1896 / 10 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 13 Jan 1896 18:00:01 GMT) scan diff

Das ,Rut ' e Bureau“ er dieRÄ iexun „be,- . ""ck „171- 4 1... . .

“M e dem Parlament bci MMtionen über die Fra en beir mals und Venezuelas vorzu egen. Staaten in der Angels exheit der Venezuela-Gren regulierungs- ge ernannte Kommi sion wird somit demnäch?t Einsicht in die wesentlichen Punkte der britischen Anschauungen nehmen können, Sir Claude Macdonald, bisher Reichs-Kommissgr des Niger-Proiektorats, wurde zum britischen Gesandten in

Peking ernannt. Frankreich.

Der Minister des Auswärtigen Veri elot empfing am Freitag, wie „W. TV.“ aus Paris ben tet, den Gesandten der Sudafrikanischen Republik Beelaeris van Blokland.

' Das Comité zur Vertheidigung der frzxn- zösischen Interessen in TranSvaal nahm m seiner “vorgestern siattgehabten Sißung einen „vom „Deputirten Deloncle erstatteten Bericht entge en, uber die urkund- lichen Grundlagen der völkerrechtli en Stellung TranSvazrls in Rücksicht auf sein Verhältnis; zu England. Der Bericht fußt auf den .in den Blaubuchern enthaltenen amtlichen Schrift- stücken. Nack) Deloncle's Ansicht hatte Transvaal stets das Recht direkt Verträge abzuschließen und im Auslande direkte und unabßän ige Vertretungen zu unterhalten. Deloncie erachtet es ' ür not wendig, daß die europäische Diplomatie_ die Ya e er Unabhängigkeit Transvaals in unzweideuttger ei 6 klarsieUe und nöthigenfalis diese Unabhängigkeit durch eine feierliche Neutralitätserklärun anerkenne; anderenfalls würden die theressen der europäis en Staaten, insbesondere Jmnkreichs, ]eder möglichen Gefährdung ausgeseßt bleiben. ie Verträge Frankreichs mit Transvaal, sowie diejenrgrn TranSvaals mit England müßten geachtet werden. Falls ste ni t enügend klar gefaßt sein sollten, müßten fie den völker- re tlicghen Grundsä en cmäß abgeändert werden.

Der Minister: räsi ent B o u rgeo is nahm gestern an einem im Saale der Börse zu Lr) on veranstalteten Bankett theil und hielt bei demselben eine längere Ansprache. Nack) eini enVemerkungen «über die Finanzvorla en, insbesondere über ie Einkommen- steuer, berührte der inister die Frage der auswärtigen Po- litik und erklärte, die Republik habe nach außen hin eine "Politik verfolgt, welche die Wechselfälle des inneren Partei: Lebens niemals ins Schwanken gebracht hätten. Sie habe es verstanden, u beweisen, daß ein großes demokratisches (Gemein- wesen, wel es Herr seiner selbst sei, in den auswärtigen Be- ziehungen dieselbe Sicherheit in den leitenden Gefi Wpunkten, dieselbe_ Beständigkeit in den Empfindungen un dasselbe methodtsche Vorgehen in seinen andlungen zeigen könne, wie die _festgegründetx-ten Monarchien. Die Summe dieser Politik der Republik bestehe in dem Streben nach Er- haltung des, Friedens, in der Ausbildung des Gedankens der Gerechtigkeit und der unerschütterlichen Byhauptung des Rechtes. Die Republik habe damit in sprechender Weise die Wahrheit des alten berühmten Ausspruchs dar- Ythan: „Frankreich ist der Krieger des Rechts!“ Der Minister-

. . . ck? «xeno.. Trans-

rasident erinnerte an die Worte, welche der Präsident der

epublik am Neujahrstage beim Empfange des diplomatischen Korps gesprochen und _in denen er betont habe, daß Frankreich sul) dem Werke der Eintracht, der Freiheit und des Fort: Xchritts unentwegt gewidmet habe. Dank der treuen Be- ol ung dieser (Grundsäße, fuhr Bourgeois fort, ha'be Frank- rei unter den Mächten ersten Ranges die ihm gebührende SteUung wiedergewdnnen, seinen Interessen und Rechten allgemeine Achtung sxchern und der Froßen Nation, welche mit der Republik eine Allianz gebildet ha e, unerschütterliche Bürg- schaften der Sicherheit ewähren können. Dieser ehrenhaften „Yltun getreu werde Frankreich auch ferner die friedliche (. twi elung feincs Ein uffcs und seiner Aktion anstreben, indem es den Frieden ni 1 nur fiir die Republik selbst aykrechierhalte, sondern an _ wie erst in der jüngsten , et _ dazu beitrage, den Frieden im Interesse der Zivilisa- tion unter allen Mächten zu erhalten. Das republikanische Frankreich, durch die Klarheit seiner leitenden Grundsäße vor Ueberstürzung 1m Innern und durch die Stärke seiner militä- ris en und diplomatischen Stellung vor Ueberraschun von Au etz geschiißt, könne mit Vertrauen in die Fukunéi b icken, und sick) unbexangenen Geistrs der inneren Rc orm einer In- stitutionen wi men.

Der Rede des Minister-Präfidenicn zollen die radikalen und sptaiistischen VlätteyBeifall, die gemäßigten und die republ_1an1schen erkl_är0n ste hinsichtlich der darin entwickelten ßnanziellen und sozialistischen Ans1chten fiir beunruhigend,

Rußland.

Der K_aisxr, die Kaiserin, die Kaiferin-Wittwc und die Kaiserkchc Familie smd gestern, dem „W. T B.“ zusolY, nach St. Peterdburg iiber efiedelt.

ie CHEF des pactfischey und es Mittelmeer:(Heschwaders Tyrtow _un Makarow smd in andere Dienststellungen ver- seßt worden. „Ersterer 1st zum Kommandanten der weiten, leßtercr zum Kommandanten der ersten Flotten-Diviron er- nannt worden. ' „Die deutxck) e Ko ionic in St. Petersburg beabsichtigt, den 2510hr1gcn (He enktag der Neuerrichtung des Deutschen Reichs durch emen Festkommers feierlich zu begehen.

Italien. Der „Opinione“ zufolge inkl der gestrige Ministerraik) be- schlossen Fach, de_n Zusammentritt des Parlaments bis zum cbruar htnauSzuschieben.

Türkei.

- Nach einem Beschlussc, welcher am Freitag in der von den Botschaftern abgehaltenen Berathung gefaßt worden ist„wurdcn, wre „W. T. B.“ aus Konstantinopel berichtet, ?le1chlautende Instruktionen an die Konsuln in Aleppo er- affen und denselben zugleich Anweisung gegeben, sich nach *Marasci) zu begeben, von wo aus die Intervention erfolgt.

