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Salzsteuer 10525012 «111 (+ 395820 „ckck), Maischbottich- und anntweinmatertalfteuer 4848955 „xs _ 825114 ckck), Verbrauchöab abe von Branntwein und uschlag zu der- selben 25250 „46 (+ 786 325 „M),Brau euer und Ueber- gangsabgabe von Bier 6 778 551 „44 (+ 170 861 „M); Summe 152253785 „44 (+ 8151211 „M). _ Sptelkartenftempel 385158 „44 (+ 57969 .“).
Dcr (General-Lieutenant Edler_ von der Planiß, General:Jnspekteur dcr Fuß-Artiüerie, lst hierher zurückgekehrt.
Der Königliche Gesandte in Weimar, Geheime Leggtßons- Rall) Raschdau ist von dem ihm Allerhoxhst beuZtlltgten Urlaub nach Weimar zurückgekehrt und hat dre Geschafte der Gesandtschaft wieder Übernommen.
*Görliß, 25. Juli. An Steüe des verstorbenen Grafen „
von Fürstenstein haben die Landstände heute den Landratl) von Seydewiß-Görliß zum Landeshauptmann der
Ober-Lausiß gewählt. Württemberg.
Jöre Majestät die Königin ist gestern zum Bxsuxh Allerhöchstihrer Eltern von Bebenhausen nach Nattbortß m Böhmen abgereist.
Sachseu-Coburg-Gotha.
In der vergangenen Nacht ist die Priyzessin C'le- mentine von Sach en:Coburg, beute fr_uk) der Prtnz und die Prinzessin crdinand m Cobxxrg emgetroffen, ,um der Trauerfeier für den verstorbenen Prmzcn August betzu- wohnen.
Reuß j. L.
Die Neuwahlen zum Landtag sind auf den 17. Sep-
tcmber angeseßt worden. Elsaß-Lothringen.
In der am 24. d. M. angcgebenen'Nr. 15 des „Gxscß- blattes für Elsaß-Loihringen“_ werden dre Eescße, betreffend die Sparkassen und betrefxcnd dte Gebaudestcucr, ver-
_öffcntlicht.
Oesterreich-ngarn.
Die Kaiserin ist vorgestern Abend von Vartfeld in Ischl eingetroffen, „ . ,
In der gestrigen Sißung des osterrerch1schenHerren: hauses (über die bereits gestern unter de'n nach Schluß der Redaktion eingetroffenen Dcpcschen kurz bcrtchtet wurde) nahm vor dem (Grafen Falkenhayn der Abg. Unger das Wor_t U11d verlas namens der Verfaffun Spartcieine Erklärung,_wormkdrc Einstellungdes Budgetpostcns * illi beHauerthrd. Dcn_ padaqog1sch- praktischen Rücksichten hätte durch dre Errichtung emcs slovem: schen Gymnasiums an einem andern Orte entsprochen werden können. Ebenso bedauere die Partei, daß weder das Votum des steierischen Landtages noch der Umstand beachtex wyrden fer, daß die Regierung dem steicrifchen LandeSausschurz m d1eser Angelegenheik kein Gutachten abverlangt" habs, zxzmal dadyxch die Annäherung beider Volksstämme gestort und dregegeysemge Erbitterung und Anfeindung gesteigert würden. Gletchmohl beantrage seine Partei nicht _dtx Streichung „des Bydget- postens, im Bewußtsein der patrrot1schen Pfltcbt, hw Erledxgung des Budgets nicht zn verzögern. Nach der berexts gemeldetcn Rede des Grafen Falkenhayn erklärte der Abg. Graf Meran im Namen der Mittelpartei, daß, fich dicse voUinhaltlich der Erklärung des Abg. Unger anschlteße.
Der frühere Finanz:Minister T)]: von Plcncr, welcher sein Mandat als Abgeordneter der Egerer Handelskammer niedergelegt hat, verabschiedetcsick) gestern von derselben in cmer längeren, mit lcbhaftem Beifall au genommYUM Rech, worin er die Entstehung und die Auflösung der Koalttjon xrortcrtc. Dcr Angelegenheit des slovenischen Gymnasmms mC111i sei anfangs
“von der deutsch:!iberalcn Partei nicht die Bedeutung bei-
gelegt worden, die sie im Laufe der Zeit erhalten bgbe. Da es der artei nicht geqlückt sei, _ eine hefriedjgende Losung der Cillier rage herbeizuführen, str es 1hm „rtchtiger erschienen, an der weiteren Entwicklung der gegenwarttxen Lage nicht mehr thcjlzunehmen. Wenn er bei dem Ausf eiden aus dem Parlament ein Staatöamt annehme, welches der Kaiser_ihm ver: liehen habe, so entspreche dies meHr seiner Vergangenhett als ein änzliches Zurückziehen in das Privatlsben._ Redner erklärte erncr, er blicke mit Freuden auf seine ministerielle THÜtigkcit zurück, und berührte dann die Steuer: und Valuta:Rcform. Zum Schluß verabschiedete er sich das_rkend von der Handels- kammer Und sagte, er gebe die Hoffnung Nicht auf, das Heil, das er Oesterreich wünsche, noch lebendtg und wirklich vor fick) zu sehen. .
Die Handelskammer zu Eger hat eme Adresse an T))“. von Plener angenommen, worin ein Rückblick auf dessen 23jährige, erfolgreiche und ruhmvolle parlamentarische Thätißkeit geworfen wird, Freund und Feind,. so heißt es in der A reffe, seien einig in der Anerkennung seines makellosen Charakters. Die Wähler hofften, daß das politische Wirken Dr. von Plencr's nicht abgeschlossen sei, und daß-seine be- währte Kraft dem öffentlichen Leben baldmöglichst werde zurückgegeben werden.
Großbritannien und Irland.
Bis gestern Abend 11 Uhr waren gewählt: 393 Unio- nisten, 156 Liberale, 10 Parnelliten, 62 Anti-
"Yarneliiten und 2 Kandidaten der Arbeiterpartei.
xe Unionistcn gewannen 101, die Liberalen 20 Siße.
Rußland.
Das Ministerium für Volksaufklärung beab- ßchtigt, den St. Petersburger Blättern zufolge, demnächst den obligatorischen Elementar-Cchulbesuch in den (Hou- vernement-Z Charkow, Poltawa, Kursk und Woronesk) „versuchsweise ein“ufük)ren.
Der „TiflifZLt) Listok“ verzeichnet das Gerücht, der egen- wärtig zum Kurgcbrauch in den nordkaukaßschen ädern weilcnde Emir von Buchara habe die russxsche Re ierung ersucht, ihm wegen seiner zerrütteten Gesundheit zu geFLatt-m, das; er in einem Orte dcs Kaukasus beständig seinen Ruf- enthalt nehmen dürfe. Buchara, so wird hinzugefügt, werde von den Ministern unter Leitung des Emirs regiert werden.
