1895 / 179 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 30 Jul 1895 18:00:01 GMT) scan diff

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alters und der Neuzeit. *Kunüges icbte des Doxnes zu Köln. “Kunsthistorische Uebungen. Prof. von elow: Engl1scheGesch1ch1e. Geschichte des deutschen Bauernstandeß. „Deutsche Geschichte un 13. Jahrhundert. “Uebungen im htstortschen_ Semmar. rof. Andresen: Französische Formxnlehre. *Erklarung des alt rgn- zöfischen Gedichts von Aubert dem „Burgunden., (2. Thetl)_. *ProVencg-aliscbe Uebungen im romamschen S_emmar. Pros. Barmer: *Nachweis der Echtheit _und Erklarung 563 dem Tacitus bei elegten Gesprächs über dte Redner. *Gesch1chte der römischen Hatire. rof. Milchhßfer: D1e ' Denkmaler der griechischen Heldensage. *Tovographte von Atttka und Athe'n. Archäologische Uebungen.“ Prof. _ Barxholomae: Gotlnscbe Grammatik. Sanskritübungen. *nguistifche Ue_bung§n. Prof. Finke: Uebersicht der Quellen zur deutschen Gesch1ckte 1111 Mtttel- alter. Kirchliche und politische Geschicbtx Westfalens txn Mtxtelalter. *Geschicbte der mittelalterlichen anuifitton nzit Einle1tung uber das Verhältniß von Kirche und Staat. *Histonscbe Uehun en. Prof. Einenkel: (Geschichte der englischßn Literatur im 17. ahrhuydert. *Historische Grammatik der engltschen Sprache. *Im engltschen Seminar Lektüre und Erklärung don Milwn's „931410150 1.056“. Yrof. Biermer: Geldo, Kredit-, Bank- und Börsenwesen_. *Agrar- ragen der Gegenwart. Privajdozent KappesZ PsvÖologW m1t he- sonderer Berückßchtigung der aügemeinen Padagogik. Allgemetne . .MetaYhyfik und natürliche Theologie. *Ueher das Seelenlxben der Thierck. * hilosophische Uebungen im Anschluß (zn dre Lekture__aus- gewählter apitel aus Aristoteleß7 775,91 83,777; PrWatdozent Ho! 1u§s_ : Geschichte der klasfiscben Philologie tm 21111. Jahrhundert. _*Erkla- rung Von Aufon's Mosklaedicht. *Uehungen über die neuen gr17ch1_schen Handschriftenfunde in Egypten. Privatdozrnt Drescher; Mrttkl- hochdeutsche Grammatik. *Deutsche Uebungen._ Pr1vatdozent Schwering: Erklärung des Hkliand. *Das deut1che Drama der neueren Zeit. '

8. Mathematisch - naturwisscnschaftltgh - Pharma- zeutische Abtheilung. Prof. Hittorf: *AuSgewahlte Theüe d_er theoretischen Phyfik. Prof. Hosius: *Paläontologxe, 2. Thezl. (Wirbellose Thisre.) Pros. Sa1k9wski: Anorgamscbc Chemw, 1. Theil. *Ueber die höheren aromatischen Kohlenwafferstoff9. Prak- tische Uebungen im chemischen Laboratorrum. Prof. Ktlltng: Funktionentheorie. Differential- und Jntegralrexhnung. L., Tbexl. *Pcpuläre Astronomie. *Uehungen des mathkmattschrz Semmars m Gemeinschaft mit Prof. von Lilienthal. *Uebungen zur Dtfferentialz und Integralrechnung. Prof. Brefeld: Anatomie und Phyfiylogte der Pflanzen in Verbindung mit mikroskopischen Dcmonstratwnrn'an Uebungsn. *Pharmakognofie (wiff. Dreguenkunde). Lettrmg WMW- schaftlicher Arbeitkn im botanischen Institut. Prof. Kktteler; Experimentalphyfik, 2. Hälfte [Akustik, Optik, LCHrc _vom Magnetismus und von der Elektrizitat). *Elemente der 1590010113211 Phyfik, 2. Theil (Thkorie der Wärme und Elajttzttat). *Praktiscbe Uebungen im phyfikalischen Laboratorium. Honorarprof. König; Chkmie dsr menschlichen Nahrungs- und Genyßmrtxenl. *KoÜvquium. Mikroskopischks und hakteriologiscbes Prakttxnm sur Untersuchung der Nahrungs- und Genußmittel „(mit Prof. Kaffn'er). Uebungen im Laboratorium der agrikultur-chemrschen VérsuäosstaYon. Prof. Landois: Insektenxunde. EntwicklungßgeschiÖte. [Prakttsche zoologische Uebungen. Pros. Lebmanrz: AUJLMLML Phijche Erd- kunde, 3. Theil. Geogravhie von Amtralißn, Polynefien" [1115 dem Malaiischen Archipel. Gkographie Von_00yvten, Palastma 11110

.Syrien. *Geographischs Uebungén. Prof. gge: Mmsralo 16, erster (aklgemeiner) ThEil. *Chemifche Krystaüographik. *Krvstcz o- graphische Ushungen. Prof. von Lilienthal: Analytnche Geometrie, 1 Theil. PartieÜe Differentialgleickdungen. '*Uehungen des mathematischen Seminars in meeinschaft m1t Prhf. Killing. Prof. Kassner: Pbarmaz€utische Chemie (organ.. THM) mit Dsmonstrationen und ErWrimsnten. AuEgewählte Kapttel aus der chsmischen Tscbnologie. *Maßanalyse. PharmazeutisÖ-chemische und toxikologische Uéhungen im Laboratorium. Für Geübtere Be- arbeitu_ng Von Aufgaben aus dem Gebist dkr angewandtan Chemux. Mtkroxkopisäyes und bakteriologiscbes Praktikum für Untersuchung der Nahrungs- und Genußmittel (mit Prof. König). Privatdozent West- hoff: Ueher Wirbelthierk. Zoogeographie. *Zoongsche Uebungen. Künste und Sprachühungen.

