1895 / 209 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 02 Sep 1895 18:00:01 GMT) scan diff

Lührte, welchen die Weltgeschichte kennt, konnte nicht würdiger egangen werden als durch die Einweihung der zum Ge- dächtnis; des Heldenkaisers errichteten Kirche.

Um 7 Uhr Moerens läuteten die feierlich:freudigen Klän e der (Glocken „Deutsch and, Kaiser Friedrich und Wilhelm ., Au ustc Viktoria“ den Festtag ein. Schon bald nach 8 Uhr ent altete fich um das Gotteshaus ein reges Leben. Der An uste Viktoria-Pla war von der Stadt Charlottenbur? m1t reichg3em Masten:, Fa nen: und Guirlandenschmuck ver ehen. An dem Eingang zum Plaß vom Kurfürstendamm her erhob sich eine Ehrenpforte. "

In den anstoßenden Straßen, besonders den Kyrfursten: damm entlang von der Corneliusbrücke an, waren xne Hauser von ihren Bewohnern geschmückt. An den Zugangen zum Kirchplatz begann steh has Publikum zu sgmmeln, und dre zahl: reichen Festordner, Offiziere und UnterofftZTere des 2. (Harde- Regimems 3. F., des Garde:FÜs1lier- cgtments_ und des 4. (Harde:Negiments z. F., von der alten Brrggde' des jeßigen Kaisers, sowie Mitglieder der ktrchlrchen„, 1tadttschen und Gemeinde-Organe trafen ein und begaben sich auf lhre Pläße an den Portalen .der Kirche.

Bald nach 9 Uhr begann die Anfahrt de_r Ehrengaste; Kriegervereine und die Deputationen sammtltcher Schulen BerlinS, Charlottenburgs und Schoneber s zogen m ge- schlossenen Trupps die Straßen entlang un „nahmen auf den ihnen zugewiesenen Pläch der Kirche gegenuber und um dre Kirche herum Aufstellung. Die große Trrbune qm anxgmschen Hause wurde mit Über 500 Mädchen heseht, dre Trrhunen an der Mauer des Zoologischen Gartens fullten 2000 andben und Mädchen. Auf dem dem Hauptportal der Ktrche zunachst aufgestellren Flügel der Kriegervereine stand, dre Deputatron der deutschen Krieger aus Amerika. Den Kurfürstendamm entlang sammelte sich eine große Zahl von K_riegSveteranen. '

Um 91/2 Uhr rückte die Leib-Kompagte des _1. (Harde: Regiments 5. F. mik klingendem Spiel auf dem Kurfurxten: damm heran, an ihrer .Spihe “die mit Eichehlaub gefehxnuckten Fahnen der Leib-Regimenter Kaiser Wilhelzn's [.: dre vrer Fahnen des 1. Garde-Regiments z. F., dre Standgrte pes

egiments de'r Gardes du Corps, die Sxandarten des Kurassrer: Regiments Nr. 1, der Husaren:Regime,11ter Nr. 1, 2 umd 7 Und je eine Fahne der Grenadier-Regtmenter"Nr. 7, 8 und 110. Mit Iubel WUrden die Truypen hegrußt, ,und alle Fenster fühlen sich mit fröhlichen Zuschauern. D1e Ehren- Kompagnie stellte sich auf dem Plahe an _dez) Ecken der Hardenberg-Straße,-v0r der großen Schüler-Trrhuhe' auf. ' Vor den Porralen her Kirche, vor denen bet ]edem em rößerer Namn mitTannengewindeU abge1pcrrt war, sammeltch Lich ahmählich die geladenen (Gäste, und wer yor den drer .sßauptporralcn die Fürstlichkeiten, die Gerstltchketk, dre Vor: tände des Evangelisch-Kirchlichen Hilfsverems rrnd Yes KmZen: bau:Vereins, die Generale, Staats:Minister,_„ dre hochsterr of: beamten, der Hof der verewi ten MajestateU, hre hochsten Staats: und Kirchenheamten, “tc Gefolge der FUrstltchketten, die kirchlichen und städtischen Grmeinde:Vertretungen Char- 10tte11burgs sowke eine große Zahl Donatoren, (Hememde: mitglieder, Deputationen von Kirchen und'Schuleh. An den den Hauptportalen zuvächst liegenden berdcrt _Sertenp'ortalen sammelten sich das Musikkorpß des Garde:Fusther-Regemeyts, der Domchor, der Kirchehchor der Katser W1ll)elm:Gedachr- nißkirche unter seinem Leiter, dem Professor Freudenberg, _ dre Bauleute, Lieferanten und wieder eine Anzahl von Gästen, Donatoren Und Gemeindemitgliedern. Ny den anderen “Por: talen hatten die übrigen Geladenen, namentlich aUch Deputatrqtren der Gemeinden, welche sich an dem Bau der Ktrche bxtherltgt hatten, Aufstellung genommen. Vor dem Portal des sudlzchen Chorthurms standen fast ausschließlich Donatoren _und ermge Gemeindemitglieder, vor dem Portal des, nordhchen Chor: thurms ch sämmtlichen Direktoren und ]e em Lehrer der höheren Lehranstalten sowie viele Rektoren und Lehrer der Gemejndeschnlen. Die Zuschauertribüne in der Hardenberg: straße war dicht gefüllt. ' ,

So harrten auf dem kleinen Auguste Vtktorra: Play des frohen Festes Über 5000 Krieger, über 3000 Schulkmder, gegen 2500 Gäste und gegen 1000 .Soldajen und 200 Mufikanten. Auf den Tribünen saßen (500 Zuschauer, “an verschredenen Stellen zwischen den Kriegcrvereinen waren Plähe fÜr Zu: schauer freigehalten, welche dicht hescßt waren, sodaß der Plaß an 15 000 Menschen faßte. Die Eingänge zu dem PlaH, nament- lich an der breiten Taucnhienstraße, waren vom Publikum dicht heseht.

Um 91/2 Uhr erklangen die Töne der drei kleineren Glocken und gegen 10 Uhr verkündeten ihr abermaliges Ge: läute Und die Irrhelrufe von der Corneliuß-Brx'jrke her das .Heramxahen Ihrer Kaiserlichen und Koniglichen Majestätcn mit den vier ältesten PrinFHenSöhnen und „Ihrer Köhiglichcn Hoheit der roßherzogin von Baden, welche, von einer Ehren : Eskorte vom Regiment der (Hardes du Corps geleitet, den Kur: fürstendamm entlang zum Kirchplaß fuhren. Bei den Veterauen wurde langsamer und endlich in der Nähe OCZ Maße?» im Schritt gefahren, wo ein endloser Iubel die verehrte Tochter Kaiser Wilhelm's [. und die Majestäten empfing. Die beiden großen Glocken stimmten mm mit ihren gewaltxgcn, wundervollen Tönen in das Geläute der drei anderen Glocken ein, und weirh'm erzitterte die Luft von den mächtigen Klängen. Vor dem Hauptportal verließen die Allerhöchsten Herrschaften die Wagen.

