weniger bedeutend. als der sich selbst überwindende , begeisterte König Heinrich. Der Gefühlswechsel Demuth zum aufbäumenden Troy vor dem „ Stub! war nur schwach begründet und wirkte etwas ge-
_ . -- _ mn, wie auch der Tod der frommen Königsmutter und späterder _ Jeg cenen der lessen beiden Me, we! die Gestalt des Papstes stärker hervortreten lassen, leiden “5 „ Im Ganzen zeigt der Dichter wieder seine mächtige dramatische Begabunlczt in dem zumeist stürmischen Fluß erisierung der beiden großen Gegner ck17ka und Papst Gregor und in der Schaffun herzergreifender ßen geschichtlichen
“ 's von der
des Königs in Rom. Die S einige Längen des Dialogs.
Yk? Flungün der plastisäxen Chara U 9
und von Leidenschaft durcbbebter Scenen ; er faßt den gro Stoff straff zusammen und weiß die Aufmerksamkeit der
Um die Darsteüung machten sich die Herren Sommerstorff als König
Heinrich und Kranßneck als Papst Gregyr besonders verdient. Die
Inxccnierung nnd die Regie boten in den stimmungsvolxrn Dekorationen und in der geschickten Bewegung der Volkömasien treffliche Leistungen. Konrerre.
Der erblindetc Pianist und Komponist Franz Waltrr ließ sich Estern im Saal des „Römischen Hofes“ börrn und zeigte im ortrag klassischer und modrrner Kompositionen eine in Anbetracht
des ihm mangelnden Auaenlicbts bewundemßweribe trcbnischk Sieber- beit, die in Brethoven's Sonate op. 31 (ZZ-ämr), in Chopin's K-moU-Pbaritafie', in zwei Novellrttcn von Schumann und in drei kleineren Klaviersiüikcn eigrner Komposition rrsfflich zur Geltung kam. Die Sopranistin Else Deuiloff, welcbe den Konzertgebsr unterstüßte, sang_eine Arie aus Donizetti's „161163 (11 Obamormjx“, in Mlckwr fie eine erstaunliche Koloraturgewandt- beit erkennen lic-ß. Jbre Stimme? zsigte sich jsdoch im Vortrag don Liedern, die ein längeres Ausbalten dcr Töne e*rfordern, nicht kräftig genug. Untcr den Kompositionen des Konzertgrbers gificlcn am trieisten die Lieder .Herbstlicd' und „Heimliche Likbe'. Drr König- liche Kammermufikus Bruno Wendel (Violonce'llo) trug eine Romanze von Walter imd Stablknccbt's „EEPaanole' mit gutem Ge- l_mgen vor. Das Publikum fpcndeie alien Lkistungen ancrkennéndcn Beifall.
Jm Saal Bechstein aabrn zu dersexbkn Zeit znwi jung?: Damen, Karbe Selchow (Gksang) und Hermine? Schwarz (Klavic-r) ein Konzrrt, das sich eines zahlreichcn Besucks zu crfchxn hatte und mit Mcndeldsobnd 7316360115 ZéerUZSJ eröffnkt wurde: Dieses Wrrk ebenso wie Schumann's .PapiÜrns“ und cinige beliebte Stücks von Sgambati, Rubinstein und Liszt iührtc 'die Pianistin vor- trefflich aus, während in Br*ctboven's Sonate „1.85 JOUR“ mehr Reifr
' der Azrffaffung zu wünschen blieb. Die Sängerin, welclje xine um- WMW?- wenn auch nicht srbr klangvolle Alrstimmr bcsiyr, mag ,' Bruch's Arie „Aus der Tief:- des Grams“ aus ,Acbillruö“, sowie einige Grsänge von C. Löwe, Franz und Brahms meeramrntvvll vor und erntete, gleich der Pianistin, reiche'n und woblvrrdie'nien Bcifali. _ Jm Königlich8n_ Oprrnhause wsrden morgcn Mcyerdekr's ,Hugcnotten" unter Kapellmeister Ur. Myck's Leitung akgrbrn. Fräulein Emmy Telrky vom Königlickycn Doftdcaier in DrLF-dcu ZTfriert ais Margarethe yon Valois, Herr Otto Holidack singt dcn aoul de Narrgis. Im übrigen lautet die Beseyung: „Valentine: Fräulein Reinl ; Marcel: Herr Mödlinacr; St. Bris: » rr Bey; * Evers: Herr Bulß; Page: Fräukgin Dietrich; Bois Rosé: Herr Philipp. Jm Zigeunerianz tritt Fraulem DeÜ'Era auf.
Im Königlichen Schauspielhause qxlangi morgrn Nicolay Gogol's Lustspirl „Der Revisor“ zum 145. Mal in der Bo:- arbeitung von Elsa don “Schabkidky zur Aufführung. Dic B9- seßung isi: Stadlkommandant: Herr Klein; seine From: Fräulein Abich; sxine Tochter: Frau Plan; Kreisricbter: Herr K*Lßlkk; Schul- rektor: [Okrr Heine; Jnsprkior: HLN“ Ohrriänder; Pqstdirrktor: Herr
rtmann; Klestakow: Herr VoÜmer; Ossip: Herr Krüger; Stadt- wobnrr: Herren Link, Eichholz; tine chmvnersfrau: Frau Schramm. Das Stück spielt in einer i'lénrn Vrzirkasrart im Jnncrn Rußlands um das Jahr 1830. - Die Aussiibrnng dcs neu einstudierien Dramas
ubörer auf die hervorragenden Prrsonen zu konzentrieren und zu fcsFln. -
„König Richard 11,“ von Shakesxeare ist ür Donnerstag, den 30._ Januar, feftaeseßt. Dieselbe bi det den Unicaja der“ in Historischer Reihenfol e in völlig never Ausstattung in Scene aebknden Königkdramen in der Ue chung von SchlegeY-Tieck. Im Laufe des ebruar gebt Friedrich Hebbel's Drama „“Judltb' mit Fräulein Foppe n der Titel- rolle und Herrn Matkowskv als Holofernes neu e nstudiert ln Scene.
IUZ Adolpbßrnft-Tbeater cbt der Repertoirepoffe „Frau Lobengrm' xeßt die anziehende Offen cb'scbe Operette .Die Hanni weint _ der Hansi lacht? voraus. Dieselbe wird von Frau Dora und deri Herr_en Worltßsch Jürgas und Löber dargestellt.
