1895 / 262 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 01 Nov 1895 18:00:01 GMT) scan diff

übung bei. Gegen 5 Uhr Nachmiltags_kehr1cn Seine Majestät von dort nach dem Neuen Palais uruck. _

Heute Vormittag begaben Si Jhre Ma estäten _der Kai er "und die Kaiserin mit dem_ fakirplatimäßigen Zuge um 10 Uhr 10 Minuten von der Wildparkstatioti nqch

erlin und wohnten um 11 Uhr in der Kapelle der Kaisrrlich russischen Botschaft hiersclbst der Trauerandacht für weiland Seine Majestät den Kaiser Alexander 11]. bei. Um 11 Uhr 35 Minuten kehrten Ihre Maxestäten mittels Sonderzugs nach dem Neuen Palais zurück.

In der am 31. Oktober unter dem Vorsiß des Vize-Präsidentcn des Staats-Ministeriums, Staatssekrejars des nnern Dr. von Bocttichcr abgehglteneii Plenarfiyung des undeSrathS wurden die Entwurfe_c_1nes amtlichen Waarenverzeichniffes zum Zolltarif, eines statist1schen Waaren- verzeichnisses und eines Maffengüterverze1chn1ffes nur_h Maß- gabe der Ausfchußanträge genehmigt 111111 die Ruhegxhalier fur einige Reichsbeamte festgeseßt. Die voin Reichstag zu Petitionen von Gemeinden gefaßie Resolution, betreffend d1e Heranziehung des Reichsfiékus zu den Gemeindelaften, wurde dem Reichskanzler überwiesen. Endlich wurde über verÉchiedene Eingaben und Vorlagen in Zollangclegcnheiten Beschlu gefaßt.

Heute hielt der Ausschuß des BundeSraths für Justiz- wcien einc Siyung.

Bei Beginn der gestrigen Sißung des Kolonialraths brachie Herr Staatssekretär a. D. Herzog einen Antrag auf Unterftüßung des 1118111111 111181'11111101181801011181 zur Sprache. Der Vorsißendc sagte Befürwortung des Antrags zu und nahm sodann Veranlassung, auf einen Bericht hinzuweisen, der Übcr eine am 26. d. M. stattgehabte Sißung der (Ge- iellschaft für vergleichende Rechtswiffenschaft in verschiedenen Blättern veröffentlicht sei. In diesem Bericht sei erwähnt, daß er die Einführung von 20:Mark; Aktien für koloniale Unternehmungen empfohlen babe._ Cr 1 e Werth darauf, festzustellen, daß diese Annahme auf eiiiem

ißverständniß seiner Aeußerungen beruhe. Der Kolonial: rail) seßtc sodann seine Verathungen Über Regelung der Land: frage in Ost:Afrika fort. Am Schluß der Vormittagsfißung machts der Vorsißende die Mittheilung, daß dem Kolonialrath nach Bestimmung des Herrn_ Reichskanzlers der Gcseßentwurf über das Auswandérungswcicn "zur Begutachtung werde vor- gelegt werden.

Im Hygienischen Institut der Königlichen Uni: versität zu Berlin findet in der Zeit vom 18. bis inkl. 30. November d. I. ein Kursus frir Verwaltungs- bcamte statt. . __ _

Meldungen zu diesem Kursus und an den D1rektor der hygienischen Znstitaic, Berlin (?., Klosterstraße 36, zu richten.

Der General-Lieutcnant Oberhoffer, Ober-Quartier- meister und Chef der LandeZaumahme, ist hierher zurück- gekehrt.

Bayern.

_Scinr Königliche ZOOM der Prinz-Rrgcni hat den: - ' nigen Fahnen und «tandarten, die bei der Armee be- iimders währcnd des Feldzuges von 1870/71 in Schlachten und Gefechten 2c., beziehungsweise bei Belagerungen gefüßrt worden sind, das Band der. für diesen Krieg gest1f- teten Denkmünzcn verliehen und verfügt, daß auf diesem Bande die Namen der in Betracht kommenden kriegerischen Vorfälle angebracht werden. „_ _ _

Der Landtag erledigte 111 seiner vorgestrigen Nachmtttags: Sißung den gesammten Finanz:C'tat und nahm sodann den Antrag, betreffend die Abänderung des Forst: und ,Jagdgeseßes, in zweiter Lesung an.

Baden.

Die Wahlen zum Landtag sind gestern beendet worden. Nack) einer der „Nat.-Ztg.“ zu„egangencn Mittheilung wird die Zweite Kammer nunmeßr aus 31 Nationalliberalen (bisher 30), 21 Mitglicdrrn des Zentrums (23), 5 Frei- sinnigen (5), 2 Konservgtivcn (2), 3 Sozialistcn (3), 1 Anti- semiten (bisher keiner) bxitehen. _

Der Landtag in durch eme Vckgnntmachung im „Staats:Anzeiger“, auf dcn 12. November einberufen worden.

Heisen- Seinc Königliche Hoheit der Herzog von Sachsen- Cobur und Gotha traf vorgestern in Darmstadt ein und seßte gciiern Nachmittag die Rei1e von dort nach London fort.

Merl lenburg-SchWerin.

Nach einem in Schwerin eingetroffexien Trlegramm aus Nix. a hat der AYenthalt 1111 der Rimcra einen günstißen Ein auf das efinden Scinrr _Koniglichxn Hoheit es Großherzogs ausgeübt. Es sei eine lang1amc Besserung und die Rückkehr der Körperkräfte zu bemerken. Heute hat“ sich der Großherzog nach Cannes begeben.

Sathsen-Cobnrg-Gotha.

Der Landtag de? Herzog thums Coburg hat den Geseßentwurf iiber die K ali: B e r g m e r ke e1nst'1mm1g an- genommen.

Waldetk und Phrmont.

