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Jiehtamtliehes. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 2. November.
Seine Majestät der Kaiser und König emp_fingen Estern Abend 6 Uhr 15 Minutkn auf der thdparkytanon Seine Majestät dcn Köni von Portugal und gc: leiteten Allerhöchstdensclbcn zu agsn unter Begleitung xiner milijärischen Eskorte nach dem Ncucn Palais, _wojelbst Ihre Majestät die Kaiserin und Konigip den hohen (Gast begrüßten. Am Bahnhof forme am Neuen Palais waren Ehrenwachen aufgestellt. Abends 8 Uhr fand bei Ihren Majestätcn Familientafel statt, an welcher die in Potsdam anwesenden Prinzen theilnahmen;
Heute Vormittag von 9 Uhr ab nahmen _Seine Majestät der Kaiser die Vorträge des Chk'fs des Gcnkrahtabs der Armee und des „Chefs des Militärkabinets entgegen.
Ueber den Empfang Seiner Majestät des Königs von Portugal wird dem „W. T. B.“ berichtct:_ Zu Ehrcn des hohen Gastes Ihrer Majestäten war her fur den Allerhöchsten Hof bestimmte Bahnhof Wildpark m schonstxr Weise festlich geschmückt. Auf hem mittleren Vahnstx1 war ein Königszelt in den portugicstschen Farben (blau:we1ßZ errichtet worden, dessen Dach von Eiflkk aus Lau gewundenen Königskrone, geschmückt mit _blaucn und weißen Blumen und solchen in den deut1chen Farben, überragt wurde. Flankiert war das D__ach von vier Flaggen: masten, welche deutsche Und pormgiestsche Fahnen trugen. Die ganze Vahnhof§a11lage war tagheU erleuchtet. Um 61/4 Uhr Abends lief der Sonderzug des Königs in den Bahnhof ein, wo SeineMajestät der Kaiser 1_11_1d König den hohen Gast crwartcxen. Außer Seiner Ma1ejtät waren auf dem Bahnhofe anwesend: Seine Königliche Hoheit der Prinz Friedrich Leopold, die in Potsdam wohandsn Prinzen ch Königlichen Hausesx, dcr Staatssckretär des Auswärtigen Amts, StaatE-Ministcr Freiherr von Marschall, ahlreiche andere hohe Würdcntrx'z'ger, der Polizei: ?Wräfidcnt von Potsdam, sowie die Ofnziere des AÜ-srhochxtext Hauptquartiers. Auf dem Bahnsteig hatte eine Kompagme des (Harde-Jäger-Bataillons mit der Fahne und den Hornixxen des Bataillons als Ehrenwache Aufstellung genommen; die direkten Vorgefeßtcn des Bataillons waren ebenfalls zngegen. Beim Einlaufcn des Sonderzugs intonierten die Hornisten der Gardc:Jäger die portrtgicsische Nationalhymne. Die gegen- seili e Begrüßung der BOWEN Monarchen war cinc äußerst hej'z§che. Seine Majksiät der Kaiser stellten auf dem thnstsig dem König zunächst die anwesenden Prinzcn vor, dann wurde die Front abgeschritten, und die Kompagnie dcs (Harde- Jäger-Bataillons dsfiiisrte. Beide Majestäten fuhren hicrauf in einem offsncn Vierspänner mit Vorreitern, eskorticrt von cincr Eskaoron dcs Regiment-Z Garch du Corps, nach dem Neuen Palais, An drm nge dorthin bildeten die Mannschaftcn des Lchr-Jnfantcrie-Bataillons mit Magnefiumfackeln Spalier. Die Anfahrt der Majestäten vor dem Neurn Palais Erfolgte am der Gartenscitc dcs Muschelsaales. Auf dsr (Gartenterrasse, cm Mitteleingarxg, stand dis Lsib- Kompagnie des 1. Garde-chximents .F. als Ehrenmache', wclche Den König ehenfaUs mit der durch das Musikkorps des Regiments auSge-führten portugiefischen' Nationalhymne_empfing uud nach dem Abschreiten drr Frontdefrlicrte. Am Mu1chelsaale hatten ein Zu der Schloßgarde:Kompagnie und der zweite Zug dcr Lcib=Gen armcrie Arxfstkklung genommen. Im Neuen Pakais begrüßten alsbald auch JhreMajcstät dieKaiserin und Königin Und die ältcren Prinzcn Söhne den hohem (Hast. Ahexrds 8 Uhr fand bei Jhrcn Kaijerlichen und Königlichen Maxestäten im Apollo-Saalc dcs Neue'n Palais Familien: tafel statt.
Schw Majestät der König von 5Hortugal hat, wie „W. T, B.“ ferner meldet, im Neuen alais die zu thner Erxe gslegknen Rojhcn Kammern bozogcn. Allerhöchstdrrfelbc begab sich heute Vormittag um 10 Uhr zu Wagen nach Pots- dam nnd lsgtc im Mausoleum bei der Friedenskirckxe am Sarge Seiner Majestät des Hochseligcn Kaiscrs Friedrich einen prachtvollen Lorbeerkranz niehcr. Sodann stattete der König in chin : Glicnecke und Potsdam den dort wohnenden Prinzen und Prinzessmnen Besuche ab. Das Frühstück nahm der König bei den Erbprinzlich .Hohenzollem- schen Herrschaften ein und fuhr gegen 21/2 Uhr Nachmittags mittels Sonderzuges nach Bkrlin, um auch den hier wohnen- den Fürstlichkettcn Besuche zu machen. Um 5 Uhr Nach: mittags gedachte Seine Majcstät nach dem Ncuen Palais zurückzukehren, woselbst Abends um 7 Uhr zu Ehren des Königs, und war im Marmorsaale, Galadiner zu etwa 150 Gedecken Flattfindet. Um 81/2 Uhr Abends findet im Neuen Palais cine Theater:Aufführung durch das Personal des Königlichen Schauspislhauses statt. Zur Darsteüung ge- langen die Lustspiele „Militärfromm“ und „Mißverständnisse“.
Der Kolonialrath scßte am Donnerstag Nachmittag seine Verhandlungen über die Landfrage in Ost-Ilfxrka _fort. Nach Erledigung dieses Gcgcnstandes und nachdem eme Kom: mission für die Berathung des (Heseßentmurfs, üb_er das Aus- wanderungswescn gcwählt worden war, wurden dre Sißungen des Kolomalraths vertagt.
