1896 / 14 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 17 Jan 1896 18:00:01 GMT) scan diff

wkd'M können.. iirkEröffnun svoiftellu . ' Skala; m W ' _ * 'Zmäblt'wordgm.“ Die'O i-Ykegie- isi" Fritz “„ ck “_ ' übexttagen, der seit 1889 die Direktion des MTW'Wbtt.» Das Theater wirdk1800 Sk läße

Nebst farbiger “Tafel der Erläuterungen und“ z eöö ' * baliend ein Verzeichn der Str_ en.:und 1153? BMW, THÜ :I“ Tafel der besonderen enswürdi eiten Ber ins; (zeßßzo/WoWk

reis 1,50 «M Verlag _der Lie 'schen Buchbandlun , Berlin 817“

fsauerstraße 19. _ Dieser [an hat seine eigentbßmlieb praktisch'é Einrichtung und alLe anderen orzüge beibehalten, ist aber gegen di bisherigen Aufla en noch ganz wesentlich verbessert worden. Frühe: beschränkte„fich er Umfang quf die eigentliche Stadt Berlin jest sknd auch sammtlicbe Vororte m den Plan aufgenommen worderi- auf ecner, kleinen Nebenkarte sind sogar Steglitz, "Lankwitz und Er. Lic'bter felde dargestellt. Zum ersten Mal sehen wir auf diesem Plan aucl;

Majestät den KMU xmd König brachte qiuä- 5901111. -Scbindowkkv „aus. Linon gelaygte' folgendes Telegramm zu'r Absendung: ,Die“ un: Ge urtsta sfeier «des Deutschen Reichs zu festlichem Kommers - versammelten fesforen .und tudi'erenden derKöniglkckpen Technischen enthalten. Für die kbkfkiscbe-Beleuchtung wird eine eigene tion schule gedenken Eurer MC ät, des erhabenen Schirmherrn der mM“ Der mit-Koniferen und Laubbölzern bestandene Garten soll 11 t und Macht Deutschlan s- dankbaren “Herzens und' senden mit China], Waffetküusten und dergleichen geschmückt und mit neu- Eurer Majestädxbrfurchtsdoasten Huldi uanmß." Die estrede artigen Beleuchbmgöeffekten ausgestattet werden. hielt mlt jugendlicher Begeisterung der E te orsi ende des Aus chuffes

. In dem morgen im Konzertbause stattfindenden est-Komert der Studierenden, sbuck. rsobn. riß Dopp. Hieran wurde ein von sßuä. gelanHti eine Fest-Ouvertüre von Volkmann, die Iube Ouvertüre arsbSiemering gedichtetes Fest ied gesungen. Nunmebrnabmder Rektor

von-

C r | e V e i l a g e - zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

„UZ 14. Berlin, Freitag, den 17. Januar 1896.

„Dem Kaiser", Festmarscb von Kretschmar, „HuxdigunJSmarsch“ von Aegir“ von Seiner Majestat dem Kaiser Wil- belm U., .Kaisermarsch" von Wagner und „Hoch Deutschland' von enbofer zur Aufführung. Außerdem wird der Großherzogliche Hof- cbauspieler Herr Tschirch einen für den Gedenktag verfaßten Prolog

guet, „Sang an

sprechen. Mannigfaltiges.

Die zu der morgigen 25jährigen Gedenkfeier der Neu- errichtung des Deutschen Reichs'bterber befoblenen Fahne_n und Standarten der aquäriiqen Leib-Regimenter find zum thetl

bereits gestern, zum tbeil bkute Morgen bier eingetroffen; Sämmt- im Fürstenzimmec des

liebe Fahnen und Standarten wurden Potsdamer Bahnhofs hierselbst gesammelt den anderen hiesigen Bahnhöfen

1. Garde-Re iments z,

skadron des Garde-Kürafsier-Regiments zu ferde.

träger wurden auf dem PotSdamer Bahnhof eitens hiesiger Kava'llerie- Regimenter beritien gemacht, die Parade-Schabracken ihres eigenen Vor dem Abbrtngen

waren die Feldzeichen mit Eichenlaub geschmückt worden.

Der großeKommers, den die Königliche Technische Hdch- zur Vorfeier der 25. Wiederkehr des Tages der Kaiser- Proklamation gestern in der Philbamzonie veranstaltet hatte, gestaltete sub zu einem patriotischen Fest von imposantem Vixrlauf; War reich geschmückt: auf der Bühne standen die Busten der drei Kaiser sowie derjeni en des Fürsten Wißmarck und des Grafen Moltke, Zu Seiten bingen die

Truppentheils batten dieselben mitgebracht.

schule

überragt von dem anner der Hochschule.

Banner und Fahnen der studentischen Korvorationen. Unter Anderen hatten hier Play genommen: der GLÜÜMZ Ober-Regierungs-Ratb 1)r. Wehren- Yfennig als Vertreter des Kultus-Ministeriums, der Geheime Ober- Bauratb Küll als Vertreter des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten und der Akademie des Bauwesens, der Gebeixne Ober-Regieruxtgs-Rath Kunisch vom Ministerium für Landwirtb1chaft, der Martne-Ober- Gebhardt vom Reicbs-Marineamt, der Re ierungs- und von Münstermann, der als Vertrkter des Ar itektenvereins und Baurat!) Schulze, Er- bauer des neuen Abgeordnetenhauses, und der Marine-Bauiiispektor Der Lehrkörper dcr Hochschule war durch den Rektor, Pro- fkffor MüÜer-Breslau und den Geheimen Régierungs-Ratb Slabv als rorekwr offiziell vertreten; ihnen hatten sich die Professoren Dobbert, *ühn, Hörmann, Göring, Lampe, Liebexmann, Hehl, Jakobßtbal, Die Berg-Afademie, die Land- wirthscbaftliche und die Tbieräxztlicbe Hochschule waren durcb Ab- ordnungen ihrer Studentenschaft vertreten. Das Hoch auf Seine

Tafeln waren den Ehrengästen reserviert.

Baurat erschienen

Bauratß war, der Regierungs-

Veit.

Hauck, Bubendey u. A. angeschlossen.

vom 17. Januar, Morgens.

Wetterber

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Bar. auf 0 Gr. M u. d.Meeressp.

red. in Millim.

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50C.=49N.

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Stationen. Wind. Weiter.