Jrz de;n lehren Tagen wurden in außerordentlichen Sißungcn

* des Ministerraths wiederholt Finanzfragen in Berathung

- Mugen. _ Der Stab der 8. inien-Division wurde von . “tlis nach Wan verlegt. .

- Infolge außerordentlich rauhen Wetters und großer -Schx1eeverwel)u11gen „mußten von türkischer Seite die Ope- rat1onen „bet Z01tun eingeteilt werden. Die Truppen wurden größientycrls_ nach arasch zurückgezogen„ was den Aufständischen dre Ergänzyng des Proviants ermög- Lichte., Auf turkifcher Se1te ist man geneigt, im alle

„„der Unte1werfun dry Aufständischen Amnestie zu gewä ren,

„Jedoch wrrd die uslieferung der Leiter des Aufstandes ver-

1011!) den VeleiiügLé'n

worden.

"erfolgt regelmäßig.“ _ Der

.

ilvaingkukquiie Aufständischén fordan gewiffe Garantien für ? U ' ." .*“:“LZ-xx : - , in Beredjik mxkommeßn-Raufereiex zwxischxn ArMeniern und Moha'medanérn “maren nacli den amt- lichen Berichten von“ geringem Umfange. Fünf Personen wurden etödtet und etwa fünfzig Personen verwundet. Den Lokalbehorden gelang es bald, die Ruhe wiederherzustellen.

Rumänien.

Die „Agence Roumaine“ erklärt, daß die Meldung von einer angeblich beabfichtigten Reise des MiniFr-Präfidenten Sturdza nach Berlin und Wien durchaus er nden sei. '

Serbierr.

Der Finanzausxchuß der Skupschtina nahm bc;- dcuiende treichungen ei einzelnen Budgetposten vor, um Mit ?Siucherhcit das Gle1chgewicht im StaatshaushaltS-Etat herzu- ie en.

Metropolit für die Weihnachtsfeier in der orthodoxen Kir dem Herkommen zuwider den Gesang in slavischer Sprache unter Androhung polizeilicher MaßreZeln untersagt habe. Die Serben hätten infolFedeffen die * irche verlassen, welche während dcs Festes eer blieb. Ueber das Verhaltrn, des Meidropoliten se1 eine Beschwerde nach Konstantinopel gertchtet wor en.

Bulgarien.

Wie die „Agence Balcanique“ meldet, soll der Termin der Auslandsreise des Prinzen Ferdinand auf den 14. Januar festgeseßt sein. ,

Der Verwalter des bisherigen oitomanischen Kommiffaxtais Nebil Bet) ist auf wiederholte Einreichung seines Demissions- gesuchs abberufen. Sein Nachfolger ist amtlich noch nicht bekannt; nach privaten InLormationen wäre der aus Bulgarien ausgewanderte ehemalige ulgarifche Unterthan Niazi Bey für diesen Posten ausersehen.

, Amerika.

Die Senais-kommifsio'n für auswärtige Angelegenheiten in Washin ton entschied sich für strikte Betonung der Monroe- Doktrin ?eitens des Kongresses und ernannte eine Unter- kommission, um in diesem Sinne Beschluß zu fassen.

Nach einem Telegramm des „W. T. B.“ aus Havanna baden neuerdings in der Provin Pinar del Rio fiir die Spanier erfolqreiche Gefechte stattgeZUUden. Die Schaaren des (Horn ez und aceo seßen ihre Bewegung nach Westen. fort. _ Martinez Campos meldet aus Havanna, daß der Ge- ncral Navarro y Arizon den Führer der Aufständischen Macro auf seiner Flucht in Brigonna erreicht und geschlagen habe. Die Insurgcnten seien schon Über die äußcrc Grenze der Provinz Pinar del Rio zurückgedrängt und würden noch weiter energisch verfolgt.

Asien.

Der St._Petersburger „Nowoje Wremja“ zufolge, ist die Unzufriedenhett in Korea im Wachsen. Zn Söul werde die Entthronun g des Königs vorbereitet, um den LieblingSenkel des Taiwankun auf den Thron zu erheben. Die Verminderung kapanischer Truppen in Korea werde bald durchgeführt sein. Es ei die Frage aufgeworfen worden, Korea unter den Schuß der vereinigten Mächte zu steUcn. England suche Annäherung an Japan, woselbst eifrige Anhänger cines engiisch-japanischen Bün nisses auftauchten. _ Dcmselbcn Blatt wird über Shanghai auS Söul gemeldet: Die Japaner zwangen den König von Korea, den Palast zu verlassen. Zwei Koreaner wurden wegen Theilnahme an der Ermordung der Königin hingrrichtct.

Afrika.

Nach einem Telegramm des Generals Varaticri aus Adigrat erhieit derselbe einen vom 8. Januar Abends datierten schriftl1chen Bericht des Kommandanten von Ma- kalle. Nack) demselben wurde Während des ganzen Tages gekämpft. Die Artillerie des eindes griff ein und fügte den Verschanzungen einigen chaden zu. Ein am Abend unternommener Angriff wurde uriickgewicsen. Hierbei fielen drei Eingeborene und ein taliener, während vier Italiener und neun Eingeborenc verwundet wurden. Nach einer weiteren Meldung des Kommandanten von Makalle überfiel der Feind in der Nacht vom 8. zum 9. das Fort, wurde aber zurückgewiesen. In der Frühe des 9. wurde der Kampf wieder aufgenommen, blieb jedoch auf ein aus verschiedenen SteUungen auf Entfernungen von 700 bis _1300 111 unterhaltenes Gewehrfeucr beschränkt. Ein Italiener wurde dabei getödtet, wei Italiener und vier Ein- eborene verwundet. Inzwischen ättcn aber dieSchoanerdas Zart von alien Seiten umstellt urid auf den Anhöhen Lauf- gräben angelegt, welche die Wenn ung des Brunnens schwierig machten. Die Besaßung von 5 akalle sei daher genöthigt, von den in Reserve gehaltenen Wasiervorräthen Gebrauch 11 machen. Am Morgm des 10. habe der Feind ?eme An riffe erneuert, sei aber jedeSmal zurückgewiesen uf italienischer'Seite seien dabei sieben Askaris ge- faUen. Baratieri t hinzu: „Wenn auc? das Verlassen des Forts für Askarts no mögi1chift, so ist es och fast unmöglich, unsere Sendboten dorthin gelangenzu lassen. UnserVormarsch ist für den Aygdnbltck, ohne d1e weiteren Operationen zu ge- fährden, unmogl1ch. „Die Haliun der Besaßung von Makalle lst bewundernswürdig, die Ankunt der Verstärkungs-Bataillone „Tribuna“ werden aus Massowal) von vers iedenen Seiten die schweren Ver- luste der Schoaner betätigt, namentlich der Truppen Ras Makonnen's und des Negus Meneiik, welchc fich ?auptsächlick) an den Gefechten bctheiligten. Dic Kund chafter be- richten, daß im Lager des Feindes große Trauer und Wehkla en herrschen uber die erlittenen schweren Verluste, nqmentick) dariiber, daß Ras Mangas a und Ras Atichin, wre es heißt, sich unter den Gefallenen be nden. An dem nächt- lichen An kiff vom 8.“Januar waren zahlreiche Truppen des Negus betZeiligt, wel er zu deren Aneiferung sein Zelt vorwärts tragen lie ,; die Aufteiluxr desselben wurde Zedoch durch das Feuer der 1taitenischen Arti eric verhindert. m die Schoaner zum AngriJFk zu reizen, wurde das Gerücht verbreitet, das; in deni Fort_ akallc enorme Schäße aufgespeichert'seien. Wie gerrich1we1se verlautet, wollte die Köni in Taitu fiir sich die Ehre m Anspruch nehmen, mit ihre_n soldaten zum Angriff zu marschieren. 21111 8. Ianzxar blieb die Königin indessen" außer Schußweite bei Schelikot.