Die Kommission besteht aus den .Herren." Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg-Schwerin, Staats-Minister von Hof- mann, Staatssekretär a. D. von Jacybi, ])r. Schar1ach, ])1'. Schröder, Adolf Wocrmann, ])]: Wtegandt.
In der Türkei hat das zuleßt im Februar 1884'cin: hcitlich geregelte Paßwesen (vergl. Nr. 83 des. „Rexchs: Anzeigers“ vom 5. April 1884 unter „Türkei“) ewige Yb- änderungen durch eine Verordnung vom 7. Djemgzt-yl- Akhir 1312 (6. Dezember v. Z.) erfahren, aus der wrr tm Interesse der nach der Türkei reisenden Deutschen Folgendes hervorheben. _ _ .
Ein Paßzwang besteht in der Turket nach wre vor, ,und die Pässe mühsen auch jeßt noch von _der türktschetz dtplo- matischen Vertretung oder von einem_ turktschen Konjulat' in dem Lande, von wo die Reise „an*etr'eten _w_1rd, mit einem im allgemeinen nur für eme else gulttgen
Visa versehen sein, wofür die bisheriqc Gebühr von
Piaftern oder 4 „M beibehalten Zst. Kommt _in- dessen der Reisende aus einem Lande, wo steh keine türk1sche Vertretung befindet, und berührt er nur auf der Reise ein Land, wo ein türkischer Vertreter wohnt, so braucht er je t nicht mehr, wie Früher, die Vistcrung seines Passes dort na : holen zu la en, ondern es enügt ein ordnungsgemäß von der eimat sbehörde aus este ter Paß. _
ehlt diefen VorschriJLen zuwider d_as Vtsa auf dem Paß
des Fremden, so muß er die doppelte Vi1agebüLrvon40Piaster zahlen, Ist er überhaupt ohne Paß, so mu cr fich binnen 48 Stunden, während deren er polizeilich überwacht wird, einen von dem Konsulat seines Heimathlandes ;aus- gestellten Paß oder eine gleichwerthige amtliche Bcscheimgung verschaffen, widrigenfaüs ihm das Betreten des türkischen Gebiets untersagt wird; außerdem muß dann die doppelte Visagsbühr gezahlt werden. - _
Der Paß muß bei der Ankutxft der zuständigen Behorde vorgelegt werden. Die bisher fur aUe Fremden bestehende Pflicht, fick) binnen 6 Monaten nach der Ankunft eine Auf- cnthaltsfarte zu lösen, ist dagegen in Wegfall gekommen.
Der General der Infanterie von Grolman, Gouver- neur des Jnvalidenhauses hierselbst, hat Berlin verlaffen.
Der BevoUmächtigte zum Bundesrath, Senator der freien Hansestadt Bremen ])1'. Pauli ist von Berlin abgereist.
Bayern.
Wie die „Augsburger Abendzeitung“ mrlch, betraute Skine Königliche «Hoheit der Prinz- Regent den Hofmarschall Grafcn Seinsheim mit der Wahrnehmung der Gsschäfte des Oberst-Kämmerers und ernannte den Premier-Lieuténant Grafen M01) zum Zcremonienmeister.
Reuß j. L.
Der Landtag übsrwies in seiner gestrigen Sißung den Etat und eine Anzahl von Vorlagen, sowie einige Petitwnen zur Vorherathung an dTe Ausschüffe. Der Antrag der Re- gierung auf gcrichtlichc Verfohung des Verlegers und des Druckers eines sozialdemokratiJchen Wahlflughlattes wegen Belsidiqung des Landtags (nicht, wie irrthümlich von „W. T. V.“ gemeldet worden war, dss Ministeriumß) wird in der nächsten öffentlichen, noch umheftimmten Sixzung zur Verhandlung kommen.
Hamburg.
Der Senat hat der Bürgerschaft dcn Etatscntmurf für 1896 vorgclrgt, der in Einnahme mit 80863 578,42 «16, in Ausqabe mit 81 961 527,42 «sé, also mit einem Fehlbetrage von 1 097 949 „M abschließt. Der Senat beantragt, 6 Einheiten der Einkommensteuer zu erheben.
Deutsthe Kolonien.
Jm „D. Kolonialbl.“ wird ein Gouvernementcxbcfchl des Kaiserlichen (Gouverneurs von TeUtsch-Ostafrika ])1'. von Wissmann vom 29. Skptembcr d. J. veröffentlicht, laut dessen er an disfem Tage die (Geschäfte dcs (Youvcrnements übcrnommekn, den chierunch-Rath ])1". Bumiller mit der Führung dsr (He: schäfte des abwesenden Chefs der Finanz:Abtheilung, den Kom- pagnicführcr Freiherrn von Ebersjein mit der Führung der Geschäfte des BezirkLamts Kilwa, den bisher mit seiner Vcr- tretung betrauten Beamten Berg mit drr Führung der Ge- schäfte des BezirkSamts Lindi beauftragt, und den zum Aus- wärtigen Amt kommandierten Hauptmann Heymons dem Gouvernementsbureau zugetheilt hat.
