den Abschied aus d. aktiven Heere m. d. willigen: dem Oblt. Schubertb d. 8. Inf. egts. Großherzog riedricb 11. von Baden unter Uebetfübrung zu d. Offizieren d. ndw. Inf. 1. Aufgeb. und unter Verleihung d. Ausficht auf An- stellung im Zivildieniie, dem Lt. v. Bomb ard d. Jnf. Leib-Regts., ohne Gehalt beurl., unter Ueberfübrung zu d. Res. Offizieren diese?) RYbsscb d F t b d _ en ie untsr _or gewä rung . Pens. zu bewilligen: dem Mal. z. D. Schaller, Bez. Offiz. b Bez. Kombo. Dillingen, m. d. Erlaubn. z. Tr. d. Unis. d. 2. Pion. Bats. m. d. für Verab- schiedete vorgeschriebenen Abzeichen; zu entheben: von d. Verwendung im Kr. Min. den Obersten 3. D. Rehm, von 1). Verwendung b. Gen. Kombo. 111. A. K. den Obersilt. 3; D. Barß, letzteren unter Verleihung d. Cbaraktsrs als Oberst, beidx m. d.'Er1aubn. z. Forttragen d. 5151). Unif. m. d. be- siimmungSmaß. Abz€ichen; 'zu ernennen: „zum St. Ofstz- b. Bez. Kombo. Nürnberg den Mai. z. „T). Prosrnger, zum Bats. Kom. im 3. Fußart. R. den Ma]. Kolsck) b., Stabe d. 2. Fußart. Regts., zum Bez. Offiz. b. Bez. Komdo. Dillingen den Hauptm. Marienbeimer, Pl. Maj. in Germersheim,. unier SteUung z. Disp. m. d. qeseßlx Psns, zum Pl. Max; in (Germersheim den Hauptm. Mark, Batik. Chef im 3. Fußart. R., zum Est. Chef im 2. Schrvexen Reiter) R. Erzherzog Franz Ferdinand von Oesisrreich-Esie de_n Rttim. Grafen v. Pocci b. Stabe diesks Regis, ?)? Battr. Cbkfs die Obits : Zeileis d. 2. Fußart.Regts. in diesem cat. unter Belassung UU Kombo. als Aufficbts-Osfiz. und Lebrer an 1). Art. und Zug. Schule bis, zum Schlusse d. Unierrichtsjahrks, Yielke d. 2. Fußart. Regis. im 3. Fußart. R., beide unter Be- forderuan zu _éauptleuien ok)!)nYPbatent; M1 Fk zu eaux ragen: m. . ü r. d. i. iegérschuke d. lie er- Bats. den Oblt. Cbrisienn dieses Bots,; J J zu berufkq: z. Dienstl. im Kr. Min. den Obersilt. 3. D. Klee- mann, zugeteilt d. Gen. Kombo. 1. A. K.; zuzuleiken: dem Gen. Kombo. 1. A. K. den Obersten 3. D. Gloß, dem Gen. Kombo. 111. A. K. den Obersilt. 3. D Pau- schinger, St. Offiz. [ck. Bez. Kombo. Nürnberg, m. d. Unif. d. 14. Inf. ngts. Hartmann, der Zeutralstelie d. GM. Stabes den Hauptm. Sch midt d. 11. Inf. Regis. von der Tann unter Be- lassung im Kombo. z, Eisenb. Abt. 1). K. P. Gr. (Hen. Stabes; zu kommandieren: den Oblt. Maier. Regis. Adj. im 3. Jußart. R., zum 1. Oktober 1914 als Aufficbl's-offiz. und strer 3. Art. und Zug. Schubs; zu bersexßen: die Hauptleute: Petri, Cbef d. Mil.F1ieaer- schule d. Flikger-Bats., als St. Hauptm. zum 2. Inf. R. Kronprinz, Sali) bei d. Insp. d. Techn. Inst. zum Stabe d. 3. Fußart. Regis, Ho 13, “Battr. Chxf im 2. Fußari. R., zur Jnsy. d. Techn. Inst., den Rittm. Rosenbusch, Esk. Chef im 2. Schweren Reiter-R. Erzherzog Franz Ferdinand bon Oesterreich-Este, zum Stabe diefes Regis. unter Beförderung zum Yiaj. obne Patsut, den Obit. Fibrn. Krefi v. Kressenstein d. 1. Schwkren Reiter-ngts. Prinz Karl Von Bayern zum Stabe dikses Regis. unter Beförderung zum Rittm. obne Patent und unter Vélassung im Kombo. z. Kr. Akad., die LW,: Demmel vom F1ieger-B. 311111 13. Jnf. R. Franz Josspb 1, Kaiser von Ossierreicky und Apostolischkr König von Ungam, Bebl d. 9, Ins. ngts. Wrede, Schnell d. 17. Inf. Regis. Orff, beide zum Flieger-B; zu befördern: zum Maj. obne Patknt den Haupim. Weippert, Yrt.„Offiz. v. Pl. in Ingolstadt, zum Haupim. ohne Patent und uberzabl. den Oblt. Lang d. 3. Fußari. ngts. untsr Belaffunq im Kombo. z. Kr. Akad., zu Fähnrickxen die Fabnknjanker, Untkr- Offiziere usw.: Sailer, März, Meyer d. 21. Inf. Régis. Grof;- bexzog Friedrich Franz 117. Von ?))kkcklknburg-Scbwerin, dii-se Mit Patsnt Vom 25. Mai d. J. , Wövcber d. 9 Feldart. Regis, Aman, Dingler d. 1. Jäg. Vats. König, Schrott des 4. Cheb. Regis; König, * reitb d. 5. Feldari. Regis. KönigAlfons 21111. von Spanien, Kais er 1). 18. Jnf. Régis. Prinz Ludwig Ferdinand, Wendler . d. „5. Cheb. Regis. Erzherzog Friedrich von Oesterreich, Nuederer, Weissenberger d. 12. Inf. Regts. Prinz Arnulf, v. Raum er 1). 