Italien. .
In der gestrigen Vormittagsfißung der Dxputirten- kamm er beantwortete der Minister des „Auswärtigen Baron Blanc zahlreiche Anfraglfn über L_lfrzka, welche der _Be- rathung des Budgets er auswarttgen Angelegenherten voraufgingen. Baron Blanc gedachte zunächst der _hevor- stebenden Ankunft des Gouverneurs dex Erythratschen Kolonie, Generals Baratieri, und thetlte nxxt, daß derselbe nac? Rom komme, um sich zu erholen und m1t der Regterung zu onferieren. Was die Anfrage über 1325 Vertrag von Uccialli anbelanqe', so bemerkte der Mtntstxr, daßnDeutsckx land, Enqland esterreich:Ungarn, Velgten, Danemark, Spanien, Frankreich, dieNiederlande, Portugal unh Schweden von der ihnen in Gemäßheit des Yerlmer Ver- trages gemachten Notifizierung _hes Arttkels 17 „ des Vertrages von Uccialli Kenntmß genommen hatten, Was Rußland betreffe, so habe c;; d'en Empfang der Ratifikation vom 30. November 1889 11) elner Note dcs damali en Ministers dcs Aeußertx vqn Giers bestaxtgt. dcr binzuge ügt habe: „Da djese Mtttbetlung dem Katserltchen Kabinet AnregunI3 zu eimgen Bemxrkungen _geg_ebe_n_ hat, so wurde Rußlands * otfchafter ermächtxgt, der,1_tgltem1chcn Re- gierung hiervon Kenntnis; zu geben.“ Der_Mtnnter Blanc per- wics auf das Grünbuch, dem zufolge fenstehe, Yaß'stch_dtcse Bemerkung einfach auf den vom Vertreter der Turkei ber der Berliner Konferenz mit Bezug auf dre Befißungen des Sultans ge7 machten Vorbehalt bezogen habe. Rußxand hghe keinerlet sonstige Bemerkungen gemacht; somit sei dterechtltcheSteZl1ung Italiens in Aethiopien auch gegenüber den andere:) Volkern rechtskräftig her estellt. Als später Ztalixn dex russtschen Ne-
icrung dic zwi chen Italien unh Großbrttanmen verembarten ZlbgrenzungsWrotokoll-z mitgethetlt habe, hab? Rußland xrklärt, daß es derKrage fremd bleiben wolle. Jtalren habe d1ese Er: klärung der ichtantheilnahmezur Kcmztniß genommen, sowci1 die Vergangenheit in rage komme. _Hmfichtlich der derzeingen Poßtion Italiens agte der Minister, daß Rußland der ita1ie- nischen Regierun erklärt habe, in Aetbwpzcn xtur rcligtöse Interessen zu verFOlgen. Demgemäß habe s1ch dte ixalienische Re ieruxg, welche mit aufrichtiger Genugthuung" dte aposto- [is e Präfektur in der ewthräischen Kolome begruße, darauf beschränkt, dcn Lazaristen keinerlei Vorthctle gegenüber den Papen einzuräumen. Der Minister erinnerte weiter daran, daß Menelik es nur der bewaffneten Untcrstüßung der Italiener danke, wenn er Negus sei: einer Unterstüßung, wclche ihm unter der Bedingung gewährt worden sei, daß er die Geskße ge, en die Sklaverei respekttere und immer- währende Freundschat für Italien bcthätige. Italien habe den Negus auf der Brüsseler Konferenz vertreten, und an- gesichts der gehörig notifizicrtcn Vorträge von Uccialli hätten die Launen Menelik's keinen Werth. Der Minister wies die Legitimität der Situation Italiens it] Aethiopien nach und erklärte, Italien habe Beweise fur den Bere rail) Mcnelik? in_ dessen Korrespondenz mit Bathagos und Ras Mangascha. Niemand könne zwrschen Menelik und Italien intervenieren. Der Minister legte darauf ein ©rünbuch vor, welches (1116 Fragen hinfichtlich Italienisch- Afrifa, auch in dessen Beziehungen zu anderen Mächten be: handelt. Er sagte, daß er ein weiteres Grünbuch im No- vember vorlegen werde, und ersuchte die Kammer, ihm zu gestatten, bezüglich der ferneren Unterhandlungen Zurückhaltunq zu beobachten. Der Minister theiltc ferner mit, daß ein Abkommen mit den anglo :egyptischcn Behörden unterzeichnet worden sei, mklcth eine praktischcre Ab: fteckung dcr Nordgrenze bezwecke, um die_ Wiederholung von Zu- sammenstößen zwifchen den dort ansäffxgen Stämmen" zu ver- hindern. Er theilte weiter mit, daß England sowohl als Deutschland Maßnahmcn gexroffen hätten, um den Uebergang von Waffen aus ihren Bsstßungen nach Aethiopien zu ver- hindcrn, und fü te hinzu, daß, nachdem er den Signatur- mächten dcr Brüchcr Akte die Wiederaufnahme des Sklaven- handsls seitens Menelif's notifrziert hab?, Belgien, dcr Congo- staat, Spanien, Hannd, die Vereinigten Staaten von Nord: Amerika, Dänemark und Portugal den Empfang der Notifikation bestätigt Hätten. Endlich habe die französische chisrung, deren Besißungen in Obok an die italisnischcn grenzten, nachdem sie zu wiederholten Malen erklärt habe, den prwaten Jntrigucn ]sncr Individuen vollkommen fern zu stehen, welche sich die Miene gäben, die Politik Fravkreichs durch eine Spekulation auf Menelik zu kompromittieren, zu Beginn des Fcldzugs in Madagaskar ein Verbot erlassen, in Frankreich Waffen und Munition für das Ausland anzukaufen, und der italienischen Rc: gierung gegenüber vers1chert, daf; ste es fich in ihrem eigenen Jntcreffe ur Richtschnur mache, soweit die Gcseß- gebung esermögli ?, Verfügungenzutreffcn, damitAethiopien keine Waffen oder Munitmn Über Obok erhalte. Italien seinerseits, bemerkte der Minister, habd in loyaler Wetse für stine freundnachbarlichen Bezichungcn zu Frankreich in xenen Regionen die Haltung angenommen, welche der- ]enigen analog sei, die es in der handelSpolitischcn Frage eingenommen habe, als es erklärte, daß es vollständig von Frankreich abhinge, wieder die gegenseitige Behandlung als meistbcgünstigte Nation herzuste_llen. Ebenso hänge es ganz und gar von Frankxeich ab. 1th die franzöfischerseits vor- Yschlagencn und italteniscbcrseits im Mai 1891 acceptierten renzen außzuführen. Der Minister entwarf sodann ein befriedigendes Bild von der Lage der italienischen Kolonie von allen Gesxchtßpunkten aus, indem