Während Seine Majestät der Kaiser die Front der Ehren: Kompagnie abschritt und die deutsche Kricger-Deputatwn aus Amerika begrüßte, verblieben Ihre Majestät die Kaiserirx xmd Ihre Königliche Hoheit Bie Großherzogin von Baden her den auf der Freitreppe versammelten Fürstlichen Personen. Nach: dem Seine Majestät der Kaiser Sich ebenfaUs dorthm begeben und die Fahnen der Leib-Regimenter vor dem Hauptportal der KircheAufstellung genommen hatten, bcwillkommneteexer Vorsißende des Evangelischen Kirchenbau-Vereins, Mjnnter des Königlichen Hauses von Wedel die Majestäten mtt fol- gender Ansprache: , ,

„Vor wenigen Wochen haben Eure Kaiserlichr und Kömgltcbe Majestät den Grundstein zu einem Denkmal elegt, welches Deutsch- land dem großen Kaiser errichten wil], der iFeine Einheik begründet hat. Heute am Gedenkta e Von Sedan find Eure Majestäten ge- kommen, um an der Wei e eines Gotteshauses theilzunehmen, das dem Gedächtniß des frommen Herrschers gewidmet ist, der aÜe seine wunderbaren Siege Gottes Barmherzigkeit zuschrreb. .

Ahe, die da wissen, daß Gottesfurcht die festesteGrundlage rst, auf welcher Throne und Völker ruhen, tragen ttef tm, Herzen. dre Dankbarkeit für den frommen Sinn des unVergeßlicben Kaisers. Djoser Dankbarkeit rvoühten steAusdruck geben. Unter Fuhrung Ihrer Maxestat der Kaiserin und Kön gin haben deshalb Reich und Arm, Vornehm und Gering fich zusammengesthaart, um eine Kirche zu erbauen, welche

die kommenden Ges [echter daran erinnern soll, da unser großer Kaiser ein gottesfür tigerHerrscher war. Heute ste t, dieses schöne Gotteshaus vollendet da. Möge Gottes Gnade „aUezett über dem- selben walten.

Der Vorstand des Vereins, der den Bau geleitet hat, bringt Eurer Majestät als ein Andenken an den heutigen Tag den funstvvll gearbeiteten Schlüssel der Kirche dar. Eure Ma'estät Wollen Aller- gnädigst gestatten, daß der Meister, der den Éau ausgeführt hat, diesen Schlüssel „überreicbe.“

Der Schlüssel, welcher von dem Bildhauer-Niegelmann angefertigt worden ist, besteht aus einem vergoldeten Bron e: stiel, an dessen oberem Ende, wo er mit dem Griff zusammenst'o'ßt, sich ein reiches,durchbrochenes romanisches Ornament befindet. Der (Griff ist kreiSrund in einem Durchmesser von 10 am und zeigt in der Mitte die zum Einweihungstage eprägte Gedächtnißmedaille, deren eine Seite das Brld Kaisger Wil: helm's [. schmückt, während die andere Seite das Eiserne Kreuz von 1870 mit der Umschrift „Gott war mit MS“ sowie das Datum „1. September 1870. 1895“ und den Namen „Gedächtnis;- kirche“ sowie die StammwappenIhrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin enthält. Die Medaille umgiebt ein reich mit Edel: steinen beseßter Rand in Filigranarbeit und diesen wieder ein weiter, matt versilberter, breiter Rand von kleinen romani- Fchen Bogen. Zu beiden Seiten des Griffes sind in gleichen Abständen vier Schilde in blauer Emaille aufgelegt, dercn unterstes den Namenszug der Königin Luise, das obere den Namenszug der Kaiserin Auguste Viktoria und die Krone der Kaiserin trägt. Auf den Schilden rechts und links befinden sich der NamenSzug des verewigten Kaisers Wilhelm 1, und der Namenszug Seiner Majestät des Kaisers Wilhelm 11. mit der neuen Königskrone.

Der Vorsi ende des Berliner Comités der Kaiser Wil-

helm-(Hedächtni kirche, Unter-Staatssekretär ])1'. Fischer über- "

rci te namens der Mitglieder desselbeh Ihrer Majestät der Kai erin, als der hohen Protektorin, zum eichcntiefsten Dankes und treuestcr Verehrung ehenfakls einen Schlüssel zum Haupt- portal mit folgenden Worten:

„Der hohen Protektorin dieses Baues wünschen die Mänrrer, welchen die Sammlung der Mittel und die Fürsorge für den inneren Aus- bau der KaiserWilhelm-Gedächtpißkirckye obgeleger. haT, ihren ehrfurcky'ts- voÜen Dank darhringen zu 'cürsen. Von Aube inn des Baues bis zur hehtigen Stunde find wir bei Lösnng unserer * ufgabe auf das Nach- haltigste und Wirksamste gefördert worden durch die nie versagende Huld und die thatkräftige Hilfe, welche Eure Majestät diesem herr- lichen Barwerk zuzuwenden gernht haben. Das Berliner Comité bittet Eure Majestät, diesen SchTüssel des unter AÜerhöchstihrem Protektorat begonner-en und voÜendeten Gojteshauses als Zeichen unseres tiefempfundenen Dankes huldreich annehmen zu woÜen.“

Der Schlüssel Ihrer Majestät der Kaiserin ist ebenfalls von dem Bildhauer Riegelmann entworfen; der Stiel ist reich vergoldet, der Griff rund, mit durchhrochenen reichen romanischen Verzierungen und mit zahreichen Edelsteinen bcseßt; in der Mitte fleht man auf der eiUen Seite in blaner Emaille das goldene Chirogramm, auf der (rudern Seite den Namenszug dcs verewigten Kaisers. Der Name der Kirche und das Datum des Einwethungstags umgiebt den Griff in einem blauen Emaillekranz.

Nachdem Baurath Schwechten Seiner Majestät dem Kaiser den großen Schlüssel Überreicht hatte, übergab Seine Majestät denselben dem General-SUperintendenten, Hof: und Domprediger Faber.

Der General-Superintendent reichte den Schlüssel dem Ersten (Geistlichen der Luisen:Gemeinde Oberpfarrcr Müller, welcher die Kirchthür mir einem Segenswortc erschloß, Ihre Ma1estäten betraten mit der Frau Großherzogin die Ge: dächtnißhalle. Danach nahmen der (Hencral-Superintendent Faber, der General-Superintendent, Schloßpfarrer O. Dry- ander, die Superintendenten Lange und Steinbach, der Oberpfarrer Müller, die Geistlichen der Luisen:Kirche und der von Seiner Majestät dem Kaiser als Erster Prediger für die Gedächtnißkirche designierte Ober:Konsistorial-Rath Köhler vor den Allerhöchsten Herrschaften AUfsteUung - der Gencrak: Superintendent Faber mit dem herrlichen Kruzifix, die Übrigen Geistlichen mit den Altargeräthen, Bibeln und dem Kirchen: siegel -- und eröffneten durch das Mittelportal den Einzug in die Kirche.

