Terminen zur Em icht vorlegen; dage en kann ihnen die Ueberla ung an den Sack)- v'ers ändigen aus vorste enden Gründen nicht angesonnen wsrdkn. Zu einem gleichen Ergebnis; ist das Enduxtbéil des Ober- Verwaltungs- aexickdts Vom 23. Februar 1893 bezüglich der Veranlagung zur Staat s - Einkommensteuer gelangt, da dieyclben Grundsäye durch die Aus- fübrungsanweisung vom 5. August 1891 Art. 57 1 und in einer Ver- fügung des Finanz-Ministers vom 28. September 1892 anerkannt wordsn smd.“ (11. 716.)
sonnen werden.
Statistik und Volkswirthsthast.
Deutschlands Roheisienproduktion.
Nach den siatisiiscben Ermittelun en diss Vereins deutscber Eisen- und Stablindustrißller belief fich die obeiienproduktion des Deut1chen Reichs (einschließl. Luxemburgs) im Monat Juni 1895 auf 469 892 i, darunter Puddelrobeisen und Spiegeleisen 115577 d, Beffcmerrobeisen 41704 t, Tbomaßrobeisen 242245 t, Gießerei- robeiscn 70 366 t,. Die Produktion im Juni 1894 betrug 471922 i, im Mai 1895 489 629 i:. Vom 1. Januar bis 30. Juni 1895 wurden Produziert 2835 364 t gegen 2649 071 H im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Zur Arbeiterbewegung.
Aus Nürnberg wird dem „H. T. B.“ zum Ausstand der
"Holzarbeiter gemeldet: Eine stark besuchte Holzarbsitewersamm-
lung genehmigte cin Anerbieten des olzindusÉrielie-n- Verbands, wonach wöchentlich 23 Siundkn erkürzung er Arbeitszeit und eine ]0prozentige Accorblobn-Erböbung eintreten soll. Somit steht das Ende des Eisser'xcben Ausstands und der Aussperrung beyor. (Vgl. Nr. 156 8231.)
Aus Przemysl b€richiet „W. T. B.“ nach dLr „N. Fr. Pr.“, daß die Zahl der Ausständigen (vergl. Nr. 174 d. Bl.) 4000 beträgt und Mülier-, Steinmeiz- und Maiergebiifen, Bau- und Straßen- arbeiter umfaßt._ Militärpatrouillen halten die Ordnung agirccht.
Einer Pariier Meldung des „W. T. B.“ aus Lens zuivlngnd in Ostricourt (Départemsnt Nord) 350 Bergleute ausytandig geworden, um eine Lohnerböbung durckzzuseyen.
In Madrid dauert, wie der „Köln. Zig." geschrieben, wird, der Ausstand dcr Bäckdrgesellen noch fort. Einzelne Mklstér haben ich damit einberstanden erklärt, den Lohn qxgcn chfall des Essens, der
orderunß der Arbeiter entsprachend, um 19, Fr. zu €rböben;_die meisten vsrbalien sich aber ablebi'end. Der Strkit drebt sicb bauvtjäcblich um das Essen, das von den Gesellen als nicbt annehmbar bkzeicbnkt wird. Aus den umliegenden Orten sind inzwisckyen zahlreiche Arbkitcr herbei- geströmt, und die Bäckereien wsrden von der Poltzki bewacht. Bis jetzt sind Ausschreitungen nicbt borgekommen. (Vgl. Nr. 166 12.231.) _ Ein in Alcoy ausgebrochener sterausstand bat ernste Formen angencnzmsn. Zur Aufrechterbaliuna der Nabe" smd zwei Kompagnien Jnxanterie von Alicante eingctroffen.
Kunst und Wissenschaft.
Ueber die neuere Eniwickeiung dss Zeitsignalwcscns in Deu11chland werden von seitsn der biefigen Königlichen Sternwarte fol- gende Mittheilungen gemacht: ' Zu den an den deutschen Seeküsien bcreiis bestebendcn sikbén Zeiifignal-Siatibnen ist seit dem 1. April 17. I. eine achte, nämlich
"im Freihafen zu Bremen enicbtets, hinzugekommen. Bekanntlich be-
steben disse Zeitfignale darin. daß auf einem hoben, weithin für die Schiffe sichtbaren Tburmgcrüst ein sogcnannter Zeitbail (Line Kugel von mehr als einem Meter Durchmeffer) einige Minuten Vor der Signalzcit bochgezogm und _ dann in dem genaucn Zeitpunkt des Signals (12 und 1 Ukr Mittags) durch eine elektrische Auslösung falien gelassen wird. Der mit der 63811an keit von Brucbtbeilcn der Sekunde von seiten der Sternwarten regu iertc Beginn dieses Falls
wir?; von den im Hafen liegenden oder die betreffende Stelle der Küste
vasfierenden Schiffen zu einer Kontque ihrer Cbronometer benußf, €?,an berichtigt? Angaben zur Ortsbestimmung ans dem hohen Meere tenen.