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bedeckt wolkig wolkig

' bald bed. Schnee bedeckt Schnee bedeckt

762 WSW 754 SW 752 W

753 NW 746 NNW 753 NO 749 SO 760 SO

Velmullet. . Aberdeen . . Cbristiansund Kopenhagen . Stockholm . t Wind? . . e ers urg Moskau . . . CoerueenS- toWn 767 W Cherbourg . 769 W [der. . .. 762 W ylt ..... 759 NRW NW

Hamburg . . 759 winemünde 754 MW Neufabrrvaffer 747 WSW Memel __743

Mis . . . . 770

"nster . . . 761

Karlsruhe . . 766 Wiesbadkn . 763 München . 762 Chemniß . . 760 Berlin . . . . 756 Wien . . . . 756

Breslau. . . 753 se d'Aix. . 774

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bedeckt halb bed. wolkig bedeckt beiter 1) YZ) bedjs) nec bedeckt .bcdeckt ' Regen Regen _ bedecki4) Re MD S necs) beiter ' Schnee WSW .“ beiter NW ZIbedeckt NNW 21'balb bed. O * 1,wolkig

') Abends Schnee. 3) Abends Regen. 5) Nachts Regen.

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760

1) Abends Schnee. S nee. 4) Geßern 6) achts Schnee.

Uebersicht der Witterung.

Das estern erwähnte" Minimum ist von den schnoedii en Sexn ostwarts nach dem Rigaischen Busen fortaeschxitten und scheint sich rasch außzufüüen, eni neues Minimum ist nördlich von Schottland er- schienen. Am höchsten ist der Luftdruck über der BiScayasee. Bei ziemlich lebhafter westlichcr bis nördlicher „Luftströmung ist das Wetter in Deutsch- land vorwiegend trübe, im Westen mild; im Osten ist wieder leichter Frost eingetreten; auf dem Stsreifen Hayiburg_Breslau herrscht beitete- Witterung; seit l19estern ist in Deutschland überall Niederschlag gefa en, 22 min zu Cassel.

Deutsche Seewarte.

_ -- Theater.

Rüniglirhe §chanspiele. Sonnabend: Opern- baus. 17. V teilung. Der Evangelimaun.

Musikalisches S uspiel in 2 Aufü , von Dr. Leopold Florian Mei ner zerZJltetiliacrbdaelxxee;

Begebenheit,. von Wilhelm K cnzl. In Scene ge-

eingetroffetien durch je eine Sektion des 2. Garde-Regiments z. F. dorthin gebracht. Hyute Mittag 12 Uhr erfolgte die Ueberiübrurig nach dem Palais Seiner Hochseligen Majestät dls Kaisers Wilhelmzs ].. und Fahnen der Jnfanterie-Leib-Regimenter durch die Letb-Kompaggie des F., welches beute Vorwuttag mit der Regimentému1k und den Spiklleuten bier einaerückt_tst und Quartier knommen hat, der Standarten der KavaUeric-Leib-Regimenter durcb kme

eber. das Gebet des Königs aus .Lobengrin' von Wagner, Yrofeffor Müller-Breslau, der selbst vor 25 Jahren um die Einheit eutschlands mitgefochten, das Wort. um, anknüpfend an den AW das

spruch des heimkehrenden Heldenkaisers ,Ich nehme den Dank an nicht für Mich, sondern für die Armee

deutschen Heeres zu feiern. Den

Dobbert.

Kämpfern einen Salamander.

und die auf tischer Dichtungen, Gesang,

zwar der

die den Bestrebungcn dLs Comités Die Standarten-

gelegenheit zusagte. hardt gab zunächst in längerer

Der Saal in Athen nochmals in

, erklärte sich hiermit einderstanden. ZM: lange

Alexanderpla veranstalten. Die

deren Pflege erforderlich ist.

bemüht gewesen.

Pfkrdebabnlinien,

sTLt vom Obef-Regiffeur Teßlaff. Dekorativc Ein- r

tung 'vym Ober-Jnspektor Brandt. Dirigent: Kapellmeister Dr. Muck. _ Phantasien im Bxemer Rathskeller. fifphantastifcbes Tanzbild, frei nach Wilhelm au , von Emil Graeb. Musik dowAdolf Steinmann. Dirigent: Véufik- direktor Steinmann. Anfang 7 Uhr.

Schauspielhaus. 18. Vorstellung. Festspiel, zur Leier des 25. Jahrestages der Gründung des

euticben Reiches, von Paul Warncke. _ Hierauf: 1812. Schauspiel in 5 Aufzügen von Otto von der Pfordten. In Scene gesetzt vom Ober-Regiffeur Mar Grube. Anfan 7 Uhr.

Soti'ntag: Opernßavs. 18. Vorsteüung. Auf AÜerHocbsten Befehl: “l'héün'o paré. Kaiser- mgrs von R., Wagner. Festspiel „Barbaroffa“ unt le enden Bildern. Vorspiel zu: „Die Meister- fingcr von Nürnberß.“ „Lohengrin“ (3 Akt, Sckolußfcen'e). Anfang Uhr. Erhöhte Preise.

Schauspielhaus. 19. Vorstellung. Die Hermanus- schlacht. Em Drama in 5 Aufzügen von Heinrich Von Kleist. (Mit Benußung der Bearbeitung yon Rudolf GenÉe.) Anfang 711 Uhr.

Deutsrhes Thenior. Sonnabend: DieMütter. Ankang 7? Uhr.

Sonntag, Nachmittags 21Ubr: Florian Geher. _ 511-bends 75 Uhr: Der Meister von Palmyra.

Montag: Hamlet.

Berliner Theater. Sonnabend, Nachmittags ZUhr: Festvorstellung. Bernhard von Weimar. _ Hohenzollern. _ Abends 71 Uhr: Göß von Berlichingen.

Sonntag, Nachmittags 21; Uhr: Der Pfarrer von Kirchseld. _ Abends 7 Uhr: Faust.

Montag: Der Verschiveuder.

Mening-Theater. Sonnabend: Festgediäjt von Ernst von Wildenbruch: Dem Deutschen Reiche zum 18. Januar 1896. _ Hierauf: Comtesse Guckerl. Anfang 76 "Uhr.

Sonnt, Nachmittags 3 Uhr: Zu volkstbümlichen Preisen: Festgcdirht von Ernst von Wildenbrmi): Dem„Deutscheu Reiche zum 18. Januar 1896. _ Hierauf: Minna von Barnhelm. _ Abends 7.1 Ubr: Comtesse Guckerl.