Prof. Grimm: “Lehr? vom Kontrapunkt. *Chorqssangühusrz en. D0mchor-Direktor und Léktor “Schmidt: 'Ueheßr den Gregoriam] en Choralgesang. *Praktiche Uebungen im Kirchengetang. Lektrr Deitkrs: Erklärung von Mhliére'H Lustspiel _„1.'(“-0016 (195 1011111165“. Erklärung des Shakexpeare'kchen Trauerwiébs „11011160 31111 3111161“. *Nkufranzöfische_Ushungen. *Neuenglischc Uebangkn. *Crklärung 1:63 Noto'sckxn Lusjspiels „1.31. 7011073 111 501111161110“. *Erklärung des Romans „30512 )' 12116113.“ hon CabaUsro. Gym- nafial-Ohkrlehrér und Lsktor Hase: “Lesung und Erklärun von Walter „1313531115 10116011“. *Im Englischen kainar: Ue ungen im mündlichen Gebrauckoe der englischen _Sprache. Gymnafia1-Ohsr- lebrrr und Lektor Metxlicb: Erklarung von Victor Hugozs .Es-«110110 _in französ. Sprache. *Im romanischen Seminar: "Schriftliche franzöfixche: Uebungen. Akademischer Turn: und Fecht- 1ehr6r Bathe: *Turnunterricht. *Fechtunterricht. Akademischer Zeichenlchrer Müller: Uebungen im Z€1chnen und Malm.

Ssminarc und Institute.

Die Ukbungen in 5611 Ahthcilungen des theologisckpen Seminars für Kirchenrecht, Pastoralthéologik, Kirchrxngeschichte, alttesxamentlick)? Exxgeje, Moraltbkologie, Dogmatik und neu- testamentliche Ex:?gejc findcn je Einmal 1551581111161) unter der Leirung der Prof. Hartmann, Funcke, Sdralek, Fell, Mausbach, Pohle und Bludau stan. _

Die 11€bu11g€11 des germanistischen Skminars unter LZitung dss Prof. Storck findsn zwsiMal wöchentlich statt.

Ti€_Uehungen dL-Z Philologischen Skminars unter Leifung der Prot. Langen und Stahl finden fünfmal wöchentlich 11011.

D18_ 118511119211 des mathematischen Seminars untsr Leiwng der Prof. _Killing und 5011 Lilienthal findLn wöchentlich in vier Stunden statt. _

Di? Uehungxn des hi1torischen Seminars finden unter Lsitung der Prox. NiebueS und 11011 Below wöchent11ch zweimal in je zwei auf einander wlaendkn Stunr_en statt.

Die Uebungen im romanixcko-englisäyen Seminar finden viermal „wöchentlich in" je zWLi S_tunden statt; die romanischen untcr Legtxng des_Pr01611ors Andrejen, die englischen unter Leitung des Proxenors E1n€nkel;_außerdem Sprech- und Schreihühungen unter Leitung der Lektoren Pase_und Mettlicb.

, Das archä010 gijche Mmeum ist dem Publikum überhaupt Mittwochs, Vorm. von 11 bis 1 Uhr, geöffnet, ebenso der botanische (Harken _wahrend drr Werktage.

Bewnderen „L_ehrzwecken Dienen außer dem archäologischen Museum und demxbotan11chen _Garten Der archäologischk, geographische und mathemanschxastroncmi!che Awarqt, das Kabinet für mittelalterliche und 11.9."979 Kynst, das mineraloaixche und zoologische Museum, 503 501011116176 Jmtitut 11110 das ch2mische und phyßkaliscbe Laboratorium.

Dre Paulinixche Bibliothek ist täglick) mit AuSnahme der Sonn- und_ Feiertage von 10 bis 1 und von 2 his 4 Uhr, während der akademixchen Ferien von 10 bis 1 Uhr geöffnkt. Zam Abholen 5er zu,en11eYhenden und ;ur Rückgabe der entliehenen Bücher ist täg- 11ch dle 3611 Von 11“ bis 1 Uhr, während der akademischen Ferien von 12 1:12 1 Uhr hesnmmt. T_as Lefezimmer ist täglich von 11 bis 1 Uhr und yon 2_hrs 4 Uhr, wahrend der akademischen Ferien Von 10 bis 1 Uhr geöffnet.

Das a_fademis1_he Lesezimmer ist den Studierenden gegen Erlegrrng _71076 halhjahrlichen Beitrags von 3 „Fl- zugänglicb. Das- selbe nt tagltch geöffnet an Wkrftagkn Von 8 Uhr Vorm. bis 7 Uhr ?lbätéds, an Sonn- und Feiertagen nur Vormittags yon 10 bis

r.

Der Anfang des Semesters_ ist auf den 15. Oktober d. J. - 1estge1e3t.

Abgereisx: _ Seine Excellenz der' Unter-Staätssekretär im „Finanz- JSIEHnistxrium, Wirkliche Geheime Rath Meinecke, nach der we“z.

Yiehtamtliches. Deutsthes Reick).

Preußen. Berlin, 30. Juli.

Seine Majestät der Kaiser und König nahmen estern nach der Ankunft im Neuen Palais die Vorträge dqs Étaatssekretärs, Staats-Ministers Dr. von Boetticher forme des Chefs des Zivilkabinets, Wirklichen Geheimen Nach 131“. von Lucanus entgegen. _

Heute ließen Seine Ma1estät Sich von dem Chef des Militärkabinejs, General von Hahnke und dem Unter- Staatssekretär im AUSWärtigen Amt Freiherrn von Rotcnhan Vortrag halten.

Der (General der Infanterie Golz, Chef des anenicur- und Pionicr-Korps und General-Jnfpekteur der Fetungen, hat Berlin verlassen.

Der (Henrral-Lieutenant pon Bomsdorff, Kommandeur der 2. Garde-Jnfanterie-Divifton, ist nach beendetem Urlaub hierher zurückgekehrt.

Der Kaiserliche Gesandte am Königlich rumänischen Hofe Graf von Leyden hat einen ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub angetrctkn. Während der Abwesenheit desselben von Sina'sa funaiert dcr etatSmäßige LegationsSckretär der Kaiserlichen Gesandtschaft, LegationS-Ratl) von Schloezer als Geschäftsträgcr.

Der Kaiserliche Gesandte in Kopenhagen, Wirkliche (He- heime Rath Freiherr von den Brincken hat einen ihm Yllcrhöchst bewilligten Urlaub angetreten. Während der Ab- wesenheit 118518111311 fUngiert der Legations-Sekre'tär Freiherr von Seefried auf Buttenheim als Geschäftsträger.

Dcr Großherzoglich hessische Gesandte am- hiesigen Aller- höchstcn Hofe, Wirkliche (Hehkime Rath ])]: Neidhardt hat Berlin m1t Urlan verlassen.

_Der Königlich niederländische Gesandte am hiefigen Aller- h0ch1_ten Hofs Jonkhser van Tets van (Houdrraan hat Berlm mit längerem Urlaub verlassen. Während seiner'Ab- wssenheit fungiert der LegationZ-Rath Jonkheer van Eys van Liendcn als Gesckzäftstkäger.

_Tcr heutigen Nummer des „Reichs: und Staats:21nzeigers“ ift eme „Besondere Verlage“ (Nr. 2), enthaltend Entf ch ei- dungen dcs Reictherichts, beigefügt.

Württemberg.