In der un nachsten (711.5_ Philharmonischen Konzert (3. Februar) unter _Artbur Nikirch's Lritunßl und solistisrber Mit- wirkung von Frau Teresa Carreüo zur uffübrun gelangenden .Harold“-Symplkonie von Berlioz übernimmt Herr é;)rofessor Her- mann Ritter aus Würzburg das Brajschen-Solo.
_ „Morgen Aber *. findet im Saal Bechstein die [. Abonnemcnts- Soirée des Böhmischen Streich-Quartetts statt, in welcher die StretchsQuartette in D-äur, 01). 64, von Haydn, in Q-äur von Borodin und in k-äar, 01).18, Von Beethov-m zur Ausführung gelangen.
Das für gestern im Konzertsaal, JLWLslne Konzert der Konzertsängrrin raulcin Helene Schröder und des Violinisten Herrn Ludwig auboeck aus Leipzig mußte wxgkn plößlichsr Erkrankung des Leßtcrén auf einsn spätlrcn, dem- nachst noch bekannt zu gebenden Termin verle'gt Werden.
Potsdamerstraßa 9, angacht
Mannigfaltiges.
_ Jm Jnirrkffe dcs DampfsckyiffÉVcrkeHrs übcrHaupt und ins- brwnderr nacb drr GewerdL-Ausstelluyg in Treptow [zarte der Via- gistrat die Errichtung einer Dampsekr-Aulegestelle am Gröben- Ufér in drr Nähe der Oberbaumbrücke, und zwar im Zuge der Pin?!- straße,! ins Aug? gefaßt. Die crforderliclxcn Mittel dikrfür in Höhe von _40 000 «FC: jind bereits im dieéjäbrigrn Etat vorgesehen. Nach Fxrttgsteliung diescr Damvfcr-Anltxgksirüß sollte dicirlbe dsr Eprcc - Havi! - Dampfschiffabrts - Gcsellscbast „Stern“ gcgen Er- stattung der aufgewc'ndeten Kosten zar Bcnußnng überlassM Werden. cht brabficbtigi nun der Magistrat, rim? öffentliche Dampfer- Anlcgesielje am linken Userider SPM, oberhalb der Waisen-Vrücke zn ciricht§n _und die am Gröben-Ufcr im Zuge der Bcvrrnstraße bc- légrnr stadtische Boots-Anlegsftc'lle für dic Dauer drr Aussteliung 1896'xnm Anlchn der Dampfer- und Viktorbooie freizugeben. Dcr Magistrat hat drr Stadtvkwxdncten-Versammlung Sine birrauf br- züglicbe Vorlags zur Bcschlußsassung zugehen lassen.
Eiye Ausfiélluug für bäuLlicbe Kranken flege wird in In Raumcn drs Mrdiziniscben Waarenbau ('I im Monat Frbruar eröffnet wrrdrn. Disse Aussisilung wird alie Gerätbscbaitrn und Utensilien, welche in der_ häuslichkn Krankenpflcge Vrrwendung firiden, uquffen. Das Material wird so g-ordnkt sein, daß sich ein ntiffcnsckpaftltcbcr Ueberblick ergiebt; die einzclm'n Grräthe der Kranken- pflrge werdcn; cntWrcchend den chckrn, Welchen fis dienen, zu Grupprn zitsanxmetrgesaßt znr Anschauung gebracht werden, während alle für eine ahnliche (xder glc'icbe Einwirkung bkstimmten Utensilien immer cm zusammenhangendcs Ganzes bildc'n. Dkk Eintritt in diesc Sonder- aussteliung wird uncntgeltlich sein.
Im Zirkus Renz fand am Dicnstag Link Wobltbätigkeits- Vorstellung zum Bestrn dkr unter dcm Protektorar Seincr Majestät des Kaisers stehendcu Srifrung .Nationaldank für thcrangn“ start, wasche eincn Reinertrag Von 2000 «;ck cinbrachtc. Die von Herrn KomnxisfidnéZ-Ratb Renz pcrsönlich geleitete Vor- sieUung nakm cinen glanzendrn Verlauf. Siimmtliäye Leistungen drr- dicnen „höchstks Lob, so z. T*. dsr von der Amerikanerin Miß Rita del Crido mit Verve au§grfübrte Schulritt im Herrensattel, dann das (ffekivolle „FOUFOU bjpyjqUS“ mit den 9 VoUblutbengftcn, und ii? (hinfalis dcm Direixor Renz dirigierte große Armee-Stecplc- chase mit den .Ricscnsprüngen' der Ykrrkn Franz Ackermann, Léon
Dasfie- affio und rcuße über vier, fünf und sogar sechs
'erde: n Bravou ück, welches viel Bewunderun erregte. ar diente Anerkennung erntete ferner die anmutbige S ulreiterin Frau Robert Renz mit ihrem zum Schluß keck und elegant exekutierten Baguettesprung. Die den zweiten Theil des abwechlungßreickpm Programms bildende Pantomime „Ein Künstlerfest' fand, wie immer, lebhaften Beifall.
, Hosen, 22. Januar. Die Königliche Eisenbabn-Betriebs. mspe ion macht bekannt: Am 21. d. M., Nachmittags gk ('n 7 Uhr 41 Minuten, entgleisten von dem gemischten Zuge 8 bei der Einfahrt in die Haltestelle Schwarzenau der Strecke Oels-Gnesen sechs mit Kohlen brladenc Güterwagen. Drei derselben wurden fast ganz zertrümmrrt, die drei andern nnr theilweise, nnd die vom Zuge durckkfahrene W6iche brscbädigt. Reisende, Eisenbahnpersonal oder son tige Personen sind Weder getödtet noch NRW. Der Personenverkehr Wurde bis [::-sgt.: 10 Ußr Vormittags durch Umsteigen am Orte der S_iöruugdusrecht erhalten. Seit diesem Zeiipunkt _verkehren die deraPerjonknbesörderung _die-nenden Züge wirdcr fabrplanmaßig. Der Unfa ijt darauf zurückzuführen, daß während der,Fabrt drs genannten Zuges cin Güterwagrrt untrrwegs, rvabx- scheinlich wegen einer _abgebrochencn, aus das Grlcise gefaüencn Achs- gribel, aus drm Galeike kvrang und infolge dkffln auch die anderrn funf Wagen, wie bereits angsführt, während der Einfahrt in Schwarzenau beim Durchfahrsn der Weicbé'n zur Entgleisung bracht-I.