er beispielsweise anführte, daß die Zolleinnahmc fick) um 600000 Lire erhöt habe, und erorterte sodann in cingchendcr Weise dje . olonisationsfrage, wobei er seinem vol1en Vertrauen in dre Zukunft der Kolonie Ausdruck gab und erklärte, das; die Italiener bereit seien, die 6qu die erythräische Kolonie gerichteten Angriffe durch ihr wirth?chaftliches System zurückzuweisen und 1k)nen durch dasselbe vorzubeugen. Schon werde bei der Auflösung, in der es fich befinde, isoliert bleibxn; Italien könne es fich sexlbst überlassen und abwarten, wie ]enes *sich selbst zu (Grunde mchte; dies sei auch gegenüber der Auflösung der Herr- schaft des Mahdi im Sudan der Fall, wo Truppkn- bewegungen italienischerseits von Kassala odcr britischerseits von Wadt-Halfa und Suakim nothwendig gewesen seien. Es bandele sgh hier um ein Problem, welches internationale Elemente in slch bcgrcife. Mlt der Beseßung von Kasfala sei dessen Lö: fun vom politischen GefichtSpunkt der (Hutmacbung dcr frü eren Weigerun_ Italiens, mit England tbatsäch11ch zu kooperieren, angebaßnt. Man könne in der That, schreibe Lord Cromer, die Ruhe im Sudan hauptsächl1ch dcr Be- seßunÖ von .Kaffala zurechnen. Da _ schloß der Minister _ roßbritannien, mit dem Italien bezüglich des Nils solidarisch sei, auch nach Zeila und Kismayo operiere, so gehe daraus hervor, daß vom Atbara zum Tuba, vom Rothen
Meer zum Indischen Ozean eine international estcherte Po jion vorhandensei, welche das auf dem erythräéschen Plateas; begonnene Kolonifierungswerk ficher [teilen werde. .Die dee wurde mit lebhaftem Interesse angehoxt und zu wxxderholten Malen sowie am Schluß mit Zusttmmung „begrußt. Die Erwiderungxn der FragesteUer Wurden auf dre heute Vor- mittag stattfindende Sißung verschoben.
Der General Baratieri ist gestern Nachmittag in Brindisi eingetroklfxn und yon den Behörden empfangen wordcn. Mehrere creine mtt Mufikkorps und eine große VolkSmenge begrüßten den General auf das lebhafteste.
Spanien.
Der Kriegs-Minifjer hat, wie „W. T. B.“ aus Madrid berichtet, dcm „Marschall Martmß Campos telegraphifch seme Glückwunsche zu dem Siege u er die Aus- ständischen zwischen Bayamo und Manzamllo ausgesprochen.
Belgien.
Wie die Brüffeler Blätter melden, soll die Bürger: garde für nächsten Sonnta einberufen werden, um jeder Eventualität bei der großen undgebung seitens der Liberalen gegen daS Schulgeseß vorzubeugen. Die Truppen sollen in den Kasernen konsxgniert werdcn. Indessen befürchte man keinerlei Unordnung.
Türkei.
Aus Ueskueb (Macedonicn) in Belgrad eingetroffene Meldungen versichern, die türkischen Truppen hätten die in Macedonian eingedrungenen Banden auf bul: garischcs Gebiet zurückgedrängt.
Dänemark.
Dic Abreise der Kaiserin-Wittwe von Rußland nach Dänemark ist, wie „W. T. B.“ aus Kopenhagen bc- richtet. bis um 30. d. M. verxchoben worden. Die Kaiserin- Wittwe wir von dem Groß ürftén-Thronfolger, dem Großfürsten Michael und der Großfürstin Olga be: gleitet sein.
Schweden und Nortvegen.
Das Storthing hat nach einer Meldung des „WTB.“ aus Christiania in seiner gestrigen Abendfißung den Antrag des Militär-Comités, betreffend die außerordentliche Be- willigunq für die Marine von 12 Millionen Kronen, davon 8 Miliioncn zum Bau zweier neuen Panzerschiffc, an: genommen.
Amerika.
Der amerikanische Schooner „Carrie Lane“ hat nach Philadelphia gemeldet, daß am 24. d. M. in Höhe von Kay Antonio auf Cuba ein spanisches Kanonenboot auf ihn gefeuert, ibn überholt und durchsucht habe.
Aus Rio de Janeiro wird gemeldet, daß gestern in den Straßen Kund g eb un g en gcgen dre Beseßung der _ im Atlan- tischen Ozean unter dem 30. Grad westlicher Län e von Greenwich und dem 20. Grad südlicher Breite gelegenen _ nsel Trin i 1) ad durch England stajtgcfunden hätten. Die Polizei babe troß dcr jakobinischen .Heßercicn den Ausbruch von Ruhestörunqen vcr- yindert. In Sao Paulo hätten _estern erregte Volkswaffen einen Angriff auf das britische Kon ulat versucht.
Asien.
„ Dem „Réuter'schen Bureau“ wird aus Shanghai von gestern gemeldet, daß die Hauptbestimmungcn des neuen Vertrqges über die Handelsbeziehungen zwischen den südchinesischen Provinzen und den angrenzen- deNfranzösischancsißungem 1viefo1gt,lauten: „Frank- reich unterhält eincn Konsular-AJLnten in Tiengheng und einen Konsul in Hokkow, wc ches ein offener Hafen sein soll. Tunchow, Kwangfi, die Provinz Mengtse, sowie Shemao, zwischen_ den Flüssen Mekong und Namtsc gelegen, sind dem fran öyifch:annamitischen Handel zu eröffnen. Zn Shemao dürfen si franzöfische StaatSangehörige nied_cr- lassen und Einrichtungen für WaarentranSport auf den Flüsycn Losoban unh Mekong sowie auf der Mandarinenroute herstellen. Die französtscben Ingenieurs haben das Vorrecht zur Aus- beutung dcr Bergwerke in den drei chinefischen Südprovinzcn Kwanting, Kwanqsi und Yünnan. Frankreich darf die Eisen- bahnen Über nnam hinaus weiter bauen und Shemao telegraphisch mit Mu-Anghahinam Namufluffc verbinden. Die früheren Verträge werden durch das vorstehende Uebe?- Zinkommen nicht abgeändert, welches möglichst bald zu WU- nzieren ist.“
Nr. 30 des , entralblatts für das Deutsche inck)“, heraußgegeben im Teichsamt des Innern, Vom 26. Juli, bak folgenden Inhalt: Konsulatwesen: Ernennung; _ Ermachttgung zur Vornahme Von Zivilstands-Akten. _ Marine und Schiffahrt: Er_scheinen dcs Nautiychen Jahrbuchs für das Jahr 1898. _ Iman)- wexen: Nachweisung der Einnahmen des Reichs vom 1. Avrtl_1895 bis Ende Juni 1895. _ Polizeiwesen: AuSweisung von Auslandcm aus dem Reicthcbict.
