1895 / 290 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 05 Dec 1895 18:00:01 GMT) scan diff

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Verkehrs-Anftalten.

Laut Tele amm aus Herbesthal ist die zweite englische Pot über Ostende vom 4. Dezember aus- Fslxliexen. Grund: Verspätete Ankunft des Dampfers in

en e.

Bremen, 5. Dezember. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Der Postdampfer „Wittekind' ist am 4. Dezember Abends, der Postdampfer .Roland' am 4. Dezember Vormittags auf der Wes er angekommen. Der SÖneÜdampfer .Aller' hat am 4. Dezember Morgens Dove_r passiert. Der Schnelldampfer .Saale' ist am 3. Dezember Mittags von New-York nach der Weser abgegangen.

Der Postdampfer ,Krefeld“ ist am 4. Dezember Morgens m Ant- -

werpen angekommen. Der Reichs-Postdampfer ,Darmstadt“ ist am 4. Dezember Vormittags in Aden angekommen.

Theater und Mufik.

Schiller-Theater.

Harmlosiheiter gestaltete sich der gestrige Abend im Schiller- Tbegter, wo G. von Moser's humorvoüer Schwank „Reif- Retfltngen“ _zyr Aufführung gelangte. Das Volle Haus lieferte den Beweis dafur, daß das Stück von seiner alten Zu kraft nichts enzgqbüßt bat; herzliches Lachen und anerkennender Brisa wechselten Miteinander ab , bis der Schlußdorhang die ferneren Lebens- schicksale des glücklich Verlobten Lieutenants Reif Von Reif- 1m en den Blicken entzog. Die Aufgabe, diese liebenswürdige GLJtalt zu_verkörvern, war Herrn Albert Patty zugefallen, und er w_dee ibr ixi Vollstem Maße gerkcht, ohne _ wie mancher seiner Vor- ganger in dieser Rolle _ durch näselnde Svrechweise, karikierte Be- wegungen und_ geckenbaften Anzug nacb billigen Effekten zu haschrn. Er svracb, kleidete und geberdete fich wie_ ein Mitglied der gebildeten Gesellschaft und brachte die Naivetat und den gemüthvollen Charakter des Offiziers vorzüglich zur Geltung. Auch sonst hatte die gestrige Aufführung manche anerkennenswerthe Leistung aufzuweisen: so war Fräulein Grete Meyer als verliebtes Töchtrrlein des Försters Vortrefflicb am Plaße, im Spiel sowohl wie in dem für diese Rolle erforderlichen Gesan ; ebenso verdient ihr Partuer Herr Reimann als schwärmerischer rovisor lobend erwähnt zu werdrn;

rrr Funk Verlieh dem urwüchfigen alten Förster ebenfalls lebenSdokle

üge. Das Ehepaar von Folgen fand in Hérrn Felix und Fräulein

Um angemessene Vertreter; nameixtlich verstand es die letztere, das esen der liebenswürdigen _Haußsrau gebührend bkrdorzukehren. Zett Froböse machte aus der Gestalt des nichtswürdigen Abenteurers

slow eine kleine, fein auögsarbeitete Cbaraktrrftudie. Diskret und vornehm spielte Herr Dahlen den alten Hkrrn von ?OTJM, und Frau Werner wirkte als ungarische Tante übrraus belutigend. Auch drs Apothekerpaars (Alfred Schmasow und Paula Ledermann) muß noch anerkennend gxdacht werden. Die übrigen Mitwirkenden fanden fiel) mit ihren Aufgaben gut ab.

Neues Theater.

Madame Judic zeigte gestern Abend in dem bekannten Schwank „18 parluw“ von Ernest Blum und Raoul Tocbéz, daß fie auch als Schauspielerin Bedrutendes, aber doch nicht Herdor- ragendes zu leisten vermag. Sie spielte die weibliche Hauptroüe, die der tugendftolzen Apothekerszzattin Sylvanie, geschickt und ausdrucks- voÜ; aber die Leistung verlor in ihrer Gesammiwirkung viel Von ihrem sonstigen Reiz durch einige zu derb beryyrgesioßenen dee- wendungen. Wer die eigenartig große Künstlerin in Frau Judic sehen und bewundern will, muß ich auf die Operette und den Liedervortrag be- schränken. Für den aetrigen Abend waren einige ,Chansonnrttes“ be- sonders angekündigt; Madame Judic sang deren drei. Ihre origineÜe und musterhafte VortraJskunst übte wieder den akle Bedenken üderwindenden Reiz aus. Nur ei dem [eßten Liede wurden die Grenzen der Dis-

sonst wobl versteht, nicht völlig gewahrt, und mit der einheit hörte auch der Bann auf, den die Künstlerin auf ihre ubörec aus- zuüben pflegt.

onzert&

K _ _Die junge Violinvirtuosin Mina Bruk aus Rußland und die Pianistin Valerie anquet, eine Amerikanerin, traten gestern emein-cbastlich im onzerts a al , PotSdamerstraße 9, auf. Die ioltn'ftin, welche ihre Studien auf der hieß en KöniÉkbe-r Hoch- schule gemacht hat, bekundete in der „Teuxelstrille: ona ' von Tartini eine anerkennenswerthe Technische Fertigkeit; die Grazie und Zartheit ves AuSdrucks in Svobr's Adagio aus dem neunten Konzert regte die Hörer zrx lauten Beifallsbezeugun en an. Die Pianistin stand ihrer Gefährtin ebenbürtig zur Seite. er Vortrag der selten gehörten Variationen über ein bekanntes Thema Donizetti's von Henselt, sowie einiger iécen von Chopin, Brahms und MoSzkowski

fanden die günstigste ufnabme.

Der bekannte Klaviervirtuose Georg Liebling, welcher aus der Schule Theodor Kullak's bervvrqegangen ist, gab gestern im Saal der Singakademie einen Klavier - A_bmd, der zahlreich besucht war. Unter den vielen klaffiychen und modernen Wrrken, die der Künstler zu Gehör brachte, gefielen besonders Schumann's S-moU-Sonate, Cbopin's Andante und Polonaise, eine OktaVen-Etüde eigener Komposition (welche auf Wunsch wieder- holt wurde , sowie_ das selten gehörte, schwierige .Hexameron“ von Liszt, Thal erg, Pixis, Herz, Czerny und Chopin. Der Vortragende fand vielen Beifall.