Der Landtag der Fürstenthümer Waldeck und Y_yrmont ist am 30. 11. M. in Arolsen durex) den Landes- * “rektor von Saldern mit folgender Rede eroffnet worden:

Meine Herren! _

Seine Majeitat der König von_ Preußen" hqben Mittels Allerböchften Erlasses vom 24. v. M. Mich zu erniachttgen geruht, den Landtag der Fürstentbümcr zur verfassungßmaßtgen Siyung zu berufen. _ _ _ _

Demgemäß begrüßr ich Sie bei Ihrer Heutigen Zusammenkunft, indem ich zunächst im Höchstrn Auftrage Seiner Dixrchlaucht des Fürsten dem Landtage von der am 9. Aggust dte|es Jahres zu Schloß Nachod erfolgten Vermählung _Semer Durch1a_ucht_ des Fürsten mit Ihrer Durchlaucht drr Prinzessin Bathildis zu Schaumburg-Lippe amtliche Mittheilung mache. .

DieseSiür das Fürstliche Haus und das Land bedkutUUJSvolle Er- eignis; hat überall im Lande die aufrichtigfie Freude hervorgerufen, welche in dem warmen Empfange, der dem hohen Fürstenpaare bei

dessen EinzugL in- das Land und beim Besuche der Kreisstädte von Leit8ckn_ d§r andesangebörigen zu tbeil wurde, beredten Aus- ru an . -

Auch Sie, meine Herren, werden in_die Glßck- und Segens- wünfche, welche dem Fürsten und der Fürstin _ bei jenem Anlaß dar- gebracht worden find, von ganzem Herzen einstimmen! _

Die wichtigste Vorlage, welche den Landth dieses Mal beschaf- tigen wird, bildet der StaatshaushaltszEtat fur die Jahre 1896, 97 und 98. Derselbe enthält insofern eine_ bemerkenSWertbe Aenderung gegen die [88th Etats, als namentlich 1nfolge_ der Mebrforderynsen des Reichs, wegen der upgünstigen Verbäitmffe de_r Staatsdiener- Wittwenkafse und durch die von der Königlich preußischen Regierung nunmehr in größerem Umfanße zuaestgndene Gleubstexlung der waldeckscben Staatsbeamten in bren Gebaltern niit den in gleicher oder ähnlicher SteÜung befindlichen preußischen Beamten die Differenz zwischen den eigenen Einnahmen Upd den Aus aben des Landes eine 7größere geworden 1ft _und info ge dessen der seit dem Jahre 18 8 konstant gebliebene preußische Zuschuß zu den waldeckicben Landeßausgaben von 310000 aur den Betrag von 400000 «(ck hat erhöht werden müffen. _ _

Ferner Werden Ihnen der neur Etat für die meobiliar-Feuer- versi erungßanstalt, ein Geseßentivuri, betreffend die Errichtung öffentlicher Schlachtbäuser, urid voraussichtlich em Gesetzentrvurf wegen erleichterten Abberfaufs kleiner Grundstucke zur Befchlußiaffung, endlich auch die Staatskaffenreibnung von 1893 zur Wahrnehmung Ihrer verfaffungsmäßigen Rechte borgelrgt werden. Außerdem be- dürfen noch einige minderwicbtige Vorlagen, welche sui) auf die [au- fende Verwaltung beziehen, Ihrer Mitwirkung. _

Im Namen Seiner Majestät des Königs von Preu ßen erkläre ich den Landtag der Fürstentbümer Hiermit für eröffnet.

Oesterreich-Ungaru.

Der Kaiser empfing gestern die Huldigungs: Deputation der General-S node des Nugsbrirger Bekenntnisses und sprach derielben seinen Dank fur die stets bewährte Trerfe und Anhänglichkeit aus. Der Kaiser er-_ klärte, die evangelische Kirche könne stets auf sein Wohlwollen rechnen.

Das österreichische Abgeordnetenhaus nahm gestern daS (Heseß, betreffend die Verfälschung von Lebens- mitteln, in zweiter und dritter Lesuyg an, ebenso das Grieß, bctrcffend die Aufhebung der Ergreiferantheile bci Gcfäils- übertretungen. _ _

Jm Städtebezirk Saaz-Po tclberg m Bobnzen wurde gcstcrn dcr Deutschliberale S 11ncher zum Mitglied des RcichSraths gewählt. In Galizien wurden gestern bei den Ersatzwahlen zum NeichSrath im Bezirke Przemysl: Dobromil Tyszkowski _ und im Landgemeindebezirke Buczaz-Czortfow GUTSÖLÜFOT .Horqdyski gewählt.

Das „Ungarische Telegrap en-Fkorreip0ndcn*b1_1reau“ meldet aus authentischer Quelle daß der Ackerbau-Ümister Baron Festetitsch sein Entlassungsgesuch 11berre1chthabc.

Jm kroatischen Landtag interpelliertc gestern der Abg. Rus ic den Banus Grafen Khuen-H8dervé1ry: warum ni t ein Verbot ergangen sei, daß gelegentlich der Anwesenheit des Kaisers nicht erlaubte Fahnen an einem öffentlichen Gebäude auSgehängt würden. Der Bands erwiderte, die serbische und die ungarische Fahne se1en geseßlich gestattet, daher seiew besondere _ Vorkeh- rungen und ein Verbot nicht nothwend1g und auch nicht gcseß: lich gewesen. Abg. Nuszic erklärte, er nehme von der Antwort des Banus nicht Kenntniß und warf dem Banus in bcleidigender Weise vor, er spreche fiir die 1erbische Fahne weniger aus Lisbe fiir die Serben, als vielleicht aus Haß gegen die kroa- tische Nation. Infolge dieses Angriffs beantragte der Präsident dic Ausschließung Ruszic's au? 15 Sißun en. Ueber diesen Anirag wird in der nächstrnS1ßung verhan eltwerden. Das Haus nahm sodann die Antwort des Banus zur Kenntniß. Der Abg. Giurkovic interpellierte den Banus: was die Regierung wegen der Ausschreitungen gegen die serbische Faßne , welchc die größte Erbittcrung erzeugt

ätten, angeordnet habe; er_ äußerte, daß an den Aus: Kehreitungcn gegen die ungarische Fahne sich _kein Serbe bethsiligt habe, und schloß mit der Erklarung, daß die Nationalpartei treu zu ihrem Führer halten werde, der sie hoffentlich noch [an e von Sieg zu Sieg führen werde. Stürmische Ziviorufe auf en Banus folgten der Rede. Der Vanus antwortete, er habe wegen der Ausschreitungen gegen die serbischeÉFabne strengc Untersuchung angeordnet, und er werde, eine erordmmg erlassen, durch_ welche die serbische Fahne dcs gerichtlichen Schußes thrilhaftig werde. _Das Haus nahm die Antwort mit großem Beifall zur Kenntniß. ,

Frankreich.