Montag: Comtesse Gutkerl.

Residenz - Thratcr. Direktion: Sigmund

Laufenburg. Sonnabend : Tals über Kopf. Schwank n

in 3 Akten won Alexa re Biffon, deuts von Paul Block. _ Vorher: Ju domjeltccrh Be- xxhälsxtg- Plauderei von Paul Linsemann. Anfang

Sorintgg, Nachmittags 3 Uhr: Bei halben

WsFFpMsZMl-Z ?? Yabefnvater. _ Abends r: a er o . _

Bekehrung. p In doppelter

Friedrich - Wilhelmuädtiktheg Theater. CbauffEsiraße 25-26.

Nach dem Gesange eines vom oanä arab. Schmieden gedichteten Liedes wurde dem Fürsten ein Begrüßungs-Telegramm übermittelt. In formvollendeter Rede sprach ferner der Geheimer Regierunas-RathSlaby, über das Vaterland, und der Erste Schriftführer. des Ausschusxes Bußmann gedachte in stiller Wehmut!) der 36 Geblaebenen der Hochschule und weihte den noch lebenden

Auch die Subalternbeanzten der Gerichte Berlins und der Umgegend beqinnewden Gedenktag bereits gestern durch einen Kommers in ,Keller's Festjalen“, verbunden mit Deklamation patrio- , Festrede und Festspiel xc. waren, bei der Feie'r noch vrer andere Vereine, die der Justizanwärter der beiden Landgerichte, dEr Verein ehemaliger scblsfischer Gkrichts- aktuare und der Verein .,Namenlos.“

, Das Comité für die Beibeiligung Deutschlands an den Olym- pwschen Spielen zu Athen hatte gestern im „Norddeutscbsn Hofe" eine Versammlung Veranstaltet, die wesentlich den Zweck haben sollte,

fü; die Sache zu gewinnkn. Es sind dies der „antralausfchuß zur Forderung der Jugend- und Volkswiele“, die„„Deutiche Turnerschaft“ und der „„Deutsche Bund für Sport, Spiel und Turnen:. Die ersteren beiden waren durch den Aba. von Schenckendorff Vertretkn, wahrc'nd der leßtgenannw Bund schriftlich erklärt batte, daß er sioh zur Sache geneigter stslTe und eine nochmalige Der Schriftführer des Comités ])r. W. Geb-

der ganzen Sache und empfahl zum Schluß, das Comité zu beauf- txaaen, fich an die gxtzannten drei Gruppen mit der Bitte zu wenden, dre Frage der Bethetligu-na Dxutsckplands an den olympischen Spielkn Erwagung zu ziehen. Die“ Versammlung

_Eine roße Ausstellung lebender Vögel wird der bekannte Verein ,' egintba“ vom 20. bis 25.

sogenan'ntes *kuygxflügeh wie Gänse, Enten, Hühner. Tauben, aus und zexgen lediglich Zter- und Singvögel sowie alles das, was zu . thsonders nehmen sie stets Rückficht auf die gxfiederten Sangcr der Heimaib, deren Erforschung, Schuß und Pflege die .Aegintba“ ihre Thätigkeit vornehmlich gewidmet hat. Unter anderem ist_ dxr Verein bekanntlich seit vielen Jahren für die Besiedelung der stadtiichen Parkanlagen mit„gefiederten Sängern stetig ' Die be_vorstehende Aussteüung wird schon seit Wochen Vorbereitet und verjpricbt wieder glänzend zu werden.

,Marczun's großer Verkehrsplan (Pferdeb'abnplan) von Berlin und seinen Vororten“, Außgabe für 1896. ' ' _ Dawpfstraßenbabnen, Dampfschiff - Linien einzeln in yerscbiedenfarbigen Zeichen dargesteÜt.

Von heute bis 22. We en N i i Maschinerien geschloffem L eue nr chtung der

die glänzenden Waffenthaten des Fursten Wißmarck feierte Professor

Prorektor,

Vobs

Vertreten büüt werden.

ablehnend geaenübxrftebenden Kreise

Erwägung der An- Rede ein Bild der Entwicklung

Februar im Grand-Hötel „Aegintba“-521_usstel]ungen schließen

elektrische Bahnen und

Donnerstag, 23. Januar: Mit ro arti er Aus- stattung an Dekorationen, KostünuxnJ unßd RYqui iten. Fum ersten_ Male: Der Hungerleider. .1us- tattunqskymodte in 12 Bildern von Julius Keller und Loms éerrmann. Musik von Louis Roth. In Scene ge etzt von Julius Fritxsche.

ULULS Theater. Schiffbauerdamm 4a./5. Sonnabend:.Gastspiel des Herrn Franz Tewele vom K. u. K. Pxiv. Carl-Tbeater in Wien. Auf Befehl des Königs. Historischcs Lustspiel in 1 Akt von Wilhelm Gaedke. _ Hierauf: Der FcryDirektor 111011819111" 16 directeur). ,ustsytel in 3_ 9kien von Alexandre Bisson umd abrtce Carre“. Deuisck) von Ferdinand Groß. n Scene gesetzt Von Siegmund Laufenburg. AnYmg ZZ UHF? ck onn ag, a mittags: Zu halben Preien:

Franciüou. _ Abends: Der Herr Direktor.s Montag: Der Herr Direktor.

Theater Unter den Linden. Direktion: Iulius Fritzsche. Sonnabend: Fest-Vorsteüuug. Jubel-Ouvertiirx von Carl Maria von Weber. _ Hierauf: Jn durchaus neuer glanzendsr Ausstattun an Dekorationen, Kostümen und Reqmfiten: K'uig Cbilperickj. Burleske Ausstattungs-Operettc in 3 Akten (_5 Bildern) von Zervs und Paul Ferriex. deutsch [)(-arbeitet von

duard Jacobson imo Wilhelm Mannstädt. Musik vo'n-HervS. Jn Scene g(xsxßt Von Julius Frikzsabe. KULTUR Herr KapeUmeUler Fsdermann. Anzang

2 r.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Bei halben Preisen: Der Obersteiger. _ Abends 75 Uir: Köui Chilperich. * ) g

König

Montag und die Cbilperich.

Sonnabend, den 25. Januar: Zivciter und letzter großer Maskenball.

OMNI!) (Hrnß-Theater. Sonnabend: Fest- uvert re. Frau Loheu rin. Gesangspo e in 3 Akten, nach dem Franzöischen hearbkzitetff von Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Kuplets 'von Ja?].erörs. Musik von Gust. Steffens. Anfang (_ .