Jm „Schiller-Tbeater wird demnächst Frau Clara Meyer, Ehrenmitglied des Königlichen SÖauspielS, in 36 Abonnements- Vorstellungen gastieren und zwar in drei hervorragenden Rollen ihres Repertoires, sodaß jeder Abonnent des SchiÜer-Theaters die Künstlerin in den glsiÖen drei Stücken sehen kann. Darüber hinaus wird Frau Clara Mryer noch in mehreren Vorstellungen außerhalb des Abonnements auftreten. _ Am Sonnabend Nachmittag findek eine SchülCr-Vorstellung statt, bei welcher .Das Käthchen von Heilbronn“ zur Aufführung kommt. Als Abendvorsteüung geht morgen und übermorgrn dsr Moser'sche Schwank ,Reif-Reiflingen' in Scene.

Maunigfaltiges.

Der Zentralderein für das Wohl der arbeitenden Klassen hielt gestern Abend im Herrenbause unter Vorsiß des Herrn Dr. Georg von Bunsen seine Jahreswersammlung ab. Die Verband- lung leitete der Vorsiyende mit einem kurzen Nachruf für Rudolf von Gneist ein, wrlcher über 25 Jahre bindurck) an der Spiße des Vereins gestanden hat. ka Jahresbericht war zu eninebmsn, daß die Mitgliederzahl des Verkins, die Anfqng 1894 nych 1138 betrug, seitdem nicht nur keine Strigrrung erfahren hat, yondern auf 1086 zurückgrgan en ist und daß mit dem Jahresschluß 17 weitere Mit- glieder auSJcbeidsn wrrden. Unter den 1086 Mitgliedern befinden fich 201 Brhörden, Korporationen und Vrreine, 153 Aktien- und andere (Gesellschaften, 5 Permanente Mitgliedér, 242 persönliche Mitglieder in Berlin, 292 in den übrigen Theilen Preußens, 193 außerhalb Preußens. Die Thätigkeit des Zentraldereins konnte unter de_n obwaltenden Umständen nur eine sehr beschränkte sem. Es wurden überhaupt nur 500 „js bewiüigt und zwar für die Haushaltungsschuw des Hiefigrn Lettevereins; im übrigen wurdsn nur die laufenden Aus aben gemacht: 2000 „16 Wurden als Beitrag zur Zentralstelle für rbeiter-Woblfabrts-Ein- richtungen abgeführt; 7500 5-4 kostete _die in 1154 Exemplaren er- schienene VerrinSzeitschrift „Der Arbeitersreund“, 2000 „14 wurden zur Zortführung der von der gleichen Redaktion herausxxegebenen „Sozial- _orre1pondenz" gezahlt. Da der Vorstand sich klar darüber geworden ist, daß erxtschieden L_ttVäs Nachhaltiges zur Neubxlebung der “gesunkenen Vereinstbatigkeit gei_cheben müffe, wurde eine Kommission, bestehrnd aus den Herren Profes] or Böbmert, Staatssekretär a. D. Herzog, Professor Dr._Scbmoüer, Eisenbabn-Diréktor a. D. Schrader und Banquier Weißbach niedergesetzt mit der Aufgabe, sich über die künftige Orga-

nisation des Zentralve:eins und die von demselben zurEtfüaung sech

einer bisherige, fast au§schließ11ch literari"che TkatiFTeit, aufkeben und eme energische praktische Wirksamkeit exntreten. ngeregt ft dieBe- ründtzng von Volksheimen in Verbindung mit Leseballen, welcbe * t [Zedern aus allen Volksklaffen als Mittelpunkte einer edlen Ge- sellig eit dienen sollrn. Mit diesen Volksheimen will man Vortrags- abende und Un1kerrtchtskurse Verbunden sehen; ebenso sollen dort Gesangvereme und dramatische Klubs sicb zusammenfinden, Frauenabende veransialtet und Kinderspiele und Turnübungen gepflegt werdxn. Vorgefch1a en ist ferner, bei Gelegenheit der Berliner Gewerbe - usstellung einen Kongreß der Mitglieder de_s Zentralveretns zu veranstalten, vieUercbt in Verbindung mrt der geplantxn Versammlung des Bundes der Industriellen. Angeregt ist endlich noch, dre Begründung von Haushaltungssckpulen auf dem Lande, etwa_durch Ausbildung und Entsendung von Schwestern zu fördern. _ Neu m den Vorstand wurden gewählt: Staats-Minister Herrfurtl), Professor Dr. SchmoUer und Präsident Röstng.

Das Standbild der ,Berolina' gelangt gegenwärtdézxuf dam

Alexartderplaß zur Au_fste_Üung. Die von Profeffor ndrieser modellierte Riesenfigur, istein Meisterwerk der Treibkunst. ngefertigt wurde fie von der Firma r. Peters, die dazu eigens am Hafenpla emen Schuppen bauen mu t_e. Die .Berolina“ mißt vom Socke , auf dem ihre Füße stehen, bz? zur Mauerkrone, die ihr Haupt schmückt, 7,50 m. Ebenso boch ungesqbr tft das Postament, sodaß das ganze Werk_ nach der AufsteUung d1e_Höbe von 15 11) erreichen wird. Die feierliche Enthüllung soll um die Mitte dieses Monats an einem noch naher zu_bestimmenden Tage stattfinden. Die .Berolina' wird sich drn wenigen mit dem Hammer in Kupfer getriebenen Bild- werken, welche die Reichsßauvtsiadt besißt, würdi an die Seite stellen. Werke dieser Art find die Quadriga auf dem randerxburger Thor, die a_m Ende des vorigen Jahrhunderts von einem Potsdamer Kupfer- schmr€d angefübrt wurde, der Pegasus auf dem Schauspielhause, die Figuren auf der Friedrichsbrücke und auf dem Erweiterun sbau des Reichs-Poftamtes an der Ecke der Leipziger- und Mauerstra e und der Reichsberold des Reichstagsgrbaudes, der ebenfalls aus der Werkstatt von Fr. Peters hervorgegangen ist.