19. Inf. chts. König Viktor Emanuel111. yon Italien, Döppina, Kuck) d. 14. Inf. ngts. Hartmann, Fürst d. 19. Inf. Regis. König Viktor Emanuel 111. von Italien, Ranft d. 14. Inf. Regis. Hartmann, Wachter d. 1. Pion.Bais., Pirner d. 19. Inf. Regis. König Viktor Emanusl 111. Von Italien, Seriortus, Pobenner d. 3. Inf. Regis. Prinz Karl bon Bayern, Vogg d. 19. Inf. Regis. König Viktor Emanuel 111. Von Italien, Lell d. 6. Inf. Regis. Kaiser Wilhelm, König von Preußen, Woblsecker d. 2. Jäg. Bals, Niedermaver d.3.Train- Abt., Grafen Bopp zu Oberstadt, Frbrn. v. Seefried auf Buttenbeim d. 1. Ulan. Regis. Kaiser Wilhelm 11, König von Preußen, Wißmatk) d. 3. Fußart.Regi§-, Reck d. 2. Fußart.Rch-gts., Glas, Kleyla d. 1. Fubart. Regts. bakaiit Bothmer, Brißel- mayxd. 16. Inf.,Regis. Großherzog Ferdinand von Toskana. Rist d.'2. Gcbwsrsn Reiter-Negts. Erzherzog Franz Feidinand Vl)" Oester- retch=Esie,K ö nig d. 12 Feldart.R1-gts., Sch ne 1 l e n bach d. 2. Jäg.Bats., Mayer d. 2. Fußart. Regis, Raithel d. 1. Fußart. Regis. bakant Bothmer, Pfeiffer d. 2. Fkldart. Regis. Horn, Frbrn. v. Küns- berg d. 1. Ulan. ngts. „Wiser Wilhelm 11., König Von Preußen, Angermund d. 6. Inf. Regis. Kaiser Wilbxlm, König yon Preußen, Yiünch, "Bauer d. 8. Ins. Regis. Großherzog Friedrich 11. von Baden, Ruger d. 3. Fußark. ngW, Harder b. 12. Feldart. NRW., W olff d.8.Jnf.Regts.Großberzog Frisdricb 11. von Baden, MesM e r d. 3. Fußart. Regis, Dsnderer d. 3. Inf. Regis. Prinz Karl von Bayern, Dostert d. 2.“ Trainabb, Manz, Frbrn. v. Seckendorf d. 4. Feldart. ngts. König, Frhrn. v. Sartor auf Geinsheim 8. 2. Schweren Reiterregts. Erzherzog Franz Fsrdinand bon Oester- etÖ-Esie, Riederreiier, Rasberger d. 3.Pion.Bais., Reiner, Nkeise d. 4. Pion. Bais., Welcker d. 6. Feldart. Regis. Prinz FSrdinand von Bourbon, Herzog von Calabrien; zur Disposition zu stlÜLn: den Obersilt. a. D. del Moro, den Feuerw. Hauptm. a. D. Engelhardt;
b. bei den SanitätSoffizieri-„n:
am 26. d. Mis. zu beriyßen: den Ob. Arzt Dr. Kohl vom 2. Cheb. R. Taxis zum 11. Inf. R. von der Tann, den Assisi. Arzt Dr. Huttner vom 5. Fcldart. R. König Alfons 21111. Von Spanien zum 2. Cheb. R. Taxis;
zu befördern: zu Oberärzten die Assistenzärzte: Dr. Mezger d. 19. Inf. Regis. König Viktor Emanuel 111. von Italien, Dr. Zoellner d. 1. Ins. Regis. Könia, zum Assisi. Arzt den Unt. Arzt Dr. Full d. 16. JnßRegtS. Gboßherzog Ferdinand von Toskana;
den Abschied unter Fortgewabrung d. Pens. zu bewiüigen; dem Ob. St. Arzt 3. D. Dr. Riegel m. d. Erlaubn. i. Fortiragén d. bisl). Unif. m. d. fur Verabschiedete vorgeschriebenen Abzeichen;
0. bei den Veterinärofßzieren:
am 26. d. M. den Abschied m. d. geseßl. Pens. zu bewiüigen: dem K. St. Peter. Schwarz, K. Veter. d. 111. A. K., m. d. Erlaubn. z. orttragen d. bisl). Unif. m. d. für Verabsekiedete vor- eZchrsi1elltzenen ' bzeichen unter Verleihung d. Ranges als charakteris. er .; zu ernennen: zum K. Peter. 1). 111. A. K. den Ob. St. Veter. Zix, Reats. Veter. d. 7. Felbart. Regis. Prinz-Nebent Luitpold, unter Beförderung zum K. St. Beier„ zum Regis. Veter. d. 7. Feldart. Regis. Prinz-Regent Luitpold den St-Vcter. Jäger, Abt. Veter. d. 1. Train-Abt., zum Abt. Vater. 1). 1. Train-Abt. den St. Veter- Dr. Stark 1). Mi!- Reitschule; zu verseyen: die Stabsveterinäre: Ma er! vom 1. Feldart. R. Prinz-Regent Luitpold zur Mil.Rcitschu1e, indner von d. 1. Train- abt. zum 1. eldart. R. Prinz-Regent Luiipold unter Belassung im Kombo. zum aiserl. Gesundbeirßamt bis 31. August 1914; ReitijJ YzjureiZenl: den Zt. .Veterk.)i ZN. TuhtZHd. ]. Schtveren erreg . rnz ar yon ayern, s er 0 ne 2 alt beurl. in dieses Regt. zum 1. Juli 1914. h “
YM" Pais- zu be-
Köxigéeickx Preußen..
Seine Majestät der König haben Allergnädigst géraht:
den Pfarrer und Dechanten Bernhard Pieß in Rheine zum Ehrendomherrn bei der Kathedralkirche in Münster und
den Korzsxstorialrat Karl Wagenmann in Hannover zum außerordentlichen Miigliede des Landeskonsistoriums ebenda zu ernennen sowie
dem Landesbaumeister, Baurat Karl Wolff in Fulda den Charakter als Geheimer Baurat und
dem Oberlehrer am Paulinischen (Gymnasium in Münster, Professor Dr, Joseph Rinke anläßlich seines Uebsrtritts in den[ _?)iuhestand den Charakter als Geheimer Studienrat zu ver et )en.