Es folgten die Majestäten 11131) die Großherzogin von Baden, von dem Vorsißenden, Minister des Königlichen Harxses von Wedel nach der Königlichen Loge geleitet. Weiter schlon'en sich an: die übrigen Fürstlichkeiten und die Geistlichkeit, welche in dem Raume vor dem Altar Maß nahmen, danach die Fahnen und Standarten der Leih-Negimenter, welche fich zu beiden Seiten des Altars aufstrllten.

Als Ihre Majestätcn ungefähr die Mitte der Kirche erreicht hatten, ertönten von dem Musikkorps des (Garde:Füsilier-Negi: mentS unter Leitung seines Dirigenten Frese die herrlichen Klänge des Beethoven'schen Chorals „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“. Während dieses _Chorals wurdcn die Übrigen Portale geöffnet, und Unter den Klängen des SaUelUjah von Händel und dem darauf folgenden, von dem €)) ufikkorps begleiteten Gesange des Königlichen Domchors „Wie herrlich “rst die neue Welt“ unter Leitung des Mufik-DirektorskPro: fessor A. Becker hielt die Festgemeinde den feierlichen Einzug.

Nachdem der Einzug in etwa 8 Minuten beendet war, trug der Domchor den 100. Psalm von MendelSsohn: „Iauchzet dem Herrn alle Welt“" vor. Unter Begleitung des Musikkorps schloß sich der Fest- und Lobgesang der (He: meinde an: „Großer Gott, wir [oben dich“ und „Sieh dem Volk in Gnaden an“.

Während des Gesangs hatth sich der Genera!-Super: intendeht Faber, die Superintendenten Lange und Stein- bach, der Oherpfarrer Müller und Ober-ZEonsistorial-Rath Köhler vor den Altar begeben. Der General-Superintendent verlas aus der schönen, silberbeschlagenen, von Ihrer Majestät der Kaiserin geschenkten Altarbibel den von Allerhöchstderselben eingeschriebenen Spruch: „Unsere Väter hofften auf dich, und da sie hofften, halfst du ihnen aus“ (Psalm 22, V. 5.) und knüpfte daran folgende Ansprache:

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geisteö! Amen.

Das Von der Erlaucbten Protektorin dieser Kirche bestimmte Weihewort lautet im 5. Verse des 2. Ysalms also: „Unsere Väter hofften auf dich, und da sie hofften, halft du ihnen aus.“

Als am Feste der Grundsteinlegung des Nationaldenkmals Seine Majestät der Kaiser die Urkunde verlas, gab das Schloß seiner Ahnen jedes Wort klar und laut zurück. Es War, als ob die hohen Fürsten seines Geschlechts, die dort gewaltet haben, ihr Amen sprechen woÜten zu dem Kaiserwort, und als ob mit dem Echo in der Brust der lauschenden Hörer fich vermählen woÜte ein Wiederhakl aus der jenseitigen Welt.

Und solch ein Wiederhal] aus der oberen Welt ist kein leerer Wahn. Heute, wo wir dies zweite Nationaldenkmal seiner Be- ßimmung übergeben wollen, werden wir ausdrücklich auf die lebendige Beziehung zwxschen Zeit und Ewigkeit hingewiesen durch das

Weihewort, das etwas an sich hat von der Schlichtheit des Etsexnen Kreuzes uxtd von de§1 Majestät des Himmels- l(,;ewolbes. „_Unsere Vater hofften a f dich, Und da sie hofften, alFst du tbnen „aus*, wa? ist das anders, als der roße Wtederhall der Ervtgkeit, als dre wunderbare Wechselwirkung zwtschen Gebet und Erhörung, Glauben und Gnade, Hoffnung und Hilfe!

" Wohlan denn: "(Glaybepshoffn'ung und Gnadenhilfe sei die Losung fur diese hehre Gedachtmßktrcbe; tft fie doch der schönste Kranz um unsere?- großen Kaisers Bild; bedeutet fie doch den heÜsten Segens- stern für unseres Volkes Zukunft!

AW die irdische HüÜe des heimgegangenen Kaiscrs im Dom auf-

gebahrt lag, hat die Fürstliche Hand der liebenden Tochter die ver- huÜende Kopfbedeckung hinweg'gethan, das; man das edle Haupt in vaer Klarheit“ sehen kömxe. Seit der Stunye sind Tausende won p_retatvoUen Handen beschästi t gewesen, jede Lmie des hohen Helden- brldes klarzustellen und ach aÜe die kleinen Züge zu sammeln, die seme Gestalt so menschlich chön und liebenswerth erscheinen lassen; ether Was man auch immer wieder hört von seiner Gewissenhaftiqkeit, m_der er fick) selbst das_ Schwerste zumuthete, neben der liebeVOÜsten Rucksicht gegen denlgermgsten seiner Diener; Von jener Dankbarkeit, dre des klemsteq Drehstes mcht vergaß, bei einer Großmuth, die den Namen, derer mcht wgffen mochte, die fich gegen ihn ver ungen hatten; Von semer Bekenntmßtreue, verbunden mit hochherzigLZter Duldung; Vyn dem VoUbetpußjsein seines Königlichen Berufs im Verein mix ruhrender persönltcher Bescheidenheit - das CMS wird umrahmt und verklark Vogl dem Emen: „Unser Vater hoffte auf Golf, und da er hoffje, half er ihm aus.“ ' EL gruben die alten Gothen Cin sinniges Königs rah, als sie [hren Jürsten betteten unter dem Tiefen „Strom. Anch 1": er den edlen Leib des m. der Liebe Gottes ruhenden Kaisers geht ein tiefer Strom. Das „rst emes großen Volkes heikige Liebe. Sein Rauschen klingt wre em Dank eher und wie ein Treugelübde, und es geht aus in den Ik))salm:g ,UUZET Vater hoffte auf Gott, und da er hoffte, half er 1 m an .“

Er hat drei Menschenalter hihdurcl) den Wiederhall der Ewigkeit Vernommen. Zwischen dem Julitage 1810, da er Von der heißgeliebten MUtter Abschied nahm, Und dem Inlitage 1870, da er *in ihrer Gruft, fich rüstete znr gewaltigen Entscheidung; zwischen dem Be- kenntmß des Jünglings am Tage der Etnjegmmg und dem Simeons- bekenntniß des Sterbenden; zwischen der Stunde, da des jungen Helden Brust das Eiserne Kreuz schmückte, unh der anderen, da man guf die Brust des Vohendeten das Kreuz dehen legte, der ihm mit 1einem Namen geholfen hatte: weXCh eine Fülle vonGlaubenshoffnung und Gnadenhilfe!

