1895 / 182 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 02 Aug 1895 18:00:01 GMT) scan diff

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sowie dievou demDirektorium und den Revisoren xu xrftattmbezr

' Berichte und die Anträge über die GavianyectbeiYmeorgelegt. Du

Berichte nebst der Bilanz müffen mindeftyxxuvsx „ckck M. dx": Versammlung in deux G8schäfLSlokale der GesellsÜM-sut Einsicht der Antheil-Inbaber auSliegen. _ _ _

Die ordentliche Generaldersammlung ertberlt dem Direktorium und den Revisoren Entlastung, beschließt über die Vertheilung des Reingewinns sowie über alle sonstigen Gegenstände der TageSordnung und nimmt die statutenmäßigen Neuwahlen vor.

Artikel _25. Ueber die uacßfolgenden Gegenstande:

&. die Au ösung der Gesellschaft oder deren Verschmelzung mit einer anderen Gesxlischaft oder die Umwandlung der rechtlichen Form der Gejellichaft, oder eine theilweise Zurück- zablung des Geseätcbaftskayitals an die Mitglieder,

1). die Außgabe weiterer Antherle,

0. Aenderung des Zweck?- der Gesellschaft,

kann in einer Generalverfammlung nurBescblu gefaßt werden, wenn wenigstens Dreiviertel der Antherle rn der ersammlung vertreten find. Ist dies nicht der Fall, so kann zu gleichem Zwecke innerhalb der nächsten sechs Wochen abermals eine außerordentliche General- veriammlung berufen werden,_ in welcher gülti Befrblu _gesaßt Werden kann, auch wenn Weniger als Dreivierte der Ant eile ver- tretensind. .. _. __ _ _

Immer aber ist zur Gultigkeit des Beschluffes rn der ersten oder zweiten Generalversammlung erforderlich, daß derselbe mit einer

* Mehrheit von wenigstens Zweidrittel der in der Versammlung ber-

tretenen Stimmen angenommerr werde. _ * Abgesehen von diesen Bestimmungen, werden die Beschlüffe der Generalmsammlung durch einfache Stimmenmehrheit gefaßt.

71. Bilanz, Gewinnvertbeilung und Reservefonds.

Artikel 26.

Die Bilanz mit _der Eewinn- und_ Verlustrecbnurgg und mit einem den Vermögensstand und die Verbaltniffe der Geiellschaxt ent- wickelnden Bericht des Direktoriums, sowie mit dem von den Revisoren zu erstattenden Bericht muß der ordentlichen General- verfammlung vorgelegt werden. Das Direktorium bestimmt, vor- behältlich der Beschlußfaffyng de_r Generalversammlung, welcbe Ab- schreibungen auf das Geiellschastévermögen vorzunehmen sind, und wieviel für etwaige künftige Verwendungen zur Erreichung der Zwecke der Gesellschaft zu reierviereri ist._ Die General- versammlung kann die von dem Direktorium bestimmten Beträge der Abschreibungen Ulid _der Rücklagen durch ihre Beschluß- fa ung erbölren, äber nicbt vrrrxrindern. Durch die Genehmigung der Bilanz abieiten der Generalreriammlung wird dem Direktorium und den Revisoren für den Jubait drr Bilanz YUV die derselben zu Grunde liegende Geschäitßiübrung Entlastung ertderlt.

Artikel 27.

Der aus dem Jabrexabsrblirß sich ergebende Reingewinn wird, wie folgt, Vertheilr: _ _

3. Zunärlest wird eine Summe zur Bildung des Reservesonds verMndet, welcbe solange nicbt unter 50/9 des Reingewinns betragen darf, bis der Referrefrndé» 25 0/0 des Grundkapitals der Gesellschaft erreicht bat, beziehentlicl) wieder erreicht hat, wenn er angegriffen worden war; _ _ _

i). alédann erhält das Direktorium 3% vom gekamrxten Rein-

ewmn: g c:. der Verbleibende Ueberschß wird unter die Inhaber der An- tbeilscheine vertbeilt. _

Artikel 28.

Ueber die Anlage der Reserven entscheidet das Direktoriuux. Dieselben brauchen nicht bewnders angelegt zu werden, bxelmebr ist deren Verwendung zu Zwecken der Gexellxchasr Zeitattet.

711. Auflösung der GesellsÖaft. Artikel 29._ _ _ _

Im Falle einer Auflösung der (Heiellichast wird nach Tilgung der SchUlden das Vermö en unter .die Inhaber der Antbeilscheine nach Verbältnii; der Ant eile vertlreckt.

Die Vertheilung darf nicht eher Vellzogrn werden, als nach Ablauf eines Jabres von dem Tage an gerechnet, an_ welchem die Auflösung der Gesellschaft unter Aufforderung der Gläubiger, fich bei ilyr zu melden, in den Gesellschaft§bla1tem bekannt gemacht worden ist. Bis zur Beendigung der Liquidaticn verbleibt €? bei der bisherigenOrgani- sation der Gesellscbaft und ihrem Gerrcht§1ta_nd._ _

Cine theilweise Zurückzablung _des Geieüichaitskapitsls an die Mitglieder unterliegt denselben Bestimmungen wre die Anilösung der Gesellschart

7111. Bekanntmaäyungen. Artikel 30.

Die nach diesem StatUt erforderlichen Bsianntmachungen müssen i:“: dem „Deutsckxcn Reichs-Auzeigeé“ undder „Berliner Börsen- Zeitung“ und außerdem in sxlchen anderen Zeitangen erfolgen, welche das Direktorium im Jnterrne de_r anaber den Antbeilscbeinen für angemeffen bält. Ein darüber geiaßter Beichluß muß in den zur Zeit bestimmten Geiellichaitibläitrrn veröffentlicht werden.

