) „;_LÜ akon. ung von 38125
nr 11. * tuo äs (311 1681161111 in N ederlande.
* 4. Februar. Gesellschaft „für den Betrieb der Staatöeisenbabnen in Utrecht: Albbruck) der gegenwärti en Glasbedachung des Bahna. boss in Rotterdam und Erseßuug derse ben durch ein Dach aus gal-
mi em Wellblech. sF?:tFebruar.
erung von 106 Ballen Cbile-Salpeter. Bedingungen bei dem
L Sc tät genannter Gesellschaft. -
R u m ä n i en. 29. Februar.
Bukarest: Folgende Lieferungen: Olivenöl,
Verkehrs-Anftalteu. B re m en , 29. Januar.
D o v e r passiert. Nachmittags in
gekommen. _ 30. Januar.
yegangen. Der Postdampfer . K ref eld ' Buenos Aires nach der Weser abgegan en. dampfcr . Da rmst (: d t ' ist am 28. Januar ekommen. Der SchneUdam fer . Saale “ ithS von New- Yo rk na dampfer .Aller' _ 29. Januar Vormittags L t z ard passiert. . Spree “ hat am 29. Januar Nachmittags S o u t b a m p to n nach New-York fortgesevt.
Triest, 29. Januar. (W. T. B.) Der Lloyddampfer „Semi- ramis “ ist, von Alexandrien kommend, beute Mittag bier eingetryffen. Nirderländtfcb- „ Dampfschiffahrts - Gesellschafr. Dcr Dampfer „Maasdam“ ist heute Nachmittag m Rotterdam an-
Rotterdam, 29. Januar. (W. T. B.)
Amerikanische
gekommen. Theater und Musik. K o n z e r t e.
Zu dem .Lieder- urid Baüach-Abcnd“, den“ der Königlich Kammerfänger EUJLU (Sura am Dienstag im 'Saal der 5, ha te fich ein sehr xablrriches Publikum einéLefundrn.
C“
Akademie ga , _ ' Das Programm Entbrelt zunachst Lieder bon desen „Wanderers Nachtlied“ wiederholt Lieder von R. Strauß, von denen der
rzen' und das öfter gehörte „Ach,
, ijter „Treue“ und
“"Den deren
dasteht. als durch Kraft auszeichnet, . günßiger (W die der Pbilbarmcmk. Enke drs sehr iktkreßamrn Konzrrts.
gefielen am meiftrn Schluß mc! ten vrcr
Vortrag err (Hara bekanntlich
vom 30. Januar, «?orgrns.
Wefterbér
«. “:*-J“ *"! 4-0-
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F . . red. in Miüim.
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Wind. MMU.
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Stationen.
Bar. auf0Gr.
u d Meeressp Témpsrainr in " Cel
556.
Belmullet. . SSW 3 bedeckt “Aberdeen . . 779 W 2 wolkig Cbristiansund 757 WSW 9Negen Kopenhagen . 770 W 7 xDunst Stockholm . 757 W 6bedeckt randa . 737 ftiUFbedeckt ' oskau . . . 755 2'bedc'ckt1)
Coerueens- town . . . 786 NNO bedeckt Cherbourg . 785 SSW 'better er . . . . 783 WSW Nebel vlt ..... 777 NW bedeckt mburg . . 780 W Nebel winemünde 774 W bedeckt ?) NeufahrWaffer 768 SW DunstZ) 'Memel . . . 763 WNW bedsckt ' bedeckt
' atis . . . . 785
ünster. . . 783 Regen KarlSrube . . 785 WWW) Wiesbadcn . 785 bedeckt5) ' bedeckt
784
7 84 bedeckt
779 bedeckt
783 wolkig bed eckt
779_ 781 wolkenlos [ . . . 779 wolkenlos Trtkst . . . . 779 ONO bald bed. 1) Gestern und Narbrs Schnee. “**) Böi . 3) Abends Regen. 4) Reif. 5) Gestern Srbneeflo en. Uebersicht der Witterung.
Ein barometrisches Miniuzum unter 737 mw liegt über Nordfkandinavien in Wechselwirkung mit einem Hochdruck ebiet über 785 mm, welches fich von Irland na dem nordöstlichen Frankreich er- strcckt, vielfach stürmische westliche Winde über Skandinavien und dem Ostsergxbiet verursachend. Bei im Norden lebhaften westlichen Winden, im Süden schwacher Luftbenrgung ist das „Wetter in Deutschland vorwiegend trübe und mtld, Nord- deutschland ist krostfrei, in Süddeutschland herrscht noch leichter Frost; nrnnenßwertbe.„Niederschläge werden nicht gemeldet. Mildes, trübes, windiges Wetter demnächst wahrscheinlich.
