W 71 35713“ xa, 0 t * _ _ armon e onxer Artbur “ iki cb's “Leitung wurde U11! We , e:,ö net. Der Solist des Abends Herr . é'rardy _(Vtoloncello) aus "Lüttich trug hierauf ein K, _ “ in drei. Satzen von A. Lindner vor und _ dutö 2 des Tons aufzufallen, eine völlige Be“ ?cbvng'knller mtr erden when i nischen Schwierigkeiten, ane Behandlung der böchflen Lage und es Flageolets und emp ndu vollen Vortat erkennen. Lauter Beifall des zahlreich erschienenen ublikums erscbo nach jedem Save. Schubert's unvollendete Symphonie in 11411011 bildete die nächste Prygrammnummer. Das Orchestersvielte te mit s o eingehender und feinßnmger Schattierungsweise, daß diese fans , an altenden Applaus hervorrief. Als Novität lernten wir eme Suite für Orchester, betitelt „Wanderuna“, von Bernhard Scholz kennen, die aus fünf Saßxn ,Gebirgögruß". „Libelle und Wasserfei', „Erinnern und Traumen" „Tanz", „Abend- frieden', „Heimweg' besteht. Der Komponist, bekannt durch seine Musik zu SchiÜer's .Glocke“ und mehrere Kammer- mufikwerke, bestst eine ewiffe Gewandtheit in der Instrumen- tierungskunst, der musikali che Werth ist jedoch nicht bedeutend. An- klänge an Mendelssohn und Weber macxyen steh nicht selten bemerkbar, sodaß eine außgepragte Origknalitat dcr Erfindung daran uk;!)t gerübmt werden kann.- Den Beschluß des Abends machte Wa ner's .Kaisermarscb“, der, von dem Choral .Ein' feste Burg“ dur flocbten, stets einen roßartigen Eindruck hervorruft und auch gestern mit Begeisterung an genommen wurde. Das Orchester verdiente unter der energischen und umfichtigen Führung seines Dirigenten wiederum höchstes Lob. _
Im Saal Bechstetn fand am Sonnabend ein Konzert der Sopranistin Frau Anna Wendland-Herbortb statt, das von ihr mit Mozart's Arie „Neue Freuden“ aus .Figaro's Hvchzeit' er- öffnet wurde. Die Sängerin, welche bei Signora de Ruda ibre Studien gemacht hat und zum ersten Mal vor dem hiesigen Publikum erschien, verfügt über eine klan volle, auch in der Höhe [etcht ansprechende und gut ges ulte Stimme. Bei tadel- loser Intonation zeigte fie eine erfreuliche Koloraturgewandtheit und ließ im Vortrag der Lteder von Brahms und Anderen viel Lebendigkeit des Außdrucks e1kennen. Die junge, begabte Yianistin Hope Jaq-uet, welche in dem Konzert mitwirkte, trug §i5cen von Bach, Mozart, Scarlgtti. Schubert-Taufig. Schumann und von Bülow vor. Bei Fräulem Heinrich ausgebildet, erwies fie eine für ihr zartes Alter seltene Kraft des Anschlags, weit vorge-
unter
bchs.FMWWI AMRO? , . 1“ 'd i Ika“ WW"“'“eZBoMF Jacfterreu W707: Fräulein Abies). Anfa te qr m_“; '
usfübrung gleich-*-
Matkowsw; ...Nndqlf vyn . * ,burngen Ludwig: Meren- «W...; .. ..?..- «wsMxx-xx. 232.2»;
- ** o a: o “; ; Hachenburger; Kunigunde: Fräulein, Poppe;
n 7“ Ubr.
Herrn Friedrich Haaje wnrde nach S [LH der aestrigen Vorstellnn von Raupach's „Royalisten',. im Kön Lichen Schau- spielhaue die Ehre zu tbeil, von Seiner ' ajestät dem Kais er in die Loge “befobsen und ducmkWot-te buldvollster An- erkennung au eze'icbnet zu werden. Seine dem dem Kün tler persönlich Aaetböcbstsein Bildniß.
Die erste Aufführung von Max Halbe's neuer Komödie
-.Lébenswckde“ findet im Deutschen Theater am Dienstag, den
21. d. M., statt. ' _
Ernst von Wildenbruch hat dem Lessing-Theater ern Fest-
Jedicbt „Dem Deutschen Reich zum 18. Januar 1896" cingereieit, (15 am Sonnabend der Vorsteüung von , omteffe Guckerl“ und am Sonnta der Nachmittags-Auffübrung von „Minna von Barnbelm' vorange en wird. ; _ . - '
Zitbets iexer und Freunde des Zitherspiels dürfte es, interesfiersn, daß die bis er in Tölz (Oberbayern) erschienene Zitherzettung „Echo vom Gebirge“ durch Kauf in den Verlag der „Neuen Mu k- Zeitung" éCarl Grünin er), in Stuttgart übergegangyn ist. D1e_ e- daktion [) eibt in, den Händen des in Zitherspielerkreilen yortbetlbaft bekannten Herrn F tanz Siedler in Tölz. Das Blatt bringt neben belebrenden und unterba tendkn Abhandlungen Konzertberichte und Konzertprogramme, sowie in jeder Nummsr anf Notenvavier gedruckte Mufikbeilaqen. Der Abonnementspreis betragt nur 1,20 «M Vtertel- jährlicb. Probenummern versendet die Verla sbuckplxandlung von Cark Grüninger in Stuttgart auf Verlangen gebü renfret.
Manuigfaltiges.
