1895 / 180 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 31 Jul 1895 18:00:01 GMT) scan diff

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Abschiedsbewilligungen. Im aktivenHeere.2Fernö'- fand, an Bord S. M. Yacht .Hobenzollerzi“, . Juli. Frhr. v. Bourscheidt, Sec. Lt. vom Garde-Schuyen-Bat, der Abschied bewilligt.

Kaiserliche Marine.

Offizierex. Ernennungen, Beförderungen und Ver- setzungen. An Bord S. M. Yacht .Hobenzollerp', Wisby, 17. Juli. 1)1'. Richelot und ])r. Pietrusky, Marme- Assist. Aerzte 1. Kl., ersterer zum Marine-Stabsarzt, leßterer zum überzähligen Marine-Stabsarzt befördert. ])r. Osann und Dr. Bartels, Marine-Asfist. Aerzte der Ref. 2. Kl., beide aus dem Landw. Bezirk Kiel, und ])1'. Knoop im Landw. Bezirk [ Olden- burg, _ zu Assist. Aerzteu 1. Kl. der Marine-Res., _ befördert; dieselben erhalten cin Patent von dem Tage der Beförderung ibrer Altersgenossen in der Armer. 1)1*. Diewitz, 1)r. Schrödkr, 1137) Garbsch und [)r. Hyllärider ein Patént ibrrr Charge ver- te en.

An Bord S.M. Yacht .Hobenzollern', Geile, 18_.Juli. Otto und Bock-Meßner, Ober-Mascbinisten, zu überzczbligen Maschinen-Unter-Jngeuieuren, unter Vorbehaltung der Patentierung, befördert. Usinger, Maschinen-Unter-Jngenieur, rückt mit dem 1. August?. I. in eine offene Etatsstelie ein, xinter gleichzeiti er Vsrlcibung 6111675 Patents reiner Charge und Festießung seiner n- ciennrtät unmittelbar hinter dem Maschinrn-Unter-Jn rnieur Gibbardt. Heber, Vize-Felr-w. der Res. im Landw. Bezirk rankfurt a. M., Zum Sec. Lt. der Res. des 1. See-Bats. befördsrt. _

An Bord S. M. Yacht ,Hobenzbllern', Angermanels, 25. Juli. Frbr. v. Bodenbausen, Kavitän zur See, von der Stellung als Obrr-Wcrftrirekwr drr Wrrft za WilhelmshavEn Mt- buvden. v. Schuckmann (Huao), Kapitän _zur See, uriter Ent- binduna Von dem Kommando S. M. Sibulxcbiffs „Strich, zum Ober-Werstdirektor der Werft zu Wilbelmébaben, F ischel. KJPltän zur See, unter Entbindung bon der Siebung als Cher drs Stabs des Manövrrgescbwaders, zum Vorstand dsr Mili- tärischen Abtbrilung im Reichs - Marineamt, _ ernannt. Graf v. Baudissin (Friedrich), Kapitän zur See, Von der Steüimg als Vorstand drr Militärisckyen Abtheil. im Rcicbs-Marineamt, Wodrig, Kaviiän zur SSL, vrn drr StrUung als Präses drs Torvrdo-Vrrsucbskommandos, _ Entbundrn. Rosendahl, Korb. Kapitän, nntér Entbindung von dem Kommando dss Stammscbiffs der Res. Div. von Panzerschiffrn vierter Klaffe der Ostsee, zum Präsrs drs Torpedo-Versuäyskommandos ernannt. Krig, Korv.Kavität_1,bon der Strüung als Assist. des Ober-Werftdirektors dkr Werft zu Wilhelmshaven entbunden. Capelle, Korb. Kapitän, zur Dienst- leistung beim ReichS-Marirxramt kommandiert. aber,Kbrv.Kapitän, zum Assist. des Obrr-Wrrstdirektors der Wert zu Wilhelmshaven ernannt. Wentzel, Korb. Karitän, von der Stellung als Mit- glied der Scbiffs-Prüfungskommission, Schack, Kapitän-Lisutenant, von dem Kommando zur Dirnstleiitung beim Reichs-Marineamt, _ entbunden. Schröder, Kayirän-Licutenant,zum Mitglied drr Schiffs- Prüfungxkommisswn ernanut. Nicks [, Kapitän-Lieutknant, zur Dienst- leistung beim Reich§-Marineamt kommandiert. Zimmermann, Kapitän-Lieutcnant, von dem Kommando als Adjutant b-Zi der Schiffs- Prüfungskrmmisswn entbunden. v. Born, Kapitän-Lieutenant, als Adjutant zur SchiffH-Prüfunsskommijswn kommandiert. Vegas, Lieutsnant zur SLL, von dem Kommando als Adjutant der Werft zu Kiel rntbundcn. Vkeurrr, Lirutenant zur SLL, als Adjutant der Werft zu Kiel kommandiert, v. Uslar, Lieutenant zur See, Von dem Krmmandq als Adjutant ker Werft zu Wiibelmeabrn entbunden. Thorbecke, Lirutenant zur SSL, als Adjutant dsr Werft zu Wilbrlmxbaven kommandirrt.

An Bord S. M. Yacbt „Hohenzollern“, _Osisee, 26. Juli. Falkentbal, Kaprtäx-Lt., zur Werst zu Kikl kom- mandiért.

Abscbiedsbeirilligun'gen. An Bord S. M. Yacht Hohenzollern“, 213in1), 17. Juli. Weinbeimer, Marin?- Oer-Stabsarzt 2. Kl., Weider auß dom aktiben *SaniiäWkorps aus und tritt zu den Sanitätßbffizirrén drr Marine-Rés. Übrr.

An Bord S. M. Yacht .Hobenzoilern", Geile, 18. Juli. Frhr. v. Erbardt, Kapitän zur SSL, und FUCHS, Korb. Kapitän z. D., _ auf ihr? Gesurbe der Ybyrbied mit_ der geseßlicben Frnfirn ::Sbit Aussicbt aiif Anit-leung im Zivildienst und dsr Er- aubniß zum Tragen ibrrr biÖbcri-Zen Uniform mit den für Verab- schie'xete rorgcschriebenrn Abzeicbrn, kryrerem unter Vrrlribung des CbarakierH als Kapitän zur See, berriiligt. Baron v. Pléssen, Korr. Kapitän, mit seinrr grsrßlichn Pension zur Disp. gesteilt. Bablcke, Lisuirnant zur S8? der Ssrwebr 1. Aufgebots drs See- Qifiziérkorps im Landw. Brzirk Kiel, der Abschied bewilligt.

Schuxztrurpe für Deutsch-Ost'asrika.

Tullgarn, 14. Juli 1895, an Bord S. M. Yacht „Hohenzollrrn“. v. Wissmann, Pr. Lt. a. D., bisher vom Inf. Regt. von Stiiibnagrl (5. Brandknburg.) Nr. 48, mit dem 29. Jimi 1895 dsr Schußtciirpe zugstbeilt.