Die Kurfürsten- (Lange) Brücke ist gestern Abend für den Personenverkehr freigegeben worden; für den Wagenverkebr soll die- selbe Vom Montag ab passierbar sein.

Der Vorstand des Vereins „Dienst an Arbeitslosen“ ver- sendet auch in dxrsem Jahre eine „Weihnachtsbitte“, um, wie im vorigen, an den beiden Festtagen Morgens eine Weihnachtsfeier für die in der Winterkälte obdachlos umberirrenden Arbeitslosen veranstalten zu können. Besonders erwünscht smd warme getragene Männerkleider, welche edentuell auf Anzeige eitens des Vereinsbureaus abgeholt werden Im Jahresbericht des Vereins wird über die Gaben quittiert. Das Bureau, wohin aucb Arbeitslose zu weisen und offene Stelken anzumelden sind, brfindet sich Boyenstr. 30, Berlin U. (Sekretär M. Gilweit). Dort werden Beiträge entgegéngenommen und jede Auskunft crtheilt.

Leipzig, 4. Dezember. Das „Leipziger Tageblaxt“ berichtet: Zu der heute stattgehabten Bxerdi ung drs Ober-ReiÖSanWalts Or. Tessendorf hatte Serne I ajestat der Kaiser einen

"prächtigen Kranz gesandt, welchkn der Präsident des Reich§gerichts Dr. von

Oeblsckyläger am Sarge niederlegte. An die Hinterbliebenen batte Seine Majestät der Kaiser ein B eileids -Telegrat_n m folgenden Wortlauts gerichtet: „Ick beklage aufrichtig und tief mit Ihnen in dem Heim“ Fgangenen einen der tüchtthen und Verdientesten Beamten, dessen

ndenken Ich und das axerland in Ehren halten werden. Wilhelm. 1. 3.“ Aus Berlm_ war zu der Leichenfeier der Staats- sekretär des Reichs-Justizamts Niederding erschienen.

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten

kretion, welche die Künstlerin mit Geist und Grazie inne zu halten

Beilage.) “Mm

Vom 5. Dezember Morgens.

Wetterb r'

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sp. m sius

tragische Oper in 5 Akten don Richard Wagner. YOZFULTR vo_r_1_ EML S_ZrFeb. _Fnk SLM? Fseßtchvvm

er- egi eur erz a . eora ide inri tung - - vom Ober-Jnspektor Brandt. Freitag. Bet meistsr 1)r. Muck. Anfang 7 Uhr.

Friedrich - Wilhelmßädtischex. Theater. Chausseestraße 25-26.

liebten Original-August Mr.Lavater Lee. _Nur noch drei Mal. 1870/71. Großes militärisches Aus- siajtun-gsstück vom Direktor Fr. Renz. Außerdem:

-- , bedeutend ermäßigten Preisen. . _ , _ DMW- KÜPSU' Volksthümliche Vorsteüung unter Leitung des Kaiser. JVYZUFYYZLJUVY(YYYUZZYM ZEHN, .

Aufgaben zu beschreitenden Wege schlüsfig_zu machen. Der Verein wi]! -

Stationen. Wind. Wetter.

ar. auf 0 Gr.

Y Temperatur

in Cel 59 C. = 40 R.

u. d. Meeres red. in MW

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lemullet. . 749 W 87bedeckt Absrdsen . . 734 WSW 5Zbalb bed. Christiansund 720 WSW 2*bedeckt Kopenhagen . 736 SW 4 Regen Stockholm . 731 SW 6Regen Haparanda . 733 SSW 4*bedeckt

Moskau . . . 759 1ZSchnee

CorkOurens- town . . . 757 Cherbourg . 761 Elder . . . . 746 «vlt ..... 737 Hamburg . . 742 Swinemünde 742 Neufabrrvaffer 745 Memrl . . . 744 _ aris . . . . 763 4Zbedeckt ?ünster . . . 749 9§Regen KarlÉrubs . . 760 91Regen Wiesbaden . 756 2§bedecktl) München . . 761 8*bedeckt9) Chemnitz . . 754 7 bedeckt Berlin. . . . 757 5Regen3) Wien . . . . 761 4bedeckt Breslau . . . 754 3 Regen le d'Aix . . 761 6]bedeckt izza . . . . 766 1hald bed. Triest . . . . 766 1lbedeckt

1) Gestern Regen. 2) Nachts Regen. 3) Nachts Regen.

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UebersichtZder Witterung.

'Ein tiefes barometrisches Minimum unter 720111111 !iegt an der mittleren norwegncben Küste, an seiner Sudseite bis zum Alpengebiet starke, theilweise stürmische LuftbeWegung aus südwestlicher und west- li er Richtun hervorrufend; _am Eingang des S agerrak, ste enweise im westlichen Degtschland webt doÜer Sturm aus Südwest, an der bollandtschxn Küste aus West. Am höchsten, über 773 rum, ist der Lyftdruck über Südwest-Europa. In Deuisch- land tft das Wetter warm, trübe und regnerisch; überall ist Regen gefallen; an der Küste liegt die Temperatur 3 bis 6, im Binnenlande 5 bis 8 Grad über _dem Mittelwertbe. Fortdauer der warmen, unru?rgen Witterung mit Re enfällen demnächst wahr cbeinlich. Deutßcbe Seewarte.

Theater. Königliche Zthrmspiele. Freitag: Opern.

baus. 179. Vorstellung. Wa ner'- Chclus. [. Rieuzi, der Letzte der T knnen. Große

Schauspielhaus. 271. Vorstellung. Der Stören- fried. Lustspiel in 4 Aufzügen Von Roderich Benedir. Regie: Ober-Regiffrur Max Grube. Febrecht MüUer: Herr Friedrich Haase, als Gast.) nfang 7x Uhr. ' Sonnabend: Opernhaus. 180. Vorstellung. Zum 100. Male: Mignon. Oper in 3 Akten von Ambroise Thomas. Text mit Benußung des Goethe'1cben Romans „Wilhelm Meisters Lehr- jahre“ don Michel Carré und Jules Barbier, deutsck) von Ferdinand Gumbert. Ballet von Paul Taglioni. AnfanHU Uhr.

