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Königlich Bayeristke Armee.
Offiziere, Porte ee-Fäbnrithe :e. Ernennungen, Beförderuu en und" Herseßungen. Jm aktiven Heere. 3. Januar. oß, Pr. Lt. im 19. Inf. Regt., unter Beförde- rung zum Hauptm. obne Patent, zum Komp. Chef in diesem Regi- ment ernannt. Lampel, Pr. Lt. vom 14. Inf. Regt. Hartmann, zum 19. Inf. Regt. verseßt.
5. Januar. Zerreiß, Major 51a ZUit-S des Generalstabs, von der Funktion als persönlicher Adjutant Seiner Königlichen Jobek des Prinzen Ruppre tvon Bayern enthoben und in den
eneralstab (Zentralstelle) ver etzt. v. Stetten, Pr. Lt. des 3. Cheb. RTKW- Herzo Karl Theodor, bisber dem Generalstab zur Dienst- leistungzuget eilt, unter Stellung 21,19. 8111126 des genannten Regis. zum persönlichen Adjutanten Seiner Könglichcn Hoheit des Prinzen Rupprecht von Bayern, Illing, Major vom Generalstab der 2. Div., zum Bals. Kommandeur im 1.Inf.Rent. Köni , _ ernannt. Devpert, 2Ma oir vons dxr Zenjralstelle dcs Generalißabs, zum Generalstab der
. v. ver eß .
Durch Verfügung des Kriegs-Ministeriums. Rosen- berger, Pr. Lt. des 1. TuF-Art. Regis. vakgnt Bothmer, vom KomUando zur Luftschiffer-A t eil. enthoben.“,Wtrxl)“ Sec. Lt. des 11. Inf. Regts. von der Tann, zur probewersen Dienstleistung zum 2. Train-Bat. kommandiert. , ' _
Durch Verfügung der Inspektion der uß-Artillerte. Schweninger, Zeug-Hauptm., Schweigaxt, euerwerks-Pr. Lt., _ in ihrer bisverigen Eintbriiung beim Art. Depot Ingolstadt belaffbnilt Lin5mayer, Feuerwerks-Lt., beim Haupt-Laborawrtum ein et e .
g Im Beurlaubienstande. 1. Januar. Martin, ec. Lt. der Nes. Vom 12. Inf. Regt. Prin; Arnulf, zum 2. Inf. Rrg_. Kron- prinz, Geitner, Sec. Lt. der Re . Vom 18. Inf. Regt. Prinz Lud- wig Ferdinand, zum 15. Inf. egt. König Albert von Sachsen, Dietrich (Ingolstadt), Sec. Lt. von der Landw. Inf. 1. Aufgebots, zur Res. des 2. Inf. Regts. Kronprinz, _ verskßt. German, Pr. Lt. der Res . des 1. Fuß-Art. Regts. vakant Bothmer, A rras (Kaisers- 1autern),Pr. Lt. in dcr Landw. Feld-Art. 2. Aufgebots, _ zu Hauptleuten; die See. LB.: Prell in dcr Res. dcs 15. Inf. Regts. König Albert von Sachsen, Fischer (1 München) bei der Inf., Fahr
weibrückrn) beim Tram, _ beidr m der Landw._ 1. Aufgebots,
ies (] München) in der Landw. Feld-Art. 2. Aurgebots, _ zu Pr. Lts.; die Vize-ZeidWebkl bezw. Vize-Wach1meister der Res.: Honold (Passau). sister (Kmnpten), _ beide im 3. Inf. Regt. rinz Karl von Bayern, Distler (Bamberg) im 5. Inf. ngt.
ro Herzog Ernst Ludwig von Hkffen, Keilbolz (Erlan cn) im 6. nfanterie- Regiment Kaiser Wilhelm, König von Hreußen, Roth, Altnoeder (NegrnSburg) im 11. Inf. Regt. von der Tann, Schmidinger (Passau) im 12. Inf. Regt. Prinz Arnulf, Schäfer éAnsbach) im 15. Inf. Regt. König Albert don Sachsen, Stadler Hassan) im 16. Inf. Regt. Großberzo Ferdinand von Toskana,
ellner (Aschaffenburg) im 2. Jäger- at., Graf v. Geldern- Egmond (Augsburg) im 1. Ulan. Regt. Kaiser Wilhelm 11., König don Preußen, Schmitt (Kkmpten), Hrrrle (Augsburg), _ beide im 1. Feld - Art. ngt. rinz - Regent Luitpold, Helm (Kempten) 1111 3. Feld-Art. egt. Köni in - Mutter, Mezger (Augsburg) im 4. Feld-Art. Regt. König, ellner (Augsbur ) im 1. Fuß-Art. Neat. vakant Bofhmer, Schimpfle (Augsburgs) im 2. Fuß-Art. NW., Heymann (Augsburg) im 1. Train-Bat., Schüttoff (Erlangen) Von der Landw. Inf. 1. Aufgebots, _ zu Sec. Lts., _ befördert.
Abschiedsbewilligungen. Jm aktiven Heere. 3. Ja- nuar. Frhr. v. Seckendorf, Hauptm. und Komp. Chef vom 19. Inf. Regt., mit der geseßlichen Penfion und mit drr Erlaubniß zum Tragen der bisherigen Uniform mit den für Verabschiedete bor- geschriebenen Abzeichen der Abschied bewiüigt.
JmBeurlaubtenstande. 1. Januar. Winkeln1eyer(Hof), Yanptm. Von der Landw. Jnf. 1.Anfgebois, v. Gönner (Weiden),
r. Lt. Von der Feld-Art. 1. Aufgebots, _ beiden mit der Er- laubniß zum Tragen der Landw. Uniform mit den für Ver- abschiedete vorgeschriebenen Abzeichen , _ BZ)? (Aschaffenburg), Sec. Lt. von der L_andw. Inf. 2. Aufgebots, ever (Hof) Sec. Lt. von der Landw. Kab. 2. Aufgebots, _ der Abschied bewilligt.
Im Sanitats-Korps. 1. Januar. 111. Langreuter, Stabsarzt von der Landw. 1. Aufgebojs (Aschaffrnbura), 1)1-. Haupt, SxabSarzt von der Landw. 2. Aufgebots (Aschaffenburg), _ der Abschied bewiÜigt.
Beamte der Militär-Verwaltung.