Jichtamtlichez. Teutsckzes Reich.

Preußen. Berlin, 31.3u1i.

Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz und Seins Königliche Hoheit der Prinz Eitel-Friedrich sind heute früh 7 Uhr 49Minuten in Begleitung des Obersten von Deines auf_der Wildparkstation bazw. im Neuen Palais wieder eingetroffen.

Ter Kaiserliche Gesandte in Lissabon, Geheime Legations- Rath von Derenthall hat einen ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub angetreten. Während drr Abwesenheit desselben fungiert der etatswäßige Legationé-Sekretär der Kaiserlichen Gesandt- schaft, Legations-Ratk) von Belom-Rußau als Geschäfts- träger.

Sachseu-Colmrg-Gotha. Seine Königliche Hoheit der Herzog wird sich der „Cob. Ztg.“ zufolge morgen zu mehrwochigem Aufenthalt von Coburg nach Schloß Reinbardsbrunn begeben.

Oesterreith-Ungarn.

Die „Wiener Ztg.“ veröffentlicht das Finanzgeseß und den StaatSvoranschlag fiir die im ReichSratb vertretenen Königreiche und Länder für das Jahr 1895. Die gesammten StaatSanaben werden auf 644481087 Fl„ die Staats- einnabrnen auf 644518696 Fl. festgeseßt,

Die Ernennung des ehemaligen Finanz-Ministers Dr. von Wiener zum Präsidenten des gemeinsamen Obersten Rechnungshofes ist heute amtlich veröffentlicht worden.

Großbritannien und Irland. Die Admiralität hat, der „United Service Gazette“ zu; folge, neuerdings außer den seit zwei Jahren gebauten 42 Torpedobootsßgern von 26 bis 27 Knoten Fahrt

,Sämmtliche

noch weitere 20 von 30 Knoten (55,6 km in der Stunde) Geschwindi keit zu bauen beschloffen. Dieselben sollen aus Nickelftahl ?)ergestellt werden und während einer dreistündigen Probefahrt 30 Knoten im Mittel „bei 20 t Kohlenverbrauch laufen. Die Bewaffnun sol] aus 16 einem 78 mm und sechs Stück 57 mm Schnelléeuerkanonen bestehen. Sie „werden etwa je eine Miüion Mark kosten. Je vier Stück smd den Firmen von Tbornycroft in Chiswick und Laird in Birkenhead übertragen, die Vergebung anderer steht bevor; die Firma Yarrow in Poplar hat die Betheiiigung abgelehnt.

Rußland.

Die Kaiserin-Wittwe, der GroßfürstZTbron: folger, der Großfürst Michael Alexandrowrtsch und die Großfürstin Olga Alcxandrowncz find gestern an Bord der „Poliarnaja Swiesda“ von Kronjtadt nach Kopen: hagen in See gegangen.

Italien.

Der Senat genehmigte gestern die Budqets ch Ministerium?- des Aeußeren und des arine: Ministeriums. Boi dcr Berathung drs leßteren brachte der Senator Cavalletto im Namen des Hauscs der itaiirnischen Flotte, die in Deutschland und Ermland Bewunderung erregt habe, seinen Gruß dar. Der Marine-Minister Mocenni dankte im Namen der Marine und sagte, der Gruß des Senats werde für die Flotte bei der Erfüllung ihrer Aufgabe ein Ansporn sein. -

Die Deputirtenkammer führte in ibrcr_gestrigen Sißung die Spezialdebaiie desBudgets des Ministeriums des Aeußeren ohne Zwischsx-ifall zu Ende und „amg sodann zur Bcrajbung des Budgets des SchaHies über. Der Deputirtc Imbriani fragte, wrshalb das _inisterium nicht daran gedacht babe, eine Reduktion der Zwilliste in Vor: schlag zu bringen und dieselbe mit der Steuer auf bewegliches Vermögen zu belegen. Dcr Minister:Präfident CriSpi er- widerte: die Zivillistex der Krone sei eine immerwährende und könne daher weder reduziert, noch erhöht werden. Das Land werde sich nicht von denjenigen Überzeugen laffrn, welche darauf auSgingen, cine Agitation Übrr diesen (Hrgcnstand hervorzurufen, denn es wrffe sehr wohl, wie viel der König zur Unterstüßung der Armen time, und daß der Monarch sich der Geseßvorlage, betreffend die Bewilligung der leanagc für den Prinzen von Neapel, worauf dieser Anspruch gehabt habe, widerseßt habe. Er hoffe, die Kammer wrrde meriani die gebührende Antwort nicht schuldig bleiben. (Lebhaftcr Beifall.) meriani wies die „imziemlicbrn Bemerkungen“ des MinisterWräsidcntcn zurück, worauf dieser entgegnete: es ziemc fick) vor abem nicht, Dinqc in der Kammer zu erörtern, welche hier nicht zur Erörtrrung gelangen soUten. meriani beharrte, unter großem Lärm und unaufhörlich von Zwischenrufcn unterbrochen, auf seiner Meinung. Damit war der Zwischenfall erledigt. .Das Budget drs Schaßes wurde sodann nach kurzer Debatte grnehmigt. Die Kammer begann nunmehr die Berathung des Budgets des Mini: strriums deannern. DerDepuiirteVendemini(äußerste Linke) erklärte im Namen seiner politischen Freunde, die äußerste Linke glaube das Budget ein€s_Ministers nicht bcratben zu sollrn, grgen den ein Prozeß angestrengt sri. (Lebhafte Unruhe, Widerspruch; der Prasident ermahnt das Haus zur Ruhr.) Ter DeputirtsVerenini (Sd,ialist) sagtc, daß er, neben den von Vendemini angegebenen ründrn, auch darum an der Berathung nichi theilnrhmen werde, weil die Zntcrprllationrn Über die Wahlen nicht zur Bératbung gelangt seien. Der Minister:?ßräsident Crispi erwiderte: das Haus habe be- schlossen, die Jmterpcllationcn nacb Erledigung drs Budgets zU beratben; die Regieriing sei auch bereit, zu antworten, wenn die Abgeordneten auf ibrrn Pläßcn blicben. (Die Depntirtrn von der äußerstsn Linken hatten nach den Wortcn Vendcmini's den Saal verlassrn.) Die (Gegner der Regierung hätten sick) als „das Land“ bezeichnet; dirses sei befra t worden und habe 311 rrkcnnrn gegrben, daf; es nicht auxihrer Seite stehe. Das Land habe eine Mehrheit in die Kammer geschickt, welche sick) nicht zu unzeiigrmäßen Drbaitcn babe fortreißen lassen, wofür er ihr danke. Man habe alle Mittel aufgeboten, um das Land in Erregung zu bringen, aber dasselbe babe sich nicht durch die Agitaioren leiten lassen; es habe die Mchrbcii aufgefordert, fest auf ihrem Plaiz zu bleiben, um ihre Pflichten gegen das Vaterland und den König zu rrfiiUen. Der Drpxitirte Bovio (äußerste Lixxke) mißbilligte es, daß die äußerste Linke ihre Pläße ver- la11en habe; er hätte gewünscht, daß aUe Angehörigen der Lppofitidnsdartcien an ihrem Plaß geblieben wären. Mshrere Redner sprachen hierauf unter Beifal] zu Gunsten der Politik ch Ministeriums. Der Minister-Präsident Crisdi eriärte alsdann, er würde eine ausführ- liche Bcrathung gewünscht haben, um auf die gegen die Regierun, gerichteten Vorwürfr antworten zu können. Da man ni t die Beratbung auf Grundlage von Ideen babe führen wollcn, habe man zu zwcideutigen Mitteln Zu- flucht genommen und so einen Mann verleßt, um besser das System bekämpfen zu können. Die Auflösung der sozialisti- schen Vereinigungen sei eine Wohlfahrt für das Land ge: xvcsen. Vertraut mit der Geschichte der geheimen Gesell- chaften, habe er die Gefahr gesehen und sie vermieden. Die