Schauspielhaus. 272. orsteÜung. Die Quißows. Vaterländisches Drama in 4 Aufzügen Von Ernst von Wildenbruch. Anfang 7? Uhr.

Deutschcs Theater. Freitag: Die Mütter. Anfang 71 Uhr. _

Sonnabend: Neu einstudiert: Der Misanthrop don Moliére. _ Hierauf: Zum ersten Male: Das Lohe Lied. Versspiel in 1 Auszug von Felice

avaklotti, deutsch von Ludwig Fulda.

Sonntag, Nachmittags % Uhr: Die Weber. _ Abends 7? Uhr: Der Misanthrop. _ ierauf: Zum ersten Male wiederholt: Das Hohe ied.

Oerliner Theater. Freitag (14. Abonnements- YNKZUUW): Der Herrgottsrhnißer. Anfang r

Sonnabend: Pan Cezar.

Sonntag, Nachmittags R Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. _ Abends 71' Uhr: Hasemaun's Töchter.

Cesfing-Theater. Anfang 711 Uhr.

Sonnabend: Zweites Gastspiel von Felix S weighofer. 's Nullerl.

onntag Nachmittags 2? Uhr: Nathan der

Weise. éGustay Kober als Gast.) - Abends ?ck Uhr: Drittes Gastspiel von Felix Schweig- hofer. 's Nullerl.

Freitag: Wettrennen.

Residenz - Theater. Dirsktion: Sigmund Lautenburg. Freitag: Zum letzten Male: Der Nabendater. Schwank in 3 Akten von Z. Fr. Fischer und Josef Jarno. _ Vorher:

ber die Ehe! Komödie in 1Akt von Paul Linsemann. Anfang 77 Uhr.?

Sonnabend: Zum ersten Male: als über Kopf. 00111» 110 töte.) Schwan in 3 Akten von A. i on. _ Vorher: Frosch. Studie in 1 Akt von enno Jacobson.

lich russischen Hofsckpauspielers Herrn Julius Fiala: Lorbeerbaum uud Bettelftab. Cbaraktergemälde in 3 Akten und einem Vorspiel von Carl von Holtei. Regie: Herr Lemaitre. Anfang 711 Uhr.

Sonnabend: Kean, oder: Leidenschaft und Genie. Schauspiel in 5 Akten Von Alex. Dumas, deutsch von Ludwig Schneider.

Neues Theater. Schiffbauerdamm 41/5. Tournée Indie. Direktion: Theodor von Glaser.

Freitag: ])lsol'xous! (1011164110 011 3 801365 (10 11113. 171010er11 83111011 61- Lmjw (10 Usjac. Anfang 71“ Uhr.

Sonnabend: Tournée Judic. l-a llouxsotto. SoméäjS-UZUÜSÄUS 01] Z ZSOSZ (10 UrZ. ]Zl. 111161111116, [„. ÜQ1ÖK'), Sb 14. 1111113110. 111111510116 (16 1111'5. LSEOSA, ISMS 61". 1301111810.

Theater Unter den Linden. Direktion: Jalius Frißfckpe. Freitag: Der Zigeuzierbarou. Operette in 3 Akten nach einer Erzablung M. Jokai7s von J. Sckpnißer. Musik von Johann Strauß. Dirigent: Herr Kapellmeister Jedermann. Anfang 711 Uhr.

Sonnabend: Der arme Jonathan,

Adolph Ernß-Theater. Freitag: Der kleine Lord. Lebensbild in 3 Akten, nach dem aleichnamigen Roman von Mrs. Hodgsen Burnett, überseyt von Bolten-Bäckers. _ Hierauf: Die ewige Brant. Operette in 1 Akt Von W. Mann- städt und Jean Kren. Anfang 711 Uhr.

Sonnabend: Dieselbe Vorsteüung.

Ientral-Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30. Direktion: Richard Sckpulv. Emil Thomas a. (G.

Freitag: Eine tolle Nacht. (_Hroße Aus- siattun spoffe mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Wlb. Mannstädt und Julius Freund. Musik von Julius Einödsbofer. In Scene geseßt vom Direktor Richard Schulß. Die Tanz-Arran emerits vom Bakletmeister Gundlach. Anfang 71 U r.

Sonnabend: Eine tolle Nacht.

,

Konzerte.

Iing-Akademie. Freitag, Anfang 8 Uhr: Konzert von Teresa Carreöo.

Baal Wechaein. ' Linkstraße 42. Freitag,

* Anfang 71 Uhr: Klabier-Abeud von Ernesto

Cousolv.

Zirkus Kenz. Karlstraße. Freitag, Abends 7? Ubr: Große brillante Vorstellung mit humo- ristischen Einlagen sämmtliche: Clowns und des be-

pferde, dressiert und vorgeführt von Direktor Fr.*

Renz. Mr. James Fillis mit seinem Vollblut- pferde Gerwinal. Die vier Jahreszeiten. hohe Schule, geritten von 4 Damen. Auftreten des Herrn W, Jmmaus mit seinen auf das Vor- züglichfte dresfierten zehn Koloffal-Pra t- uuden. Die französische Schulreiterin M ?. udlev mit ihrem Schulpferde Floröal. Hierauf: Vorführen des irländiscben Springpferdes La Gazelle. Doppel-Jockey, ausgeführt Von Miß Amalie und Mr. James Jee. Auftreten der hervvrragkndsten Künstler-Spezialitäten. Aües Nähere aus Plakaten und Austragezetteln ersichtlich. _ Sonnabend: Zum Vorleyten Male: 1870/71. Sonntag: Zwei Vorsteuuugeu. Nackomrttags 4Ubr: 1870/71. Abends 7:3 Uhr: Zum letzten Male: 1870/71.

Familien-Nachrichten.

Verlobt: rl. Elisabeth Güssow mit Hrn. Do- mänenpäcthr und Lieut. d. R. Philipp Wahn- schaffe (Blankenburg a. H._ akenstedt). _

Verehelicbt: Hr. Hans Lot ar von Seebach unt Mathilde Freiin von Knobelßdorff- Schöneiche (Berlin). _ Hr. Otto von Rohr-Wahlen-Jürgaß mit Frl. Käthe Witt (Frehne). _ Hr. Haupt- mann Graf Franz Pfeil und Kl. Ellguth mit Frl. Amelie don oßberg (Cassel). _ Hr. Hauptmann Hans (Gros; mit Frl. Susanna Werner (Berlin).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Amtsrichter Samter (Brandenbur a. H,). _ Hrn. Superintendent Steinbach (Berkin). _ Hrn. Rrgierungs-Rath Robolski (Charlottenburg).