31. Dezember. Körner, Zahlmstr. drs 7. Inf. Regis. Prinz Leopold, tritt, unter Verleibun des Titels cines Rechnungs-Raths mit Pen on in den erbetenen ubestand.
1. annar. Schuegraf, Ober-Apoihekrr von drr Landw. 1. Aufgebots ([ München), diesem mit der Erlaubnis; zum Tragen der Uniform, Ruppert, Ober-Apothekrr von der Landw. 2. Aufgebots (1 München), _ der Abschied bewiüigt.
3. Januar. Knussert, Grbeimer Kanziei-Ratb, Geheimer Registrator und Geheimer chistratur-Vorstehcr im Kriegs-Minifterium, HrTitZ sctmfdfeinen Antrag zum 1. April d. J. mit Penfion in den
u € an .
Kaiserliche Marine.
Offiziere 2c. Ernennungen, Beförderungen Ver- seßungen :c. Neues Palais, 30. Dezember. Wilde, Kapitän- Lt., zum Kommandanten S. M. Avisos „Bliß“ ernannt.
Neue's Palais, 6. Januar. Meuß, Korv. Kapitän, Aus- rüstungs-Dtrektor der Werft zu Danzig, untsr Belassun? in dieser SteÜung mit der Vertretung des fehlenden Ober-Werftd rektors der Werft zu Danzig beauftragt.
Kaiserliche Schutztruppe für Deutscb-Ostafrika.
' Neues Palais, 30. Dezember. v. Stuemer, Sec.Lt. a. D., bisher vom Fuß-Art. Regt. Encke (Magdeburg.) Nr. 4, mit dem 8. Januar 1896 der_ Schutztruppe zugetbeilt.
'Neurs Palais, 6. Januar. Eberhard, Pr. Lt. a. D., scheidet mit dem 17. Januar 1896 aus der Schußtruppe aus.
Yiehtamtliehes.
Deutsches Reith.
Preußen. Berlin, 11. Januar.
Seine Majestät der Kaiser und König nahmen thern Nachmrtta von 4 Uhr an im hiestgen Schlosse den ortrag des Juser-Mrnxsters Schönstedt entge en. Heute Yormittag horten Seine Majestät en Vortrag des Staatssekretars des Auswärti en Amts, Staats - Ministers reiÉerrn von Warschau in de en Wohnung und empfingen m chlosse den C ef des Generalstabs der Armee, General
Grafen von Schlie en, den ?nspekteur der ersten Kavallarie-
- spektion General von Krotgk und den C e des Militä - Yinets, General von Hahnke zum Vortrage.h f r
Die vereinigten Aus chüsse des BundeSraths r oll- ZFsTkttessuerFixenZ Uäid frjör (Ystizwexn soer die Hefrfxinxäten o - un euerw en un ür e nun -
wesen hielten heute Sißungen. f ck gg.
Der Berollmächti te zum Bundeörath, Königlich bayerische Ministerial-Rath vongHeller ist hier angekommen.
Bayern.
Die Kammer der Abgeordneten berieth vor ostern die Interpellation über einen Vorfall, der fich währen dcr Sylvesternack)! in einem Münchener Restaurant ereignet hatte und bei_ welchem mehrere Militärpersonen betheiligt waren. Die e_rne Veranlassung desselben war die Verlesung eincr dienstlichen Vorschrift durch einen Soldaten und die Parteinahme ch?- Publikums für denselben, die sich durch dir Verhohnung eines Sergeanten kundgab. Der Kriegs-Mmistcr Freiherr von Asch erKriff das Wort und erlauterte, Wie die Münchener „A g. Ztg.“ berichtet, Fnächst an der and der Bestimmung über die Ehren-
zeigungen, daß die Erweisung solcher in einem Restau- rant durch „Antreten“ nicht in dcr Vorfchrit stehe, sondern s1ch durch die Praxis herarthebildct habe. eschehe das An- treten ohne Uebertreibung, Stampfen u. dgl., nicht mit einem zr: starken Aplomb, so sei es doch weder lächerlich noch be- lizsttgcnd. Sonst gehe jg, auch ein Bekannter zu seinem Freunde hm, wenn er ibn gruße, zmd ein Soldat könne doch nicht etwa dem Unteroffizier auf die Schulter klopfen. Eine Ueber- ireibnng mißbiliigte der Minister entschieden. Unter Anführung der rmzelnen, fett 1875 ergangenen Verordnungen wies der Minister nnch, daß _ während vor noch nicht so ferner Leit jeder Soldat jahrauH jahrein drei Patronen in einer asche hatte _ die AUSrüstung der Mannschaften mit scharfenr Munition _1m' Wachdienst bisher immer mehr ein- geschrankt und schließlich durch die Verordnung vom Jahre 1893 auf Posten 111 besonders e ponierten Verhältnissen bc- schiänkt wurdc „(BLWUTHUUY von trafanstalten u. d i.). Es seien ferner Bestimmungen ahin getroffen, daß mit Zatwnen aUSgerr'istete Posten nicht mit geladenem Gewehr stehen, fnndern erst laden," wenn drr Gebrauch der Waffe bei (He- fahrdung der personlichen Sicherheit oder in einem anderen, durch ,dlk Verordnung uber den Waffengebrauck) brstimmten Fall 111 Frage kommt,_ ferner das; solche Posten hinsichtlich des Waffen ebrauchs mxt besonderen Instrnktioncn versehen werden, Lis unerwiefen erklärte der Minister die Behaup- tung, daß in der Sylvesternackxt auf der Hauptwache ein Punsch- gelage gehalten worden sei. Wenn nun Ab .Grillcnbcr, er dem Wachoffizter auch chou das Uriheil gesprocJen habe: „ r muß entlassen werden!“ 0 „Habe der Landtag selbst sich gegen die Pensionierung von O ftziercn wegen einss einzelnen Vorkomm- mffes ausgrsprocchn, und so weit, daß der hier in Frage stebrnde Offizier seiner Verfehlun wegen ans dem Dirnft ent- lassen werden müsse, .sci es do * nicht. Auf das Vorgehen der „Münchener, Wrrtbe zuriickkommend, bemerkte der Minister schließlich: ' „Ick m1s;billige jede Ueberhebung, qlso auch dre mn dem Begriff drs Militari.smus sick) deckende, _ aber zu einem geduldeten Uebel wollen wir rms dcnnndoci) nicht hcrunterdrückrn lassen. Wir beanspruchen 111 der burgerlicben Gesellschaft jene Stellnng, die uns zu- koznmt; „tmr verlangen die Achtun , welche Bürgern gczollt wird, die jeden Augenblick bcrcit ind, mit Blut und Leben fur die Existenz und das Gut ihrer Mitbürger einzutreten.“ Nnchdem noch mehrere Redner disse Erklärung des Kriegs- Mmisters für erschopfend und znfriedenstelicnd erklärt hatten, war die Interpellation erledigt.