Der König von Portugal,_welcher gestern Abend um 9 Uhr von Paris nach Köln abgereist ift, _begab sich am Nach- mittag zu dem Yräsidenten Faure, um sich v_or_1 ihm zu _ver- abschieden. Da ei sprach der König dem Praftdenten semxn Dank für die freundliche Aufnahme aus, die er in Frankreich gefunden habe. _ _

Das neue Kabinet ist gestern gebildet worden. Die Beseßung ist, nach einer Meldung des „W. _T. B.“, folgende: Bourgeois Inneres und Minister-Prasidcnt, Nicqrd Justiz und Kultus, Cavai_ nac Krie ,_ Lockroy Marine, Berthelot Unterricht, oumer Yuanzen, Guyot: Dessaigne öffentliche Arbeiten, esureur _ Handel, Combes Kolonien. Die Ministerien des Auswgrttgeq _und für Ackerbau sind noch zu beseßen. Der bishemge Minister des Auswärtigen Handtaux hat es endgülng abgelehnt, das Ministerium wieder zu übernehmen, das nun Decrais an- geboten werden wird. _ _ _ _ _

In einer Nacht-Sißung einigten fick) die Minister uber eine neue gründliche Untersuéun der Südbahn- Angelegenheit, durch welche estgeiiellt werden soll, wer die Verantwortlichkeit trage. Die Mimster beschlossen ferner, ein Schiengericht in Carman zu unter- 1tüßen und den Versuch zu machen, den ertrag mit Madagaskar abzuändern, ohne jedoch die Expedition wieder zu beginnen. Falls die Abänderun unmöglich sei, solle der gegenwärtige ertrag genau dur geführt werden. Das Kabinct steht der Schaffung einer Kolonial-Armce und der Einführung einer Einkommensteuer fiir das Budget für 1896 günstig gegenüber, ebenso der Reform der Erbscha & steuer, sowie einem Geseße, betreffend die kirchlichen er- einigungen. _ _ "

Die radikalen und so_Zialistischen Blatter begrüßen die Bildung des Kabinets ourgeois mit großer Freude; die gemäßigten fürchten, daß die neuen Reformentwür e im Lande Verwirrungen hervorrufen werden, die monar isti- s (h en agen dem Kabinet eine kurze Dauer voraus. Einzelne Blätter bem en, das Kabinet erhalte durch Ricard als Iustiz-Minifter

den Charakter eines Säuberungs-Minifteriums. Die Blätter er- innern daran, daß Ricard allem Widerstande zum Troß seiner- zeit die gerichtlichen Verfolgungen in der Panamg-Nn e! enheit anordnete, und schließen daraus, da derselbe 111 _g ei ener- gischer Weise in der Südbahn-Sa e vorgehen durfte. De_r „Figaro“ nennt das Kabinet ein Ministerium der Desorgam: sation.

Sthweiz.

Die Kommission für die Verstaatlichung der

Eisenbahnen wird am 10. November in Zürich zusammen: treten, Türkei.

Die infolge der Besorgniß, daß _die Nizaxns in Klein- asien Weiteren Aufständen gegenüber mcht außreichen könnten, verfügten Einberufungen umfassen 50000 Reservisten und 16 Bataillone Nedifs, welche rund 20000 Mann zählen. Da die Linientruppen des vierten Korps, _be- stehend aus 34 Bataillonen, 30 Eskadrons und 39 Batterien, mit Einrechnung der Spezialtruppen Ungefähr 23000 Mann zählen, so erfährt die militärische Be- sa ung Kleinasiens eine solche Vermehruan, daß dieielbe nunmehr auch größeren Aufständen gewacben sein dürfte. _ Die Re iorungskreisg halten die Behauptung ent- schieden aufrecht, da bei allen jungst vorgekommenen Exceffen in Kleinasien die Armenier d'er angreifen_de_ Tbetb ge- wesen seien, und daß es den Truppen in Erzmgxan, Brilis, Musch, Charput, Vaiburt und an anderen Orten gelungen sei, die Unruhen zu unterdrücken. _Die Zahl der Opfer scheine allerdings eine beträchtliche zu sem. , _ _

Armenischen Berichten zufolge wären, 11118 das „Neuter'sche Bureau“ meldet, bei den jün sten Unruhen in__ 23111113 800 Armenier etödtet worden. er Verlust der Turken sei unbedeutrnd. ach einer Meldung aus Trgpezunt seien drei angesehene Armenier, darunter ein Geitlicher, wegen Theilnahme an den Unruhen summaris verurtheilt worden. _ Dem armenischen Patriarcbgt fehlten die Nach- richten iiber die Ereignisse in Kleinasien, da der Post- verkehr zwischen den dortigen Kirchengemeinden und dem Patriarchat seit Monaten eingesteÜt ist und nur von: Maraxch cine Depesche der Armenier des gregorianischen, kathol1schen und orthodoxen Ritus iiber die am vergangenen Fre1tag be-

gonnenen Schlägereien und die dort drohenden Gefahren cin- -

getroffen ist. Infolge dieser Nachrichten Fabe, dem ge- nannten Bureau zufolgr, der Pgtriarck) ei dem Groß- vezier vorspreZen moUen, _fei jedoch nicht empfangen worden. Der atriarch habe sich sodann an die_ Botschaftrr ge- wandt mit der Bitte um Schuß für die armenischen Christen; er babejedock) zur Antwort erhalten, daß eine Intervention vor- läufig unmöglich sei, da eigene Berichte über die Ereignisse nicht vorlägcn und die Pforte ausschließlich den Armeniern 018 Schuld an den Msßclcien beimcssc. Nichtsdcstoweniger seien der Pforte von einigen Seiten dahin gehende freundschaftlichc Vorstellungen cmacht und es [in derselben gcrathen worden, die aufgeregte mo amedanische Bevolkerung zu beruhigen und weitere Ausschreitungen zu verhindern. _

AUS Athen meldet „W. T. B.“, es verlaute dawlbst, der ökumenische Patriarch werde in nächster Zeit einen erbischen B1schof fiir Prizren in quedonien dcn- erbischen Wünschcn entsprechend ernennen. Dieses Resultat habe das Kabinet in Athen durch lebhaftes Drängen errctcht in dem Bestreben, Serbien einen Beweis seiner Freundschaft zu geben.