Gestorben: Hr. Heinrich von Michael aufBaffow (Berlin). _ rn. Oberförster Adlich _Tochter Johanna (Turo cheln). _ Jr. Kreis-Schulmspekwr Bertha Müller, geb. Po ack ÉLublcmßZ _ r.

Ober-Postfekretär Adolf Krug Breslau. _ r. Victor von Andrejanoff(Berlm). _ Fr. von Normann (Tempelhof).

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Verantwortlicher Redakteur: Siemenroth in Berlin. Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Druck der Norddeutsrben Buchdruckerei und Verlags- Anstalt Berlin ZW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Sieben Beilagen

(einschließlich Börsen-Beilaae), und die Bekanntmachung der anptveruml- tung der Staatsschulden in Verl n. betreffend die Niederlegung der im Etatsjahre 1894/98 durch die Til uugsfonds eiugclöften Staats- chnldeudokumente.

Erste Beilage

zum Deutschen 'Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Dmmersmg, den 5. Dezember

1595.

.„er? 290.

Parlamentarifthe Nachrichten.

Dem Reichstaq find die Entwürfe 1) eines Börsen- - eseßes, 2) eines Geseßes, betreffend die Pflichten JerKaufleute bei Aufbewahrung fremder Werth- ;paprerc, zugegangen. '

Der Entwurf eines Börsengeseßes lautet:

1. Allgemeine Bestimmungen über die Börsen und deren Organe.

Errichtung und Aufhebung von L_RZrsen; Auffickyt über dieselben.

Die Errichtung_ einer Börse; bedarf der Genehmigung der Landes- .vegierung. Diese ist befugt, dre Aufhebung bestehender Börsen an- zuordnen. _ _

Die Landeßregierungen üben dre Aussicht über die Börsen aus. Sie können die unmittelbare Aufsicht den HandelSorganen (Handels- kammern, kaufmännischen Korporaxionen) übertragen.

Der Aufficbt der Landeßrekzierungen und der mit der unmittel- baren Aufficht betrauten Hande sorgane unterliegen auch die auf den Börsenverkehr bezüglichen Einrichtungen _des_ Kündi ungsbureaus, Liquidationskaffen, Liquidationsvereine und ahnlicher An falten.

StaatskonHmiffar.

§ .

Vri jeder Börse ist als Organ der Landeßregierung Lin Staats- 'kommiffar zu bestellen. Ibm liegt die Beachtung der Vorgänge an der Börse ob, sowie die Berichterstattung über herdorgetretene Mängel Und über die Mittel zu ihrer Absteüung. _

Mit Zustimmung drs Bundesraths kann für einzelne Börsen'dre Wätigkeit des Staatskommiffars auf die Mitwirkung beim ehren- gerichtlichen Verfahren beschränkt oder, sofern es fich um kleine Börsen handelt, yon der Bestellung eines Staatsfommiffars abßeseben werden.

BörsenaZsschuß.

Zur Begutachtung üöer die durch dirses Grieß der Beschluß- faffung des Bundeöratbs überwiesenen Angelegenheiten ist als Sach- verständigenor an ein Börsenansschuß zu bilden. Er bsstebi aus mindestens dmßig Mitgliedrrn, welche vom BundeSratk) in der Regel auf je drei Jahre gewählt werden. Eine erneute Wahl ist zulassrg. Die Wahl von szU Drittelxi der Mitglieder erfolgt auf Vorschlag Der Organe der deutschen BErsen. Darüber, in welch€_r Anzahl diese Müglieder von den einzelnen Börsen vorzuschlagen jind, bestimmt der Bundeßratb. _

Die Geschäftsordnung für den Ausschuß wird nach Arrkxörung dksselben von dem Bundeskatd erlassen; der lrtztcre se t auch die den Ausschußmitgliedern zu gewährenden Tagegrlder und 3 eisekosten fest.

Börsenoxdnung.

Für jede Börse ist eine VörsenÖrdnung zu erlassen. _

Die Genehmi ung derseldkn erfolgt durch__die LandeSreaierixng. Diese kann die ufnabme bsstimmter Vorschriften in die Börsen- vrdnung anordnen.

Obligatorischer an§al_t__ der Börsenordnung.

Die Börsenordnizng muß Bestimmungen treffen:

1) über die Börrenleitung und ihre Organe;

2) über die GeschäftSzweigr, für welche die Börssneiurichtungen bestimmt smd; _

3) über die Voraussetzungen der Zulassung zum Besuch der Börse; _ _

4) darübrr, in welcher Weije die Preixe und Kurse zu -notieren find.

§ 6.

Die Börserwrdnung kann für andere als die nach § 5 Ziffer 2 z:: bezeichnenden Geschäftszweige, sofern diss nicht mit be)0ndercn Be- itimmungen dieses Gesetzes (§§ 31, 39, 47, 48) im Widerjyruch steht, “die Benuyung von Börsencinrichtungen zulanrn. Ein_An)pruch auf die Bsnußung erwächst in diesem Fall für die Bkthriligten nicht.

Fälle des AusschluJEJ vom Börsenbesucky.

Vom Vörsenbesuch find aus escbloffen:

1) ersonen weiblichen Ges lechtS; _

_2)__ _eLsonen, welche fich nicht im Befiß dcr bürgerlichem Ehren-

? esm en; .