Sachsen.
Scine_ Majestät der König empfing gestern in Dresden den bisherigen Kaiserlich und Königlich österreichisch:ungarisckcn Gesandten (Grafen von_Cl)otck behufs Entgegennahme seines Abberufungsschreibrns m Audienz. Später wurde derselbe zur Königlichen Tafel zugezogen.
Beide Ständekammern traten gestern wieder zu
Sißungen zusammen. Drn Verhandlungen der Ersten Kammer wohnte der Staats:Minister von Meßsch bei. Der ein ige Gegenstand der Tagesordnun war der Bericht der chien Deputation über den Entwur? cines Gcseßes, betreffend die Abänderung deH,§ 1 des Gsseßes über Gewährung von Ent- sck)ädigung für infolge von Milzbrand grfallene odcr getödietc Rinder vom 17. März 1886. Die Deputation beantragte die Zustimmung zu dem Entwurf mit einigen redaktioneÜen 5 endcrungen. Nachdem Rittergulsbcsißer Weeks: Wiesn der Regierung „für die Vorlage gedankt und seiner Be: Lriedigung daruber Ausdruck gegeben hatte, daß noch iesem Landtag eine Geießvorlage, betreffend obligatorische Viehverfickxrnng und Flctscbbrs au, zugehen werde, bemerkte der Staats-Mimster von Me? ck bcrichtigcnd, dak; die Re- gierung zwar eine Vorlage die er Art in Aussicht geteilt babe, indessen nicht für die gegenwärtige Session der Stände- kammern. Ferner rechtfertigte er den Standpunkt der StaatSrcgierun gegenüber einer die Ueberschrift des Grseßes betreßfenden Bemerkung ch Deputationsberichts. Dr. von Frege-Welßien ersuchte die Königliche Staats- regierung: im BundeSrath darauf hinzuwirken, daß in den Ländern namentlich den Niederungsländcrn), aus welchen die sächfis en Landwirthe Zuchtvici) bczögen, ebenso umfassende veterinärpolÉeiiick)? Vorkehrungen getroffen würden, wie in Sachsen. er Deputationsantrag wurde einstimmig an- genommen.
Sachsen-Weimar-Eisenach.
Anläßlich der 25. Wiederkehr des Gedenkta s des Gefecht? bei „Snpignies richtete Seine Ma1estät der ai er an Seine Königliche Hoheit den Großherzog, nach er „Weim. ZHW“, folgende Depesche:
.Neues alais, den 4. Januar 1896. Mit Eurer Königlichen Hoheit als dem [an jährigen erlanchten Chef der (Ge ier-Kürasfiere Rauhe Ick) eins zu lFein, wenn Ich heute der von brem braven
egiment vor 25 Jahren bei Sapignies bewiesenen Ta fcrkeit dankbar gedenke und dies dem Regiment kundgegeben habe. ilbelm 12..“
Seine Königli e Hoheit der Großherzog antwortete durch nachste endes elegramm:
„Eurer ajestät danke Ich herzlich für den Gruß, den Aller- böcbstdieselben Meinem Regiment zu seinem Ebrentage zu senden ge- rubt haben, wo 65 Vor 25 Jahren sich seiné Lorbeeren zu S i mes errang. Es wird dasselbe durch diesen Kaiserlichen Gruß fi och- beglückt fühlen und in demselben einen neuen Antrieb finden, den Bahnen der Ehre und des Ruhmes weiter zu folgen.
Carl Alexander.“
Oldenburg.
Ueber das Befinden Ihrer Köni lichen ?oheii derGroß- herzogin wurde am Freitag folgen es Bu etin au2gegeben:
Die Nacht war schlaflos und bra te neue Leiden; der Krä te- zustand ist derselbe wie gestern. ck f
Bremm.
_ Nach der Monatsübersicht der ordentli en Staats: einnahmen, entfallen der „Weser- tg.“ zu olge auf den Frmbezirk im leßten De ember 1017 ,63-14 ge en 969819,“ im Dezemberdcs Jahres 18 4. Vom 1. April bis nde Dezember 1895 wurden 50459788 „16 vereinnahmt, gegen 349 483,69,“ im gleichen Zeitraum drs Vorjabrs. Dic Schif ahrts: abZa-be auf der Unterweser erbrachte im le ten ezember 46 21,80 «, vom 1. April bis Ende Dezem er 1895 ins: gesammt 383 368,50 „16
Oesterreich-Ungaru.
.Der „Kaiser wohnte gestern, wie „W. T. B.“ aus Wirn bcrtckxtot, im Militärkafino dem Vortrage des Majors Schirmbar]? uber den Einfluß der Zusammenseßung der Haupt,- quarnere und uber den des inne'ren Dienstes bei denselben auf den (Hang krirJerischrr Ereignisse bei. Nach dem Vortrage sprach 'der Kar er dem Vortragenden seine Anerkennung aus und Jaichnetr' mchrere Generale durch eine Ansprache aus.
Im bobmtschen „Landtag wurden gestern weitere Wahlen zu drn Komm1sswnen vorgenommen. Dabei wählten die „den Stadte: und Landnemcinde-Kurien ange örenden czech1schcn Abveordncten im Sinne der grstcrn gefaYten Be- schlussc m_ir Czechen. Ber den Wahlen aus dem gesammten Landtage fielen den Deutschen jedoch durch die Unterstüßung seitens des Großgrundbcsrßcs immer so viel Stimmrn zu, als ihnen in drnßurien entzogen wurden; daher bleibt die bisherige Parrtat der Karten und der beiden Nationalitäten aufrecht- erhalten. Von den Iungczechen Adamck, Niemec, Krejci und Grnsbssrn wurde_ der "Antrag eingebracht: der Landtag möge anlnßltci) drs KarierZubiiäums 500 000 Fl. zur Stiftung eines Kaiser Franz Joscph-Fonds zum Zweck der Unter- stnßung dex; Kietngewerch bewilligen.