Die Operationen der

Engländer gegen die

-Araber“ am nördlichen Njassa-See, welche am 1. De-

zember begannen, 'sind, wiedem britischen Auswärtigen Amt

“Araber verloren innerhalb und in der Umge] ung der Ver-

Aus Uesküb wird berichtet, daß der dortige griechisYé e

[det id, 1 d "ht. N ' "K “MelYöwr . erfogreich urckZKefu r ach emem ampfe

wurde deren nführer Mloi gefan en - eilxkund am 4. Dezember th- erichtZ IFT

schanzung Mlozi's 210 Mann. Auf britischer Seite wurde Lieutenant Smith schwer verwundet; 4 _eingeborene Soldaten smd gefallen, 10 verwundet. 569 Sklaven wurden in Freiheit geseßt und viele Gefangene emacht.

Der Präsident der Si“: afrikanischen Republik Krüger hat, einer Meldung des „Neuter'schen Bureaus“ aus Johannesbur? zufolge, einen Aufruff an die Bürger erlassen, in me chem er- dieseiben au fordert, der Regie»- rung zu helfen, die Südafrtkqnisrhe Rexoublik zu einem Lande u machen, in welchem Mitglieder aller Nationalitäten

brüderltcl) nebeneinander wohnen könnten. Die Verweigerung-

der Päsxe ist aufgehoberz; auch die Einberufung der Burghers örc au , allein diejenigen, welche bereits unter den Waffen tehen, harrten in der Nähe von Johannesburg ihrer Befehle. 131“. Jameson und seine Offiziere hätten„ Prätoria noch nicht verlassen. _ Gestern wurde die gerichtliche Ermächti un ?ur Beschlagnahme dcs Eigenthums von 64 in die u = tandsbewegung im Rand verwickelten Personen verlangt. Die Zollbeqmten öffneten einen großen eisernen Schrank, welchcr einem germssen Farrar, einem der Aufwicgler vom Rand, der egenwärti in Gefangenschaft ist, gehört. In demselben anden st 100 Revolver und 7000 Patronen. _ Die 11 der Bande Jameson's gehörigen gemeinen Soldatcix md gestern nach der Gren e von Natal abgegangen; die Offiziere diirften demnäckxét dahin abreisen, um mit den ubrigen Schuldigen nach England gebracht zu werden. Der Gouverneur von Natal Hu tchinson ist zur Berathung mit dem Gouverneur der Kapkolonie Robinson in Prätoria. eingetroffen. Jameson und seine Truppe sollen nach England an Bord eines FlottentransPorischiffe-Z-überführt werden, um gemäß der Entscheidung der Königin behandelt zu werden.

_Der VolkSraad des Oran1e:Freistaat§ ?ielt am Freitag, wre das „Reuter'sche Bureau“ aus Bloem ontein berichtet, 91118 besondere Sißung zur Berathun der Trans- vaal:Kr1s1s ab. Der stellvertretende räsident gab der Entrüstung über das Vorgehen 131“. Jameson's Aus- druck, wre ' auch der Genugthuung über die Ver- urthe1lung'semer Handlungsweise seitens des Staatssekretärs Chamherlam und iiber Jameson's Niederlage; es sei zu hoffen, daß die Vermittlung des Gouverneurs ;der Kapkolonie Robinson ?11 cmer friedlichen und billigen Lösung der Schwierigkeit uhren werde. Die Delegirten des OranYÉe-Freistaats, welche nach-

Transvaalgesandt wurden, um (ider die ventuaiitätdcr Hilfe- leistung des Oranje-Freistaats an die Südafrikanische Republik gemäß dem Vertrage von Potsthefstroom zu bx;- ra__then, berichteten dcm Raad in Bloemfontein, daß Schrift- stugke entdeckt worden smd, die das Bestehen einer ausizr- breiteten" Vcrschm0rung ZLegen die Unabhängigkeit der Sudafrtkamschen cpublik beweisen. Dre Auf- retzung am _Rand und der Einfall Jameson's bildeten Theile: des VersckxworungsPlans. ' Zn Kapstadt find die Mitglieder des „Neform-Comitéß“ im Rgnddistrikt Solli), Joel und Bethleheim unter der Be- schuld1gun des Hochverraths gegen Transwaal verhaftet worden. Auch der ?lxrästdent dcr „Transvaal-Union“ Charles Leonard- wurde gestern Abend im Seebachea Point bei Kapstadt verhaftet. _ Auf Empfehlung der Chartered Company veröffentlichte der Gouverneur Sir H. Robinson cinen Erlaß, durch welchen 1)1“. Jameson von dem Amt „des Verwalters von Maschona: land enthoiicn wird. Glotchzeiiig ist der Reichsbeamie Newton, bisher Kommissar yon Britisch-Betschuanaiand, an StckleIameson'S zum Komm1ffar im Gebiet Jnkaning und Montstoarrnannt worden. _ Cecil Rhodes ist in Kim- beriey emgqiroffcn, von Vertretern aller Bevölkerungsklassen herzlich begrußt. RhodeH dankte für den ihm bereiteten Emy ang und bemerkte, seine politische Laufbahn sei nicht ab- esck) off0n, vielmehr habe dieselbe ]cßt erst begonnen. Er offc, Mit Ermuthigung seiner Freunde, noch viel zum Wohl des Landes wirken zu können,

Von der Goldküste meldet das „Reuter'sche Bureau“, dqß der Pr111z Heinrich von Battenberlg infolge eines, Ftcbcranfgils sich an dem KriegSzug der Eng än Aschantts nicht bexheiligen kann und nach Ca e Coat-Castle urchTrzkehren bqabstchtigte. Da indessen fein Be nden während er uckretsc s1ch verschlechterte, unterbrach er dieselbe in.