_ _Seine Majestät der König hat fick) gcstrrn mit Ihrer Komglichen Hoheit der Prinzessin Pauline zu mehr: wöchigem Aufenthalt von Bebsnhausen nach der Van Seefeld hei Rorschach begeben.

Schwarzburg- Sondershausen.

Ihre DUrchlauchten der Fürst und die Fürstin sind vxrgeßZrn von Sondcrßhausen zumKurgehraUch11achNeuenahr a gereist.

Großbritannien und Irland.

. Gestern Abend waren nur noch drei Wahlen zu er: 1013113811, zwei in Irland, eine in Schottland. Die Stärke der Partere111stf01gende: 3406011servative, 70 Unionisten, 174 Lrberale, 12 Parnellitcn, 69 Yntiparnelliten, 2_'Kandidaten der Arbeiterpartei. Die Regierung ver: fugt daher über eine Majorität von 153 Stimmen.

Frankreich.

Von den am Sonntag vorgenommenen 1443 General: rathswahlen waren bis gestern Abend 1382 Resultate be- kannt. Gewählt wurden 1013 Rc-publikaner, 12 Sozialistrn, 226 quervattve. 131 Stichwahlen haben stattzufinden. Die Republtkancr gewannen 10,1, und verloren 19 Siße. Unter den Gewählten befmden sich der Minister für Ackerbau Gadaud und der Minister der öffentlichen Arherten Dupur) du Temps. Sämmtliche republi- kamschen Zeitungen konstatieren als charakteristisch für die Seneralrathßmahlen die Niederlage der Sozialisten und den festen Anschluß der Wähler an die gemäßigte, aber durchaus fortschmtfhche Republik. Die konservativen Organe konstatieren ehcnfalls dre Niederlage der Sozialisten, bezeichnen aber ihre 1219an11 Verluste als unbedeutsnd, da der 5131118 0110 31116 aysrccht _erhalten sei. Die Sozialisten leugnen ihre Niederlage; dtese156 121 nur „scheinbar, da ihre Kandidaten mehr Stimmen als bet den vorrgen Wahlen erhalten hätten und sie nur durch das usammengehen der Republikaner und der Regierung mit den eaktionären und Klerikalen geschlagen worden seien.

Rußland.

Dcr Großfürst:Tk)ronfolgertrafgestern in St.Peters- burg em und wurde auf dem Bahnhof von der Kaiserin- thtwe und dem Großfürsten_ Michael Alexandro- w1tsch empfangen. Die Allerhöchxten Herrschaften belsuchten das (Grab Kajser Alexander's 111. in der Peter-Pau skirche und begaben s1ch dann nach Peterhof.

Italien.

Die Deputirtenkammer feste gestern die Berathung des Buhgets des Ministerium?- des Auswärtigen fort. In Ermlderung auf die Ausführungen mehrerer Redner in der Generqldebatte sprach dEr Minister des Aeußeren Baron Blanc'sem Bedauern über das Ableben des Botschafters Catalam und _des (Gesandten Curtopasfi aus und erklärte die Annahme, daß_die Regierung nicht die Ahstcht habe, die Posten 1n Konjtaxtinopel und Bukarest sobald als möglich zu besehen, _fur unrichtig. Was einzelne Angriffe auswärtiger Zertungen bezüglich der afrikanischen Frage anbelarzge, 110 ermahnte der Minister die Kammer, fich mchx a zu sehr um dieselben zu bekümmern, da 13121? Arttkel dyrchaus nicht eine feindl1cYe Tendenz der be- trefrenden Regierungen oder Nationen ezeugten. Auf die

Ausführungen des oppoßüoneüen Deptxtirten de Nicola, welcher die Re ierung ermahnt hatte, sich m_rt OesterreickxUngarn ins Einverne men zu sesen, um den slavtschen Einfluß zu be: kämpfen, wenn derselhe 611) zu sehr geltend machen sollte, onte der Minister mehl unmittelbar antworten. Er würde, wie er ausführte, durch die Beantwortun Gefahr laufen, eine Zwietracht zwischen den beiden Theien der Oppofition hervorzurufen, nämlich zwischen demjenigen, welcher die An- fichten de Nicolo's 1110119, und dcmxenigen, welcher besorgen würde, die Empfindlichkeit einer benachbarten Nation zu ver- leßkn, die gerade zur Förderung des Slaventhums gencht sei. Nachdem der Deputirte de Nicolo dem Minister aüf diese Auslassungen gcxantwortet halte„ erwiderte, der Minister, es sei nicht seine Abstcht gcwes_en, diese wichtrgc Frage durch ein geistreiches Wort zu lojen; er wünsche, daß das italienische Element dem Umstchgreifcn der übrigen Rassen immer besser zu widerstehen lerne. Die Deutschen wüßten dies zu erreichen. C'r hege das Vertrauen„ daß dies dem italienischen Element ebenso möglich sein werde, wenn es fich den lokalen Verhältnissen anpasst. Der Dcputirte Pandolfi brachte darauf eine TagesordnunJ ein, worin der Re, ierung das Vertrauen aUSgesprochen mir , daß fie bei jhrcr Fuhrung der auswärtigen Politik sich den Sieg Yer mternationalcn Gerechtigkeit und die Einigang der zivilijterten Völker zur Richtschnur nehmen werde. Der Minister-Präsident CriSpi erklärte, daß diese TageScxrdnung eine Wieder- holung derjenigen von 1890 sei. Er könne daher nur die damals abgegebenen Erklärungen wiederholen: Italien sei für den Frieden, wclcher hauptsächlich durch den Dreibrmd erhalten werde. Hätte dieser nicht bestanden, so würds ein Krieg steher gewesen sein, Wenn man wirklich an eine neue Zuyammenscßunq der Staaten auf der ausschließlichen (Grundlage der Nationalität denken müßte, so würde man es mit sehr schweren Verwicklungen zu thun haben und einen allgemeinen europäischen Kricg entfachen. Er ersuche daher Pandolfi, seine Tages: ordnung zurückzuziehen, denn kein Staatsmann könne gegen seine Pflicht, den Frieden zu sichern, soweit er es vcrmöqc, und die Schrecken eines Kriegc's soweit als möglich zu ver: meiden, verstoßen. Was die von Jmhriani beantragte Tageßordnung anvetrcffc, welche es als dringend nothwendig betone, das Leben der Staatsbürger nicht ohne die Be- willigung des Parlaments preiszugkben, und wc'lche dis Regiernng ermahnc, ihre Kolonialpolitik, die eine Politik des Krieges und__dcr Eroberung sei, anfzugeven, fo erklärte der Minister;Prä1106nt, daß er dieselbe n1cht "an- nehmen könne. Das erythräische PlateaU gehöre Italien kraft des Vertrags von Uccian, Tigra kraft der zu seiner Ver: theidigung Ergriffenen Waffen. In diesen Landstrichen werde 31011611 bleiben und dieselben in der Hoffnung vertheidigcn, daß es stets fiegen werde, wie es bisher gesiegt habe. Diese Siege seien die ersten seit dem Jahre 1859. Afrika sei die hohe Schule für die italienischen Soldaten. Aus Afrika, wie aus dem Orient könne der erste Janke kommen, der einen curqpäischen Krieg entzünde. 11 Afrika würden jeßt thavächlick) die Interessen Italiens geschüßt. Der Vertrag von Uccialli sei vorbereitet worden, als noch der Negus Johannes am Ruder gewesen sei, und da Italien dcm N;»gus Menylik Ilse geleistex habe, 101103 dieser den Vsrtrag halten. Der inister:Prä]1de11t schloß unter lebhafter Zustimmung mit den Worten: „Die Regierung befolgt im Innern eine Politik der wirthschaftlichen und sozialen Restauration, na außen eine Politik, welche unter (Gewährleistung der Ere und der Autorität des italienischen Namens den Frieden sichort.“ Die Depntirtcn Brin und di Nudini erklärten, dcr Tachordmmg meriani nicht zustimmen zu können, und ersuchten Zmbriani, diesslbc zurückzuziehen. Der Minister- Präsident (TriSpi lehnte gleichfalls diese Tagesordnung ab. Di Rudini beantragte hierauf eine von CrisPi genehmigte Tages; ordnung, welche die Erklärungen der Regierung zur Kenntnis nimmt. Diese Tageßordnung wurde von der Kammer in ein- facher Abstimmung mit allen Stimmen gegen diejenigen der äußersten Linken angenommen, die TageSordnung meriani's dagchn abgelehnt. Hierauf wurde die Sißung geschlossen.