' Jm ringarischen Abgeordnetenhaus brachte der Fmanz-thstcr anacS gestern einen Geseßentwurf ein über die Deckung von Nachtragsleistungcn zu den gemeinsamen AuGgabcn für '1893, 1894, 1895, deren auf Ungarn ent- fallender TH'Lll nach den Schlußrcchnungcn 1497025 (Gaiden betragt. Darauf widerlegte der Minister: Präsident Baron Banfft) die Begründung des Antrags des Abg. Ugron auf Unterbrechung der AuSgleichs: _vcrhandluann." „Baron Bansin führte aus: Ungarn verehre m seinent Kbnig den konstitntioneilstcn Monarchrn, und er, Banfm, konne nicht zugeben, daß brbauptet werde, in Oesterreich, unter drm Scrpter Seiner Mnjestät, werde un- konstrtutwncil rcgirri. Er fühle sich verpflichtet, die AUS: icxchsnerhandlnngcn 'mit der österreichischen Regierung ortzuseßcn. _ „Merttorxfch sei während der jüngsten Wienrr Mnnstcrbcratlnmgcn nichts vcrcinbart worden; es seien nur Vorbesprechungen gcpflo en morden. Alle An- gaben uber Fordcrungcn und Gcgenfgordcrungen hinsichtlich der Quote entbeiirten der Grundlage. Die Regierungen würden ihre Vorschläge behufs Entsendung ciner Quoten: dcputation den Parlamentrn Mitte Frbruar unterbreiten; erst diese werde die Quotenfragc erörtkrn. Hierauf wurde der Titel „Minister-Präsidium“ angenommen, die Beschlußanträge wnrden abgcirhnt. _ In der heutigen Sißung wurde bei der fortgeseßtcn Budgetdebattc der Titel „Dispositionsfonds“ in namentlicher Abstimmung mit 82 gegen 63 Stimmen angenommen, nachdem dsr liberale Abg. Pulskr) erklärt hatte:, die liberale Partei babe voch Veriraucn znr Ronix run , und nachdem der Kultus:Minister Wlasxics den Ein- WULZLU, der Opposition gegenüber richtiggestrüt aste, daß auf der Wiener orientalischen Akademie,ungarisches Verfassungs- rrchjt) und Ungarische Sprache mit gutem Erfolge gelehrt wer en.
Großbritannien und Irland.
Dcr Staatssekrctär für die Kolonisn Chamberlain begab sick) gestern Nachmittag von London nach Osborne ur
Audienz bci der Königin. Für heute ist, dem „W. T. zufolge; cm Kabtncts-rath angescßt worden.
Rußland.
, .Das Budget für 1896 vcranschlagt im Ordinarium die Einnahmen auf 1 239 400 000 Rbl., die AUSgaben auf 1 231000000 Nbl. und im Extraordinarium die Einnahmen auf 2200000 RM., dic AUSgabcn auf 130400000 Rbl. Das Ordinarium ergirbt dcmnack) einen Ucberschuß von 8400000 Rbl., welchcr zurDcckung von außerordentlichcn AuSgaben benußt wird. Dir im Extraordinarium außerdem noch zu deckenden 119 800000 R51. werden aus den diSponiblcn Kaffenbeständen der Reichsrentei gedeckt. Leßterc betragen zum 1. Januar 1896 271 000000 Rbl. Das Budget nimmt gegenüber dem Yornnschiage für 1895 bei den Einnahmen im Ordinarium cm Mehr von 1061000009151. an, [)errührend aus der Ver- staatltchnng der Südwestbahnen, der Vermehrung des Ertrages der übrigen Staatsbahnen und aus der allßemeinen Verstärkung der meisten Einnahmrquelien. Die AUSga cn weisen ge cnüber dem Voranschlage fur 1895 im Ordinarium ein Me r von 120 200 000 Rbl. auf infolge Einrechnun der Betriebskosten für die Sudwestbahncn, der Kosten für die' crkchrsausdehnung auf den iibrigcn Staatsbahnen, ferner infolge der Erhöhun der Kredite für Wege- und Wafferbautcn und der AUE wendungen für fernere Ausbreitung des taatlichcn Branntwein- verkauf?» Von den AuEgaben ch (.. traordinariums find
„82200000 Rubel für den Ausbau der Sibiriscben Bahn,
2400 000 Rubel fiir HilfSarbeiten bei diesem Bahnbau und 45 700000 Rubel für den Ausbau verschiedener Magisiral- ZU?) Vizinalbauten sowie den Ankauf von roüendem Material e timmt.
Der Bericht des Finanz-Miniéters Witte an den Kaiser zum Budget" betont die aUSna mslos günstigen Er- qebnisjr der Durchfuhrung des Budgets seit 1888, nament- lich die Ueberschufsy der leßten drei Jahre und die troß großer finanzieller Opfer er ielien Ueberschüffe der Ia re 1891 und 1892. Der Veri t hebt das AMY- thum ,es Nationalwohlstands ervor, das aus der - tra sstetgerung „der auf ni t unentbehrliche Bedürf- m e_gelegten indirekten Steuern, sowie der Eisenbahnen, Staats- domanen, Posten und Telegraphen erbelle, und stellt fest, daß troß der gedrrxckten Getreidepreixe RZ immer mehr eine be- guterte L_andbebolkerung heranbil e. odann verbreitet sick) der Bericht uber dze nußlichen Wirkungen und die Aus- wüchse der Speknlattonsbewegung und hebt insbesondere die Sicherheit , und die Azunehmende Werthscbäßun der rus ts xn Papiere seitens des uslandes hervor. Schließßli Hpri t ck
der Minister für unentwegte allmähliche Durch ü rung
orm mit Vermeidun, sowohl der gerin sten Ein-
KTYZYJM *als auch künst7icher Veränderung Jestehender
erhältni e aus und betont, daß Rußland durch die Jngngrifs-
nahme der Valutareform von neuem seine Friedensliebe m überzeugender Weise dargeihan habe, Italien.
Die „Riforma“ veröffentlicht »folgende Note: Die Rc- gierung wird beschuldigt, daß sie Verstärkungen" m un- qenügendem Umfang oder zu langsam nach Erytbraa sende. Der Tbatbestand ist indessen der, daß General Baratieri der Regierung erklärt ,hat, _daß er mehr nicht verlange und nicht wünsche im Hinblick auf die Schwierigkeit der Bewegung der Truppen und. der Ver- pflegung derselben. Nichtsdestowcmger hat die Regirrung auf der Absendung ciner Reserchruppe nach dem Innern der Kolonie bestanden und dieselbe angeordnrt_ zu _dem. weckr, die Ruhe in dem dortigen (Gebiete soww die S1 erbeit der Marschrouten dcr Operationsjruppxn herzustrllcn und die Möglichkeit des Ersaßcs für etwaige Lucken, zu bieten. .