Serbien.

Der Finanz-Minister wird, wie „W. T. Y.“ aus Belgrad erfährt, heute die Sißun en _der Komm1siion Lk- öffnen, welche zur Revision des ebubrengefeßes und zur Berathung des Antrags, die StaatScinkünste d11rch _dtc Monopolisierung gewisser Dr1_1_cksorte_n um eine Million zu erhöhen, zusammengetreten 111.

Nach einer der „Köln. Ztg.“ zugegangenen Meldung sollen anläßlich der Ausführung des _Haidu_ckenqe_seßes_ dur Uebersiedelung von Gemeinden, im Kreise Uzice formliche Kämpfe zwischen der Bevölkerung und den Gendarm-xn statt: finden. _ Zn Tckia an der Donau wurden, demselben Blatt zufolge, drci Bomben geworfen, von denen zwei vor dem (Ge- mcindeyause explodierten.

Bulgarien.

Gestern fand in Sofia die feierliche Eröffnung der 2. Session der 8. Nationalversammlung statt. _ Unter Entfaltu11_ großen militärischen Geprän es begab sick) der Prinz erdina_nd von Sachsen- oburg nach _ dem Palast der Sobranx, wo er von den versammelten Ministern und dem Präsidium der Kammcr empfangen wurde. Die Thronrede beschäftigt sich, dem ,.W.T. B.“ zufolge, zunächst mit inneren legisiativen und budgetären Fragen und hebt hervor, daß die letzte Kammerscssion troß drr kurzen Dauer so-

crfolgreiche Arbeiten bewältigt habe, daß der Prinz und die

Regierung dem Wiedercrscheinen der Deputirten zur zweiten Session mit Freude entgegensähen. „T1ef überzeugt von der Nothwendigkeit, einc systematische innere Organisation zu schaffen und die Erseßgebung auf die Höhe der liberalen Nationen zu

bringen, hat die Regierung hochwichtige Vorlagen aus-

gearbeitet und wird dieselben einbringen; vor ailcmimd Ent- würfe zum Strafgeseß und HandelngeseH sonne LM_ Regle- ment für Beamte in Aussicht enommen.“ _Der Pr111z__1ebt alsdann der Ueberzeugung Aus ruck, daß die Kammer 1_ren ganzen PatriotiSmus und Eifer dem Studmm d1e_serEr_11.-ourfc, forme der Erledigung des Budgets uwenden.werde,_damit_ durch [eßteres ebenso wie durch das Frühere da§ (_Hleicl)ge_11)_1cht im Staatshaushalt erhalten werde,. Die guswartige Polini wird- hierauf in folgendem Passus_ gestre1ft_: „Meine Regierung. hält gute und freundschaftltche BeztebunFen m1t _ a_11en Mächten. Die,. Vorbereitungen zum Abschuß _endgulti er

andelSverträge mit einigen derselben_ sind im de_en

u 8. Im Verlaufe dieses Jahres hai s1_ch eme Dcputaiwn na St. Petersburg begeben, um_gemaß einem Beschluffe _der Volksvertretung als Zeichen der Pietät der bulgarischen thion Einen Kranz “auf das Grab des unvergeßlichen Kaisers Alexander's 111. u legen. Das Wohlwolleti,1velchcs der Kaiser Nikolaus der eputation angede1hen l_wß, der tre_f_fl1chc Empfang, welchen dieselbe in _den Kreisen der_ russischen Re ierung und _bei allen Schichten drr russ1sche_n Ge- seUJchaft gefunden hat, enthält fur uns d1e Garantie, daß bei einem Aukwand vonBeharrlichkeit und Geduld die Be- zie ungen zwichen drr Schwesternation, die uns befreit hat, an unserem Vaterlande sich Zu solchen gestalten werden, wie sie sein sollen.“ Der Rußlan betreffende Passus wurde von

,

dem ause mit gespannter Aufmerksamkeit an ehört. Der «577ng der Sobranje wohnte auch die Prinzeséin Ma ria Louis e bei. -

, Amerika.

Aus avanna ist in Madrid die Nachricht eingetroffen, daß der nsurgenten-Chef Maximo Gomez sich nach St. Domingo egeben habe, um seine Gesundheit wrederher ustellen. Dieße Nachricht werde als Beweis dafür angesehen, da in den Nei en der FlibustierUnordnung eingeriffen fei.;„WWM«

Afrika. ,

Wie die „Agenzia Stefani“ aus Massowah meldet, ist der General Baratieri unter lebhaften Kundgebungen auch der eingeborenen Bevölkerung daselbst wieder eingezogen. _ Infolge des Sieges bei Debra Ailat und der Verschanzungen bei Makale sei die Festseßung der Italiener in Tigrc und die Wiederaufnahme des Handels im Innern gefichert- , _ Dem ,Reutcr schen Bureau“ wird aus Accra von gestern berichtet, der englische Kommissar Steward und seine Be-

leitung seien aus Kumassi estern zurückgekehrt; der König Zörempeh habe das britis e Ultimatum verworfen und 5Ziehe den Krieg vor, auf welchen er vorbereitet sei.