Des weiteren enjhält das „D. Kolonialbl.“ eine Ver- ordnung des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika vom 25. September d. J., mache das Schärfen innerhalb dieses Schußgehietes betrifft. hren Vorschriftm unterlie t die Aufsuchung folgendkr Mineralien: Edelsteine, Edelmeta 8 (Gold, Silbc-r, Platin) uxxd andere Metalle, gediegen oder als Erze, Mineralisn, wclche wegen ihres Gehaltes an Schwefel oder zur Darstellung von Alaun, Vitriol und Salpeter verwendbar sind, Steinkohle, Braunkohle und Graphit, Bitumen in festem und flüssiYem Zustande. Wer schärfen will, hat bei dcr Bergbehörde, eren Aufgabcn von dém (Gouverneur wahrgenommen werden, um Erthcilung der Erlaubniß nachznsuchen. Die Schürferlaubniß, welchc über: tragbar ist, wirx) für die Dauer von sechs Monaten crtheilt. Für dieselbe ist monatlich, von der Ertheilung ab, im voraus eine Gebühr von fü_nf Rupien zu entrichtkn. Wird die Gebühr nicht bei der Fälltgkcit gezahlt, so ist die Schürf- erlaubniß erloschen. Die Schürferlauvniß iebt dem Inhaber das Recht, in dem (Gebiet, für welchcs 1e erthcilt ist, auf einer von ihm zu wählenden kreisförmigen Flück)? von zwei Kilometer Durchmesser zu schürfcn und dabeiAnderc von dem Schärfen auf disser Fläche auszuschlicßen. Dcr Schürfer ist ferner berechtigt, während der Dauer seiner Schürferlaubniß nach Anweisung der Bergbchörde und vorbehaltlich der .dem (Grundeigenthümer Etwa zu gewährenden Entschädigung eine Bodenfläche von höchslens zwei Hektar zur Errichtung der erforderlichen Baulichkeiten und zum Weiden von Zugthicren und Vieh zu bcnußen. (Grundstücke, guf welchen das Schärfen untersagt ist, dürfén _hicrzu mcht gewählt werden. Der Schürfer, welcher einen Fund "macht, hat der nächstgelegenen Verwaltungsbehörde _unter moglichst
enauer Bezeichnung der Fundstelle und Einsetxdung, einer robe Anzeige zu erstatten. Die Verwaxtungsbehorde 1st yer- pftichtet, die Anzeige unverzü [ich an dre Ver behörde xvcttcr zu reichen. Die Bergbehörde at festBxstellen, 0 'das Mtneral am Fundorte in abbauwürdiger eschaffcnhett „vorkommt. Wird ein soYes Vorkommen festgestellt, so, hat dze erstattete Anzeige die irkung, dem Schurfer fur dre (Hemmung des Minerals die Rechte des Finders zu wahren. Dre näheren Bestimmungen über den Inhalt und Umfang dieser Rechte bleiben vorbehalten. . _ ' _
Ueber seine Inspektion-Zrctse tm Suden des Schußgebieis Deutsch-Oftafrika berichtet der Kaiserliche Gouverneur unter dem 1. Oktober d. J, Folgendes:
Ich besuchtezunächst dasRufidji-Delta, welches das Usambara des Südens zu werden verspricht. Den nördlichsten Arm des riesigen Deltas flußaufwärts dampfend, machte ich zu meiner Freude die wiederholt fich aufdrängende Beobachtung, daß wir in dem dort wachsenden Mangrovenwald einen derartig enormen Reichtbum an uten Hölzern haben, daß eine Abnahme desselbe'n in absehbarer Zeit ?elbst dann nicht zu befürchtrn ist, wenn unsere ganze Kolonie und der
?rößie Theil der afrikanischen Ostküste aus diesem Reservoir fich ver- orgen würden. Für unsere baulichen Zwecke gewinnen gerade die Mangrovenbölzer deshalb an Werth, wei sie;_die einzige Holzart find, welche dem Termjtenfraß erfolgreichen Widerstand bietet.
cb sab mtch veranlaßt, der Frage“ der Schlagegebübr und dcs auf Holzauéfubr ruhenden Zones näher zu treten, und mußte feststellxn, daß infolge der unVLrbältnißmäßig hoben Besteuerung _der „Holzscblag außerordentlich zurückgegangen ist. Ich beabstchttge msslgedessen, die „HolzschlaLgebübr, die bisher in Höhe von 30 0/0 vom Werthe, sowie den Zo , der bisher in Höhe von 10 0/9 vom Werthe erhoben r'vird, künftig bedeutend berabzuseßen, und habe die Ueberzeugung, daß mcht nur der ßHolzschlag in wünschens- werther Weise wieder fich bepeutend yerme ren, sondern daß mit dixser Maßreacl auch unsere Einnahmen wachsen werden. Es scheint tyrr der Erwägun werth, ob ,es fich nicht empfehlen dürfte, durcb emxn erfahrenen orstmann eme rationelle Ausforstuna des Delta- gebtets eiyzuleiten. Vom nördlichsten Arme des Rufidji, etwa 15 Seemetlen stromaufwärts von der Mündung, ging ich über Land nach unserer am südlichsten Arme des Deltas gklegenen Versuchs- planta e Moborro. Wie solches in einem Delta erklärlich, führte der Mars . durch fasx absolute Eluens, die von unzähligen, zum tbeil aber nur zertweUe laufenden Wasserarmen und Tümpeln durchbrochen war. In der ganzen Gegend fand ich schönen tiefschwarzen Boden.
Die Versuchsplantage Mohorro ist noch nicht eingkhknd gknug.
mit der Kultur xrgiebiger Trovrnvflanzun en fort eschrittkn, um ein endgülttges Urthml abgkben zu könncn. ur-ördert find nur größere Landstreckm urbar. gemacht mzd einheimische Körnc'rfrüchte gevflanzt wvrden. Jmmerhm berveiscn dre Samenbeete, die zum großen Thml schon aufgegangen smd,_daß jkdk nur denkbare Niederkultur in diesem Delta möglich sein muß.
_ I).) eine bcdeutendc Anzahl von Pflanzungen unmittelbar an km machttgen Wafferarch dcs Deltas_ang€1egt!v€rdcn könnkn, so find diE Verkehrßbedingunchn xür eine Abfuhr der Produkte nach der See herorragend günsnge zu nennen. Ich habe einen kerzeit die Küste ereisénxen Pflanzcr, der fich in Uxambara ankaufe'n Wollte, eingela'ren, fich dix Verhäxtniffe am Delta mit anzuse'hen. Dkk betreffe'nde Herr wxrd mh nunmehr vorausfichtlich im Rufikjidelta niederlaffen, um dort das crste Privaxuntkrnehmen ins Leben zu rufen. In der That fir-den 17:1) an Yen Ufern des Deltas eine große Anzahl der schönsten ?Ynfisdelungsplatze. Dj_c vielfach vorharxdenen prachttwllen Mango- haume und Palmen ver1vrechsn ein ebenyo reizvolles wie schattigcs HeimBabzugchenI Es wäre:“ wirklich auf;e_rord€nt[ich wünschenswerth, dle Auxmerkmmkcrt pridatcrUntkrnchxnkr aus diese günstigen Anfiedelungs- bsdinaungen hinxulxnken.