131. Aufsichtsbehörde. Artikel 31_. Die Auifickot über die Geieüsckyart wird Vrn dem Reichskanzler eiübrt. Derselbe kann zu dem Bebure einen Krmmiffar bestellen. I)ie Auificbt erstreckt sich auf die _statytenmäßise Fübrung der (He- schäfte für die Erreichung deé'l Gesellichaitszwrcks. _

Der von dem ReiÖÉkanzler beirellte Kommiffar iii berechtigt, an jeder Verhandlung des Direktoriums und jeder Generalversammlung tbeilzunebmen, Von dem _Tirekterirrm jederzeit Bericht über die An- gelegenheitrn der Gesellxcbait zu verlangen, auch die Bücher und Schriften derselben einzuielxen, sowie auf Kosten der Gesellschaft, wenn dem Verlangen der dazu berechtigten Mitglieder der GeseÜschaft (Art. 23) nicht entkvrockxen wird,_oder aus sonstigerx wichtigen Gründen eine außerordentliche Generalrcriammlung zu beraten.

Artikel 32.

Der Genehmigung der Aufsichtsbehörde sind die Beschlüffe der Gesellschaft unterworfen, nach welchen eine Aenderxmg oder Er änzung Y_Statizts erfolgen, das Grundkapital tbeilweixe zurückgezaélf, die Gesellicbast aufgelöst, mit einer anderen vereinigt, oder in ihrer recht-

lichen Form umgewandelt werden soll.

Königreich Preußen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst gerubt: den Landrath Krahmer zu Thornzum Ober-Regierung-Z: Rath, und _ _ _ den Amtswchter Henat1ch zu Brieg zum Regierungs- Ratl) zu ernennen.

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Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den in die Pfarrstelle u Belqard berufenen Anstalts- Geisilichen am Diakoniffenhau e zu Posen, Pastor Klar, zum Superintendenten der Diözese Belgard, Reg.-Be?, Köslin, und den in die Oberpfarrstelle zu Langensa za _ berufenen Pfarrer Berg, bisher in Hinternal), zum Superintendenten der Diözese Langensalza, Regierungsbezirk Erfurt, zu ernennen.

Seine Majestät der König haben Mergmidigst geruht: dem BWÉZ jQuftanßalt 'für Litktdruck :e. Albert

*Jrixzu

Kaufmann'Gregudk Stefanowitsch Schirokoff, persönlich ha dem Gele s after der_ KommanditgefellsM „N. Schiro zu Berlin, as Prädikat eines Königli Hoflieferanten, _

dem Wagenfabrikanten Hubert osef Neuß zu Berlin das Prädikat eines Königlichen Hof-_ agenfabrikanten,

den Dekorationsmalern Christian Frohns und Friedrich Plath, ?nhabern der irma ohns u. Plath“ ?u ?erlin, das Prädi at als Königliche Hof: ekorationömaler, ow e

den Tis lermeistern Karl Friedrich Wilhelm Prächtelund oseph Heinrich Karl Prächtel, Inhabern der Firma „C. Prächtel“ zu _Berlin, und

dem Tischlermeister Julius Hinße zu Charlottenburg das Prädikat als Konigliche Hof-Tischlermeister zu verleihen.

Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenk)eiten.

u Examinatpren bei der Vorprüfung von Nahrungs- mitte :Chemikern imd für die Zeit bis Ende März 1896 er- nannt worden, und zwar:

bei der Prüfungskommisfion in Königsberg i. Pr. an Stelle des ordentlichen Profeffors der Chemie 131“. Spirgatis der ordentliche Professor der Agrikulturchemie 131". Ritt- hausen und _

bei der Prüfungskommiiiion in Greifswald an Stelle des Privatdozenten 131". Möller der ordentliche irofeffor der Botanik 131“. Schütt.

Bekanntmachung.

Zum Andenken des am 28. Juli 1883 auf Ischia ver- storbenen Malers Adolf Ginsberg aus Berlin haben dessen (He? mister, Herr Philipp Girisberg in Berlin i_md Frau von Bo an, geborene Ginsberg, iii Wien, eine Stiftung errichtet, welche den Namen „Ado_lf-(HirZSberg:Stiftung“ trägt.

Der Zweck der Stiftung i_jt, jungen beiäbigten Malern deutscher Abkunft ohne Unter1ch1ed der zronfesnon, welche ihre akademischeStudienzcit absolviert und_ davon mindestens das le?te Semester dic Konigliche 9kademi1che Hochschule für die bi denden Künste zu Berlin _be1ucht haben, durch Verleihung von Stipendien die Mittel für ihre_ weitere Ansbildung, ent- weder in Mcister-Atelicrs oder aus auswärtigen Akademien, oder durch Studienrei1en ins Ausland 11 gewähren.

Die Stipendien 1ollen vorwiegend alcrn ugute kommen, doch sollen in bewnderen AUerghmefällen ain?) hervorragend begabte ]unge Bildhauer beriicknchiigt werden dürfen. (§1des Statuts der Stiftung.)

Ta?- Stipendium, welches der Regel nach in viertelj" r- lichen Raten gezahlt werden 1911 , wird nur auf ein Jahr e- willigi, darf ]edock) zwei "Jahre hintereinander, aber nichtlänger an denselben Bewerber bewilligt werden. ( 4 des Statuts.)

