1896 / 21 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 23 Jan 1896 18:00:01 GMT) scan diff

“"V-rein] der Don'tsch : Rationalen in Graz Feier der Neuerrichtung des Deutschen «Reichs. Der Statt- Marquis Vacquehem betonte „in few“ Erwiderung, * ' derStatthaltereibehördiZ nicht zugemutbet werden könne, zu * _ [lungen die Bewilligung zu erthe len, die nach dem Prograimn den österreichischen Staathedanken i notierten uiid die ruhmvolle Geschichte Oefterrei s in gering chäß_iger Wnse darstellten. Es sei Pflicht und ufgabe dex Behorden, „den österreichischen Standpunkt zur Geltung zu bringen un_d nichts zuzulassen, wodurch die politischen Gefuhle' der Bevylkexung verleßt werden könnten, wenn es in ihrem Wirkungskreise ltege, dies Inverhindern. _ ' der gestern im ungarischen Untxrhayse fortge- eßten Berathung des Budgets des Ministeriums. d_es nnern erklärte der Minister Perczel: Das 1eßtge ei nicht vereinbar mit einer Anionomie Komitate. enn dis äußexste Linke einerseits ine Regierung für alles verantwortlich mache, 'andxrerseiis die Autonomie aufrecht erhalten wolle, so sex dies cm Widerspruch. Mit Bezug auf die Klzigen . uber Wahl- mi'zbräuche sagte der Minister, die etngcletteten Unter- Yihungen hätten die (Grundlostgkeit der Beschwerden exgebeiz. ie Oppofition habe auch nicht einen einzigen_Bewets bci- gebracht für Wahlmißbräuche von seiten der amtlzchen Oxgane, welch lcßtere er gegen Angri e vertheidigen musse. Hierauf wurde das Budget des Mintteriums des Jimcrix im al1ge- meinen angenommen, und das Haus trat m die Spezial-

debatte ein.

gierungssystem

Großbritannien und Irland.“

Der Prinz Heinrich von Battenberg ist an Bord des Kreuzers „Blonde“ auf der Fahrt von Cape Coast:C9stle nack) Madeira am 20. d. M. Abends 9 Uhr infolge emes

ieber-Rückfalls gestorben. Der Kreuzer kehrte sofort nach

ierra Leone zuruck, wo „die Leiche einbalsamiert und paxm von dort nach England gebracht werden wird. Die Königin Victoria empfing die Nachricht von dem Tode dex?- Prinzen gestern Vormittag in Osborne während des rühstucks. Ob- wohl ticf erschüttert, überna m Allerböcbstdie elbe es. dennoch, der Prinzessin Beatrice ie Trauerkunde mitzutherlen. Der Hof bat fur sechs Wochen Trauer angele t.

(Prinz Heinrich Moritz von Batten erg, der dritte Sobn des vktstorbenen Prinzen Alexander bon Hessen aus deffen morganati- scher Ehe mit der Gräfin Julie bon Hauke, War geboren am 6. Ok- tober 1858 und vermählte sich am 23. Juli 1885 mit der Prinzessin Béatrice von Großbritannien Und Irland. Der verstorbene Prinz bekleidete in der britischen Arme-e dkn Rang Linés Oberst-Licutenanis de kw)cir Gouverneur der Inskl Wight und 585 Schloffes Caris-

wo 6. . Der Kriegs-Minister Marquis von Lansdowne erklärte, dem „M. T. B.“ zufolge, gestern Abend in Liner in Salisbury

ehaltenen Rede, daß die Regierung fortfahren werde, bis Vcr- Jtärkung dcr Rüstungcn zn betreiben.

Bei der gestern in Belfast vorgenommcnen Ersaßwahl zum Unterhause siegte der Kandidat der Konservativen Sir James Haslctt mit einer Ma1orität von 161 Stimmen Über Turner, den Kandidaten der UnabhängigkeitsPartci.

Frankreiax.

Die Reqicrung erhielt eine Depesche dcs General-Resi: denten in Madagaskar Laroche aus Tananarivo vom 18. d. M., worin derselbe, dem „W. T. V.“ zufolge, mit- theilt, die Königin habe den von dem Ministerium abge- änderten ProtektoratSvertrag unterzeichnet.

Das Begräbnis; Floquet's hat gestern unte)“ großer T eilnahme aller bekannten politischm Persönlichkeiten statt- 2 unden. Auf dem Kirchhof Pére Lachaise “wurdkix mehrere Zieden gehalten. Das Begräbniß trug keinen OffizilULU Gharaktcr.

Italien.

Der italienische Botschafter in Wien Graf Nigra hatte, wie „W. T. B.“ aus Rom berichtet, gestern eine Audienz bei dem König und konférierte sodann mit den Ministern CriSpi und Baron Blanc sowie mit dem österreichisch: ungarischen Botschafter in Rom Freißkrrn von Pasetii.

Türkei.

Die Pforte hai, wic „W. T. B.“ aus Konstantinopel er- fährt, die Zustimmung dcr Mächte znr Einführung von Monopolkn fiir SpirituE, Zigarettenpapier, Zünd- bölzer und Spielkarten nachgcsncht. Die Botschafter werden Über dicscs Ersuchen an ihre Negicrungen berichten.

Serbien.

Der Abg. Michael Pavlovic, Präsident des fortschritt- 1icherx Klubs der Skup chtina, richtete gestern an den Minister des Aeußern eine 5 nfrags, betreffend das von der ungarischen Regierung erlassene Verbot der Ein- fuhr von ferbischem Borstenvieb, wclcbes mit dem Handelsvertrag in Widerspruch siche. Das Verbot sei ungetkchtfkrtigt, weil die Tran-3porte von serbischen Schweinen an dem Markt in Steinbruch immer qcsimd an: ' Wavgt seien. Die Regierung möge erklären, was iir fiir- die

ahrung ihrer vsrtragHmäßigcn Nccbic gethan habe, Und was sie zum Sebujze der wrrtbschaftlicbcn Zntkrcffcn Serbiens vor- zunehmen gedenke.

Amerika.

Aus Havanna wird gcmeldct, dic Kolonne von Luquc habe die Bande Maceo's auf ihrcm Rückzug Übkrfallen und dieselbe bsiTirado geschlagen; die Znsnrgcntcn hätten 27 Tobie, die Spanier 2 Todte und 1.4 Verwundete gehabt. Die Ab: theilung von Hernandez habe_ eine andere Truppe der In: surgenten bei Guacamayo ge1chlagcn. Der Oberst Vienna habe in der Nähe von Yedxoso eine Schaar von 1200 Auf- ständischen angegriffen. ie Spanier hätten die fcitidlichen Stellungen genommen. Der Verlust der Aufständischen habe sich auf 12 Tobie belaufen.

Afrika.