Entscheidungen des Reichsgerichts.
Der Inhalt der Anzeige des Veräußerers eincs 5er- thekarisch belasteten Grundstücks an den Gläubiger von der Schulk- übernabme seitens dcs Erwsrbers, wodurch gemäß § 41 des Per- Eigenth.-EnverBSJes. der Veräußerer von seiner persönlichen chhuxd“ lichk21t fret wird, ist. nach einem Urtbeil des Reichsgerichts, 7. 31511- senats, vom 25. Mai1895, an keine besondere Förmltcbkexk geknüpft; die Anzeige muß nur deutlich ersehen lassen, daß der Er- werber die Hypothek in Anrechnun? auf das Kaufgeld übernomxncn hat. Auch ist die an den Genera -Agenten des Gläubigers, Ms' besondere einer Hypothekenbank, welcher den eschäftlichcn, Verkehr zwischen Gläubiger und Schuldner zu Vermitteln, elder einzuziehen und" die pünktliche Zgblung der insen zu kontrolieren bat, erichtete An- zeige von der Sebuldüberna tz1€ _wirksam, Wenn der eneral-AJWÜ' sodann diese Anzeige dem (Glaubtger übermittelt hat. _ Der Grzmr- eigentbümer S., dessen Grundstück mit einer Hyvothek der XK'ÖSS Hypothekenbank belastet war, vsrkqufte sein Grundstück an Z., wclchkk jene Hypothek in Anrechnung auf das Kaufgeld übernahm, UNd ““ klärte sodann dem Genmax-Agenten L. von der X.'schen Hypotheken- bank, unter Ueberreichung emer Abschrift des Kaufvertrags: nach_I"“ halt des Vertrags verschulde er der Hypothekenbank MUS“ mehr, er Werde auch Hie Zinsen nicht mehr za, en und wolle überhaupt tmt der Hypothekenbank 311497? mehr zu thun haben. Der General - Agent L. übermrttklke diese Erklärung dsr Hypothekenbank. Nach mehreren Jahren kam das betr. Grundstück zur Subbaftation, uno em Theil der Fyrderyngk" der Hypothekenbank fikl dabei aus. Sie erhob die persönltcbe KWZ gegen den Vorbefißer S. auf Zahlung diefes Ausfalls. S. erbt?
den Einwand, Yaß er durch sxine Anzeige an den General-Agenten L. und durch dre m der Folgezeit von der Hypothekenbank unterla ene Kündi ung und (Einziehung der Hypothek von seiner persönlichen er- bindlixkett befrett, wordxn sei. In der Berufungsinstanz wurde der Beklagte verurtbetlk- indem das Gericht annahm, daß die ge- chebene Crkläruna_ an den General-A enten L. nicht die vor. geschriebene SchU1dubern„abm§-Ynzet 6 er ülle, und da fie auch deshalb unwtrksam set, Wet]. .. zur EntaeYnna me dieser Anzeige naxnens .der Bank garmcbt bevollm cbtigt geWesen war. Auf dre Remswn des, Beklagten hob indessen das Reichögericht das Berufungsurtbetx auf, mdem es begründend ausführte: .. , , Die Erklärung des 'S. laßt eme andere Deutung als die, daß der Käufer die Hypothek, m Anrechnung auf den Kaufpreis übernommen habe, nicht zu. Wetter vexlmmt dgs Gesexz aber nichts, insbesondere le t es keinen Werth auf die Gemuzhsstrmmung des Erklärenden und e enso wcnig darauf, ob der Erklarenpe von der Wirkung der Schuldüber- nahme (nzf den Fortbestand semer petsönlichen Schuldverbindlichkeit eine rechtltcb _zutreffende Anschauung ebabt bat. _ Mit Recht rügt aber die Revtfion auch, daß der Beryßungsüchter die rechtliche Stellung des Genexal-„Agxnten L. den Partxten „gegenüber unrichtig beurtheilt habe. _thhttg rst fxetltch, Haß L. mcbt 111 dem Sinne Bebollmächtigter der Klagexxn _war, dasz er 111 deren Namen Verträge abschließen oder recht§gescha1titche Erklarungen abgeben durfte; aber nach dem Inhalt dcr in dxn Vorinstanzen bezogenen Geschäftsinftruktion hatte er den geschäftlichen Verkehr der Parteien zu vsrmitteln, Gelder einzuziehen, die pünktliche Zahl_ung „der anskn zu kontrolieren. Seine Vermittelungs- tbätigkeit war 'al1o nicht Mit der Entgeaennabme und Weiterbesörde- rung des Belethungsantrags beendet. M11 Rückficht auf diese weit- gehende mxd dauernde Vertrauens- und Vermittlerstellung des L. muß dte Auffxxffxmg des „Beklagten, daß jener alle auf die Hychtbex bezuglrche Erklarungen behufs Weiterbeförderung an die Jtagxrm _entgeqenzunebmen hatte, für berechtigt erklärt werden, und K'lagertn wurde fich dem VorWUrf der Arglist ausseßen, wenn fie diks nicbt anxrkennen wollte. Es kommt hinzu, daß auch L. selbst nach seiner'etdlichen Bekundung dcr Auffassung ist, daß es zu seinen Obliegenbeuen' als General-Agent gehört habe, Anzeigen im Sinne des F“ 41 „des Etgenthums-Erwerbsgeseßes entgegenzunehmen und der Klägerin zu übermttteltz, zumal er verpflichtetgewesen sei, Eigenthums- veränderyngen der beltebenetx Güter der Klägerin mitzutheilen, um dieser dte Grundlagx für dte Entstbeidung zu geben, ob die Hypo- 1hekendarlebne gekündtgt Werden sollen.“ (427/94)
Entscheidungen des Ober-VerWaltungsgerichts.