_Wiesbaden. Die pridate Wobltbätigkeit hat sich im Regierungsbezirk Wiksbaden in den leytcn Monaten durch Verschiédcnc S_chxnk'ungcn und letztwillige Zuwsndungcn an mildtbätige und grmein- nuyige Anstalien [)krvorgejban. So wurde von dsr in Kairo derstorbeucn Rentnxrin Wittmer Pchel der Stadt Frankfurt a. M. für die Kleinkinder- schule xn Bockenheim ein Lrgat von 5000 „76. vermacht. Dc'r Rechtsanwalt ])1“. Mgtfr rcrmach§e [rßtwiüig dcr katholischen Gem-Zinde zu Frank- furt a._M. 60000 «;ck bshufs Vrrjvrndung zur Erbauung einrr Kirche in Westend. Durch Testamknt der am 5. November verstor- bene_n Rentnerin Fräulcin L_udwig Wurde drr Frankfurter Diakonissen- derem zum Erben dcs aus 498053 5-6 inventarifierten Nachlasses, x1ach Abzug don Leqaten, eingejeßi. Zu wohlthätigrn Zwecken Wurden saritcr legieri; dem rhriniycbz wrsisäliscben Diakoni ?chrein zn Katskrdwerih 20 000 :76, drm Hauptvcrcin dcr Gustad-Udols-Stiftung zu Frankfurt a. M. 20000 «, drm Frauenverrin ebendort 2000-75, dem Magdq-lcnrn = Versin 4000 ckckck, dem Pestalozzi- Verem_ 1000-76. drr Kolonic für epileptische Kranke in Bethkl bei Btexefeld 5000 „76, dem Evangelischen Verein für innerer Mission _m Frankfurt a. M. 50 000 .Fr-, dem Lutherifckyrn Prcdiger- Mmrstxrtum rbrnddrt 2000 „xz, dem Prrsbyterium der französisch- rcformtertcn Germinde 10000 „56, de'!!! Evangelisclykn Vereinshausc ?Wost zu Frankfrxxt 15000 „46 und dim dortigkn Grfängnißoxrrin
e/jé:
Paris, 22, Januar. Ju dcr Gießerei von Hotchkiß- Kanonen in Saint-Drnis bruck) brate Vormittag eine heftige Feuersbrunst cms. Das gesammte! Wrrkzeug. 70 Maschinen und 150 Kanonen, daruntsr 40 cm Frankrrich zu liefernde, wurdcn ver- nikcht.t Dcr cntstandrnr Schaden wird auf eine Million Francs gc arg,.
Nach Schluß der Redaktion cingcgangcne Drpcschcn. *
London, 28. Januar. Tas „Reutcr'schc Burcau“ meldet aus Cowes: infolge der, (Gemüthsbcwegungcn während des gestrigen Tages habe die Königin eine unruhige Nacht vcr- vracht und befinde sich heute nicht wohl.
(Fortseßmrg dcs Nichiamiiichcn in dcr Erstrn Beilage.)
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Wind. Weiter.
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764 768 758 759 750 749 769
bedeckt beiter bedrckt “ Halb l'Ed. Schncre ' bedeckt bald bed.
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767 770 771 765 766 760 759 757
wolkig wolkig wolkig bedeckt bedeckt 1) bcdecki 9) Dunst Regen
Kris . . . . ünster. . . ; KarlSrube . . Wiesbad:n . München . Cbemniß . . Berlin. . . . Wien . . . .
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1 Abends Schnee.
nee.
bedkckt beiter Nebel wolkenlos Nebel hcitcr wolkigZ) Nebel - WSW Schnee '-
ONO Lkhalb Bed.
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O 4-wolkia ]
stiuxwolrig 9) Abends Schnee. 3) Nachts
Uebersicht der Witterung.
Das'barometrische Minimum, welches gestern an der mittleren“ norwegischen Küste lag, ist ostsüdost- wgrts nacb Finland fortgeschritten, in den deutschen Kustengebieten vielfach starke westliche Winde hervor-
rufend.
Eine breite Zone 765 mm überstei enden Lnftdruckßxrftreckt sich von den Britischen ostsüdoiwarts nach dem Sci
nseln ,warzcn Meere. In
Denis land ist bei vorwie end weétlicher Lufjströmung
das Wetter mild und trü e; viel
gefallen, jedoch allenthalben nur in geringer Menge; in Norddeutschland herrscht Tbauwetter; im übrige'n
Deutschland
leichter Frost.
In chiirland ist das
Barometer wieder stark gefaÜen.
Deutsche Seewarte.
bakönilehestIäWuspiele. us. 23. or 2 ung. Die 11 tt . Oper in 5 Akten von GiachiogMDeJecr.
Theater.
Freitag : Opern- Große
Text
ach isi Niederschlag,
nach dem Französischen des Cugöne Scrikc, überscßt von Ignaz Castcüi. Tanz von Emil Grasb, Zn Scene _gcseth Vom Obér-Regisscur Tetzlaff. Diri- gent: Kapellmeister 1)r. Muck. (Margarkthe vin Valois: 'Frl. Emmy Telesy, vom Königlichen Hof- Theaier tn, Dresden, als GasF Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. 24. Vorste ung. Sonderabonne- xnent 8. .4“ Vorstellung, DerRevisor. Lustspiel ng 5 Aurzüan yon Nicolai Gogol, deutsch Von Elsa vop Schabelskv. In Scene grsryt vom Oer-Regtffeur Max Grube. Anfang 72“ Uhr. Sonnabend: Opernhaus. 24. Vorstellung. Hänsel und Gretel. Märchensviel in 3 Bildern Von Engklbert Humperdinck. Text von Adelheid Wstts. --_P antaficu im Bremer Rathskeller. Phan- tastis ('s Tanzbild, frei nacb Wilhelm Hauff, von Emrl Graeb. Musik von Adolf Steinmann. An-
fanL 7 Uhr.
Schauspielhaus. 25. Vorstxiiung. Zum crstcn Male: Die kranke Zeit. Lumpisl in 4 Aufzügen von Richard Skowronnrk. Zn Scene-geseßt vom
Ober-Ncgisscur Max Grube. Anfang 7x Uhr.
Dkujschr5 Thkajrr, Freitag: Der Meister von Palmyra. Anfang 7? Uhr.
Sonnabend: Florian Geher.
Sonntag, Nachmittags 2? Uhr: Die Weber. - Abends ?ck Uhr: Lebenswevde.
WLXLMLX Thratcr. Freitag: Bei aufgehobencm Abonnement: Faust. Anfang 7 Uhr.
Sonnabend: König Heinrich.
Sonntag, Nachmittags R Uhr: Fedora. _- Abends 71T Uhr: König Heinrich.