Die Nordöstlicbe Eisen- und Stabl-Berufögenoffenschaft hat bei dem Arbeitsausschuß der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 auf Anregung des Regierungs-Rach, Professors Hartmann vom Retchß- VersicherungSamt beantragt, eine Kommisfion zu bilden, welche dte viekfachen maschincüen Betriebe in der Ausstellung in Bezu auf Betric-bsficberheit auf das vollkommenste ausstatten soU. * n der Bereitwilligkeit der Aussteuer, "bei diesen Bestrebungen mitzuwirken, wird nicht gezweifelt. Der Arbeitsausscbuß hat dem Antrag zu- gestimmt und Herrn Direktor Blum (Vojfißendkn der Nordöstlicben
_ svxeébend :ckinth- wieder einen Beweis . von de:. en
ajestät übe-reicbte außer- _
Koch-. Brandmbura-, Königgräverütaße undxs-"deW ;: Landwe :- kanal. DieAusfübrung ist_ ,den- früher „erschienenen-Blättexzt eka. , LeistungSfabigkeit nstituts. Der große Maßstab dieses [aus er- , dstück in seinem Umfang und mit a en Bau- licb n der Wirklichkeit etreu und deutlich zu veranschaulichen, Dieser Stadtplan eignet fi daher für Bauunternehmer, Haus- und Grundbesitzer :e. zu allen generellen ,Einzeicksnungen. Probeblätter, Yrospekte :c. sind durch ede Buckobandlung'“ sowie.'vom Verlage selbst, * erlin ZW., Gitschiner traße 109, zu_ beziehen, * " _
, Die nächste Sißuna de'r“ „Freien Zbotograpbiscben Ver.
etnigun “" “findet am Freitag, den 17. anuar, Abends 711 Uhr, im
kleinen aale des Architektenbauses (Wilhelmstraße 92) statt. Auf
der Tageßoxdnung steht unter anderem die Vorlage der neuen Photo-
ßrapbien mrt Kathoden-Strablung des Professors Röntgen in Würz-
DUNE YYY» von Herrn Geheimen Medizinql-Ratb, Profcssor 1". . T . '
Der Prospekt für die' Privat-Orientreise („Ostern. in »Ierusasem'), von der vor etmger Zeit an dieser Stelle berichtet wurde, ließt jeßt gedruckt dor. Diese Reise, welche nicht eine auf Gewinn abztelende' Veranstaltung eines berumeäßigen Reiseunternehmers, sondern eme auf dem Genoffenfckyaftsprinzip beruhende Gese'ÜscbaftL- rxise ganz „privater Art ist, zu der Angehörige der ge- bildeten Stande. auch Damen . zugelassen werden, beginnt Mitte „Marz von Venedig aus und endißt Außgangs April tn Wten. Dic Reiseleitung liegt in erfahrenen Händen, aucb smd ncke en „Landexkurfionen., Unterkunft und Verpflegung dxr Netsegesells aft m Hotsls xc. nut ortsangeseffc'nen Reisebureaux bis ins Kletnsfe gebende V?xeinbarungen getroffen. Außer dem heiligen Lande (mit Damaskus) werken Alrxandxixn, Kairo (mit Suezkanal), Athen, Olympia, Mykenä, Argod und Konstantinopel besucht werden. Wegen Uebersendung dxs Promekts wolle man fich an einen der Herren: Oberlehrer K. Vöhrig-Neiffe, Premier-Licutknant im Großen Generalstabs Maerker-Berlin, Stubenrauchstraße 914, od-cr Pfarrer ijmec-Neukirch, Kreis Marianburg W.-Pr., Wenden.
„Schleswig,13.Iannar.„ Die von Seiner Majestät dem Kaiser Franz Joseph xu der gc-strigen Erinnerungsfeier an das 16. Husaren-Realment gesandte Depesche (vgl. Nr. 10 d. Bl.) batte, dem „W. T. B." zufolge, nacbstebenden Wortlaut:
.Die Tage von Stevia haben mir die längst erwünschte Gelegen- heit ge'boten, das Husaren-Regiment, dessen Chef zu skin ich die hohe
des Straube's m licht es, jedes .
Erste Beilage
zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußisckzen Staats-Anzeiger.
„214: 11."
der Einnahme an WcchFelftempelsteuer im Deutschen Reich für dieZeit vom 1. April 1895 bis zum Schluß des Monats Dezember 1895.
1.
Berlin, Dienstag, den 14. Januar
Deutsches Reich. Nachweisung
2.
„NYY-
3. 4. 5. 6.
Ober - Postdirektions - Bezirke
Einnahme nn Monat Dezember
«(€
| „&
Hisrzn Einnahme 111 den Vormonaken
„;ck „;.-. „ „zu
In 1895 + mehr
-- weniger
Einnahme in dem- selben Zeitraum des Vorjahres (Spalte 4)
Zusammen
1. Im Reichs-Postgebiet. 1) Königsberg . . . . 2) Gumbinnen
3) Danzig .
4) Berlin . .
5) otsdam . . .
6) rankfurt a. O.
7) tettin
8) Köslin .
9) ofen . .
10) romberg.
11) Breslau
12) Liegnitz .
13) Oppeln .
14) Ma deburL . .
15) La e a. S. . .
16) rfurt . . . .
17) Kiel . . .
11 642 4 304 9 205
99 869 3 804 6 381 7 781 2 572 5 484 5 134
17 860
13 600 9 360
16 652 9 878
10 144 7 621
10 919
70 10 10 90 50 80 10 30 80 10 90 90 70 90 20 80
837 521
130 457
120 277
schrittene technische Fertigkeit und Reife der Auffassung im Vortrag der klasskschen wie der modernen Komvositionen. Bsiden Künstlerinnen, welche die Hörer noch durch einige Zugaben erfreuten, wurde reicher
Beifaa zu theil.