Sonntag: Dieselbe Vorsteüung.

Zentral-Theater. Alte Jakobstraße N:. 30. Sonnabend: Eine tone Nacht. Große Aus- stattuanspos-sö2 mit (Gesang und Tanz in 5 Bildern Bou Yullb'sz ÉYnZästhund “JUKY Freund. tMUfik on 111 n oer. n cene gee vom Direktor Richard Säml . Die Tanz-Arranßements

folgenden Tage:

»vom Balletmeifter Gun lach. Zum Schluß des

ersten Aktes findet eine große patriotische Huldigungsfeier statt. Anfang 75 Uhr. Sonntag: Eine tolle Nacht.

Konzerte.

Konzert-Hauz. Karl Meyder - Konzert. Sonnabend: Feft-Kouzert 'zum 25jährigen Gedenktage der Wiedererftehuua des Deutschen

Vküncben, 17. Januar. buststabgehaltÉnx Festkommex's F?r Münchener Studenten. a "zur rtxmerung an :e iniqun des D ' ngbm Linen glanzenden Verlauf. g Lutsch" Reichs viele Professoren HÉWÉH BT)» ?))Tartd in hielt die , . . ." zu 0 ge, ie errun kne Eint u d s ' - langxr Zwietracht g g ng e Dxutscben Reichs nacb Juschiderbet-ontez (: en. (1 er un F-eine Königliäpe Hoheit den Prinz-Re ente 5yon B avern, sowie auf das ewige Blühen des Deutschen Reicßs. De]: Rektor 131". Ba'!!!" ermahnte die Studentenschaft, durch inniges ZU“

sam:nenbalte(nS die F,)? s graxnm_an eine „nie tät dcn Kaiser drückten die Student? ' Gluckwunsche zur (Erinnerung an die Kaiserproklamation aus. n ckck

t Jecxtirkg'en Zn?) Ksaiserstqu, d17. ZFUW; xr ran en eim e ereßen ü er In ei d ' infolge Umschlagens eines Kahns fünf Persotri'enk.1ach er elsaffer SMT

d ZLKeipcioig' ]Zc'bJYZÜMH chs

em et sgeri t erö iseineBüte i ' Wesel??? iflt gesteéxzn bier eitngetroZTn s n Bronze gewidmet. 1 img aa e in _ egc'nwar dcr it liedk d s R ' ReichsanWaltfcbaft entbüklt wsrden. g r ? UchWMchW und der

t 2209 1??? (Za 11th 16MJanuar. ?. wa ' a xe a sr , ann drang, wie „W. T. B.“ er 5 rt, au der Borse. m dix Abtheilung der Makler Ein und scblxxgb dort fmir emem dicken Stock um sich. Ein Makler wurde ziemlick) schwer ver- leßt; em anderxr Makler warf fich auf den Mann, und der Polizei übergeben wurde. Schrtsten gefunden.

Terrain der kommenden Gewerbe-Ausstenung und diejenigen

jektierten elektrischen Bahnen, die ur E " pro- sertifT bsletknsckxoakln- ffl ck Oz roffnung derselben bestiMmt emp e 1 a s vortre i 85 rientierun Emittl " ' 5 . hauptstadt und ihre nächste Umgebung. g e fur die KMW

eingezeichnet. Der Maraun'sche Verkehréplax

Der Verein BerliWute d - theilt mit, daß am Mittwoch, den 22. un Industrieller

Januar. Herr Konsul Ernst

„en im großen Saal des Kaiserhofs Abends 8 Uhr einen Vor. trag uber ,die deutschen Kolonialhesißes“ balken wird.

Jn Französiscb-Buchbolz wird morgen das v Enke entworfene Denkmal für Kaiser Wilhelm [. ?ZLYZJYF

eitberige und die voraussichtliche Entwicklung des

Der gestern im Lötvenbräu-Keüer bier-

- Der Rektor 1)t*. Baur und .Herren wohnten, der Festlichkeit bei. Festrede, m Welcher er, dem

und Altc

feierte und das jkßige Ansehen Deut Ölands i Er schloß mit einem Hoek) auf SeinesMajestZ

rüchts don 1870/71 zu wahren. In einem Tele-

Gestern Vormittag

Seine Majestät der Kaiser hat

und wird am 18. d. im Haupt-

Ein unbkkannter, dym Anschein nach

welcher Zefessest

BCi ihm wurden anar istiscbe

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten

Beilage.)

Reiches. unter gefäüiger Mitwirkun des Gro - herzoZLichen Hofscbauspielc-rs Herrn E. &scbirch. ß Sammtlxcbe Abonnements haben Gültigkeit.

Zirkus Renz. Karlstraße. Sonnabend, Abends

74 Ubr_: Aus Anlaß der Feier des fünfund- zwauzrgftxn Gedenktages der Kaiser-Prokla- mation m Versailles: Jubiläums = eft- Vorstellung. Ein Künstlerfest. Luxus - * us- ftattungs - Pantomime in 2 Abtheilungen vom Großbexzoglichen, Hof-Valletmeister A. Siems, auf das Glanzendste tnsceniert vom Direktor Fr. Rénz. Neue Musik-Ginlagcn. BalTet von 100 Damen. Kindeanrchester. Erste Abtheilung: Das Fest- cqmtis m Tbatrgkeit. chite Abtheilung: Von- standig neu! Im Wasser. VoUständtg Zum ersten Male in Berlin: Der brennende See, neue pyrotechnisckpe Erfindung, angefübrt Von der Accumulatorsn- Fabrik Hammacher. Zum Schluß: Plasoud-Prackzt-Feuerwerk. Außerdem: Auftreten von nur Künstler-Spezialiiäten allererstezi Ranges, u. a. Debüt des Herrn M. G. Loyal unt seiner Original-Erfindunß: Zeitvertreib eines Sportmauncs.

Synptag: B'Vorftellnngen: Nachmitiaas 4Ubr (ermaßrgte Preise und 1 Kind frei): 1870/71. Abends 75 Uhr: Wicderbolung der am Sonnabend, den 18. Januar. stattgsbabten Jubiläums-Fest-Vor- steÜung. Ein Künstlerfest. Der brennende See.

Familien-Nachrichteu.