Deutsche Seewarte.
W Theater.
ÄÜÉÜYÜÜ]? §chanspiele. Freitag: Opern-
baus. s. Sywphouic-Abeud der Königlichen
Kapelle.“ Dirigent: Herr Felix Weingartner. „Programm: 1) Durch Böhmens Hain und Flur
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Mitt s ZoktrY-FÜZ 'fisché E'f' v 5 u . n o u re ten a ;! ee - *Diese: “„ Zappblättem für" ; akkumu- 0,5011: 0,32 m )( 0,001 tu “ich und in neun 13“: M ?ck in den Räumen der Gesellschaft,
136 [.auäbomxysrssuixjnx jn ZuicUaaräsrx'sc-u. bat, den
General - Direktion der Staatßmonopole in Bindfaden, _ Blei, Petroleum, Seife, Holzkohle u. s. w. für die Staatssalmen.
ypten. 3. Februar. Finanz-SekretZr im Kriegs-Ministerium in Kairo: Lieferung von 3000 Okka Kerzen. Verdingungsbeft bei obengvcnanntrm Beamten an Wochentagen, au5genommen Freitag, von 9 515 1 Uhr.
(W.T.V.) Norddeutscher 8192911. Der Postdampfer „H. H. Meyer“ hat am 27. Januar Vornnttags die Der Postdampfer ,Aachen“ ist am 27. Januar New-York angekommen. Der „München“ ist am 28. Janrar Nachmi1tags auf der Weser au-
(W. T. B.) Der Schncüdamvfxr „Werra' ist am 28.Januar Abends in Genua angrkommen. Der Prstdampfer „Wasser" ist am 28. Januar von Bahig nach der Weser ab- i1t am 27. Januar von Der Reichs-Post- brnds in Neapel an-
ist am 28. Januar der Weser abgsgangen. Drr Sehnsü- und der Postdampfer .Weimar' „ Der Schnrlldampser die Reise von
wurde, und dre: STngcr .Scblagende we ' afjem Mann“ mit so binreißendem Vortrag „erehör brachte, das; leichfaüs ein Dacaporuf erfolgéc- Von drn dTLl Ltedern Von Alexander Nimm's mit“. BaUadrn von Karl WM, in birber Für srine Stimme, dée fich mrbr durcb Woblklaqg war die Akustik der Sing-Akademte (116 Stürmischkr Bkifall folgte am Die Klavierbegleitung des
v „ . cm Zu g!eicher Zeit gab die Bechstein einen Klavier - et en Mal vor dem hl
blte Programm, [W e ne strebens erkennen.
Vorzug
Inhalts der Werke. avch
wendung des Kohle,
einen „Lieder- und Duett-Abend".
solche von Cimarosa und eine klangvolle und gut ge chulte
Postdampfcr
Deutsche Theater am
haben am Scene.
srlben wie bisher.
gramm enrhält u. 21.
Nürnberg“. S in g -
tanz ..ckubcrt * “ neunzig Künstler verstärkt sein.
mir unglück-
unerreicht war
111 12-116 [.orä“. Dcrselbe war geschwückr
von Smetana. 2) Tyll Eulenspirgel Von R. Strauß. 3) Aufforderung zum Tanz bon Weber. fbr Orchkstcr rfeßt von F. Wxingartner. 4) Eure Faust- Zuvsrtürc von Wagner. 5) Sympbome D-äur Nr. 2 von Vretboven. Anfang 7? Uhr.
Mittags 12 Uhr: Oeffentliche Hauptprobc.
Karten zu 2 und 1 „;ck find in dcr Hofmufikaxiert- handlung von Ed. Bote und G. Bock, Leipziger- straße 37, sowie an der Tageskasse zu haben.
7. SHmphonie-Abeud am 14, Februar 1896.
Schauspielhaus. 31. Vorstellung. Sonder- Abonnement 13. 5. Vorsteüung. Faust von Wolf- ang von Goethe. Der Tragödie erster Theil. Bie zur Handlung gcbörendr' Mufik von Anton Fürsten Nadziwil] und bot) Peter Joseph von Lind- palntner. In Scenc geset vom Ober-Re rffeur Max (Grube. Drkorative ,inricbtung vom ber- Jnsvektor Brandt. Anfang 7 Uhr.