WrMng-Thrater. Freitag: Zum ersten Male: Untreu. Komödie in drei Aufzügen von Roberto Bracco, deutsch von Otto Eisenschiß. - Hierauf: Zum erste-n Male: Fräulein Wimpe. Lustspisl in einem Aufzug von Ludwig Fulda. Anfang 7É Uhr.
Sonnabend: Comtesse Guckerl.
Sonntag., Nachmitta s 3 Uhr: Zu volksihüm- ichen Preisen: Der omvagnou. - Abends ?ck Uhr: Untreue. - Fräulein Wittwe.
Rrßdenz - Theater. Direktion: Sigmund Laufenburg. Freita : Hals über Kopf. Schwank in 3 Akten von lexandre Biffon, deutsch Von Paul Block. _ Vorher: Ju doppelter Ve- xehxltzng. Plauderei von Paul Linsemann. Anfang
!
Sonriabend und folgende Tage: als über Ko - In doppelter Bekehrung. H pf
Frwdruh - Wilhelmßädnsrheg Theater. _ (Ybauffsesttaße 25-28. r_etrag: Mit großartiger Ausstattung an Ko turnen, Dekorationen und Requisiten: Der Hm! erleidet. Ausstattungs-Komödie mit Gesang und aÜet in 10 Bildern von Julius Keller und
Louis Herrmann, mit thsilwrisrr Bknußung einer
Idee des Mark Tivain. Musik von Louis Roth.
Zn Scene geseßt von Julius Frixscbc. Dirigknt:
Mkr Kachmkister Winné. Anfang 73.“ Uhr. Sonrmbknd: Dcr Huugcrleider.
ULULS Theater. Schiffbauerdamm 4a./5.
Freitag: Gastspiel drs Herrn Franz Teinele vom K. u. K. priv. Carl-Tbkajsr in Wien. Der Herr Direktor (Uouziour 10 biroetour). Lustspiel in 3 Akten von Alexandre Bison und Takrics Carré. Dcujfck) don Ferdinand Groß. xn Scenic geskyt Von Sikgmund Lautcnburg. Anfang 7.§ Uhr.
Sonnabend: Der Herr Direktor.
Sonntag: Der Herr Direktor.
Sonntag, NachmittagsLZ Uhr: Zu halbrn Preiikn: Dcr Rabeuvatcr,
Thratcr Unter den Linden. Direktion: I:_;liUs Frißscbe. Freitag: Ju durchaus neuer glanzéndrr Auöstaitung an Dekorationen, Kostümen und Rrauisitcn: König Chilpcrickx. Burlrske Ausstattungs-Opcrctte in 3 Akten (5 Bildern) von Hervé) Und Paul Ferrier, deutsch bearbeitet von Edrrard Jacobson und Wilhelm Mannsiädt. Musik voy'HervÉ. In Scenr geskßt von Julius Fritzsche. Y!!"FTFUT: Herr Kapellmeister Fédsrmann. Anfang 2 L'.
Sonnabend: Maökeuball.
Sonntag, NackpmiitagHZ Uhr: Bei baibrn Preiskn: Der Zigeuncrbaron. - Abrnks 7.3 Uhr: König Chilpertth.
Adolph Ernß-Theater. Freitag: Fran Lohengrin. Gesangspoffc in 3 Akten, nach dem Yanzöfischmi bearbeitet ron Ed. Jacobson und
. Mannstadt. Kuplets von Gust. Görs. Musik Von Gust. Steffens. Anfang 7 libr.
Sonnabend: Dicselbe Vorste ung.
Zweiter und letzter großer
Bcntral-Theater. Mte Jakobstraße Nr. 30.
Freitag: Eine tolle Nacht. Große Aus- stattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern voa Wilh. Mannstädt und Julius Freund. M*usi! von IULZUH Einödshofer. Zn Scene gescßt vom Direktor Richard Sckyulß. Die Tanz-Arranaemrnre vom Balletmeister Gundlach. Axxfang 7? Uhr.
Sonnabrnd: Eine tone Nacht.
Konzerte.
WUZLrl-ÜUUS. Karl Meyder- Konzert.
Freita _: Ouv. .Die Falschmünzer“, Auber. „.Die Großfür tm", lotow. ,Rübezabl", Flotow. Peer Gynt-Suite I r. 1 von Grieg. „Kol Nidrei' für Cello von Bruch (Herr Smit). „O sag nicht nein“ für iston von Eichberg («Herr Werner). Walzer .Kau mann's Kasino-Tänze“ von Gugl.
Linksiraße 42. Freitag, Anfang 7T Ybr: Böhmisches Streich-Quartett. ]. Abkud: «andn 1)-(]1„1r 0x). 64, Borodin 11-651; BLEWOVM 1741111“ ()]). 13.
Jan! Merhßein.
Zirkus Renz. Karlstraße. Freitag, Abkuds 75 Uhr: Große humoristische Extra-Vorflcllung. Ein Künstlcrfest. L*aus-Ausstattungs-Pantomimc in L_thbe-ilungen vom“ Großherzoglichen Hos-BaUet- mrister A. Siemx, aus das Glänzendste inscenic-“rt Vom Direktor Fr. chi. Crste Abtheilung: Das Fcstcomité in Tbäiigkeii. Zweite Abthkilung: Volisiändig neu! Jm Wasicr. Vollständig msn! Zum ersten Male in Berlin: Die gigantische Fcuersänle, Zum Schluß: Plafoud=Vracht- Feuerwerk. Außsrdém: Auftretsn yon_ nur K'iinstlSr-Spezialitäirn allerersten Ranges, Vorsübren der Nbcrübmten Original-Dressuren des Dirrkwrs Fr. . enz.
Sonnabend: Ein Künstlerfeft. Die gigantische Feuersäule.
Sonntag: 2 Vorstellungen: Nachmittags 4UHr (ermäßigte Preise und 1 Kind unter 10 Jahren :?): 1870/71. Abknds 7.3- UHr: Gin Künstler- ct.
"" Familien-Nachrichten.
Verlobt: Frl. Tbrkla don Schmidt-Pauli mit Hrn. Scc-Lieut; Otto Frbrn. Von Dungern(PotH- dam). -- Frl. Hildkgard von Wedel Parlow mit érn. Or. mSc]. Frit-drich Schaumburg_(Deffau- §llt:-Scherbiß). _ Frl. Margarete Klingemann mit Hrn. Lieut. der Ref., Xrivatdozenten 131'. Karl
Spannagel Brrlin). - rl. Mar arethe Goßler mit Hrn. c-*e?c.-Lieui. Willy ReicZardt (Naum- burg a. S.-Magdeburg).
Geboren: Cin Sohn: Hrn. Hauptmann der Landwehr, Postmeister Herrmann (Dt.-Liffa).