Spanien.

Die gestrige „Gaccta de Madrid“ veröffentlicht ein Dckrct, w0ddurch die Reserve des Jahrganges 1891 einberufen mtr .

Türkei. ' Aus Konstantinopel meldet „W. T. B.“, es bestätige srch, daß in Melnik ein Putsch versucht und dabei die Anz wendung von Dynamit konstatiert worden sei, was uns türkischer Seite Entrüstung hervorgerufen habe, Bei der Bc- xvegunsg der macedonischen Bandrn trete militärischcs Vcr- 1tä_ndn1ß zu Tage; erwiexenermaßcn fungierten einige bulgarische Offiziere" als Führer. Die Einnahme von M61n1k durch die Aufjtändtschem bestätige sich indessen nicht, _

Ferncr meldet das genannte Bureau, das DemenN der Nachricht von der Mobilmachung des 11. 11110 111. Armee : Korps 10er6 von türkischer Seite aus- rechterhalten. Man gehe jedoch zu, daß die Mann- schaften der Reserve einberufen würden, um THW niedrigen Bestände der Bataillone, welche gcgenwärng am Ende des Militärjahres kaum 300 Mann betrügen, auf 500 Mann zu erhöhen. Dies stelle sick) als eine Maßregel dar, welche der gleichen, von bulgarischer Seite ergriffenen entsprcche. In Bulgarien sei in den fünfDistrikten Burgas, Tatar-Bazardztk, Haskoei, Slivno und Kuestendil zuerst der Jahrgang 1886/87 und nach dessen Entlassung der Jahrgang 1887/88 einberufßn worden. Die Einberufung der Redifs beschränke fich auf M bisher ohne Garnison gewesenen Städte Seres, Drama, Newrekop und Melnik. Dieselbe sei durch den Uebxr- fall auf Melnik veranlaßt. Die Gesammt ahl der Em- berufenen betrage 3300 Mann. Zn türkixchen amtlichen Kreisen werde nachdrücklicbst betont, da die Ciphe- rufung lediglich den Zweck habe, die Einwohner 11171??? Orte gegen etwaige Angriffe von Insur enten zu schüßen, L_md daß daher die Maßnahme einen aussch 1eßlich defenswen, xed- weder Feindseligkeit gegen Bulgarien entbehrenden Charakter trage. Nach objektiver Beurtheilung der momentanen LKS? könne gesagt werden, daß, wenn die Banden keine wertete Verstärkung aus Bulgarten erhielten und die bulgarische “„Be“- völkerung des gefährdeten Gebiets an den Umtrteben 11111)t theilnehme, die von türkischer Seite im; Auge gefaßte Mobil- machung nicht verwirklirht zu werden brauche und zu erwarten sei, es werde den türkischen Truppen troß der ungünstxgkn Terrainverhältniffe und der sonstigen durch die Führung etnes GuerillakrieYs bedingten Schwierigkeiten gelingen, den Um- trieben der anden langsam ein Ende zu machen.

Bulgarien.

Den beim Krie s-Ministerium in Sofia eingelaufenené Meldungen zufolge md, wie „W. T. V.““mcldet, die in Mace-

.„ donien aufgetauchten Banden fast gänzlich vernichtet. Ein von der

ren 6 ein etroffener Offizier: erzählte, das Grenzgebiet sei Jhkzzu gan? frei von Aufyjtändifchen. Erst in den leßten Ta en sind 111 Sofia 200 Flüchtlinge angekommen, welche ent- wa net und ins Innere des Landes geschickt wurden. Man behauptet sogar, das macedonische Zentralcomilé rathe den im Innern des Landes bestehenden Subcomiiés an, für den Augenblick jede Agitation einzustellen.

Schiveden und Norwegen.

Das Storthing lehnte nach einer Meldung, des „W. T. B,“ aus Christiania in seiner gestrigen S_tßung die Bewilliqung von 10 000 Kronen Tafelgelder für d1e nor- wegischen Minister in Stockholm mit 59 gegen 55 Sttmmen ab; für die Staats-Minister in Christiania hatte der Ausschuß Tafelgclder nicht beantragt. Das Budget wurde sodann ge-

.nehmigt und die Sesfion heute Mittag geschlossen.

Amerika.

Bei Bayamo in Cuba soll nach den in Madrid eixt- gelaufenen Nachrichten ein Kampf stattgefunden haben, 111 welchem die Aufständischen 500 Mann, darunter einen Obersten, verloren hätten.

Asien.

Eine amtliche, in Madrid eingetroffene Depesche qus Manilla meldet, Malaycn von Cabagan, Pr0vmz Cagayan, hätten einen spanischen Posten vorrätherisch Über- fallen, worauf die Kolonne des (Generals Rio Cabagan am 17. Juli zerstört und dabei 16 Malaycn getödtct habe. „Auf spanischer Seite seien 1 Kapitän und 5 Soldaten getodtet und gegen 40 Mann verwundet worden

Entscheidungen des Reichsgerichts.