Bei der Einrichtung des Zeitballes in Bremen ist zum ersten Mal ein neues System zur Anwendung gelgngt, welches völlig selbst- tbätig die genaue Zeit der Berliner Königlichen Stcrnwarte auf das
'ZeitbaU-Signal überträgt und zwar derartig, daß die elektrische Ver-
bindung zwischen der Haupiubr der Bkrliner Sternwarte und der Pendelubr der ZeiUrgnal-Einrichtung in Bremen in der Nacht
-um vier Uhr, also zu einer Zeit stattfindet, in welcher der
Telegrammverkebr_ fast ganz ruht, und daß dic mittels dieser Uebertragung aÜnachtltcb bkricbtigie Pendclubr in Bremßn alsdann während des Tages zu den festgeseßten Signalzc'itcn den Zeiiball im richtigsn Zeitpunkt selber auslöst. Zur Kvntrole wird alsdann von dem fallenden Zeiiball noch ein cicktrisckoes Rücksigngl gegeben, dessen genauer Zeitpunkt (chließltck) mit Hilfe einer Von derselben Pendeluhr geregelten Vorrichtung aufgezeichnet wird.
Das neue System 111 von der biesißcn Gesellschaft „Normal- Zeit' entworfen und aySgefübrt und ar eitet nach den bisberi en Betriebéergebqiffen mit einer befriedigenden Genauigkeit. Die vö ige Selbsttbätigkeit des, Systems wird es vielleicht in weiterer Zukunft ermögliche!» ybne irgend sige merkliche Siörurxg des Telegrapben- dienstes, die samnxtlzchen Zettn nale an unsern Küsten noch einheit- licher und zweckmasztgcr als bis kr zu regulieren.
Für die erbreitixng genauer Zeitangaben im Lande bat die Königlich p_reußt'scbe Etsenbgbnverwaliung seit einiger Zeit auf Grund der Vorschlage eines ausgezeichneten Beamxen der Eisenbabn-Tele rapbie recht vollkommene Einrichtungen getroffen.“ Ein auf dem Ziefigen Schlesischen" Babybof aufgefteüter Zentralappqrat vermag jetzt selbst- tbäti in sammtltchen Eisenbabn-Telegrapbenltnien jeden Morgen um acht hr ein auf allen Stationen des Babuncyes aufzunehmendes Zeitfi nal auSzujbeilen. '
ie Auslösun dieses SYnal-Arvaxats geschieht durch eine Uhr, welche von der Geßellschaft , ormal-Zeu' bezw. deren unmittelbarer Vorgängerin im zeniralen Ubrcnbetriebx geliefert worden ist und von deren Zentrale aus m' genauer Uebercimtimmung mit den Zeitangaben der Sternwarte _regyltert wird. Die Zentralubr , der genanntexi Ge- seUschaft wird namlich selber ynauSgefeßt durch eine Kabelverbindung von der SternWarte aus k1chttg ebalten.
Mit welcher Genautgkeit die e in den Eisenbabn_-Telegravbenlinien nach den kleinsten Stattonsn gelangenden "selbsttbatigen Signale er- folgen, ist vor kurzem durch die Beobachtungen emes Uhrmachers in
einer kleinen Station Holsteins höchst unbefangen ,und scblcz end erwiesen worden. Dieser Uhrmacher, welcherÖich aus wrffensckpastli em Interesse eine iebr genaue astronoxntsche endelubr beschafft_ batte und deren Gang durch eigene astronomische Beobachtungen sorLtfaltig kzm- troliert, hat vor kurzem wochenlange Vergl_eichungen dex a„ ronomiscb berichtigten Angaben feiner Penkelubx mit den, alltaglichen Zett- fignalen der Eisenbahnlinien mitgetbeilt. Aus diesezi_Angaben geht die große Leistungsfähigkeit jenks ganzen selbstibatigen Systems zweifellos bervor. ' . . _ ' ' _ „
Der Genauigkeit dieser F?:istgnalexntspychidte Zuvexlassi keit der Angaben der Babuboföu ren noch nicht uberaxl m bixirei_en- dem Maße. Sicherlich wird der weitere o_risckontt auch m-dteser Beziebung der auSgezeichneten Regelung des . tanalwefxns nachfolgen.