Auf Ihren Bericht vom 9. Juni 1). I; Will Ich der Stadt 11erding'en im Regierungsbezirk Düseldorf, welche die Genehmigung zum Bau und Betriebe einer Judustriebahn er- halten hat, das Enteignungsrecht zur Entziehung und zur dauerndenn Beschränkung des Grundeigentums für diejenigen _Grundstucke verleihen, deren sie für die Anlage der Bahn und Urner zur Schaffung eines in Verbindung mit ihr geplanten beustriegebieies im Nordwesten der Stadt in dem auf dem beßwgendeyStadtplan ersichtlich gemachtsn Umfange bodarf. Die eingereichten Pläne sind wisder beigefügt.
Neues Palais, den 18. Juni 1914.
Wilhelm 11. von Breitenbach. von Loebell.
An die Minister der öffentlichen Arbeiten und des Innern.
Ministerium für Handel und Gewerbe.
_ An Stelle des in den Ruhestand tretenden Ministerial- direktbrs im Ministerium für Handel und Gewerbe, Wirklichen Geheimen Rais Dr. Neubaus ist der Ministerialdirektor in demselben Ministerium, Wirkliche Geheime Oerregierungsrat von Meyxjren zum VorsiHenden des Priifnngsamts fiir Gewerbeaiifjichisbeanite (§ 17_ der Vorbildungs- und Prüfungs- ordnung fur die Gewerbeaiifiichtsbeamten vom 7. September 1897, „M.-Bl. f. d. i. V.“ 1898 S. 29 ff.) ernannt wordßn.
Finanzministerium.
'Der Landreyimsister Giesemann aus Allenstein ist zum Regiermigskasseninspektor bei der Regierung in Bromberg ernannt worden.
Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.
Es smd verseßi worden: der Forstmeister Claßen in Magdxburgerforth nack) Gammertingen, der Oberförster Ehr- lich in KuÜik nacl) Nienover, der Oberxörster Müller in kam1chenham nack) Gerolstein und der O crförster Rang in Gammertingen nach Wolfgang.
Dem Oberförster Ernst in Bromberg ist die Oberförster-
.stsUe Magdeburgerforth, dem Oberförster Mittweg in Hermes-
“xeil die Oberfbrsterstglle, Jmmichen
rvbYdSalLsch “m Choiirx die Oberßö sterstelle Kubik iibertragen en.
, ZuOberförstern, zunächstobne Uebertragung LZULS Reviers, smd erticiiiiitivorden: dei: Forstaffessor Eigßnbrodt (Alexander) m 259331111, der Forstmffeffor und Oberleutnant im Reitenden ?*cldjagerkorps,Frcf9 in Briefen und der Forsiaffessor imd ' bsyleutnant im Rextenden Feldjägcrkorps Miiller (Richard) in Liebcmiibl.
, Dem Förster Gerlach in Wanda ist bei seinem Uebertriét M Zen Riihsstanb der Charakter als Hegemeister verlicbßn war 911. '
Oberreahnungskammer.
I)er bisherigs Regierungssekretär Brandt mis Magde- burg ist zum (Geheimen Registrator bei der Königlichen Ober- rechnungskammer ernannt worden. *
Die 13071 Heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 21 der Preußischen Geseßfammlung enthält unter
Nr. 11860 das Gesetz zur Abänderung der Besoldungs- ordnung, vom 29. Juni 1914.
Berlin 117. 9, den 2. Juli 1914.
Königliches (Heseßsammlungsamt. Krüeu
Abgereist:
Seine Exzellenz der Präsident des Reichsmiliiärgericlsts, General der Infanterie Graf von Kirchbach mit Urlaub nach Bad Blankenburg in Thüringen.
Yiehtamtliches.
Deutséhes Reich.
Preußen. Berlin, 2. Juli 1914.
Seins ngestät der Kaiser und König nahmen
heute vo'rmittgg, im Neuen Palais bei Potsdam den Vortrag
ZZZ?- KrtegSmmisters, Generalleutnants von Falkenhayn ent- n.
Dex Staatssekretär des Innern, StauiSMinisier Dr.
Delbruck hat sinen'Erholungsurlaub angetreten; während
seines Abwesenheit Yeitet der Unterstaatssekretär, Wirkliche
KxbeInrilieeNat Dr. Richter die Dienstgeschäfie des ReichWmts n rn.
Der Präsideni des ReichSVersicherungsamts, Wirkliche Géheich Oberregierungsrat Dr. Kaufmann ist zu einer Dienstreise nach Thüringen und einem anschließenden Er-
holungsurlaub abgereist.
ain und dem Oberförster“
. W Vizepräsident der Oberrechnungskammer, Wirkliche GbeheirFx Oberregierungörat Hommelsheim ist mit Urlaub a gere .
. _Yer Präsident des Bezirksausschusses und der Ministerial- Militar- uiid Baukommission Siber hat nach Ablauf seines Urlaubs seuie Dienstgeschäste wieder übernommen.
„ Der württembergische Gesandte Freiherr von Varn- b“uler hat Berlin verlassen. Während seiner Abwesenheit [“hrt der württembergische Militärbevoümäckitiaie, General- eutnant von Graeveniß die Geschäfte der Gesandtschaft.
Debtürkische Botschafter Mahmud Mukhiar Pascha bat Berlin verlassen. Während seiner Abwesenheit führt der BotschaftSrat Edhem Bei) die Geschäfte der Botschaft.
" Der norwegische Gesandte von Dittert ist nach Berlin zyruckgekehrt und hat die Leitung der Gesandtschaft wieder ubernommen.
" Der poxiugiesische Gesandte Pues hat Berlin verlassen. Wahrend seiner Abwesenheit führt der Legationssekretär de Quevedo die Geschäfte der Gesandtschaft.