ka RuffTjZDielta ist ein ganzer Jnsel-Arcbipkl vorgylagert„.die zum größten Thetl im Laufe der Ighrhunderte sich auf Korallsn au?- gebaut haben. Die größtsn der Imeln, wo fich Tcinkwaffer vorfindet, 11,112) bewohnt und zwar angkfickyts dcr Heuschrrckenvlage sogar ziemlich d1cht bevölkert. Sie scheinen ehcnso gühstiqe Vorbedingungen für den Laydbau, als auch vornehmlich für dix Viehzucht zu bieten. Von dcr klerney Jnskl Schole aus, Wo fich die Hauptanfiedelung des ganzen Jnyelve'reiches „vorfindet, bcsucbts ich dic größte der Inseln, die dxn Namen Mafia führt. Mafia zsigj überall da, wo lcickptc-r Humus und Sand zurücktritt. rothen und fet1€n Boden. Di? Insel, reren höchste Spiße fich wohl kaum Über 25 m erhebt, ist von zahl- rsrchen, (das „ganze Jahr hindurch fließenden Bächen durchschnitten. Auch fil1dén_11ch eine größkre Anzahl Von kleinen Süßwaffer-Seen Und -T€Ych€71 aus dEr Jnsehzerstrcut. Wcit ausgedehnte Kokosplantagen sonore zahlreiche schatnqc Mangos gaben rkrselbcn einen besonderen landschaftlichen Reiz. (Ein Fruchtbamn, hier Mabibu, von den Por- jugiesen, Welche dcffsn Früchte zu einem starken BranntMin brennen, Caja genaxmt, wilde Dattelpalmc'n sowic: Dickungen Von wild wachscnden Ananas fxeäen mir bei dcr Durchquerung dkr schmalsten SWL der Insel, Die im Innern den Charakter der Parklandschaft trägf, [)(-son- “ccrs anf. Dcr größte Thkil von Mafia *schc'int unter Kultur zu stehen; Maniok, Bohncn, Erb1€nbäume, jüße .K'artcffeln, Bananen und Reis machkn den «Payptbestandthcil dcr Pflanzungen aus. Körnerfrücht€, wie Mais und Hirse, werdkn indkffkn garnicht gebaut. Die Vieh- zucht in Mafia steht höher als ixgkndwv in drr Kolonie. Der (Hmm?) hierfür ist in dcm Umstand zu !uchen, daß die Insel von der Vieh- seucl)€ der Jahre1890/91 Verschont geblieben ist; dann aber auch. weil Die? dort Wachsendkn kurzen, weichen Gräser fick) besondkrs für Rindvi6h- futter zu eignen scheinen. Ich habe indessen das Verbot der Rindvisb- ausfuhr nach fremdem Befitz _ insbesondere nach Sansibar _ noch nicht aufgehohcn, da mir der Viehbkstcxnd noch immer nicht hinrkichknd gkfichert zu fein scheint. Kleinvieh und E!L[,WL1ch letztere übrigens nur zum Reiten benußt werden, rvcrdcn, ebenfaUs ausgiebig gkzüchtet. Der Fischreichthum im ganzen Mafia-Archipel ist _ein stroßer, wie die große Anzahl von Herdsn jagender Dclphine bewsiyt. Während mciner Ab- wesxnheit von Bord wurde ein Pottwal dicht am Schiff bepbachtet, dsr an Länge ds" Dampfer .Roruma“ übsrtraf. Auch Schrldkrét€n werdcn an dem Inselstrande häuftg Uefang-xn. Auf ein'e'r klenzen bx- r-acbbarten Insel bksucht8 ich eine StkÜL, wosclbstFnÖer m_ Dkr Höhlung eincö Affenbrolbaums Hund-Irte von Schtldfxötexxsckxadrln aufgestapklt haben. Sie sehen die's wahrscheinlich als cm werkmmes Zaubermittel an, das ihnkn zu gutxm Fange Vcrhelfcn soll. Auch dxr H?ckicore dujong wird am Strande Von Mafia bcobachtet und haung g? augen.
Von Wild komuxt nur die Zwerg-Antilvpe, und das. rtytbe FUZZ- sckerein vor. Das [Lytcre repräsentiert so ziemltcb dxn emxtgsn Fenrd der Anpflanzungen und zwingt die Eingsbyrenc/tx, 1th Felder m1t starken Cinfriedtgungcn zu wcrskhsn. thlrc1che_Gumpf- und Waffer- vögel halten fich besonders an den klemxn SW_wa'ffCrskLn der Insel auf; Perl- und Sayannenhühncr sowre unzahlrge Lauben ver- Vollständigen die Thier-Fauna. _ .
Der einzige Sport der nie durcb Krrkge odér sonstwxepon außen her aufgestörten Eingeborenen hksteht tn _dem Fan-ge der_ZLLtldsbem-z, deren Fleisch fie jedoch verschmabxn. Mtt auanhmswetje starken, und guten Hunden werden die Schweme aus der Dtckung herausgktrtebkn und von den Leuten mit Sperren erlegt. _ _
Die Bevölkerung, aus Arabern, Bklud1chen und Küstenleuten als Befixzer der Schamben und ihren SklaVLn bsstehend, sowie aus einigen Indern, welche die_Hauptcxportartikel Kopra und Sesam auflaufen, beschäftigt fich industriell nur mit dkxm Flechten sehr schöner Matten und mit dem Bau von Fahrzeugen, für welch [estere sie die Hölzer aus dem Rufidjt-Delta holen.
Wenn irgendwo inDeutsch-Ostafrika die Verhältnis? der Anlage eiUes Sanatoriums günstig sind, so würde dies auf der jßdöxxlich Von Mafia liegenden Insel Schole der Fall sein. Diese Intel lcsgt dem Einfluß beider Monsune offen, und es können ihr weder von .der Küste noch auch yon der Insel Mafia irgend welch? gesundhmts- schädliche Mikroben zugeführt werden. Die landschaftliche Lieblicbkelt dsr zum größten Theil im tiefen Schatten schöner qugobäume LiegendenInsel möchte das Ihre dazu beitragen, den Aukkmhalt zu einem bewnders angenehmen und reizvollen zu machen. Aus oben Gesagten: möchte hervorgehen, daß auch auF der Insel Mafia recht günstige Vorbedingungen vorhanden find, die dle Befiedelung durch dsutsck)e_Pflanzer empfehlen lassen._ . , ,
Aus meinem Wege von Mafia nach Kjlwa bcsurbte :ck) _eme andere größere Insel, Songa-Songa» Der von [charfkqnttgem Korallcnfcls gcbildete Boden läßt dortselbst nur eine dürfttge und niedrige Vegetation emporkommen.__ Die Einwohner e_iner auxder Insel befindlichen größeren Niederxas1ung1eben hauptsach11ch yon tsch- fang und der sehr auSgedehnten Ztegen- .und ?ühper-zucht. Da es kein Raubwild giebt, weidet das Kleinvteb dre Jn el tn tbrer ganzexx Aus- xcbnun ab und wird mzr zeitrveise dem Dorf zu strieben. Erryahnxns- wertb md dort zwei tiefe, an ihren Wänden fat senkrechte Embrache, in deren Sohle steh die beiden einzigen, trinkbarcs Wgsser gebeyden Wasserstellen befinden. Da _das Wasser doch immerbnx noch ,emeu ziemlich hohen Salz (“halt aufweist, ist es mtr unbegreifltch geblteben, wie Menschen und ich hierbei bestehen können. . .