Gestorben: Fr. Mathilde Strahl, geb.» von HSW- berg (Breslau). - Hr. Fedor von Falkenbavn (Tarnowixr). _- Hr. Stadt-Bauratb a. D. Adolf Grrstenberg (Berlin). -- Verw. Fr. Rosalie Zahn, geb. von der Osten (Sondershausrn). -„ r. General-Arzt a. D., Großherzoglich oldenburgrs rr Lkibarzt ])r. Dodo Emken Müller (Oldenburg).
Verantwortlicher Redakteur: Siemenr oil) in Berlin, Verlag dcr Expedition (Scholz) in Berlin.
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags“ Anstalt Berlin ZW., Wilhelmstraße Nr. 32.
Sechs Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage),
sowie das Sachregister des Deutschen Reichs- Anzeigers und Königlich Preußischen Staats- Anzeigers für 1895.
Erste Beilage
zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
M 21.
Berlin, Donnerstag, den 23. Januar
1596;
Deutscher Reichstag.
21. Sißung vom 22. Januar, 1 Uhr.
Ueber den Anfang der Sißung wurde in der gestrigen Nummer des Blattes berichtet.
Tagesordnung: Antrag der Abgg. Bassermann (nl,) und (Ben. M. (f. d. gestr. Nr. d. Bl.).
Abg. Bassermann: Drr (ichn unserm Antrag erhobene Vor- wurf, daß er nicht zkiigemäf; sci, da die Bejchlußsasfung über ein einheitliches Bürgerliches Giscßbuck) unmittelbar bedorstelw, ist nicht begründet. Bis zur Feststeklung dieses Geseßgebungswerkcs wird viel Zeit Vergehen. Auch die Verbündeten Regierungsn haben nében dem Bürgerlichen Geseybuä) uns die Vorlage wegen der Bekämpfung des un[auteren Wettbewcrbcs gsnmcbi. (Es ist die Höchste Zeit, daß etwas Zkscbie'bi, um die schMrén Schädigungen, rvclche durch den schamlojsn Bauschwindrl den Bauhandwerkrrn zugsfügx w::rdon, unmögxich zu mach?» Sabor! liegen 25 Verschi€dkne Vor]chläg€ in dieser Hinficht vor, die in drn [673th Tagrn um Linen wcitsrcn des Prmrßisidcn Abg. Walibrccht VTL'MLHTT wordrn smd. Dir Frage des Schusrs drr Bauhandwsrker bat immer weitare Krrise dcr B6- völkrrrmg crnstlich beschäftigt. _Dcxr Bund für Bodrnbefitz- rrform bat Jahre lang in dikskm Sinnr gearbeitc't; ebsnso der Verband der dcutschcn ererbavcreine, „writer auch dir preußische? Justizwrrwaltung, diE dnrch den Mund des Justiz- Ministers wobljvoÜende Erklärungen abgegrbkn hat, Auch die beid€n Häusrr des Preußisckyrn Landtags haben durch ihre Beschlüsse zu dM beziiglickyrn Prtitionen die Notbwendigkrii €in_€r baldigen grseß- liche'n chclung anerkannt. Die? Frage nach drr Höhe drr Verlusts der Bauhandwerker bsi Subhastationcn ist miizuvrrlässigen statistischén Angabrn nichr zu beantworten. DC: Selbstmord des Berliner Malers Seeger aal) d€n Anstoß zu Erbebungrn in diese“; Richtung, doch ist das Material lückenhaft. Wslchen Umfang die Verluste ange- nommen babmi müssen, kann man :cker daraus erkcnnen, „daß in Berlin die Zahl der „Bnrxberrkn“, welchr die Kranke'nkaßengelder unterschlaaen haben, 29, ja 32% in 81112111 Jahre betrug, Jedenfalls brziffern fick) dicse Vcrluste aus" dielc Dutzcnde von Millionen. Derr Réicbstag selbst hat schon dri Gcicgenbrif dcr Anträg? des Zrnrrums zur Abändrrung der Konkursordnung sich mit dsr Frage be1chästigt; man bat sch0n damals die Einräumung einer dinglichrn Berechtigung am Hause für die Baubundrvrrke'r als cine skbr Erwägrnswertlx Lösung derselbsn bezeichnet. Einrn (Grund dafür, die Sache chr LandeSgrseygebung zu überlassen, können wir nicht einsebrn. DLL Schäden find in allen großkn Städten des Reichs [ck6rd01'grtrktcn, und es bandrlt fich um eine zivilrrchtliche Matérie. Jm WSIS der Selbsthilfe können die Bauhandwrrker der Schäden nicht Herr werden. Man girbt ihnen den Rath, nur mit kreditfäbigen Bauherren ab- znscbließcn. Das ist cin sehr billigrr Trost, mit dem der Hand- werker gar nichts anfangen kann, da er sich wrder über die Vcrmögrnßverbältniffe der Baudrrren unterrichten, noch ,ibncn Bedingungen stellen kann. Dic typischen Fälle des Bauschwindels find ja bekannt. Ein mitthoser Bauherr kauft den Bauplaiz, nimmt sofort eine Kautionsbypothrk auf, brzahlt von den Baugeldcrn zum theil das Material, zum größeren Theil vielfach glte Schulden und eigene Bedürfnisse; dann kommt der Krach; _die Arbcttsr babrn mrttlcrwrile ihre Arbrit und ihre Mateérialien in den „Bau gestkckt und dadurch werthdoller gemacht, diss? fallen aber der der Sub- hastation aus. Dkk durch diE Bauhandwerkrr geschaffene Mrbrwertl) wird von den Spekukantkn und Baubanken verschluckt, währxnd der