ersuche, cine Ministrrkrisis durch antiparlamcntarische und

verfassun, Swidrige Mittel herbeizuführen, würden einen Üblen ÖräzederYlf-all auch für seine Nachfolger abge- eben haben. - habe dies vermieden, indem er an seinem Flaße geblieben sei und war aus Pflichtgefühl; denn ]„eder, der an der Macht geern, wisse wobl, welcbe Leiden 116 verursache. „Hierauf erwiderte der Minister:Präsident den einzelnen Vorrednern. Die Regierung halte an den Beziehungen zur Kirche fest, ebenso an dem Grundsax der Achtung aller Bekenntnisse und der Souveränetät des taats allen Kalten gegenüber, und es sei eitel zu glauben, daß man Zugeständnisse in einem unkt machen könne, der am 20. September 1870 unwiderru lick) fcstgegründet worden sei. Der Minister:Präfident schloß mit den Worten: Wenn die Sißungcn auch kurze Zeitge- dauert hätten, so seien doch die vollendeten Arbeiten von großer Bedeutung. Alsdann erklärte di Rudini, er spreche, um dar- zuthun, daß er in der Sißung anwesend sei, denn es liegeihm daran, zu betonen, daß er mit vielen seiner Freunde den Sißungen der Kammer nicht fern geblieben "ei und immer an deren Arbeiten theilgenommen“ habe. Schlie [ich nahm die Kammer unter lange anhaltendem Beifall beinahe einstimmig durch Aufstehen bezw. Sihenbleiben eine Tageßordnung an, welche das Vertrauen der Kammer zur Regierung ausspricht. FHierauf wurde die Generaldebatie geschlossen. "apitel des Budgets des Innern wurden sodann

rasch genehmigt; über. das Budget im Ganzen wird cute ' geheimer Sißung abgestimmt werden. h in

Belgien.

In der grstrigen Sißurig _der Repräsentantenkammer brachte Defu1sse_aux (Sozialist) namens der liberalen Linken und der sozialistischen Linken eineniAntrag ein, worin die Regierung aufgefordert wird, angesichts der Bedeutung der Kundgebung vom vergangenen Sonntag den Art.4 des Schul- geseßes der nächsten Session zu überweisen. (Art. 4 betrifft den obligatorischen erigionßunterricht in Kommunalschulen.) Der Minister-Präfident de Burlet bekämpfte den Antrag, der alsdann mit 57 gegen 50 Stimmen abgelehnt wurde. *

Nach dem Bericht des Ausschusses der Kammer, worin konstatiert wird, daß von den 6Millionen Einwohnern Belgiens 31/2 MiÜionen vlämisch, und zwar 4/5 der letzteren nur vlämisch, verstehen, sollen fortan alle Königlichen Erlasse und Ge: setze in französischer und vlämischer Sprache voticrt, vollzogen und veröffentlicht werden.

Türkei.

Gestern Vormittag 10 Uhr fand die feierliche Beiseßung der Leiche des verstorbknen italienischen Botschafters Catalani statt. Dieselbe wurd? von Tberapia nacb Bujukdcre auf dem St'ationsschiff __„Mcjtre“ Übrrgefiibri , das von zahlreichrn kleinen Schiffen mit den Trauergästen an Bord begleitet wurde. Auf dem Landungßplaß erwies eine Kompagnie Soldaten mit der Musik die Ehrenbezeu ungen. Der Sultan war durch die (Henrral-Adjutanten chakir= Pascha und Ibrahirn:Pascha vertreten. Außerdem waren auf besonderen Befehl anwesend Turkan-Pascha und der Musteschar des Großvczirats. Auch zahlreiche Staatswürdenträger und die gssammtrn Mitgliedcr der- diplomatischen Korps nahmen an ' der Feier tbeil. Die Leiche wurde in der Kirche von Bit:]uJere cingcsegnrt und hierauf zu Wagen nach Feriköi ge ra t.

'

Serbien.

Dem „W. T._B.“ zufolge verlautet in serbischen Regie- riingskreisrn, der jerdische Gesandte in Konstantinopcl Tjior: dxetyic habe __in seiner ertrn Audicmz beim Sultan be: friZdlifgende Zuiicherungrn in der macedonischen Bifchofsfrage er (: rn.

. „Ter ehemalige Conseil:Präfident Svetomir Nikola- jewrc urid der ehemalige serbische Gesandte in Athen Ljuba Kalxcwm Und zii StaatIrätHen ernannt worden.

Bulgarien.

Die „Agence Balcaniquc“ meldet, das; die Untersuchung in der Angelegenheit der Ermordung Stambulow's fortdaucrr. Ent rgsn der aUgrmcin verbreiteten pesfimistischen Anscharrung, da? die Thätcr entwischt seien, versichere die Prokuratur des Apprllgrrichisbofs, wrlchc die Untersuchung fiihre,„es sei am Montag grliingen, außer Bone Georgien), dcr slch seit ern Tagen in den Händen der Behörde befinde und einer der Mär cr sei,_rin anderes Individuum zu verhaften, welches auf Grund ernster aniiiexi gleichfaüs als Thäier angcsrhen werdrn könne. Dieses Individuum habe einige Ta e vor dem Morde erklärt, daß Srambiiloiv's Kopf binnen rei Tagen fallen werde. Ten Haiiprurlxbrr rrbiicks die Untrrfnchung in Halen), ]?nrm vrrwundetcn Individuum, welches der Ver: digung diirch den Diener Stambulow's infolge drs bekannten Mißverständniffcs Entgangen sei. Drr Leiter drr Untersuchung )ei der Ucberzeu ung, daß Halen) sick) in Sofia verborgen halte, da es i m bei seiner Verwundung und angesichts der noch am Abend der That ergriffenen Maßnahmen unmöglich gewesen sri, die Grenze zu überschreiten.

Amerika.