In Kilwa Kiwindje hielt ich mich auf der Hmrctse nur kurze Zeit auf. Sie genügte aher, um_mich übxr dre unhaltbaren Ver- hältnisse, die durch die Nachbarschaft des Rauberbauptmanns Hassan bin Omar geschaffen find, mehr, als mir lieb war, zu unterrtchten.
Dem ßchettreiendcn Bezirköamjmann gah ich Anweisung, alle kleineren unbewohnten Inseln des Mafia-Archtpels, woselbst also nur Fischer verkehren, mit Kokospalmen anzupflanzen.
Ich stellte dkm Bezirköamt einen dsr Zollkreuzer zur Verfügung und tbeilte die nördlichen Inseln des Mafia-ArchipelS, Welche bis dahin in Bezu auf Verwaltung zu Dar-ss-Salam gehörten, dem chkrkSanit K_i wa zu.
In Lindt erwartete mich die gleiche unangenehme Nachricht, nur mit dem Unterschied, daß es hier der Mjaohäuvtling Machemba war, der das HZntcrland von Lindi bkunruhigte und die von Lindi aus führenden Straßen gefährdete. '
_ Von den englischen Misfionsstationen Maffafi und Nezvala ,traf bet meiner Anwetenbeit in Lindi die Bitte um den Be1uch _emes Gouvernementébeamtek cin, welcher die zwisckven verschiedenen chapt- lingen ausgebrochenen Streitigkeiten, die schon zu Gefechten'geführt hattxn, schlichten sollte. Ich sandte daher den steUVLrtretenr-cn Be- zi1k5amtmann, Lieutenant Stcnßler, mit 60 Mann dorthin und gab ihm gleichzeijig den Auftrag, auf drm Hinmarsch das nördliche Grenzgebiet Machembas, auf dem Rückmarsch das südlich? _zu :*ekognvszieren und ((MS in Erfahrung zu bringen, was spätkr für einen eventuellen Strafzug gegen ihn von Wichtigkkit sein könnt?.
Herr Perrot, der schon früher in Usambara ein noch jest he- stehevdes Plantagenunternebmen ins Lkbkn gerufen hatte, hat jest auf dem südlichen Ufer des Lindifluffrs fich angekauft. Dkk Genannte ist über die dortigen günstigen Bodenverhältniffe so e*ntzückt, daß er seinem derzeitigen Untcrnkhmen eine schnellere Zukunft zuspricht als sklbst den Pflanzungen in den Usambara'beraen. Herr Pmot beab- fichtigt, hauptsächlich Liberiakaffce und Kokospalmen zu pflanzen, und zwar auf gutem rothen Boden mit aünstigen BewäfferungßvsrbälkniffM, der schon zum größtkn Theil yon Einqkhorénen gerodet war.
Von Lindi lief ich in dem Sudihasen ein, um den bedeujkndsfkn Araber unserer Südküste Abd el Kadr zu besuchen, das (ruht von etwa fünfzig m jener Gegend ansässigen Arabern. Abd ? Kadr hat ergiebtqé Gchschärtsbcziehung2n xu unferkm Fkind Machetnba, was er auch offcn emgesteht und was ihn stets dazu angehalten hat, dm! Aus- bruch von Feindseliakeiten zwischen Gouvernement und Mach€mba zu verhindern. Die Meinungen über seine Aufrichtigkeit sind getheélt, und ich halte 95 für durchaus nicht unmöglich, das; die Arabkr bei noch längerem Zaudern dss Gouvernemevts, gegen Machkmba etwas zu unternehmen, an der ähigkeif, dies Vorhaben auszuführkn, zwsifeln nnd fich Machemba anf ließen werden. was nicht allein durcko die be- daurendc Anzahl ihrer leavcn, sondern hauptsächlich infolge drr un- liebsamxn Thatsache selbst für uns ein dis ganzen Verhältnisse er- schwerendes I.)?„oment “sein würde.
Mikßndam, woh1n_ ich mich zunächst wandte. bat fich in seinsm Vsrhältmß zu Lindi !cit der Zeit, wo ich mit der Führung des Reiclyskommiffariats bxauftragt war, vöUig aeändkrt. Der Karawankn- handel hat sich nach und nach gänzlich Voq Lindi abgewendkt und nach Mikindani kon_zentri€rt, wozu Wohl haUptiäcbkich die unficheren Vcr- hältni e im Pinterlandc Von Lindi bcigxtraakn haben mögen. Der Haupt andcléartikél in diesern Gebiet ili Gummi und zwar solcher Don allkrerstkr Qualität.
In Mikindani ist kürzlich ein gsränmigks, s(hönxs Wohnhaus für Europäer gebaut wordcn und wird de'mnächst fertiggestellt wSkdsn. Außerdem soÜten noch Kaserne, Pulverhaus, Wirthscbafts- und Ver- waltungsgebémre axtfgeführt wärden, da _ wie _es hieß _ das alte Hort unbrauchbar kei. Da solches nur bei dem oberer: Stock des * ordergebäudes der Fal] war, so bsfahl ich die Juangriffnahmc der Ausbeffcrung des Forts, und W wsrden dadurch nicht aÜcin wieder eine uneinnehmhare B-chstigxng krhaltén, sondern nun _aucb Räumlicbkkiten, die für lang? Jahre jédkn Bedarf dcckén werden. Ein europäischer Pflanzkr, Herr von Quast, der seit fünf Jahren" hier ansäsfig ist und zunächst mit sehr un- günstigen Verhältninen zu kämpfen hak1e,§ ist ji'ßt auf dem Punkt angelangt daß er fich auch ausgedehxtcranaffec- und Kokospflanzungkn ;,uwendxn kann. Nur wenige Seemeilen südlich drs schönen Mikincani- hafens fuhr ich in M tw a ra ein, vix-lleicht drm bxst-Zn Hafen unsercr ganzkn Ostküste. Die Einfahrt sowohl wie die Gcräumigfeit als auch der (:e- bofx'ne Schutz entsprechen jcglicbk'r Anforderung. BSÜULM könnte hier die gefammteKriegOflojte des Dlutschkn Reichs vor Ankergehcn ; axxb wär€auf die denkbar thfachstk Art_ die Einfahrt in den Hafen zu befcstégcn. Von dieser bafenreicbexr Küste wandTe ich mich zUr Novumamündxmg un_d ykrfuchte mit dem mich begleitenden Zolikreuzer den Fluß auf- warts zu gklangcn. Dikses Vorhaben myßtc [Eider aufgegkbkn Mrdcn, da der Novuma in seinem Untcrlauf so breit und versandet, in seinsm Mittellauf so Voller Felsenbarren und Steink ist, das; wir auf die Aus 1cht, ihn zu dem Verkehr nach dxm Innern zu benutzen, Vsrzichten mü en. Nachdem h_ekuchte, ich das séir meinst Abwssenheit dem Heutschm Gcbiet zugefügte Kionqa und Trax dort Anordnungsn zu den xür die Verwaltung nöthigkn Bauten.