Wird jemandem von einem anderen die Zusage gemacht, daß dieser dkm ersterem zu einer besondercn Vertrauensstellurzg verhelfen Wolle, und erhält der Verspreckzknde sodann 'Kenntntß, daß der erstere frühsr einmal in Konk_urs verfallen set und 11111 seinen G1äuhigern zu nikdriqen Accordsasen accordiert hahe. so :|, nach einem Urtheil des Reichsgertcbts, 1. Zivilsenats, vom 22. Ma1 1895, dkr Versprschende nicht Verpflickytex', seine Zusage zu halten. _ Die Begründer einer Gcnoffensäyaft, w71che demnachst zu- gleich mit stehen anderen, Personen den Aufsnrhtsrath der nkuen Genossenschaft htldeten, hatten angeblich hem Baumeister X. 1218 Zusage gemacht, da““ fie an d'en ühr1g€n Auffichtsrat59mitgliedern als Direktor der cnoffenjchaft m Vorycblag bringen wollten, was zweifellos zu seiner Ernennung als Dtrektor führen mußte, da das Votum der Begründer ausschlaggebend War. Diese aher hiklten ihre Zusage nicht und brachterx den X. nicht 111 Vorschlag. X. erhob Klage auf ErfüÜun jenrr Zujagx, wogegen dre Beklaqtkn geltend machten, daß sie über aupk keine_ h1ndende„Zusage

emacht hatten und daß sie, selbst wenn dies gexchehen ware, die Zusage nicht zu erfü117n brauchten, weil X., wie fie nachtraglicb erfahren hättkn, einmal in Konkurs yerfaUen war und mit seinen Gläubigern zu nicdrigsn Sätzen accordiert 56118. Das Kammer ericht erachtete diesen zwerten Einwand für erhehltcb und demzufo g? die Beklagten für nicht Verpflichtet, ihre Zusage zu halten. Die Rthfion des Klägers wurde vom Reichsac-ricbt zurückgewiesen„ mdem es 176- gründend auéführje: .Die Ansichten darüber, 05 em sonst qualrfi- zierter Mann um deSwiÜen ungeeignet sei, die SteUuna eines Direktors einer solchen Genossenschaft, wie es die hier in Rede stehende ist. ein- zunsbmen, weil derselbe frübkr einmal in Konkurs VerfaÜen ist und mit seinen Gläubigern accordiert hat, können Verschieden sein. Es ist sehr wohl möglich, daß 7161) auch ein solcher Mann das aUgemeine VLrtrauen wieder erwerhcn kann, zumal wenn er unverschuldet in Konkurs verfallen war. Er kam) in s01cher Stellung, wenn 718 ihm anVLrtraut wird, möglicher- weixc sehr skgknkreich wirken. Allein welche Anficht hierüber der ur- tbeilende Richter hat, ist nicht maßgebend. Was der Kläger Von den Beklagten forderte, das war eine, so zu sagen, höchst persönliche Handlung der Beklagten. Sie 1011th mit _ihrer Person für ihn eintrcten. . . . Nun ist aber in Weiten Krei1en die Anficht verbreitet, daß cin Konkurs und ein Accord, zumal mit niedrigen Accordsäßen, in wirthschaftlickyer und sozialer Brziehung auf dem davon Betroffenen etwas fiykn läßt, sodaß er nicht mehr die 50116 persönliche Integrität Hat und deshalb zu besonderen VertrauenL-stellungen weniger geeignet erscheinf, zumal wenn „man fich an das große Publikum und deffcn OpferwiUigkcit m1t dem Vorsch1ag eines noch nicht erprobten Untkrnehmens wendet, dessen glückliche Einrichtung also sehr wesentlich von der Geschicklichkeit und voUen Integrität der an der Spitze stehenden Personen abhängt. O1) jrnes Weit verbreitete Urtheil immer berechtigt ist, ob es nicht 1m einzelnen 011 leicht zu einem Vorurtheil wird, ist hier nicht zu entscheiden. 3 genügt, wenn die Beklagten dieser Anficht sind; und Wenn fie, davon geleitet, um deswillen es unterlikßxn, den Klä er zum VorsiandSmitglied oder Direktor der Genoffenjchast vorzus lagen, so muß es bei Lage der Sache hierbei sein Bewenden behalten.“ (363/94.)

_ Ein Konkursgläubiger, dessen Forderung ohne Wider- spruch des Gemeinschuldners in die KonkurétaheUe eingetragen wvrden ist, erlangt, nach einem Urtheil des Reichßgerichts, 111. Zivilsenats, Vom 24. Mai 1895, dadurch sofort und mehr erst nach Besndigung des Konkurßherfabrens einen vollstrkckbaren Titel, er ist, wenn seine orderung fäüig ist, zur Anfechtung Von Rechtshandlungen drs kmeinscbuldners außerhalb des Konkurses befugt. _ Während des Konkurses über das Vermögen des Kaufmanns R. in E. focht der Konkursgläubiger D. auf (Grund des Anfechtungßgeseßes' vom 21. Juli 1879 gegen den Sch. eiüe Rechtshandlung an, durch dre der Gemeinschuldner auf eine ihm nach der Konkurseröffnung angefaüene Erbschaft zu Gunsten der Ehefrau des Sch. verzichtet hatte. Für das Vorhandensein des nach § 2 des Anfechtungsgeseyes erforderlt en vollstreckbaren Titels berief fich D. darauf, daß seine Forderung obne Widerspruch des Gemeinschuldners zur Konkurstabxlle festgestellt. sei. Dress Anfechtungsklage wurde in der Berufungßmskgnz abgewtesen, we1l die Feststellung zur Konkurstabelle nicht schon wahrend des Kon- kurSverfa rens, sondern erst nach deffen Beendigung emen Vol1streck- barxn Titel gewähre. Auf die Revifion des Klägers hob das Verchs- thcbt das BerufungSurtheil auf, indem es den oben erwahnten

echtsfay aussprach und besründete. (53/95.)

Entscheidungen des Ober-Verwaltungsgerichts.