Prahsu.

Parlamentarische Nachrichten.

Der Schinßbericht über die vorgestrige Sißung des“

Reichs tags befindet sich in der Ersten Beilage.

_ In der heutigen (14.) SißunYdes Ne ichsta g 0, Welcher“ der Staatssekretär 'des nnern, taats-Minister Dr. von Boettick) er und der preu ische Minister für Landwirthschafi, Domänen und Forsten Freiherr von Hammerstein bci- wohnten wurde die erste Berathung des (Heseßentwurfs, betref end den Verkehr von Butter, Kase, Schmalz und deren Ersaßmuteln, fortgeseßt.

Abg. Weiß (fr. Volksp.): Ich bedauere, daß die Motive nicbt, dargelegt haben, welche einzelnen Thatsachen dazu geführt haben, die Vorlage überhaupt zu machen. Von den Konsumenten selbst ist nirgends eine Klage eingrlaufen; im Gcgentheil, die Konsumenten erkennen die Verdaulichkeit der Margarine an und halten sie für ein unent- behrliches. Crsaßmittel für Butter. Der Bund der Land- wirtbe betonte immer wieder, daß die legitime Konkurrenz der Margarine arnicht beschränkt werden solle, während Herr Bachem dieselbe dur eine Steuer unmö [ich machen will. Es hat mich- Wunder genommen, daß Ferade Herr Bachem derartigen Wünschen Ausdruck gegeben hat, 1) gleich er doch Vertreter eines städti- schen, von gewerblichen Arbeitern bewvhnten Bezirks ist. Die Arbeits- und Lohnverhältnisse in Krefeld smd keineswegs günstig; aus dem Handelskammerbericht gebt herdor, daß die Löhne im letzten Jahre dort nur halb soviel betrugen wie 1872. Auch die Berichte der Fabrikinspekioren berichten dadon, daß die Ernährung der abrikarbeiter- bevölkerung eine sehr schlechte ist. Und da wili err Bachc'm ein billiges_ VolkSnahrungSmittel vertheuern. Das Jntere e der 70 Margartnefabriken steht hier nicht im Vordergrund, wo [ aber das der vielen Tausende von Arbeitern. Beim Getreide handelte es, Lich um die Bekampfung der ausländischen Konkurrenz dure? die sac,- ier aber handxlt es sich um die Konkurrenz zweier nländscbezx Produkte. „Dre Margarine konkurriert aber nicht eigentlich mtr der Butter, sondern hauptsächlich mit dem amerikanixcben SchWeizie- sschmalz", und wer_ daH leßtere für esundbeits chädlich balk- „ollte fur die Margarine eintreten. Bedenkl ck ist es, daß Herr Bachemi x_eizt, wo ein Bedürfnis; nach neuen Steuern 'nicht vorhanden ist, eine 1olche anregt. , Besonders bedenklich ist es aber, Steuern vor- zuschlagen, die weiter nichts sind als Strafgelder. Wer:

der ge en 1110

arine fabriziert und die Fortschritte der Wissenschaft aus- ????? der soll bestraft werden; das erinnert etwas gn die Mas ßeuer, die vielfach verlangt worden ist. Ich bestreite, daß hier die Interessender Ackerbau und Viehzucht treibenden Bevölkerung denen der gewerbli n Bevölkerung gegenüberstehen. Viele klelne Land- wirtbe sind ! on“ zum Verbrauch der Margarine übergegangen, um ihre Butter zu verkaufen und namentlich zu exportieren, und Soxblet weist in seiner Broschüre, obne bisher widerlegt worden zu sein, nach, daß die Mar arine den Butterpreis nicht gedrückt hat. Nicht die Butter orten, Wel e mit der Margarine konkurrieren, sind im reise gefallen, sondern gerade die feinsten Buttersorten. Die Butter- 191121 1: smd am niedrigsten im Juni und Juli, und am höchsten im Novembrr und Dezember. Die Konkurrenz der Margarine müßte sich also besonders m den leßteren Monaten bemerkbar machen. Es ifi abxr emeThatsache, da vor dem Auftreten der Margarine der Unterschied zwtschen den Wmter- und Sommerpreisen viel gerin er war als 1eßt unter der Konkurrenz der Margarine. ? babnstationen gekauften Butterbroden, die mit Margarine gestrichen waren, ist nicht wahr; es ist von einem Butterbrot; nicht so viel Butter abzukra-Zen, daß man eine Untersuchung damit anstellen kann. Eine Denkschrift, welcbe dem Reichstag über die Margarinefra e vor- gelegt worden rst, sol] von dem bekannten' RechtSanwalt Es enbacb verfaßt sein. Herr Bachem meinte, rosa ge ärbte Margarine würde ihm nicht widerstehen. Es kommt aber Zis 1an Herrn Bachem an, welcher sein Brot kaum mit rosa gxfarbter Margarine streichen wird, sondern es kommt auf die w1rkltchen Konsumenten an, für welche eine solche Farbung wobl de_m Verbot der Margarine gleichkäme. „Allerdings Armuth schandet nicht, aber in einer Zeit, wo man die Edelsten der Nation herausbebi aus drm Volke, wo man das Wahlrecht nach dem Geldbrutel zufcbneidet, da empßnden es die armen Leute schon sehr Fchmerzlicb, das; ihnen die Margarine in einem besonders gestemyelten Papger verkauft wird. Warum wird denn den Butterproduzcnten mcht das, arben der Butter verboten, welches in Süddeutschland überhaupt m t üblich ist? Um dem Absatz der Margarine streng entgegenzutreten, kommt man zum Verbot der Zumischung von Milch, troßdßm dikser „ZusaZ noibWendig ist und sein Fehlen der Margarine cinen Fchlechten Geschmack giebt. Man wiÜ eine strenge Kontroie einführen; man wiki der- bieten, daß Margarine mit Butter zusammen verkauft wird; Die Mar arinefabrikanten „haben ihr" Produkt nicbt mit Buiter gemi cbt, sondkrn dte Butterbandlrr find es ewefen, und troxzdem stxllt man die Fabrikanten den J!;erbrechern gleich. Es ware besser, nicht über die Feig- heit des Vürgerthums zu schelten, fondern Geseße zu unterlassen, welche das Selbstbewußtsein des Bürgertbums untergraben müssen. Man will den Gasiwirtbkn vorschreiben, daß fie die Verwendung von Margarine anzeigen. Was würde das für Zustände geben? Für die zweckmäßige Untersuchung des gesammten Lebenßmitteimarktes ioUten zahlreiche Untersuckyungsämter eingerichtet werden, dadurch wird die Fälschung am leichtesten Verhindert. Wir werden niemals einem Gesetz unsere Zustimmung geben, _wclches den Verkehr mit einem nothwendigen ErnährungSmitt-Zl behmdert.