er „Etoile Belge“ melde1: Nach den vom Congo cin: getroffenen Nachrichten bleibe die. Lage am Lualaba, woselbst eine Militär :Revolte aus ebrochen war, noch immer sehr ernst. Die Meuterer seien auf Kabinda mar- schiert, dessen Besatzung zu schwach gewesen" sei, um Widerstand zu leisten. Verstärkungen hätten eine Ver- einigung nicht bewerkstelligen können. Kapitän Vollen sei bei dem statt efundenen Zusammenstoß getödte_t worden, Kapitän Shaw abe sich jedoch retten und Kabinda wieder erobern können. Die Aufständischen hätten dann ihren Weg auf Ganda zu genommen, wagten aber nicht, den Lomami zu über: schreiten. Die Eingeborenen jedoch wollten wissen, die Meuterer hättcn dort einen Erfolg errungen, und schienen sich dieselbexi jhatsächlich crm Lubefu 'zu befinden mit der Absicht, auf Lusambo zu marschieren. Dcr Kom- mandant Gillain marschiere ihnen mit regulären Truppen ent egen, Kapitän Lotbaire befinde sick) bei den Stanley: en und beabsichtige, nach U1angwe zu gehen, wo fick) die Operationsbasis des Barons d'Hanis bcfindr.

Nr. 44 des „Zentralblatts für das Deutsche Reiä)“ berauSg eben im Reich§amt_des Innern, Vom 1. Nobember, bat fol- enden nhalt: Konsulathen: Besteliuna eines Konsular-Agentrn. ,rmächtigungen zur Vornahme von Zivilstandsakten. _ Zoll- und Steuerwesen: Vereinbarungen in dem Stande oder den BefugnZlssen der Zoll- und Struerstelien; _ Polizeiwesen: AuSweisnng von us- ländern aus dem Reichsgebict.

Statixtik und Volkswirthschaft.

Woblfabrtöeinrichtungcn.

Dic Direktoren der Jutespinnerei A.-G. in Schiffbek (Regierungsbezirk Schleswig) haben einen Bauverein .Eigenbeim“ gegründet und beabsichtigen, zunächft Etwa 35 A rb ei 1 8 r w 01) n 11 n g 8 n erbauen zu lassen.

Zur Arbeiterbeweg ung.

Hier, in Berlin find, einer Mittbéilung der „Post“ zufolZc, die Musik-Jnsirumenteumacher der Firma R.Seidel und sammt- liche in dem Kunst-SteinWerk Wilhelma (Firma: Bitskie, Bern- tbal u. Co.) beschäftigten Arbeiter in den Ausstand eingetreten. Als Grund wird 11. a. Lobnstreit angefiihrt. _ Die Portefkuille-Arbeiter haben beschlossen, einen Lobnaufsch1ag von einem Drittel dcs bisher gezahlten Preises für die kommende Saison zu ver- langen, und woÜkn im Falle der Nichtbewisiigung ihrer Forderung einen Ausstand beginnen. _ Die ausständigkn Leder- arbeiter drr Steinlein'fcben abrik haben beschlossen, sich an das ererbcgericht in dessen Eigen (baff als Einigur-gkamt zu wenden. Wie mrtgeibe'ilt wurde, hat sich der Vmfißsnbe dcs Gewerbegerichts bereit erklärt, di? Vermittelung zu übernehmen. Der Ausstand dauert betrits acht Wochen; von den 102 Betheiligten sind UOch 85 zu unterstüsen.

Jn GlaSgow hielt das Vereinigte Comii8 der Werftbesißer gestern eine geheiixie Sißung ab, in Welchkr über Maßnahmen gegen- uber den ausstandigen Schiffsbauarbeitern verhandelt Wurde. Ursprünglich hieß es: fünfundzwanzig Prozent drr Maschinen- bauer sollten _ entlassen werden , obgleich die drci größten Schiffsbauer eme Entlaffung ihrer Leute nicht wünschten. In der gestrigen Konferenz aber wurde, wie „W. T. B.“ meldet, be- schlossen, eine Entlassung von Maschinenbauern nicht sofort eintreten zu lassen. Wahrscheinlich wird das Vorgehen mit dieser Maßnahme um 14 Tage verfchoben.

Land: und Forstwirthfthast.

Einfuhr von Mais nach Italien.

Die italienis 8 Regierung hat durch Verordnung vom 27. Sep- tembcr d. I. die m_fubr von verdorbean oder bavariertem Mais nach Italien, gleichvißl zu welchem Gebrauch derselbe bestimmt ist, verbotcxn und durch eine fernere Verordnung Vom 15. Oktober d. I. di?n__Ethubr von unverdorbenem Mais an folgende Bedingungen 9? UP :

1) Jede Sepdung muß von einem UrsprungSzeugniß des be- treffenden italienischen Konsulais begleitet sein, in welchem bescheinigt wird, daß der versandte Mais_ von guter Qualität, weder bavariert noch verdorben ist und s1chin einem solche_nZustande der Trockenheit be- findet, daß er unter normalen Verhältnissen den TranSport aushalten kann, ohne zu verderben. _ _

2) Jede Sendung muß bei 1hrer Ankunft im italienischen Zoll- amt von Sachverstandigen untersucht werden und darf, fails sich er- giebt, daß sie theilweise havariert oder verdorben ist, zu.", Einfuhr nur dann zugelassen werden, wenn erhellt, daß die einßetretenc Ver- ändertxng auf zufällige, von dem Willen des A senders oder Empfangers unabhängige Ursachen zurückzuführen ist. In solchem

a 8 soll der Mais zur Verwendung in Alkohol-Brennereien unter behördlicher Aufsicht zugelaffen werden.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiteu und Absperrungs- Maßregeln.

Türkei.

Zufolge Beschlusses des internationalem Gesundheitskaths in Konstantinopel ist die für Herkünfte aus Adalia noch bestehende ärzt- liche Untersuchuan auf eboben (vergl. .R.-Anz.' Nr. 235 vom 1. d. M.), dagegen eine so chr- ür Herkünfte der egyptischen Küste des Mittel-

mceres angeordnet worden. (Vergl. aucb .R.-Anz.' Nr. 255 vom 24. d. M.) .

sauber und Gewerbe.

' Am 15. November d. I. wird in ulda eine von der Reichsbankftelle in Cassel abhängige eichsbankneben: stelle mit Kaffeneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. ' .