Die „Agenzia Stchni“ meldet aus Adahagamus, der Dolmetscher des Ma]o__rS Toselli, dem es gelungen sei, am„19. d. M. aus _dcm Lager der Schoancr u entweichen, bestatige die Nachr1cht von den schweren Öcrluiten aui Leiten der Schoaner, sowie daß der Nequs Mcnelik trcnge, aber nußlose Befehle gegen die Vornahme von Razzias eylasscn habe. Ras Makoncn solle in Ungnade gefqüep sem. Theophilos und Ras Agos seien der iigltemschen Sache treu geblieben. _ Vom italienischen Unter- baUdler Felt_er entsandte Boten berichteten, daß dieser am 20. d. M. Mit dem Negus Menelik .eine Unterredung gehabt habe, die noch nicht becndet gewesen sei, als sie Mittags das schoamsche Lager verlassen hätten. Kundschafter bc:

igten da am Sanni kein, Schu bei Makalle e- M»: (et. ß Gin Askari,agwelcher amß18. d. M. Ahn?“ Makalle verlassen habe, berichte,- baß der Oberst-Lieutenant

* Galliano Wasser mit Wein in Rationen an die Soldaten habe

vertheilen lassen. _ Der abessinische Prin? Gags a, der bis vor kurzem in der Schweiz verweilt babe, set m Lager vyn Abg- hagamus eingetroffen und vom General Barattem' mrt allen Ehren empfangen worden. Baratieri habe dem Prinzen ein Zelt neben dem Hauptquartier anweisen lassen.

Aus Kapstadt ist der „Times“ die Nachricht_?ugegangen, daß die Verhandlungen gegen die po_11ti chen Ge- fan enen in Prätoria am 23. April stattfinden wiirden.

xJameson und feine Offiziere, die vor estern den britischen Behörden an der Grenze von Natal aUSge iefert wurden, smd nach einer Meldung des „Reuter'schen Bureauß“ in Durban eingetroffen und unverzüglich an Bord des TransPortdqmpfers „Victoria“ gebracht worden, um nach England übergefuhrt zu werden.

Parlamentarische Nachrichten.

Die Schlußberichte über die gestrigen Sißungen des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten be- finden sich in der Ersten Beilage.

_ In der heUtigen (22.) Sitzung dcs Re ichstags, wslcher der Staatssekretär des Rctchs-Postamis Dr,. von Stephan beimohnte, wurde die Beratbung des Ret_ck)shaushalts: Etats, und zwar des Etats dex Reichs-Post- und Tcleqraphenverwaltung, beim Tlle „Unterbeamte“ forigcießt.

Abg. Bebel (Soz.): Nachdem ich im vsrigcn Jahre aus Eliexblck die Verwendung bon Postunterbeamten zum häuslicbe'n Dienst für die Frau Postberwalter zux Kenntnis; des Hausks und der Postberwaltung gebracht hatte, glaubte ich, daß diesem Uebelstande abge- holfen werden würde. Aber die Frau des genannten Postverwalters erklärte, die Abgkordneten sollten fick) um andere Dinge kümmxrn; fie tbäte, was sie wvÜe, nnd dé!“ Mann tbäte auch, was sie wolie. Die Unter- beamten müssen nach wie bor Skmnikln holen u. s. w. Aebnlicbe Dinge Wurden von andéren Orten gemeldet. Die Unterbeamien bescbwsrten sich darüber nicht, wcil sie in ihrer Bsfördkrung und Ansieliurig u_nd in ihren Gratifikatimi-m bon den Vorgeséyten abhängig seien, Redner bemängklt ferner, daß Unierbeamte zu Leistungen verwendet würdcsn, für Welche sie nicbtangesteklt find; Landbriefträger würden zur BestsUun_ von Packcten in Nr Stadt berwendpt.„ Die Sonntagsrube werde' an noch nicht überall gknügknd gehandhabt; dcr anwachsknde Ver- kkbr habe die' Arbeitslast vernikbrt, so daß sik nnr burch Ansteiiung neuw.“ Beamtkn übkrrvunben werden könne.

Abg. Jskcaut (1). New.): Ani Grund T*?I mir zur Verfügung gestlÜicn Matérials bedauere ich, daß ich mir bki dsr (Generaldebaite selbst eine gewisse Beschränkung auferlsgt babs. Die Schäden rübr€n bér nicht von lokalem Ursach€n, sonkcrn von dsm nicbt richtigen, bureaukraiiicben Geist, dsr durch die Verwaltung gkht. Ich kann bier mir Cinigk spezislle Dinge zum Voxtragiriugcn. Die Sormiags- 1111)? wird nicht liberal] so gut béacbtet, Me Die Postvyrwaltung be- bmxpWi. Nach einigen Mittbkilungen, die mir gerxiacbt sind, wird in 7 Postämtern überhaupt kkin frkier Sonntag gewahrt. Bei 7 Post- ämtcrn wird dsr zweiic', bii 11 dsr drittS, bei 1 dEr vierte, bLi 1 dEr fünft? bci ]. “ccc siebknie Sonntag freigegeben. Da, wo der ziveite Sonntag ?reiJc-Zcbcn wird, 1V11d keine Rubez-Zit in der Woche JCJLÖLU.

Präsident Freibkxc von Vuol: Die? Sonnwgsrube Haben wir bei “5611 fkÜthkn Tiii'lx“: krledigt; ich bitt? dé'n Redner, nicht darauf zurückzukommsn.

Abg. Jskraiit: Ich rede Von der Sonntagsrube dsr Unter- béamten. .

Präsident Freihkrr bon Buol: Job biite nochmals, auf die Sonntagsrubc nicbt zurückzukommen.

Abg. Jskraut: Joh spreche Von der Sonntagsrub? der Unikr- bramtkn, nicht von der der höheren Beamten, ivexlcbc Sonntags böchstc'ns 0170611611 als SonntagL-jägsr, wsnn sie auf die Jagd gibsn. Wynn ici) bon der Sonntagsrubs nicbt sprkchcn darf, dann wil] ich von ibrc'r Arbeitszeit sprscben. Hält die Posivérwaltung disse Art der SonntagSrube und Wochen- rube für die Postbeamten für [egal? Ich frage das um so mxbr, al:“; dsr Vertrktkr dkk Reicbépartki Herr bon Stumm erst untsrsucbén wiü, ob di:? Schäden, über welche die Beamten kkagkn, auch bier im Hause als Schäden angessben w-Zrkkn. _ chn dis Post- berwaltung nicbt frsiwilLig Wandel schafft, mußßdkr Reichstag fie durcb Resolutionen oder Anträge dringend dazu aufsordém. Hkrr bon Stumm bat dLr Postvsrwaltung bii- Freundlicbieit gksagi. daß ii? (3 fchon beffsr gimacbt babe, als Es frühkr gkweicn isi. Es mu?: abe'r noa“) msbr nach dieser Richtung geschehen. Gsstsrn bsi dem für dM Mittslstand so iVichtis€11 Antrag sagte dur Regikrungsbértreter, daß die Regierung ssit fiinf _Jahrcn bkr Fragé näher 961161311 sei. Die Postbei'Waltuna bat 1811 25 JabrM Gelegenbkit gkbabt, dicser FWJL Wädi!" zu trctcn, und doch ist sie? noch nicht so nabe aetrkten, daß WMW geschaffcn ist. Danach ist der Siandpunkt d?!“ Yostberwaituug Weit (“1111611111200 dcm gerechten Juteteffe für die Bkamten. «zn einsm Ort an der Weser babkn die Bsamten schon lange genug nach «Hilfe gefchri€en, sodaß sie sich schließlich bimmslsckirciend an einen Höheren, an den Gbit der Gerechtigkeit gewandt haben, dcr wil], daß jedsr Akbkitök (cinen Lohn geuießs. Die Postbeamikn haben wsder Rub? in ihrer Familie, noch können sie dkn Goitcsdienst bssucbkn. Zn Dem mir zugeJangenen Matcrial aus jé'an Oii beißt es: Ein Postbkamter önnie allerdings dkn Gott:"kdiknft besuchen, WEnn er nämlich in Liner halben Stunde vom Burkau nacb Hause geben,. sich umkleidén, Mittag asien und Xiach der Kirche gebcn könnte. Wie wenig Verständnis; für das ryligiöse Bciürfniß dsr Bkamtcn [)?rrscbt, zeigt der Umstand, daß Herr Singer, ein Vertreter dks mosaischen Glaubens, fiir die Sonniagsrube ein- tréten mnßie. Dilskk Zustand paßt nicht in die Zeit der Erinnerung an die 25 jäbrige Wiederkehr des (Hründungstages dcs Reichs. DLr Gsnmal-Postnikistkr würde fsincn Titel als Meister mit Ehren ira en, wsnn kk für die Sonntagsrube Linträte. Es wäre überhaubt brsii-r, wenn er sich mit Meistern umgeben hätte und nicht mit M*inisiern juristischér Herkunft, die ksinc achkenntniß babe'n. Wenn dé“? Gsueral-Posimcisier nichts wsiter fert 9 bringt, als die Sonntags- unrube in den Vsrkebr bineiuzubringen, dann hätten wir beser gar kaine Po fbcrwaltung. ,