, Nach § 38 Abs. 1 des Gewerbesteuergeseßes vom 24. Juni 1891 111. wenn fich ein Gewerbebetrieb über mehrere Kom- munalbezirke erstreckt und für die Zwkcke der kommunalen Be- steuerung odxr kommunalen Wahlen die Zerlegung des Steuer- satzes m dre auf die einzelnen Betrke Sorte entfallenden Theil-

beträge erforderlich wird, diese yon dem Veranlagenden Steueraus-

Usse zu bewirken. In Bezug auf diese Besttmmung at das bßr-Verwaltungsgyri t, 7]. Senat, 1. Kammer, dur Ent- ch€td1mg vom 18. Aprtl 1895 ausgesprochen, daß das Halten, eines WLW) 3111: Unterbringung der auf dem Transport begrtffenen Waaren bestimmten Speditionslagers den Ort, in Welchem das

Speditionslager sub befindet„ i,cbt_ zu ,einem .Betriebßorte' macht, _ Die Firma Gebr. 81. in Frankfurt a. M. betre1hx den Import und Export von Schiefer mit.Unterbczltung vo_n Spedtttons- 1agern 111 Berltn, Harburg und Stettm. Dre Lagerraume sind von ihr gemiethet und dienen zur vorübergehßnhen Lagerung der Waaren, bezüglich deren nicht sofortige anderwetttgefBesttmmung ge'troffen wird. Die Lagerung und We1terversendung dteser Waaren wtrh auf Anweisun der Steuerpflichtigen von hrtsaygeseffenen Skatttonß- firmen be orgt; eigenes ersonal unterhalt dte Steuervfltchtme 111 den Speditionslaaern 111 t. Auf den Antrag der Stadt Stetxm erfolgte eine Zerlegung des Gewerbesteuersaßes m der Werse, daß auf Berlin und Stettin je 100 354 U11?) Her Rxst auf Frankfurt a. M. entfiel. Die Berufung der Steuervfhchtrgen, 111 welcher s'1„e_d1e Eigenschaft Stettins als Bktriebsort hestrttt, wyrdx zurückgew1eten. Die dagegen erhobene Beschwerde der Steuerpfhchttgen wurdx vom Oher-VenvaltungsgeriÖT für begründex erachtet, zudem 76 hegryndend ausführte: „Die Unterhaltung eines temen, 1ed1gltrh zur Unterbrxngunq der auf dem Transporte begriffenen Waaren hefttrymten Spedttwns- lagets begründet für den Ort, in den; es 7111) hepndet, 011 fich u_nd ohne Hinzutreten Weiterer, auf emrn ortlrche'n BLUE!) hm- deutender Umstände noch nicht die Etgenschaft'emes'BeerHSorts. Denn es dient im wesentlichen nur zur Erxparntß Von Kosten durch Abkürzung des Transportweges o_der durch beffkre AUSnußung der TranSportgelegenheit u. dgl., wahrend 11161713 auf dteZlbficbt des Unternehmsns hindeutet, gerade an dem Orte, wo es11ch bxsmdet, irgend einrn Gewerbebetrieb auSzuüben. Insbesondere, „betretbt der Unternehmer auch nicht etwa an diesem Orte das 'SpedtttonSgewerbe, da die hirrauf „erichtete Thätigkkit 5011 anderen, 111 dem Orte ange- seffenen Gewer etreibenden ausgeübt wnd.“ (171. (3, 1103.)

Statistik und Volkswirthschaft.

Die flößharen und schiffbaretz Wasserstraßkn des Deutschen Rerchs.

Zu der von V. Kurs entworfenen und akzeiCbneten Kgrte der flößharen und Tchiffbaren Wafferstraßen _dex Dcutsckyen Nerchs (in 1 : 1 000000 an 4 Blättern) hat der Versaßer tm vergangknen Jahre tabellarische Nachrichten als Erläuteruyqen herausgegeben, die eine Fülle neuer, für den Volkéwirth, Stattsttker, Geseßgeber, Vernoaltungs- beamten IL. wichtiger und interessanter Angaben enthalten. Wir 6111:- nehmen dem recht geschickt angelegten, verdtenstvollen „Werk, daß tm Deutschen Reich z'. Zt. seines Erscheinens vorhanden waren 14

111

an , schiffbaren Binnenwafferstraßen ....... _ ..... 14 939,37 flößharen und zur Flößerei noch henußten Wasserstraßen . . 5527,90

. . , ., nicht mehr henußten Waffer- straßen .................. . . . 961,50

zusammen an flößbaren und schiffbaren Binnenwafferstraßen 21428,77

Außerdem waren zu jener Zeit 259,90 1410 Neubaustrecken im Bau begriffen und 578,80 km ernsthaft projektiert.

Bis vor kurzem Wurde allgemein angknommen, daß die Länge der deutschen Binnenwafferstraßkn, aUerdings wohl nur_ der bedeutendean und vieUeicht auch unter Ausschluß der Haff-, Außensahrwaffer-, Watt- fahrWaffer- und Außentiefstrecken, etwa 10 000 11111 betrage. In dem vom preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten bearhriteten, 1893 neu heraußgegebcnen .Fübrér auf den deutschen Schiffahrts- straßen' find nach Abzug der nichtdeutschen Wasserstraßen, aber mit Einschluß dsr vorstehend hezcichnetsn Strscken, etwa 13 500 14111 nach- gewre 611.

Von den 14 939,37 14111 schiffbaren 2c. Binnenwafferstraßen kommen nach V. Kurs

auf km Kanäle, Durchstiche, Aquädukte, Begradigungen, Seewet- hindungsstrecksn ' _ . ..... 2240,71 schiffahrtskanalartia auögebtldete und m1tSch1ffaHr1ssch1eusen Versehene Flußstrccken .............. 3124,80 freie Flußstrecken .................. 6857,51 schiffbare Vinnenseeftrecken .............. 991,05 Haff-, Außenfahrwaffer-, WattfahrWaffer- und Außsntief- strecken . . . ..... ' ........... 1725,30 Von den schiffbaren 2c. anenrvafferstraßen find schiffbar für Fahrzeuge bis zu höchstens 100 1 509833 11111, 150 1; 2237,51 300 6 358293 , . , 400 6 958,40 über 400 6 306220

Bewohnerzahl der Großstädte in Europa und Nord-Afrika.

(Stat. Korr.)" Cs giebt in Europa und Nord-Afrika nach den 18131611 Volkszahlungen der verschiedenen Staaten 129 Städte von mehr als 100 000 Bewohnern. Dahon hahsn 5 über eine MiÜion, 16111er 8 mehr als eine halbe MiUion, 9 weniger, doch über 400000, 9 noch über 300 000, 21 über 200 000 und 77 Städte weniger als 200000, aber über 100000 Einwohner. Ordnet man fie nach ihrer Vhlkszahl, so entsteht folgende Reibe: Städte mit über einer MiUion Emwohnern: London 4211 056, Paris 2447 957, Berlin 1 578 794, Wien 1364 548, St. Petersburg 1035 439.

Stadte mit über 500000 Einwohnern: Konstantinopel 895 470, Moskau 8,22 397, GlaMow 618 471, Hamburg 573198, Neapel 522 700," Lrverpyol 517 951, Budapest 506 384, Manchester 505 343.