andwerker das Nachsahsn [)at. Diesen UebelsZänchn hilft der Vorschlag des Bürgerlichen Gkskybnäxes, den «Qandwcrkrrn eine Sicherung§bypothek einzuräumen, _nicht ab. Der Reichsgerichts- Nail) Baebr hat in diesmn [icbeiitande mit Rrchk eine abschenlichr Unger6chtigkcit gkscben. Z).)icin Vorschlag gsbt dahin: beim Baubeginn die Liegenschaft gerichtlici; abzuscixäßc'n. wogrgen cin Beschwerderecht eingrräumt wrrdrn kann, nach Fcrlixisicliung drs Baues eincr zweire Abscbäyung stattfinden zu lastrn, welche den Mehrwrrtb Ergiebt, den die Bauhandwerkcr grschaffsn habsn, und auf diesrn zuerst die Bau- bandwrrkcr anzuwrissn. Das hätte denpraktisch6n Erfolg, daß die Baudandwerkrr zum vollcn BLTTÜUC i[)r Geld erhalten. Diese Bau- handWererbypothek müßte aber,schon einen Monat nach FertigsteÜun-Z des Baues oder auch etwas Wäicr cingctragen werdrn. Dernburg, Baebr nnd Gierke haben fick; iür dcn [“du mir vorgrle'gten Vorschlag ausgesprocbe'n. Der Vorschlag der d91tt]ch-sozialen Resormpartei will Ein unbedingtks bWOtbekarischrs Vorrrckyt. Das_g€bt nach meiner Meinung zu weit, weik der Baubondwerkrr ans drn Bodcnwerth gar kritien Anspruch hat. Dcn lgitimxn Vrrkcbr in Grundstücken und Bauten wird der Vorschlag nicbt b87chränk€n oder besinträchtigkm Für den reinen Sprkulantey hat die Gesetzgsbrrng n„icht zu sorgen. Es ist unmoralisch, wsnn drr Kapitalist für seine Gülder Erlösr einzirht, welche nicht dmr Pcrpftichtetcn, sondern den Arbcitern und HandWCrfcrn gebüßrrnzxwlrd er dyrcb diesc Vorschrift zu noch größerer YOkfichT bet Begabung seiner Gelder veranlaßt, um so brsser. Hrute wird vielfach dem un- soliden, vermögenslosrn Manifcstanirn das Baugeld gegeben, weil der Mann skruprllos genug ist, _auö den paraten' Mitti'ln dic Zinskn zu zahlen und der Spskuxani nachher berni Krach gesichert bleibt. Die Schwierigkeit der_Schayung, die uns auch ent- gegengsbaltln wird,_ist nach der AUIsülsung _des Verbandcs der Innungsn deutscher Baugewerkömeister garnicht 70 groß. Der Vor- schla einer Bauwerke bis zur Hinterlegung einer Kaution für die Baußandwerker und drrjsnige der Einräumung der ersten *„prothek an die Handyverker durch Cinderständnisz der Yypoihckeriglaubiger sind beide praktisch kaum durchführbar; die Yypotbekenglaubiger werden ck kaum zu dicser Einigung brrcit; fiildkll lassen, und die polizeiliche Bausperre bat die mannigfachsten Bedenken gegen sich. Dre Einzel- heiten der Audfübruna meines Vorschiach können getrost der „weiteren Entwickelung übkrlaffen bleiben. Es bandrlr sich hier zunachst um die Forderung, der Sache cndlicb näher zu treten und dem Bau- schwindel das Handvoerk zu legEn. RednEr „befürwortet zum,Schluß, den Antrag einer Kommisfion von 14 Mitgltedern zu überweisen,
Abg. Lotse (d.-soz. Refv.) freut [ich der Thatsach' daß seine 1Partei in dieser Fra e Schulter an (Schulter m1t_ der national- libera rn kämpfe, die do an drn herrscbß'nden ZustandenUan den Auswüchsen dcr zii ellofen Gewerbcfretbmt wesrntlicb m1t schuld sei. Es sei aber ni t zuzugeben, da?; der,Anirag der deutscb-soztalen Reformpartei zu weit gebe; er gebe noch mehr weit genug. denn eigent- lich sollte der Schutz der Bauhandwerfer dabin ausgedrbnt werden, daß der gesammte, an dem Eigentbum der Baubandwerker und Arbeiter verübte Raub wieder beraUSJegebexi werden müßte. Man stelle die Vor- recbtsbypothek der Baubandwerker als unausfübrbar bin; aber wojem Wine sei, müffe auch ein Weg sich finden. Geradezu himmelscbretend sei die Zulässigkeit der unendli en Belastung der Bauten mit Hypotheken. Mit den Spe ulanten Hand in Hand arbeiteken die meisten Vaubanken, die noch dazu viel- fach béfvndérer'.Str'obmänner" bedienten, die auch ihrerseits, an dem Raub tbeilnäbmen. Der Bauunternehmer, der auf einem
,Bau verkraebt sZÜi, fange vielfachsoiort einen anderen Bau an, zu dem
er neue zu bett gende und ur? das JbriKe zu bringende Handwerker suche und finde." Diesen In ividuen m sse vor aUem das Handwerk Islegt wérdek. Stehe dér Bauanteknxbmer unter dem Handels- Jesev sviüerdk er, wenigstens vom Genebt bestraft werden können.
U Berlin' seien iy einem der Testen Jahre den Baubandwerkern
46 Miliionen geraubt worden. Dem Antrag auf Kommissioirs- beratbung stimmx dener zu, bittrt aber um eine solche von 21 Mit- glicdern. Dkk Bauunternehmer müsse als Kaufmanxr aufgefaßt und unter das Hundelsgesetzbuck) gssteüt wcrden; das Grundbuch müsse außerdem bis zur Fertigsteaung des Baues für alle Weiteren un- redlickgen Manipulationen gesperrt werden.
Staatssekretär des Reichs:Justizamts, Wirklichcr Geheimer Raik) Nieberding:
Meine Herren! Die Reich§drrwa1tung kann für die Erörterung drr bier gcstekltcn Anträge nur dankbar sein; denn diese Erörterung gisbt auch ihr die Gelegenheit, ihre StCÜung zu der wichtigen, in sozialpolitischer und wirthschaftlicher Hinsicht ernsten Frage des Sckiuxzrs dcr Vaubanerker klarzulegen und dem Hause mitzutheilen, wohin ihre Bemühungcn in dieser Fragr bis dahin gegangen find. Dsnn Mun man die beiden Herren Rexdner, die ihre Anträge soeben 'begriindct Habrn, allein grhört bat, dann kann man aklerdings zu der Mrimmg gelangrn, aks sei Von der Reichswerwaltung und Von drn Bundséregierungen in diessr Sache übrrhaupt noch garnichts grschrhrn, und als ständrn die Regirrungc-„n den schiver€n Mißständen, die hier unleugbar Vorliegen, theilnahmlos gegrnübcr. Das, meins Hsrrrn, ist ein Jrrthum!