Prä dent Freiherr bon Buss: Ich bitte dknFREdner nochmals, auf die ScrmtagSruhe nicht näher einzugeben, und mache ibn auf, die geschäftsordnungsmäßigkn Folgsn des weiterck! Abschweifens aufmeiksam.

Abg.Jskraut: Ich bin dem Präsidenicn bankbarfür die Zurecht- Weisung. Mein Abschweifen lie'gt Vikliéicht an msineriungen varia- mcntariscbkn Erfahrung. Auf die (Gcbaliéberbältnisje der Unter- beamten will ich nicht eingehen, Mil ici) fürchte, daß der Präsident auch dabei ein Zurückgreifcn auf die Généraldebatte verbindcrn würde. Ich wiil nur über die Kleidung der Unikrbeamten Einiges bemerken. Ich wünsche, daß die Postbeamten im"Winter so (;(-kleidet Werden, daß ihre Gesundheit nicht geschädigt wird, ('blliso im Sommer. Nur in zwei Fällen wird der Urlaub gewährt 0an Abzug boni Gehalt.

“-Man berstebt aber in Beamtenkreiskn unter Urlaub eine Freigabe von

der Arbeit ohne Abzug vom Gehalt. In diesem Sinne wird im aUgemeinen ein Urlaub bei der Postverwaltung nicht gewährt.

Bei Schluß des Blattcs spricht der Géhcime Ober-Post- rath Wittko.

"- Dem Hause der AbJeordneten ' eine Denkschrift, betreffend die in der t vom . April 1893 is zum 31. März 1395 erfolgten Bauausfü rungen an denjenigen Wasserstra en, über deren Regulierung dem Landtag besondere or- lagen gemacht worden sind, sowie der Nachweis über die Verwendung desDiSpositionsfondsimExtraordlnarium des Etats der Eisenbahnverwalsung für 1894/95 zugegangen,

Nr. 3 des „Zentralblatts der Bauverwaltung“, beransge eben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 18. Ja. nuar, Kat folgenden Inhalt: Amtliches: Dienst-Nachrichten. _ Nachrufe. _ Nichtamtliches: Der (Erweiterungsbau der Reichs- éauptbank in Berlin. _ Dehnungs- und SpannungSmeffer. _ Der

ieubau dsr Moabiter Brücke in Berlin. (Schluß). _ Geheimer Ober-Regierungs-Ratb A. Vuffe +. _ Der Großscbiffabrtsweg durch Berlin. _ Ojto Ferdinand Lorenz 'i". _ Vermischtes: Bekannt- machung vom 10. Januar 1896, betr. das von dem Minister für Landwiribschast, Domänen und Forsten errichtete Stipendium. _ YreibbewerbunZL für eine Stadthalle auf dem Johannisberge in lberfeld. _ ettbewerb für Entwürfe zu einem Saalbau in Bay- reuth. _ Wettbewetb um Entwürfe für die Begleiturkunde zur Grasbof-Denkmünze. _ Preisbewerbung für den Raidbausbau in Steglitz. _ Bücherschau. _ Neue Patente.

Nr. 2 des „Eisenbahn-V€rordnungs-Blatts.", heraus- gegebcn im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 18. Januar, enthält die Zusatzvxreinbarung vom 16. _Juli 1895 zum Inter: nationalen Ueberemkommkn über den Ci)enbabn-Frach1verkebr vom 14. Oktober 1890.

Nr. 3 desssiben Blattks, vom 21. Januar, bai folgenden Inhalt: Erlaß? des Ykinisters der öffentlichen Arbeiten: vom 6. Januar 1896, betrk End .Zeijschrift für Bauwesen" und „Zentralblatt der Bau- berwaltung'; Vom 11. Januar 1896, betrsffend bauliche AUSfübrungen in den xum Bereich der StaatsbabnverWaltung gehörigen Dienst- und fiskalischen Miethobnungen; born 16 Januar 1896, betreffknd Ver- öffentlichun von, Erlassen über Psrsonalangelegenbeiten in den Direktions- mtsblättern. _ Nbchrichten.

Entscheidungen des Reichsgerichts.

Ist ein Zeuge Wegen Ausbleibkns vom Termin Von dem Gericht mit Unr€cht zu einer Geldstrafe vcrurtbxilt und disse Strafe nebst Kosten von ihm eingezogen worden, so bat. nach einem Beschluß dss RLiÖSZUiÖtI, ]. Zivilsknats, Vom 21. Oktober 1895, das Gericht, sobald nachträglich sein Ausblyibc-n als entschuldigt ankrkannt ist, auf Antrag des Zeugsn die Rückzablung dcr Strass und Kosten an dense'lben anzuokdnkn, ragkgen ist es nicht befugt, die Zabkung dEr born Zcugengefordertsn Z i us 8 n bon jc'nem B81rage und Erstattung der in disser Angklegenbeit von ihm gsmacbtcn Portoauslagen anzuordnen; _ Wegen unentschiildigtkn Ausbleibkns ais 38ng wurde N. vxm KQMMLMLU'ÖT zu einer Geldstxafe Von 20 516 bcrmtbeiit, Auf (sine Bcscbwsrde wurde dieser Bes-bluß bom Reickpsgcricbt ani- gkbobkn, Weil nach Lage dss Falles ie'm BeschMrdefÜbrc-r Gslegcnbeir hätte gewährt wcrden müsst", sein Ausble'ibsn zu rschtfkrtigen. Ji:- zwischkn batte N. die Strafe und 30 «J Schrkibgcbübrkn znr Gerichts- kasié bezahlt. _Jnfolgs dsr dkmnäckyst Von R. beigkbrachtkn VLWLiÖstÜckk cracbtete das Kammcrgericbt dcniclben für entschuldigt und ordnete auf seinkn Antrag die Rückzahlung dx-r 20.44 30 „3 an ibn an, wies daxie-gx'n den Weiterkn Antrag dcs N. auf Zzblung bon 69,0 Zins"): b 11 "20 W 30 „31 séit der Einzahlung und Erstattung von 50 ..“ JU-rwausiagen ab. Die ernkuie Bcscbwerde 1763 N. bcim Rkiibsgkncbt baite keinen Erfolg, ,da Es an gks881ichen Bestimmungen fsbit, wclche das Gericht ermächtigen, die Zahlung dkr gcfvrderten Zinsen: und Portobeträge aus der Staatskasse auf den LinsLitigen Antrag des Beschwerdeführers anzuordnen. Insbesondere ist weder in der Zivilbrozcßordnung. m'cb in 591: Gebührenordnung für Zyugkn und Sachbcrständige de'm Gkriä)! eins solche Bofugniß eingkräumt.“ (76/95.)