Verlobt: Frl. Kätkie Schulz mit Hrn. Predigt- amtI-Kandtdaien Otto Siegeßmund (Wongrowiv). _ Frl.. Ottilie Hilbert -mit Hrn. Assessor und Pre'm-Ln-ut. d. R. Ernst Mirus (Ober-Langen- brelau-Plauen i. V.).

Vercbkli _1: Hr. (erg Frhr. von Wertbern mit Frl. So:) te von Byssel (Weimar). _ Hr. Lieut. Arthur Kascb mit Frl. Elisabeth Lan er (Wies- baden). _ Hr. Stabsarzt Ur. Heinri Lent mit Frl. Elisabeth Leut (Köln).

Geboren: Ely Sohn: Hrn. Prem.-Lieut. E. von Loeper (Berlin)., _ Hrn. Landrichter Fiedler (Breslau). _ Eine Tochter: Hrn. Professor Dr. Langerhans (Berlin). _ Hrn. Pro essor 1). Looks éHalle a. S.).

Gestgr en: Fr. General von Dankbabr. geb- Zrexm von Zedliiz-Neukircb (Grabow a. O.). _

rerfr. Tbcreje von Wimpffen, geb. Erck (Berlin). chkzxr' GertchtO-Rath Andreae Tochter Lenchen

Verantwortlicher Redakteur: Si e m e n r oil) in B e r l in . Verlag der Expedition ('S ch 0 lz) in B e_rlin.

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags“ *

Anstalt Berlin ZW., Wilhelmstraße Nr. 32. Acht Beilagen (einschließlich Vörscn-Be'i1age).

neu!*

Deutscher Reichstag. 17. Sißung vom 16. Januar, 1 Uhr.

TageSordnung: Berathung'der von den Abgg. Graf yon Kaniß und Genossen eingehrachten Resoluiion wegen Er isluné] einer Befesxtguxig der Getreide- preise auiz mitt erer Höhe fur die Dauer der be-

stehenden HandelSvcrträge.

Ab . Gra von Kaniy: Ich erinnere daxan, daß ich nun [(dem Zam znxeiten Male diesen Antrag begrunde. Zwar hat auch der Ab . Paasche in der vorigey Sesfio-z die thblage der Landwirtbsckpakxt zugegeben, und auch 1316 preußische Regierung hat anerkannt, daß die Getreideprkise danials einen sk'br niedrigen Stand erreicht baden; man hat indessxn nnch und meme erunde darguf vertröstet, das; die Preise sich" Wieder, beben wYtden_. Diese Hoffnungen babin sich nicht eifuÜt._ Wir haben mtt emem un- absehbaren Tiefstand des Gexreidepreis-Zs zu rxchnen. Der vaqrt ausländischsn Getreides nahm immer großexe'DiMnfionen an; er ist von 1893 auf 1894 von 26 auf 43 „Millionezi Doppekzentner ge- wachsen. Für 18951iegt zWar noch ke_me_ Statistik dyr, qber (zuck) hier ist eine Zunahme höchst wahrscheinlich. Wie die Dinge xeßt liegen, arbeitet der Landmann, mit Vexlust, und „wir stehen vor der Alternative, ob die Landw1rtbschaft, die Grund- la 6 unserer Webrkrafi, erhalten werden oder zu Grunde eßen o Die überwiegende Mehrbéit des deutschen Holkes wil] dem Vaterland die Landwiribschaii erhalten, und auch eine Reihe von Handelskammern, namentltcb die Hamburger, eben zu, daß nur Von der Hebung dex gesunkenen Kaufkraft der Landwirtbschast eine Hebung des gewerblichen Lebens zu erwarten fei. Neuerdings find die Handelskammern aufgsfordext „worden, anderweitig zu berichten, und das werden sie wahrscheiz1li§h guck) thun. Die Hamburger Handelskammer hat in ihrem dikßgxbrtgen Bericht bkreits insofern abgewiegklt, als fie von einer Beffer'ukng'der Landwirtbscbaft spricht. Mein Antrag hat gegen dekn vorjabxigen einige Aenderunaen erfahren auf Verarzlasxmg der Wirtbschaftlichcn Vereinigung, mit denen ich mick) schließlich eißVerstanden Zrqurt babe. Davin gkbört der Zusatz des Gxasen Schiverm, wvn-ach fur die Dauer der bestehenden Handelswertrage ziim Zweck ezner Befestigung der thrcidepreise auf mittlerex Höhe, dsr Em- _und Verkauf des zum Barbraucb im Zollgebiet besttmmtewauslandisckyen (Ge- treides ausschli€ßlich für Rechnung des Reichs erfolgt. Es fragt sich, ob es möglich ist„ den 'thretde-preis zu "iirxden und festzuseßen, dc'r dem Landwrrtk) 71118 Existenz ermoglichx. Kann man das nicht, so muß man den Getrsidebau LinsteÜen. Dixie Frage ist von der größten sozialpolittschen,Bedcutung. Azul) VZ)" sud- deutscher Seite wird zugegeben, daß _die Brotpreiß mcht in dem Maße gefaUcn find wie die Getreidepreise. Das GYWLnst dcr_ Brot- vertbeuerung brauchen Sie gegenübersolcbem Anfrage nicht zu,!)efurch'ten. Die vraktischs Durchführbarkeit unseres, Antrag?] ist schon im Vorigen Jahre in der Kommission, nachaéwuxsen. Zweifelhaft wax man nur, ob der Antrag mit den Handklswertragcn fick) vereinbaren lasse. Dissen Bkdenken haben wir durch den Zusatz Rechnung getragen, daß der Antraxx in einer chu Von 1891_1894 ad- geschlossenen Handelßdertragen mcht wxxersprackpknden imd m1t d€n betbeiligten Staaten näbkr 'zu Vereinbarendcn Werse durcb- efübrt werden soUe. Jeb Persönlich _babe „immer geglaubt, daß der JLntrag mit dem Wortlaut der Vertrage nicht gndsreindar sxt, und auch Graf Caprivi hat in dieser Beziehung setnkr Zeit keine Be- denken gehabt. Ich meinerseits glaub? auch nicht, daß dex Antxrag mit dem Geist der Verträgc im Widersyrgch steht und emexi Bex- iragsbrucb invvlviert. Der Import ösierreicbiscben Gßiretdes ist sth den leßten Jahren ganz erheblich zurückgegangen, wghrexnd aus den Meistbegünstigungsländern Eine ganz enorine thréxtdeeixifUHr_ nach Deutschland zu verzeichnen ist. Sollte es nichx möglich sein, mxt den Vertragsstaaten zu einem Angleicb zu kommen? Auch Rußland wird mit fich reden lassen. Der rheiniscbx Bauernbund hat. auf ferner [eßikn GcneralVLrsammlung die Etnfubxung dss Gßireidemonop-le vorgeschlagen, wchlches mit den Vertragen aixf kc-men Foa, tm Widerspruch steht. Die Regierqng hat dießWahl zivxsckZen disscm Vorschlag und dem unsertgsn.' Ick) honk, sie wrrd 11ch für den unserigen entscheiden. Eine_ sozialistische Tendenz bat iinser Antrag nicbt. Derselbe Einwand ließ? sich auch, gegen de_n Eisxn- zol] erheben, welcher den Preis des Eisens auf emsx gewxsien _Hobe erbaltsn wil]. Od mein Antrag. sich dem soz1a_ldßmokratischen Frogramm nähert oder nicht, ist in dieser Frage gleicbgultig. Warum aben die Sozialdemokraten denn gegen, unseren Anitag gkstimmt, wenn er ein sozialistischer ist? Reit). die Herren wrffen ganz gui, daß der Antrag ein antisozialistischer ist, und auf ihren leßten Pdriei- tagen haben sie es offen außgesvrochen: Zuerst muß der Bauer rumtßrt Werden. Ein wirksameres Ykittel als unsexen Antrag kenne ich nicht; kennen Sie ein besseres, so schlagcnuSie cs vxor. Ich hoffe, daß auch das Zentrum nach dsr sachdersigndtgen „Rede des Hyrrn Bachem zum Margarinegeseß fick) auf uniere Serie steÜen wird. Der Bauer Weiß am bestc'n, was den Kernpunkt scmcx Existenz bildet; er hat seine Stimme Warnend erbybsn; [affen wir sie nicht unbeachtet! Ich bitte diejenigkn, ivklche dtc Macht _habkn, dringend, ich im Lande umzusehen, welche Verheerungen Lingetrctcn Ünd. Licht Worte brauchen wir, sondern Tbaten. éHer Bayernstand faut, Wenn nicht der Staat seine besten Bürger schatzi; Eine Regieru'ng, die das nicht thut, nimmt eins Verantwortung auf fich, die sie nicbt tragen kann. '

Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Freiherr Marsch a ll

von Bieberstein:

Meine Herren! Obwvbl ('s der bestehenden Uebung dieses Hauses nicht entspricht, daß unmittelbar nach der Begründung eines Initiativ- antrags vom Regierungstisch aus das Wort ergriffen wird, so will ich doch sofort auf die Ausführungen des Herrn Vorredners ant- worten. Ich entnehme meine Legitimation hierzu dem Umstande, daß der Antrag des Herrn Vorredners WCit binäbergreift über den Rahmen einer internen Maßregel staatlicher Fürsorge, daß, wenn er je zur Durchführung käme, er aufs tiefste eingreifen würde in unsere internationalen wirtbschaftlichen Beziehungen (sebr wahr! links); ja, ich kann sagen: die Existenz dieses Antrags, die lebhafte Bewegung, welche sich im Lande daran knüpft, wenn fie einerseits Hoffnungen und Erwartungen groß zieht, giebt auf der anderen Seite Anlaß zu Unruhen, selbst zu Mißtrauen. (Lachen und Zurufe rechts.) _ Meine Herren, ich sage, Ls giebt der Antrag auf der anderen Seite Anlaß zur Beunruhigung und zum Mißtrauen (sehr richtig! links), und ich entnehme daraus für die Regierungen die ernste Pflicht, eine be- stimmte und klare SteUung zu diesem Antrag einzunehmen.

Meine Herren, soweit spezielle landwirtbscbaftlicbc Fragen zur Erörterung kommen, werde ich selbstverständlich die Ausführungen einer berufeneren Stelle überlassen; ich werde wie!; darauf beschränken, vornehmlich die handelspolitisckpe Seite des Antrags Kaniv zu be- leuchten und im übrigen auf seine Wirkung nur insoweit einzugehen, als der Zusammenhang es erfordert.

Der Antrag des Herrn Vorredners ist der heutigen Lage der Land- wirtbschaft entsprungen. Daß diese eine sehr ungünstige ist, daß in manchen Kreisen von einer Notblage gesprochen werden kann, ist Line Thatsache. (Lebhafte Zurufe rechts.) _ Man wirft mir ein; überall! Soweit meine spezielle Kenntniß der Verhältnisse reicht, kann man nicht überall Von einer Nothlage spreckzen. (Lebhafte Zustimmung links.) Aber, meine Herren, darauf kommt es nicht an: die Lage der Landwiribscbast ist in vielen Kreisen eine sehr ungünstige, niemand kann diese Thatsache beabreden, niemand ihre Bedeutung ableugnen. Die Königlich preußiscbc Regierung, in deren Namen allein ich hier sprechen kann, ist vollkommen durchdrungen von der Notbwendigkeit, in wirtbschaftlicher und Politischer Beziehung, daß ein gesunder und kaufkrästiger landwirthscbaftlicher Stand erhalten werde, und sie ist allezeit bereit, neben den Vorschlägen, die fie sslbst bereits gemacht hat, und die sie weiter vorzubereiten gedenkt, alle Anträge in Erwägung zu ziehen, die ihr zur Verbesserung der Lage der Landwirihschaft gemacht werden. Ich glaube, der Vorwurf, den der Herr Vor- redner gemacht hat _ nicht direkt, aber indirekt _, daß die Regierung der Landwirtbschaft nur mit Worten, aber nicht mit Tbaten bei- springe (sebr wahr! rechts), ist kein gerechier. Ich möchte glauben, daß die Vorlagen, die Ihnen bereits unterbreitet sind und noch unter- breitet wcrden, zeigen, daß dieser Vorwurf kein gerechter ist.

Der Herr Vorredner hat in eingehender Weise die Wirkung dargelkgt, Welche die heutige Niedrigksit der Getreidxpreise auf die Lage der Landwirtbschaft ausübt. Ich will hier nicht auf die Prüfung der“ Frage eingeben, aus welchen Ursachen die heutige Lage entstanden ist; ich bin der Ansicht, daß hier eine ganze Reihe von Ursachen zusammenwirke, daß unter diesen in allererster Reihe steht die: Verschuldung des Grundbefißes (sebr wahr! links), wie sie fich durch Jahrzkhnte hindurch aÜmählich zu der jeßigen Höhe gesteigert bat. Jul) erkenne aber in VOÜLM Maße an, daß die gegenwärtige Niedrigkeit der (Getreidepreise ein schweres Uebel für die Landwirtlpfchaft ist, und niemand, der ein offenes Auge hat, kann bestreiten, daß dieses Uebel infolge der Verminderung der Kaufkraft der Landwirtbscbaft auch andere Kreise in Mitleidenschaft zieht.