Bei den Bewerbungen, welche an den irektor der Hoch: schule für die bildenden Künste u Berlin zu richten find, sind folgende Schriftstücke einzureiclyen:

1) ein vom Bewerber verfaßter kurzer Lebenslauf,

2) amtliche Zeugniise über die Absolvierung der aka- demischen Studien Und über Führung, Fleiß und Befähigung des:“- Bewrrbers. Erforderlichen Falles Haben die Bewerber diesen Nachweis durch Vorlage ihrer Studienarbeiten oder durch Probearbeitcn vor dem Direktor der_Königlichcn aka- demischen Hoch1chule fiir die bildenden Künne zu Berlin zu führen. (Z 6.) __ _

Die Stipendiaten imd verpflichtet, über ihren Aufenthalt und ihre Thätigkeit an den Direktor der Königlichen aka: demischen Hochschule für die bildenden _Künste zu Berlin qrrxirtaüter Bericht zu erstatten und außerdem mit Ablauf decZ'zweiien Quartaléz an_ die Königliche akademische Hochschule für die bildenden Künste cine Studienarbeit mäßigen Um- fan s (entweder eine Studie nach der NatUr, oder eine Kopie nacZ einem hervorragenden Werk der älteren Kunst) einzu- liefern, welcbe Eigenthum derselben wird. 10.

Bei mati elbaftem Fleiß oder 1chlechter ;ckth des Stipendiaten ann demselben das Stipendiiim dur das Kuratorium entzogen werden. 11.)

Das Stipendium beträgt ca. 2000 «sé: Und wird für die Zeit vom 29. Dezember 1895 bis dahin 1896 verliehen.

Geeignete Bewerber haben ihre Gesuche mit den in Vor: stehendem geforderten Attesten bis zum 15. Oktober 1). J. an den unterzeichneten Vorsitzenden des Kuratoriums einzureichen.

Berlin, den 28. Juli 1895. *Der Vorfißende des Kurgtoriums der „Adolf-Ginsberg-Siistung“. A. von Werner,

Dircktor der Königlichen akademischen Hochschule für die bildenden Künste.

Ministerium des Innern.

Dem Ober-Regierungs-Ratl) Krahmer ist die Leitung der Kirchen- und Schul-Abtl)eilung bei der Regierung in Posen übertragen worden.

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Bekanntmachung.

Die Bibliothek und das Lefezimmer des König- lichen Statistischen Bureaus hierfelbst sind im Monat August 1). I. geschlossen.

Berlin, den 1. August 1895. -

Der Direktor des KäniZlichen Statistischen Bureaus.

Jn ertretung: Schwießke.

Angekommen:

Seine Excellenz der General der Infanterie von Winter- f e_ld, General-Adxutant Seiner Majestät des Kaiser?- und Konigs und kommandierender General des GardßKorps,

„dem einstigen sieghaften Vorkämpfer

Deutsches Nei-y. Preußen. Berlin, 2. August.

Seine Majestät der Kaiser und König. hörten estern Vormittag die Vorträge des Kriegs-Ministers, des ommandierenden Admirals sowie der Chefs des Militär: und des Marinekabinets und nahmen hierauf militärische Mel- dungen entgegen.

Am 1. d. M. verschied zii Marburg im 78. Lebensjahre der KöniFiche Wirkliche Geheime Rath, Direktor der Staats- archive r'. ein rich von S bel, ordentliches Mitglied der hiesigen A ademie der Wiffen (haften. Mit ihm verliert die Wissenschaft einen ihrer hervorragendsten Förderer, der Staat einen seiner verdienstvollsten Beamten.

Als es fick) im Jihre 1861 darum handelte, den schweren Verlust zu ersehen, welchen die Unioersttät Bonn dura“) Dahl- mann's Ableben erlitten hatte, wurde Heinrich von Sybel in München, der fich schon damals den Ru eines aUSgezeichneten Dozenten und bahnbrechenden Historikers erworben hatte, für den geeignetsten Nachfolger gehalten. Er folgte dem an ihn ergebenden Ruf und kehrte von München als ordent- licher Professor der p ilosophischen Fakultät nach Vorm zurück, wo er ck) bereits im Jahre 1840 habilitiert hatte und im Jahre 1844 zum außerordent1ichen Professor ernanxt wordm war, Seine hervorragenden akade- mischen und winenschaftlichen Leistungen während der folgenden Bonner chrtbätigkeit haben im Jahre 1874 durch Verleihung der Friedensklaffe des Ordens pour ]S mérite die * verdiente Anerkennung gefunden.

Durch Allcrlzbchite Bcstallung vom 23. Juni 1875 wurde der Veremizxre zum Direkror der Staatöarchioe und zugleich “um Tirekior des Gebeimen Staatßarchios ernannt. Die ?Berdienite, welche er sich in dieser Stellung um die Organi- sation der Staaisarchioe sowie um ibrr: erleichterte Benußung und Verwertbung_ erworben hat, haben in vollem Maße den Erwartungen cmiprockien, die an seine VerufunL zu diesern Amt geknüpft worden waren. Als Zeichen Ullerbörhster Würdigarig dieser Verdienste warde er im Jabre 1878 zumGeb-simen Ober-RegicrungH-Rati), im Jahre 1883 zum Wirklichen Gebeimcri Ober-Regierungé-Ratl) mit dem Range eines Raths eriter Klasse ernannt und im Jahre 1887 durch Vcrleihunq des Sterns zum Rothen Adler-Orden zweiter Klasse mit Eichenlaub ausgezeichnet. Aus Anlaß seines am 29. April 8. J. begangenen 501äbrigenDienst1ubiläums wurde ihm der Charakter als Wirklicher Geheimer Rath mit dem Prädikat „Excellenz“ verliehen.