__ DLL" Anspruch auf Ersatz der .Hkilungs- und “.Be- krdigungskosten sowie 1:95 Vermbgpnsnackchils, wc-lcbe'n dsr Gk“ tödtéte währkxnd dsr Krankheit durcb Echrbßunfäbizike'it odc'r Vir- niindsrung der Ekkl'befäbigklit erlijtkn bat, acgcn dcn Skbadsn- Ersa pflichtigen für diE bei dem Bktkié'bé bon Eisenbabnen, Bsrg- wer en :c. berbcigsfübrte Tödtung 3 Z. 1 DTI -§“_miirfl:chmes:13x§) sieht, nach einem Urthc-il dass Rcicbscxcricbts, 111. 45151119:th vom 29. Oktober 1895 zunächst nur dem (thödtkten und (“671611 Nachlaß zu, slincn Augkbörigcn also nur in so wéii, als sie- seine Erbkn zz?- wvrden smd. Durch dassklbk Urtbcil hat das RLiäWgericbt fkknkk au§g€spr0chen, daß aueh ('in Kind, Welckxls erst nach dem tödl- lichcn Unfall skines Vaters geboren worden, ('inrn 21:1- sprucb auf Unterhaltung gkgen den schadenersatzbilichtigcn Bétkiébs' nnte'rnkbmcr bat. (179/95.)

Entscheidungen des Ober-Vchaltungsgerickxts.

Für die Annabme Lines gewerbestcnc'rbflicbtigcn Gewerbs- bktrikbks ciner Aktisngksc'llsckyaft kommt (5, nach ciner Entschsidung dks Oblk-VMVÜUUUJÉJSÜÖW, 171. Senats, ]. Kaminkr, Vom 18.211716 1895, nicht darauf an, Ob die Aktiengkseliscbaft gkwisse Geschäfte! nach den Staintcn bktrcibkn kann. sondcrn darauf, ob sie solche tba!- säch1ich bktrcibt. (171 (1. 1150/94.)

_ Für die Oeffentlichkeit Lines Flusses ist, nacb einem Urtbeil dvs Obkr-Vcrwaltungsgerichis, 117. Senats, vom 0 Robembkr 1895, rkchtlick) obne» Bélana, We'r von ihm die Nußungkn zieht, 65 kommt vielmehr nur darauf an, ob dcr Fluß cm der beircffknbe'ri Stklle schiffbar isi. _ DU“ WKMbaiifiskus [)at berniösk der ibm in Ostpreußéngkseizlicb obliégcndsn Vsrbflichiunq znr linikrhqltmtg dsr Laub- und Yeerstraßen auch dis im Zuge der Landstraßk bon M21)!- sack nacb Mühlhausen 1"!er die Passarge fübrknde _Bt'iicki' zu unber- baltkn. Diesklbe !icgt auf der Krkiögrkme zwiiclxcn dcn Krc'ixen Pr.:Hantid und Braunsbcrg, und die: Paffargc bilde_t dort zugleich die Grenze zwischen der Feldnxark der kasinde Wuien und dem Gutsbkzirk Spandkn. Jufolgs dssikn nahm dsr Fiskus aufGrmid dsr §§ 13 flg. Tit. 15 T1). 11 A. L.-R. auch die Ecmeinds Wussn auf LéisWklg dsr zu den Brückeanaraturen noibnw'ndigcsn Hand- und Span n diénste in Anspruch, Miche aber diese Lcisiung ablebnie. indem fie _ae'lte'nd machte, daß dic Passargs, wenn auch an der frag- lichen Stelle nicht schiffbar, dennoch ein öffentlicher Fluß sei, We'll dsr Fiskus die Nußungen, insbesondere der Fischerei, aus ihr zibb?- Auf die Klage des iskus wurde die Gemeinde Wusen veruribmit- die Hälsie der gk ammtkn dic Pasiarge zwischen Wasen und Spanden erforderlichen Hand- [1110 Spanndicnste zu leisten. Die Revision der Beklagten wurde vom Ober:Verwaltungsgerickyt xurückgewiesen, indem ls ausführte: „Ninix der Judikatur des Ober-Verwaltungögericbis bksicbt je'kzt kein Zweifel mc-br Darüber, daß ein Fluß nur soweit als ein öffentlichc'r gxlxlu kann, wie sein?, Schiffabrt reicht. Die früher von dem vormaligen antg- lieben Obsr-Tribunal vertretene gegcntbcilige Meinung, die dieser Gcricbtsbof übrigens bereits selbst aufgcgeben hatte, ist 1th auch nac!) Fer 31,12??? des Reichsgerichts als endgültig beseitigt anzusehen. 117 .) ,

_ Ueber streitige Psnsionsansprüche der hgsoldeten Gk“ meindcbeamten haben, nach einem Urtbeil bes Ober-Verwaltungs- gerichts, 11. Senats, Vom 23. November 1895, die Vexwaltungs- gsrichte nur und aÜein darübkr zu entscheiden, ab ein gewikser Tbeii des Diensteinkommens als Gehalt in Ansatz zu kommen, abe yder nicht. „Das Zusiändigkeithefep vom 1. August 1883 bc'strmmt m § 20 Abs. 4 Folgendes:

zur Unierhaltung der Brücke über,

Ueber ftreitig'e Penfionsanfvrücbe der besoldeien _. Gemeinde- öbxamten beschließt, soweit nach den Gemeinde- af'ungsxnfetzen die Beschlußfassung der Auf cbtsbebörde zusteht, der ezrkßausscbuß, und zwar, oweit der Bes luß sicb darauf erstreckt, welcher Theil des Diensteinkommens bei Feststellung der Pensionkansprüche als Gehalt anzusehen ist, vorbehaltlich der den' Beibeili ten gegen- einander zustehenden Klage im Verwaltungsstreitve abren, im übrigen vorbehaltlich dcs ordentlichen Rechtswk es.

Der weitere. eirem solchen Beschluffe gegenüber 1ch darbietende Weg

bestimmt sich nach dem Gegenstande, in Ansehung dessen die Be-

tbeiligten den Streit fortsetzen. Soweit es sich darum handelt, welcher Theil des Diensteinkommens bei Feststellung der Pensions- ansprüche als Gehalt anzusehen ist, unterliegt der weitere Streit der Entscheidung im Verwaltungsstreitverfabren. In allen anderm Fragen dage en sind die Parteien auf, den ordentlichen Rechtsweg angewicizenF (11 1754.)

Statistik und Volkswirthschast.

Deutschlands Roheisenproduktion. Nach den statistischen Ermittelungen dxs Vkreins deutscher

“Eisen- und Stablindustricller bslief sicb die Roheisen-

produktion des Deutschen Reichs (einschl. Luxemburgs) im Monat Dezem ber 1895 auf 510405 t; darunter Puddelroheiscn und Spiegel- eisen 141675 b, Bessemerkobeisen 27 458 t., TbomaSrobkisen 263 288 r, Gießereirobeisen 77 984 b. Die Produktion im Dezember 1894 betrug 498 233 t., im November 1895 489 822 i;. Vom 1. Januar bis 31. Dezember 1895 Wurden produziert 5 788 798 k gegen 5 559 322 t im gleichen Zeitraum des Vorjahrs.