Er ist in Leidensxiefen geführt worden, wie wenige; und er hat Höhen des Segens erstiegen, wie kaUm ein Anderer. Er hat es mit angesehen, wie LUisMÖ Herz bluteje an den Dornen der MM, die ihr der fremde Eroberer bot; er hat aber auch das gesehcn, wie aus den

“Thränen der Königin und dem Blut der Helden neben den Lorbeeren

der Freiheitskriege der Rosem'flrr eines neuen Glaubens- lebens emporwuckxz; er bßt ken 18. August 1807 erleht, wo ein welsches éönigreich * im Herzen Deutschlands_ gegründet wurde, aber auch den 18. Angust1870, Wo die Entjcheidungsschlacbt den Weg zurn Herzen Framkreichs auxthar; ihm ist die schmachvoüe Zei? nicht erWart gebliehext, in der ein Haufe von Cmpörern an das Königssch1oß im Geiste des Aufruhrs schrieb: „Nationaleigenthum'“. aber auch das mar ihm beschieden zu erleben, daß ein großes Volk fein Köuigshaus im Geiste der Liebe ansah als das Eigent um der Nation rmd ihn selbst als die Verkörperungseiner Ideale; er hat bin- durch gewußt durch jene Zeiten, in denen ein deutscher Dichter Von der Höhle sang, in der alles, was man sagte, zu Glockenwn fich Wandelte, und wenn einer vom Vaterlande sprach: „Da tönt die. tiefste Gruft entlang ein dumpfer Grabesglockenklang“; und nun ist durch ihn und seine Helden die Zeit hinaufgeführt, wo das Wort vom Deutschen Varerland Tönt wie Osterglockenklang, wie Dankeshymnen Und Jubelsturm. Ueber aßen diesen Tiefen und Höhen aber wökbt es sich wie ein lichter Bundesbogen: „Unser Vater hoffle auf Gott, und da er hoffte, half er ihm aus."

Dieser alte, treue Gött, FestgeMeinde, lebt nrch hehre. Noch heute führt er üher_Höhen und Tiefen, wre er denn unker Themes Königshaus in*die',en Tagen mit holder (Freude beglückt hat und zugleich heimgejucht mit bitXerem Leid. No heure hat er dieseselbst- verständliche, einfäkkjge Treue, wie fie unser Wort so schlicht zeichnet: „da fie hofften, half er ihnen aus.“

Ach, das; wir doeh auch die selbstderständ[iche, einfältige, kindliche Glaubenstreue unserer Värer hätten! Sol] der Herr, erwa unserer U::bußfertigkeit antworten mit dem Donrerhakl des Gerichts? SoYen unsere Kinder dereinst Von uns mit Jeremias klagen: „Unsere Vater haben falsche und nichkige Götter gehabt, die nichts nüZen können“.)"

Man soÜte doch meinen, es müßte aus den großen Erinnerungen dieses Iuberahres ein neuer Geist der Treue geboren werden. Es hat doch mencher mit den alten Ehrenzeichen auch das Angedenken (::-1 Stunden hervorgeholt, w_0 er unter dräuender TodeSaefahr das Wort erfuhr: „Ich hoffte (mf dich, und da ich hoffte, halfst du mtr aus“; wir haben die Augen vieler harferMänner naß Werden sehen beim Wiederfinden der alten Führer und Kameradenz solche THMMU machen doch maiengrün, machen tobte Liebe wreder hluh'n. '

Es ist herzherveglicb, wie alle Stände, vorn Köm'gshquse an bxs zu dem einfachsten Arbeiter, an diesem Gotteshause xmt Lrebe gehqut haben. D, daß doch alle Stände auch darin eins würden, das Reni) Gottes zu hauen im liehen Vaterlande! ' ' .

Das von unserem in Ehrfurcht geltebten Kaiser gest1f1e1e_ Bild stellt Moses dar, wie er für sein Volk betet. Gewix, ein Konig, der sein Volk recht führen will, muß auch beten fürksetp Volk., Es be- darf dessen aber auch, das; jeder treue Patriot tagltck) xür thzr betet. An diesem großen Gedenktage, der zugleich Vor 21 Jahren sem Em- segnungstag gewesen ist, woÜen wir ihm gesehen, 837 treulxchßzu thun.

Der ewaltige Hauptthurm der Kirche gipfelt m der Karyerxrone; über ihr Lieht das Kreuz und h_arüber der Stern. So rst es t'n'der That. Nur dann, wenn die Krone fich segnen laßt Vom herlxgen Kreuze, in Welchem aÜe Glaubenshoffmmg und Me Gnadenhrlsezu- samwenkommen, leuchtet über ihr der helle Hoffnungsstern emer glücklichen Zukunft. _ .

Die fünf Glocken Verbinden zwe! Accorde" zu wundervhhcm Klange; des freuten wir uns unter ihrem ersten chuten. quwrschen aber ließt noch ein dritter, und die drei Dommapten bltlden dre Melodie des Geläuts. So mögen denn drei gute Geister wirken unh Walken in diesem Gotteshause wie im_ großen Vaterlayde: hte drer, die da bleiben: Glaube, Hoffnung und Lteve! Undxrererptge Hrmme'ls- möchte mögen den Wiederhall gehen aus der xensetttgen Wélt'ltxl Segen für Kaiser und Reich: die Gnade unseres HerrnIesu Chrtstta, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Hexltgen Getsteßl Amen.

Am Schlusse der Ansprache vollzog der General: Srzper: intendent die Einweihnng, und dqnack) kmetetz dre Ge111l1chen an dem Altar zum Weihgehet meher. Wahrend desselben rrklangen die tiefen gemalttgezr Tone der großen Glocken „Königin Luise und Kaiser Wilhelm 1“, und rote voxt fernen Chören durchdrungen leise das Gotteshaus, dle chryge 'der herrlichen Orgel, welche der bekqnnte Orgamst, der'Komglrche Bibliothekar Dr. Retmann mrt Mexsterjchaftn syrelle, "und verbanden sich zum Schluß des Gebets, nx machttgen Tonen mit dem Gesang der Gemeinde: „Ihr, dre thr Chrtsti Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre.“ _

Wie bei dcr Einweihung der Gyadenktrche, sang auch hier der Domchor den Hochzecxs- uydkLtehlmgsspruch der hoch: fejigen Kaiserin Augusta: „Setd frohl1ch 1nHoffnung, geduldrg in Trübsal, haltet an am Geheiß, komponiert von A. Becker.

Die Liturgie hielt Supermtendent _Lange. Nach Her- selben sang der Domchor unter Beglettung ,der Stretch: instrumente des Musikkorhß des Garde,;Fustlter-Regtments den tiefergreifenden und schonen Chor: „»Htehe, wxr p„retsen selig, die erduldet haben“ aus dem Oratormm „Paulus von.