Der chinesische Gesandte Yen ist nach Berlin “uriickqeke rt Und hat die Leitung der Gesandtschaft wieder iiberiiommén. b
Im Monat Mai 1914 haben 4486 S iffe 2 en 4872 Schiffe 'im Mai 1918) mit einem NettoraémgehalI Fon 856 415 Registertons (1913: 865558 R.-T.) den Kaiser Wilhelm-anal benuZt und, nach Abzug des auf die Kanglabgabexm Anrechnung zu bringenden Elblotsgeldes, an Gebuhren 870 888 916 (1913: 870194 ck14) entrichtet.
Laut Meldung des „W. T. B.“ sind S. M. S. „Goxben“ am 80. Juni in Famagusta und S. M. S. „Geier“ am 1. Juli in Colombo eingeiroffen.
Bayern.
Das Verkehrsmiiiisterium [mt dsr Kammer der Ab- geordnetxn den abgeänderten Eisenbabnetat vorgelegt, wonach in dem zu Beginn dEr Session vorgelegten Eisenbahn- etat die veranschlagten Ueberschüsse um 2260 900 «sé niedriger angeseizt werden. Wie „W. T. B.“ meldet, wird die „Herab- seizung der Ueberschüffe init der noch ungünstigen wirtschaftlichen Lage begriindet.
Hessen. .
Die Erste Kammer erledigte in ihrer qestriqen Sißung
den Geseizentiburf, betreffend die religiösen Orden und ordensahnlichen Gesellschaften. ' , Wi_eWT.B.“me1det, beantragte der Berichtersiatier aus Zwßckmaßtgkeitsgrunden, dem Geseykntwurf, so wie er Von der ZWSttM Kammer angenommx'n worden ist. zuzustimmen. Der Varirstér der evangelischen Geistlichkeit, Prälat Dr. Flöring, erkxarte, 511 seiyem Bedauern auch in der vorliegenden Faisuna nicbt fur de'n Entwurf stimmen zu können. Der Vertreter der katholischen" Geistlichkeit, Domkapitular Dr. Bendix, gab eine langere Erklärung zur Begründung seiner Zustimmun_g zu dem Geseßentwurf ab. In der Erklärung „heißt es zum Schluß: „Wenn wir troß unserer Bedenken für diese Vorchae stimmen, so haben wir uns dazu entschlossen, weil wir die Dringlichkeit des Bsdürfniffes ksnnsn und zur Regierung, deren sachliche, dem konfessionellen Frieden dienknde SteUungnahme wir sebr dankbar xinerkenxien, das Vertrauen hegen, daß sie in Erkenntnis dieser “Dringlichkeit“ eme baldige Anrvendung des Gesetzes ermöglichen werde. Die Erklarung wurde von sämtlichen katholischen Mitgliedern des Hauses und einem evangelischkn Mitglied mit unterschrieben.
. Die Vorlage; wiirde darauf in der Fassung der Zweiten Kammer gegen die S_ttmme dss Prälaten Flöring angenommen. Das „Haus vertagte sick) darauf bis Mittwoch, den 8. Juli.
Oesterreich-Ungarn.
Gestern (1112111) ist das Schlachtschiff „Viribus Unitis“ mit den sterblichen Uebsrresten des Erzherzogs Franz Ferdinand mid der Herzogin von Hohenberg in Triest éingetrofan. Die HLUke morgixri erfolgte Ueberfiibrung der Leichen vlan dem SckUfse nach dem Südbahnhof gestaltete sick) uiiter Teilnahme aller Schichten der Bevölkerung zu einer imposanten Trauerkundgebung. Sckwn in den friihen NiOMLiLstUUdLU' bbseßib eiii VithailsMdkövfigEZ Publikum das Ufer fowrc sämtliche Fahrzeuge im Hafen. Auf der Riba Sqn Carly _ivuriw ein großer Play fWigehalien, iii dsnsen Mitte zwei in Gold Und Schwarz drapierte Katafalkc esrrichtbt worden, WÜWU. Links von den Katafcilken stellten sich die (Heiiexalität, die Admiralität und das Offizisrkorps mxt dem Marmskommandaiiten Haus an der Spiße auf, rechts Statthalter__Prinz zu Hohenlohe, die SpiHeti der staat- lichen BebordZW' der Bürgermeister mit dem Gemeinde- rat und die ubrigen Hohen Zivilbemnten mit der gesamten Stgatsbeamtensckxaft und der Handelskammer. Zu beiden Serien der Riva ha'iten Korporationen, Vereine, Ab- (bxdnungen der Industrie, der Schiffabrt, dEr Handels- und Fmanznxelt Aufstellung genommen. Hinter den Katafalken t_and die „gesqmte katholische Geistlichkeit der Stadt sowie die, Geistlichkeit der „anderen in Triest vertretenen Kon- fessionsxt m1t ben Bischöfen von Triest und Parenzo an der Spiize; dahinter die Marineehrenkompagnie. Den ganzen; aniz umrahmien' Studenten und Schüler. Um 8 Uhr. friih wurden die m dieKriegsflagge eingehüüien Särge von dem Sch1qchtschiff auf einen schwarzverhängten Kahn gebrachk, der, von einem Schlepper gezogen, sich gegen die Riva in Be- wegung sueßte. Unier dem Geschiißsalut der Kriegsschiffe, dem (Helaute "der Kirchenglocken und dem tiefen Schweigen. dex Trauergaste brachien die Marineoffiziere die beiden, Sarge aus Land, wo _sie auf dieKatafalfe gehoben wurden. Die Gefolge der Verbltchenen traten an die Katafalke heran„ u_nd die Ehrenkompagnie sowie die iibrigen Truppen präsen- 112151011. Dann wurde untbr erneutem Geschüßsalut vom Bischof Karim untei: großer Assistenz die Einseqnung vorgenommen. Darauf foxmuxrte sich der lange Zug. Die Särge wurden auf zwei sechssyannige Galaletchenwagen gehoben. Voran schritt die gesamte Geistlichkeit. Es folgte, der Leichenwagen mit dem Sarge der Herzbgm, daxm. dex Leichenwagen mit dem des Erzherzogs. Dahinter schritten die Mitglieder des Gefolges der Verblichenen, ber Statthalter, der Marinekommandant, der Podesta, die Abmnale und Generale, die iibrigen Trauergäste, die Kor-
porationen und schließlich zwei Kompagnien. Der Trauerkondukt
1
'*en.