Im Königlichen Opernhause gelangt morgen Richard Wagner's .Lohengrin' zur Aufführung. Herr Emil Göße gastiert in
Den Teüramund singt Herr Bulß,
der Titelrolle.
Pierson, die Ortrud Frau Göße. Kapellmeister 131'. Muck diri iert. - Auf Allerhöchsten Befehl findet am Sonntag, den 19. eine Wbéätrs paré - Vorstellung statt. Das Programm lautet: ,Kaisermasch" von Richard Wagner; Festspiel .Varbaroffa' mit lebenden Bildern; „Meisterfinger'-Vorspiel und „Övbengrind“, Schluß- ang un 8 „ii, 1]. Rang, Balkon und Loge: 5 „Fi, 111. Rang: 3.76, 117. Rang:
scene. Anfang 8 Uhr. Preise der Plätze: 1.
2 „M, Stehplatz: 1 «M
Jm Königlichen Schauspielhause wird morgen, am Ottokar's Ottokar: Herr
Griüparzer's , „König
Franz Beseßung lautet:
Geburtstage . gegeben. Die
und Ende"
„-
Wetterber
(Ft vom 14. Januar, 8
r Moraens.
Q
53:95
:»
Stationen. Wind. Wetter.
era in " Cel
T 59 C.
Bar auf 0 Gr 0. d. Meeressp. red. in Millim.
“ bedeckt balb bed. Regen ' Nebel wolkenlos ' Nebel 2 beiter
Belmullet. . 754 Aberdeen . . 751 _Christiansund 740 Kopenhagen . 746 Stockholm . 739 Xparanda . 726 “ oskau. . . 765 Cork,Queens- town . . . 754 „ Cherbourg . 750 NW elder . . . . 747 S ylt ..... 748 SW mburg . . 750 SW , winemünde 750 SW NeufahrWasser 749 S Memel . . . 746 SW SSW
ZFI . . . . 751 "nster. . . 755 SW KarlSruhe . . 755 SW WieSbadc'n . 753 S , München . 756 SW Chemnitz . . 755 SW Berlin. . . . 752 W , . . . 760 N 755 SW 758 WSW 757 O halb bed. 759 ONO bedeckt
1*) Gaestern und Nachts Schnee. 7) Nachts Schnee und Gewitter. z)(Geé-Lern und früh Schnee. “) Gestern Schnee und Regen.
Uebersicht der Witterung.
Ein barometriscbes Minimum unter 725111111 liegt bei den Lofoten, eine Tbexldepresßon unter 743 mm über der südlrchen Nord1ee, wahrend der Luftdruck über Süd-Europa am bö sten ist. Ueber den Bri- tischen Inseln weben lebba te nördliche und nordwest- liche Winde, unter deren Einfluß in Schottland leichter Frost eingetreten ist. In „Deutschland ist bei an der Küste frischen, tm Binnen- lande schwachen südWestlicben Winden das Wetter trübe und mild nur in den südltcben und südöstlicßen Gebiétstbeilen Herrscht noch leichter Trost ' allenthal en ist Regen oder Schnee gefaÜen. n JZordösterreicZ; Ungarn und dem Innern Rußlands herrsckdt no strenae Kälte. )?)ermannstadt meldet 15, Moskau
21 Grad unter ul]. _ Deutsche Seewarte. LY Theater.
Kömgluhe Ickausprele. Mittwoch: Opern- Jus. 14. Vorstellung. „Loben rin. Romantische in 3 Akten von R-tchard a nkr. Jn Scene FZH; vom Ober-ReYffeur Te aff. Dekorative nricbtung vom Ober- nspektor randt. Dirigent: Kapéllmeister Dr. Muck. (Lohengrin: Hr. Emil
[k]] SWWOWOO
»
wolkig bede'ckt Regen bedeckt bedeckt 1) wolkig halb bed. bedeckt?) Regen Regen _ bedeckt?) bedecxt wolkrg wolkig bedeckxk) Nebel bedeckt
Regen
***- (OWC “QOOWd-dp-p-w p-“Ox-Op-WOj-é
WWU' WUWWPWPWS MWDWWSQU]
zuführen,
die Elsa Frau
anuar, Wasserleichen benutzt.
von 1 :4000, dem größten und
Parquet: denz, welcher im Auftrage des
Glück
(Plan 111 E') erschienen.
Göße, Königlicher Kammersänger, als Gast.) An-
farY 7 Uhr. **
chauspielbaus. 15. Vorstelxung. König
Ottokars Glück und Ende., Trauerspiel in
5 Aufzügen von ZZrauz GriUparzer. In Scene ge-
seßt vom Ober: egiffeur Max Grube. Dekoratwe
,(JFiächhtung vom Ober-Jnspektor- Brandt. Anfang r.
Donnersta : Opernhaus. 15. Vorsteüung. Bajazzi. O er in 2 kten und einem Prolog. Musik und chtung von R. Leoncavallo, deutsch von Ludwig Hartmann. _ Phantasien im Bremer Raths- keller. Phantastisches Tanzbixd, frei nach Wilhelm Hauff von Emil Graeb. SUn-“cmg 71 Uhr.
SckZauPielbaus. 16. VorsteÜ-ung. Das Hun er- loos. Lustspiel in 4 Aufzügen von Heinrich Vo rat Täpüxxmcber und Georg Malkowsky. Anfang
r.