Stadte mtt über 400000 Einwohnern: Brüssel 498400, Warschau 490 417, Madrid 470 283, Rom 451000 Amsterdam 446 657, Matland 432400, Birmingham 429171, Lyon 416029, MarseiÜe 403 749.

Städte. uzit über 300000 Einwohnern: Kairo 368108, Leeds 367 506, Letpztg 354 899, München 350 594, Turin 335 900, Breslau 335 186, Odeffa 332 690, Sheffield 324 243, Kopenhagen 312 859.

Stadte mtt über 200000 Einwohnern: Köln 281681, DreSden 276 522, Palermo 276 000, Barcelona 272 481, (Edinburg 264796, Stockholm 257 037, Belfast 255 950, Bordeaux 252 415, Antwerpen 247 440, Ltffahon 246 343, Dublin 245 001, Rotterdam 228 597, Bristol 221665, 5L_Zradford 216 361, Genua 215300, Nottingham 211 984, Alexandrta 208 755, Wcst-Ham 204 902, Magdeburg 202 234, LiÜe 201211, Florenz 200300.

Städte mit über 100000 Einwohnern: Kingston upon Hull 199 991, Frankfurt a. M. 198 805, Salford 198136, Charkow 195 085, * ukarest 194 633, Kijew 193151, Newcastle on Tyne 186 345, Prag 184109, Riga 181935, Haag 174 790, Hannover 174455, Valencia 170 763, Königsberg 1. Pr. 161666, Portétmouth 159 255, Lüttich 158892, Triest 158 344, Dundee 155 675, Gent 153 803, Christiania „151239, Venedig 150900, Saloniki 150000, Toulouse 149 791, DM; 146 792, Mesfina 146400, Fes 145 000, Tunis 145000, Düsseldorf 144 642, Lodz 143 933, Altona 143 249, Sev111c1143 182, Nürnberg 142 590, Bolo na 142 400, Leicester 142051, Stutt art 139 817, Chemniß 138 954, Ka an 134137, Malaga 134 016, St. tienne 133 443, Oldham 131463, Sunderland 130 921, Car- diff 128 849, Lemberg 128419 Elberfeld 125 899, Bremen 125684, Straßburg i. (9. 123 500, Äberdeen 123-327. Saratow 123 230, Nantes 122 750, Catania 121000, Danzi?“ 120 338, Blackburn 120064, Zürich 119 706, Kischinew 117 994, Le Havre 116 369, Stettin 116 228, Barmen 116144, Brighton 115 402, Bolton 115002, Roubaix 114917, Graz 113 540, Rouen 112352, Wilna 109363, Göteborg 108 801, Baku 107 761, 2?)reston 107573, Athen 107251, Oporto 105 838, Krefeld 105 376, stracban 104 856, Reims 104186, Livorno 103 600 Aachen 103 470, Croydon 102,697, Halle 0. S. 101 452, Braunschweig 101047, Norwich100 964, Schamara 100263.

Genossenschaftßwesen. _

Die Gründau?) einer Berliner Zentral-Yandwerkpr'. Genossenschaft ereitet der hiefi e Jnnunjgßauss vor. D1e Genoffenschaft soll den Handkoerkern „eleaenhett zum pgren geben und ihnen billigen Kredit eröffnen. Dre Genossxnschaft w1rd fich 3,11 diesem Zweck der Zentralanstalt für aenossenf'chastltchen Personalfred1t anschließen, die unter der Argidcx des Staates ms Lkben „gerufen werden soll. Der Sparfinn sol] durch Außgabe von Marxen 1111 Werthe vpn 50 „z, bezw. 1, 2, 3 oder 591€.angeregt werden; dt'e Svaremlagxn w1ll man durch besondere Boten ahöolen lassen. Da», _Orgamsatwn der Genossenschaft ist so gedacht, das; in aÜen Stadttherlen Unter-Zabl- stel1e11 mit besonderen AuffichtSräthen errichtet werden, welche 1e13ter6n die Kreditwürdigkeit der Mit lieder zu ermixteln' 171715611. D1e Innungen der Schuhmacher, T1ch1Lk und Gold1_chmxede Haben schon die Bereitwilligkeit ausgesprochen, der Gcnoffenschast, dte am 1. Januar 1896 ihr€ Thätigkeit beginnen soll, beizutreten.

Zur Arbeiterbewegung.

In Berlin herietb eine Vkrsammlung der Maurer am Sonntag über die Stellungnahme zU einer Lohnbewegung. Ein Antrag, Wonach hom Montag ab bei auen Bauunternehmern, die nicht wenigstens 55 „Z Stundenlohn zahlen, die Arbeit niedergelegt wsrhen sollte, wurde, wie die „Voss. Ztg.“ bkrichtst, abgeTehnt, dagegen wurden die VSX- trauenSmänner ermächti t, über solche Bauten, auf denen nur 50 „.! und darunter gezaFlt werden, Bauwerken zu yxrhängen. _ In der Pianofortefabrik von Julius Pfaffe find, wie im „Vorwärts' berichtet wird, die Arheitrr wegen Lohnstreits 111 den Ausstand JL- txeten. Aach in der Kistenfabrik von K. Cnael haben die Arhkitkr dre Arbeit wegen der Lohnverhältnisse eingestellt.

Jr] Wien 52103101? eine Versammlung von Zimr'nermaler- aehilsen, wegen Lo nforderUngen in dkn Ausstand zu tretsn. Mehrere Hundert bkgannen _den Ausstand; ein großer Theil der GS- htlfen schloß 7161) aber drr Bewegung 1111191 an.

Kunst und Wissenschaft.

In der gestrigen Nachmittagsfißung des 171. inter- nationalen Geographen-Kongresfss zu London erregten das meiste Interesse di'é Vorgetragsnen Pläne zur Erforschung der Polarregionen, Nach einem_bedeutsa1n2n Vortrage des Direktors der Deutschen Seewarte, Profeffors Neumayer aus Hamburg, über die wiffenschaftliche Erforschung der arktischen Regionen legte Andree unter lehhaftem Beifal] sem Pronkt der Erreichung des Nordpols mittels Ballons Har. Am Abend veranstaltste: der deutsche .Atthäum-Klub“ für die deutschen und östcrrcichischcn Theilnehmsr des Kongresses eine Festlichkeit.

Land- und Forstwirthschast.

Ernteaussichten in Canada.

In der Provinz Ontario bak fich dic: Anbauflächk für Roggcn und für Sommerwsizkn _ für [61316an erheblich _ gkgen das Vor- jahr Verindert. Die Saatkn haben unter Frösten im Mai und unter großer Trockenheit im Juni 981111611. 213611611 stehk gut. Man Erwartet im allgemeincneine Durchschnitts-Getreideernte; dagegsn stkht nur eine geringe Hkuernte in 2111371651.