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«gesegneten Protektorat des erhabenen Kaiserpaares, der

„*schlafener Kyffhäusergreis, dein

' Große Erinnerungen

* Mendelssohn. Nach dem Gemeindegesang hielt der Oberpfarrer

MÜll„er_d1e„Predtgt uber das von Ihrer Ma'estät der Karserm' m dre von Allerhöchstderselben gestiftete anzelbibel emZeschrtebene Psaxmwoxrtx „Der Herr hat GroßeS an uns get an, des smd mr_r frohltck)“ (Psa m 126, V. 3):

Was am 22. Marz de_s'Jahres1891 unter der Losung des Palm- sonntags: „Stehe, dem Kom kommt zu dir“ und unter dem Wahl- spruch dk? Heldenkazsers: . 'm Glauben ist die Liebe und die Foffrzung m freudiger Begeisterung begonnen ward, heute steht's

errltch voÜendet por unseren Auaen. Dieser erhabene, majestätische Bau, soeben Sexverht und_ unter Gebet seiner Bestimmung übergeben, welch exne exltge Statte der Gnadengegemrart des Herrn und welch em 11atzonales Denkmal, das uns und alle zukünftigen Geschlechter ertnnern soll, an die unwergleichliche (Größe und das, unernreßliche, weltaeschtchtliche Verdienst des ersten Deutschen Katsers Wilhelm, zur Ehre GotteS! „Ich wiÜ meinen Mund auf-

“thun zuSprüchen und alteGeschichten auesvreckyen“ ruft der Psalmift .

in Ermnerung der großen Wohlthaten Gottes aus. Wo dieses Gotteshau's „heute zum ersten Mak seine Pforten aufgethan und ck ein fkÖk)„llch€r Festzug hineiybewegt hat, um Gottes Güte und acht an d1ese1n Hause zu preisen und zugleich die Wunder des Herrn an unserem VOK "zu rühmen, in dessen Ohr und Herz heute nach 25 Jahren wredertont „hom Fels znm Meer der Sedanjubel mit seinem Festehoral: „Welch eme Wendung durch Golfes Fügung“, da thun auch Wir unseren Mund auf zu Svrüchen und Verkündigen eine große, wunderbare (Geschichte'Gottes, daß fie nimmer vergessen werde, unrer dem Iuhc-[rnf des Psalmisten: „Der «Herr hat Großes an uns gethan, des find wir fröhlich!“ Eßefeeruhe-lrnf sei Und bleibe der Grundton unseres Herzens und e en . .Der Herr ist noch und nimmer nicht Von seinem Volk geschieden; Er bseibet ihre Zuherfiäht, Ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er Die Seinen stetig hin und her; Gebt unserm Goff die Ehre!“

Göttliche Liebeßmackot und menschhche TWUE haben dieses Gottes- haus in wunderbarer Schöne geschaffen und ferrig gesteÜr. Schön und ehrwürdig von aahen mit seinen edlen Formen, mit seinen himmeb .anstrebenden Thürmen, schön und würdig Von innen mit “seinem freundlichen Tageslicht, mir seinen gewaltigen Pfeilern und erhabenen Gewölben, |er «s vor Uns. Viel Wackere „Kräsle haben einträchtig hier zusamrnengewirkt und gearbeiter. Die große Opferwilligkeir ron Nah und Fern, die hikfreiche Hand der Staats; und städjischen Behörden und der kirchlichen Gemeindeorgane, der ra1tlose Eifer des (Evangelischen Kirchenbau-Vereins unter dem _ bewährte Kunstsinn des Vamneisters, der Fleiß der Banlcute, Fürst und Volk in trener Fürsorge und pietätvvkler Dankbarkeit gegen den glorreichen Schöpfer deutscher Einheit, das «MS hat unter Gottes Segen diesen hehren, heikigen Tempel gefördert und “Vollendet, eixte neUe Erbauüngs- und Zufluchtsstätre zu dem Herrn Zcbaojh, dem harmherzigen Vater in Christo Jesu, inmitten des Wetten, ruhelosen Yäusermeers zweier großer Refidenzen. Habt Dank, „tiefempsundenen Dank YÜe, die Ihr uns diesen Tag durch Eure Liebeswerke so herrlich bereitek! Gott sei Euch ein reicher Ver- gelter m Zext und Ewigkeit! Du aber, ehrwürdiges Gotteshaus, du festhch geschmückte Braut deines himmlischen Bräutigams, sei uns gesegnet und gegrüßt! In und mit dir bringen wir heute “vor Allem ein Opfer des Dankes und des Bekenntnisses dem _König aller Könige zu Ehren, ein Weithin sichtbares, .gewaltrges Zeugnis; aUen nachkommenden Geschlexhtery , daß der Herr Großes an uns gethan hat. Welch ein vaxerTandijcber Ge- denktag heute, der Weihetag dieses Gotteshauses! (“99 fest wre die1e Mauern War die Mauer, die hent Vor 25 Icchren fich uxn die Feste Sedan [cgke Als in der Nacht die Wachifeuer der Deutxclyen rings- herum bram1ten, sah es auI, (1124 Wenn die dunkle Stadt in eine feurige Mauer eingeschkyssen wäre. Und diese Mauer war die edelste, welche es geben konnte. Sie bestand aus allen deutschen Stämmen; Ne war 9111, es waren keine Lücken darin„ fie war überaÜ gefestigt mit dem Mörtel und Kitt brüderlicher Treue. Das hatte Gott gegeben, doch er woÜte noch weit mehr thun. Wie gar uzrbegreiflich smd seine (Gerichte und unerforsch- lich seine Wege! Ein Kaiserthum ward zu Grabe getragen, aber m Erfüllung ging, was Dexttschlands Patrioterr schon [angst erhofft nnd erstrebt hatten. Versunkene -Herrlichkei_t des Vaterlandes, mm schauen wir dich wieder im Glanz der Kaiserkrone! Du lang ent- Träumen hat geendet; zer- stoben ist der Raben Schaar und leuchtend Fritt vor seines Volkes Augen im Silberhaar der Kaiser. „Der Herr hat Großes an uns gethan.“ Und immer Weiter reicht Gottes Segen. Wie hat der Herr die theure Greisengeséast des damaligen Siegers uns noch Jahre lang in Wunderbar schaffender Kraft er- halten! Wie steht der neunzigjährige, Von aher Welt umjubelte Fürst vor uns: demükhig vor seinem Gott, eine unbeschreiblich rührende und gervaltige Gestalt auf der Höhe, ein beseligter Erbe ewiger Gnade! Ia, selbst in den ernsten Prüfungen des Jahres 1888 hat der Herr noch Großes an uns gethan. Wenn der deutsche Kronprinz, der hoffnungIVoÜste Fürstensohn auf dem Er_denrund, ein echter Hohenzoller, schlicht und gerecht, an der Seite jeines Kaiser- 1ichen Vaters dastand als ein Geh) in der Siegfriengestalt, Volk ritterlicher Kraft Und Milde, so hat die goktergebene LeidenSgestaLt des todtkranfen Kaisers unseren: deutschmr Volk in Tausenden seiner Glieder ein ergreifend schönes Bild 1e1tener Pflichttreue__und der bcwundernswürdigsten auhharrenden Geduld 'für nmner in die Seele geprägt. Und wie herrlich erschettzt uns__der neue Zeitabschnitt im Lichte der Prtsör1lichkeit"des Kaiserxrchen Sohnes und Enkels, der, den schwer Und gkorreich erkamwften Stegeskranz der Väter unherrvelkt und unentweiht um die Stirn tragen?, sert 7 Jahren die Geschicke unseres Vaterlartdcs [enkt als _ein fürstltcher Yerwaher .großer Friedensgedanken nach außen und mne"! Gott 1egne :h'n dafür! Gott segne ihm vor aÜcm auch dre erneuernde Arbmt