Bci Außmittelung des Ertrages eines steuervflicbtigen Gewerbes kommt, nach einer Entscheidung des Ober - VerwaltungSgericbts, 71. Senats, 1. Kammer, vom 17. Januar 1895, der Mteths- wcrtb der dem GeWerbetreibenden gehörigen (nicht ge- mietbeten) gcwerbliche_n Räume nicht in Abzug. „Nach § 22 des GewerYesteuergen-ßes vom 24. Juni 1891 find außer den vier giebt interes11€renren Abschreibungen nur die Vctricbskosten ab- zugsfabig. Hikrzu gehört ohxxe Zweifel die Von dem Gewerbetreibenden für die gemietbeten gejchästlichen Räume zu entrichtende Miexbe', nicht aberder Mietbswextb der ihm selbst ebörigen aeschaftlichen Räume., Le terer kann schon deshalb ni tBetriebs- kosten darsteÜen, wetlder eine eigenen Räume benußende Gewerbe- treibende für die Geschäftsräume keine Miethsausgaben zu entrichten hat, vielmehr solche Kosten erspart. Die Eigenen Geschäftsräume des Gewerbétreibenden gehören zum Anlage- und Betriebskapital. Ebenso- wenig, wie Hierfür nach der ausdrücklichen Vorschrift des §22 a.a. O.
insen in Abzug gebracht werden dürfen, kann nach der Ab- 1cht des Geseßes der Abzug entsyrechender Gsldwerthe, wie 1326 Mietbswchbs dcr eigenkn Ge1chästsräume, gestattet sein. _ Die Zulassung Zdes 21sz96 der MietHSzinsen im Gegensaß zu der Verweigerung des Abzugs des Vkiejbswertbs hat allerdings eine Verschiedenhsit in dar steucrlicben Behandlung der Pflickytigen zur Fol e, die untcr Umständen als Härte empfunden werden mag. Inde 611 kann es hierauf bei der deutlick) erkennbaren Abficht des Gesexzes nichk ankommen.“ (71. G. 220/94.)
Statistik und Volkswirthsckxaft.
Zur Arbeiterbewegung. .
In Düsscldorf haben, wie der „Vorwärts' benchtet, die Tkxxilarbeiter bei der irma GéseUschaft für Baumwollen- Industrie vorm. Ludwig und ustav Cramer Wegen Lohnstreits die Arbeit nixderaelegt.
In Kelheim in Bayern Haben einer Mittheilung desselben BlattcszquTge 36 Steinmeßen die Arbeit wegen Lohnstreits nieder- gxltegti) Sie fordern einen Taxif odereinen Mindestlohn von 40 „3 pro © un 9.
In Durlach ist, wie der .Frkf. Ztg.“ telegrapbiert wird, ein Ausstand der Maler- und Tüncbergebilfen angebrochen.'
Zum Maurerausstand in Plauen i. V. wurde in Liner Maurerverfammlung in Leipzig. über welche die „253. „Ztß',“ be- richtet, mitgetheilt, daß der AuSstand troZ _großer Bautbgttgkett für die Gehilfen ungünstig stände. 500 Gehilfen smd ausstandjg. 400 arbeitkn weiter. Die Arbeitaeber émrfangen zahlreiche Arbe1tskräfte aus Böhmen. (Vgl. Nr. 167 5. Bl.) -
Kunst und Wissenschaft.
Die Arbsitcn zur Einrichtung des Observatoriums, welches der Astronom Janssen auf dem Mont Blanc gegründet hat, smd vor cini sn Tagen in Angriff genommen worden und werden mit solchem Fife: betrieben, daß die astronomischen Beobachtungen wahr- scheinlich noch im Laufe diesss Jahres werden_beginncn können. Das bauvtsächlichste Instrument ist ein Polarfiderojtat von 30 015 Durch- messer, der die _sonst gebräuchlichen astronomischen Fernrohre erseh'en sou. Die1er Siderostat ist in Cbamomx angelangt; _dort wurde er zerlegt, um in Stücken von höchftens25 ](Z dnrch Fubrer anf den Gipfel des Berges geschafft und dann wreder zusammengese'yt zu werden. Ein Mitarbeitxr Janffen's, der Phystochge 1')r.'Maur1ce de Thierry, begiebt fick) aus den Mont Blanc, um dre nothtgen Vor- kehxungcn dazu zu treffen. In einigen Tagen folgen tbm der ;UTtbrsLUom Bigourdan mit seinem Asfistenten und bald auch Janssen e . -
.,
'- Literatur.
Rechts- und Staatswissenschaft.
Die strafrechtlichen Neben efeße des Deutschen NEWs, bkarbeitet von Reicthericbts- atl) Dr. M. Stenglein. „SÜW von Otto Liebmann in Berlin. _ Von pern bekannten, in semek zweiten Auflage einer gründlichen Umarbeitung unterzogenen Werk lic311611 jetzt die zweite und dritte Lieferung vor, m welchen das Pkkß eseß und die strafrechtlichen Bestimmungen der hen Geldverxebr, dle erkehrSanstalten, das Gesundheitsweserz und dre L_eberzsmtttel, die Abwehr von Viebkrankbeiten, die militarischen,Verbaltmffe und das S'eeweken betreffenden Geseße kommexmert sind. Der Inhalt ist a so ein sehr reichhaltiger. Nichx rvemßer als 40 Gese'ße ÜN) darm bearbeitet. Auf Einzelheiten emzuge en, erscheint. bret met der Ort; doch muß anerkannt werden, daß, _zumal 5er pen AkOßeren_Ynd wichtigeren Gefeßen, die Bearbeitung eme'so grundlrche ""d sNgsaltige ist, da fie im aklgemeinen die Benußungjedes Sonder- ommentars entbehrli machen wird. ' ' “* G€schichte des emeinen Privatrechts ujnd Ztvtl- Foöksses- Ein HilfsbuZ) für Referendare und Studtersnde 'von R“ Ed- „eilfron, AmtSricbter in Nauen. 1.Abtbe11qu: Röm1sche “ÖWJLs lebte; Zivilprozeß; Konkurs. Zweite, umgearbextete und vxr- meh"? Auflage. Berlin 1895. Speyer u. Peters. _ Daß beretts
nach zwei Ikabren eine zweite AuflaZe erforderlich wurde, ist der fiebert BeweW dafür, daß das Buch machbar befunden worden ist. Sebr beachtenswert!) ist, daß mit besonderer Sorgfalt auf Stölle's .Scbuluna für die ziviliftiscbe Praxiß' hingewiesen wird; damit rekt der Verfa er zu erkennen, das; er den dort vertxetenen Grands ßen auch in s ner Arbeit weitere Verbreitung geben wtll: mcbt für das Bestehen einer Prüfung soll gearbeitet werden, sondern es soll gelernt werden, um "cas Verstandene zu verwertben und qnzuwenden.