Auf meiner Rückfahrt lief ich die vorher nicht bxrührtkn, zum Amtßbezitk Kilwa gehörigen Häfen und Orte Kiswere und Kilwa Kikstwani an. Erster?! Ort. vor einiger ZLiT von Hassan bin Omar verbrannt, war im Wiederarxfbau begriffen. Lestercs, mehrfachsn Räubereien dcssélben Häuptlings aus Lssyt, war von dkm größten Theil der Bevölkerung Verlasxn. Die fat [MS Stadt mit den mächtigcn Ruinen, die in früheren ahrbundsrten VonPortugiksen. Arabern und PCs" sem exbauttrurden. machjc einen um sotraurigcren Eindruck,alsKjsfiwani einst mit Mombaffa die mächjigste Stadt an dsr ganzen Ostküste gxwesen ist. Den Morgen nach meinkr nur wenige Stunxen dauernden An- wcsrnheit find abermaxs Räukerbanrcn des Hasxan bin Omar dort xingsfaüen, und ich erfuhr bei m-incr Ankunft in Dar-ks-Salam, daß ?cbon an der ganzen Küste die Nachricht Verbrkitet sei, Hasan bin Omar habe im Sinne gehabt, mich bci dem *dort angesagten und bekannt gewordenen Besuch aufzuheben. In Kilwa Kjwindjé traf ich .an unlängst vom Urlaub zurückgekehrten BezirkIamtmann Frerherrn von Eberste'in und bcaustra te ihn , fich möglichst über diejenigen Vkrhältniffe bci Yasar: bin Omar zu unWrxichtkn, welche bei der dringknd notthdig akxvordenen Straskxpedition von Wichligkyit sein könnten. Zum Schluß ift chh zu erwähnen. daß kkr größte Theil der an den Küstenorten an- säfsägen Inder fich Von mir bkwegen léeß. ihren arabischen oder sonsti en Schuldnern in Anbetracht der hoffentlich nun überwundenen Heuscßreckenplage leichtere Bedingungen zu steÜen. Am 28. Sep- tember traf ich wieder in Dar-es-Saiam ein, woselbst ich den „See- adlkr' im Hafen liegend Vorfand. ' ,
K'tlwa wurde am 18. August unter Bethetltgung der dortigen Europäer unh der zahlreich versammelten farbigsn Bevölkerun die feierltche Enthüllung einer von der De_unch: OstaÉrikanißchen Gesellschaft dcm Andenken ihrer im Aufstande des ahres 1888 gefallenen Beamten Krieger unhHessel gewidmeten (Gedenktafel v_orgcnommet_1. Dieselbe qt an dem früheren Gesellschaftshause, ]eßtgen Poltzeihaufe, in wclchom dic Genannten ihren Tod fanden, angebracht.,
Der Kaiserliche Gouverneur des Schußgebtetes Kamerun von Puttkamer hat stch wcgcn ' Erkrankung nach Las Palmas begeben. Seine Vertretung wnd von dem Kanzler &, j.
Sci H t'vahrgenommen.
Großbritannien und Irland.
Der Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha ist „ostern Nachmittag in London eingetroffen und hat dem Zérinzcn von Wales einen Besuch abqestattet.
Dic „London Gazette“ meldet, das; der frühere Ober- befehlshaber des Heeres, der Herzog von Camb_ridge, zum obersten persönlichen Adjutanten der Konigtn und zum Chef : Ehren : Oberst der Armee ernannt worden sei.
Lord Wolseley hat vorgestern Abend einen Spezial- Armecbefehl erlassen, worin er erklärt, er übcrnehme, gehorsam
dem Befehl der Königin, das Kommando der Landstreitkräfte der Krone als Nachfolger des Herzogs von Cambridge. Er werde suchen, die großen Traditionen der englischen Armee aufrecht zu erhalten, und rechne vertrauensvoll auf die loyale Unterstü MZ aller Mitglieder des Heeres bei dem thsch, dic militäris e raft des eercs zu heben.
Bei den gestern in * ngland und Wales vorgenommenen Munizipalwahlen ergab sich bis Mitternacht, daß die Konsxrvativen 55 Sitze, die Liberalen 38 Sißc, die Unab- hängt en 5 Siße, die Arbeiterpartei 13 Siße errungen haben.
, ur Uebung bei den Infanterie,- und Artillerie-Truppen: ihexlen der Garde, zwciBataillonen der 49. Reserstnfanterie: Brtgade und drr 23. Artilleric-Briaade im Lager von Kraßnox Selo waren, wie der „Ruff. Invalide“ mittheilt, 3357„_Rej'crvcn Und zwar 3090 Infanteristen und 267 Ar- tillerxrten emgezogen. Sie waren zu einem Dctachement von fünf konzbmicrtmr Vataillomen und drei Batterien zusammengesteljt. Bet der chtchtiguqu derselben durch den Ober-Kommandiercn- dcn, Großfürste'n Wladimir, wurden die Kompagnien, ein kombiniertes BataiUon und zwei Battericn in aUcn reglemen- tartschqn Formen gxschen. Troßdem daß ein Drittel der Rcsermsten nur ein Jahr gedixnt hatte, und davon zwei Drittel zum Jahrgang 1885 gehörten, soll die Besichtigung zur vollem Zufricdcnheit ausgefallsn sein.
Frankreich.
Der König von Gricchsuland ist gestern Abcnd von Paris nach Wien abgereist.
“Decrais hat dic Annahme ch Portefeuille des Aeußcrn mit dcr ngründung abgklehnt, daß er das Verlangen habs, in der Zurückgxzogrnhcit zu verharren. Statt seiner hat nun Verthclot das_Portefsuille des Auswärtigen übernommen. Comhes hat tick) entschiedcn, an Stelle des Kolonial: Ministeriums das Portefeuille des Unterrichts zn übernehmen. Das Porjefcuillc dcr Kolonie'n wird wahrscheinlich dem Dcputirten Krux: 13 (Epénal) übertragen WLkde.