Die Sex: und Küstenfiscberci 1894 bon den preußischen _ Küstxn aus.

(Stat. Korr.) Von den FticbercixAufficbtsbeamten wurdxn im Jahre 1894 Crbcbungen daiübsr vorgenommcn, in welcbkm Umfang von den preußischen Küsten aus die Fiscbcrei in der Nord- und Ostsee sowie in ren Haffgewäffern betrieben wird. Diese Aufnabme erstreckte

“sich jedoch nur auf die wichtigsten Fiichcreistationen, weshalb ibre

Ergebnisse, wic anch in dcr bstreffsnde'n Veröffentlichung („Statistik der SW- und KüstenstsMrei“, Berlin 1895) bkrborgeboben wird, einen Anspruch auf unbedingte Gsnauigkeit nicbt liberal] machen können; immerhin Wkrden (is aber ein annähernd zutreffendes Bild über discYFisciyereiVLrhältniffe an den preußischén Küsikn zu geben gk- crgnet cm.

Sielit man die so ge'womienen Zablkn zusammen, so crgisbt sich, das:; 14902 Bérufs- und 11408 Gelkgenhkitkfisch€r unter Heran- ziehung bon 1672 Fischkrknkcbien und Arbeijkrn die See- und Küsten- fiscberei wäbrknd des Jahres 1894 in Preußen ausübten. Die dabki benu ten Fahrzeugß warkn zahlreich, und deren Benennung ist je nach dkn Lßikndén ungcmkin vkrscbicden. Wir finden aufgeführt: 318 Angel- käbnc, 6158 Fahrzeuge, die als Boots, Fandkäbne ohne Segélcinricbtung, offeneBoote, Fischerboote oder Joklenkä ne bc'zkicbnet Wkkdkn, 738 Sicksn, 728 Lommxn, 48 gedeckte Lachskutiex, 6 Lachskutter, 71 Lachsang€l- 50019, 584 große Käbne mit Segelkinricküung, 75 Handkäbne obne SC;]?!- Linricbtuna, 299 Strandgarnboote, 741 Strömlings-,Flundernctz-, Zkessn- imd Dorschangelboote, 1419 Küstkn-Fischerbootc und Kälin“, 202 g?- dkckte Hockoseeboote (darunter ein kleiner Dampfsr), 289 Fischbandels- fahrzeugi', 352 Neßs€g€lbooie, 310 Strsuer- und Garnbootß, 483 Quaisn, 59 gidkckte Fiickxerfabrzeuge (Elbkuttkr, .Hamsncbsr), 112 balbgkdcckté Fahrzkuge (BuitjoliM, SÖÜWPPM), 4 Heringsloggar, 208 Eber imd Kutxer. Ein Theil dieser Fahrzeuge wurdk nur bei Der Hochseefischkrei benutzt, be'i kCc außerbcm noch 28 Fischdampfer i_xi Tbätigkc'it waren. Von lcßterm waren 20 in Gcesiemünds, 3 in Kranz (Kreis Jork), 5 in Alton: be'beimaibkt.._ Di€_ Fischdampfer betreiben aaöscküießlick) (er;ndscblkbpnkZ-FiscbZrm mxt der Kurre (Trawlncy). Der Hanpifang besteht aus Eckyélifiscbkn, Kabeljau, Sscbccbjen, (Schollen, ROÖLU imb „iinurrbabn,„ ausisrdxm in Seezungen, Stcinbutikn mib Kikisxn. Wahrend dsr Wintc'rmonaie wird auch bexc'inzclt Siör «efangen, für den in Glückstadt eine Anlage zur künstlicbt'n Aufzucht eingérichtet ivorbcn isi. Dsr Fang der Fisabdampfer ist vérschicdcn und schwankt zwisch€n 10000 und 30000 Pfd. Zn dén leßten Jabrcn bkttug derselbe isltc'n 11er 30 000 Pfd., gkgcn 40 000 bis 50000 Pfd. in früheren Jahren. In der Regie! macht Ein Damyfer jäbilich etwa 40 Reisen. Im Sommer dauert eine Reise etwa 8 bis 10, in den Winteronaie'u 10 bis 12 Tage, js nach der Ergiebigkeit dcs Fangs und je nach der Witternns. Nach dem jcdeSmalrge'n Fang wsrben alle Fische soglsicb geschlachtet, aus;]eweidet und in dem dazu eingerichteten Fischraum Möglichst jsde Sorte für sicb in E15 bcrbackt. Der Bruttovsrdisnst einss Dampfcrs betiägt im Durchschnitt jährlich 60 000 bis 70000 «M; dagegen werden die durchschnittlichcn Unkosten kinscblikßlich einer auf 10 v. H. bkmessknen Abschreibung für Abnutzimg jährlich auf 50 000 bis 60000 .A. veranschlagt. Di? Dampier haben regelmäßig zcbn Mann Besaßung. _ '

Nicht außer Acht xu lassen isi, das; 1111161“ obigén Fabrzsugkn die

. in de'n übrigen deuifchkn Hafenpiäßen bkhZiMantén, insbesonders

diejenigen bon Bremen, VreniérbaNn, Hamburg, Rostock und andercn «Hafenpläizen, nicht mit inbegriffxn sind. Wie krbeblich die Von bikr aus betriebene Hochscefiscbcrci ist, zeigt unskre Quclie, nacb ivylcber aUein für Hamburg der Werts) dEr in der Sccfiscbsrei b€nuytxn Fabr- zknge (darunter 11 Fischdamyfer) Einschlikßlich dcr Fanaczerathe anf 1050 000 «46 beraiischlagi, ber durcbfcbnittlickye jährliche Bmitoirtrag bkrsklbc'n auf 700 000 „44 gksÖäyt wird, die OocbskcfiscberflottZ bon Blankencsc aber aus 19 Kutwrn und 38 Ebkrn, diejynige bon Hamburg-Finkenwärdkr aus 58 Kutikrn 11:11) 100 Ebern beste'bi.

Zur Arbkiterbkivyguna.

Ans Glas ow meldet „W. T. B.“, bas; dsr Ausstand ber Sckxiffsbauar eiter beigelsgt worden iii. _ Dsr Arbeiter: bollzugbausscbuß in London bat beschloffsn, die in Carlisle vc'r €inbarten Bedingungen (011th angcnommsn und die ?lrbkitcr in Belfast angkwiesen werden, die Atbsit sofort wieder anfzunebmen.

Kunst und Wiffensäzast.