Durch die Tiefe und Gründlichkeit seiner Forschungen, durch den Ernst, mit dem er die historische Wnbrbeit ans Licht zu ziehen suchte, und durch seine unübertroffene Kunst der Dar- stellung bat fich Heinrich von Sybel in der deutschen (Ge- schichtsiviffenschaft einen unvergänglicben Namen gesichert. Nicht minder aber werden König und Vaterland diesem geist: vollen Veribeidiger prcußisrher Polirik, dem glänzenden Ver- fechter der Ehre und des Nubmg des obenzollernhauses und "r Deutschlands Eini- gng unter Preußens Führung» ein dankbares Andenken be: wa ren.

Am 29. 1). M. ist der Geheime Ober-RegicrungE-Ratl) und vortragendeNail) im Königlichen Ministerium für Handel und Gewerbe Cbriitian quler auf einer Urlaubsreise in Pont: re1ina am Herzschlage gestorben. Er _war 1839 in Köln geboren, besuchte von 1848 ab das Grimnajium seiner Vaterstadt, be- stand dort 1857 die Reifeprüfung und trat dann bei der Königlichen Berg:, Hütten: und Salinen:Vcrmaltung ein. 1858 wurde er Berg : Exspektant, studierte von 1859 bis 1864 in Berlin, Lroben und Bonn und bereiste hierauf einen Theil von Skandinavien. Nack) Ablegung der vorgeschriebenen Prüjungen 1865 um Berg-Referendar und 1867 ,um Berg:Affeisor ernannt, ?and er zunächst bei dem Ober:5 ergamt in Bonn und seit 1870 als stellvertretender Bcrg-Revrerbeamier zuerst in- Diez, später in Dillenburg Verwendung. Nach dem Kriege von 1870/71 wurde er zum Kaiserlichen Bergmeister in Straßburg i. Els. ernannt und 1874 als HilfSarbeiter in die Bergabiheilung des da: maligen Ministeriums für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten berufen. Im amtlichen Auftrage besuchte er 1876 die WeltausyteUung _in Philadelphia und bereiste die Montan- distrikie Nord-Amerikas. Im folgenden Jahre wurde er zum SalzamiZ-Direktor in Schönebeck ernannt, 1880 zum Bergrath befördert und 1881 in das ge enwärtige Ministerium

für Handel und (Gewerbe beru en, Hier 1882 zum (Geheimen Re icrungK und vortragenden Rall) und 1886 zum ebeimen Ober : Rezrierungs - Raik) auf-

grrückt, batte cr namentlich handelSpolitifche und Zoll: angelegenheiten zu bearbeiten, wozu ihn umfassendestechni1ches Wiffen, reiche praktische Erfahrung und genaue Kenntniß der Produktions: und Absaßverhälmiffe der verschiedensten Industriezweige des In: _ und Auslandes beson: de_rs befähigten. Seine Leirtun en fanden ar: Aller- Zocbster Stelle Anerkennung dur _die _ Verleihung des otben Adler-Ordens zweiter Klaffe mit Eichenlaub und des Königlichen Kronen-Ordens zweiter Klasse. Auch erhielt er mehrere fremde Orden. Der Dxegst Seiner Majestät verliert an ibm einen überaus zuverlasngcn, treuen_ und emsigen Beamten. Seine Kra wird nicht leicht u erjeßcn sein. Mosler war ver eirgthei rnit der ochter des kürzlich verstorbenen früheren JustizZMmisters von Friedberg; er hinter- läßt außer seiner Wittwe emen Sohn und eine Tochter.

Die Nr. 8 der „Amtlichen Nachrichten desNeichs- Versicherungßamts“__ vom 1. August 1895 entbält ein Rundschreiben, _betrenend die Beobachtung Bewisser Förmlichkeitew bet der Vornahme von eweis: erhebungen seitens__ersuchter Behörden, vom 1. Juli 1895, sodann unter Ziffer 1419 bis 1422 folgende Rekurs- Entscheidungen:

__ Bei der Berechnung des ftaiuiarisch für die VersicherungF- psllcht maßgebenden JahreSarbertSverdienftes landwirth- schaftlicher Unternehmer smd die Betriebskosten von dem Gesammtemkommcw in Ab ug zu bringen. Auch ist dabei der Mietbswerth der eigenen o_hnung des landmirthschaftlichen Unternehmers nicht zu berücksichtigen. -

Die ge,. ob ein Weg als ein „für Lastfahxm'exr“

“"ktika, ler „rivatwe anzusehetz ist, kann_mu nach Yerxiajéweils Laden rmuZeo Verhältnissen beurthetliwerdw. Wem: in der end desSchwar waldes, _u'mwelrhe es sich in dem vorliegendem lle ?andelt, _ fragliche Weg der Haupt- w für auSgedehn Wa dungen ist und allgememjur schwere H:?ztraUSporte benußt wird, auch m der topographischen Karte der Gegend deutlich verzeichnet ist, so tft er, ryag er bekxftigt oder unbefestigt sein, jedenfalls von solcher _Widerstanbs cxlng: keit und Dauer aftigkeit, daß_ er nach dortiger) Verhaltnissen .als ein für La hrwerk praktikabler Weg fualiY gelten muß.