Bci Schluß des Blattes spricht der preußische Minister für Landwirihschaft 2c. Freiherr von Hammerstein.

Kunst und Wissenschaft.

Im Verein für Deutsches Kunstgewerbe wird am Mittwoch Herr A. Waa , Direktor der Kunstgewerbeschule in forzbeim, einen Vortrag 2011711 uber deri heutigen Stand der Pforz- eimer Edelmetall-Jndustrie, d1e Pforzheimer Kunstgewerbßfcbule und den dortigen KunstgeWLrbeverein. Die Sissung findet im großen

“Saale des Architektenbauses, Abends 8x Uhr, statt.

_ Die „1401111011110 (108 801011008 111070105“ in Paris hat, wie „W. T. V.“ meldet, den Professor W. Wundt in Letpzig zum korrespondierendcn Miigiicd grwahlt.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.

Spanien.

Infolge einiger in der spanischen Befißung Ccutq an der nord- aftikanischen Küste vorgekommenen cholcraverdächti en Falle firid durch einen am 4. d. M. an ,die Goudsrneure in Zuelda, Cädtz, Mäiaga und Barcelona ergangenen Nunderlaß des spanischen Ministeriums des Innern gegenüber den Herkünften aus Ceu'ta sowie aus den marokkanischen Hafeppläßen, gegcri welchek61ne spezielle spanische Quarantänemaßregeln 1n Kraft sind, die folgenden sanitätspolizeilichen Maßnahmen angeordnet worden: ' "

1) energische Desinfektion der in Art. 41 des Samiaißgeseßes vom 28. Nodember 1855 näher bestimmten Waaren, und der ebenda bezeichneten Kleidungsstücke und Effekten;

(Der Artikel 41 des Sanitatßgeseßes führt an: '

Leibwäfcbe der Schiffsbesatzung und assagterc, Pclzwerk und Felis, Federn, Wokle uxd andere Thier aare', Setde,Baum- Wolle, Lumpen, Papier und lebende Thiere);

s 2) strenge ärztliche Untersuchung der an Bord befindlichen Per- onen; '

3) fiebentägiqe medizinalpolixiliche Ueberwachung dteser Personen nach der Ausschiffung, und Isolierung derjenigen, bei denen fich Ver- dächtige Symptome von ansteckenden Krankheiten zeigen;

4) absolutes Einfuhrderbot für Lampen, gebrauchte Leibwasche und ungegerbte Fälle.

!!

Handel und Gewerbe.

Ausweis über den' Verkehr auf dem Berliner Schlachtviehmarkt vom 11. Januar 1896. Auftrieb und Markt- Preise nach Schlacht ewicht mit Außnabme der Schweine, welcbe nnach Lebendgewicht geban elt werden. Rinder. Auftrieb 4550 Sich. (Durchschnittspreis für 1001xg.) ]. Qualität 114_120 «14, 11. Qualitat 100-110 „jz, 111. Qualität 90-96 “FC, 17. Qualitat'80-x-88 016 - Schweine. Auftrieb 11063 Stück. (Durchschnittspreis fur 1001rZ.) Mecklenburger 90 „16, Landschweine: s.. gute 84_88 «FH, 1). geringere 78-82-71é, (Galizier _ _ «FQ, leichte Ungarn _,_ „"is bet 20 0/9 Tara. Bakonyer _,_ „M ei "_ 1x Tara pro Stu . _ Kalber. Auftrieb 1132 Stück. (Durchs nittspreis für 1 RS) 1._Qualitä1 1,20-1,28 „16, 11. Qualität 1,10-1,18 „FC, 111. uaxitat 1,00:- 1„08 „40 _ Schafe. Auftrieb 9414 Stück. (Dizrckyschntttsprets fur 1 RZ.) 1. Qualität 0,92_1,04 „FC:, 11. Qualitat 0,84-0,88 ckck, 111. Qualität _,_ „M

Die Einnahmen der Lübeck-Büchener Eisenbahn betrugen im Dezember 1895 nach vorläufiger eststellgng 384 592 „14 ge en 407 852 „M im Dezembixr 1894, mitbn weniger 23 260 «;ck ie Gesammteinnahmen Vom 1. Januar bis Ende Dezember 1895 be- xmgen nach vorläufiger Feststellung 5307123 «16 gegen 5 040 736 «M tm gleichen Zeitraum des Vorjahres, mithin mehr 266 387 „M Breslau, 11. Januar. (W. T. B.) Getreide- UNd roduktenmarkt. Spiritus pr. 1001 100 % exkl. 50 .“ Ver- raucHSabgaben pr. Januar 49,50, do. do. 70 .“ Verbrauohöabgaben pr. Januar 30,00. ' , Magdeburg, 11. Januar. (W. T. B.) Zuckerbertcbt. Kornzucker exkl., von 92 9/0 11,35-11,50, neue _,_, Kornzucker exkl. 889/11 Rendement 10,75_11,00, neue Nachprodukte exkl.. 75 % Rendement 7,70-8,70. Ruhig. Brotraffinade 1 23,25. Brotraffinade ][ 23,00. Gem. Raffinade _mit Faß 23.251_23,50. Gem. Melis ] mit Faß 22,50. Ruhig. Rol)- iucker [. Produkt Trans. f. a. B. Hamburg pr. Januar 10.80 Ed., 10,85 Br. pr. Februar 10,90 bez., 10,92-1Vr., pr.März 10,971 Ed., 11,02É Br., pr. April 11,01. Ed., 11,10 Br., pr. Oktober- Dezember 10,72 d., 10,771 Br. Snu. , .

o

. öffentlichter Kais etlicher Ukas bestimmt, da

Die Ge chichte von den auf Cisen-_

Leipzig, 11. Januar. (W. T. B.) Kammzug-Termin- bandel: La Plata. Grundmuster X;. pr. Januar 3,15 .“, Px:- Februar 3,15 .“, pt. März 3,17k .“, pr. April 3,17" .“, pr. ai „20 .at, pr. Juni 3,221“, pr. Juli 3,25 „4, vr. ugusi 3,25 .F. v:. September 3,27-k .“, vr. Oktober 3,30 .“. vr. November 3,30 .“, pt. Dezember 3,30 .“ Umsatz 15000 kg. Fest.