Aus Havanna wird gemeldet, daß die Spanier eine Bande Aufständischcr im Distrikt Baracoa geschlagen und erstreut hätten. Die Spanior Hätten 31 Verwundete, die Znsurgcnken 16 Todte und zahlreiche Verwundete gehabt.

Afrika.

Bezüglich des bcrcits in Nr. 177 1). Bl. erwähnten Marsches dcr Derwische von Darfur und den in der Nähe von Kbartum gelegenen Ortschaften nach Wadai wird der „Wien. Ztg.“ berichtet: In dem Gebiete von Wadai, das erchen Darfur und dem Tschad-See liegt, habe seit dem ai d. J. große Bewegung geherrscht, welche auf ein kriegerisches Unternehmcn habe schließen (affen. Der Sultan von Wadai habe denn auch bald verkündigt, daß er zur Eroberung der Gebiete von Darfur und Cordosan, dis gegenwärtig dem Mahdi unterworfen seien, ausziehen wolle, und die entsprechenden Vorbereitungen getroffen, bei welchen er vonx Oberhaupte der den Derwischen feindlich gesinnten Senusn-Trkte moralisch eifrig unterstüßi worden sei. Allem Anschein nach brzwrcke nun der erwäbnte Zug der Dcrwische, dem vom Sultan von Wadai grp anten Angriff zuvorzu- kommen. '

, Aus Ma1unga wird gemeldet, die Brigade Voyron sei aufgebrochen, um als Avantgarde zu dienen. Die Generale Duche§ne und Torcy sowic der Intendant Gaudin hätten SuberbicviUe verlassen. Der Marsch werde ohne Unter: brechung fortgeseßt werden.

Entscheidungen des Reichsgerichts.

Nach Art. 496 des Handelsgeseßbucbs ist der Schiffer außer- balb d€s_ Heimatbsbafens Dritten gegenüber kraft seiner Ansteliung befugt, für den Rheder alle Geschäfte und Rechtshand- lungen vorzunehmen, welche die Ausküstung, Bemannung, Ver- proviantierun und Erhaltung des Schiffrs, sowie überhaupt die Aus- führung _der eise mit fich bringen. .Diese Befiigniß erstreckt sich auch aus die Eingebung vonKrachtvertrggen.“ In Bezug auf_ diese Bestimmung Hat das Rei Sgeiicbt, ]. Zivilsenat, durcb Ur- 15811 vom 16. Februar 1895 ausgesprochen, da der Schiffer zur Abänderung eines von seinem Rheder abgeschlosienen Frachtbertrages allgemein nicht befugt ist; nur aus- nahmsweise im offensichtlichen. Interesse des Schiffes 'resp- des Rheders wird eine so" wettgsbende Befugniß des Schiffkks anzunebmrn sein. .Das; Faile vorkommen könnkn, in denen der Schi er sich mit Rechi für ermächtigt halten darf, einen bestehendezi ZU tvertrag zum Nachtbeil des Rheders abzuändern, z. B. wxnn dre

rbaltung des Schiffs oder der_Abscbluß eines neuen vortbetlbafien Frachtvertrags _davon abhängt, i1t zuzugeben. Allein derartige Falle werdcn stets aui besonderen außeren Umständen beruhen, „welcbe a_u dem dritten Kontrabenten_erkennbar sind. Da egen ist eine "Ermach- tigung des Schiffers zu_ Liner dem Rheder na tbeiligen Abandkrugg des Frachtvertrags da nicht anzuerkennen, wo es an jedem Grund fur

eine solche Abänderung mangelt, wo also auch ein Zusammenhang,

zwischen derselben und dem Sibiffabrtsbetrieb nicbt etficbilich ist-und der dritte Kontrahent deshalb eme Ermächtigung des Schiffers zu der dem Interesse des „Rheders uwtderlaufendcn Rechtshandlung nicht annehmen karzn. Em solchrr all aber liegt hier vor; denn die be- baupteie _Abanderung des Frachtverira es soll in dem Verzicht auf das wichtigste dem Verfracbter zum S aße seiner Frackxtforrerung ge- gebene Rexht (denz Pfandrecht an dem Frachtgut) bestanden haben, obne daß irgqnd eme für den Schiffahrtsbetrieb des Rbedcrs förder- liche Gegenleistung des Empfängers der Ladung ichtlich wäre. In einer „solchen, die Rechte des Rheders im böcbten Maße beein- trächtigcxidexi Rechtshandlung durfte die Klägerin den Schiffer nicht für ermacbtigt halten und kann dkshalb der Beklagten gegenüber keine Rechte daraus herleiten.“. (32/95.)

, _ Ist in einem Pachtvertrage bestimmt,daß Verpächter befugt sch soll, „vom Vertrage abzugeben, wenn der Pachtzins nicht binnen einer bestimmten Frist nachdem Verfalltermin gezahlt wrrde, und nimmt sodann der Yerpääpter wirderbolt mit erheblichen Verspätungen widerspruchslos den Pachtzins an, so kann er, nach eincm Urtbril des Reicbsgcricbts, 7. Zivilsenats, vom 20. Februar 1895, bei einer erncuten Verspätung der ZinSzablung sein Recht, Vom Vértrage abzugeben, nur dann geltend machen, wenn er den Pächter zuvor von dieser feinst Absicht verständigt oder ihm Gelegenheit zur Nachbolung des Ver- säumten aeaeben bat. ,. . . Nicht, weil Kläger (Verpächter) auf sein Recht, bei nicht künstlicher Pachtzablung den Vertra auf- zubebrn, Veriichtet bätte, oder desselbrn durch sein bisheriges Ver alien für immer verlustig gegangen wäre, ist dem Kläger die Bsfugniß ab- gesprochen Worden, gegrnwärtig die Räumung zu Verlangen; sondern wegen der Verleßuna des Anspruchs dcs Beklagtrn auf Trru und Glauben, Welche darin lirgt, daß er sein Rrcht plötzlich und ohne zuvvrige Ankündigung Leitrxid macbc'n wiÜ, nacbdrm er durch sein Verbalten wäbrend der isbsrigrn Parbtzeix die Beklagten zu der be- rechtigten Erwartung Veranlaßt bat, er werde aucb, bis auf weiteres, von seinsm Rechte nicht Gebrauch machen.“ (315/94.)

Entscheidungen des Qber-Vertvaltungégerichts.