Die Jagd „eines landwrrtbschaftlt KZT Unter- nehmers ist unter folgenden Vorausftßungep als ein Neben: betrieb seiner bei der örtlichen landwirihichaftlichen Berufsgenoffenschaft versicherten Landwirths chaf t erachtet worden: Der Ia_dbezirk war auf drei Seiten von großen Waldungen umgeben; das aus den Waldringen auYtretende Wild fugie unbestritten den landwiribschaftlickxen _Vejrßern in der Flur erheblichen Schaden zu; fur die Betheriigung des Klägers an der Pacht der Feldjagd war ausschließlich das Interesse an einem eigenen landwirthschaftlicben Betrieb be: stimmen!) gem en, indem er durch die Jagd Wildschaden von seinem Befißthum abhalten wollte. _

Dagegen ist der Entschädigungsanspruch eines auf einem 5000 Morgen großen Rittergut angestellten Wirthschaftzz: Inspektors,welchecbeider Anfertigung von Patrorien fur sein Jagdgewehr einen Unfall erlitten hatte, mit der Begrundung

urückgewiesen worden, die Ausübung der Jagd, melche_auf cinem

emden Jagdqcbiet des Vergnügens halber stattsindet, Falle nicht in den Rahmen der landwirtbschaftlichen Betrrebßtbatig: keit, und zwar auch dann nicht, wenn die Ausbeute derselben

an den JagdLerrn abgeliefert wird und somit den Ertrag_

seines lankx o er iorftwirchschafilichen Betriebessteiyert, möchte auch die Erlaubnis; des Iagdherrn nur unter dieser Voraus- seßung ertheilt worden sein.

Ferner finden fich unter Ziffer 1423 bis 1127 folgende Bescbeide und Beschlüsse: _ _

Die Baugewcrks:Berungenosicmckiaiten sind ur Erstattuna des Portos, welches durch die_Ueber- Zendung von Regiobau-Nachwe_11ungen gcmaß_§ 22 des BauunfallversicberungSgefeßes entsteht, nicht verpflichtet.

Der Bescheid, mittels deffcn eine Bcri:f§grn91_1en: schaft von dem ihr durch § 766 des Krankenversiche- rungSgeseßes verliehenen Rechte der Uebernahme des ZM: verfahrens Gebrauch machte und einen durch Unfall 5 er- lesten auffordert, sich in eine Heilanstalt zu begeben, kann nicht im Wege der Berufung bei dem 11mfall1chied§gericht, sondern nur nach Vorichrift des § 58 Ab1.1 des KrankenversicherungSgeseées angefochten werden.

Der § 117 des landwirth chaftlichen Unfallverficbcrungs- geseßes, wonach unter gewissen Vorauswßungen die Wieder- ein iehung der einem Verunglückten gewährten Un?allentschädigung von dem Betriebsimternebxxrer, Be- vollmächtigten, Repräsentanten u. ]. rv. zugelanen ist, findet in dem Falle keine Anwrndung, WWU ein land- wiribichaftlickyer selbstverjicherter Untrrnrhmer, welcher durch Sturz aus einer entgegen der polizeilichen Vorschrift nicht ein- gestiedigten Bodenlufe eine Körperverleßung erlitten hatte, wegen Unterlaffung der Einfriediizung durcb rechtskräftig ge- wordenen polizeilichen Strafbefek) in eine Strafe genommen worden ist. _

Im Falle verzögerter Einsendung der Geno1sen- ichaftsbeiträge seitens der Gemeindebehörden 81 Absay 2 des 1andwirtbschaftlichen Unfallverficherung§gesetzes) sind die landwiribschafilicben Berufsgenoffcnschaftan nicht be: rechtiLT, Verzuqßzinsen zu fordern. _ _

„wie im J 29 Abs. 3 des landwirtb1chaftlrchcn Unfall- versicherungSgejeßes dcr Genomenschaftsversammlung beigelegte

Befugniß, GenosseiischaftSMitglieder, wrlche eine Wahl obne zulä1sigen Grund ablehncri, zu er- höhten Beiträgen heranzuziehen, nndei auf

bevollmächtigte Vetriebsleiter, welcbe gemäß einer auf Grund ch § 29 Abs. 4 a. a. O. getroffenen statutarixcben Vorschrift zu VorstandSmitYi-edern oder: Vertrauensmännem gewählt worden sind, keine nwendung. _

In dem nichtamtlichen Theile iyi ein Urtheil drs Reichsgerichts (Sechster Zivilsenat) vom 25. ebruar 1895 mitgeißeilt worden, in welchem die Unzulä sigkeit des Rechtsweges bei Streitigkeiten dcr Regiebau: unternehmer rnit den Versicherungsaniialtcn der Baugewerfs-Berufsgenoffenschaften über ihre Verprlichtung zur Zahlung einer Regiebauprämie (Z 26 ch Vauunfallvcrfiche: rungsZeseßes) anerkannt worden in.

Der GeneralMicutenant rzon Klißing, Kommandeur der 1. Garde:Jnfanterie-Dwijion, und der Vize-Admiral Karcher, Direktor des Marine-Depariemenis des Reichs- Marineamts, haben Berlin verlassen.

Der General: Stabsbrzt der Armee, Professor Dr. von Coler, Wirklicher _Gebeimer Obcr-Medizinal-Nath und Chef der Mein inal-Abiheilung ch Kriegs-Mimsteriums, ist hierher zurückgekelzrt. *

Dcr Kaiserliche Gesandte in Belgrad Freiherr von Waecker-Gotter hat einen i m Allerhöchst bewilligten Ur- laub angetreten. Während der bwcsenheit desselben fungiert der etatsmäßige Legations: Sekretär der Kaiserlichen Gesandt- schaft, chationKRaih vom Rail) als Geschäftsträger.

Der Königlich württembergische Gesandte am hiesigen Allerhöchsten Hofe Freiherr von Varnbüler hat Berlin mit längerem Urlaub verlassen.

_ Der Bevollmächtigte zum Bundeßrath, Großherzoglich lachfische Wirkliche Geheime Rail) Dr. v on Heerwart hat Berlin mit Urlaub verlaffen.