die Särge in
- erfährt, Hat der französi
. zUm Parlament, sondern auch zum Lande spreche.
te sich durch die dichten Menschenreihen, die fich Hinter dem bSexthelZer der pranterie- und Marinemannscha ten, der inanz-- Sicherheris- und Munizipalmache und ' der Feuer- mehr?" in aÜo-x _Straßen drängten und in lauiloser Ergriffenheit entblößten Hauptes den Zug passieren lteßexi. Vor dem schmarzdrapierten_Südbahnhofe angelangt, wurden die Särge von Marineunterofnzieren auf den Bahnsteig gxbracht, Während die Ehrenkompagnie des Bosnisch-Herzegowmischen Regiments die Ehrenbezeigunqen leistete. Darauf wurden
den zu einer Kapelle umgewandelten Waggon ehoben und auf Katafalke gesteUt, worauf dor Bischof Peder- zolii die Leichen neuerlich einsegnete. Nachdenx die VerschlUß- türen des Waggons plombiert waren, scizte nch der Zug in BemegUUg-
Die Beteiligung ausländischer Offiziersabord- nungen dsrjenigen Regimenter, deren Chef, der, Exz- herzog Franz Ferdinand gewesen ist, an der Leichenfeier m „Zien ist dankend abgelehnt worden.
- Nachdem sick) in Dolna Tuzla, in Maglaj und anderen Orten ähnliche Ausschreitungen wie in Serajewo wiederholt haben und in (Habella im Bezirk Stolac gestern die dortige serbische Kirche von einem Haufen katholischer mid mnselmam- scher Baaern gestürmt und verwüstet worden ist, Hat der Landeschef, wie „W. T. B.“ meldet, die Verhängung des
g
.*Standrecbis iiber ganz BOSUien und die Herzego-
wina verfügt. Auch in Agxam haben vorgestern _Kunb: «ebmigen gegsn diE Serben stattgefunden und bis in die Morßensiunden angedaucrt. Zwischen den Demonstranien und dcr Polizei kam es wiederholt zu Zusammenskößen, bei denen dw Polizei von der blanken Waffe Gebrauch machen mußte und viele Personen verhaftete. -- Wie die „Neue (Freie Presse“ von diplomatischer Seite sch? Botschafter Dumaine vor einigen Tagen dem Grafen Bérchiold mitgeteilt, daß die französische Regierung grundsäßlich mit dem Vorschlag einverstaiiden sei,
' das; der Kommandant der intérnaiionalen Truppenabieilung
jn Skutari, Oberst Philipps mit Hilfe der in Skuiari an- misenden fremden Offiziere ein Korps von dreitausend Mann bildet, das aus Albanesen rekrutiert und von europäischsn Offizieren ausgebildet werden sol].
Großbritannien und Irland.
Jm Oberhause begann gestern die Beratung über die “Juscilzvorlage zur .Homerulebill. Nach dem Bericht des ,W. T. B.“ stimmte Lord Lansdomne der zweiten Lesung zn, erkliirib aber, die Ziisaßborlage wiirde ihren Zweck, einen Bürgerkrieg in Irland zn berhiiien, nicht erfiillen. Die Opposition wiirde das GeseH derart abändern, daß ein wiri- samcr Ausschluß Ulsters ohne Zeitbegrenzung gewährleistet sei.
Frankreich.
Die Heereskommission der Deputiertenkammer wählte qcsicrn, wie „W. T. B.“ meldet, zu. ihrem Vorsitzenden den General Pédoya im zweiten Wahlgang mit 22 gegen Z1Stimmen, die der Deputisite Armez erhielt. Im ersten Wahlgang batten Delcaisé: und Pédoya beide 22 Stimmen auf sich vereinigt; Delcafféz Hatte darauf seine Kandidatur zurückgezogen. Außer dem General Péboya wurden in das Präsidium der Heeres- kommission die Deputierten (Hirod, Treignier, Mézquiüct und Pasqual gewäblt. MéquiÜei ist der einzige überzeugte Anhänger des Dreijahrsgeseßes im Präsidium, die Übrigen Vizepräsidenten und der Präsident sind (Ziegner des (Heseßes oder wenigstens Anhänger einer siufenmäßigen Rückkehr zur zweijährigen Dienstzeit.
Zum Vorsitzenden der Marinekomnimission wurde Painlevé gewählt.
Rußland.
Der Kaiser mefing heute den Präsidenten der Reiche"- duma Rodzianko in amderibalbsiiindiger Audienz, in der er dessen ausführlichen Bericht iiber die Arbeiten der Duma in der [MM Session entgegemmbm.
" Dcr R e i cbs r at hat gestern, einer Meldung des „WTB.“ zufolge, den Gcseizenimurf iiber die freie Einfuhr von aus- ländischem Gußeisen sowie die Krsdiie zum Zwecke einer mirk- sameren Zollkonirolie in dem Küstengebiet angenommen, Ferner wurden die Mittel ziir Einfiihrung eines Land- kommiffariats in Uriankai und fiir den Bau einer Bahn von Werchne Udinsk nail) Kiachta bewilligt.