3) Personen, welche infolge gerichtkichkr Anordnung in der Ver- fügung über ihr Vermögen beschrankt find; __ _

4) Personen, welche wegen betrüglichen Bankrrutts rccht§krasttg Verurtheilt find; _ _

5) Personen, Welche Wegen einfachen Bankrrutts rechtskrafttg Okr- urtheilt sind; __ _ _ bfi (_?) Personen, welche sich im Zustande der ZahlungSunsabigkeit » e n en;

_ 7) kasonen, gegen welche durch rechtskräftige oder_für sofort wrrksam erklärte ehren erichtliche Entscheidung auf Aussckylteßung Von drm Besuch einer Börcée erkannt ist. _

Die Zulassung oder Wiederzulassung zum Börsenbesuch kann m den Fäaen unter 2 und 3 nicht Vor der Brsritigung drs Aus- ?"(bließungszzrundeß in dem Fall untrr 5 nicht vor Ablauf vvn_ sechs Monaten, nachdem die Strafe verbüßt, Verjähxt _oder erlaffen ist, er- solgen; sie darf in dem leßteren Fan und ebenso m dem FaU unter6 nur stattfinden, wenn der Vörsendorstand dcn Nacheis für geführt erachtet, daß die Schuldverhältnisse sämmtlichen Glaubigrrn géqenüber durch Zahlung, Erlaß odxr Stundung gerengt find. Eurer Person, Welche im Wiederholungssal] in Zahlungßunfabigkeit oder in Konkurs gerathen ist, muß die Zulassung oder Wiederzulassung mindestens fur Y_ie Dauer eines Jahres verweigert werden. In dem Fakl unter 4 nt der Ausschluß ein dauernder. _ fekts Die Börsenordnungen können weitere Ausschließungsgründe

' e en.

Fluf Antrag der Börsenorgane kann die LandeSrcgierung in be- sonderen Fällen Außnahmen von den Vorschriften über die Aus- schließung vom Börsenbefuche zulassen.

Handhabung der Ord8nung an der Börse.

§ .

Die Börsenauffickxtsbebörde ist befugt, zur Au_frechtbaltung der .Ordnlun und für den Geschäftsverkehr an der Borse Anordnungen zu er a en.

Die Handhabung der Ordnung in den Börsenräumexi liegt dem Börsenvorstand ob. Er ist befugt, Personen, welche_dtc Ordnung oder den Geschäftsverkehr an der Börse _sthren, so_sorr aus den Börsenxäumen zu enternen und mit zeitiverlmer Ays1chlteßung _Von 'der Börse oder mit eldftrafe zu bestrafen. Das -Yöchstmaß_betder Strafen wird durch die Börsenordnung festgeseyt. Die Ausschließung von der Börse_ kann mit Genehmigung der Börsenaufsichtsbebörde durch Anschlag in der Börse bekannt emacht werden. _

Ge en die Verhängung der Straßen findet innerhalb e_mer durch die VörJenordnung *estzusetzenden Frist die Beschwerde an die Börsen- ansicbtsbebörde statt. _

Finden sich an der Börse Personen zu Zwecken ein, welche mit der_Ordnung oder dem (Geschäftsverkehr an derselben unvereinbar find, fo rst ihnen der Zutritt zu untersagen.

Ebrengericbtlickxes Verfahren. 1) Ebretzgericht.

An_ jeder Börse wird ein Ekrengerickdt gebildet. Es besteht, wenn die unmittelbare Aufficht über die Börse einem Handelßor an 1 Abs. 2) übertragen ist, aus der Grsammtbeit oder einem us- schuß dieses AufsichtSorgans, andernfalls aus Mitgliedern, welche von den Börsenbesuchern oder den Börsenotganerr gewählt werden. Die näheren Brftimrnungen über die Zusammen!?ßung dxs Ehrengrrickyts werden von der Landeßregierung erlassen.

2) Zuständigkeit d_e_? Ebrengerichts.

Daß Ebrengericbt zieht zur “Verantwortung Börsenbesucher, welche im Zusammenhang mit ihrer Thätigkeit an der Börse sich eine unehrenhafte Handlung haben zu Schulden kommen lassen.

3) Mijwirkung des__Staaiskommiffars.

Von der Einleitung oder Ablehnung eines ebrengerickptlicben Ver- fahrens ist der Staatskommiffar 2) zu untrrrichten. Er kann die Einleitung _einez ebrengerirbtlickpen Verfahrens Verlangen. Diesem Verlangen sowie alle'n Von dem Kommissar gestelltem Bßweisanträgen muß stattgegebrn werden. Der Kommissar hat das chht, allen Ver- handlungen beizuwohnen und die ihm geeignet erscheinenden Anträge fow_i_e__Fragen an den Beschuldigten, die Zeugen und Sachverständigen zu 6 en.

4) Vorunt_e2rsuchung.

Zur Vorbereitung der Hauptvrrbandlung kann das Ebrengericbt einem Mitglixd die Führung einer Voruntersuchung übertragen. In der Vorunteryuchuna wird der Beschuldigte unter Mittheilung der Beschuldigungspunkte Vorgeladen und, wenn er erscheint, mit seinen Erklärungen und Anträgen gehört.

ZLUJLU und Sachverständige dürfen nur unbeeidigt dernommen

Werden. _ 5) EinsteüunZ 135 Versahrcns.

Mit Zustimmung des Staatskommiffars kann das Ebrengericht das Verfahren einstellen, andxrnfalls ist die Hauptderhandlung anzu- beraumen.

6) HauptvrÉandlang.

Die Hauptderhandlung vor dem Ehrengericbte findet statt, m_rch Wenn drr Beschuldigte nicht erschienen ist. Sie ist nicht öffentlich. Das Ebrengericht kann die Oeffsntlicbfeit der Verhandlung anordnen. Die Anordnung muß erfolgen, faÜs der Staatskommisiar oder der Beschuldi te es beantragt, sofern nicht die Voraussetzungen des § 173 des GerithSderfaffungs eseßrs Vorliegen. _ _

__?er Beschuldigte iét befugt, fich des Beistandes eines Vrrthetdtgers zu r rrnen.

Das Ehrengericht ist berschtigt, Zrugen und Sachwerftändige vor- zuladsn und eidlich zu vernehmen. __

Die Strafen bestehen in Verweis, sowie in zeitweiliger oder dauernder Ausschließung von der Börse.

Ergiebt |ck, daß keine unrhrenßafte Handlung, sondern nur eine Störung der Ordnung oder drs Ge1chästsverkebrs an der Börse dor- liegt, so kann die Britrafung gemäß § 8 Abs. 2 durch das Ehren- gericht stattfinden. 16

§

Die Entscheidung wird in drr SiZung, in wrlcber die mündliche Verhandlung geschlossen wird, unter Angabe der Gründe verkündet oder spätestens mit Ablauf einer Woche nach dem Schlu11e der Ver- handlung drm Staatsfomminar und dem Beschuldigtm in einer rnit Gründen versehenen Ausfertigung_zugesiellt. , _

Dem nicht Erschienenen Boschuldigten ist auch die verkündete Entschridung zuzustrllen.