Laut tele raphischcr Meldung an das Ober-Zkommando der Marine it die Kreuzer-DiviJon, Chet: __Kontre- Admiral Hoffmann, am 30. Juli in" iogo eingetroffen und an demselben Tage nach Yokohama weitergegangen.

Militsch, 1._August. Graf Schuwalow ist gestern Nachmittag zur Thetlnahme an der J ubiläumsfeier des hier garmsomerenden Ulaneii-Negiments „Kaiser Alexander 111. .-von Rußland (WestpreußtscheS) Nr. 1 hier eingetroffen. Am

.

Bahnbof- wurde Graf-Schumtow vor;. dem-

General des 7. Armeo-Korpsx. General der Infanterie

von Seeckt, dem gesaumiten'O , dem Gra Mal 11

und den Vertretern der Behörde:! empfangen. _ _ grüßung reichte Graf Schuwalow jedem der Herren die Hand und fuhr sodann in einer vierspänmgen Equwage rnit zwei Vorreitern in Begleitung des Generals von Seeckt m dre Stadt; m einem zweiten Viererzug folgten Grrzf Malßan _und der Kommandeur des hiefi en Ulanen-RegmtentS, Major vo_n Maffow, in mehreren weiteren Equipagen das_ Gefolge und die Mitglieder des Offizierkorps. Nach dem Diner, _welches bei dem Grafen Malßan eingenommen wurde, fand em Reiterfest statt, 1138191213 glänzend verlief; ein “Fackelzug beschloß den ersten Festtaa. Heute fand Parade linkt, an die Krb ein Diner im Offizier:Kasino anfchloß, Am Abend wurde fiir die Mannschaften des Regiments ein großes Fest veranstaltet. Die Stadt ist anläßlich der Jubiläumsfeier glänzend geschmuckt.

Mecklenburg-Schweeix.

Ihre Kaiserliche Hoheit die Groß erzogin ist_g_est_ern aus Spaa nach eiligendamm zurückgeke rt. Seine Konigliche Hoheit der Gro herzog hat sich heute Zur Theilnahme an den Regatten in Comes nach England bege en.

Deutsche Kolonien.

Der neuesten Nummer des „Deutschen Kolonialblatts“ sind folgerde Nachrichten entnommen:

Der Chef der Abtheilung für Landeskultur und Larrbes- vermeffung beim Kaiserlichen Gouvernement von Deutjck): Ostafrika 1)r. Stu [mann hat im Juli e_inen Heimatbs- urlaub angetreten. ' it seiner Vertretung in der Brzirks- Amtmann von St. Paul beauftragt worden. Die Geschäfte des Bezirks-Amtmanns in Tanga werden durch Herrn Sigl wahrgenommen.

Nack) Berichten aus Dar-es-Salam hat sick) herauSgesteUt, daß an Stelle der von dem früheren Gouverneur, Obersten von Schele zunächst als Siüßpunkt für die Wahebe:Expedition angelegten Station Ularrga aus sanitären Gründen die Neuanlage einer Station in einer gesünderen Gegend nöibig werden wird. Ueber den Ort, wo die künftige Station angelegt werden soll, wird der jeßige Gouverneur, Ma1or von Wiismann _zu entscheiden haben. Daß auch aus militärischen und politi1chrn _Gründen eine Verlegung der Station von Ulanga nöibig iit, „acht aus den amtlichen Meldungen des Statiovsvorstehers, Lieutenant? von Kleist hervor.

Aus Mpwapwa ist ein Bericht eingetroffen, daß Nondoa- und Korkowabebes sich am Ruhaba fünf Tagemärsche südlich von Mpwapwa fcstgescßt haben und die Unterwerfung verweigern.

_ Dem beim Kaiserlichen Gouvernement von Kamerun bc: icbäftigtcn Affcssor von Luck e ist die zeitweilige Verwaltung des Bezirksamts Victoria übertragen worden.

Lieutenant Freiherr Stein zu LaUSniß istam 21. Jimi mit 64 Soldaten und Trägern von Yaiinde in Kamerun eingetroffen.

Der auf einer Expedition befindliche Kommandeur der Kaiserlichen Schutztruppe, Rittmeister von Stetten wird im August an der Küste zurückerwartet. Den bisherigen Leiter der Forschungsstation Yaünde erwartete man Ende Juni an der Küste.

Wie der stellvertretende Kaiserliche Gouverneur von Kamerun von Puttkamer unter dem 11. Mai d. J. brkannt gemacht bat, ist daselbst ein neues BezirkSamt gebildet worden, dessen Geschäftsbercich das bist)er unmittelbar von dem Gouvernement des Kamerunbeckens und seiner Zuflüffe verwaltete Gebiet mit Llusnahme des Sanagagebiets um: faßt. Die kommiffarische Verwaltung dieses Amts, welches den Namen Beiirfsamt Kamerun führt, ist dem stellvertreten- den Kanzler Herrn Dr. Seiß Übertragen worden. Das Sanagagcbiet wird nach wie “bor von der direkt unter dem Kaiserlichen Gouvernement stehenden Station Edea verwaltet.