_ Sächsisches Archiv für bürgerliches Recht und Prozeß, betanSgeaeben von Ober-Justiz-Ratb S. offmann uqd 117. Friedrich Wulfert. Roßberg'sche Hof uchbandlung m Leipzig. _ Band 7, Heft 4 bringt folgend? Abhandlungen: Korreal- obligation und Verwandtes nach der znoetten Lesung des Entwurfs des Bürgerlichen (Hefe buchs für das Deutsche Retcb. Von Professor 1)!"- Ernst Hruza in zernowiß. _ Ueber das Zwangßdqllstreckungs- verfahren wegen Leistun des bürgerlichen Offenbarungsetdes. Von Ober-LandLSJericbts-Rat Tränker in Dresden. Der Verfasser. ge- lanat bier zu folgendem Ergebniß: 1) Zur Abnabzne _des judtkat- mäßigen Offenbarungßeides des bürgerlichen Rechts 1st"m' der Regel der Prozeßrichter erster Instanz (§ 774 Z.-P.-Q.) zustandtqz 2) ,nur auInameWeise kann ein solcher Eid von dem Richter dez: frenvtlltgqn Gerichtsbarkeit abgenommen werden, wenn ,betke Parteten übex dre Norm des Eides einverstanden sind 11115 dre Abngbmeq vox diesem Richter beantragen. _ Den Schluß btlden Urthetle sachfiycher Ge- rtchtsböfe und des Reichsaericbts. ' __
_ Annalen des Deutschen Retchs mr Geseßgebupg, Ver- waltung und Statistik, heraußgegeben von ])x. Gxora Htrtk) und Dr. Max von Sevdel. Verlag von G. Hirth m Muncbcn und LLiPzig, _ Heft 6 des 28. Jahrgangs entbält emen Ayfsaß 'von Rechts- anwalt13r. Ludwig Fuld in Mainz: Das Gesetz aber 1216 Waaren- bezeichnungen; ferner den Entwurf eiyes Gesetzes zur Yekampfung. des unlauteren Wettbewerbs nebst Denk!ck)rift* dl? Entrvurfe zur Reichs- finanzreform von 1895; endlich die Denkscbrrfx. das Ergebntß der Verhandlungen des preußischen Staatsratbs uber Maßregezln zur Hebung des Getxeidevreisks betrkffend. _ In Heft 7 begmnt der Münchener Uniwerfitätslehrer Freiherr von. StenJel unter ,der Ueberschrift: .Die deutschen Schußgebtet€,' lhre" rechtltche Stellung, Verfassung und Verwajtung' eme langere, be- achtenswertbe Abhandlung, in welcher das, geltende deutsche KZlonialstaatsreckpt mit Bcrückfichtigung deSjemgen „anderér 'euro- paxscher Staaten zur Darsteüung gelangt. Dte vorlregkn-
-dcn Lrsjen 80 Seiten enthalten die Einleitung und einen Theil des
ersten Kapitels. In der Einlsitung Werden der Begriff der Ko'lon'ien im Sinne des öffentlichen Rechts und die Gründe per Kolqmsatton und Außwanderung dargelegt, ein Ueberblick über. dre G€schtchte der Kolonien und der Kolonisajion und insbesondere eme Schilderu'ng der brandenbumiscky-preußischen Kolonialunternebmungen Kegeben, dre vex- schiedenen Kolonialsysteme, das Verbot des Sklave!) ,andcls und die AntisklaNrei-Bewegung und endlich die Kolonialpolttrk de? Deuxschen Reichs besprochen. In dem dann folgenden ersten Kapxtel erortert der Verfasser singebknd die geographischen, ethnographtschxn und wirtbschaftlichen Verhältnisse sämmtlicber deutschen Schußgebtete. Eisenbahnwcsen. '
Cncyklovädie des gesammten EisenbaHnwesens m alybabeticher Anordnung, unter Mitwirkung bexVOrragendxr Fach- manner herauögegeben von Dr. Viktor Röll, (cheral-Dtxeknons- Rath der österreichiscben Staatsbahnen. „Sieben Bande,(Pr. 1e125-é) mit 2213 Original-Holzschnijtsn, 89 Tafeln und 18, Etscnbahnkarten. Verlag von Karl GerolXZ's Sohn in Wien. _ Em Werk, welches das ganze Gsbiet dss Eixcnbahnwescn-Z umfaßk qnd über das Wesent- liche einer jeden einschlägigxn Frage in einer die rasche ,Ortenttxrznzß crtnöglicvenden Form verläßlichen Aufs_chluß giebt,_ rst em Bedursm nicht nur für dsn außerhalb des Eiyenbahnberms Stebsndxn, der vorkommend-M Falls über bestimmte Eisenbahnstagen sxch Bölkhrqng holen wilT, fondkrn auch für den Fachmann, welcher [eme Kenntnzffe über die engere BcrufSsPHäre hinaus ayf ihm ferner11€gende Gebtete dLs Eisenbahnwesens auszudébmm bestrebt ist. Em ,so[ches, al1en qere'cbten Anforderungkn entsprerchcndes Werk ist die Vorltegende Ency- klopädie. Sie umfaßt aUc Gebiete des Eisknbabnwesens, bshandslf sowohl die Gründung, den Bau, die Ausrüstung und, den Betrtcb 5le Eisenbahnen in allen seinen Zwei en, als auch das Erfenbakmrc-cbt, dxe Ejsenbabnpolitik und Oekonomi , das Eisenbahy-Finanzwesen, „dle Elsenbak)ngeschichtk, =Geograpbis und -Statistik,1owie bwgraxxbrsche Skizzen der um das Eissnbahnwescn besonders verdienten Manner. Bei dsr engen Beziehung der Technowqie_ sowie der Baukunde_ z_u einzelnen Zweigen des Eixenbahnwescns ist ferner in die Encyklopapte eine Reihe aUgemein technischer Abdandlun en über solche Matxrten cinbszogen, dercn Nutzanwkndung im Eiskubcßhnwesen besonders bauäg ist. Die Artikel find durchweg selbständige: Arbeiten. Bei der Wahl der Schlagwyrte ist das praktische Bedürfnis; binreichend berückficbtigtf; überdies wrrd durch zahlreiche Hénweise sowie durch ein WyrtreZZster, welches am Schluß dcs fiebenten Bandss folgt, da?; ra1che ach- schlagen wesentlicko Erleichtert. In den einzelnen Beitragen smd nicht nur die Verhältnisse Deutschlands und Oestkrreichs, son- dern auch jene der anderen Staaken berückfickztigt, bc- zxcbttngsweise in Vergleich gezogen. Den tkchnischen Artikeln find zur Er- [auterung dks Textks zahlreiche, sorgfältig ausgeführte Abbildungen (Textfiguren und Tafeln) beigegebsn; cbcmso bringt die Encyklopädie zu den Beiträgen, Welche größere Bahnkomplexe behandeln, Eisen- babnkarten. Bilden in tcxtlichsr Hinficbt eine kurze und klare Aus- druckSweise, die Vollständigkeit und Verläßlicbkeit der Angaben, welcbe durchweg auf den xtkuesten Quellen beruhen, eine meisterhafte Behand- lung des riesigen Stoffes und sine liÖWOÜc Darstellung der einzelnen DiSzivlinen den größten Vorzug dss Werks, so ist auch jede der sorg- fältigst gezsicbneten bildlichen Daxstsllungen eine wirkliche Muster- leistung der heutigen graphischen Kunst; das letztere läßt fich auch von den sauber ausgeführten kartographiscben Beigaben sagen.