:ck: Die Januar-Ausstellunq dés Kunst-Salbns 197.121

F. (Gurlitt zeigt eine vornébms Ybbsiognomie; in DM intim aus- gestattejen, wenngleich aUzu ungünstig 1'€1€uch1€ten Räumc-n hat sich eine erlsssne Gcsebfck)aft bon Z))ktisiérwsrken ibr Rendez-vous ge'gi'bén. Arnold Böcklin hat drei Werk?, die auf dcrvbmjäbrigen Aux?- iteiiung d(xr Münckyenkr Skzksfion mit ankcrkn zu ('mer Ziemandcxwxixi beischendcn Böcklingruvpe verkinigi waren, bcrgesandt. EML römische Landschaft im Stile Pousfin's zählt zu den friihercn Schöpfungrn dcs Meisters, denen alierdings jugendliche Befangpnbcit kaum anzumcxkkn ist. Die ungsstüme Leidenfebaftiicbklit seincs Ti-mpcxamcnts kommt in der urwüchsigen Schilderung eines .Cixnbcrnkan1pscs'_ zu_ bollem Ausdruck, wc'ibrcnd der 1895 in Tcmpsrateckxnik gemalte FWP) der Maria Magdalena uns die Tiefcn seines Empfindungblcbcns cr- iÉließt. Hermann Hendrick), G. Cxairati und F. bon Schennis müssen sich in dieser Nachbarschaft damit begnügcn, _dim unvergleickilichen Genie des schweizer HälkadicbkctI als beéscbeidcnc olie zu dienen. In das Lager der .iaturalistcn obrc Fxtrcxt und adsl führen uns die kaälde Max Liebermann's, untcr d(ne'n namentlich zwei hoüändiscbe Dünensiudien den Beiveis [feiern, da); es az! der malerischen Prosa nichx an postischc'r Stimmung icblt. Auch die nterieurs von G otthardt Kük) [, ebenfaUS Bekannte bon bcrchicn SezesfionSaussteUung in München, sind nicht nur virtuos? Farben- capriccios, sondern auch Schilderungen von kcbt deutscher Intiniiiät und Traulichkeij. Wilhelm Leibl stth mit seinen (Charaktxr- iöpfen in der malérischen Durchführung wie in der Auffassung und im Ausdruck über sjeder Kritik; ebenso ist .die großzügige Naturauf- fa un der Tbiertücke von Bruno Lil efors in Berlin bereits weder oli bewundert workcn; feine „Auer ahnbasz“ und ,Habicbt“,

Naimausscbnitte von überrastkender Unmittelbarkeit, rufen fie ' willkommene Erinnekung. .Die schottische Land rbafterscbule- repräsen- tieren Wbitelaw Harxttlton und James aterson in einigen sebr charakteristiscben Beispielen.

Von jüngeren Berliner Malern bezw.Ma1erinnen babenL.Dett- mann, Curt Herrmann, Fanny Levy, H.Rosenber und L. Ury die Ausstellung beschickt. Dettmann's Landschaften Laben nxuexdmgs etwas von ihrer ursprünglichen Kraft eingebü t; immerhin sind es ach1unggpbietende Leistungen eines feinfübl gen Talents. Herrmann fuhrt eine neue Variation seiner Harmonien in Roth und Violett in einem'zartgestimmten Interieur ins Treffen, Less er U ry einige krastboll impresswnistische Landschaftsstudien, während Rosen- bexg'ß impressiontsttscbe Versuche bei aller Prätenfion den Stempel der Unreife tragen. Daß natura1istische Kraft auch ohne breitfpurigen Farbenauswand ibre vblle Wirkung behält, beweisen schlagend die energisch, aber ztelbewußt bingeseßten Originalradierungen vo_n Joseph Jöraels. J. Sperl, der Freund und Mitarbeiter Leibl's, hat eine Reihe landschaftlickper Bilder und Studien bei- gelsteuert, denen allerdings mit der Staffage Leibl's ihr Bestes fehlt. F oit urid_geistreich sirzd die mit der Feder gezeichneten Karikaturen von Philipp May in London ausgeführt. Auch die Skulpturen des in Paris ausgebildeten Berliner Bildbau-xrs F. Flaum ver- ratben ein beachtenswertbes Talent, ,das sich jedoch an größeren Aufgaben noch erproben muß.

_ Am 21. d. M. verstarb in Jena der Geheime Rath, Pro- fessor [)x'.11'1201. N 51111. Gustav Stickel, welcher im vorigen Jahre untle großen Ehrungen die Vollendung seines 90. Lebensjahres feierte. Siickéi war am 18.Ju1i 1805 in Cisknack) geboren,fiudierte in Jena und bat dann seit 1827 dsr dortigkn Uniberfität als Lehrer an- gkbört. Er „habilitierte fich in der tbeologischen Fakultät und wurde in dieser 1830 zum außerordsntlichen Professor befördxrt; erst mit seiner Ernennung zum ordentlichen Profeswr trat er in die philosophische Fakultät über. Er war der hsrvoxragendstk Kenner des orientalischen Münzchseus; sein Haapt- werk ist das .Hanbbuxh zUr morgeniändisckyen Münzkunde“, das 1845 [m_b 1870 in zwei Banden Erscbikn. Von arideren Schriften seien er- Wabnt: .Das Bxich Hiob, rbyibmisch geglikdert und übersetzt“ (1842) und „Das Hohelied in seiner Einheit und dramati1chen Glisderung mit Uebersetzung" (1888).

_ Aus Wisn wixd bas Ablébkn dcs Profeffors Brunnen- Mkisték, Lebrcrs iÜr StraWbi an dsr dorTi-Zen Unibérsität, gemxldet.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.

_ Nisberiands.

ZufolgS Verfügung des Königlich niederländischen Ministsrs dss JMWM find die skiner Zeit gkg-Zn Marokko angsordneten Quarantäne- maßnabmsn nunmsbr in ibrsm ganzen Umfangs wikder aufgehoben worden. (Vgl. „R Anz.“ Nc. 6 Vom 8. d. M.)

Cbolsra.

Oestérrkicb-Ungarn. In Galizien w::rdsn bom-7. bis 14. Jannar aus 2 zu 2 poiiiisch€n Bézirken gebörsndkn kaeinden 8 Erkrankungen (5 Todkbfäük) gkun-lkc't, babon 2 (_ck im Bezirk Przémvsl, 6 (5) _im Bézirk Trembowla.

Egypten. Bis zum 9. Januar Wurden nachsteb-IUDL wsitere Erkrankungkn (und TOÖLIfäÜL) gsmeldct: in Alexandrien am 4. Januar 1 (__), iu Charkieb am 30. und 31. DLZSUlblr 2 (2), in San el-Yagar am 2.115,13 3. Januar 1(1), in Vossat am 6. Jayuar und in Mit Cbaddad am 7. Januar jk,- 1 (_), in El = Kurdi am 29. Dézkmbkr 1 (1), in Mansurak) Vom 29. De- zsmber bis 1. Januar, in Zagazig Und Borachia am 1. und 2. Januar Uiid in Faraskour born 29. Dezkmbexr bis 7. Januar j? 2 (2), in Zarka born 29. Dlzi'mber bis 7. Januar 5 (3), in 'Zlbu-el- Cbekuk am 4. Januar 1 (“*), inégesammt 21 (15).

Konstantinopel, 22. Januar. (W. T. B.) In dr€i Ort- sciyaftsn des Vilajets Viilis smd skit dkm 15. Januar 71 Er- krankungen an Cholera vorgkfommsn. von denen 49 Linen tödtlichen AUSJang nabmxn. _

Ostindien. Kalkutta. Vom 1. bis 14. Dézkmbkr 1895 starben 94 PktsMkn an Choléia und 650 an Fieern.

Gelbfiebcr.

Zn Rio de Zansiro Wurdkn den „4550; 01' 35.1111 1'811.“ und den „12115110 11031511 1990143“ zufolgk vom 10. bis 16., Vom 17. bis 23. Novembsr und Vom 1. bis 7. Dkzémber 7, 18 und 29 TodesfäÜL fesigestclit, in Pernambnco in den béibsn Wochen vom 3. bis 16. Nba bémbsr js 2, ferner auf Cuba in Cienfusgos Vom 9. bis 15. De- zcmber 2, in Santjago in den 3 Wochen Vom 1. bis 21. Dezember wbcheniliä; 20, 17 und 12, in Havana in dén 3 Wochen Vom 29.5119- vember bis 19. Dczkmber wöi,€nt1ich 8, 6 und 4 bsi ungkfäbr 18, 12 und Z NEUSkaÜnkUUJLN. _

_ Trichinoie.