Deutsches Theater. Mittwvch: Florian Geher. Anfang 74- Uhr.
Donnerstag: Die Jüdin von Toledo.
Freisag: Die Weber.
MerlinerTheaterx Mittwoch: Der Ver- schweuber. Anfang 7T Uhr.
Donnerstag: Faust. Freitag (19. Abonnements-Vorstellung): Fedora.
skelßng-Theater.Mittw9ch:ComtesseGnckerr. Anfang 7x Uhr.
Donnersta : Comtesse Guckerl.
Freitag: omteffe Guckerl.
Keßdenz - Theater. Direktion: Sigmund Laufenburg. Mittwoch: Hals„über Kopf. Schwank in 3 Akten von Alexandre Biffon, deutsch von Paul Block. - Vorher: In doppelter Be- kehrung. Plauderei von Paul Linfemann. Anfang
71 Uhr. Donnerstag und folgende Tage: Hals über Kopf. -- In doppelter Bekehrung.
Frredruh - Wilhelmuädnsrhes Theatkr. Cbauffeestraße 25-26.
Vom 13. bis inklusive 22. Januar geschlossen.
Donnerstag, 23. Januar: Mtt großartiger Aus- stattung an Dekorationen, Kostümen und Requi ten. Zum ersten Male: Der Hungerleider. us- tattungskomödie in 12 Bildern von Julius KeUer Musik von Louis Roth. [izt .von Julius Frißscbe. Der Vor- ' ets beginnt Donnerstag, den 16. Ja-
und Louis Herrmann. es e :
In Scene Z)
verkauf der nuar.
Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a-/5- Mittwoch: Gastspiel des Herrn Franz Tewele vom K. u.,K. priv. Carl-Theater tn Wien. Der Herr Direktor Uousiour le oltootonr). Lustspiel in 3 kten von Alexandre Biffon und abrice Carré. Deutsch von Ferdinand Groß. n Scene geseht von Siegmund Laufenburg. Anfang 73 Uhr.
Eisen- und S1abl-Berufögenoffenschast) mit der Bildung der Kom- mission für Ux-xfallverbütnng beau tragt. regung der Berliner Industrie Ge egenbeit geboten, alle zur UnfaÜ- verbütung bewährten Einrichtungen mit den einzelnen Betrieben vor- zu
Die an den öffentlichen Wasserläufen bierselbst_ befindlichen Rettun s-Apvarate sind im Jahre 1895 in 24 FaÜen 22 mal mit Erfo g zur Anwendung gebracht worden. verflossenen Jahre die Rettungskäbne mehrfach zur Bergung von
Von dem Uebersichtsplan von Berlin im Verhältniß
phischen Institut Und Landkarten-Verlag Jul.Straube in Berliü in etwa 48 Blättern (5 2 :X) führt, gedruckt und verlegt wird, ist jest das vierte B„l_att Dasselbe umfaßt die Gegend zwttchen
„von Julius Einödshofer.
Es wird durch diese An- können.
schöne darf.
A d w 5 ' ußer em ur en xm gönnt, stets
zu leisten.
cnauesten Stadtplan der Rest- agistrats von dem Geogra-
in Kupferstich außge-
Donnerstag: Der Herr Direktor.
Freitag: Der Herr Direktor.
Sonnabend: Der Herr Direktor.
Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Francillon. - Abends 74 Uhr: Der Herr Direktor.
Theater Unter dyn Minden. Direktion:
Julius Fxxxsche. MittwoÖ: In durchaus „neuer glänxender usstattung an Dekorationen, Kostümen und Nequifiten: König Chilperitb. „Burleöke Ausstattungs-Operette in 3 Akten (5 Bildern) von
ervé und aul Nrrier, „deutsch bearbeitet von
duard Jaco son und Wiibelm Mannstädt, Musik von Hervé. In Scene gesevt von Julius Fritzsche. YirFßnt: Herr Kapellmeister Jedermann. Amang
r.
Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Bei Halben Preisen: Der Bettelfiudeut. O erette in 3 Akten von
. Zell und Genée. Mu1k von Carl Millocker. --
bends 74- Ubr: König Chilperich.
Sonnabend, den 25. Januar: „Zweiter und letzter großer Maskenball.
Adolph Ernß-Theater. Mittwoch: Fran Loben rin. Gesangspoffe in 3 Akten, nach dem Yamöxscben bearbeitet Von Ed. Jacobson und
.Mannstädt. Kuplets von Gust. Göcs. Mufik von Gust. Steffens. Anfang 7 Uhr.
Donnerstag: Dieselbe Vorste ung.
Zentral-Theater. Me Jakobstraße N:. 30. Mittwvch: Eine tolle Nacht. Großy Aus- stattun IYoffe mit Gesang und Tanz 5- 5 Bildern von W! . Mannstädt und Julius Freund. Musik In Scene gefeßt vom Direktor Richard Sebulß. Die Tanz-Arrangements vom Balletmeister Gundlach. Anfang 7.) Uhr. Donnerstag: Eine tolle Nacht.
. Konzerte.
Üonzert-Maus. Karl- Mehder - Konzert. Mittwoch: Virtuoseu-Abeud. Sonnabend, den 18. Januar: Fcst-Konzert.
Zing-Akademie. Mittwoch, Anfang 8 Uhr: 111. Konzert des Violinvirtuosen Arrigo Serato.
Baal Wech|1eim ,Linkstraße 42. Mittwvch, Anfang 7x Uhr: Konzert von Ella MüUer (Kl.) und Jenny Rosa (Ges.).