WLW dir erste «Herr Vorredner als einen ibeilweisen Zwrck seines Antrags auch das hcrdorgebobsn hat, daß damit ein Anstoß gegeben mkrden soUe drn Verbündeten Regierungén, einer gesrylichen Negclung drr Frage nährr zu treten - so drückte er fich aus -, so muß ich demgegenüber erklären, daß es eines solchen Anstoßes nicbt bedarf, daß die Regierangcn seit längrrrr Zeit mit Erwägungen einrr gesetzlichc'n Regelung dieser Sachs bkfaßr find; wir woklrn nicht Von diesem Tische aus der Okffrntlichkeit gegrnüber die Meinung auf- kommen lassen, als wenn die Initiative für eine geseßliche Rrgexlung auf den Anträgrn, die Heute und in der [eßten Sesfion gestcÜt worden seien, beruhe. Nein, die InitiatiVL beruht bei den Verbündetkn Re- gierungen, die Viel länger schon sich mit dieser Frage beschäftigkn,
Die Anregung, der Sache näher zu treicn, ergab fich, als der erste Entwurf des Bürgerlichrn Gesekzbuchs don jsder Sicherung der Baubandwerkrr gegknübrr Neu- und Umbauten abgeskben hatte, auch you drnjenigen Sicherungsmittcln, die einzelne Landesgéseße bieten. Grgen diese Bestimmung des Bürgerlichen G8s€ßbuchs, die ein Be- dürfnis; zu einem besonderen Schutze drr BauhandWerker verneinte, erhob sick) eine? sehr lrbhafte und, wie ich hinzufüge, auch nach Ansicht der Verbündetrn Régierungen berechtigte Kritik, und die Wirkung dieser Kritik und der Auffassung der Regierungen War, daß bei drr zweiten Berathung des Entwurfs des Bürgerlichen Gefeßbucbs der Standpunkt der Kommission, wie er früher gewesen war, auf- grgeben und eine Béstimmung aufgenommen Wurde, dir so weit den Bauhandwerkern Sicherheit gsben soUie, als diese in die Lage gesetzt werdrn, für ihre Ansprüche aus Arbeiwn und Liefrrungrn eine Sicherungshypothek auf das betreffende Grundstück eintragen zu laffEn. Für die Regierung War aber damit die Sache keineswegs erledigt; denn wenn sie auch ansrkannte, daß auf dem Gebiet des HVVotbekenrc'chts mit jener Bestimmung der einzig mögliche
Schutz gewährt sei, so konnte fie doch iiicht anerkennen, daß an-“
gesichts drr schwrrenSchädigungen, denen die Bauhandrverker zweifellos ausgesetzt sind, mit diesem Schutze es auch grthcm sein müsst; im Gegentbeil, ibrr Meinung war die, man müsss nach weitercn Mitteln zum Schutze dsr Bauhandwrrkrr suchen.
Nun, meine Herren, könnén dies? Mittel auf zivilrechtlichen: Gebiet liegen. Sie können auf drm Gsbirt der Baupolizsi licgsn; sie können auch strafrechtlicher Natur skin, und die Fragrn, die nach allen dissen Richtungen bin in Betracht kommen, haben die Rrich- Verwalrung, das Reichsamt des Innern sowohl als auck; das Reicbs-Justizamt und mit ibnrn die preußisch€n Reffort-Miniétcrirn, Vor allem das Justiz-Ministcrimn, wäbrrnd der letzten Jadrk be- schäftigt. Sie werden daraus ersehen, daß der Hcrr Antragstsller des ersten Antrags sich in einem Jrrtlyum befand, wenn er meinte, er müßt? einen Anstoß den Regierungen geben, der gesetzlichrn Regrlung dieser Frage näher zu treten.
Meine Herren, der Standpunkt, den die Regierung bSi dsr Bl- urtdeilung drs Bedürfnisses in dieser Frage einnimmt, stimmt darin mit den beiden Herrsn Antragsteliern überein, daß es hier nicht entscheidend sein kann, ob man irgend ein juristisches Prinzip verleßt oder nicht, sondern daß das Schwergewicht drr materieÜrn Jntrrrffen, die hier in Bstracbt kommen, entscheidend sein muß.
Auch darin stimme ich mit dcm Herrn Vorredner übrrein, daß daS Bedürfniß, geselzlicl) einzuschreiien, wenn es auch seinem wollen Umfange nacb bezüglich der Schäden, die bis jeßt die Bauhandwerker erfabrkn haben, nicht statistisch nachgewiesen ist, doch so tvcit evident vorliegt, daß es Weiterer vorläufiger statistischer Ermittelungen auf diesem Gebiet nicht bedarf. Aber darin, meine Herren, stimmen wir nicht überein, daß die Herren Antragsteüer ohne weiteres die Frage, ob für ganz Deutschland ein Bedürfnis; der geseßlichen Regelung, also im Wege der Reichgeschebung, gegeben sei, bejahen, während für uns diese Frage eine offene ist. Und das ist doch eine wichtige Frage, die Reichsgeseßgebung in Bewegung zu setzen für Interessen, die möglicherweise nur von örtlicher Bedeutung sind, in dem verhältnißmäßig kleinen Bereiche großer, schnell wachsender Städte zur Erscheinung kommen. Es würde ein unzweckmäßiger Weg sein, den wir nicht empfehlen könnten.
Nun, meine Herren, um darüber Klarheit zu gewinnen, ist die Reichsverwaltung vor längerer Zeit mit den Bundeöregierungen in Verbindung getreten.“ Die Aeußerungenkder Regierungen liegen noch nicht vollständig vor; ich bin also auch noch nicht in der Lage, ein abschließendes Urtbeil dem Hause gegenüber zu vertreten; so viel akk: kann ich sagen, daß die einzelnen Landeßregietungen über die Frage des Bedürfnisses, das von den Herren Vorrednern vorbin so unbedenklich und allgemein bejaht wurde,“ keineswegs einer Meinung find, daß wir eine ganze Reihe von Staaten haben , deren Regierungen erüären, in ihrem Gébiete seien Erscheinimgrn niibt berporgetreten, die zu einem Einschreiten _der Neicbkgesevgebung uöikige'n.
Das ist ein Moment, das bei der legislatoristhen Würdigung der Frage mit in Betracht gezogen werden muß.