Patriotisches.
Bilder_ aus unserer Köni e Häusern für die er- wachsene wstbli 13 Jugend von A. endland. Hannover 1895. Verlag 5511 Car Msyer (Gustav Prior). Preis 1,80 „FH, in Pracht- band 3,50 „M _ Die Verfasserin schildert mit lebhaften Farben die Wohnstätten der hervorragendstkn Familienglieder des Ho enzollern- hauses und knüpft daran Betrachtungen über das Leben ibrer einst- maligcn Bewohner und Bewohnerinnen, die wohl geeignet find die Verehrung für das angestammte Fürstenhaus in einem empfänglichen jugendlichen Mädchengemütb zu erWecken und zu steigern. Das gut ausgestattete und mit fiebert trefflicbcn Abbildungen versehene Werk kann deshalb warm empfohlen werden.
_ Ein neues .Sedanbüchlein“,verfaßtvonR.von Restorff, einem aktiven Offizier, ist vor kurzem im Verlage des Christlichen Zeitschriftenvereins, Berlin, Alte Jakobstraße 129, erschienen. (Preis kart. 40 „I.) Bei hübscher äußerer Ausstattung und reichem Bilder- schmuck bietet dieses Werkcbep asles, was zu einßm Volksbucb gehört: es_ ist in frischer, volkstbümltcber Sprache geschrteben und von patrio- tischer Begeisterung und gesundem, nationalem Em finde_n erfüllt. Ein schwung1wlles Vorwort fordert zu einxr würdigen. ubelseier des vater- ländischen Gedenktags auf. Dem kleinen Buch 1st die weiteste Ver- breitung zu wünschen.
_ Ein Reis von altem Stamm„ Roman aus dem Leben von Heros von Borcke. Erste Abtheilung: Junges Blut. Berlin 1895. Verlag von Paul Kitxel. _ Der am 10. Mai d, I. in Berlin der torbene vormalige Rkttmeister Heros von Borcke, der durch seine tellung als Oberét, General-Jnspekteur der Kavallerie der Armee von Virginien und „C ef „des Stuaxt'schen Hauptquartiers während des amerikanischen Krteges m den wettesten Kreisen bekanrxt
eworden ist und fich auch einen sehr „geatheteyNamen durcb d1? Deröffentlichung der Schriften_ „Studte uber dre, Reiterscblacht het Brandy Station am 9. Jun: 1863“ ,und ,Mtt Prinz Friedrich Karl" gemacht hat, hat in dem jevt yoxltegenden Werk einen Roman geschaffen, der treu nach dem Leben l?ezetcbnet und rethist an wechsel- vollen Ereigniffen und spannungsvo erz Momenten. :: berichtet mit gewiffenba er Wabrbeitßtreue eine Fulle von Thatsachen aus einem wechselrei en, oft wildbewegten Leben und_ versteht es m hohem Maße, das Interesse des Lesers zu erregen und [715 zum Schluß zu fesseln.
Handel und Gaverbe.
Der chtralausschuß _der Reichshank war auf heut; Vormittag 10 Uhr zu ferner Monqtsstßung berufen. Nach dem Vortra e des Reichsbank-Prästdenten, Wirkltchen Ge- heimen RatZs ])r. Koch ist _die am Schlusse d_es vorigen Vierteljahrs unqewöhnlicb gestiegene Axtlage settdem um 146 Millionen Mark gefallen, aber doch Hoher als zur gleichen «it der Jahre 1894, 1892, 1891, 1890; 1893 xvar fie um 80
illionen größer als jeßt. Der Metallvorratl) bat s1ch gegen ultimo Juni umé20 Millionenjoermehrt, ist auch im Vngleich mit den 5 vorangegangen Jahren größer. Dasselbe gilt m noch stärkerem Maße von dem Goldvorratk), obgle1ch seit, Anfang 1895 nur circa151/4 MilliOnen angekauft worden smd. Die fremden Gelder sind seit ult. Juni um 25 Miüionen gewachsey, auch stärker als 1894, 1893, 1891 und 1890, während ste 1892 39 Millionen mehr betrugen. Der Prwatdiskont hat im Juli eine allerdings nur wenig steigende Richtung. eingeschlagen. Eine Erhöhung des amtlichen Saßes ist aber cmftmcilen nicht in Aussicht zu nehmen.
Die Wochenüberficht der Reichsbank vom 23. Juli ergiebt be einem gesammtan Kaffenbeftande von 1067 010000 „xc. der Vorwoche gegenüber eine Zunahme um 17 318 000 „16; der Metallbestand allein ist um 15 971000 «ck angewachsen. Der Bestand _an Wechseln hat fich um 22 250000 «44 auf 566 644000 514, der Bextand an Lombard- forderungczn um 4100000 „44 auf 75 110000 «44 ermäßigt, sodaß auf diesen beiden Anlagekonten ein Rückgang um 26 350 000 „;ck eingetreten ist. Auf vassiVer Seite zeigte der Betrag der umlaufenden Noten mit 1076 758 000 «44 der Vorwoche gegenüber eine Abnahme * um 49 912000 „14, während die sonstégsn täglich fälTigLn Verbindlichkeiten bei einem Betrag Vor! 527 675 000 «M eine Zunahme um 40 516000 «14 erkennen laffkn.
Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien. An der Ruhr find am 25.d.M. gestellt 11 724, nicht rechtzeixig gestelxt keine Wagen. In Oberschlesien find am 24.d.M. gestellf 3776, nkcht recht- zeitig gestellt keine Wagen.