Der Antrag des Herrn Vorrednets gründet fich ferner auf die

ngncrscbaft gegen unsere Handelswerträge und auf die Behauptung, daß durch unsere Handelsverträge die üble Lage der Landwirtbschaft wesentlich Verschärft worden sei. (Sehr richtig! rechts.) _ Sie rufen: Sehr richtig! Ich halte die Behauptung nicht für zutreffend; ich bin der Ansicht, daß, wenn die LandwittbsÖaft glaubt, daß durch eine staatliche Maßregek ihre heutige Lage der- schuldet worden wäre (sehr richtig !), daraus nothwendiger Weise der Gedanke entspringen muß, daß es in der Hand der Gesetzgebung steht, durch eine Maßregel mit einem Schlage diese Noth zu be- seitigkn. Ich halte dicse Auffassung nicht für zutreffend; auch in- sofern nicht für nützlich für die Landwirtbscbaft (sehr wahr! links), als fie Hoffnungen und Erwartungen erwecken muß, yon dsnkn ich überzeugt bin, das; ihnen eine Enttäuschung nachfolgt. . Der Herr Vorredner hat davvn gesprochen, daß in den leßten Jahren ein€ konstants enorme Steigerung der Getreideeinfubr statt- gefunden baba. Er hat das bezüglich des Hofers und der Gerste sélbst beschränkt. Ich möchte aber glauben, daß er sich bezügliä) einer anderen, für Deutschland überaus wichtigen Getreideart ebenfaüs in einem Jrrtbum befindet, nämlich bezüglich des Roggens. Es sind an Noggku eingeführt worden in Deutschland im Jahre 1889 10 Miüionen Doppelzsntner, 1890 9 Millionen Dovpelzkntner, 1891 8 Millionen, 1892 5 (hört, hört! links), 1893 2Millionen Dovpelzentner. (Heiter- keit links. Zurufe rschts.) Dann ist allerdings wieder eine Steigerung eingetretcn: im Jahre 1894 sind ca. 6 Millionen Doppelzentner ein- geführt. Das ist annähernd halb so viel wie 1889 (Hört, hört! links); Von ciner enormen Steigerung der Roggencinfuhr wird man süßlich nicht reden können.

Der Herr Vorredner bat stets unsere Handelsverträge von dem Gesichtspunkte aus entschieden bekämpft, daß sie der Industrie keinen Vortheil, (1er der Landwirthschaft einen schweren Nachtbeil gebracht hätten. Wer das behauptet, der muß sich zu dsr Anficht bekennen, daß, WEnn die Handelswerträge nicht abgeschlossen worden wären, wir beute auskömmliche oder doch jsdenfalls erheblich höhere Getreidepreise Haben würden. (Ssbr richtig! links. Unruhe rechts.) Das führt auf die sehr bestrittene Frage: Wie wirkt ein Getreidezoll auf dsn Inlandspreis des Getreides? Hier stehen sich zwei An- schauungen diametral gegenüber: diejenige, die in früherer ZLit als unerschütterliches Axiom Von der rechten Seite dieses Hauses vertreten wurde, daß nämlich das Ausland den Getreidezoll trage (Sehr gut! und Heiterkeit links), das heißt, daß das Ausland seinen Preis um den Betrag des Zolls ermäßige, somit der Zoll im Inlandsprcis keinen Ausdruck finde. Die andere Anschauung ist die, die nunmehr der Herr Vor- redner Vertritt, daß der Getreidezoü alle Zeit gleich dem Markt- preis 1011.18 dem inländischen 3011 sei. Ich bin der Ansicht, daß wider die eine noch die andere Anschauung zutrifft, daß die Frage unt einer einheitlichen Formel überhaupt nicht entschieden werden kann, daß alles auf die Konjunktur ankommt (sebr richtig! links), und daß der Ge- treidezokl bei starkem inländischen Angebot und gleichzeitig siarkem ausländischen Angebot die Neigung bat, sick) zu Verflücbtigen, wahrend umgekehrt, wenn die Nachfrage stark ist, der Getreidezdkl voll und ganz im Inlandspreis zum AuIdruck kommt; mit anderen Worten, daß der Getreidezol] dann, wenn er am allernothwendigsten ist, am

ersten die Neigung hat, zu versagen.

Als vor zwei Jahren die französische Regierung ihren Weizenzoll

auf 7 Fr., d. h. auf 5 „46 60 „5 feste, da wies man 5ei unssin landwirtbschaftlichen Kreifen darauf hin, in welch fürsorgltcxyer Weise die französische Regierung die dortige Weizenproduktidn schuße; man wiesandererseits auf die Handelsverträge bin, die den Schuß unserec Getreideproduktion verringern. Und was ist nun das Resultat des vergrößerten Schußzolls in Frankreich gewesen? Ich nehm? aufs Gerathewohl die gestrigen Notirungen: es hat gestern an der hiesigen Börse Lieferungßqualität von Weizen gegolten 148 „M, in Köln

150 „M und in Paris 184 Fr., das find 147,20. (Hört! hört!)

Also das würde wohl keine zu kühne Behauptung sein, wenn ich

sagte: hätten wir den 5 „,L-Zoll bchalten, so würden wir keine

höheren Getreidepreise bei der heutigen Konjunktur haben, als wir

sie jeßt besißen. Mau wendet mir ein, wir hätten inzwischen

unsere Getreidezölle erhöht. Daran zweifle ich nicht; ob aber die

Pläne zur Ausführung gelangt wären, von denen ich hier und

da gelesen habe, daß man den Getreidezoll auf 10, 12,

15.“ erhöhen soll, das ist mir außerordentlich zweifelhaft.