Ztrnus Renz. Karlstraße. Mittwoch: Abends 7& Uhr: Gala-Vorsteünng. Ein Künstlerfest. Luxus-Ausstattungs-Pantomime in 2 Abtheilungen vom Großbetzogli en Hof-Balletmeister A. Siems, auf das Glänzendte insceniert vom Direktor Fr. Renz. Unter Mitwirkung des gesammten Personals. Nene Mufik-Eiulagcn. Jm Rosendust, schwe- disches Volkslied, vorgetragen von, 40 Damen, mit Begleitung des Yens hierzu engagierten arfen- Virtuosen Herrn H. oß. Balletvon 100 amen.
Kinder-Orxhestex. Erste Abtheilnng: Das Fest- .
Ehre genieße, zu begrüßen und Zeuge der vortrefflichen ,der ausgezeichneth 't Leistungen desselben [ Erinnerung. glänzende Tbaten find es, deren das Regiment sich hierbei rühmen Von jenem 16. August 1870, welcher für immer ein Denkmal todesmutbiger Entschlossenheit bleibkn wird, bis Phasen des geWaltigen Krieges in vorderster Diese berechtigtem Stolz mynts aber in pietätEVoUc-r Ehre Gefallenen vereinen. Gedenkfsixr meinen tbeilnebmcnden Gruß. Möge das 16. Husaren- ngiment dkn in vergangenen Tagen so tapfer erstrittencnRubm immer bewahren und mehren!“
(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)
altung, im Vkanöverfed sein bewahre ich diese
Freude gedenken Sie beute;
besonderer Zeiten
Crnsterer
in die legten es dem Regiment ver- Neibe kämpfknd Hervorragendes Erinnerung wird die Ueberlebenden mit erfüÜen, alle Angehörigen des Regi- uldigun für die auf dem Felde der ck ent tete anen zur we'rbevollen
war
comité in Thätigkeit. Zweite Abtheilunß: Volk- ständig neu! Im Wasser. Vollständg nen! Grand Finale: Plafond = Pracht - Feuerwerk. Außerdem: Auftreten von nur Künstler-Svezialitäten aÜerersten Ranges. Vorfübren und Reiten der bestdresfierten Freiheits-, Spring- und Schulpferde. Auftreten sämmtlicher Clowns.
Donnerstag: Gin Künstlerfest.
Sonntag: 2 Vorftenuu eu: Nachmittaas 4U5r Ermäßigte reise und 1Knd frei): 1870/71. ' bends 711 hr: Ein Künstlerfest.
“
Familieu-Nathrichten.
Verlobt: Frl. Mira von-Lepel mit Hrn. Grafk'n Dönhoff-Frikdricbstein (Karwitz). - Frl. Marta Sbolz mit Hrn. Gerichts-Referendar Max Geister (Breslau). -- Frl. Adelheid Kabierschke mit Hrn. In enieur Max Fischer (Breslau). - Frl. Emmy Ni terlein mit Hrn. Amtérichter Dr. „jur. Faul Sterxel («[in-Wriezen). - Frl. Emma evjn mit Hrn. Professor Dr. Arthur Schoenfties (Berlm _Göttingen).
Verehelicbt: Hr. Rittergutsbesitzer Gerhard Hoff- mann-Hohendamerau mit Frl. Edttb Hollmann
(Berlin).
Geboren: Ein Sohn: Hrn.Prem.-Lkeut. Otto von Treskow (Charlottenburg). -- Hrn. Haupt- mann Fans von Kalckreutb (Potsdam). - Hrn. Oberle ker 1)r. Kopka (Breslau). -- Erne To ter: Hrn. Professor Dr. Heinrich Rubens Wer in). -- Hrn. Prem-Licut. Gottfried von
rauchi1sch (Berlin), - Hrn. Major Hans (Grafen Finck von Finckenstein (Potsdam). -- Hrn. Land- ratb Curt von Willich(Gorzyn). "Hrn.,Kavitan- Lieuk. Riedkl (Berlin). - Hrn. Rittmeister Robert von Nickisch-Roseneqk (Salzwedel).
Gestorben: Hr. Oberst 3. D. Eduard von Usedom éRudolstadt). -- Hr. Prem.-Lieut. Hans Stlber- chlag (PfarrhausKochs1edt). -- r. Reinhold von Windisch (Charlottenburg). - r. Heümuth von EnckeVort (Warsin). - Hr. General-Major z. D- thbard Frhr. von Strombeck (Halberstadt); - Fr. General-Licut. z. D. Arthur von Brresen Kunnersdorf b. HirschberZz). - Fr. Antonie von Rauchbaupt, Tb. Dik e ( arby). - Fr. Martha von ugo, ge . von 5 oltenstern (Venedig).-Hr; Ober t-Lieut. z. . Julius von Gozdziewsü ( Berlin). - Zr. Kommerzien Rath Julius Gerson (Berlin). - r. Dr. H. von Eye (Nordhausen)- - Hr. Kreis-Baumeister a. D.“ Rudolf Brauer Lreienwalde a. O.) - Fr. Geheime Polizet-Ratb
aspar (Charlottenburg).
Verantwortlicher Redakteur: Si em e nr 0 th in Berlin.
Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin- Druck der Norddcutscben Bu druckerei und Verlags- Anstalt Berlin ZW., Wi elmstraße Nr. 32. Neun Veilagen* (ein?chließlich Börsen-Beilage),
sowie die Inhaltsangabe zu Nr. 6 des öffeui; lichen Au eiÜers (Kommanditgesellschasten an Aktienun ktiengesells aften) fiir die
vom 6. bis 11. anuar 1896.