Das Ehrengrricht kann in der Entscheidung _anordnen, daß und auf ercbe Weise fie öffrntlicb bekannt zu machen ist.

Das Ehrengericbt kann, wenn auf zeitweilige o_der dauernde Aus- schließung vox der Börse erkannt ist, anordnen, daß die Wirkung der Entschridung sofort eintrete.

7) Berufung. 17

Grgen die Entscheidung d€s_ Ehretzgerichts; steht sdwoi)[_ de_m Staatskommiffar als dem Beschuldigten die Brrusung an die periodißch zu bildrnde Brrufungrkammer _dffen.

Die Berufungskammer drstrht aus einem Vorsitzenden und sechs Veisixzern. Der VorsiZende wird von dem Bundeöratl) bestimmt. Die Bcisißec werdcn don dcm Börsenaysschuß aus seinen auf Vor- schlag der Vörsenorqane berufenen Mit liedern gewahlt; von den Beisitzern dürfrn nicht mehr als zwei derßelben Börsx angxbören. __

Für den Vorst enden und die Versiser werden in gleicher Weije Stklwertreter bestc t. _ _ _ _ _ _

In einer Spruchfißuna dürfen nicht mehr als zwei Berfißer mrt- wirken, welche derselben Börse aggTZoren.

§ - . .

Die Einlegung derBerufung gsfchiebt zu Proxokoll oder s_chr1_*st[lch bei dem Ehrengericht, welchks die anzugrerfende Cntycberdung erlassen hat. _ _

Die Frist zur Einlegung der Berufung_betragt eme Woche;

Sie beginnt, falls die Entscheidung verkundet_ worden_r!t, fur den Staatskommiffar und den erkchienenen Beschuldtgten_ mtt der Ver- kündigung, im übrigen mit der ZUYUUUJ der Entscheidung.

Nach Einlegung der Berufung ist_ dem Staatskoinmiffar sowie drm Beschuldigten, sofern es nicht berrtts geschehen, die angefochtene Entscheidung, mit Gründen t)€rs€_l)€2n_5 zuzusteüen.

ur schriftlichen Rechtfertigung der Berufung steht demjeniger), der fi? rechtzeitig eingele that, eine Frist_ pon einer Woche offen. Sie beginnt mit dem Adlau? drrEin_legungSsr1st yder, Wenn zu dieser Zeri die Entscheidung noch nicht zuge1§t8121x war, mrt deren ZusteÜung.

Die Berufungsfrift des Besckouldi ten _und die etwa e_ingebende * Rechtfertigung wird dem StaatsYommisHar, dre Berufrmgsfcbrift und _die Rechtfertigung des Staatskommiffars dem Beschu1dtgten Mitgetbetlt. Innerhalb einer Woche nach der Mittheilung kann eme Beantwortungs-

ri t ein Lrei t werden. [ck f g ck § 22

Die Fristen zur Rechtfertigung und zur_Beantw-Zrtung der Be- rufung können auf Antrag von detZZEhrengenchte verlangert werden.

Nach Ablauf der in den §§ 18, 20, 21 uxid 22 bestimmten Fristen werden die Akten an die Berufungskammer eingesandt. Zu der Ver- handlung ist der Beschuldigte vorzuladen und der Staatskommiffar zuzuzieben.

Die Berufungskammer kann zur Aufklärung des Sachverhalts vorherige BeweiSerbebungen veranlassen.

Auf das Verfahren vor der Berufungskammer finden die Vor- schriften der §§ 11, 14, 15 und 16 Anwendung.

8) AllgemeineLZZestimmungen.

Ueber jede Vernehmung in der“ Voruntersuchung und über die

Hauptverhandlung ist durch einen vereideten Protokonübrer ein Pro- tokoll aufzunehmen. 25

§ - , . Neben der Strafe kann auf vollständigsn oder theixwetsen Erjay der durch das Verfahren entstandeZZn haaren Auslagen erkannt werden.

§ - . Die Gerichte find verpflichtet. dem Ersuchen des Ehrengertcbts sowie de_r Berufungskammer um Vernehmung don Zeugen und Sach- Verxtändtgen zn Enttprschsn.

§ 27. Die mit der Aufsicht über die Börsen betrauten Organe find verpflichtet, Handlungen der Börjenbesucher, wxlche zu einem ehren-

gericbtlichen Verfahren Anlaß gsben, zur Kenntnis; des Staats- kommiffars oder, wenn ein solcher nicht bestelkt ist, zur Kenntnrß des

Ehrengerichts zu bringen. _ BörsemchiZngerichi.

Eine Vereinbarung, durcb w€1che die Betheiligten fich der Ent- scheidung eines Börsenschiedsgrrickyts unterwerfen, ist nur derbindkrch, wenn jeder drr Bethriligtén Kaufmann oder für dkn brtreffenden Ge- schäft?;zweig in das BörsenrNister 51 eingetragen ist oder Wenn die Untxrwerfung unter das SÖiedsgeri t nach Entstébung drs Streit- falls ersol t. _

11. Je tftellung des Börsenpreises u_nd Maklerwejen.

Feststsllung desWBörfenpreUes.

Soweit bei Waaren oder Wertbvapiexen der Börsrnyrkis amtlich festgestellt wird, erfolgt die Feststellung 10wobl für Kama- wre für Zeitgejchäfte durch den Börsenvvrstand. _ _ Als Börxenvreis ist derjenige Preis festzusetzen, welcher nach der wirklichen Ge1chäftslage des Verkehrs am Börxenort den gemeinen Handelswertb darsteÜt. Kursinakler. § 30. _ _ __

Zur Mitwirkung bei dsr amtlichen FeststsÜung _des Börkenpretxes von Waaren und Werthpapierrn smd aus dem Krsijs der Vermittler besondere ilfspersonen (Kurränakler) auszuwählen, weche dsr Auf- ficbt des örsenvorstandes unterstehen. _

Sie werden von der LandeSregierung nach Anbörrmg der Börysn- organe besteUt und entlassen. Vor Antrijt ibrer Stsllung l_risten fie den Eid, daß fir die ihnen obliegenden Pflichtsn getreu ersüÜen wollen. 31

§ .