Ein Gemeindeangeböriger, wc-lcber fiel) der Verwalt'ung rincs unbesoldeten Amts, insbssondere aucky des 21th etyrs Mitgliedes dcr Voreinschäßungskommijsion für die Cm- kommenstruer, tbatsäcblicb rntziebt, obne vorher in förmltcbrr Weise fich geweigert zu haben, das 211111 zu übernehmen odrr zu ver- scben, oder obne Linen bcstimmtcn Bcscbrid auf sein? Weigerung er- baltrn zu babrn, kann. wenn übrr ibn wegen dieser tbatxachlicben Entziebung von dem Amte Rechtsnachtbrile vxrbängt wrrdrn, nacb cinem Urtbeil des Ober-Vcrwalxungsgeriäxts, ]. Srnats, Vom 25. Ja- nuar 1895, im Vrrwaltungé!ireitbrrfabren die gesrtilickxn Ent- schuldigungsgründe geltend, macbrn. _ Der Hufnrr E. zu N. _in Schleswig, zum Mitglieds der VoreinscbätzungSkommisfion für die Einkommensteuer aewäblt, wrndets fich an 5811 Vorfißknden der VeranlagungSkommisfion um Entbindung ron jener Stelle wegen Schwerhörigkeit und erhielt drn Bkscbe'id, daß rr fich an die G6- meinrebrrtretung zu wrnden babe. E. tbat dies aber nicbt und blieb yon aiim Sitzungen drr Vrreinscbä ungskommisfion obne ?[usnabme irrn. Infolgedessen beschloß die cmeindebrrtretung, den E. auf drei Jahre seiner RECHTE auf T_beilnabme an der Vertretung und _eriraltung drr Gemeinde verlustig zu erklären und mit einem Achtrl starker zu den Gcmeindeabgabrn _brrapzuzirben. E. klagte nunmebr gegen die Grinsindrvrrtreiung auf Aufhebung ibrrS Bkschiuffes, indem rr drri arztlicbe Atteste über bocbgradiqe Schwerbörigksii überreichte. In beiden Instanzen wurde die Klage abgewiesen, indem auf dsn borgebracbten Entschuldigungßgrund, da dieser nicht auf drm vorgrscbrirbenen Wege geltend gemacht worden, keine Rücksicht genommen wurde. Ans die Rrvifion des Klägers bob das Obrr-VerwaltungSgsricbt die Voreniscbeikung auf, indsm es begrün- dend außfübrtx: „Auf die Vkitglikdrr drr BorkinsÖälZungskommiiswn, wrnigstens aus die bon dcr Gemeindebertretung gewählten, finden ge- mäß § 50 des Einkrmmenstcuergeseßes Vom 24. Juni 1891 und Art. 40 der Außfübrungßanweisung drm 5. August 1891 die Bestim- mungen der §§ 8, 25 der Kreisordnung born 13. Dezember 1872 bLkw. 19, März 1881 sinngrmäßr Anwendung. Diss? haben dcn glsichrn Paragrapbrn der schleswig-bolstein!chrn Kreisordnung vom 26. Mai 1888 und den §§ 65 und 66 der dortig-In Landgemeinde- ordnung vrm 4. Juli 1892 zum Vorbild gedient, wie fie wiederum dym § 74 der Städtkordnung für_die östlichen Provinzen nachgebildet sind. Nach allrn diesen Vbrscbristén unterlirgt den bier streitigen Rschtsnacbtbeilen derjrnige Kreis- oder Gemeindeangrbörige, Welcher

obne eine'n der vorgssehenrn EntfebuldigungSgründe sicb weigert, ein unbrsblretrs Amt zu übernehmen, oder obne einen der- artigen Grund fich weigert, das übernommrne Amt wäbrend drr Amiédaurr bezw. 3 Jahre hindurch zu berseben, oder der Verwaltnng soichsr Aemter sicb tbatsäcblicb entzirbt. Somit stsllt das Gssch nebrn die .Wrigerung' noch die .tbat- ]ächlicbe Entziebung (Entbaltun ) Vom Arnie.“ Wenngleich nun die Worte „ohne Einen der Vorgeseßcnrn Entichuldigungsgründe' sprach- lieb nur auf das „sich wcigsrn', nicht auf das .tbatsacblicb fich ent- zikben“ zu beziehen find, und we_nng[eich somit die Wortfassung des (536721588 zu der Auslégung, daß (ruck) in dissem [syteren Falle die Strafbarkeit durch das Vorbandenjein eines EntschuldigungSgrundes ausgeschloff-sn wird, nicht nötbigt, so ist doch andererseiis in allen Stadien der Beratbung der Kreiéordnung nichts angedeutet und auch aus anderweitenErwägungen nichts zu eninebmen für eine etwaige Absicht des Gesrßgebers, daß den angedrobten1chwerenNecht§nachtbrilen neben d?mjenigcn, der seine Gemeindepfiicbt zur Führung eines Amtes obne Rechtsgrund nicbt erüUr, auch der unterliegen soÜe, weicher _obwobl ibm jene Pflicht tbatsächlicb nicbt obliegt _ seine Nicbtverpflicbtung anstatt durch eine auSdrückliche. [€diglirb durch eine stillschweigende WiÜenserkiärung geltend gemacht hat. Darauf, dax diss nicht der Wille des Gesetzgebers ist, daß vieltxiebr nur die )kichterfüüung der Gemeindrpflicbt und nicht bioße Mangel in der Form der Willens- außerung über das Nichtbestehen einer „solchen 'die Verhangung der Rechtsnacbtbéile begründen sollen, wrist einmal die Fassung des § 27 Nr. 3 des Zuständigkeitögeseßes vom 1. August 1883, Welcher das Verfahren über Verhängung von .Nacblbeilen wegen Nichterful1uzi Nrfaffungömäßiger Pflichten“ in den Landgemeinden _regelt, deutli bin, vor allem aber und in ausschlaggebender Werse der § 8 der Kreißordnung in der ursprünglichen Fassung vom 13. Dezember 1872,

falis dessen Vorschriften in ihrem Zusammenhange JLWÜrdÉYtLFéW-

Statistik und Volkswirthschast.

Die Verbreitung der englischen Sprache.

Einem Artikel des „Chambes Journal“ über die Verbreitung der Verschiedenen europäischen Sprachrn entnimmt die „Deutsche Rund- schau für Geographie und Statistik“, daß von qllen Jdiomen Europas das_ englische auf der anan Erde am meisten gesprochen wird. Wahrend zur Zeit Clißabetb's, also vor etwa 300 Jahren", nur 5 MtÜionen Menschen englisch sprachen und damals das Fragzbfiscb'e,

kuxsche und Spanische vorbyrrsrbend Waren, wird ge enwarttg dre €"Lllsäoe Sprache von 115 Millionen Personen gespro en, dagegen

“französisch von 45 Mill., deutsch von 70 Mill., spanisch von 50 Mill.,

russisch von 80 Mill., italienis von 30 Mill. und portugiesisch von 15 Mill. Menschen. ck

Die Zahl der Personen, von denen englisch gesprocbkn wird, steigt Ude? Jahr um etwa 2 MiUionen und unter Berückfichti una dieser Steigerung dürfte am Ende dieses Jahrhunderts die englis e Sprache von eiiier_Bevölerung von 130 Millionen Serien gesprochen werden. Zyt Zeit ist, sie die herrschende Sprache in Großbritannien und Irland mit 38 Millionen Einwohnern, in den Vereinigten Staaten yon

Amerika für 65 Miliionen, in Canada für 4Mi_llioncn, in Agftralien und Ozeanien für 4Millionen, in Afrika und Indiexi für 2,._-. Miuionen, in Westindien, Britiscb-Guyana M. für 1,5 Millionen, mSgesammi, wie obcn ange eben, für 115 MillionUMenscben.