ZwischendemKaiserlichen(ZoUvernementKamerun und den vor dem Bezirksamt erschienenen Friedensunterhänd: lern Ndeli, Ngaueli und Ebakise der Buéas ist, wie das „D. Kol-Bl.“ meldet, unter nachstehenden Bedingungen Friede geschlossen worden:

§ 1. Den Buéas wird ibr biéberiges Gebiet abgesprochen urid ibnen aufgetragen, fiel) neue erynpläße in bisher berrenlosem Lande zu gründen _ § 2. Bis zur Fertigstellung des neuen Wobnplayes wird den Buéaß ein angemeffener Tbeil ihrer Kokoéfarmen im bis- berigen Buöagrbiet zur Nahrung freigegeben. _ § 3. Als Kriegs- kostenentschädigung haben die Buéaleute 50 Stück Rindvieb oder deren Wertl) an daß Kaiserliche Bezirksamt Victoria za geben. _ § 4. Das Recht über Krieg und Frieden, Gerichtsbarkeit und Palaverbefngniß wird den Buéaleaten abgenommen und gebt auf das Kaiserliche Gondernement bezw. auf die Sopoleute über. _ §5. Die Buöaleute verpflichten sich, jederzeit auf Verlangen des Bezirkéamté; Victoria 100 Arbeiter zu stellen gegen einen Lobn von monatlich 786 und freie Naturaloerpflegung. _ § 6. Die Buöaleute geleben, in Zukunft den Befehlen des Kaiserlichen Gomoernements zu gehorchen und Frieden zu halten. _ Z 7. Zur (Gültigkeit der vorliegenden Friedensbedingungen ist die Genehmigung derselben durch den Kaiserlichen Gouverneur von Kamerun erforderlich.

Frankreich.

Der Präsident Felix Falire und der König von Griechenland tauschien anläßlich der Ankunft des Königs in Aix-les-Bains Begrußungstelegramme aus.

Rußland.

Der rizsiische Geschäftsträger in ._Korea Weber ist zum (Hexandten tn _Mexiko und (zer Ge1andtschaftL-Sekrctär in Tc cran Speier zum Geschasisträger in Korea ernannt worden.

Italien.

Der Senat_l)at gestern in geheimer Abstimmung mit 62 gegen 14 Stimmen das Budget des Ministeriums des Aeußern angenommen. Sodann enehmigte der Senat das Budget _des Ministeriums es Innern, über welches heute die geheime Abstimmung erfolgen wird.

Dqs italienische Geschwader ist auf der Rückreise von Kiel und England estern Nachmittag in Neapel an- gekommen und von der olkSmenge herzlichst begrüßt worden.

Schweiz. Bei dem gestern, als am Haupttage des Schüßenfeftes, in Winterthur abgehaltenen Bankett hielt, wie „W. T. B.“ berichtet, der Bundes-Präfident Zemp eine mit großem Beifall aufgenommene Rede, worin er an die großen und

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rhwierigen ufgabm des- Bundes auf wirtschaftlichem mtb !ozialem GHU erinnerte. Der Bundeörath sei mit ein- Yhenden Studien uber den _Nkzckkauf der Eisenbahnen auf

ruztd der Konzessionen beschaftigt, und es sei Aussicht auf baldt e Fertigstellung der umfassenden Vorlagen. Auch die Unter andlun an mit der italienischen Regierung über den proxektierten implon-Tunnel nähmen einen un: ge inderten Fortgang. Zum Schluß konstatierte der Bundes-Prä dent die ausgezeichneten Beziehungen, welche zu allen Nachbarstaaten bestäuben. Nawens des diplomatischen Korps toastete der französische Botjchafter Barré'zre auf die SchmY'

_ Der deutsxhe Gesandte ])1'. Busch is_t in inierihur, wo- hin derselbe sick) anläßlich des Schüßenfestes begeben hatte, an einer Lungenblutung erkrankt.

Belgien.

Die Repräsentantenkammer nahm gestern den Schluß der Generalbebatte Über das Schulgeseß an. _ Wie die „Etoile helge“ meldet, hat die Re ierung sehr strenge Maßregeln getroffen gegen etwaige Rubetörungen an bei?; Tage, an welchem das Schulgeseß angenommen werden o e.

, Dänemark.

_ _Die Kaiserin-Wittwe von Rußland, der Groß: furft-Thronfolger, der Großfürst Michael und die Großfürstin Olga find gestern Nachmittag in Kopen- hagen eingetroffen und haben sich unverzüglich nach Schloß Vcrnstorsf begeben. Die Königliche Familie war ihnen an Bord des „Danebrog“ entgegengefahren.

Afrika.

Nach einer amtlichen Depesche aus Majanga ist der TranSportdienst für das Expeditions:K0ry§ auf dem Wasser- wege bis Marololo gesichert. Von Marololo alis wird der Transbortdienst mit Hilfe von 3600 Wagen, Syitem Lefebre, 40 Zisternenwagen, 800Maulibieren urid 7000 Kulis erfolgen.

Statistik und Volkswirthschafi.

Zur Arbeiterbewegung.

AUS Amsterdam wird der „Köln. Ztg.“ geschrieben: Am Mitt- woch baben die Arbeiter in 17 Zigarrenfabriken der Stadt die Arbeit niedergelegt. Veranlaßt wurde der Ausstand durch die Weige- rmrg einer Fabrik, einige entlaffene Arbrirer wieder anzunebmen. Nach- dem die Unterbandlungexi mit den Arbeitgebern Ergebnißlos ebliebea waren. brach der NUÖiländ in iämmtlichen im Kartell tehenden Fabriken aus.

In Carmaur, irn Debartement Tarn, sind, wie „W. T. B,“ meldet, die Glashüttenarbeiter in den Aassiand eingetreten, weil ein Arbeiter Bauder, der in der Fabrik gefehlt batte, um für seine Kandidatur zum Arrondiffementsratb zu wirken, entlassen worden war. Die Ausständi err Verhalten sick) ruhig; man erwartet die AnkUé-éft des Deputirten aurL-Z.

Kunst und Wissenschaft.