Am 12. d. M. sollen der „Italia Militare“ zufolge zwei Bataillone von Ncaprl nacb Massowab abgeben und drei weitere Bataillone am 13. Januar folgen. Auch werden mebrcre Vatjerien dahin gesandt werden.
Portugal.
In der PairE-kammer brachte gesicrn, ,wie „W. TV.“ aus Lissabon meldet, der Premier:-Minrster seine „doch: achtung für den Präsidenksn von Transvaal zum lux)- drnck. Die Kammer nahm einen Antrag an, in wslchem die Befriedigung dariibcr aus;]edrückt wird, den Frieden und die Ruhe in Süd-Afrika crbaiten zu sehen.
Türkei.
Ein Irade des Sultans ordnet die Bildung einer .Hilfskommission unter dem Vorsitz _des Sultnns behufs Untcrstüßung der durch die leßten' Ereigniffe betnrgesuchten asiatischen Vilajets an. Die Hilfeleistung wrrd Turken und Christen zu gute kommen. _
Gestern empfing der Sultan, nach emer Mrldung des „W. T. B.“ aus Konstantinopel, dcn dcntschen' Bot- schafter Freiherrn von Sanrma-Jeltsck), den ostrrrrrchrsch- ungarischrn Botschafter Freiherrn von Calire, somie'dcn österreichisch:ungarischen Miirtär-Attach6 Frmherrn Gies! von (Hieslingen in Audienz.
Amerika. Amtliche Depeschen brstätigen, _daß Obrrst Molina und General Vrats auf Cuba über die Bandcn von Macro und Miro Erfolge crrnngcn haben,
Afrika.
Nach eim'r Mitthrilung drs „W. T. B.“ gus „London vom gestrigen Tage erklärte der Präsident der Sudnfrikamschrn Republik Krüger in seiner Antwort auf die von Chambrrlam auf 5Unordnun der Königin von England an ihn gerichtete Dcpesche: Es ei seine ernste Absicht, Jameson und die anderen G2fangencn den englischen Behörden auszuliefern, damit sie durch die englische Regierung zur Strafekgezogen wurden. Er werde seine endgültige Entscheidung uber dicse Ange- legenheit bekannt geben, sobald, Ruhe 11110 Ordnung in Johannesburg wiederbcr cstcilt seien. Prasrdcni Kruger bat, der Königin die Versickéerung seiner Hochachtung und den Dank für ihre Worte zu übermitteln, und sandte der Königin seine chrfurchtsvoiien Grüße. _ Ein Vertreter der Zeitung „Pretoria Prcß“ ist amtlich bcnachrichiigt worden, daß die Regierung der Südafrikanischen Republik alles Mögliche thun werde, um, den Be- trieb der Minen zu fördern, derrn Bcstßer daher nicht nöthig Hätten, ihre Interessen zu Gnnsten ciner Schaar von Aufwieglcrn zu opfern. _ Das „ReformComitéz“ im Nanddistrikt zögert dagegen, einer Meldung des „Reuter- schen Bureaus“ aus Prätoria zufolge, immer noch, das Ver- sprechen der Entwaffnung seiner Leute auszuführen. Infolge- dcffen hat sich der cn, lische Agent De Wet wieder nach Johannesburg be, ebrn. ur 2“Zcit tagt dort eine Regierungs- kommiffion, um ich von der usführung der Unterwerfung?)- bcstimmungcn zu vergewissern. De Wet wohnt den Sißungcn der Kommission bei. Ungefähr 10000 Borken sind unter den Waffen und werden nicht eher in die Heimatb zuruckkehren, als bis die Angelegenheit endgültig geregelt ist. _ In der Nacht vom 9. zum 10. Januar wurdcn zweiundzwanzig Mit- lieder des „Reform:Comit6s“, darunter der Bruder von Sir
ecil Rhodes, OberstRhodes, Sir Drummond Dunbar, Lionel Phillips und Dr. Sauer, unter der Beschuldigung des Hoch- verraths in ihrem Klub verhaftet und darauf nach Yrätoria gebracht. _ Der britische Staatssekretär für die lonien Chamberlain hat nach einer Mittheilung der „Times“ aus Kapstadt an den Chef des „Afrikander Bund“, Hofmeyer, telegraphiert: über die Umstände von _Jameson's Aufstand werde eine eingehende Untersuchung stattfinden und die nöthi- qen Schritte wiirden gethan werden, um das lanen oder die Nusführung solcher Versuche in Zukunft unmöglich zu machen.
Parlamentarische Nachriéhten.
Der Bericht über die gestrige Sißung des Reichs- tags befindet sich in der Ersten Beilage.
_ In der heutigen (13.) Sißun des Reichstags, welcher der Staatssekretär des Innern, taats-Minister ])1'. von Boetticher, der preußische Minister für Handebund Ge- werbe Freiherr von Berlepsch und der Präsident des Reichsbank-Direktoriums 1)1'. Koch beiwohnten, genehmigte das Haus zunäckzst ohne Debatte den schleunigen Antrag des Abg. Auer un Genossen we en Einstellung des gegen den Abg. Schmidt- rankfurt chwebenden Strafverfahrens und eßte dann die er te Berathung des Entwurfs eines Bör engeseßes und des Entwurfs eines Geßeßcs, be- treffend die Pflichten der Kaufleute ei Auf- bewahrun fremder Werthpapiere, fort.