Wir können über die Frage, welche Wirkung solche Zölle auf

den Getreidepreis im Inland gehabt hätten, um so weniger diskutieren, als es mir höchst unwahrscheiniich ist, daß der Deutsche Reichstag solche Getreidezöüe jemals dotieren würde. Hätten wir keine Handelsverträge abgeschlossen, so würden wir voraussichtlich höhere Getreidezölle Haben, wahrscheinlich aber keine höheren

Getreidepreise; die Lage der Landwirtbschaft, die Klagen, die aus

ihr ertönen, würden annähernd dieselben sein und nur das Eine

würde fick) geändert haben, daß man unter den Ursachen, auf welchen

die Notblage der Landwirthscbaft beruht, noch eine weitere ver-

zeichnen würde, nämlich die, daß infolge des Rückgangs unserer Ausfuhr die Kaufkraft weiter Jntereffenkreise, namentlich des deutschen Arbeiterstandes, wesentlich geschmälert sei. (Sehr richtig! links. Zuruf rechts.) _ Es wird mir zugerufen, wir soüten die Getreidezölle ganz aufheben. Einen ähnlichen Vorschlag bai, wenn ich nicht irre, der Herr Abg. yon Plokß in DreSden gemacht (Heiterkeit), als er gegen die Industrie“ die Drohung aussprach, das;, wenn die Industrie nichl auf den Antrag Kaniß eingebe, er dann die- Aufhebung aller Schußzölle, der [andwirtbschafi- lichen und der industriellen, beantragen werde. (Heiterkeit.) Ich Weiß nicht, ob der geehrte Herr die Absicht Hat, die Drohung auSzu- führen; sollte das der Fall sein, und ich stünde noch an dieser Stelle, so kann ich Vorher sagen, daß ebenso, wie ich Vor 18 Jahren mit aller Entschiedenheit für die Einführung der Getreidezöüe eingetreten bin, ich ebenso entschieden selbst gegen den Bund der Landwirtbe dafür eintreten würde, daß der deutschen Landwirtbscbaft ein ausgiebiger Getreidezoü erhalten wird. (Zuruf rechts. Heiterkeit.) Der Herr Vorredner ist dann auch auf die Berichte der Handelskammern über- gkgangenYJch will mit ihm darüber nicht streiten, denn ich nehme an, daß die große Mehrheit dieses hoben Hauses nicbt aUe diese Handelskammerberichte gelesen hat. Wir würden also den Eindruck errvecken, daß der Herr Vorredner nur das verlesen hat, was ungünstig ist, ich nur das, was günstig ist, und damit wären wir im wesentlichen auf demselbsn Fleck. Ich halte es auch für eine ziemlich müßige Diskussion, im Jahre 1896 sich darüber zu unterhalten, was die Handelskammern 1894 berichtet haben, qngeficbts der offenkundigen Thatsache, daß im vorigen Jahre die Verhältnisse unserer Industrie, dsr großen und der kleinen Industrie, ganz wesentlich fich gsbsffert haben. (Sehr Wahr! links.) Nur eine Be- merkung des Herrn Vorredners muß ich mit aUer Entschiedenheit zurückweissn: er hat die Behauptung aufgestellt, es sei von der Königlich preußischen Regierung der Wunsch an die Handelst'ammern ergangen, sie möchten in dem und dem Sinne berichten. Das ist Vollkommen unrichtig; es würde die Königlich preußische Regierung niemals eine derartige Aufforderung an die Handelskammern richten, und ich bin überzeugt, daß die.Handelskammern niemals einer Auf- forderung, etwas Falsches zu berichten, Folge leisten würden. (Schr richtig! links. _ Widerspruch rechts.)

Ein Vorrvurf wäre außerordentlich ungerecht, nämlich der, daß der Herr Vorredner fich auf eine negative Kritik der Handelswerträge bkschränkt. Das ist in keiner Weise der Fall. Er hat aleäblich ein Vollkommenks Wirtbschafts- und Zolerogramm entwickelt. Wir könntén ja jest an der Hand dieses Programms die Frage prüfen: 'was würde wohl unsere Handelskammer über unsere wirtbscbaft- liche Lage und speziell über den Absatz deutscher Produkte im Auslande berichten, wenn nicht die Handelsverträge ins Leben getreten wären, wohl aber das Zoll- und Wirtbschaftssyftem dessen beredter und überzeugter Vertreter der Herr Vorredner gewesen ist? Ich fasse das Programm dahin zusammen: Autonomie unserer Wirtbschaftsxxeseßgebung, WiSnußung desselben zum Schutz des inneren Marktes, Kündigung der MeistbegünstigungSverträge und Schaffung von Normalgctreidepreisen nach dem Antrag Kaniß. (Sehr gut! rechts. Lachen links.)

Sie sehen, daß ich mir eine außerordentliche Mühe gegeben babe, jenes Programm, das der Bund der Landwirthe im November vorigen Jahres in ca. 12 Punkten verkündigt bat, die fich nicht alle dem Verständniß einfacher Menschen gleich zugänglich machen, in einige wenige Worte zusammenzufassen. Der Herr Vorredner ha! in der ihm eigenen sachlichen Weise dieses Programm begründet; es wird ihm aber nicht entgangen sein, daß draußen im Lande neben dieser oifizieüen Begründung noch eine andere einhergeht, die sich einer geringeren Sachlichkeit und minder urbaner Formen bedient (sehr gut! links), als das, was wir aus dem Munde des Herrn Grafen Kaniß soebsn geHört haben.

Ich habe neulich gelesen, daß heute der große Tag sei, wo die Prüfung bezüglich der politischen Weisheit und der „nationalen Gesinnung“ stattfinden werde. Ich fürchte, ich werde diese Prüfung nicht bestehen (Heiterkeit links), und ich habe nur zu wünschen, daß die große Mehrheit des Hauses mein Schicksal tbeilen möge. Wer heute nicht für den Antrag Kunitz stimmt, gilt als Manchestermann, als ob zwischen Cobden und Kaniv eine mittlere Meinung über- haupt nicht mehr möglich wäre. Wer für den 3,50 ..“-Zoll ge- stimmt bat, gilt als Freibändler, sodaß man sich unwiUkürlicb fragen muß: was für eine Zoll- und Wirthscbastspolitik haben wir denn im Jahre 1879 getrieben, als wir den Zoll auf 1 .“. für den Doppel- zentner festgesetzt haben und der Herr Abg. Graf von Mirbach einer der tüchtigsten Befürworter dieser Zollpolitik gewesen ist? (Unruhe rechts.) Am schlimmsten ergeht es aber denjenigen, die von Ausfuhr

- reden, von der Notbwendigkeit, aucb diesem Theil unserer Erwerbs-

tbätigkeit eine gewisse Fürsorge zu gewähren. Wer das tbut, der hat