Die vorerwähnte GeseÜscbaft bat a_uch die Genehmigung erhalten, die Zeiifianale des Eisenbabndienstes m andexen Stadtey zu,selbst- tbätigen Uhrenregulierungen zu benuxen und „ist dadurch m die Lage versetzt, ibre Einrichtungen, welcbe fi ip Berlin berxtts lebhafter An- erkennun erfreuen, im Laufe der Weiteren (_FniMckeluxig auch auf andere iädte auszudehnen und daselbst im An1chluß an ihre, Von der hiesigen Sternwarte richtig gebaltsne Zentralubr genaue Zeitangaben zu verbreiten. _ _ . .
Das System, mittels dsffen die (Hefeisscbaft,„Normal.-Zeit' in Berlin bereits eine ansehnliche Zabl Von Ubren_ tn Öffentliäxen Ge- bäuden, (Geschäften und Privatwohnungen richtig bali (dieje Zahl beträgt schon über 500 und wächst, Wenn auch langsam, so doch stetig mit jedkm Monat), hat vor andern zentralen Regulierungssvstemw der Zeitangaben den Vorzug, daß jede an die antxale ange- schlossene Ubi: selbstibäiig in regelmäßißen msbxstundtgen int- intervallen ein Konirolfignai an die Zentralsislle etnsendet. Diese Signale gewähren der Gessllschast 6111611 5011911 urid zweifellq1en Ueberblick über die Leistungkn ibrk's Systßms und danyi die Möglich- keit, nichi bloß schleunig urzd meistens auch noch rechtzeitig im einzelnen Falle Verbeffernd einzugrkiren, sonbkrn auch die Gesammileistung_ dcs Systems allmählich auf di? Höchste erreichbare Stufe der Zuverlafstg- keit zu bringen.
Unter dem Titel „Berlin in farbigen Naturaufnabmen' erschien in der Deutsch€n Verlagsanstalt zu Stuttgart eine Serie von 20 Anficbten bkrvorragénder Bauwsrke, Dknkmälkr, Plätze, Straßen 2c. aus der Reichsbauvtstadt. Disselben sm_d in dem Königlichen Hof- Kunstinsiitat von Otto" Troißscb bierieibst mit allem vervollkomm- neten Mittéln dkr modernen AquarLU-Farbendrucktccbnik bergcsieUt und 3619811 das erfolgreiche Bestreben, die Schwierigkeitkn Liner natur streuen farbigen Wiedergabe der Wirklichkeit zu bxwältigen und den indruck der bloß getuscbten Pbotolitbograpbiß mbg1ichst zu Vermeiden. Zu den best- gelungenen Blättkrn möchtkn wir die Anficht_ des Viktoriaparks mit dem Wasserfall und dem Kriegerdenkmal aus der bee des Kreuz- berges sowie die: 11111616 Ansicht des Mausoleums zu Charlottenburg (welcheNacbbaMabt in den Tits! mit bineinbezogen wordkn ist) zäblen. Aber auch die Bilder von der Kranzler-Vauer'jchen Ecke, dem BLÜC- anance-Plaß und dem Dénkmal Friedrich's des Großen mit der in der Momentaufnahme festgehaltenen lebendigen Straßsnstaffage ber- dienen Herborbebung. In der Eleganien Mappe, wslcbe die Bilder umschlikßt, biidcn disse ein sebr gefäiligßs SOUVLnir für_dic Vérlin bksuchenden Fremden imd wérden auch (1123 preiswertbes (Hekchenk (5.16) Beifall finden.
_ Dkk vorgestern in Ligornsito (Tessin) gestorbene Maler Spartaco Vela bintcrließ, nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus Luaano, dkr Schweizxr Eidgenoff-enscbait die bkrübmie Modkll- und Gemäldejammlung seines Vatérs, des Bild- bauxrs Veia.
Gesundheitswesen, Thierkrankhéiten und Absperrungs- Maßregeln.
Grieckyenland. Durch Königliche Verordnung Vom 10. d. M. ist gegen Herkür-ft-Z bon Alexandretie in Syrien eine fünftägige Beobachtungsquarantäne angeordnst worden.
Cholera.
Ostindien. Kalkutta. Vom 9. bis 15. Juni starbcn 27 Personen an Cholera.