Neuerdings werden von einem angeblichen Bankhause in Antwerpen, das sich „Antwerpener Kommissionsbank“ (1381111118 118 001111111881011 14111781'80188) nennt, nach dem Vorbtlde der sattsam bekannten „Brüsseler Kreditbank“, „Brüsseler Zentralbank“ und „Rotterdamer All emeine Prämien- und Rentenbank“ Antheilscheine an Lookien in Deutschland vertrieben.

Das Haus soll _in Belgien selbst keine Geschäfte treiben, sondern seine Kundschaft ausschließlich in Deutschland suchen. Zu diesem Zweck? stellt es Agenten an, denen für die G8- wixmung von Mitgliedern für die Loosegesellschaft hohe Pro: vistonen zugesichert werden.

Zuverlässige Ermijtclungen haben er eben, daß eine 1381111118 (18 001111111881011 1411178180138 in as Antwerpener

.Handelsregifter nicht ein etragen und auch ein Inhaber einer

solchen Firma_ an der örse und sonst in Handelskreisen in Antwerpen vollig unbekannt ist. Die angebliche Nieder- lassung in der 11181111 yéaZ8 14 ist auch dur keinerlei Ftrmenschild als Bank oder GLschästSkchs äußerli kenntlich Femachk Es kann daher bei der Anknüpfung von geschäft; ichen Beziehungen zu der „Antwrrpener Kommisfionsbank“ 7138110118 (18 ()01111111881011 1111178180188) nur zur größten Vor- 1cht gerathen werden.

Tägliche Wagengeftellung für Kohlen und Kris an der Ruhr und in Oberschlesien. _ _ An dsr Nuhr sind am 31. b, M. gestellt 12 280, nicht recht- 161th gestellt 228 Wagen. In Oberschlesien sind am 30. v. M. gestellt 4722, nicht rxcht- xcitig gestellt 1064 Wagen.

_ Berlin, 31. Okwber. (Monats-Vericht der ständigen Depu- ta11on der Woil-Jntrressenten.) Die Lebhaftigkeit im hiesigen Wollgescbäft, worüber im September berichtet wurde, übertrug sich, was deutsche WVÜCU anbetrifft, auch auf die erste Hälfte. des abge- laufenen Monats; in der zweiten schwächte sich die Nachfrage ab, Verkäufe kamen in kleinerem Maßstabe zu stande. _ Troydem er- reichten die Umsäßs 61118 ansehnliche Ziffer; es wurden?. etwa 4500 Ztr. Nückenwäschen und 3000 Ztr. ungewaschene Wollen ver- kauft, zu Prrisen, die, bei größsrem Entgegenkommen der Eigner,_ _den im September gezahlten ziemlich gleichkamen. _ Kaufrr warkn inländische: Fabrikanten sowie Kamm- garnspinner _ Dir Lager smd durch neue Zufnbren eraänzt worden, weisen jedoch nur einen Bestand bon etwa 20000 Ztr. Rückenwäschen und 4500 Ztr. ungewascbener Wolken auf. Eine befriedigende Aus- wahl, besonders in Rückenwäscben, ist heuir noch Vorhanden, feine Tuchwollen nicht ausgeschlossen. _ Der flotte Geschäft§gang des vori en Monats in Kolonialwollen und die guten Ausfichtkn für di:- ukunft [itteiiunter ungerechtfertigtcn Termin-Overationen. Die Umsä e wurden gerkngere und stocktrn zu Ende des Monats fast ganz; fie be aufen fich im Ganzen auf etwa 4000 Balien, zur Hälfte Kap-, zur Hälfte Australwolir.

_ Vor einiger Zeit hat die Festsetzung der Fischerei renze zwischen Preußen und Dänemark im kleinen Be 1 nach örtlicher Besichtiaun durch eiiie internationale Kommisfion statt- _;1Z8_f_1c1_1_1den. Die Festiiellung entipricht aÜen Wünschen der deutschen

1 er.

_ Die „„Rhein-Westf. Ztg.“ Méldkt von der Monatsbersamm- lung des Kokssdndtkatß in Bochum: Dem Geschäftsbericht zu- folge erfuhr die: Roheisenproduktion des Zollvereins vom Januar bis September eine Vermehrung Von 4,6 0/0, der Kokßabsaß nach dem Zollvereinsgebiet nur Von 1,4 0/0. In- folge dcr Besserung der Eiseninduftrie smd für nächstes Jahr bereits große K_okßmengen Verkauft, Die ProduktionseinsÖränkung für November betragt 12 ('/o _ bisher 13 0/0 "*, die Briträge betragen 15 _0/9 Die Angelegenheit wegen der Privatkokereien wurde Von den- jenigen Mitgliedern, wslcbe ab 1896 das Kokssyndikat bilden, erledigt.

_ Die „Köbi. Volkßztg.“ meldct: Bei der in Essen _statt- gehabten Subm1ssion auf Eisenbahnmaterial machte die biÜigsten Offerten für Rost- und Stabeisen frci Station Dortmund der Bochumer GußftablVch-in mit 91,65 «M die Tonne, andere Werke forderten 100 bis 101 „18; für Feinbleche frei Station Speldorf Waren Mindestfordernde die Stahlwerke Hösel) in Dortmund zu 132746 und für Yinbleche freiStation Dortmund dasselbe Wékk zu 127.48 Die anderen erke ve'rlangien 132 bis 149818 freiSpeldorf, 132 bis 145516 frei Dortmund. Für Wagenreifen frei Station Oberhausen war Mindest- fordernder der Bochumxr Veréin mit 192 „16, für Tenderradreifcn der „Phönix“ in Ruhrort mit 198 «M Die anderen Werke ver- langten 196,50_201 «16 und 201_204 „16 Für Wagenradreifen frei Station Witten war Mindestsordcrnder der Bochumer Gußsiabl- verein mit 191,30 .“, für Tendcrradreifen ebenfalls der Bochumer Verein mit 196,30 «16 Die anderen Werke verlangten 196,39-225 und 198_206 ck für die Tonne.