Rußland.
Gefjern, an dem Jahrcsmgc dcs Todes Kaiser Alexander's 11], fand in der Peter Pauls-Kathedralc cin Trauergottesdienft statt, welchsm der Kaiser, die Kaiserin:Wittmc und die übrigen in St. Petersburg an: wcszndcn Mitglieder des Kaiserlichcn „Hauses bci- wo ntcn.
Italien. Dcr P ap st crthciltc gestern mehreren Perfonc1191Udic-nzcn. Spanien.
T*sr_Erzhischof mm Srvilla, Kardinal Bcnito Sanz 1) Forcz ist gcstorhcn.
Türkei,
Die Mitglieder dcr Kontrolkommission find, wic „W. T. B.“ aus Konstantinopsl erfährt, bersijs gewählt; ihre formsllc Ernennung vcrzögert sich indeß infolge der an- dauernden Weigerung der Jnterocntiox1smächtc, den Minister des AUSrvärtigsn als Vorfißendcn zuzulassen.
Schakir Pascha und der Bali von Erzcrum haben tklegraphisck) gemeldet, daß am 30. Oktober einige junge Arm en ier in das Negésrunqualais in Erzcrum cingsdrungen scikn und dort auf de:"- Gcnöarmrric-Kommandanten gcs offsn hätten. Dicscr ski nicht getroffen, dagkgcu ein Untero fizicr getöxxtct worden. Die Wachorgane hätten das Fsuer erwidert und die cingcdrUngenkn Armenier „Städter Darauf habe sich in der Stadt eine Schlägerei zwichen Mohamedanern und Armenicrn entwickelt, bei welchkr etwa fünfzig Personen gc: tödtst worden seien. Ein Armsnicr, der vor dem Zwischenfaü seinen Rcligioncchhoffen angerarhcn hatte, die Läden zu schlicßcn, set verhaftet worden. Erne Untersuchung sei ein: ngcitet. Dank der Maßnahmen der Behörden, sci dic Ruhe wieder hergestellt.
Nach den chten Nachrichten aus Marasch wäre ein Oberst mit ungefähr 400 Soldatkn iu der Kaserne von Zeitun von einer beträchtlichcn Anzahl armenischchnsnrgonten cmgcschlosssn. Bewaffnete Armenier in Marasch erwarteten nur eine Benach- richtigung von Zeimn aus, um Ausschreitungen zu be Shen; von allen Seitenströmtcn Arm-Znicr herbei und steckten mKelmanische Dörfer in den Distriktsn von Anderin und Albiftan in Brand. Wie aus Aleppo telegraphisch gemeldet wird, begab fich nm 29. v. Mts. der in Cefcr Hias (?) wohnhafte armenische Priestrr nach Urfa, um die Armenier aufzurei en, welche die die Straßen durchz'rehsndcn Patrouillcn angegriéfsn und cinen (Hrndarmen verwundeten häctcn.
In Wien ist die Nachricht eingetroffen: ein dem Aus: wärtigen Amt in Konstantinopel zugegangenes gemeinschaft- liches Telegramm des Militär:Ko_mmandanten und des Kaimakam von Veiruth mcldc, die dortigen Mohamedaner seien von den Arm-xniern angegriffen worden, wobei es auf beiden Seiten Todte und Verwundete gegeben habe. Die Lokalbehörde habc dic Ordnung wiederhergestellt und die unter den Mohamcdanern herrschende Aufregung beruhigt. _ Am 24. Oktober hätt-sn in Marasch 15 Armenier einen jungen Mohamedaner getödtet und 26 Armenier einen Aufruhr im Bazar angestiftet; es sei dem Gouverrxeur gelungen, die aufrührcrische Menge durch Zureden zu beruhigen. An demselven Abend hätten die Armenier von neuem die Mohamedaner und die Gendarmerie angegriffen, doch sei die Ordnung wieder hergesteüt worden. Der zum Zweck der Unter- suchung an Ort und Stclle entsandte Gendarmeric- Kommandant von Marasck) sei von 2000 Mcuterern ange- riffen worden; der Gendarmerie-Kommandant und vier Gen- ßarmen seien getödtet bezw. verwundet wgrdqn. Agitatorcn aus Zeitun hätten die muselmamschc Ortjchast Camaraly angegriffen, dieselbe geplünyert und crnige Einwohner ver- wundet. Dic Armeyicr aus Maras ck und eitun seien in verschiedcnc Gegenden cingefallenz in * arasch werde zu einer neuen Erhebung aufgewxegelt. _ Nach Be; richten aus dem Vila1ct Bitlis beträgt die Zahl dcr Todtcn und Verwundeten auf Seite der Moha- medaner 173, auf „Seite der Armenier 179. _ Aus Güm- müschchanc ward einc Erregung unter den Armeniern gemeldet; der Gensral:Gouverneur von Trapezunt habe Maß: regeln zur Aufrechtcrhaltung der Ordnung getroffen. In Karput hätten die Aufrührer eme Bewegung hervorgerufen, weshalb die Geschäfte ciligst geschlossen worden seien. Dem General -* Gouverneur sei es gelungen, die Gemüther ohne Blutvergießen zu beruhigen und die chdercröffnung der Geschäftc zu veranlassen _ Nach dem ]üngsten Tele- gramm dcs interimistifchcn Bali von Bitlis verbreiteten
armenische Agitatoren Alarmgerüchte, um die Mohamedaner zum Angriff gegen das armenische Quartier aufzureizen. Es seien Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung ge- troffen. _ Zn Aleppo seien mehrkrc Europäer insultiert worden. Ein deutscherKonsularheamter habe fich nacb Ilgün bkgeben, um die Untersuchung des Brigantenüberfalls einzu: leiten. Den lthen Berichten zufolge ssi kcin Deutscher ent: führt, sondern nur eine 453 Pfund enthaltenxze Kasse gk- pli'mdert worden; ein Dcutschsr ski vsrrvundct worden.
Bulgarien.
Die gestrige Sißung Her Sobranje wurde zumeist durch “*ormalitätcn ausgefüllt. Dsr Präsident theilte mit, auf efehl des Prinzen Ferdinand würden heute in sämmtlichen Kirchen des 'Fürstcnthums Requiems für den Kaiser Alexander 111. von Rußland stattfmdcn. Die Sobranje faßte einstimmig den Beschluf;, zum Zcichen der Trauer an- läßlich des Jahrcstages des Todes des Kaisers Alexander 11], herzte keine Sißung abzuhaltcn. Tic nächv'tc Sißung wurde
auf Montag anberaumt.