Italien. In der Depuiiertenkammer wurde gestern vormittag die Finanzdcbatte fortgesexzt. Nachdem bon mehreren sozialistischen Abgeordneten Zusaßanträge Eingebracht und namentliche Abnimmung gefoxdert worden War, nahm
. derMinisierpiäsident Salandra das Wort und sagte, die Forderung
auf namentliche Abstimmung babe sichtlich den Ziveck, die Kammer in ermüden. Er woli€ aber diE Aufmerksamkeit des Parlaments und des Landés auf die ernste 23-96 lenken, die man damit zu Waffen fich bemühe. Eine kleine Minderheit wolle die Arbeit des Pailamenis und damit jedss Leben des Staates lähmen und ihren WiUen der Mehrheit der Kammer und dem Lande auf- zwingen. Das bedeute eine Zerstörung des parlamentariscben Systems und sei ein anarchistischer Zug, der alien Bürgkrklaffen größen Schaden bringe. Die R(“gierung könne in diesex Frgge nicht nachgeben, weil Ls sub Weniger darum handele, für die Finanzlage Rat zu schaffen - denn die Vsrbästniffe dcs Staatsscbayes seikn derartig, daß er auf lnnae Zeit und ohne Schaden auch ohne die zur Beratung stehenden Maßna men aÜen Bedürfnissen gerecht Werden könne - als darum, nicht dem Ruin der parlamentaris en Ein-
Üchtizngen zuzustimmen. Salandra schloß, er habe aeglau t, diese-
rklarung abgeben zu müssen, weil man Von der Tribüne nicht nur „ AUe Abgeordnkien 11311 Aanahme der Partei der äußersten Linken zollten den Aus- führungen des Ministerpräsidenten warmen und anhaltenden Beifall. Dcr Sozialist Calda sühtte aus, Wenn das Larxd vor d„en
ablen über die Finanzlage offen unterrichtet worden wäre, so ware die Regierung zu ihrer beuti en Fragestellung berechtigt gewesen. Aber das Land sei im Ungewi en gehalten woiden über die Kosten des libyschen Unternehmens und über die Opfer, die es auf sich nehmen [131th Das Land sei gc'täuscbt wvrden. Der frühere Vkinisjer der öffentlichen Arbeiten im Kabinett (Giolitti Sacchi erklärte, daß die Finanzlage dem Lande yon dem Kabinett Giolitti mit aller Offenheit [Urgelegt worden sei, und fragte, Warum die Sozialisien, ansiattfbeute Line Taktik zu beobachten, die eine Verneinung des Parlamentanus sei, fick) nicht dem lvviscben Krieg widersevt hätten, als er geführt worden sei. Als darauf der Abg. Sam oggia (Soz.) einen geaen SILchi gerichteéén Zwischenruf machte, erhob sich auf allen
(:„nken lebhaftcr Widerspruch. Samogaia erklärte darauf, vom P'afidenten nach der Bedeutung seines Zwischenrufs Kefragt, daß er Sacchi ackpie und schätze. Der Sozialist Calda be iand darauf, daß der Geseßentwurf bis zum November aufgeschoben werde. Die.
kgierung könne dem ohne Verringerung. ihres Ansehens zustimmen Dkk! Ypppü dss Ministervräsidenten könne er nicht annehmen. Er "Kd seme Freunde: wiirden fortfahren, ihren Weg zu verfolgen. Der
* Abg.Euge1üo Chiesa erklärte, er und seine republikanistken Freunde „
untersiüyten das Voigeben und die Haltung der Sozialisten. Der Ministerpräfident Salandra betonte, wenn es der Minderheit gelänge, dem Parlament ihren Willen aufzuzwi en, würden die parlamentariscben Einrichtungen einen iöklichen Sto erhalten. Dem Abg. Chiesa erwiderte er, daß Minister und Mehr eit getreu ihrem Eibe entschlossen seien, diese Institutionen zu verteidigen.
Im weiteren Verlaufe der Sißung, die bis nach 10 Uhr Abends dauerte, wurden zehn AbänderungSanträge der Sboziéilkistxn zum Finanzgeseß mit überwältigender Mehrheit a ge e n.
Inzwischen bemühten sich in den Gängen hervorragende Parlamentarier aller Parteien einschließlich der äußersten Linken um ein Uebereinkommen, das der Obstruktion ein Ende machen soUte, und kraft dessen die im Gesetzentwurf vor- geschlagenen Finanzmaßregeln für die Zeit bis zum 30. Juni 1915 in Kraft geseßt werden sollten; die ** egierung soUe eine große Steuerreform vorbereiten und der Kammer bei ihrem Wieder- zusammentritt vorlegen.
Spanien.
Die Depuiiértenkammer hat gestern endgültig einem Geseßentmurf zugestimmt, der den Einfuhzoll auf aus- ländischen Zucker von 80 auf 60 Pesetas herabseßt.
Portugal.
Das Parlament hat gestern seine ordentliche Session geschlossen, wird aber am 15. Juli, wie „W. T. B.“ meldet, zu einer außerordentlichen Session zur Beratung des Wahl- geseßes wieder zusammentreten.
Türkei.
Das Amisb1att veröffentlicht das durch ein Kaiserlicbes Jrade funktionierte Geseß, durch das der türkisch-deutsche Handelsvertrag vom 26. August 1890 und das Znsaiz- protokoll vom 25. April 1907, die am 25. Juni abgelaufen sind, auf ein Jahr verlängert werden.
Griechenland.
Die Gesandten der Großmächte in Athen haben gestern, wie W. T. B.“ meldet, dem Minister des Aeußern Streit folgende gemeinsame Note Überreicht:
Die Unterzeichneten haben die Ebre, dem Minister des NeufZern davon Kenntnis zu geben, daß die Regierungen Deutschlands, Oeier- reicb-Ungarns, Frankreickos, Englands, Italiens und Rußlands der in Koifu durch die Internationale Kommission und die Delegierten bon Epirus geschlossenen Übereinkunft, betrkffend die zukünftige Ver- fassung bon Epirus, zugestimmt haben.
Albanien.
Der „Agenzia Stefani“ zufolge bat_Prenk Bibdoda seine Truppen entlassen und sich nach Alesiio zurückgezogen.
Zn Durazzo wurde die Aufstelbmg einer Fremden- legion beschlossen. Die Aufnahme in die Legion findet aus- schließlich in Durazzo statt.
Gestern friih wurden die sterblichen Ueberreste des Obersten Thomson durcb albanesische Gendarmen zum Hafen gebracht; die holländischen Offiziere, Vertreter der Kontroükommijsion und die Minister gaben dem Zuge das Geleit; beim Konni schloß sick) ihm auch der Fürst an, Haupt- mann Thomson, der Bruder des Gefallenen, sprach seinen Dank für diese Ebrenbezeugungen aus.
Amerika.