ap den kirchlichem und fittlichen Zuständen her Gegenwart, die „unser Kaiser mit seiner hohen Gemahlin srlsch U"?- “freudtg, klar und kräftig auf fich qenommen hat! .Der Herr

hat Großes an uns gethan“. Aber, Volk Grttes, dich braucht dervKaiser znr Durchführung seiner großen 'Ilbnchtrn. _C'r Lebraucht em christlich Volk, das nicht nur heute am Juhchest ekennt: „DLS find wir fröhlich“, wo der Königsthrrn dasteht, um- spielt VVZU Sonnenlicht, Von Glück und Glanz, getragen von dem Jubel emes ganzen Volks _ sondern fröhlich auch am Tage von Golgatha, auch, dann, wenn es hindurch ebf durch„E11t- täuschungen [Md bittere Erfahrungen und Lchpwere Kaane; "fröhlich auch dann, Wenn, suY des Königs aÜer Könige Wort uns zur heiljamen Prybe wteder vlt: „Selig seid Ihr, wenn Euch die Menschen 1111) MLMLÜWlÜLU schmähen und verfolgen und reden allerlei Uebles volver Cheb, so fie daran lügen“; fröhlich auch dann, wenn Aygst und Tod mit starrsn'Augen uns gegenüberstehen. „Du ewig retcher Gott, WOMAN; bei unser Leben ein immer fröhlich „Hex und edlen FULÖYU WWU!“ _, Die Unzufriedenheit ist ja erschrecklicb ros; 117 unserer Zett. Troß des vielen „Ringens und Schaf?ens wrrd dock), keine „rechte Zufriedenheit erzeugt. Ein ungenügsames Begehren ist der etgentliche Grundtrieb .unseres Geschlechts geworden, und daruber geht viel Fröhlichkeit zu Grunde. Es liegt eine tßefeErmatFung uber unserm innern Leben. Unserm Glauben fehlt dre jugendl1chLFSchwungkraß der immer frische, fröhliche Muth zum Zenger] und Bekennen. , aber der offen- “kundige Mangel an fittlicher Energie, an gryßen Ükkllkhkn Charakteren.

So wird der euti e etta zu emem Tag der Bei tg, h ?"mdFdser gheilige Boden neu beginneZen

Lebens. Im Cyangelium unseres Herrn liegen „aÜein die Heils: und Segenskräste, die Unser Volk zufrieden und frohlzch machen und_ höher „denn je emporheben können. Die Lebenskraft emes Volks, wre das

deutsche, kann nur wurzeln in dem ereinra en eines höheren, unbeweglichen Reichs, das seine Kra e: lanbenßtreue, Ge- wiffenSernst, barmherziae Liebe, dem einzelnen Tag und seinen Auf- gaben mächtig unterbaut. Durch die Gnade werden wir entsündigt und werfen fröhlich Panier auf. So wollen wir Ernst machen mtt der persönlichen Heiligung, mit der Versöhnung durch Jesum, unseren Heiland! Zum Herrn, dem dieses Haus geweiht, müssen wir fleißig kommen im Kämmerlein und in der Gemeinschaft der Gläubi en, in Wort und Sakrament. Von hier aus ergießen fich die tröme des Lebens, der Freude und des Friedens in Herz und Haus, in (Gemeinde und Volk. Von hier aus fällt ein heller Strahl himmlischen Lichtes auf die Gräber der tapferen Helden, die im heiligen Kampf für Deutschlands Ehre und Größe dahingesunken find und uns mit ihrer Geisterstimme heute mahnend zurufen: „Deutsches Volk, halte, was Du hast, das; niemand Deine Krone nehme.“ Woblan, liehe Festgemeinde, wie diese hohen Mauern und Pfeiler die Kirche des großen, ersten deutschen Kaisers tragen, so wolTen wir als Träger deutscher Sittlichkeit, deutscher Frömmigkeit und deutscher Einheit das Erbtheil unserer Brüder und Väter pflegen; dann wahren wir als die Grundpfeiler deutscher Größe den Gewinn aus der Vergangenheit, den Frieden in der GegenWart und eine gute Bürgschaft für die Zu- kunft. Wohlan, wie dieser gewalti e Bau aus ehenmäßigen Steinen innig und fest zusammengefügt ist, ?() wollen wir uns als die lebendi- gen Bausteine mit einander erbauen zu einer Behausung Gottes im (Geist! Unser Gelübde heute am Dvppelsesttag vor aÜer Welt: Wir woÜen treu und Wacker die Fahne des evangelischen Christen- thums hochhalten und fest zusammenstehen: „Mit Gott für König und Vaterland.“ Amen.

Gesang der Gemeinde folgke. Dann sprach der (General- Superintendent ein Dankgebet und das Vater Unser. Der Domchor sang den 149. Psalm: „Singet dem Herrn ein neues Lied“; darauf folgte der Segen, und nach demselben beschloß der von der (Gemeirrde und den Chören unter Orgel: und Musik: begleitung gesungene, machtvolle altniederländische Choral: „Wir treten zum Beten vor Gott den Gerechten“ die Feier.

Mit dem (Gesang des drjtten Verse?) verbanden fich dle mäch§xeu Klänge der Glocken.

- ährend die Majestäten Un?) Fürstlichkeiten unter dem Geläute der Glocken und den herrlichen Klängen der Orgel den Hauptgang der Kirche entlang schritten, intMierten draußen dte Kriegervereine, Schnlcn und Truppendeputationen in viel: tausendstimmigem Chor dcn Choral _„Nrm danket alle (Gott“, begleitet durch die MUsikkorps des KoMck'schen Bläserhundes, des 1. und 2. Garde-Felerti[lerie-Regimems und de;? 1. (Garde: Regiments z. ".