Zunächt nahm das Wort der
Abg. Schönlank (Soz.): Ich bin veranlaßt, einen mir heute sugeßangenen Brief des errn Professor Meyer zu verlesen: „S r eebrter Herr etchsta_gs-Abgeordneter! Zur Steuer der Wa their ersuche ich Sie. möglichst im Reichstag au zu sagen, daß der „Frankfurter Aktionär“ seine ver eumderiscbe Aeußerung in einer der folgenden Nummern wieder zurückgenommen at, und daß ich im Besiß eines Schreibens des Eigentbümers der . ossiscbcn e-rtung' bin, in welchem derselbe erklärt, daß “die Kündigung meiner ieUung nicht erfolgt sei, weil er
an die, Wabrbeit der Beschuldigung geglaubt habe, sondern weil ich den dienstlichen „Anordnungen seinerseits zuwider gehandelt habe. Die Beweise hierfur kann ich leider nicht beilegen, weil fich das Matxrial zur Zeit im Kultus-Ministerium befindet. Hochachtungsvoll Mort Meyer, Dozent am Polytechnikum.“
bg. Baxbem (Zentr): Der Abg. Liebermann von Sonnenberg bat_ gestern rubmend anerkannt, daß die Zentrumspartei sich vom Grundungß- und Börsenwxsen bisher ferngehalten habe. Er hat dann aber auf eine Broschüre hingewiesen, in Welcher dem Handelßredakteur der Kölnischen VolkZzeitung vorgeworfen wird, daß er mit einem bekannten Börsenmanne in Verbindung stehe. Dafür kann die Zentruxnspartei und -Fraktion nicht verantwortlich gemacht worden. Dre „Kölnische Volkszeitung“ ist ein von der Zentrumspartei absolut unabhangiges Organ, und ich äußere mich nur zur Sache wegen meiner persönlichen verwandtsckpaftlichen Beziehungen zu dem Verlage. Die Behauptung, daß der HandelSredakteur der „Kölni- scben Volkßzeitung“ in engster Verbindung mit einem jüdischen Börsenjobber stehe, enthält an sich noch nichts Beleidigendes. Jeder_ Handelskedakteur ist genötbigt, im Interesse der Aufklarung mit auen Leuten in Verbindung zu treten, von welchen er Nachrichten erwartet. Anders “steht es ,mit dem Vorwurf, daß der Redakteur betrügerische jüdische Mampn- lationen unterstüxzt babe. Die betreffende Broschüre enthält nun 111 dicsxr Beziehung keinen tbatsächlichen besiimmten Vorwurf, und deshalb haben Verlag und Redaktion der „Kölniicben Volkszeitung“ b€fchioffen, diese Broschüre einfach zu ignorieren. Wer einen derartigen Vorwurf gegen einen Redakteur erheben will, der muß angeben, welche be- trügerischen Manipuiationen der betreffende Börsenxobber bergen bat, er muß diesen mit Namen nknnrn und sagen, durch welche ' rttkel der deakteur jzzne Manipulationen unterstützt babe; er_muß darlegen, daß der HandelSredakteur nicht lediglich aus innerer Urber- zeugung etwas gcscHrieben habe, sondern aus unlauteren Moxwen. Ich habe gestern sofort telegrapbiscb aus Köln nähere Infortnatwnen srbeten, und darauf erk[ärt der Handelsredakteur der ,„Kolnischen Volksxeitung“, daß er die Behauptung, daß er unmoral1sche Mani- pulaxionen von jüdischen Börsentnännern unterstüßt habe, als ggnzlickp unwabr mitEntrüstung zurückweise. In einer zwriten Depesche erklart der Veriag der „Kölnischen Voikszeitung“, daß ein Berkebr des Handelskedak- leurs mit Börsenleuten selbstberständlich sei, da ersonst ntebtuber Börsen- vorgänge berichten könne, das; sich der Verlag der Zeitung von „aller und jeder Verbindung mit der Börse und von Börsengeschasten irgend mrlcber Art streng fern halte und der ;_Handrls- redaktrur kontraktlick) verpflichtst sei, auf Börsengeschaste fick) unfer krinrn Umständen einzulassen, und, daß der Handels- rzdakxcur Manipulationrn drr Börsenmanner nicht unterstützt, sdnde'rn im (Hegentbeii stets auf das schärfste bekämpft 5958. Jeder ObjekUVL Leser kann nur zu der Einficht kommen, daß die :Kölntschc Volks- zeitung“ und ihr Handelstbeil absolut unabhangig ist. Ich wollte die Ehre des Handelßredakteurs vor dem ganzen Reichstag retten. Dieser Mann hat stets in selbstlosestxr Weise die Jntereffkn des Pnbiikums gewahrt. Wrnn er von anti- semitischer Séite vielfach angegriffen wird, so kommddas wvbl daher, daß er für einen Juden gsbalten wird, obwohl er etnem ganzkcbrtst- lichn Stamm angehört. Gerade durch seine genaue Kenntntß der Börse hat er oft das Publikum frühzeitig ivarnen können.
Abg. Liebermann von Sonnenberg: Ich danke Herrn Bachem für diese Aufklärung. Aus, meinen „gestrigen Aeußerungen kann man nicht die Vermuthung ableiten, daß ich den Hkrrn habe an- reisen wollen, Ich wollte dem chtrum als einem der wichtigsten Faktoren hier im Hause zur Bekämpfung des Vörsentbnms
elegrnbeit geben, nach dieser Richtung Aufklarnna 'zu schaffen. Ja, wenn Sie selbst Von ficb Vorausseßrn, daß Sie kaclzüge machen, dann mögen Sie das mit sich selbst abmachen. Ich habe so gedacht, wie ich gesprochen habe. Die große Bewegung, in der ich stebe, kann nicbk Vorwärts kommen, wenn sich nicht die katholische Bevölkerung daran brtbeiligt. Jn katholischen Kreisen bat sick) schwerer UnwiÜe über diese Verdächtigungen des Handeis-Rxdakteurs der „Kölnischen Volkßzeitnng“ bemcrkbar gemacht, ohne daß dom Zentrum dagegen auffgÉreten wäre. Ich bin deshalb mit der Erklärung des Zentrums zu r en.
Abg. Bachem: Ick) habe dir Ausführungen des Abg. von Lieber- mann garnicht anders aufgefaßt, als er heute sagt. Ich war „schon gestern ihm dankbar, daß Lr mir Gelegenheit zu dieser_Aufklarung gab. Ich hatte keine Ahnung, das; die Sache ,in weiteren Kreisen bekannt ist. Der Handels-Redakteur der „Kölnischen Volks- zeitung“ bat niemals jüdische Ausschreitungen mit anderem Maße ge- mrffen. als die von andercxr Seite.
Bei Schluß des Blattes spricht der Abg. Hahn.
Statistik und VolkSwirthsthaft.
Zur Arbeiterbewegung.