Mannheim, 11. Januar. (W. TV. Produktenmarki. Weizen “vr. Marz 15.30, pr. Mai 15,10 ogaen pr. März 12,70, vr._Ma1 12,70. Hafer vr. März 12,40, pr. Mai 12,40. Mais pr. Marz 9,90, pr. Mai 9,90.

St. Petersburg, 13. Januar. (W. T. B.) Ein beute ver- zur Erhöhung des Umwechselungsfonds, der die umlaufenden Kred tbiUets permanenter Emrssidn sicherstellt, aus dem Gold, welches der Reichörentei ebört, 50 Merlionen Rubel nominel diesem Fonds übergeben werden ?ollen; dte_nnverzinste Schuld der Reichßrentei für Kreditbillets soll um die gletche Summe verringert werden. *

Verkehrs-Anstalten.

Die „Zeitschrift für Kleinbabnen', welche im Ministerium der öffentli en Arbeiten (Verlag von. Julius Springer in Berlin U.) heraußgegeben wird, hat in dem ersten Heft des dritten Jahrgangs vom Januar 1896 folgenden Inhalt: Die Kleinbabnen in Preußen. _ Die Londoner Zentralbabn. Mit 1 Plan und 1 Abbildung. _ Geseßgebung: Preußen: Allerhöchster Erlaß vom 18.NoVember 1895, betr. die Verleihung des Enteignungßrechts an den Kreis Rosenberg zum Bau und Betrieb einer Kleinbahn Vom Bahnhof Rosenberg O.-S. nacb Landsberg O.-S. _ Allerhöchster Erlaß vom 27. No- vember 1895, betr. die Verleihung des Enteignunquecbti-Y an den Kreis Gummersbach zum Bau einer Kleinbahn von Engelsknchen nach Marienheide. _ Ailerhöcbster Erlaß vom 2. Dezember 1895, betr. die Verleihung des Enteignungsrecbts an die FirmaLZFriedricb BSZner zum Bau einer Kleinbahn von Raffelstein nach ugustenthal. _ Kleine Mittheilun en: Neuere Projekte, Vorarbeiten, Konzesfions- eribeilunaen und .eiriebSeröffnungen von Kleinbabnen. Elektrische Bahn für die Berliner Gewerbe - Ausstellung 1896. Bericht der Allgemeinen ElektrizitäthesellsÖaft in Berlin. Elektrische Straßenbahnen in Dresden. Die Kleinbahnfrage in Eng- land. Elektrische Straßenbahn in Genua. Frau tadt (ZülLichauer Eisenbahn. _ Büche1schau: Haarmann, A., Die K einbabnen. Ver- zeichniß der bei der Redaktion eingelaufenen Bücher. _ Zeitschriften- schau. _ Mittheilungen des Vereins Deutscher Straßenbahn- und Kleinbahn-Verwaljungen: Was wir wollen. Mitgliederverzeicbniß des Vereins Deutscher Straßenbahn- und Kleinbahn-Verwaltun en. Ueber die Untersu ung der Fahrpläne auf ihre Zweckmäßigkeit. * it2Dia- rammen. Mittheilungen über den elektrischen Straßenbabnbetrieb n München. Mechanischrr Schienenreiniqer der Straßeneisenbabn- Gesellschaft in Hamburg. Mit 2 Abbildungen. Das preußische Eisenbahngeseß Vom 3. November 1838 und die Kleinbahnen. Be- triebSergebniffe.

Kattowiß, 12. Januar. (W. T. B.) Amtlich wird bekannt gemacht: Der Gesammtverkehr auf der Strecke R atibor-Tropp a u ist wirder aufgenommen.

Husum, 13. Januar. (W. T. B.) Amtlich wird bekannt ge- macht: Die Dampfschiffahrten zwischen Hoyersrhleuse und Sylt smd am 12. d.M. wieder planmäßig aufgenommen.

Bremen, 11. Januar. (W.T.B.) Norddeutscher Lloyd. Der Schne11dampfer .Werra' ist am 9. Januar Nachts in New-

* York angekommen. Der Schnelldampfer „Alker“ hat am 9. Januar

Morgens Lizard passiert. Der Postdamvfer .Mark“ hat am 9. Ja- nuar Mitta 5 St. Vincent passiert. Der Postdampfer „Braun- schweig' 1131 am 10. Januar Morgens auf der Wes er angekommen.

_ 12. Januar. (W. T. B.) Der Dampfer .Falkenburg“ ist am 10. Januar von Santos nach Bahia abgegangen. Der Postdampfer .Weim ar“ ist am 9. Januar Mittags in New- York angekommen. Der Reichs-Postdampfer „Baiern ist am 11. Januar Vormittags in Neapel angekommen. Dsr Reichs-Post- dampfer „Karlsruhe' ist am 11. Januar Vormittags in Sin a- pore angekommen. Der Postdampfer „München“ ist am 11. a- nuar Morgens in Baltimore angekommen. Der Postdamvfer „Hohenstaufen“ ist am 11. Januar Nachmittags in Aufmerpen angekommen. Der Postdampfer „Kronprinz Friedrich Wil- Yelm“ ist am 11. Januar Nachmittags in Antwerpen _gnge- ommen.

Zara, 11. Januar. (W. T. B.) Seit zwei Tagen wüihet ein befiigerffBorasturm; zahlreiche fäÜige Dampfer sind nicht ein- ge ro en.

London, 11. Januar. (W. T. B.) Der Castle-Dampfer .Grantulir) Castle“ ist auf drr Außreise heute in Durban ZNatal) angekommen. Der Castlc-quvfer ., Warwick Castle

at auf der Außreise heute die Canartschen Inseln pasßrrt.

Theater und Musik.

Königliches Schauspielhaus.