Wir haben aber mit unseren Erwägungen über die möglichen Wege, die ringeschlagen werden können, um hier Hilfe zu bringen, nicht etwa gewartet, bis die Aeußerungen der Verbündeten Regierungen eingrben würden. Daß das nicht der Fall ist, meine Herren, wissen Sie ja aus den Ihnen auch bekannten Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses, in denen der Herr Iustiz-Minister fünf Gefes- entwürfe nebeneinander vorlegte, die auf seine Veranlaffung im Justiz-Minisierium ausgearbeitet waren, mit dem Zwecke, den ob- waltenden Mißständen entgegenzutreten. Die Justizkommission des preußischrn Abgsordnetenhauses hat diese Geseßentwürfe geprüft, und fie ist zu drm Resultat gekommen, daß keiner daVon geeignetsei, den vorlirge'nden Schäden wirksam abzuhelfen, daß wabrscheinlich, wenn man einern diescr Gesetzentwürfe zum Gesrß erheben Wollte, nach anderen Richtungen hin Schädigungrn wichtiger, tieflirgrnder Jnteresscn bewortreten würd-zn, die noch empfindlicher werden würden als dis Schäden, übrr die wir uns jetzt beklagen. Die Justizkommisfion des Abgeordnetenhausss kam also zu dem Resultat, daß Von diesen Entwürfen abzusehen sri, daß sik eine Rege- lung im Gebiete des Hypothekenwesens nicht empfehlen könne, das; sie dagegen empfehle: einmal die in dem Bürgerlichen Geseßbucb vor- gesehene Sicherung der Handwerker durch den Titel auf eine Sicherungs- hypotbék, zweitens eine gesetzliche Vorschrift, welche die Bauunternehmer Verpflichtet, ihre Firma ins Handelsregistxr eintragen zu lassen, um sie dann unter die edentuell daran sich knüpfenden strafrechtlichen Folgen zu stelien, und driitens, in der Grundbuchordnung eine Be- stimmung dorzuschen, welche den bei einem Bau intereifikrfen Hand- rvcrkern dic Befugniß giebt, das Grundbuch einzusehen, um fich dar- über zu unterrichten, ob die Verschuldungsverhältniffe des Grundstücks so sind, daß fie dem Bauunternehmer ohne foahr mit ihren Arbeitern Kredit gewähren können.
Diese von drr Justizkommisfion dcs Abgeordnetenhauses empfohlene Vorschrift ist auch bei uns schon in Erwägung gekommen und wird Voraussichtlich ihren Plak, finden in der Grundbuchordnung, die im Reirhs-Justizamt in der AUEarbeitung begriffrn ist, und die auf dem Boden des neurn Bürgerlichen Geseßbuchs demnächst in?; Leben treten sol].
Die andere Frage bezüglich der schärferen strafrechtlichen Ver- antwortung der Vauuntrrnebmer durch ihre Eintragung ins Firmen- register hat ebenfalls im Reichs-Juftizamt ihre zustimmende Würdigung grfunden, und eine entsprechende Vorschrift wird Aufnahme finden in drm neuen Entwurf des Handelögeseßbuchs.
Nach den Richtungen hin ist also vorläufig alles geschehen. Sie werden, wie ich meine, daraus ersehen, daß die Reichswerwaltung der großen Frage gegenüber nicht tbeilnabmlos und mäßig da- gestanden hat.
Was nun die Anträge ihrem sachlichen Inhalt nach angeht, so glaube ich, brauche ich zu dem zweiten Antrag, dem des Herrn Abg. Liebermann don Sonnenberg, mich nicht näher auszusvrecben. Ick glaube, die Verhandlungen in Ihrer Kommission werden Gelegenheit geben, überzrugend nachzuweisen, daß dieser Antrag den Grundkredit Vollständig zerstören würde. (Sehr richtig! links.) Damit, meine Herren, ist ihm das Urtheil gesprochen. *
Was den Antrag der Herren Baffermann und Genoffen betrifft, so besteht dieser, wie der Herr Vertreter dieses Antrags selbst gesagt hat, aus zwei Thrilsn. Der zWeite Theil dieses Antrags empfiehlt anrn, nicht bloß den Wrg der Geseßgebung zu erwägen, sondern .A.-bald einrn drstimmten Weg ins Auge zu fassen. Der Herr Antrag- ?“??Ucr wiki den Baubandiverkern ein Vorrecht geben auf den Mehr- wxrtb des Grundstücks, der dadurch enjstanden ist, daß das Grund- stück neu bebaut ist mit Hilfe der Arbeit und der Lieferungen der Bauhandwrrksr. Meine Herren, ich kann Ihnen nicht empfehlen, sich von vornherein zu Gunsten dieses Antrags zu engagieren. Ich bin der Meinung, daß, wenn das Haus die Absicht bat, gründlich und Vorurtbeilsfrei nacb allrn Seiten die möglichen Wege der Abhilfe zu erwägen, es dann nicht richtig ist, von vornherein einen Vorschlag der Abhilfe in den Vordergrund zu schieben.
Ick) muß aber auch sagen, daß ich diesen Vorschlag nach den Erwägungen, dir im Schoße der Rrgierungen stattgefunden baden, nicht für einen glücklichen halten kann. Dieser Vorschlag ist nicbt neu, er ist bereit?; Praktisches Recht im franzöfiscben Rechthebiet, und ich frage alle die Herren, dis dem Gebiet des französischen Rechts angehören, ob sie mir darin nicht zustimmen müffen, daß die Vor- schrift voliständig wirkungslos geblieben ist, daß fie gegen die Schäden, die auch in einzelnrn stark wachsenden Orten des französischen Rechtögebiets in Bauunternehmungrn berdorgetreten sind, keine Abhilfe geschaffen hat, daß wir, wenn wir auf diesem Wege den Bauhand- werkern helfen wollen, ibnen statt Brot einen Stein bieten würden.
Ick) glaube, ich habe es auch nicht nötbig, diesem Antrag gegen- über hier in die Einzelheiten einzutreten, die, wie ich hoffe, die Kommisfion überzcugen werden, daß der darin vorgeschlagene Weg nicht gangbar ist. Ich will nur eins erwähnen.
Nach diesem Antrag bedarf es bei jedem Neu- und Umbau zweier gerichtlicbcr Taxen. Bevor der Bau begonnen werden kann, muß eine gerichtliche Taxe aufgenommen werden über den Werth, den das Grundstück mit den alten Baulichkeiten, die etwa darayf stehen, bcfivt; nachdem der Bau beendigt ist, muß abermals eine Taxe vor- genommen wrrden, um festzustellen, wie hoch der Werth des Grund- stücks nun ist, und bei jeder dieser Taxen müssen natürlich die Baubundwerker, der Cigentbümer und die Hypothekengläubiaer gehört werden, ck muß ihnen der Weg Rechtens darüber gewährt werden; denn das, meine Herren, was der Herr Antragsteller vorschlägt, bitt den Weg der einfachen Beschwerde zu gewähren, baku iG fir umriögliéb. Wenn es sich darum handelt, die Kristen; W Hypotbekenrecbte durch eine Taxe zu beseitigen, was WKÖ "sek würde, dann kann nichl im Wege der BesÖ'wetde die ', gegeben werden, da muß das Iniereffe der UKW * '“