_ angenommen
Woche _
18) nnover . 19) -, ünster 20) Minden 21) Dortmund . 22) Cassel . . . . 23) rankfurt a. M. 24) Köln . . . . 25) Aachen . 26) Koblenz . 27) Düsseldorf. 28) Trter . ZZZ LDchden
expztg . . 31) Karlsruhe . 32) Konstanz . 33) Darmstadt . . 34) Schwerin i. M. 35) Oldcnburg 36) BraunschWeig 37) Bremen 38) amburg . . . 39) traßburg i. E. 40) Meß . . . .
2 867 20 7 110 10 15 243 _ 6 804 10 27 750 50 14 791 90 6 488 30 3 681 20 42 710 20 1 994 20 16 755 50 41 643 50 18 779 80 6 711 -- 12 377 80 2 912 -- 3 437 50 6 079 20 20 293 30 87 793 10 21 444 80 3 469 90
132 402
259 783 131 909
358 587
145995 362893 173160 55708 102925 25967 30192 49554 141093 706768 139577 22840
85 873 31 144 76 321
94 405 32 446 76 235 816 324 35 987 61 081 73 309 16 898 43 361 38 512 137 579 83 908 72 568 125 760 83 191 105 444 74 770 91 470 29 000 62 289 141 900 60 751 259 516 145 074 56 155 39 186 385 559 17 493 163 181 402 547 179 358 61 611 115 511 30 424 34 127 56 055 161 980 7 46 720 144 222 26 722
97 515 35 448 85 526 937 390 35 029 61 208 69 234 17 784 45 653 45 888 148 317 88 672 77 889 136 930 76 429 103 777 74 986 95 489 30 119 64 612 147 645 67 963 287 533 146 701 55 878 37 916 401 297 19 354 162 7 51 404 536 191 940 62 419 115 303 28 879 33 630 55 633 161 386 794 561 161 022 26 310
31 224 54 827 61 452 15 212 40 169 40 753
75 071 68 529
66 551 93 632 67 365 84 569 27 252 57 502
61 158 49 390 34 235 17 360
47 841 16 799 412
[++]|[||+++|++11++++++++|1+++++++1+j++++
623 356 90 56 695 20 20 500 --
Summe 1
11. Bayern 111. Württemberg .
5 067 212 497 148 177 866
5 690 569 553 843 198 366
5 382 646 + 307 923 541 953 + 11 890 198 583 - 217
Ueberhaupt . . Berlin, im Januar 1896.
700 552 [ 10
5 742 227 , 10
6 123182 85 + 319 596 35
6 442 779 [
Haupt-Vuchhalter'ßi des Reichs-Schaßamts.
Btester.
Deutscher Reichstag. _ 14. Sißung vom 13. Januar 1896, 1 Uhr.
Tagcßordnung: Fortseßnng der ersten Verathnng des Geseyentwurfs, betreffend den Verkehr von Butter, Käse, Schmalz und deren Erfaßmitteln, und erste Veratbung des Geseßentwurfs, betreffend Aenderung und Ergänzungen des GerichtsvcrfassungSJeseßes und der Strafprozeßordnung.
Ueber den Anfang der Sißung wurde in der gestrigen Nummer des Blatts berichtet.
Nach dem Abg. Weiß nahm bei der Berathung des erst: ?Znannten Geseßentwurfs das Wort der preußische Minister ur Landwirthschaft 2c. Freiherr von Hammerstem:
Meine Herren! Ich wiÜ mir einige Bemerkungen zu dsnjenigc-n Aeußerungen gastatten, die bisbxr gcfaÜen find. Ick) knüpfe zunächst an eine Bemerkung an, die der leßte Herr Redner gemacht hat. Er polemifierte Vornehmlich gegen Herrn Bachem, den ersten Redner in dsr vorgestrigen Debatte, und hat ihm, wie ick) glaube, Verkehrter Weise die Darlegung untergeschoben, das Vorlikgcnde Gkséß sLi nicbt AWM die fraudulöse Konkurrenz dcr Margarine, sondern gegen die legitime Konkurrenz derselbkn gerichtet. Ick) [)0116 den Vorwurf an sich für unrichtig; jedknfaUs ist er insofkrn unrichtig, als er die In- tentionen der Reichsregierung falsch darsteUt. Dar Gessßentnmrf beabsichtigt zweifenos, die landwirthschafjliche Produktion gegen die fraudulöse Konkurrenz dur Margarine in Schuß zu nehmen. (Sehr richtig! rechts.) Dagegen bezweckx der Entwurf nicht, die Margarine, soweit nicht sanitäre Bedenken gegen ihre Bereitung odsr Zn- sammenseßung zu erheben find, als ein vollberechtigt€s Nahrungs- mittel für die ärmeren Volksklassen von ihrem Plaß in dcr Volks- eMäbrung zu verdrängen oder ihre Verwendung zu werthcuern bezw. Sinzuschränlken. (Sehr richtig! aus der Mitt?)