In der Provinz Manitoba hat fick) die? Anbaufläche für GKrste, Hafer, Kartoffrln und Sommerwkizen _ für 161318an erheblich _ Vermehrt, dagegen für Roggen Vern1ind€rt.- Der Gctreidewuchs 6111- wickelte fich bis Mitte Mai ungewöhnkich schneÜ. Dis §1111571119th für die dissjährige Ernte smd fehr Zuf.

Handel und Gewerbe.

Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks ' an der Ruhr und 111 Oherschlssien. An der Ruhr find am 29. d. M. gestellt 10 836, nicht récht- zritig gestkllt keine Wagen. _ Jn Oberschlesien smd am 27. 11.211. 98116111 2859, mcht rscht- zeitig gestellt keine Wagen.

Aqueis über den Verkehr auf “dem Berliner Schlachtviehmarft vom 27. Juli1895. Auftrieb und Markt- preise nach Schlacbtgewicht mit AuSnahme der Schweine, welche nach _ Lehendgewicht gebandklt werden. Rinder. Auftrikb 2505 Stück (Durchschnittspreis für 100 kg.) 1. Qualität 122-124 „14, 11. Qualität 112-120 «16, 111. Qualisät 92-106 «16, 117. Qualität 80_88 .“: _ Schwein 13. AuftriLh 5735 Stück. (Durchschnittsvreis für 100 kJ.) Mecklenburger 94 «16, Landschweine:2. gute 90_92 „16, 1). gkringrre 84_88 314, Galizirr _,_ „44, [richte Ungarn _,_-3 58120 % Tara, Bakonyer _ 916 bei _ 141; Tara pro Stück. _ Kälhcr. Auftrikb 951 St'ch. (Durchschnittsprkis für 1 1x .) 1. Qualität 1,16-1,20 „M, 11. Qualität 1,06_1,14 „16, 111. Zaalität 0,96- 1,04 916 _ Schafe. “111111111613 22 081 Stück. (Durchschnittsprris für 1 kg. 1. Qualität 100-1,12 214, 11. Qualität 0,92-0,96 Ré, 111. nalität -,_ ck14

_ Liquidationskurse dcr Vcklincr BörsG für Ende Juli 1895. 3% Deutsche Reichs-Anlcihc 99,90, 30,10 Prcuß. 530101315100, Oesterreichische Krcdit-Akticq 250,25, Lotnhardcn 47,25, Franzosen 182,50, Bcr1incr HandrlögqsrlUcbast 158,00, Darmstädter

ank-Aktie'n Mark-St. 155,25, Druttche Bank-Akkimr 195,00, Dis- konto-K01n1na11dit-Anthkilc 218,50, Drosdncr Bank 164.00, National- bank Tür Dchschland 141,75, do. jungs 139,50, Russische Bank für auswärti cn Handcl 134,75, Wismer Bank-Vcrcin 168,00, 8Flachs"- MaastrickZJtN 76,00, Dortmund - Gronau 139,50, LÜbCsk - Büchr11er 153,50, ainz -L1tdwigshafc11er 119,25, Marisnhurg-211161251 85,00, OstpreuKischc Südbahn 94,00, Wsrrabahn Nordha 11 200,00, Busckztchradcr 276,75, 51,00, Gotthardbahn 184,00, Jtalicnislbc 2116115101101 125,75, do. Mittklmckr 94,00, Jura - Simplon 1101111. Scbwz. W.) 98,00, Ocstcrreichischc Nordwcsthabn 147,25, dh. du. EM- thal 148,25, Prince Henri 83,7 5, Sch1vrizcr 3111113150511 146,00, do. Nordosthahn 141,50, do. 11111011 100,00, W.)rsch.111- Wiener 271,50, Sardinische Sekundärhabncn 126,75, ngptisckpc 3111161131" 4% unifiz. 104,25, Jtalienis (? 5 0/091011tc 88,90, 21111'xikax1c'r 6% 3111111171“ 92,75, do, 1). 1890 93,20, Lsfcrr. 1860e'r Loyse 157,75, Rusfisckxr 40'0 Konsols 102,50, do. 4% 80er 31111. 101,50, do. 4% Route 67,75, do. 31% (Gold 97,25, Türken 10115. 25,60, Türkcn-Loosk 139,00, Türki che Tahack 250,00, Ungarische 4% Gold - 9161110 103,70, do. Kronen-chte 99,40, Bochumer Gußstahl 159,75, 110111011- dation 194,00, Dannenhaum 112,50, Dortmunder 11111011 60,13 Stamm-

rioritäten 69,75, Gelsenkirchkn 173,50, Guano 126,50, Hamburg. 3 acket ahrt-Akt. 104,50, Harpcncr 156,50, .Oihc'rnia 160.75, Königö- und aurahütte 136,75, Norddeutscher Lloyd 106,50, Trust Komp. 147,00, Rusfischß Banknote11218,75. 110101161011111111161“Durchschnitts- kurs für deutsche Fonds 1111d_Eisknhahn-Äktisn. Amtli '1' „nwb- schnittskurs vom 30. d. M. für Ocstcrr. Notcn, Wschse pr. 28161: und St. Petersburg. _

_ Die „Rhein-Wests, Zt .“ hcricbtc't vom, rhei1tisch-1vcst- fäliscben Eisen- 11115 Sta 1111arkt: Dic Lax? W rbrinifäo- westfälischen Eiscnmarktcs hat sich 111 der 1281711 211011)? im Ganzen wenig verändert. Diekin den [WWU Monaten bcmerkbarc Bcffcrung hält an, doch wollen dte Abnehmer noch keine höheren Preisr 1011711; nur wenißc Art'ikel konnten bis cht e*twas höhere Prein“ dunbseßen. Dic Ngck) rage 111, 111 Anbcxracht der Jahreszeit, gunstig zu "MUM, unk; _V1elfach md _ Auftragc, die für 611113? Monate" B4“- schafttgt'm gew hrlctsten, gebucht. _ Das Eisener geschäft ist in Nhextn and-Wcstfalen im Ganzen unveränch 6511611811; man 1.10! Fdoch t_n dcn leytcu Wochen etwas lebhaften" Nmbßrage 311 vcrzxichnsu.

ür S1egerländer Erze konnten auch die Preise etwas böhrr x1kka1tkn werden. In Luxxtnhyrg-Lothringc11 ist für Minettr das WWW: 1111. verandert. A11311111di1chc (8116 wcrden 111 lr'éxtcr Zcit _wicder mcbr .m- geschafft. _ Auf dem 111013411611 111.11 1 hat 210,1 der “.“.“de

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