Wird ein ohne die Vermittelung eines Kursinaklers abgeschlossenes Geschäft in Waaren oder Wertbvapiercn, kei d€n€n eine amtliche Feststellung des Börsenpreises erfolgt, nicht sofort von einer der

arteien oder dem Vermitxler auf schriftlichem Wege zur Ksnntni

des Börsenvorstandes oder eines KurSmaklers grdracht, so erwächt

für das Geschäft ein Ankpruch auf Berücksichtigung dri der_Prxis-

feststeüung nicht _und dlcibi es Von der Bemaßung drr BörYen- einrichtungen ausqe1ch10ffen. _ 32 F '-

Die Kurßmakler dürfen in den Gxschästszwrigrn, für welche _fie bei der amtlichen Feststeüung des Bör18npr€ises mitwirken, nur inw- weit für eigenr Rechnun oder in eigenrm Namen Handrngeschäfte schlirßen oder eine Bürgs aft für die von ihnen Vermittelten Ge- schäfte übernehmen, als dies zur Aquüdrurig_der ihnen ertheilxen Auf- träge nöthig ist. Die Gültigkeit der abgeichloffenen chckyäste wird hierdurch nicht berührt.

Die Kursmafler dürfen, sowrit nicht die LandeSrcgierung Aus- nahmen zuläßt, krin_ jonstiges Handengcwerbe betreiben; fie dürfen auch nicht zu einem Kaufmann in drm Verbäliniß_ eines Prokuristen, Handlungsbevdllmächtigien odér Handlungögrbiisen 1iehrn. Zu keinem Geschäfte dürren fie die EinwiUigung der Parteien oder dkren Bevoll- mächtigten anders annehmen, als durch aus*drücklixhe und persönliche Erklärung; es ist ihnen wsder Erlaubt, von Abwrxéndsn Ansträge zu Fhernehmen, noch fich zur Vermittelung eines Unterhändlers zu be-

tenen.

§ 33.

Die im Arr. 67 Abs. 2, im Art; 71 Abs. 1 und in drn Art. 72 bis 74, 76, 79 his 83 dss ande1§ge1sßbuchs Enthaltenen Vorschriften finden auf die Kursmakler lnwendxmg.

Das Von dem Kursmakler ZU_ führende Ta educh muß Vor dem Gebrauch Blatt sür Blatt mit fortlaufenden ablen bezeichnet und dem Börsendorstand zur Beglaubigung dcr Zahl der Blätter Vor- gelegt werdsn. _

Wenn ein KurSmakler stirbt oder aus dem Amt jcheidet, ist sein Tagebuch bei dem Börsenvorstand ZTdsrzulrgen.

Für die Vermittelung von _Börserigeschäfien findet eine _amtlicbe

BesteUung don HandrlSmaklern nn Sinne des_ Art. 66 drs Handels-

esequchks nicht statt; die bisher erfolgten BesteUungen verlieren ihre ir am eit.

Zur Vornahme der nach den Art. 311, 343, 348, 354, 357, 365, 366 und 387 des Handelßgeseßbuckys durch einen Handelsmakler zu bewirkenden Vrrkäufe find auch die KyrSmafler sowie die sonst zur Vornahme don Verkäuxen drr bezeicbnsten Art _odrr von Ver- steigerungen Öffentlich ermächtigten Handelsinakler befugt.

' Befugniffe deZZLJundeSraths. 5.

F

Drr Bundesrat!) ist befugt: _ _

1) eine Von den Vorschriften tm § 29 Ab). 1 und_ in den §§ 30 und 31 abweichende gmtliche FSststLÜUFtJ dcs Börsenpreijcs von Waaren oder Wertdvapieren rür einze ne Börien _zuzulcrffen; _

2) eine amtliche FeststeUung_des Bör1_enpreises bestimmter Waaren allgemein oder für einzelne Bör1en vorzu1chreiben; _ _

3) Bestimmungen zu erlassen, um (*in? Einbei_t_ltchkert der Grund- sätze über die den Feststeüungen yon Waarrnpreixen zu Grunde zu legenden Mengen und Über die für die Fextsthung der Preise von Wertbpapieren maßgebenden Gebrauche herbeizuführen. _

Die Befugniß der Landesregierung z_u Anordnungen der im Abs. _1 Ziffer 2 und 3 bezeichneten Art_ wird hierdurch nicht berührt, soweit der BundeSrath von seiner Befugnis _ketnen Gebrauch _gemacbt hat. 111. Zulassung von Wertdpapreren zum Borsenhandel.

Zulaj1§uri__g__sste11e.

Die Zulassung von Wertbpapieren zum Börsenhandel erfolgt (_m jeder Börse durch eine Kommisfion (Zulaffungsstelle), von deren Mit- gliedern mindestens der dritte Tberl_ aus Personeri bestehen x_nuß, welcbe fich nicht gewerbömaßtg am Borseanndel mit Wertbpapreren betbeiligen. Im übrigen werden die Beßrmmqngen 11er die Zu. sammenseßung der Zulassun ssteUr, sowre uber die_ Zulasfigkeit einer Beschwerde gegen deren Ent cbeidungen durch m_e Bor1enordnungen ge- troffen. Die Zulassun sstelle ist Wußt- zum Borsenbandel zugelassene Wert papiere von dem elben auszukch reßen. _

ie Zulassung deutscher Reichs- und Staats-Anleiben darf nicbt versagt werden. _ _ Verhältniß verschiedener ZUZZssungssteUen zu einander.

Wird von der Zulassungsstelle _einer Börse der Antrag auf Zu. lassung von Wertbpapieren zum Borsenbandel ab e_lehnt, so hat die Zulassungsstelle unter Angabe der Grunde den Vo landen der übrigen

deutschen Börsen für Wertbpapiere_Mitt_heilung zu ma . Dabei ist anzugeben, ob die Ablehnung mit Rücksicht auf örtli e Verhält-