Friedrich Haase se te gestern als Herzog Alba in Goethe7s .Egmont" sein Gast piel fort. Maske ,und Spiel waren vortreff- lich und der Vergleiä) mit der Kreuzspinne, den Varisen qnsteUt, bet der charakteristischen Erscheinung des Gastes, dern dre wirksame Srene der Verhaftung Egmontis rauschenden Verfall und mehrmaltgen HLrVorruf eintrag, thatsäcblich zutreffend. Den Egmont spielte Herr Matkowsky in feiner bekannten, gewinnenden und temperamenwolien Art, und Frau von Hochenburger verlieh dem Clarchen den poettschon Zauber, ohne welchen diese Gestalt nicht denkbar ist. err Purschian zählt den schwierigen und undankbaren Part de? Bracken ur? zu semen besten Rollen. Auch die Herren Ludwig (Dramen) und Kai) e(Vansen) sowis die übrigen Mitwirkenden waren bestens am Platze. Beetboden's schöne begleitende Musik erbiibte unter 131". Muck's Vortrefflicher Leitung die Stimmung wesentlich. '

Neues Theater;

MitdemneuenLustspiel.Der eertrekiongnAlexandxr Bisson und Fabrice (Harze er chien zugleich am Sonnabend em in Berlin nicht unbekannter Wiener Gast, e_rr F ranz Tewele, aux der Bühne des Neuen Theaters. Der etfall des Publikums be dieser Aufführung ist mehr Herrn Tewele als dem _Stuck sZlbst zuzu- schreiben; denn dies neueste, aus Frankreich cmgefubrie Buhnenwerk leichteren Genres vermochte nur selten jene sxontane ?eiterkert zu wecken, welche diese Gattung do_n Tbeaterstucken allen ziim Dasein berechtigt. Die Exposition des_ neuen_ Lufisptels ist zu breit angelegt; der ganze erste AktW1rd ausgefuÜt m1t der Entwicklung des Grundgedankens der Handlung, in welxher ein Di- rektor de la Mare durch die listige. Vermtttlun „einfer schönen Schwägerin veranlaßt wird, gegen seine Gewobn ett emen streng moralischen, jeder Protektion feindlich gesmnten junßen Ye- amten um Unterpräfekten zu ernennen; der Herr Direktor sel si „gerath in die allstricke dieser Frau. Iszeiten Akte erst wtrd die Vrrwwklung langsam eingefädelt und das in den fxanzö schen Lustsptelen und Schwänken unentbeerliche Quidproquo beginnt einer; tollen Tanz erst im lcßten Aufzuge, als die Handlung sick) schon ihrem Ende naht. Die VerfaYer haben übri ens von vornherein das quptgewicht _weniger auf die andlung selbét als auf die humoristische Scbtlderung einer bestimmten Geseuscbaftsklasse, hier der Beamtenwelt, elegt. Aber die Ausfälle und Seitenbiebe auf die Gewohn- Ieiten und-Ei entbümiichkeiten dex Bearnten passen nicht recht auf deutsche Verbä tnisse, sind auch mcht htnreicbend mit gemutbvoller Laune getränkt oder mit Wiss und Jroyie durchseßt, um bei dem deutschen Publikum eine herzhafte Heiterkeit wecken zu können. Diese hatte fast immer einen etwas frostigen Beigeschmack, den auch Herrn Tewele's gewandte Leistgng nicht ganz zu bannen ver- mochte. Der Darsteller hat jede Nuance feines Spiels wohl durch- dacht, aber man "werkte diese klu?e iieberlegung uud vermißte manchmal herzhaftes natürliches Zugre fen m der Charakteristik. Herr Pagav charakterisierte einen alten Hagestolz sehr fein, und Herr Kraus

wirkte komisch in der Rolle des fittenstrmgen Diener! Himel- Eine erfrischende Leistung bot Fräulein Gabri in der Episodenroile der i_n ibrer Liebe gekränkten Dienstmagd Adele. Frau Carlsen ist'troß'aller Bemühungen in ibrenx innersten Wesen zu vornehm für eine komische, kartmschlagende Schwiegermutter.

Konzerte.

Das" zweite Orgel-Konzert des Herrn Dr. H. Reimann, das am Sonnabend in der Kaiser Wilbelm-Gedächtnißkirche unter Mitwirkung der Frau Amalie Joachim und der neu gebildeten“ Konzertvereinigung der Mitglieder des Königlichen Domchors stattfand, war zahlreich besucht. Eröffnet wurde das Konzert durch „Mendelssohn's Orgel - Sonate in 1441111" über den Choral „Aus tiefer Notb_“, die von Dr. Reimann trefflich vorgetragen wurde. Der Cbpr führt? bixrauf zwei al_t- italieniscbe geistliche Gesänge von Ludovico da Ytttona und Antoxno Lotti aus, in deren Wiedergabe besonders die Yolltönigen Baffe mächtig wirkten; dies war auch in zwei anderen Chorgesangen von Wil ng und A.Vecker der Fall. Frau Joachim trug zweiArien don Seba an Bach vor, Von denen ihr die zweite „Bist Du bei mrr“ gm besten ge ang. Zwischen diesen Chor: und Sologesängen ertörxten wiedxr die Klänge der Orgel, die vermöge der vortrefflichen Akustik der Ktrche einen,“- beöendrn Eindruck bervorriefen. Zwei Weihnachtslieder von Cornelius, welche Frau Joachim vortrug, und eine Orgel-Sonate pon J._Neubke machten den Beschluß. Dem Konzeri wohnten'Zbre Majes-Laten der Kaiser und die Kaiserin bei. Der hof'entlicb, reiche Ertrag desselben ist zu Gunsten des Baufonds der Kirche bestimmt. _ ,

Jm Saal B echstein- ließ sich am Donnerstag der Violinvtrtrxos Leopold Przemyéler aus Warschau hören, der, obgleich noch im Knabenalter strbend, die denkbar schwikrißsten Piécen für sxin »“rogramm gewählt hatte. In der T .at spielte der kleine

iolinist das" bekannte (Ir-m011-Konzert (Nr. 1)

von M. Bruch

mit erstaunlicher Sicherheit und fast völliger Reinheit selbst in den , schwieriéen mehrstimmigen Säyen.

Für Vaih's Ciaconna reichten natürli die Kraft und das Vcrständniß des Knaben nicht ganz aus. Immer in blieb sein Spiel charakteristisäy, und der Vortrag bewies Temperament und das Streben nach Klarheit. Daß der jugendliche Künstler auch durch seelenvolletx Ton zum Her_zen “sprechen kann. zeigte er in der .Legende“ don Wiemawski. _ Fraulxm Betsy Schot, eine boUändisckpe Sängerin, die durch einige Liedervorträge in dem Konzert mitwirkte, besiyt eine reiche Beanlagung für die Gesangs- kunst. Ihre sympathische, wohlgescbulte Stimme klingt voll, und das schmiegsame „Organ vermag allen Seelenstimmun en treffenden AuZdruck zu geben. Die Tonbildungcerfchien in Ana und Bindung lobenswertk) , auch die Reinheit des Tons fat tadellos. Die VortragSwrise der Sängerin scheint „fie auf die ernste Lyrik besonders hinzuweisen; so gelang ihr an dtesem Abend die Elegie von Massenet am besten. Für starke dramatische Wirkungen ist die Stimme nicht ausgiebig genug, und für Lieder leichteren StimmungSgebalts fehlt ihr noc? die freie Beweglichkeit und heitere Frische; aber der Gesammtersche nung nach darf von der weiteren

ntJvicklung der Künstlerin nach alien Richtungen Bedeutendes erhofft wsr en.