Zwangs-Verfteigerungen. Beim Königlichen Amtsgemcbt 11 Berlin standen am 23. und 25. Juli die nachbezeichn€ten Grundstücke zur Versteigernnq: Die im Grundbuck) Von Ste [itz Band 30 Blatt Nr. 932, 933 und 941 auf den Namen des * auunterxjehmers Joseph Schrade eingetragensn, zu Stealiß, Schildbornsiraße, Parzelle 3, 4 und 5, be- legsnen Grundstücke; Flachenraum 10,25 &, 10,24 3 und 10,25 3; das geringste Gebot wurde mit je 212 5-6. festgeseyt. Mit dem Gebot von 11701 „46. 11550 „14 und 11701 .“: blieb de': Rkstaurateur Wilhelm Müller zu Glogau, Markt 43, Meistbiete'ndsr. _ Das im Grundbuch Von Stegliß Band 30 B(att Nr. 920 auf den Namsn des Privatiers Friedrich THiele eingetragen?, zu Steglitz, Schildborn-Allse 7, bx egene Grundstück; Fläche 8,91 &; NutzungSwerth zur Gebäudesteuer 5700 5-4; das geringst: Gcbot wurde auf 3127 5-4 festgäetzt; mit dem ©3501 Von 3127 «14 blieb dsr Wirkliche Geheime Kriegsratb H. Pommer zu BLrlin, Burggrafkn- straße 6. Mcistbietcnder. _ Das im Grundbuchs Von Scl) önebera Band 42 Blatt Nr. 1564 auf den Namen des Penfionärs Karl Barth eingetragene, zu Schöneberg, Menzelstraße 22, belegene Grundstück; Fläckyenraum 11,59 &; das geringste Gebot Wurde auf 1478 5-6 festgesetzt; Meistbietknder blieb der Baumeistsr Wendt L": die Aktiengesellscbaft Schöneberg - Friedenauer errain - Gesellschaft zu Schöneberg, Dürerplaß 1. _ Das im Grundbuchs Von Schöneberg , Band 36 Blatt Nr. 1386, auf den Namen des Maurermxisters Jacob Jacoby eingetragené, zu Schöneberg, Coburgstraxze 4, belegene Grundstück; Flächenraum 6,56 3; das geringste Gebot ryurde auf 754 «FL fest- eseßt; Meistbietende wurde die Pr Lußischc Hypoth-zksn-Aktikn- JGekells aft zu Berlin mit Hsm Gsbot Von 118 200 «44 _ Das im Grund uche von Stegliß Band 37 Blatt Nr. 1152 auf dyn Namsn dSS Kaufmanns F riß Jolowicz eingetragene, zu Stegliß, an der Straße 15. belegene Grundstück; Flächenraum 5,91 3; das geringste Gebot wurdk auf 896 ck festgesetzt; mit dem Gebot von ?()? “idé blsib die Baugesellschaft Bellevue zu Berlin, Meist- re en 8.
_-Wie .W.T.B.“ aus Köln meldet, ist der Kommsrzien- Rasttb Fbcodor Deichmann vom Bankhause Deichmann u. Co. ge or en.
_ Die nächste BörsenVersammlung zu Essen findet am 29. Juli cr. im Berliner Hof statt.
_ In Zürich hat gestern die Gründung der „Bank für elektrische Unternehmungkn ' stattgssunden. DasGrundk-avitalder Bank bestsht aus nomina130 MiÜionen Franks, cingethcilt in 30000 In- babéraktien zu 1000 Fr. mit Vorläufig 25 0/0 Einzahlung. Die Bank ist, wiß „W. T. B.“ meldet, 5er t. Obligationen bis zum doppelten Betrage dcs jeweilig eingezahltsn “ ktienkapitals aquugasn. Zu Mit- gliedern des Verwaltungézratbs wurden gewählt:" Prafident Abcgg- Artex, Oberst H. Landis, Direktor Spühlkr, Prasident C. Widmer- LEUUU- Präsident Robert yon Muralf-Locher, General-Direkwr
. Rathenau, Direktor Dr. ©. Siemens, Direktor Carl ürstenberg, Banquier Ludwig Delbrück, Direktor Julius
tern, Kommzrzien-Rath Hugo Landau, Banquier Rudolvb Sulzbach. Zu stellvertretenden Mitgliedern des Verwaltungsratbs wurden gewählt: Vize-Präfident Wunderly-Muralt, Spinnereibefißer X. Jenny-Dürst, Direktor Dr. Jul. Frey, Direktor Will). Escher, Ed. von OreÜi, Bauinspektor Kolle, Direktor Arthur Gwinner Justiz-Ratl) Winterfeldt, Banquier Königs, Regierungs - Rath, Magnus, General - Konsul Eugen Landau, Dr, Karl Sulz- bach. Zum Präfidenfen des Verwaltuneratbs wurde Abegg- Arier, zu Vize - Präsidenten wurden Direktor 1):*. Georg Siemens und Gcneraldircktor E. Rathenau ewählt, zu Dele- irten dcs Verwaltungöraths Präfident Abegg-Ü rter und Direktor & übler. Der Zweck der neuen Bank ist die? Uebernahme und Durch- fü run von Finanzgesrhäften, inxoweit dieselben auf Unternehmungen im Ge ist der angewandten Elektrotechnik Bezu haben. Dem Ver- nehmen nach steht berßits in Aussicht, daß die 3 .'111k größere, von der Angkmeinen Eleerizitatsgeseüschaft iy Berlin und der Deutschen Bank abgeschlossene italienische Gefchafte dteser Art übernehmen wird.
Magdeburg, 25. Juli. (W. T. B.) Zuckexbericbt. Kornzucker exkl., von 92 '/o _, neue _,_. ornzucker exkl., 889/9Rendement _,_, neue10,35_10,45, Nachprodukte exkl., 75 0/4 Rendement 7,10_7,85. Ruhig. Brotraffinade 1 22,75, Brot- raffinade 11 22,50. Gem. Rasfinade mit Faß 22,75_23,00. Gem.. Melis [ mij aß 22,25. Ruhig. Robzucker [. Produkt Transit]: f. a. V. Ham urg vr. Juli 9,85 Ed., 9,875 Br., pr. Au ust 9,90 bez. u. Br., vr. September 10,02x Ed., 10,072 Br., pr. k- tober-Dezember 10,40 Gb., 10,45 Br. Ruhiger.
Frankfurt a. M., 25.Ju1i. Getreidemarktbericbt von Joseph Stxauß. SpekuZationsintereffe mangelte, und aus den Kretfen der Hankxler und Backereien gab fich nur schwache Betbei- ltguna kux1d. Dte Tendenz trug troßdem keinesfalls den Stempel der"Mattt keit. _ In Weizen war der Verkehr beschränkt; die MuhlenbeMer traten aus ihrer durch den fortwährend schlep- penyen ehlabsaß bedingten Zurückhaltung nicht heraus. Wetzen ab Utrzgegend etwa UK „16; frei hier 147 „xa nominell; Redwmter etwa 15? 5-6; Kansas und tu fischer 15Z_16 „jk: _ Für Roggen war die Stimmung ruhig; nach keinkr Richtung trat eine ausgesprochene Tendenz hervor. Hiefiger etwa 121754 nominell, rusfischer ebenso, neuer dürfte für nächstzWocbe unter'1"2& „46 nicht erhältlich sein. _ Gerste: Brauergerxte je nach Qualüat und Herkunft13_15 «, auf Herbstliefcrung noch nichts