Die Mathäten, die (Hroßherzogin von Baden, die Fürst: lichkeiten und Höchsten (Gäste Traten auf die Freitreppe hinaus. Bei dem zweiten Verse des Chorals hörten die Glocken allmählich auf zu läuten. Darm aber durchhrauste die Luft der begeisterte Gesang der „Wacht am Rhein“. 52an der Kirche war während drs Gesanges allmählich die Festgemeinde durch die verschiedenen Porrale heransgetreten, und Viele stimmten in den begeisterten Gesang mit «:'m. SciNe Majestät der Kaiser nahm dann vor der Kirche den Paradcmarsck) dcr Ehren-Kompagnie ab, welcher die Fahnen und Standarten der Leib-Regimenter vorausschriiten. Sobald die Grenadicre vor: beigezogen waren, stimmte die Musik mit den Vereinen Und Schulen „HLil dir im Sirgcrkranz“ an; allmählich fielcm die GLocken mit ihren 111ächtigen Klängen ein, und bei der Abfahrr der Majestäten schmeiterten die Trompeten das herrliche alt: niederländische Vaterlanchhed „Wilhekmus von Nassauen“. Ihre Ma1estäten und Ihre Könighrhc Hoheit die Großherzogin von Baden fuhren um die Südseite der Kirche herum, Um auch hier die aufgestellten Kriegcrvereinc, Schnlcn und Zn: Zchauer zu begrüßen, und begeisterter Iubel Mischke sich in

ie Töne des nun mit allen Glochen mächtig erklingenden Geläuts.

Der Freude Über die Vohendung des herrlichen Denkmals und der Dankbarkeit gegen die Vielen, welche an diesem Werk mitgeholfen, haben Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin durch die Verleihung zahlreicher AuBzeichnungen und sonstiger Gnadehheweise und Erinnerrmgen Ausdruck gegchcn.

Die diesjährige große Herbstparade Über das ge: sammte (Hardc-Korps fand heute, Vormittag?- 9 Uhr, auf dem Tempelhofer “elde, westlich der Chatxffee, vor Seiner Majestät dem Yaiser und König statt.

Die Truppen waren im Paradeanzug mit (Gepäck, Fuß: _trnppen und BedienungeZmannMasten der fahrenden Batterien m weißen Hosen, das 1. Garde-chiment 5. F. und das Kaiser Alexander Garde-(Hrcnadicr-Regimeht Nr. 1 mit den Blech: müßen; Hoboisten, Regiments: und Bataillons-Tambour, Fahnenträger ohne Gepäck, das Regiment der (Y_ardes du Corps und das (Harde-Ki'trassier:§)“kegi1-nent mit Küraffett.

Die Parade befehligte der ko1nma11dierende General des (Harde-Korps, General der Infanterie von Winterfeld, General: Adjutant Seiner Majestät des Kaisers und Königs (Chef des Generalstabes Oberst von Wohrsch).

Die Parade-Aufstcllung erfolgte in zwei Treffen:

Das erste Treffen bestand aus der 1. Garde-Infanteric: Divijxon und der 2. (zusamnrcngcstelltch) (Harde:Infanteric: Divipon.

Die ]. Garde-Infan!eric:Division befehligte der (General: Lieutenant von Kliying, Kommandeur der 1. Garde-Infantcrie: Divisron, die 2. (Harde:Infanterie-Division der General: Lieutenant von Bomsdorff, Kommandeur der 2. Garde: Infanterie:Djvision.

Das zweTte Treffen kommandierte Gencral-Lieutenant Graf von Wartenberg, Kommandeur der (Harde-KavaUeric-Divifion.

Auf dem rechten Flügel des ersten Treffens standen die Leib-Gendarmcrie und die Stäbe, daneben die 1. Garde:Infanterie-Brigade ((General-Major Freiherr von Bülow), bestehend aus der Haupt-Kadcttchnstalt éderst Freiherr von Boenigk) , dem 1. Garde: 5 egimcnt z. F. (Oberst : Lieutenant von der Lancken vom 1. (Hardc-Regiment 3. F. für den erkrankten Kommandeur, Oberst von Kessel), dem 8. (Harde : Regiment z. Oberst : Lieutenant von Bochn vom 3. Garde : 51cgimcnt Zür den erkrankten Oberst von Tmardowski), dcm Lehr: Infanterie-Batailion (Oberst:Lieutenant von Uslar), der Unteroffizier-Schule zu Potsdam (Major von Heydebrcck), dem (Harde-Iäqer-Bataillon (Maxor Freiherr von Plettenberg), _ die 2. Gardc-InfanterieBrigade ((General-Major von Alvensleben), bestehend aus dem 2. GardeRegiment . F. (Oberst yonHart: mann), dcm Garde-J'üsilierMegnncnt (Oberst von Krostgk), dem 4. Garde-chimcnt 3. F. (Oberjtrpz) Bülow). Dem Kommando der 2. (zusammengestelltcn) Dwrjton maker; unterstellt: dre Z. (Harde:Infanterie:Brigadc (Generngaxor Herwarth von Bittenfeld), bestehend ans dcm Karrer Alexander Garde- Grenadier-Regiment Nr. 1 [Oberst pon Sausm), dem Königin Elisabeth Garde-GrcnadierReg(ment Nr. 3 (Oberst

reiherr von Buddenbrock:. ctkcrsdorf) und dem Garde: cküßen-Bataiüon (Oberst- ieutenant von Pawlowski), die-. 4. Garde : Infanterie : Brigade (General : Major Frredrich Leopold, Prinz von Preußen, Königliche Hoheit), gebildet aus: dem Kaiser Franz Garde : Grenadier : Regiment Nr. 2 (Oberst 2Freiherr von Buddenbroch:Hettersdorf) und dem Königin ugusta Garde:Grenadier-chiment Nr. 4 (Oberst:Lieutenant Lölhöffel_ von Löwensvrung desselben Re: gimentS), die auf Allerhöchjten Befehl aus den 4. Bataillonen der Garde : Infanterie : Regimenter zUsammengesteUte Brigade (Z Regimenter “Zr ZBataillone) unter dem Befehl des Obersten und Flügel-Adjutanten von Braunschweig, Kommandeure“; des Königin Augusta (Harde-Grenadier-Negiments Nr.4, und zwar 1. kombiniertes Regiment: 4. Bataillon 1. GardeMegiments 5. F., 4. Bataillon ?. GardeMegimentS 3. F., 4. Batarllon Garde- FÜsilicr-Negiments (Oberst-Lieutenant von Loewenfeld, etats- mäßiger Stabsoffizier des Garde:FÜsilier-Regiments). 2. kom: biniertes Regiment: 4. BataXllon Kaijer Alexander-Garde: Grenadier-Regimenxs Nr. 1, Z. Garde-Regiments z. F., 4. (HardeMegimentS z. F. (Oherst-Lieutenant von Klrift, etats: mäßiger StabSOffizier des 1. Garde-Negiments z. F.). 8. kombiniertes Regiment: 1. Bataillon Kaiser Franz Garde-Grenadier-Neginwnts Nr. 2, Königin Elisabeth (Harde: Grenadier-ReNiments Nr. 3, Köniain Angusta (Harde-(Hrenadier: Regiments: “Nr. 4 (Oberst : Lieutenant Stein von Ka: mienski, etatsmäßiger StahsOfszier des Kaiser Franz (Hardc:(§re11adier:Regimcnts Nr. L) und die zusammengestelltc Brigade (Oberst Taubert, Konnnandeur des Eisenbahn:§)öegi: mcntéx Nr. 3“), zusammengestellt SUS dem Garde:Faß-Llrtillerie- Regiment (Oberst Rathgen), der F11ß-Artillerie:Schießschale (Oberst Gunkel), dem zusammengesteUten Eisenhahn-Regiment ZOherstÉieutetmnt Schubert, Kommandenr dec; Eisenbahn: 8Zegimenté, Nr. 1).