Die Absicht, die „Vormitiluugskonfercnz in Niagara Fal [s auf unbestimmto Zeit zu vertagen, ist infolge 170112101“- stcllimgbn der Regierung der Vereinigten Staaten misder ins Wanken gcrawn. Wie „W. T. B.“ meldßt, deutete die amsrikaiiische Rsaierimg an, daß eine solch Vertagimg als Abbriici) der Verhandlungen ausgslegi werden könnte. Diese Anschammg dcr Rexiisrung in Washington wurde 13211 siid- amerikanischon Delegierten mitgeteilt, die daraufhin crklärtsn, ihre Abrsise bis heilte bLi'scl)iebcn zu wollen.
*** Eine Fraktionssilznng dcr dsmokraiischßn Mitglibdcr des amerikanischen Senats bat eincn B6schluß bLkannigsgeben, das; dsr Kongreß sick) nicht eber vertagen werde, bis er zum A niitru stp r 0 g r a m in dor Regierung Stellung genommen habe.
- Nach einer Meldung dss Kapitäns des Kreuzers „Wasbingion“ ist der Führer der baitianischen Re- volutionäre Senator Dabilmar Theodore mit fünfzig Anhängern in einem GLs'éckÜ an der dominikanischen Grenze gefaÜen. “Tap Haitien befindet sich im Besiiz der Regierung, Puerto Plata, das von den RebeÜen in Besiß genommen
ist, wird von den Regierungstruppen des Präsidenten Bordas
belagert. _
«*Die brasilianische Regierung hat der Kammer den Budgetentwurf für 1915 vorgelegt. 'In dem Ent- wurf werden, obiger Quelle zufolge, die Einnahmsn auf 112 000 Conios Gold und 334 648 Contos Papier, die Aus- gaben auf 88 440 Contos Gold und 388 543 Contos „Silber veranschlagt. In der Begründung erkiärte der Finanz- minister:
Mit Rücksicht auf die apgenwärtige Krisis könnL er annehmen, daß die Einnahmen um 62 000 Conws hinter denen Von 1914 zurück- bleiben würden. Er fordere die Bundesregierung auf" eiii Beispiel von Sparsamkeit zu geben. Noch einmal, fügte der Minister hinzu, werde dic Regierung den auswärtigen Kredit in Anspruch nehmen, aber Wenn man nicht endgültig Ordnung in die Finanzen bringe, werde niemand mehr den Versprechungen glauben. Der Kongreß werde das Defizit durch eine Anleihe decken können, wenn er zu Be;- waltunJSreformen schreiie, verschiedene Dienstzweige, die augenblicklich doppelt beseßt seien, konzentriere und unnüße Außgaben beseitige. Sollten sicb diese Maßregeln als ungenügend erweisen, so könne man A1kobol-, Textil- und Luxussteusrn einführen und die Tabaksteuer aus- gestalten. Man dürfe nichts unterlassen, um die Finanzen des Landes wieder in Ordnung zu bringen.
Afrika.
Nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus Benghasi ist der General Cantore mit seiner Kolonne am 29. Juni voti Suani el Abbar gegen das Lager der Senussi bei Suan: Elgda und Arggelat vorgerückt. Nach einem Marsch von acht Kilometern traf er den Feind etwa 1400 Mann stark und warf ihn nach einstündiqem Kampf mit erheblichen Verlusten urück. Auf Seiten der Italiener, die das feindliche Lager zethörten und Arggelat, Temmeir und Cavaletie bese ten, wurden vier eingeborene Soldaten getötet, vier italienis e und zwölf ein- aeborene Soldaten verwundet. Bei der weiteren Ver- xolgung wurden zahlreiche Gruppen berittener Beduinen zer- treut. Bei der Verfolgung verloren die Italiener noch einen Unteroffizier, drei eingeborene Soldaten wurden verwundet. Am 80. Juni kehrte die Kolonne nach Suani el Abbar zuriick.
Slatifkik mb BoWrtfthtft.
Zur Arbeiterbewegung.
In Solingen wurden in den leYten Tagen die Ver- handlungen zur Beilegung des Kamp es in der Waffen- indusirie (vergl. Nr. 141 d. B1.) fortgesest, aber noch, nicht zu Ende gefühit. Die meisten Schwierigkeiten verursachi, wie die .Rbn. Westf. Zt .“ mitteilt, die Forderung der Fachvxreine der Schwertbärter, Écbweriscbleifyr und Waffenvolierer bezuglich dvr Wiederherstellung der alten Verträge, wonach die Fabrikanten 91; Schleifer, Härter und Polierer nur Mitglieder dieser Fachverzme, beschäftigen dütfkn- Man kam daber überein, diese Frage zunachst in einem engeren Ausschuß zu Verhandeln und die übrigen Focderungen vorläufig zurückzustellen.
Wohlfahrtspflege.
Der im Jahre 1880 bkgründete Deutsche Verein für Armenpflege und Wohltätigkeit wird seine 34. Jahres- bersammlung am 15. und 16. September1914 in Münsiex i.W. abhalten. Der ZIntralausscbuß ist schon für den 14. September zu einer Sißung im Rathxus einberufen, und Abends soll sich unmittelbar an diese Sitzung eine Bßgrüßupg de'." „aus- wärtigen Teilnehmer im großen Rathaussaixx-z anschlieüem Am ersten Hauvttage, 15. Skptember, sollyn die Beratungen 9 Uhr Morgens im Ratbause beginnen mit der TageSordnung: ]) Geschäft- liche Mitteilungen und 2) Die Aufsicht über die öffentliche Armenpflege und ii) re Regelung im ReichSarmengeseß (Berichtersiatter: Direktor Dr. Blaum, Straßburg i. Els., und Stadtrat Kaitan, Flensburg). Am zweiten Haupttage, 16. September, soll von 9 Uhr Morgkns an im Rathaussaal Verbandelt werdsn über die Wohlfahrtspflege, ihre einheitliche Organisation und ihr Verhältnis zur Armenpflege (Berichterstatter: Beigeordneter Dr. Graben, Cöln , und Fräulein Dr. Baum, Düsseldorf). Am 17. September soll ein aemeinscbaftlicber Aus- flug nach der GerrJStnarienbütte bei OLnabrück stasifinden. Während der Kongreßtaae können an den Nachmitiaaen Besichtigungen folgender Einrichtungen siatifinden: Säuglings- beim und Säuglingskrankenbaus, orthopädische Heilanstalt, Hüffersiifiuna, Wöchnerinnenbeim, Mathiidensiift, Landesinuseum, Domschaß. Alle Kongreßmitglieder werden gebeten, ihre Beteiligung an der bcn Der Stadt angebotenen Begrüßungsfsier bis sbäteiiens 5. September dem Vo1si156nden des Ortsausschuffcs, Siadtsynbikus Darius, mitzuteilen.