Japan. Einer Mittheilung vom 2_. Juni zufolge ist die Krank- beit unter dkn in China stehenden japaniychen Truppen in bedrohlicher Weise Verbreitet; bei dsr Garde allein sollsn in Port Arlbur über 500 TodesfäÜe VLrngOMMM sam. Es wird befürchtet, daß die bc- !)orstebende Rückkehr dEr Truppen eine Weiterausbreitung dsr S*:uche in Japan zur Folge Haben wird.
Korca. Einsr MittheilunJ aus Söul Vom 17. JUN 31110198 ist die Krankbeii in Korea zum .lusbruch gekommc-n.
Brgsilien. Einer Mittheilung in P:. 26 d. „11135112 01357111. WN.“ zufolge sind in Brasilien im Vérflossenen Winter und Frühjahr im Ganzkn 220 Erkrankungen (und 233 TodLÖfäÜL) festgestellt wor- dkn, davon in Rio de Janeiro im Dezember 1894 6 (5), im Januar 1895 (45), im Fkbruar (105), vom 1. bis 28. März 93 (31), vom 29. März bis 20. April (8), Vom 11. bis 18. Mai (1).
PLst.
China. Aus Futschau wird nach_dem .,.-15581: ol 5111111. 1013.“
unter dem 30. April der Ausbruch der Scuche gemeldet.
Gelbfieber. Zn Havana wurden nach demselben Blatt vom 7. bis 13. Juni 4 Todesfäkle bei etwa 6 Neucrkrankungen_ikstgesiellt, in San tjago de? Cuba vom 2. bis 8. Juni 8 Todesfälle, in Vera Cruz vom 31. Mai bis 13. Juni 9, in Rio de Janeiro Vom 5. bis 11. Mai 32, Vom 12. bis 18. Mai 30, vom 19. bis 25. Mai 23, in Santos vom 28. April bis 3. Mai 96 Todesfälle. Verschiedene Erkrankungen. Erkrankungen an Mas ern sind in der Woche vom 7. bis 13. Juli in Berlin 51, Breslau 108, in den Regierungsbezirken Arnsberg 263, JJUÖLÉHÜM 122, Wiesbadsn 132, in Lübeck 27, Budapkst 42, Edin- ur 36, St.Petersburg 74, Wien 156 gcmeldet wordén, _ desgl. an S arlach in Berlin 80, Breslau 48, Hamburg 41, Edinburg 46, Kopenbagen 28, London 342 (KranksnbäuZer), Paris 109, St.Peters- burg 67, Wien 66, _ dLEgl. an Dip therie und Group in Berlin 132, Hamburg 27, Kovcnbagcn 32, London 132 (Kranken- häuser), Paris 86, St.Petersburg 40, Wien 46, _ debgl. an Unter- leibstypbus in St. Petersburg 67.
Handel und Gewerbe.
Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Kois an der Ruhr und in Oberschlesien. „ An der Ruhr sind am 24. d.M. gestellt 11 676, nicht rechtzeriig gestellt 46 Wagen. In Oberichlesien sind am 23.d. M. gestellt 3960, nicht reckt-
zeitig gestellt keine Wagen.
Ausweis über den Verkehr auf dein Berliner Schlacbtviebmarkt Vom 24. Juli 1395. Auftrieb und Markt- preise nach Schlachtgewieht mit Ausnahme der Schweine, welche nach Lebendgcwicbt gehandelt werden. Rindc'r; Auftrieb 293 Stüxk (Durchschnittsvreis für 100 kg.) ]. Qualitat _,__ «ik, 11. Qualitat _,_ «16, 111. Qualität 92_106 36, 117. Qualitat 80--88 ...-16. _ Schweine. Auftrieb 5517 Stück. (Durckpschnittspreis für 100 kg.) Mecklenburger 94514, Landschweinc: n. gute 90_92.4ä, . b. geringere 84_88 «16, Galizicr _,_-sé, leichtc Ungarn _,_-ck bei 209,19 Tara, Bakouyer _,_ „M bei _ kg Tara pro Stü . _ Kalbkkx. Auftrieb 1424 Stück. (Durchschnittspréis für 1 jw.) 1._Qualttat 1,16-1,20 „M“ 1[, Qualität 1,06-1,08 „16, 111. Yualitat 0,96;- 1,04 511- _ Schafc. Auftrieb 2922 Stück. (Dgrchscbnittsprcis fur ] RZ.) 1. Qualität 1,04_'1,16 .41, 11. Qualitat 0,96-1,00 „16, 11]. Qualität _,_ .“