Aus London wird dem „W. T. V.“ zum Ausstande der Schiffsbauarbeiter vom heutigen Tage gemeldet: Die offnung auf eine Beilegung des Ausstandes am Clvdr ist diese 5.) acht ge- schwunden infolge der Enkschließung des Meistercomités, dass; die Arbeiter acht Wochen lang zu den alten Lohnsäßen arbeiten ollen, ebe irgend eine LobnerböbunI stattfindet. Die Arbeiter lehnen disse Bcdingun cn ab, würden (1 er ?ern die Arbeit auf lottenkontrakte wiedcr außnebmen, wenn die Reg erung versprechen wo te, vermittelnd einzutreten, sobald die derzeitigen auswärtigen Fragen erledigt find.
Nack) Mittheilung des Statistischen Amts der Stadt Berlin sind bei den hiesigen Standesämtern in der Woche Vom 29. De- zember 1895 bis inkl. 4. Januar 1896 zur Anmeldung gekommen: Vom 29. bis 31. Dezember 1895 361 Lebendgeborene, 117 Ebe- scbließungen, 9 Todtgeborrne, 220 Sterbefälle; vom 1. bis 4. Januar 1896 468 Lebendgeborsne, 174 Ebesckyiießungen, 16 Todtgeborene, 345 Sterbefälle.
Kunst und Wissenschaft.
Professor Virchow ist, wie „W. T. B.“ aus Paris meidrt, anläßlich der Säkularfeier dcs [nsbjduß (10 Krauss zum Kom- mandeur der Ehrenlegion ernannt worden.
_ Wie dem .W.T.B.“ aus St. Petersburkz berichtet wird, fand dort estern unter dem Vorfiß des Großfür ten Constantin eine feierlcbe Sißung der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften statt. In derselben wurden u. A. zu Ehrenmitgliedern ernannt: der Gro'ßfürst-Tbronfolger, „Papst Leo KLU., der Herzog von Aumale (Direktor der Akademie der Wissenschaften in PariS), Professor Leuckart (Leipzig), Professor Weierstraß (Berlin). Ferner wurden 11. A. zu k orr xs pon dj_eren- den Mitgliedern ernannt: die Professoren Klein (Göttingen), Lazarus, Fuchs, Schulße, Koehler (Berlin), Brentano (München).
Handel und Gewerbe,
Tägliche Wagengestellung für Kohlen, und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien. „, An der Ruhr sind am 10. dM. gestellt 12 769, nicht rechtzeitig gestellt keine Wa en. . In ObersZlesien find am 9. d. M. gestellt 5021, nicht recht- zeitig gesteat keine Wagen.
Verkehrs-Auftalten.
Budapest, 10. Januar. (W. T. B.) Der internationale éost- und Tele rapben-Kongreß wird hier am 16. Juni“ zu- ammentreten und ürfte 6 Wo en dauern; etwa 130 außländtsrbe Fachleute werden an dem Kongre theilnehmen, zu deren Ehren ver- cbiedene Festlichkeiten veranstaltet werden sollen.
Nea el, 10. Januar. (W.T.B.) Infol e beftiaer Stürme auf dem eer erlitt die Ankunft der Dampf cbiffe große Ver-
zögerungen. In der Nähe von Forio auf Js ia kenterten zwei
Boote und eine Yacht, ebenso ein griechischer ostdampfer. befie-
Mannschaft zur Hälfte verschwunden sein so . Der Dampfer
.Gottardo“ wurde zur Rettung abgesandt. *
Konstantinopel, 10. Januar. (W. T. B.) Der infoige der
bSchneeäerFexungen unterbrochene Eisenbab nverkebr tst„_ wieder- erge e .
Theater und Musik.
Konzerte.
Der 17. Symphonie-Abend der Königlichen Kapelle, welcher gestern wegen Erkrankung_ des'Kapelinretfters Weingartner von dem Konzertmeister Professor Halit geleitet wurde, begann mit Beethoven's Ouverture ,Coriolan'. Dann folgte die 8111151119 yabbéquUS von Tschaikowsky (on). 74, Ü-moU), die bereits un Konzertbause und im Saal der Phil armonie aufgefuhrt wurde. Dieses Werk des unlängst verstorbenen, fruchtbaren russischen Kouxpontsten machte in der vortrefflichen Wiedérgabe, dre ihr zn tbeil wurde, einen sehr günstigen Eindruck; besondere Wirkung übten wiederum der zweite und dritte Aüegrosaß und das Finale „1411811310 1311161115050“ dur Originalität der Themen und formgewandte Behandlung. Na rauschendem Beifall, der dem Werk und der trefflicbxn Ausführung alt, wurde die bereits öfter gehörte Oubertüre zu „Konig Lear“ von * eriioz vorgetragen. Den Schluß des Abends" machte in ebenfalls sehr anerkennenswertber, fein fcbattierter Ausfuhrung Mendelssobn's 4-äur-Sympbonie (0x). 90). '
Zu derselben Zeit fand in der Sing-Akademre das Kbnzert von Eugen und Hermine d'Albert statt, welches durch die an- gekündigteMitwirkung von ])1'. Johannes Brahms als Dirigenten fich zu einem beworragenden mufikaiiscben Ereigniß _gestalfete. Nach- dem das Philharmonische Orchester unter Mannstadls Leitung die .Abencerragen' - Oudertüre von Cberubini gespielt hatte, er- schien der Komponist, von dem dichtgefüllten Saal mik herzlichen Odationen und Einem Tuscb des Orcbrsters begrüßt; in acbtungSvollem, längerem Abstande folgte, mit BeifaÜ empfangen, Herr d'Aibert, um dann unter Direktion des Meisters dessen Klavierkonzert in 11111011 (01), 15) vorzntragen. In diesem, noch ganz im ftrrngen Bra_bm§'schen Stil der ersten Epoche gehaltenen Werk mit der getftddllen, aber herben kontrapunktischen Faktur, die es dem Hörer nicht leicht macht, ibm durch das Labyrinth der musikalischen Gedankxn zu folgen, bewährte Herr d7Albert sich als „ebrnsd ausgezeichneter Interpret wie bei der Ausführung des wert syater entstandxnen Z-äUr-Konzerts (0x). 73). Letzteres, in welchrm ein schwermütbtges, liedartiges Thema durch vier Säke hindurch in der feffelndsteu und künstlerisch ersmdungSreichstrn Wei e Verarbeitet erscheint, trggt einen v'or- wiegrnd romantischen Charakter und ist so dankbar, daß man eigentlich nicht begreift, warum dasselbe nicbt öfter auf dcn Konzertprogrammen erkchemt. Eine Erklärung dafür läßt sich nur in den enormen pramttscben Schwierigkeiten findrn, die dieses, wie die Brahmß'scben Werke überhaupt darbieten. Es gehört eben ein so angezeichncter und fleißiger Künstler wie Herr d'Albert dxzu, um die Technik in so vollkommener Werse zu bewältigen, wie dies 3. B. in dem entzückenden „4115g19bb0 11121050“, dem [eyten Sa , der Fal] war. In dieser tadellosen „ iedergabe, um die sich an das Philharmonische Orchester durcb Prazision und aufmerksames Eingehen auf die Weisungen des Dirigenren wohl der- dient machte, boten beide Wrrke eincn seltenem, hqchkuxstlerisäöen Genuß und werden überall, wo fie_ so zu (Gehör Lebracbt werden, den Ruhm ihres Schöpfers dauernd be esttgen. Herrn d'Albert wurden im Laufe des Abends reiche _Betfalls- ehrrn für seine großartigen Leistungen zu tbeil. _ Zwischen den beiden Klavierkonzerten erschien die dem Konzertgeber neuvercnäblte Sängerin Frau Hermine d'Albert zum ersten Mal vor dem hiesigen Publikum. In dem Vortrage der großen Arie aus Beethoven's „Fidelio': „Abscheuiicher, wo eilst Du bin" erwies fie fich im Bestß einer wohlklingenden, ieicbmäßin gut ausgrbiidrten Stimme von dramatischer AusdrucksfäYigkeit. Sie erntete dafür gebührenden Beifall. _ Nachdem die wohlbekannte „Akademische Fest-Ouvertüre“, von Brahms selbst dirigiert, verklungen war, Wiederholten sich die Obationen für den grsisen Meister und nötbigten ihn immer wieder in den Saal zur Entgegennahme der Dankesbezeugungen seitens der kunstbegeisterten Hörer.