Mßine Herren, sehr interkffant smd mir in den Bemerkungen des [kßten Herrn Redners die Hinrveise auf Dänemark. Er legte dar, daß Dänemark im Export guter BUÜLB jcßt die c1ste Steüe, namentlich auf dem englischen Markt, einnehme, und gerade dikscr Punkt ist es, aus dem heraus ich glaube beweisen zu können, daß der Gefess- entwurf, wie er jetzt vorliegt, im Interesse der deu1sch2n Produktion werden muß. Es ist zroei-fellos, daß Dänemark, wéübes im Jahre 1889 ein ziemlich mildes Geseß gcgen die kafälscbung der, Butter durch Margarine hatte, im Jahre 1890 ein schärferes Geseß, und im Jahre 1891 das cht noch gelbende schärfste Gases erlassen hat, und der Erfolg dieser Verschärften GSseßgebung ist gewesen, daß Dänemark auf dem eng- lischen Markt die deutsche Butter geschlagen hat. (Hört,
hört! rechts.) Es ist dieser Geficbtspunkt auch vorgestern in der Diskusfion von einem Redner kurz berührt worden. Unsere Ausfuhr- butter nach England wird nicht mehr mit der absoluten Garantie dkr Nicht0erfälschnng nach England hinübergebracht, und dadurch ist es gekommen, daß, während Deutschland bisher beim Export nach England die erste Stelle einnahm, wir jeßt Von Dänemark, welches jede Fälschung der Exportbutter hindert, geschlagen find. (Sehr richtig! rechts und aus der Mitte.) Gerade aus den Zahlen, die der [61316 HLW Redner Vorführte, entnahm ich den Beweis dafür,_ daß wir dem Beispiel Dänemarks folgen und dafür sorgen müssen, daß unser Exporthandel reel] ist. Wir müssen aber auch aus sanitären Gründen dafür sorgsn, daß unsere inländische Bereitung der 'Margarine an sich auch vom gesundhcitlicben Standpunkt nicht schädlich ist, was wahrscheinlich vielfach der Fall ist, und endlich auch dafür müssen wir sorgcn, daß keine Vermischung der Margarine mit Buttkr aus dem Grunde stattfindet, damit die so verfälschte Butter als reine Butter einen höheren Preis erlangt, als fie nach der Zusammenseßung Verdient.
Meine Hcrren, darüber kann kein Zweifel sein, auch das Gcseß, WL1ch€I bisher in Deutschland über die Butterfälschung gegolten hat, würde die bcabfichtigte Wirkung nicht werfeblt Haben, wenn das Geseß in Verbindung mit Maßnahmen ins Leben getreten und ge- handhabt ivorden wäre, die es ermöglichten, eine schärfere Kontrole auSznüben. (Sehr richtig! rechts.) Ick bin auch zweifellos darüber, daß auch" das gegcnwärtige Geseß nur dann die von ihm erhoffte Wirkung ausüben wird, wenn neben dem Geseß die nothwendigen Maßregeln ergriffen werden, um die Ausführung des Geseßes nach 011211 Richtungen hin zu fiebern. (Sehr richtig! rechts.) Darüber bin ich aber garnicht in Zweifel, das;, wenn dem Wunsche des leßten Herrn Redners entsprochen würde und die Bestimmungen der §§ 3 und 4 aus dem Gesetze gestrichen würden, Welche der Polizei die Handhabe bikten, die Kontrole auszuüben , eine sehr wesentliche Lücke in dem Geseß eintreten würde. (Schr richtig! rechts.) Ich der- stcbe nicht, wie diese Darlegung fich in Einklang bringen läßt mit der anderen Darlegung des Herrn Vorredners, Welche anerkennt, daß die fraudulöse Konkurrenz der Margarine gegen die Butter beseitigt' Werden müsse. Feststellen darf ich dann noch, das; aUe Redner der Rechten und der Mittelparteien, welche bisher zu Worte ge- kommen find, ausdrücklich in ihren Darlegungen betont haben, daß auch fie nur die fraudulöse Konkurrenz der Margarine zu beseitigen wünschen, daß fie im vollsten Umfange anerkennen, daß eine gut bereitLte Margarine an Stelle der tbeuren Butter als ein billiges
Volksnahrungsmittel erwünscht, ja nothwendig sei. Meine Herren, noch eine Bemerkung aÜgemeiner Natur will ich
1896.-„
wir gestatten. Es ist von der Preisbildung der Butter die Rede gewesen. Ick kann nicht anerkennen, daß der Preis für gute Butter ein zur Zeit außerordentlich niedriger ist. Der Preis ist immer ein schwankender gewesen; im Sommer pflegt gute Butter niedrig im Preise zu sein, im Winter im Werth zu steigen. An fich ist ein bedenklicher PreiSniedergang für gute Butter nicht der Anlaß des vorliegenden Gesetzes. Auch die Thatsache ist unbestreitbar, daß der Preis für schlechte Butter ganz außerordentlich zurückgegangen ist, und darunter leiden gerade unsere kleinen Landwirthe, und das Be- streben der StaatSregierung und der landwirtbschaftlichen Vereine gebt dahin, die Technik in der Butterbereitung entweder auf genossen- schaftlichem Wege oder durch Separatoren, die in Privatbetriebe, auf die erforderliche Höhe zu bringen, damit die sogenannte schlechte Bauernbutter gute Butter werde und dadurch auch gute Preise er- lange. Die schlechte Bauernbutter, welche jeßt und früher von Hökern in geradezu ekelerregender Weise auf den Markt gebracht wurde, ist überall nicht mehr absetzbar. Maßnahmen find nur zu ergreifen, um die unreche Konkurrenz der Margarine gegen die Butter zu be- seitigen und unsere Produktion, die bisher auch auf dem Weltmarkt eine dominierende Stellung einnahm, wieder konkurrenzfähig zu machen.