Nach An icht des Verfassers ist die spam che Sprache berufen, sich der englischen als zweije Weltspraebe anzus ließen, da sie in ganz Zentral- und Süd-Amerika _ mit Ausiiabme vo_n Brafilren _ ,und den westindiscben Inseln die berrschende Sprache ist. Das Spaniszbe und das Englische seien die Koloniüerungsspracben gemesen und seien es größtentbeils noch heute.

Zur Arbeiterbewegung.

Aus Solingen wird der „Köln. Ztg.“ zur Lobnbewegung der Taschen- und Fedcrmesser-Reidkr (vgl. „Nr. 174 7)- B[-) geschrieben: In einer Versammlung am 27. Juli babrn dre thder be1chloffen, aUe Fabrikantrn, dir von drm PreiSverzeichniß ab ewichen sind, in Ausstand zu erklären, saUs sie nicht noch nachstraglt die. zu wenig gezahlten Löhne berauszablen wollen. Wenn 'dtés nun nicht geschieht und auch sonst keine Einigung erzielt wrrd, wofür_nur 1chrrache Aussichten bestehen, dürfte drr Fabrikantenverem dazu uber- geben, seinerseits über die Neider die Sperre zu verhängen. ,

In Offenbach a. M. haben, wie im „Vorwarts' bertchtrt wird, 23 Glas er der Fensterfabrik bon Jäger 11. Unger die Arbeit niedergelegt.

Hier in Berlin steüte eine Versammlung der Forxner und Berufsgenofsen am Mrntag folgende Forderungßn aus:, 38er- stündiger Arbeitstag, 25 v. H. Lrbnzuschlag aur Tberlarbxit und 50 v. H. für Urberftundrn, besondere Vergütung für alir Hilis- arbeiten beim Gießen und für alle Hilfsarbeiter mit Aanabme der jugendlicbkn ein Wochenlobn vbn 21 „xk Es sollen, wie die „Vos. ng.“ berichtet, Beraihungrn zwiicbsn der Innung und dsn Meistern mit der Gswerksckyasts-Kommisfion abgehalten werden; wenn diese nicht günstig ausfalien, soll der Ausstand erklärt werden.

In Przrmysl dauert, einer Lemberger Meldung dEr „Vos. Zr .“ zufolgr, dcr Massenausstand der Arbeiter fort (vgl. Nr._177 d. B .). Die Vermittlung des Gewerbe-Jnsprktors biieb erwlglos. Es wurdrn abermals zahlreich? Arbriter Verbaftet.

Aus Mons wird der „Köln. Ztg.“ berichtet: Dxr Ausstand auf den Koblenwerken Produits rn FlÉnu daULrt forf. Die Grubenvrrwaltung erbat sicb Gkndarmerie, um die nicbtfeirrndrn Berglxute und die Grubenanlagcn vor den Ausständigen zu scbüxzen. Es wird eine Ausdehnung des Ausstands über den Borinage be- fürchtet. Die Leitung der Zrcbr Grand Horna bat den Arbritrrn e_ine “15970“ Lobubsrabse ung angrkündigt, andere Zecbén onen diczrm Bethel solgrn. («gl. Nr. 177 1). B1.)

Kunst und Wissenschaft.

Die Kommission für die internationale Kunstausstellung 1896 crläßt sin Preis-Ausscbreiben für rin Plakat. Das- selbe s0[l in wirkungsboller Eixifachbrit_ die „Kunst“ und ,Beriin“ berfinnbiidlicbexi und damit ein charakteriitilchrs, typisches Mrrkzeicben der Berlinrr Kunstausstrüuniicn gesobaffen werdsn, das dem Zwrck der Publizität entspricht. Die Entwürfe sind in brriten Kdnturkn in der Größ? von 98 zu 65 crm (Hochformat) mitAnwendung bon bbchstens drei Farben und Berücksichtigung folgender:.“ Schrift: „Unter dem Lluerböckysten Protektorat Seinrr Majestät des Kaiser:? und Königs Wilbrlm 11. und unter dem Ebrrn-Präsidium Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Frirdricb _ Jnternafioyach Kunst- czussteiiung Berlin 1896 ziir Frier des 200jäbrigen Britebcns der Königlichen Akademie derKünste _ 2. Mai bis 30.Sept€mb€r_“ ber- zustrllen. Dir Vervielfältigung ist mittels Buck): rder Steindrucks gedacht. Die Ausstellungskommission, welche zuqlricb das Prengericht bildet, bestimmt: einen ersten Preis zu 1000 «;ck, einen zweiten Preis zu 500 „X(: und einrn dritten Preis zu 250 „56 Die prämiierten Entwürfe Neben mit dsm Vervirlfältigungsrecbt in den Befißdes LlussteUungs-Untrrncbmens über. Sofern die Kommission den rnit dkrn ersten Preije bedachten Entwurf zur Ausführung wählt, i1_t „der bktreffendé? Verfertigrr gehalten, denselben zur Ver- bixlfaltigung „druckertig auszuarbeitrn. Die Ausstrllungs - Kom- mission bebalt 11419 das Recht Vor, weitere Entwürfe zum Prrise von j? 100 914 anzukaufen. Die Kon- kurrenzarbeaten sind bis zum 20. Srptembrr, Abends 6 Uhr, mir NamenSunicrscbrist odrr Motto berieben, an das Bureau der Aus- lic-Uung, La_ndes-Ausstel]ungSgebäudr, Stthbabnbogen Nr. 2, abzu- liexern, woxrkbst aucb jede näberé Auskunft bereitwiÜigst ertbrilt wird. Die eingegangenen Arbeiten werden im Oktober im Verein Brrliner Künstler, Wilhelmstraße 92, auf 14 Tage öffentlich ausgestrüt,

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperruugs- Maßregeln.

Portugal.

Durch Verfiigung des Königlich portugiesischen Ministrriums des Innern ist dxr Hafen von Aleppo seit dem 1. d. M. für cbolera- verseucht erklart wvrdrn. Alle anderen «Häfen Syriens gelten als cholrraverdachtig.

Hinterindien.

Durch 'Bckqnntmackyung dxr R9gierun_g in Singapore vom 27. b. M. smd die gegeii die_ Hafen der Jnyel Hainan angrordnrten Schußmaßregeln gr Ln die Etnxcbleypuna drr Bculenpest wieder auf- Fikxboben worden. ( rrgl. ,R.-Anz.“ Nr. 138 Vom 12. b. M. und 5 r. 174 vom 24. d. M.)