Greiz. 31. Oktober. (W. T. B.) Am 1. Dczcmber tritt bicr die Mitteldeutsche Bodenkreditbank ins Leben. Das Grund- kapital beträgt 7 500000 „16 Die Bank sol] namentlich landwirtb- schaftlichen Zwecken dienen. Zu ihrem Leiter ist Geheimer Regierungs- Rath Stier-Weimar ernannt.

Paris, 31. Oktober. Von der Börse wird berichtet: An der Börse fand ein allgemeiner Abwickelungsprozeß tatt. Schwache Spe- kulaxiten wurden mit großen Summxn _zum erkauf genötbigt, die Kurie waren daraufhin scharf rückgangig, bssonders Ottomanbank und andere Türkenwertbe. Spamer und Italiener, auch Rente Zgu. Die Goldsharesbewegung stand im Einklang mit der Gesammt-

immung.

Konstantinopel, 1. November. (W. T. B. Als die Ur- sachen der Kris e an der bissigen Börse werden die ückwirkung des europäischen Geldmarkts und die Ueberspekulation kapitalßarmer Spieler angesehen. Es sind große Verluste zu verzeichnen. Ein Syndikat zur ilfeleistung_ ist in der Bildung begriffen. cute berrjcht an der örse voÜstandiger Stillstand. Die Panik der einen Leute dauert fort, die massenweise Einlöjun von Papierpfundscheinen der Ottomanbank erfolgt anstandslos, was eruhigend wirkt.

Verdiugungen im Auölande.

Oesterreicb-Ungarn.

31. Dezember. Magistrat der Stadt' ola: Projekt sammt Voranscblägen und Offertew um Bau der asserleitung in Pola, Näheres bei der bezeichneten * ebörde.

Belgien.

6. Nobember, _2 Uhr. Kriegs-Ministerium in Brüssel: Lieferun von Medikamenten, Droguen, Spezereiwaaren, Leinwand, Komprchn, Flaschen,_ Pfrovfen, Bureauutensilien :e. für die Zentral- Apotbeke der Armee in Antwerpen, wie auch von Flachssamen-Mehl für den Veterinärdienst der Armee im Jahre 1896.

13. November, 11 Ubr._ Börse in Brüssel: Lieferung des für die staatlichen Marinewerkstatten in Ostende im Jahre 1896 nötbi en Eisens und Ciscnblechs; Voranschlag 11000 Fr., Kaution 1100 Fr. (Spezialbedingnißbefk Nr. 12).

Nächitxns. Oststation in Ayftverpen: Lieferung von 130 Kabel aus galvamfiertem Stahldraht für den Dienst der Schleppschiffe am

Scheldequai in Anbverven und Ueberrtabme' gegen Baarzablung von u11gefäb_r 2000 kJ alter Kabel. Kaution 430 Fr.

Nachftens. ?_Zörse in Brüssel: _Lieferung von Beleuchiun s- apparaten zu _Signalen für die belgiicben StaatSeisenbabnen im Jahre 1896, namltcb: ]. und 2. Loos, brftebend aus 85 Gas- und 290 etroleumlaternen, 3. Loos: 620 Reflektoren aus Packfanq und 300 cbirmen aus Kupfer. Kaution: Loose Nr. 1 oder 2 750 Fr., Loos Nr. 3 200 Fr.

Dänemark.

16. November, ?Ubr. Staatsbabnverwaltung (078rjUZ8nj8ur8n 1'81' Ziat-Zban8-2111188Z8118, KLUSUUOWJZUÜS 10) Kovénbagen: Lieferung von „4. 276 r Schixnennägeln, 8. 28 r- Winkellaschenbolzen und _Schraub_enmuttern._ Bedingungen an Ork und Stelle und beim .RTchs-Anzexger' (in damscher Sprache).

Verkehrs-Anftalten.

Mü1_1chen, 31. Oktober. Jm Ministerium des Aeußkrn ift bLUte zwischen dem bayerischen VevoÜmächtigten, Ministerial- Direktor Oswald und den1'württembcrgischen Bebollmäcbtigien, Bau-Dtrekior vqn Fuchs und Dirrktor Mujer ein Staatßvertrag über die Herst_eliung einer Bahnverbindun 17011 Lindau 1. B. nach Friedrichshafen Vorbehaltlich der beiderseitigen Allerhöchsten Ge- nehtnigung beschlossen und voUzogen worden. Die Bahn soll nach den Normen der Hauptkisenbahnen ausxxefübrt werdrn.

Ha_mburg, 31. Oktober. (W. T. B,) Derr Dampfer „Bo- rus im der Hamburg-Amerikg-Linie ist, wie die „Hamb. Börsenh.“ meldet, an Hrrrn Kunstmann in Swinemünde Verkauft.

___ London, 3]. Oktober. (W, T. B.) Der Cafile-Dampfcr „1Smore Castle“ tst heute auf drr Auskeise in Durban (Natal) angekommen.

Theater und Musik.

SchiilLr-Tbeater.