Amerika.
_Ter japanische Gesandte in Washington hat dem Vräjtdenten Cleveland Sin HaUdschreibcn des" Kaisers von Japan überreicht, worin dixser dcn Vercinigtc-n Staatkn vo_n _Nord:Amerika seinen Tank ausspricht für die guten Dienste bLi dem asiandchringcn drs Friedens mrschen Japan und China. as Schraiben schließt mit der ErFlärung, die Bemühungen. der_Vereinigten Staaten seien nicht allein darauf erichtet gcwcycn, die Grkuel des Krieges zu mildern 1th die riedensverhandlungcn z:: fördern, sondern anch daran, dre Bande der Freundschaft, wclche Japan und die Vereinigten Staaten verbünden, enger zu knüpfen.
Aus Havanna wird hxrichtet, daß dicAufständischen den kleinen Dampfer „Soledad“ amgegriffen und alle Vaffagietc beraubt hätten. Auch führen ste fort, zahlreiche Zuckervlantagen in Brand zu stccken.
Statistik und Volkswirthsthaft.
Zur Arbeiterbeweg ung.
,Ays Lcivzig berichtet dic ,Lpz. Ztg.“: Die Stcinmoxz- gch: [x_en hätte:] in einer fxühurkn Versammlung b€schloss€n, gczyn- Übcr_ SMS:" zwipchkn (HShilsLn Und Arbeitgsbern Links bLstimmtsn ArbeztSplaßsI Lutstandenen Strritésksit die? Entschsidung d-Ir aus Arhettgebkm und Gkhilfkn bkstkhextren SchiedIkommisfion anzurufen. Wi“? mm am Dikpstag in Liner Versammlung der Gehilfsn mitge- thx'xlr wUrdk, _i1t dsr Schik-dsspruch zu Gunsxkn dcr Gkhülfsn ams;- acmslkn. inrcstM wiki die Kommisfion die Angslsgenbeit auch noch drr Jnn_ung unterbrcitkn. Es wurde befchlosskn, vor weiterem Schrittm kén Bexchle; der Innung abzuwarten.
_Qier in Berlin find, wit? die Zeitunzkt: myldén, dic Arbriter
F?r Pianofahrik von W. Stsuxr weg:" Lshustrcits in den Aus- stand gktrcxe'n. „ Aus Glashow meldet „W. T. B.“, gsstkrn hahe Line VSL“- :ammlung rer Marine-Masäyinenbaucr auI Bélfast und Vom Clyde besäzloyyen, das; wegen drr Wrigsrung dsr Arbeijer, die ihnen angebotcnkn Bedingungcn anzunshrmn, dic Maschinenbauer Vom (Clyde am 5 _Novrmber m'it dcr Auésysrrung der Arbkiter vvrxxkhkn soÜte-n. _ WW aus Belfast bcrichtct wird betrug dic Zahl der Au?- siändigcn anf de'n Schiffswkrften ;;cfjkrn 5000.
„ Nach Ykirthkilung des S raxi1éßéchen Nm"; drr Stad? Bsrlén AMOKÖU OM hikfigen Stankeßämtern in der Woche Vom 20. Oktober bis inkl. 26. Okwhcr cr. zur Anmxldun gkkommcxi: 863 Lebsndaeborsnx, 489 Ehxschlikßungen , 25 odtgehorsne, 595 S!?rbefällk.
Kunst und Wiffenschaft.
Ssinc Königlich? Hohsit dkr Prinz-chent Von Bayern hat, dcr M. „Allg. Ztg.: zurolgx, dé" Professor und Maler Hubert Hér- kxomrr zum Mrtgljcd OSZ Iséaximiliams-Ordcas für Wissenschaft und KUULT Ernannr.
Land- und Forstwirthschast.
DLX französisché Ackerbau -Minister hat durch Verordnung VOM 25. v. M.„ unter Aufhebung des Vcrbots Vom 18. November 1892, die Ein- und Durchfuhr Von Rindvirh, Schafen, Zieaen unc] Schweinen aus den Nisdkrlanden nach bszw. durch Frankr-Itch gegxn Beäbringung Von Ursprungs- und Gesundheits- zeugnisszen wisdcr gsftattrt.
Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln. _ _ Spanien.
Durch K'ömglich: Verordnung vom 25. r. M. ist die seiner Zeit gegen Konstantinopsl angkordnctk Quarantän: unter den üblichen B8- dingunacn aufgehoben wordkn. (Vsrgl. ,R.-Anz.' Nr. 233 Vom 28. Sertkmbkr d. J.)
Handel und Gewerbe.
Die unten aufgeführten Stücke der 5proz. italienischen Rente sind mit den dazu gehörigen Kupons vom 1. Januar 1896 ab ihrem Eigcnthümer in Rio de Janeiro in Brasilien am 20. September d. J. abhanden gekommen. “Da die VA- muthung naheliegt, daß fie gcstohlcn worden sind, wird vor dem Ankauf gewarnt. Es empnehlt stch, die Papiere, falls fie etwa zum Kauf angeboten werdcn, anzuhalten und der nächsten Yolizeibehördc Mittheilung zu machen. Von den fraglichen
ententiteln lauten sechs mit den Nummern 147 524, 166 363, 176148, 183 676, 186 938 und 191809 über eine Jahresrente 51311825 Lire und eine Nummer 589 943 Übkk eine solche von
tre.
Dic Krawattenfabrik_ Jntroini & Co., Via Cesare da Sefto 15, in „Mailand ixt am 22. Oktober d. J. in Konkurs erklärt worden. KonkurSverwaltcr ist der Recht-Zanwalt Cay. Giuseppe Bergmann. Die crste Gläubigerversammlung findet am 8. November um 11 Uhr statt; Frist zur Cinrkäkbung dsr Rechtstitel: 30 Tage. Schluß der Prüfungen: 29. Novcmbcr um 11 Uhr.
Wien, 2. Novembe'r. (W. T. B.) Auseris derSüdbabn in der Woche Vom 22. Pktoht'r bis 28. Oktober 876 370 Fl., Mehr- einnabme 6989 F1.
Theater und Musik.
Konzerte.
Dic gestrige Aaffübrung rer „ijcy. 801€wni5“ von Beethoven durch den Chor drr Sing - Akademie bildet? ein mufikalischs Crxigniß Von hoher Bedeutung. Das selten gebörje Werk (vor mehreren Jabryn nxurde _es_v0n dem Königlichen Theater- cbc'x und von dcm Ste'rn'schen ijangverein unter M. Bruch's