Im zweiten Treffen standen: die 1. (GardeKavaUerie- Brigede (Gexreral:-Major von Sick), bestehend aus dem Re i: ment der (Hardes du Korps (Oberst-Qeutenant von Mißla ') Und dem Garde:KÜrassier-Negimemr (Oherst-Lieutenant Graf von Klimkowström), die 2. Garde:KavaUerie : Brigade (Oberst Rahe von Pappenheim), bestehend aus dem 1. Garde : Ulanen : Ncgimerxt (Oherst:Lieutenant VON der Schuleubrxrg), dem 8. Garde : Ulanen-Iéegimcnt (Oberst: Lieute11ant von Nahmer), die 3, Garde : KavaUerie: Brigade (Ohcrst von Moßner), bestehend aus dem 1. (HardeTragoner-Nrgiment Königin von Großbritannien Und Irland (Major Von Falkenhmm), dem 2. Garde: Drag0Nrr:Regimcnt (Oberst Heinrich KTR“. Prinz Reus; D.), Und die 4. Garde:KavaUerie:L3rigade (General-JFZNjor Freiherr von Bjssinh), bestehend aus dem Leib-Garde: Husaren : Regiment (Major von Wallenherg) rmd dem 2. Garde : Ulanen : Regiment (Oberst : Lieutenant Freiherr WN Langermann und Erlencamp“), anschließend hier- an die Feld : Artillerie und der Train unter Oberst VM Saldcrn-Ahlimh, Kommandear der (HardeéFeld: ArtillerieBrigade, gebildet aus dem 1. (Harde:Fcld:Arti1[erie- Regiment (Oberst von S[hterman:ch?aUgewehde), dem 2. Garde: Fe[D:ArtiMrie-Ncgiment (Oherst-Lieutenant Graf und Edler Herr zur Lippe-Biesterfeld), der Feld : Artillerio : Schießschulr (Oberst Schmid) und dem (HardeTrainBataiUon (Oberst: Lienienanf Einald)._

Es waren aufgestellt: das erste Treffen in arxfgeschlossener

Tiefkolonne, die Luftschiffer-Abthcilung in Komwagnie-Kownne, daI zweite Treffen: Kavallerie "m nach Der Flamfe ah: geschwenkker RegimenkI-Kolonnc, Artillerie Und Tra'm in Breit- Kolonne. Die EhreNhezeUgUngcxt WU?.“OM Pers: im 053715617, dann hrigadexveisc ausgeführt. _ Das chite Treffen xvrxrde vom linken Flügel ars ge: xehen. Hierauf erfolgte ein einmaliger Vorheimarsck) Und zrmrr das Erste Treffen in Kornvagniefwnten. Das Zweite Treffen: Kanlcrie in Eskadronsfronten mit halbem Tkeferx: abstand, Artillerie in Batteriefronten, Trairr in KomUaZnic: fronken _ s(ixxxmtlich im Schritt.

Nach dem Vorbeimarfck) versammelten sich die Gemeralc, Regimetus: und sckhständigen Bataillons:K0m:11a11deure „zm Ker bei Seiner Majestät dem Kaiser und König umd, Meran avschließend, famden 111ilitärische Meldrmgen start.

Die Truppen formierten fich hierauf zum Ilhmarsrh Und rückten mit klingendem Spiel in ihre Quartiere ab. 'Die Leid: Kompagnie des: 1. Garde-chiments 5. J mit dem Fahren der “'rußtruppen und Uerstärkter Regimenwjmtsif shxmr drr Leih: “Hkadron des Regiments der Garch dn Corrs m€x Oer. Standarten, frrner dic ],.Kompagnie drs Kaisechrachr (Zjardc: GrenadierRegimcnt-Z Nr. 1 (ohne Spiellente UW MUR?) “.:::r- die 1. Eskcrdron drs Garde-Kfirassier:Regimemts (Ohne From: peterforps) versammelten sich nach Brehdignng dcr Vara»: an*. Steherhaase und 11141rschiertcn erst auf *.*-(Uerhhäxsxert BrfchZ ab.

Seine IIZajestät der Kaiser ritten ver Dcr Fahrer: Komwagnie. ch 1. Kompaghie "Oer“- Kaisrr Léxrrxmder (Harde : GWUÜVÖCL' : :)krgimems Nr. 1 hatte s€ch der Fahnen : Kompagnie, die 1. Eskadrht: Ocz Garve: KürassierMegimcr-lch Oer Sto.Warten:E§k-adr0n a::gesärérkar. Der Marsch erfolgte vom Tcmwelhofrr “"NO «x:?- Mrs.“, O4.- Friedrickstraße und dcmrxärhs: anf drm 9520261va 'Der Z::xder. entlang narh drm KöniglichrnSäWß. Am TcnknW. Jrlxdxkäz's des (Hroßcn schten fich OTO Konwagtxtcrr i:1.*10mv.7.1::ér )*ZI-LQTLTTO dic Eskadrons i11erx3-“310wnne, dir Fahren in:) «(Meru *.*-or die Front der Leib-Kompagnie, dic merdartcn vor DM". 1. Z::ge der Lcib-ESkadron. In dieser For'rnatwn :UUrO-c his Tr. Oje Nähe des Porjals 1' ch Kömglirhcm Zchwskes ULÜW'FÜOTT; demnächst erfolgte die Abhrihgunarcr Fahnen um Zxaxtdarrrn. „Hierzu rückten heide Kormmgnien bezrv. Eskahrons l:“. der. Schl0ßh0f- .. . , -

Heute Nachmittag 6 Uhr nndct im Komgiihen Schloß das Übliche Paradedincr statt.

Zur “Z5jährigen Gedenkfeier hrsTageI von_ZcOan trägt die Rcichshauptstadt seit gcytcrn rcichctr kachYMckl wohin man sthant: Flaggen uni) Blumengcwmhe. _zchon gestern durcbmogten festlich gekleidete Schaare_n dlc straßen der Stadt, um die Dekorationen anzu_1chaucn. _Dtc ganze Nacht hindurch rmx) bis itz__dcn heutigen Vormrtmg hinein regten sich viele Tatt1c_nde Ücjßthr chndc, um dre Aus: schmückung rechtzcitig herzustellen. -ln vielen Punktrm rer Stadt sind Laubgcminde über die Straßen gczogcn, 1:3 am BeUc-Allianceplas, am Eirgapg der thcdrtchnxaße_, wo „Rem siegreichen Heere“ auf smmgc Wc11c_ ein GZrux; _cmhotcn wird, ferner am Schnittpunkt der Jermalemch mx) :cbußcxz straße und am Eingang zur Kaiser Wilhelmstraßr. wow dw Guillande ein goldenes Velartmn mit dcm Adler :räxzr. “QMM