_ Am Freitag fand im Saal Bechstein ein Konzert des engli- sch€n Violin-Virtuosen Soma Pick-Steiner statt. Mit der an diesem Künstler |er gérühmten technischen Sicherheit und eingehenden Vortragsweise spielte derselbe Godard's „romantisches Konzert", drei kleinere Stücke von Bach, eine olonaise von Wieniawsiy, die beiden Romanzen von Beethoven und s ließlich Sarasatx's beliebte "„Zigeuner- lvxisen“. Wohlverdientrr BeifaÜ folgte allen fernen Vortragen.

Jm KönixZUlicben Opernhause gelangt morgen Sullivan's „Jvanboe“ zur ufführung. Den Jvanboe singt Herr Sylva, den Templer Herr Bulß, die Rebekka Fräulein 'Hiedler, die Rowena Fräulein Weiß. KapeUmeisier 1)1'. Muck dirigiert.

Jm Königlichen Schauipielhause wird morgen zur Feier des Jubiläums der 50jäbrigen Bübnentbätigkeit Friedrich Haase's .Der Königslieutenant" yon Gußkow gegeben. Herr Friedrich Haase nimmt als Graf Thorane Abschied Vom Berliner Publikum.

Der am Mittwoch, Mittags 12 bis 1 Uhr, in der Marien- kirche stattfindende OrgelVortrag des Musik-Direkiors Otto Dienel Verspricht ein voUständi neues, der festlichen Stimmung der kommenden Tage entsprechendes rogramm. Mitwirkende sind Herr Organist Bernhard Irrgang und die Koloratur-Sängerin Frau Laura Rauchstein-Schauchmann. Erstere wird .O hätt' ich Jubals Harf" und „Dann tönt dcr Laut' und Harfe Kla'ng“ von Händel fingen. Herr Dienel wird Variatiom'n eigener Komposition über „Unskrn Kaiser Gott erhalte" und „Seht, er kommt mit Preis ge- krönt“ von Händel spielen. Der Eintritt ist für Jedermann frei.

Jm Musikaliendsrlag von Raabe und Plotbow bierselbst ist ein Lied mit dem Titel .Der deutsche Sang“ erschienen, dessen Dichtung und Tonsatz Von 1)r.Victor von Workowsky-Viedau, außerordentlichem Yiitglied des Königlichen Statistischen Bureaus, herrühren. Das Lied wird zum erstrn Mal bLl der am 18. d. M. in der Philharmonie stattfindenden Gedenkfeier der Neuerrichtung des Deutschen Reich von der .BeriinerLiedertafel“ zuGehör gebracht werden. Der Rcinertrag des Werks (Preis für die Partitur 60 43, für einzelne Stimmen 20 „Z) ist zu Gunsten des unter _dem Protektorat Ihrer Durchlaucht der Prinzessin Friedrich von Hohenzollern stehenden .Militär-Hilfßvereinß“ bestimmt.

Mannigfaltiges.

Die Feierlichkeiten aus Anlaß des 150jäbrigen Geburts- tags von Johann Heinrich Pestalozzi begannxn vorgestern mit einem Festabend in Kroll's Theater. Ngch einem von Ernst Wichert gedichteten Prolog, den Paul Pauly wirkungsiwil zum Vor- trag brachte, gelangte *das von Paul Risch verfaßte Festspiel .Pestalozzi' zur Vorstellung. Pestalozzi selbst Wurde von Eduard Flügel charakteristisch wiedergegeben; die Rolle des Merki, des Ver- walters auf dem von Pestalozzi aus Oedland begründeten Besißung .Neuhof“, lag in den Händen des Herrn Julius Gladow; Le wig Albrecbt'spielte die Frau Sorge, eine Bettlerin, und Martha Dre mann den Genius. Die von Richard Schumacher und Ziegler komponierten Chöre wurden vom Kirchen- und Knabenchor der Dreifaltigkeits-Kirche, von dem gemischten Chor des ,Geselligen LebrervereinS“ und vom Sän erbund des „Berliner Lebrervereins' vorgetragen; den instrumenta 611 Theil brachte die .Neue Sym bonie-Kapeile' zu Gehör, während Karl Straube die rgelbegleitung übernommen hatte. Die zu dem Festspiel gehörigen lebenden Bildkr, welcbe Otto Lehnig mit vielem Geschick arran iert hatte, stellten dar: „Wie Gertrud ihre Kinder lehrt", _,Bür er ie in Unterwalden“ .Die Schule in Burgdorf“, .Königm Lu se lie Pestalozzi's ,Lienßard und Gertrud“ ' und Das deutsche Volk huldigt

estalozzi“. Der dann folgende geselli e Tßeil des Festabends brachte Chorlieder, vom Sängerbund des Ver iner Lehrervereins vorgetraßen, Solo esänge des Konzertsängers Yfißner, ememsame Lieder u. dg . er gestrige Festakt zu hren ?Pestalozzi's im roßen Saale des Rats) aus es erhielt durch die Gegenwart bret Majestät der Kaiserin Friedrich eine besondere Weihe. Der Saal, der im beÜsten Lichterglanz erstrahlte, war der Bedeutung des Tages entsprechend ges mückt. Eine di te Laub- und almen ruéve', aus der die Büste des efeiertcn hervor eu„chtete, verde e die ?üd iche SchmalWand und das dor! befindltckxe Kongreßbild. W Empfan Ihrer Majestät waren er (birnen ,der Min ster dcr gei tlichen xc. AngelYeFenbeiten 1). Dr. Bo e, der Rektor der Universität, Professor a ner und. die beiden tadt-Scbulrätbe Bertram und Fürstenau. ie Berltner höheren Schulen wann zumeist durch ihre Direktoren v_ertreten* die Gymnaxiallebrer-Gesell- 1chaft, der Gymnasiallehrer-Verem, der ööbere Töchter chul-Verein und die hie en Volksschullebrer-Veremigungen, sowie der röbel-Verein, das (??talozzi - Fröbelhaus und der Verein für chu! es te batten Deputationen entsandt. Der Sängerbund des * er iner Lehrervereins xröffnete den Akt mit Mendelssobn's Hymnus: Es strahlen hell die Gerechten“. Dann betrat Profeffor-Vr.,Pau1Zsm '