berühmte
Im Deutschen Theater finden in der nächsten Woche Wieder- bolungrn von „Florian Geyer“ morgen Abend, am Mittwoch Abend sowie am nächstfolgenden Sonnta Nachmittag statt. Morgen Nachmittag und am Donnerstag bend wird .Die Jüdin von Toledo" gegeben. Arn I)iontag kommt „Don Carlos“ zur Auf- führung, Dienstag und nächstfolgenden Sonntag Abend „Romeo und Julia“. Für Freitag smd „Die Weber“, fiir Sonnabend .Die Mütter“ angesetzt.
Im Berliner Theater gebt morgen Nachmittag Schiller's „Kabale und Liebr' in Scene, Abends das vieraktige Schauspiel .Fedora' von Sardou. Am Montag werden „Hasemann's Töchter“ wiederholt, Dienstag, Donnerstag und Sonntag Goethés , aust", am Mittwoch wird Raimund's ,Verschwender" aufgeführt, am reitag .Fedora“. Am 18. Januar, dem Jubeltage der Wiedererrichtung des Deutschen Reichs, geben Nachmittags um 3 Uhr Wildenbruch's „Bern- hard von Weimar“ und das Festspiel ,Hohenzollern' von A.Vrascb und M. von R. in Scene, Abendö; Goethe's „Götz von Berlichingen". Sonntag, den 14. Januar,Rachmrttags,findet eine Wiederholung von Anzengruber's „Pfarrer von Kircbfeid" statt.
Im Les sing-Tl)eater smd dem Lustspiel „Comtesse Guckerl' von Franz Von Schönthan und FranzKopvel-Ellfeld wie, erum sämmtliche Spielabende in der nächsten Woche eingeräumt worden.' lsNacbmitta 8- Vorstellung geiangt morgen OScar Blumentbaks Lustspiel ,DerPro - pfeil“, am nächsten Sonntag Lessing's „Minna von Barnhelm“ zur Aus- führung. Der patriotische Erinnerungsjag des 18. Januar wird im Lesfing-Tbeater durch ein Testgedicbt von ErYt2 von Wildenbrmb
efeiert werden, das auch am Sonntag, den 19. d. ., der Nachmittags- ZZorsteÜung voran eben wird.
Im Schil er-Tbeater wird morgen Nachmittag „Wil- Ylm Tea“ gegeben, Abends kommt das Volksschauspiel „Onkel * käfig“ zur erstmaligen Aufführung. .Der Widerspenstigen Fbmuna“ wird am Montag, DisnstY und Freitag wiederholt, am
ittwocb und Donnerstag „Onkel 5 käfig“, am Sonnabend gebt „Minna von Barnbelmsin Scene.
Jm Friedrich-thbelmstädtischen Theater gebt morgen als Abschiedsvorstellung des Fiala'scben Ensemblegastsvieis zum leßten Male das Schauspiel „Gefallene Engel“ in Scene. Am 23. d. M. et- öffnet Herr Direktor Julius Frißscbe mit dem Ausstattungsstücke .Der Hungerleider“ das ibm gehörige Theater wieder unter eigener künft- 1erischer Leitun . Vom 13. btsinklu ive 22. Januar bleibt die Bühne wegen der Vor ereitungen für diese uffübrungd eschlossen.
Jm Res idenz-Tbeater wird das Aben Repertoire der nächsten Woche Von Biffon's Schwank „Hals über Kopf“ und P. Linsemann's Einakter „In doppelter Bekehrung“ beherrscht. Morgen und am nächsten Sonntag, den 19. d. M., Nachmittags 6 Uhr, elangt bei Zlalfbfgtß Kassenpreisen .Der Rabenvater“ von Fischer und arno zur
u u rung.
Im Theater Unter den Linden geht auch in kommender Woehe die Operette „König Cbilperich' allabendlich in Scene. Am Donnerstag erlebt dieselbe die 25. Wiederholung.
Im Konzerthaus enthält das rogramm für Mont“: u. a.: (T_berubini's Ouvertüre zu ,Lodoirka", agner's Ouvertüre zu „Tann- bauser', Liszt's sympbqnis e Dichtung „928.850, 19.111an 8 rrjoufo“, Beethoven's Symphonie r. 7, „441111, 0p.§92.
Mmmigfaltigeö.
Dem Ma isirat von Berlin stud nachfolgende Atlet- böcbste DankLchreiben zu egan en: _ An des Ia res Wende Fat ir der Magistrat Meiner Haupt-
und Residenzstadt Berlin freundliche Glückwünsche dargebracht imd _