Dann, meine Herren, will ich mir noch ein paar kurze Bemer- kungen gegen die Darlegungen der einzelnen Redner gestatten. Herr Abg. Or.!Bachem bat, Wenn ich ihn richtig verstanden babe, anheim- gegeben, es soÜe in Restaurationen, auf den Bahnhöfen u. s. w. jeder, der ein Nahrungsmittel verlange, vom Restaurateur darüber unter- richtet werden, ob dazu Margarine verwendet sei, oder dieser durch Anschlag allgemein die Verwendung von Margarine bekannt geben. Meine Herren, bei der preußischen landwirthschaftlichen Verwaltung ist diese Frage Gegenstand eingehender Erwägungen gewesen, ob das ausführbar sei. Der Deutsche Landwirthschaftsrath hatte eine ähn- licheAnregung gegeben. Wir find zu der Ansicht gelangt, daß die Kontrole solcher Anordnung nicht ausfüHrbar sei, und man soll durch Gkseß nicht etwas gebieten, was nicht zu kontrolieren ist.
Meine Herren, dann ist von Herrn Abg. Dr. Bachem angeregt, daß in größeren Städten und an größeren Verkehrßorfen man sehr wohl in der Lage sei, den Handel mit Margarine von dem mit Butter woÜständig zu trennen, also ein Verbot zu erlassen, daß derjenige, der mit Margarine handelt, auch gleichzeitig mit Butter handele. Darüber läßt fick) streiten, ob das zweckmäßig oder von großsr Wirkung wäre. In größeren Städten mag das ja ausführbar sein, in kleinen Orten und auf dem Lande ist es jedenfaüs undurch- führbar. Eine große Wirkung von dieser Maßregel verspreche ich mir nicht.
Dann hat Herr Bachem, wenn ich ihn richtig verstanden habe, an dem Geseß aUSgesetzt, daß die Form, unter der Margarine in
Verkauf zu bringen sei, nicht vorgesehen sei. Das ist ein Jrrtbum; es ist ausdrücklich in dem Geseß vorgesehen, daß Margarine in Würfkkform in den Handel gebracht Werden soll. Dann hat Herr Bachem betont, es sei dringend erfokderlich, eine scharfe Kontrole über die Margarine, und zwar nach der Richtung aussuüben, ob fie von guter oder minderwertbiger Beschaffenheit sei. Meine Herren, nach dem gegenwärtigen Stande der Mittel, welche für die Kontrole solcher Präparate zur Verfügung stehen, soweit ich es über- sehe, ist die Regierung nicht im stande, eine solche Kontrole außzuüben.
Dann ist im Laufe der Debatte das Färben der Margarine bezw. der Butter Gegenstand eingehender Besprechung getvesen. Meine Herren, bekanntlich ordnet das dänische Geseß die Färbung an. In- deffsn, soweit wir bei der landwirtbscbaftlicben Verwaltung uns darüber haben unterrichten können, haben diese Bestimmungen des dänischen Geseßes dessen günstige Wirkung nicht herbeigeführt; jedenfalls sind derartige Vestimmungcn schwer zu kontroliercn; aus diesem Grunde muß ihre Einführung für bedenklich gehalten werden. Darin bin ich aber mit dkm letzten Herrn Redner vollständig einverstanden: will man für die Margarine das Verbot einer “Färbung oder das Gebot einer Färbung anordnen, so muß man auch das ent- sprechende Verbot oder Gebot der Färbung für Butter anordnen. (Sehr richtig!) Das Verbot der Färbung yon Butter aber würde der Landwirthschaft unbequem sein; denn _ Herr yon Ploeß schüttelt zwar den Kopf, aber es ist so - in den meisten Molkereien wird die Butter mit einem unschädlicben Stoff gefärbt, um der Butter ein besseres Aussehen zu geben.
Dann, meine Herren, ist auf die ZunaHme der Margarinefabrikation hingewiesen. Ich glaube, dafür kann man leicht die Erklärung finden: die schlechte, die mangelhafte, Bauernbutter ist vom Markt vertrieben, - dafür ist die Margarine, ein so viel billigeres und auch befferes Nahrungömittel, an die Stelle getreten. Daraus erklärt sich, daß namentlich bei der ärmerenBevölkerung, und mit Recht, die Margarine eine große Verbreitung gefunden hat. Es ist angeregt, ob man bei der Herstellung der Margarine nichtdie VerWendung don Milch ver- _ bieten 7062. Meine Herren, das ist doch ein sehr zWeischneidiges' Schwert. Einmal halte ich es nicht' für richtig, wenn man die Margarine als Nahrungömittel in einem besseren schmackhaften Zustande für die ärmeren Konsumenten durch die Ver- wendung von Milch herstellen kann, das zu verbieten. Andererseits ist es ein zweischneidiges Schwert gegen die Landwirtbschaft." Ich ksnne große Gebiete, wo den Landwictben der" günstigste Absatzfür ihre Milch in der Margarincfabrikation geboten wird, und ich halte es nicht für 1ichtig, den Landwirthen in denjenigen Gegenden Deutschlands, wo die Margarinefabrikation _als eine durchaus“ gesunde Industrie unter VerWendung von Milch Eingang gefunden hat, diesen Erwebezw-eig zu nehmen.
Nun, meine Herren, dann ist die Frage wegen der Besteuerung der Margarine angeregt. Das Oleomargarin und andere Stoffe, welche zur Margarinebereitung dienen, sind, soweit fie aus dem Aus- lande eingeben, bereits besteuert. Die inländischenProdukte, welée zur Margarinebereitung zweckmäßig und nicht gesundheitswidrig vek- wendet werden, zu besteuern, würde nach der einen Seite-bielleiét eine“ Besteuerung der Margarine bewirken, andererseits aber der
landwirthschaftlicben Produktion zweifellos ' nacbtheilig sein.