Preußen_. RegicruugsbczirkPotsdam. Zn ")iowawks bsi PotSkam iind in bmi lstzten Tagen des Okiobex und dc'r Ersten Hälfte dcs Nooxmber 1895 insgesammt 21 Personen an Trichinose Likrankt. Dic Erkrankungkn b€r1ief€n zum tbeil 1111161? (chibewén Er- scheinungsn, babsi: (1er in ki'ilikm Fall eincn tödtlickzen AUFgang gs- nommsn. Zn 17 Fällcn wnrde feiigesiekklt, das; bis Erkrankten trickyinenbaliigen Schinke'n (;?gcsskn batten, dcr bon eincm béstimmten Fleischer «kauft war; jkdoch wurde bisbkr 7:04) 51.51 iichsr Zrmiitkli. ob daI Sébwsin, Von welchem “om: Schinkcn k,?ii'ÜYerS, d&“ Trichinen- schau Enizogexi words:! war.

Verscbichns Erkranknngxn.

Pockcn: London 3, Oderisa 4, ,Petc'rsbnrg und Warscban ii“ 2 Todesfälly; London 20 (Krankknbäuskr), Paris 16, St. Pstcrsburq 7 Erkrankungen; Fleckfbbbubx St. PciLrT-burg 3 Erkrankiwgen; Rückfalbfikbkrz St. PLterIburg 6 Todesfälle und 180 Erkran- kungen; Genickiiarrk: Nsw-York 3 Todksiälie; Milzbrand: Moskau 2, St. Pétersburg 1T05€§fa11x Jnfluknza: Mébr als 2 Todesfälle in Altona (3), London (13), New-York (3); Frankfurt (1. O. 22. Nürnberg 21, Hamburg 59, Kb Enhagen 125 Erkrankungkn. Mehr als Ein Zcbntel aller (Gsstorbsncn iarb (111 Masern (Durch- schnitt allär beittsck)cn BsricthNie 1881/90: 1,30 0/0): in Brandsti- burg und Lübkck. _ Eikrankungen kamen vor in Bkrlin 73, in dort ng.-B9zirken Arnsberg 323, Düsicldorf 144, Mindkn 260, SÖléÖwig 98, Stettin 107, in München 211, Hamburg 31, Bura- pest 205, St. Pci-erburg 216, Wien 421 __ an Dipbtbsric 11110 Croub (1881/90: 4,49 0/0): in Halie, Kaiserslautcrrr, Königskiitte und Spandan _ Erkrankungen wurden gemsldkt in Berlin 108, in den Reg-Bkzirkcn Arnsbérg 127, Düsseldorf 162, in Müncbén 56, Hamburg 36, Budapest 30, Kopenhagkn 33. London 96 (Kranken- bäuser), Paris 110, St. Peti-rOburg 97, Wien 83 _ beLgl. an Scharlach in_Bcrlin 67, Breslau 38, Münchsn 32, Budapest 27, Edinburg 45, Kopenbagsn 30, London 293 (Krankenhäuser), Paris 63, St. Petersburg 85, Wien 98 _ deögl. an Unterleibstvvbus in “St. Pstsrsburg 211. _“ _

Der Gesundheitsstand in Berlin blikb auch in der Woche vom 5. bis 11. Januar ein günstigcr und bis Sterblichkeit eine niedrige (bon je 1000 Einwohnern starbk'n, aufs Jahr berechnet, 17,8). Auch in Visser Woche blieben akute Entzündungen der Athmungs- organe vorberrscbmd und endeten sogar in etwas größerer Zahl, als in dcr Vorwocbk, tödtlicb. Erkrankungen an Grippe wurden wohl n"ch häufig beobachtet, dock) sank die Zahl der durch sie bedingtén Sterbefäue auf 2. Erbebliii) ssltc'ner als in der vorhergegangenen Woche kamén dagegen akute Darmkrankheiten mit tFZdt- lichem Auögange zum Vorschein. Die Beibeilignng des Saug- lingsalters an der Sterblichkeit blieb eine gkringe; von 12 10 000 Lkbcnden starben, aufs Iabr berechnet 44 Säuglinge. _ Von den Infektionxkrankbciien blieben Erkrankungkn an Typhus bercinzclt. Erkrankungkn au Masern haben etxvas ab: an Scharlach und Diphtherik etwas zugenommen, und zwar 36: ten lsich Erkrankungen an Masern auf dem Wedding, an Scharlach im tra a

uer Viertel, an _

Dipbtberie _in der Tempelbofer Vorstadt, _ eiii ..ck-“* &“ “a “* ;. und im Stralauer Viertel am zahlreicbstm. MW an ck bettfieberkam einmal zur Anzeige. ?äufiß wurden rosenartige“ . W“ zündungen des lelgewebes der Hau beo achtet; aucb Erkrankunse-i; “" 271332333 8 FMM? Todt? MYM“ “bela"“t? “3? zur rz eanun. ar wurener ! schwerden aller Art zur ertlichen Beobachtung gejixrraciptéuma sche

Handel und Geiverbe.

Täßlick)? Wagengestellung für Kohlen und Koks

A de U?UdeixYWYTdÉ-i' Osiixisi'zlisZen'

nrurnam“...ee 5,i e' SeiteiZFt NZZ Yachn's fi d 21 d“ M "cht “ck“ “K“

n er e ien 11 am .. . feat 5381, ' . zeitig gssiellt keine Wagen. ges Wbt recht

_ . Zwangs-Versteigerungen.

„* Benn Königlichen Amngericbt 1 Berlin stand am 21. anuar das Grundstück Freienwalderstraße 23, der Frau Gastwirtb Ottilie Han n s gehörig, zur Versteigeruna ' äche 7,02 &“ Nußungswertb2010 24; Ersteher wurde für das Mei gebot von 29 100 „56 der Zimmermeister August Bredow, Soldiner- straße 112. _ AUfFHLHObW wurd'en die Termine wegen der Zwangs- versteigerunZ _dks rxmbstucks Gipsstraße 191)., dem Architekten C. F. A. 3 ohm gehortg.

_Die Einnahmen der Königlich bayerischen Staats- bahnen betrugen Mi Dezember 1895 8893 834 (+ 948011)„-(- und bom 1. Jamxaybts, Ende Dezember116131500(+4289680)„M

_ Die antgllCh württembergischen StaatseisenB ()J-I?“)SZUHYWU im dDezemblsr 9118351 ZineÉEinnabme von 2790407

. ..“ . 24, un bom . .vri is nde De ember 317573 (+ 2E1l4b8124) „Z Z D 3 16

. , ing, 3. anuar. * er Gebeims Kommerzien = Rat Ferdinqnd Schichau ist, wie die „Altpreußische Zeitung“ meldet? heute Mittag gestorben.

Breslau, 22. anuar. (W. T. B.) Getreide- und Pro- duktenmarkt. Spiritus pr. 100 1 100 0/0 exkl. 50 ck Verbrauchs- abgaben pr. Januar 49,50, bo. do. 70 „46 VerbrauchSabßabcn pr. Ja- nuar 30,00.