Der Gesundbeitssiand in Berlin blirb in dcr Woche Vom 14. bis 20. Juli em der Vorwoche ähniiuber, auch die Sterblichkeit hat nur wenig zugenommen; von je 1000 Einwohnern starben, aufs Jahr berechnet, 22,1. _ Unter den Todesursacbrn waren auch in dieser Woche akute Darmkrankbeiten vorherrschend, die auch in etwas größerer Zahl gls in der Vorwvcbe (282 gegen 270) zum Tode führten., Auch in dieser Woche Waren die Opfer überwiegend kleine Kinder im Alter bis zii 2 Jahren. DiZBetbeiligung des Säuglings- altcrs an der Sterblichkeit war gleichfalls eine gesteigerte; von je 10 000 Lebenden starben, aufs Jahr berechnet, 114 Säuglinge. Dagrgen baben akute Entzündungen der Atbmungsorgane erheblich abgenommen und s'elten'er zumTodegefübrt. Infolge Von G rip p e kam 1 Todesfall zur Mittheilung. Von den Infektionskrankbeiten Wurden Erkrankungen „an Masern und Scharlach etwas mehr, an Diphtherie etwas weniger als. in der Vorwoche zur Anzeige gebracht, und zwar zeigten sich Masern _n_1 der Rosenthaler Vorstadt, Erkrankun- gen an Scharlach in der jenseitigen Luisenstadt, an Dipbtbrrie in der jenseitigen Luisenstadt, dem Stralauer Virrtel und in der Rosenthaler Vorstadt am zahlreichsten. Erkrankungen an Unterleibstypbus blieben in beschränkier Zahl. Erkranxungen an Kindbettfieber kamen 2 zur Kennjniß. Rosenariige Entziindungxn des ZeÜgewebes der Haut Wurden weniger beobachtet. Eine weitere Erkrankung an Genickftarre wurde nicht gemeldet. Erkrankun en mz_Keuchbusten, die sehr mild verliefen, wurden, ebenso wie r eumatncbe Beschwerden aller Art, seltener zur ärztlichen Behandlung gebracht.

Handel und Gewerbe.

Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien. ' An der Ruhr sind am 30. d. M. gestellt 11225, nicht recht- zeitig gestellt keine Wagen. ' In Oberschlesien sind am 29. d. M. gestelit 4045, nicht recht- zeitig gestellt keine Wagen.

_ Die Konferenz der Vertreter deutscher Innungs . verb ände und Jnnun g6ausschüsse (vgl. Nr. 178 1). Bl.) hat gestern die Beraibung über die Regierunasvo'rlage, betreffend die Organisation des HandWers, beendet. Die Regierungsvorla e basiert auf dem Prinzip der Zwangsinnung, und die Konferenz bat 1ch untrr Befürwortung einer Erweiterung diesrm Prinzip angeschlossen. Nach der

Vorlage sollen alle Handwerker, welcbe Geieljrn und Lehrlinge beschäftiFen, der Jnnupg znmngßweiie beitreten. Die Konferenz hat diese Bes m- muxig dahin Erweitert, daß auch der Großbetrieb, der bandwerkSmäßig aus- grbildxte Gesellen beschäftigt, nach Maßgabe der Zahl dieser Geseüen Bertraxze _leisten soll zu den Unkosten, welche den Jnmxngen aus Wohl- fahrtsemrichtungrn für Grfellen und Lehrlin e erwacbjen. Der Ver- treter des RetebSamts „des Innern, Ge eime Regierungs-Rath 1)r. Wilhelmi bat sicb rnit dieser Erweiterung einvsrstanden erklärt. Außerhalb der Innung sollen somit nur solche kleineren Hand- irxerker bikibrn, die ibr Handwerk aklein betreiben“ ferner die Großindustrie für dieienigen ihrer Arbeiter, die sie selbst für_ ihre Zwrcke heran ebildet bat, sowie für die unaus- gebildfetrn Arbeiter. Die (_)rderung des Befähigungénacbweises, auf den die Mitgxteder der Konferenz an fich sebr großen Werth lemon, ließ man zungchst n_och faÜen, nachdem die Rrgierunaöbertreter erklärt batten, daß die Regrezirng grgenwärtig untrr keinen Umständen gewiÜt sei, firb czuf drn BefahrzungönaÉkais einzulaffen. Habe fick) die Neu- organisation des Handtverks aur_ der Grundlage drr Zwangsinnung eingeführt und bewahrt, so [ei es vielleicht möglich, daß die Regierung dann aucb drr Forderrmg des BrfäbigungSnacbweises näher- treten werde. , Vorlaufig glaabe man, und darin war dir Konferenz geneigt beizustimmen, daß die Zwangsinnuna ein genügendeöMittxl gäbe, um manchen der jryt empfundenen Mißstände und namentlich auch dem unlautexrexi Wettbewsrb cntgegenzutretrn, da die Zwangs- innung mit Strasmrtteln ausgestattrt sei. Bezüglich des Lehrlings- wEsens wurde etwas zögernd und widerwiÜig der Regierunngorlage zugestimmt, daß auch drr nicbt bandrvrrksmäßig Angebildete, der ein Gewerbe 5 Jahre xelbftändig betreibt, das Rech baben sOÜ,'Lks)r[lt"-JL aquubilden. Was den Mkistrrtitri anbetrifft, so nahm di? Konferenz die einschlägigrn Bestimmungen der Regierungs- boriage an, daß den Meistertitel nur der führen dürfe, der das Ge- werbe rrlrrnt und dir vorgeschriebenen Prüfungen abgelegt babs. _ Gestrrn iit der Konfrrenz mm cm:!) die letzre der Vorlagen, betreffend die andwerksrkammern, untrrbrritet wordsn. Die Vorlage wurde zUnäcbitb einer Kommission übrrwicsrn, die berrits géstrrn Nachmittag 922.19 (1 .

_ Die .Rk)_-3i11.-W€ftf. Ztg.“ bringt sine Erklärnna der Firma Krupp, der zufolge diesrlbe in Rbeinbausrn bei Duisburg eine Hochofenanlaße in brscheid€n€m Umjang erbaUen wiÜ. Die Ge- rüchte von der Anlage cinrs großrn Eixenwerks und Walzwerks seien unbegründet. _ _

_ Die gestrtng Versammlung des Koks- Syndikats bc1chloß, wie die .Rbrin-Wrstml. Ztg.“ aus Bochum meldrt, die Produktion im August, wie bisher, um 20 0/0 einzuschränken; ebanso soU-xn die Bei- träge, wie bisbc'r, um 20 % ermäßigt bleiben. Jm ersten Hilbjabr stiég dir Koksrrzeugung um 4,5 0/0. dir Robxisenprodukfion um 7%; die danach frblsnden 2,5 0/0 Koks Haben die .HüttrnWere, wir drr Br- ricbt _des Direktoriums annimmr, selbst crzerigt.

Königsberg, 30. Juli. (W; T. B.) Getreidrmarki. Weizkn unCnUcbicden. Noggen_unrntichi€den, db. dr. 2000 Pfd. oll-

cwicht 117. (Gerne fest. Haxrr rubig, do. lrkb pr. 2000 fd. oUgrwicht 117. Wriße Erbjen br. 2000 Pfd. Zrilgrwickyt 106,00. Spiritus pr. 100 Liter 100 % lolo 37, db. pr. Juli 37, db. pr. Srptember 37.