ZUM Rektor der Berliner Universität für das am 15. Ok- tober beginnende Studienjahr ist gestern der Geheime Regierungs- Ratb, Profeffor Ad olfW a gner gewählt worden. In Bres lau wurde bei der eberrialls gestern vollzoZenen Neuwabl des reer0r maZnificug der dortigen Uniberfiiät Profeiior Felix Dabu gewählt.

R. Tobereniz 1“. Am Mittwoch Abend ist zu Rostock der be- kannte Bildhauer R. "Teberens an den Folgen einer Erkältung, die er fick) beim Segeln zggezogen batte, im Alter von 46 Jahren ge- storben. Tebexenxz, demea Name gerade in letzter Zeit wegen seiner genialen Umgestaltung und Durchführung des Otw'scben Luther- denkmalentwurfs viel genannt worden ist, _wurde am 4. Dezember 1849 zu Berlin geboren. Seine _künstlcriiche Neigung und Be- fähigung ;?igte fich sebr früh, wdni; er sich, was wenigen Künstlern zu tbeil wurde, na_ch VoÜendung sriner Schul- bildung im Einberständniß mit ]rinen Eltern sofort dem Beruf widmen durfte, in welchem er Glänzendes zu leisten, dorauöbesiimmt Wien, Rach_dem er mehrere Jahre hindurch die Berliner Kunst- akademie beiucht, übersiedelte er _nacb Dresdcn, wo er im Atelier Johannes Schilling's, des Sckyöpiers des Germania-Denkmals auf dem Niederwald, als Schüler Aufnahme fand. Seine ersteselbstärxdige Arbeit, eine Bronzefigur .Elsc“, entktand in der alten Kunststadt Rom, wo er irz den Iabren 1872 bi§1875 seine Studien fort- feste. Den ersten größeren Aurirag erbiclt Toberenß nach seiner Rückkebr ins Vaterland im Jahre 1878, und zwar zu einem Morrrrmentalbrunnen fiir die Stadt Görlitz, in Marmor und Bronze. Seine Austraggrber waren der Magistrat genannter Stadt und das Kultus-Ministerium gemeinsam; er löste__ seine Ars abe zu Beider Zufriedenheit und erhielt im darauffolgenden Fabre die Leitung eines Meistergteliers am S_chle- sischen Muieum_zu Breslau. Neben seiner Lebrtbatigkeix beschäftigte ibn dort bauptiäcblich die Verbcnerung_des Bronzegumes; der io- genannte „Guß über WWS“, ein Verfahren, das jeßt allgemein üblich ist, verdankt ihm seine Einführung. Als _seine Haupt- werke sind wobl das Modell zu der_ in Kupfer getrie- benen Reiter-Staiue Friedrich Yarbaromais. das er im StaatSauftrage für die alte Stadt Goslar ayßrübrte, und die obenerwäbnte Voliendung des Lutberdenkmals iür Berlin zu be- trachten. Namentlich diese leßtere schwierige Aufgabe, welche er nach dem Ablsben seines berühmten Vorgängers und Freundes, des Bild- hauers Otto, übernommen batte, bat er mit großer Pietät und in wabrbaft genialer Weise gelöst. Seine Majestät der Kaiser schä§te den Künstler sehr hoch und übertrug ihm die Ausführung der Portrat- Büsten der Kaiserlichen Prinzen und des Modells zu einer Statue

riedrich's des Großen für den Weißen Saal des Königlichen Schlosses. stach Enthüllung des Lutherdenkmals war Tobereny der Profefforen- titel verliehen worden.

_ Die Ausstellung des Vereins bildender Künstler Münchens .Sezefyion' ist, wie aus München berichtet wird, nach Eintrrffen der Werke aus den Pariser Salons nunmehr komplet. Die französischen Künstler sind wie in jedem Jahre wieder sebr zahlreich erschienen und durch hervorragende Namen vertreten. In der sorg- fältt avsgewäblten Kollektion befinden sich Werke von den Malern A. LZUgacbr, Aublet, P. A. Beßnard, R. Billotte, Bmxt, G. Buyffe, J. Cbudant, R. Collin, Corot i", G. Courtors, W. Dannat, E. Dauphin, A. Edelfelt, A. de la Gandarq (Portrat der Sarah Bernhardt), La Touche, C.NMÉnard, N. X._Prmer, J_.F. Raffaelli (zehn Werke), Carlos Schwabe 2a. Vorzü liche plastische Werke sandten die Bildhauer A. Bartholméx, F. Mq1eau, ferner d_te Bildhauerin Madame Charlotte G. BeHnard („Dr_e Badende' m Steingut). Diese bedeutende Vertretung der Franzojen _ist den Be- mühungen des bekannten, in Paris lebenden deutschen Kunstlers_Karl von Stetten zu verdanken, der seinerseits selbst zum Werke, namlich einen ,Forellenfiscber an der Maggia'_ und em ortrat des Herrn Cb. Lebargy (von der Comédie Fran9aise)__au§geste that. Ferner sind noch hervorzuheben die gleichfalls in den dreSxabxtgen Pariser Salons aus- gestellt gewesenen Bilder von PronorHubert Herkomer: „411 bsaubifu] in nakoä purjty“, dann von ames Guthrie: Portrat der Mrs. Maclebose; .Brangwyn: .Der wunderbare Fischzug“; John Lavery:

orträt der adame R. W. K.; „Stiller Abend am Strande von ka en“ von Frederick quyer, Porträts von E. A. Waltqn, sowie die erke von J. L. Stewart. Die Böcklin-Kollektion ist durch

einen intereffanten Karton in Bleistift und Tusche: Entwurf zu einem _

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