Magdeburg, 22. Januar. (W. T. B.) Zuckerbericbt. Komzucker exkl., bon 92 % 11,85_12,00, nkue _,_, Kornzucker exkl. 88 M Rendc'me'nt 1140--11,55, neue _,_, Nachprodukte exkl.. 75 0/e Rendement 825-925. Stratum. Vrotraffinade 1 23,75-24,00. Brotraißnade 11 23,50. Gem. Raffinade mit Faß 23,75 _24,00. Gem. Melis _] mit Faß 23,25. Sehr fest. _ Robiuckec 1. Produkt Trani. f. a. *I. mburq pr. Januar 11,528 bez., 11,55 Br., br. Februar 11,45 bkz., 11,523 Br., pr. März 11,50 bez., 11,573 Br., vr. April 11,572? bez., 11,623 Br., pr. Oktober- Dezembsr 11,00 Gb., 11,074 Br. Stramrn.

,Köln,„22. Januar. (W. T. B.) Wie die „Köln. VolkSzig.“ meldet, betragt di? durch das Koblensyndikat beschlossene Preis- srböbnng dyrchschnittlich 0,50 „M für die Tonne.

Leipzig;, 22. Januar. (W. T. B.) Kammzug-Termin- banb€l. _La Plata. Grundmuster 13. pr. Januar 3,224 .“, pr. Fcbruar 3,25 24,131; März 3,273 „44, pr. Avril 3,30 „54, pt. Mai 3,30 «, pr. Zuni 3,32é «. Pr. I'M 3,35 „34, pr. August 3,35 „Fk., . br. Sebtkmber 3.373.414, br. Oktobkr 3,374 „M, Or. November 3,373 „sé, pr. Dezember 3,373; „73 Umsatz 150000 kg. Behauptet.

„Mannheim, 22. Januar. (W. TB.) Produktenmarkl. Wetzen „pr. Marz 15,60, Pr. Mai 15,35 Roggen pr. März 12,90, pr. Mat 12,90. Hafer br. Marz 12,40, pr. Mai 12,40. Mais pr.

März 9,90, pr. Mai 9,90.

"Yrkmen, 22. Januar. (W. T. B.) Börsen-SchlußbUiÖt. Raffiniertes Petroleuxn. (Offizielle Notierung der Bremer Fetwlauxn-Börse.) Y_ubtg. Loko 6.35 Vr. Rusfiscbes Petroleum. oko 6,05 Br. _ Schmalz. Feit. Wilcox 31-144. Armour sbielb 31 „_z, Cubabv 32 411, Choice Grocery 323 43. White label 321- „1. Fairbanks 263 „_Z. _„Speck. Fxst. Short clear middling [010 28 „z. _ Nets unvcrandsrt. _ Kafch fester. _ Baum- wolle. FLsk. Ubland middi. 1911) 424 „z. _ Wolle. Umsaß: 135 BAUM. _ Taback. Um»: 198 Seronen Carmxn.

Wien, 23. Januar. ( „T. B.) Die österreichisch- Ungarisch? Bank hat bsute den Diskont von 5 auf 430/7- berabgescßt.

_ Amsterdam, 22. Januar. (W. T. B.) Jaya-Kaffex aood ordinary 52. _ Bancazinn 36T. *

Verkehrs-Anstalteu.

, , _ (W-T-B-) Norddeutscher Lloyd. Der R81chZeP0stdanPi€k „Bayern" ist am 21.Januar Nachmittags

B re m 31; , 23. Januar.

in Antiverben angekbmmen. Der ReichI-Postdampfer „Prinz- Negeni Luitpold“ ist am 22. Januar Vormittags in Colombo aqaekommeu. Der Postdampfer .Bonn' hat am 21. Januar Abends Lizard passikrt. De'r Sebnelidampfsr .Aller“ ist am 21. Januar Mittags vyyn NLw-Y ork nach der Weser abgegangen. Der Schnell- dampfkr .FUlda“ tit am 22. Januar Vormittags bon Genua nacb New-York abgegangsn. Dc'r Rcicbs-Postdampfer .Karlßrube" ist am 22. JanuaxBormiiiags in Shanghai angekommen.

London, 23. Januar. (W. T. B.) Dsr Union-Dampfer „Ikiiexic an* 171 Montag axis der Aqueise in Kapstadt an- 59 ommkn.

Theater und Musik.

Bkrlincr Theater.

Di." e_rsté A*.iifiibrurig vpn Ernst von Wildenbrucb's Tragödik „König Hsinrich' sksselte gestern bis zu ihrem späten Schluß dis Aufmerkmmkeit der Zgschauer, die sich in stürmischen, durcb kkinen Mißion «störten Beifallsbezeuqungen kaum genug thun konnten. Die' Tragödie bestEbt aus einkm Vorspiel („Kind Héinrich') und (iini Akten, dix. dcn Lebcnklauf des deutschen Königs Hsinriäss “117. von xemcr Kindbxit über den Schmerzenßgang i_iacb Canona. bian bis zu. seincm siegreichen Einzug in Rom um- )pannen. Die bühncndrcbtertsä)? Kraft Wildenbrucb's tritt lebendig in dcr A111age_ dss Stückes, in der C position und der Verknüpfung der Schick7ql§säden bewor: „aber die ösung der Verwickelungen ver- leitet dcn Vecfgsser,“ ba bLl dsr gewaltigem Spannung der tragischen Entwickelung ems Stsigcrung kaum noch möglich Erscheint, manchmal zur AnMndung tbcatralischetr, wenn auch keineswegs wirkungsloser MistLl zur Hebung ber Stimmupg. In dem Vorspirl wird mit übc'rrascbkndcr Klarheit s_chon aus die spätere Cbarakicrcntwickelung dcr bérvorragcndkn Perjonen und auf die zukünftige tragische

* Verknüpfung der Geschicke in unscheinbaren Anfängen hingedeutet. In

dem „Kind O_ÜUÜÖ" zeigt sich dsr Mann in seinem stürmischen (Empfindkn, [Liner Unerscbrockenbeit, seinen schneÜen Entschlüssen und m seinem Mitgefühl für menschliches Leiden. Die Personen, die be- deutungsvoll, in sein Leben eingreifen, ibm Richtung und Gestalt geben, trxteri ibm m kuxzen_Scenen gegenüber: feine streng läubige Mutter, seine sanfte, kindliche Ve'rlobte, die wilde Geßpielin Praxedis, dex roße Gegner Papst Gregor _ noch als Archidiakonus O_tlde rand _ und die störriscbcn und „grausamen Sachsen- Türsisn. Dcr Dichter zeichnet dann krastig und klar den Mann, dEr aus diesem Kinde“, das in heiliger Streu _e, fern von zärt- licher Mutterlikbe aufwuchs, geworden ist: einen . ömg, in dessen Her en die milden Regungen von, gere tcxm_ (; und Grau über- wuckZert worden sind. So tritt König emr in Worms auf und fordert troßig in stürmischer Jugendkraft den Erdball zum Kampf heraus. Rührend gestaltet Wildenbrucb die Semen in denen der einsame, vom Bannstrabl getroffene König im Wiederfiyden von Kindes- und Gattenliebe, im (Erkennm unwandelbarer Unterkxbanentmee sein troßigesterz wendet und durch echte Seelengrö e deu Gan nach Canossa zu einer königlichen That gestaltet. Der gro : Papst erichim