Danzig, 30. Ixili. (W. T. B.) Getreidrmarkt. Weizen _[oko unberändert, Umjaß 50 r, do. in1änd. bochbuni u. weiß 146_147, do. inländ. 5211511111 142, do. Tranfix bochbunt und WEiß 108.00, dd. 5605111010400, do. Trrmin zu freiem Verkehr vr. Srpt.-Okt. 141,50, do. Traxifit pr. Srpt.-Okt. 106,50, Regulirruandreis zu freiem Vrrkxbr 141. Roggen lolo niedriger, do. inländischer 115,00, do. rU!1ischer und polnischer zum Transit 78,00, do.Termin Pr. Sept. - Okt. 116,50, do. Trrmin Tranfii Pr. Sept. - Okt. 83,00, do. Rrgulierungsvreis zum freien Verkebr 116. Gerste, große (660-700 Gramm) 105. Gerste, kikine (625-660 Gramm) 95. Hafkr, inländischer 115,00. Crbsrn, inländiskbe 116,00. Spiritus loko kontingentiert 57,00, nicbt kontingentiert 37,50.

Magdeburg, 30. Juli. (W. T. B.) Ziickerbrricbt. Korn- zucker, Exkl., von 92 0/0 _, neue _. Kornzucker exkl., 88 9/0 Rendcment 10,10_10,35, neus _. Naäxprodukte exkl., 75 0/0 Nendement 7,10_7,80, Ruhig. Vrotraffinade [ 22,75. Brotraffi- nade 11 22,50. Gem. Rasfinade mit Faß 22,75_23,00. Gem. Mrblis [ rnit Faß 22,25. „Ruhig. Robzncker [. Frodukt Tranfito

. . B. „Hamburg Pr. Juli _,_, _,_ pr. „Lugust 9.85 bez., 9,873 Br., pr. Srptrmbrr 10,00bez._, 10,0221 Br., pr. Oktober- Dezember 10,35 (Hd., 10,40 Br. Besirr.

Kölxi, 31. Juli. (W. T B.) Die Submission auf Stabrijen, welcbe Von der Eijenbabn-Dircktion Kökn für drn Direktionsbrzirk Saarbrückezt außgescbriebrn worden war, ergab nngrfäbr die nämlichen Pr2i1e, wie die Submission am 23. Nobrm- ber 1894. Die biUigfte Offrrtc lautet? aus 103 954 auf Stabeisen aus Schweißeisrn und auf 99 „FH aiif Stabrisrn aus Flußeisen prr Tonnr frei Saarbrücken. .

Frankfurt, 30. Juli. (W. T. B.) Der Syndikus der hiesigen Handelskammer, rumänische General-Konsul Puls ist brate Nacht_ in Homburg gestorben.

Leipzig, 30. Juli. (W. T. B.) Kammzug-Trrmin- handel. La Plata. Grundmuster Z. pr. August 3,07F „44, pr. Septrmber 3,07Z „Fü, pr. Oktober 3,10 «M, pr. Nodember 3,10 «M, pr. Dezember 3,123 «46, pr. Januar 3,15 „46, pr. Februar 3,17Z „kü, pr. Marz 3,173 «;(-, pr. April 3,20 „46, Dr. Mai 3,20 “M, Or. Juni 3,20 «M, Pr. Juli _,_. Ummß: 45 000 kg.

Bremen, 30. Juli. (W. T. B.) Börsen - Schlus2bericht. Raffinisrtes Petroleum. (Offizirllc Nrtirrung der Brrmrr Petroleum-Bbrse.) Flau. Loko 6,35 Br. Baumwvllr. Matt. Upland middl. [oko 35 „_Z. Schmalz. Fester. Wilcox 34 „_K, Armour sbield ZZZ 48, Cudahy 343 „5, Fairbanks 29 „z. Speck. Rubja. Short clear middling loko 31.-

Hamburg, 30. Juli. (W. T. B.) Kaffré. (Nachmittags- bericht.) Good aberage Santos pr. Juli _, pr. Septrmber 7535, pr. Dezembcr 74T, pr. März 74. Bebauptet.- Zuckermarkt. (Schluß- bericbt.) Rüben-Nobzucksr ]. Produkt Basis 88 0/0 andcmrnt neue Usance, frei an Bord Hamburg vr. Juli 9,871; pr. August 9,90, pr. Oktobrr 10,30, per Dezember 10,52 . Stetig.

London, 30. Juli. (W.T.5 .) Woklauktion. (Schluß.) Tsndenz fest. Australian Greasy Merino10_15, Scoured 5-10, Croßbred 15 0/9 über Maipreise.

An der Küste 14 Weizenkadungen angeboten.

960/9 Jayazucer loko 11? rubt , Rüben-Robzucker loko 92 fest. _ Cbile-Kuvser 455/16, pr. 3 onat 4511/15.

_ 31. Juli. (W. T. B.) Am Sonnabsnd den 3. August und Montag den 5. August fällt die Fondsbörse aus.

Manchester, 30. Juli. (2153. T. B.) 12r Water Taylor 4T)“, 30r Water Taylor 6é, 20r Water Leigb 511- 30r Water Clayton 61, 32r Mock Brooke 6, 40r Mavoll 6Z, 40r Medio Wilkinson 751, 32r Warpcops Lees 52, 36r Warpcovs Rowland 6x, 36r Warvcops WxÜington 7, 40r Double Wciion 72, 60r Double courante Qua- YaéVF, 32“ 116 yards 16ckch16 grey Printers aus 32r/46r 147.

u tg.

S1. Peiersburg, 30. Juli. (W. T. B.) rodukten- markt. Weizen loko 8.00. Roggen loko 5,50. ?aer loko 3,30. FleinscXt loko 11,50. Hanf loko 44,00. Talg oko 50,00, pr.

ugu _.

Amsterdam, 30. Juli. (W. T. B. Iaba-Ka “ee ood ordinary 541. _ Vancazinn 391. ) ff 9

In dcr brut? vonkder Nirderiändischen Handengeseliscbaft ab- gebaltrnen Ztnnaykrion wurden 32 468 Blöcke Bancazinn zu 39F_39,§ durchschnittlich 392 und 4000 Blöckc Singkep zu 381_ 382 [. verkauft.

5 rw-York, 30. Juli. (W.T_.B.) Die Börse eröffnete fest. Im weitgrr'n Verlauf wurde das Gexchäft träge und der Schluß war unregelmgßig. Der Umsatz der Aktirn brtrug 193000 Stück.

Weizen eröffnete s wach und ab im Weiteren Verlauf noch mehr nacb, als mattcre uslandsberi te eintrafen. Der Niedergang der Prei ? wurde durch Ausführung Vorliegender Kaufordres aus- genußt, und diese wurden in Gemeinschaft mit Brricbtrn über Frost

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