Die deutsche Gesellschaft für Kaufmannserbolungs- beime (StZ Wiesbaden) hat bescbsoffen, ein neues Hxim ir- Bad La n d e ck zu errichten, wo die Gimeinde einen Bauplaß am Waldeßrande zur Verfügung gesielit hat. Mit dem Bau wird uvberziiglich begonnen werden, sodaß das Heim schon im Frühjahr nächsten Jahres dem Betrieb übergeben werden kann. Da Bad Landeck Von Berlin leicht zu erreichen isi, wird das USU? Heim auch den Angehörigen der Kauf- mannschaft und Industrie Berlins Von besonderem 911113971 sein. Der Pknfionsprets wird, wie in den iibtigkn Heimen der Gcssüsobaft, nur 280 «15 tägliéb betragen, wofiir außer einem behaglichen Zimmer doll- siändige gutbürgerliche Vérpflkgung gewährt wird. Dsn Gäsien des Heimes ist außerdem Kurtaxbefreiung und Ermäßigung der Preise für die Bäder und sonstige Kurmittek auf die Hälfte zugeficheit.
Kunst und Wissenschaft.
Aitsiirabungen in Mesopotamien. Durch die yon der deutsckyen OrienigesLUschaft unternommenen Außgrabungen in Mesopo- tamien sind di», Arbeiten auf der Ruinenstätie Von Warka nunmebr abgeschlossen worden, nachdem der partbisÖ-bellxnisiiscbe Tempel, der in dem bedeutendsien der dortigen Sckputibüael bkgraben [ag, freigelegt und die übrigen Ruinen in anscheinend ae- niiqendem Maße untersucht worden Waren. Die (Hrabanqen nmßten aus persönlichen Gründen, wie die „Orientalisiifcbe Literaturzeitung' schrkibt, dann borlänfig eingesteüt werden, Und die Raubgiabungen der Arabkr beginnkn mm bon neuem die europäischen und amerikanischen Museen in füllen. Zn Babylon ist an mehreren Stsllen gegraben wbiden. Eines der wichtigsten und zugleicb inter- essantesten Ergebnisse war, wie schon kurz mitgeteilt Wurde, die Fest- stellung des Grundriffes des „Turmes von Babel“; hier wurde eine sehr monumentale, dreigliedrige Fr-itreppe aufgedeckt, die zur Höhe des ersten Stbckwetkes hinauffübrte. Von der Stadtmauer Nabopolaffars find die vier Ecken und bisher im ganzen vier große Tore ausgequaben und damit “der Umfang der Stadt fesi'gklegt, den sie hatte ehe Nebukadnezar mit seinen ewaltigen Neubauten einseßte. Bei der weiteren Erforschung der Zdrozesfionssiraße und der Festungkerke auf der Köniasburg Wurde außer zahlreichen Bruckosiücksn glasierter Ziegelkmaiilereliefs das Brucbsii'ick eines großen Basalilöiven gefunden. Man hofft 18137, die Aussitabunaen in Babylon bis 1917 beenden zu können. Goaynüber der alten affvriscbsn Hauptstadt Assur haben Andras nnd Bachmann die Stadt Kar-Tukulti-Ninib freigelegt. Der Palast Tukulti- Ninibs 1., mehxere Texnbel und die Stadtmau-Zr konnten bereits Lr- forfcl)t werden. Besonders wichtig find zahlreiehe Freskomalereien.
Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperruugs- maßregeln.
S ck)de en. NLÖ einer Bekanntmachung des Königlich Scbwédischen Kom- merzkoüegiums vom 19. Juni d. J. isi dieIniel Cbios als pest- vers eucht erklärt wvrden.
Griechenland.
Nach einer Mittsikung der Griechischen ngierung vom 16. Juni d. I. ist die für Herkünfte Von den Dardanellen angwrbneie ärztliche Untxrsucbung wieder aufgehoben worden.
Indien.
Die Wegen der Pest in Lingab angeordnetchuarantäne- maßregsln in den Häfen bon Orisfa find laut Mitteilung der Regierung Von Bihar und Orissa aufgehoben wordxn. (Vergl. .R.-Anz.' vom 13. Mai d. I., Nr. 112.)
Konstantinopel, 1. Juli. (W. T. B.) In den Provinzen sind mehrere Fälle von Bubonenvest borgekommen. Jn Baffora Verliefen von fünf Fällen vier tödlich Jm Jemen sind ebenfalls einige Todesfälle borgekommen, in Beirut zwei Todesfälle und eine Erkrankung, in Jaffa vier TodesfäUe.
Theater und Musik.
Schillertheater 0. (Wallnertbeater).
Die Sachs e-Oper, deren Sommcrvorsieüungen im veraanaenen Jahr in Berlin vielen Anklang fanden, hat im ehemaligen Wallnxr- theater gestern ein neues Gastspiel eröffnet. Man wird biUigerweise an ein solches Unternehmen keine zu hohen Kunstforberunqen sieUen und ihm eine Berechtigung zusprecben, wenn es wertvolle Opernwerke in einer in der Hauptsache einwandfreien Form weiteren VolkSkreiskn zugänglich macht, die nicht in der Lage find, die großen Opernbübnen öfter zu besuchen. Die Sachse-Oper hat im vergangenen Sommer diesen Anforderungen durchaus genügt. Sie hatte schnell ein dankbarrs Publikum herangezogen und daß dieses ibr treu zu bleiben gedenkt, zeigte das gestern tro? der bocbsommerlicben Hiße ausvetkaufte Haus. Der Direktor Sachse atte sicb gleich zum Beginn seines Gasifpieks mit der Wkkde-gabe von Richard Wagners .Tannbäufer' an eine
recht schwimige Aufgabe gemacht und sie, wenn man von dem etwas