_ Zwei literarische Experimente hat das SchiÜ€r-Tbeater eiern srmem Publikum Vor exührt. Das erstr, die Aufführumf;z sdrs alten Vers-LustsbieiZ, urcb's Ohr“ bon Wilhelm Jordan, dem bekannten Bearoetisr de? Nibelungenliedes, glückte überraschend gut. Man merktk _es den_ Zuxchauerxi an, da;“; sir mit Aufmerksamkeit dem außerordentlich fem zugespitzten Jdeengange des Dichters folgtrn und M11 Bebagen dsn alle groben Effekte ber- meid_end_en Humor auf sich wirken lie €U- Klang der der vorzugl1che_n Darstellung grspendete BEtfal] auch nicht so laut, _ wie inan (zs sonst an dieser Stätte grwöbnt ist, so dgrs man dies nur den Vornebmen Eigenschaften der Dichtung zu- schreiben. Die Herrsn 5711511117 und Wintrrstrin, die Damen Pauly 11111) YZVeran_n brachtcn 16 durch fein abgetöntks Spiel und ver- standmßvOlTe Brbaridlung dcr_Verssprache voll zur Geltung. Dcr in Frankfurba. M_. lemznde 771abrigc Dichter hatte in einem Brief an die Direktion sein Bedauern ausgssbrockyen, der Nenauffübrung seines“ Werks axis GesundhxttNuckückßten nicbt briwohnen 511 können. _ L_)er _Veriuck), __Molt8re's fünfaktige Posse „146 13011er3015 (78111111101111118 unt€r_ drm Titel , Der Ad elSnarr' aus _8111811 Ait grkurzt zu geben, ist leider mißglückt. Es _1_st dies_ ems vbn _den Stücken des großen französischen Satirikers, d1e_der Z€1t nicht Stand geöalten haben. Die dürftige, gar 111 derbkomtsche _und unwahrscheinliche Handlung bildet nur dsn rotben Faden, der e_me Folge von BaÜetscenen aneinanderreibt, wie solche zur ZM Ludwig's 3117. unter dem Namen „(301118618-1381181“ bizltcbt waren, _1_111d bat; d1esss Beiwerks entkleidet, keinén Reiz. Daß dte Darstelixr iich bemubten, eme derbe Komik 111111) Kräften berdorzu- kehren, ist 111 diesem Faile kei Stück nicht das Spiel schuld.

Konzerte.

Dir Hier bereits wohlbekanntEn Holländischen Sängerinnen Jeann_eite de Jong, Anna Corbar und Marie Snyders, welche iich gestern _1111 Saal B echst€in börrn iirßen, eröffneten die Reihe ihrer Vortrage mit dcn Terzetten „Wiegrnliéd“ von AVM- kamb und „Viele Grüße" ron Hiller, beide mit Klavierbe leitung. Hieran schlossen sich Terzette & 08pp8118, abwechselnd mit netten, die theils bon Anni: Corver (zweiter Sopran) und Marie Snyders (Alt), th€1ls von J. de Jong (erster Sopran) und. der Altistin ausgeführt wurden. Die Lieblicbkeit des Stimmenklangs,_dic vohlkomincne Reinheit drr Intonation, selbst bei schwierigen Emsaizen, die Wiedergabe aller rhythmischen Feinbeitsn in dem enanntrn 21de von sillér und in dem tanzartigen Hochzeitslied Von . Mertkns, msbr no _ dir graziöse und frische Art des Vortrags der Schumann'ichrn und Berger'schen Terzctte riefen den enthusia- stixche'n BsifaU drr zahlreich erschiem-nkn anörer hervor. Die Klavierbeglsitung hatte Fräulcin Julie Von Asten übernommen und führte dieséibe mit bekanntkr Korrektheit durch.

Gleichzsitig gab die Altistin Selma Thomas in dsr Sing- Akademie einen Lieder-Abend. Ihre kräftige und gut geschultx St_immx ist zwar nicht besonders umfangreich, doch verstaxid es die Sangeriii, zumal beim tragisch€11 Außdruck in Grsängen bon Schumann, Rubinstein, Löwe _und Brabtxis, siebortrefflick) zur letung zu brinarn. Einige Lieder mußte fir aus lebhaftes Verlangen wiedérbolen. Die Klavierbegleitung des Fräulein Maric Brix 111) ist noch besondercr Anerkennung wrril).

11 Fehler; an der Niederlage war das

Jui Königlichen Operxbaufr grlangi morgen Aubsrß ,Fra Diabolo'_ unter Kaveümriitcr Weingartner's Lsitnng zur Auf- sührimg. Darin trexew auf: als Fra Diabolo Herr Philipp, als Y_erbimr Fraulem Dietrich, als Banditen dic Herren Krolop und

16 an.

_ Jm Königiicben Schauspielhaus: wird morgsn Karl N1emann's Lustspiel „Wie die Altkn sungen“ gsgebrn. Fräui€in Adele Wienrich spielt die Annalisa, Frau SÖramm dic Hanne.

Das Berliner Theater hat das allcinige Auffübrungsrrckyt der neuen satirischen Komödie von Sidncy Grundy, „M18 USK? Nomun“, für Deutschland und Oesterreich erworben.

__ _Das Neue Theater bringt als nächste Nobität den Schwank „Seine Gewissens“ von Brentano und Trübeim zur Aufführung.

Mannigfaltiges.

Am 25. Oktobcr fand unter dem Yorfitx, des strlivrrtretcndcn Vorfiyenden, Karnmerherrn von dem Kneiebc-ck eine Sitzung des ZentrafZ-üComM-Zs der deutschen Vereine dom Rothen

teu a .

IZM Eintrttt _in_ die Tagrsordnung gedachte der Vorfißendc des Ablebens dxs Sanitats-Ratbs 131'. Schütte, welcher sich lange Jahre anlyrxhbnilt ngebung an den Geschäften des Zentral-Comités be-

et tg a.

_ Nach Erledigung _verscxyiedener K_escbäftlichcr Mittheilungen wurde die von Ihrer Majestat der aiserin in Anregung gebrachte Gedenkfeier _aller Organe der freiwiliiqc'n Kriegökrankenvfiege erörtert. Die Fe1er soll unter Vertretung der Ritterorden und sämmt- licher Organs des Vereinsweiens vom Rothkn Kreuz in einem an- eme enen Versammlungöraum an einem noch zu vereinbarenden erm n veranstaltet Werden. Die mit den erforderlichen Vor- bereitungen zu betraziende Kommission wird unter Vorfiß des Kammer- b__errr_1 von dem Knesebeck baldmöglichst x_usammentreten. Der Vater- landische Frauenverein soll in der Kommission durch zwei M*itglieker vertreten werden. __ _ _ Dem Vaterlandi1chen_Frauenverein_ zu MEZ wurde für die Zwecke eines zu errichtenden Vereinslazaretbs im Martbaftifr eine Beihilfe von 1400 „ck bewilligt. Ueber die Sitzung des Verbandes deutscher Krankenpflege-Anfialten

vom Rothen Kreuz vom 27. v. M. erstattete der vom Zentral-Comitä delegirte Erste StaatSanwalt Lüdemann eingehenden Bericht.