Sonnabend: Opernhaus. 29.Vorste11ung. Lyheu- grin. Romantische Oper in 3 Akten von thbard Wagnrr. (Lohengrin: H1". Heinrich Vogl, König- licher Kammersänger aus München, als (Gast.)
Anfang 7 Uhr.
Schauspielhaus. 32. Vorstellung. Dic kranke Zeit. Lustspirl in 4 Aufzügen von Richard Skvwronnck. Anfang 7:3 Ubr.
Deutsch!?!- Theater. Freitag: Dcr Kanmaun von Venedig. Anfang 7? Uhr.
Sonnabrnd: Weh dem, der lügt!
Sonntag, Nachmittags 25 Uhr: Die Mütter. -- Abends 75 Uhr: Romeo und Julia.
Berliner Theater. Freitag (20. Abonnements- Vorstellung): König Heinrich. Anfang 7;- Uhr.
Sonnabend: Faust.
Sonnjag, Nachmittags 21 Ubr: Der Hergott- schuißer. - Abends ?? Uhr: König Heinrich.
Wening-Theater. Freitag: Comtesse Gurkerl. Anfang 7T Uhr. Sonnabend: Wünve. ,
Sonntag. Nachmittags 3 Uhr: Zu volkstbümlicben Preisen: Die Haubeulerche. _ Abends 71 Uhr: Comtesse Gucker].
Reßdrnz - Theater. Direktion: Sigmund Lautenburg. Frritag: Lcßte Woche! als über Kopf. SchrOank in 3 Akten von Alexan re Bissoy, deutsch von Paul Block. -- Vorher: In doppelter Yeßekxjrung. Plauderei von Paul Linjemann. Anfang
r.
Sonnabend und folgende Tage: Hals iiber Kopf -- In doppelter Bekehrung.
Mittwoch, den 5. Februar: Zum ersten Male: Hotel zum Freihafen. (1311610! an hjdko Bobavse.)_ Schwank in 3 Akten von Georges Feydeau, deuxxck) bon Benno Jacobson.
Untreu. -- Hierauf: Fräulein
PMYbYF-Sckwarv Verdieni noch besonders lobend bet-
Riga (unter Leitung Anton R instein's angebildet) im Saal Abend. mit welchem re zum en Publikum erschien.
Außer den 32 Variationen von Beethoven kamen bekannte Klavierstücke von Chopin, Schumann's „Karneval', .Der Lindenbaum“ von Schubert-kazt. .Widmung' von Schumann-Liszt der Veilchen, und eine kleine Pidce von Rubinstein zum Vortra . einer meist paart fich die zuverlässige Technik mit VerständnixzvoUer Auffasun ; nur bltebe eine sparsamere Ver- pedals zu wuns en, da dieses bei Tonleiterpaffagen,
welche die ganze Klaviatur umfassen, und beim _ Spiel unklar maeht. Aufmunternder Beifall folgte ihren Vortragen. Gestern veranstalteten die Mezzosopranistin Gertrude Lucky und der Baritonist Reinhold Hoffmann in der Singakademrc
Duetten von Cornelius und Haydn, denen im weiteren Verlauf noch ildacb ich anreibten. timme blfißt, trug fkrncr mehrere Lieder bon Schubert, Loewe, Henschl und Andern vor, mzter denen am meisten grfielen: „Jung Dieterich“ von Henschel und .DerLtebsten Preis*, ein Volkslied, das auf Verlangen wiederholt wurde. ebrnfalls mir einer wohlklingcnden und ausgiebigen Stimme begabt ist, gelangen am besten Schuber1's „Mein“, „Raft song“ von Nevin, ,Feldeinsamkrit“ von Brahms und .Der Zeisig' von Gound; leßtcres Lied wurde dacapo gewünscht und gewährt.
Drr Aufführung von Arthur Schniylrks .Liebrlsi', die das Dirnstag, den 4. Februar, giebt, grbt nru cinstudicrt Kleist's Lustspirl „Dcr zerbrochene" Krug“ voraus. Hermann Müüer spielt darin den Dorfricbter Adam.
Zn Kroll? Theater wird am Soxmtag Nachmittag Ignaz Vrülks Oprr „Das goldene Kreuz“ mit Fräulein Rotbauser als Christine, Herrn Philipp als Gontran und Herrn Krolop als Bom- batdon gearbe'n. Al'r'nds gcht Gußkow's „Uriel Acosta“ mit Herrn Iskajkowsky in dcr TitelroUe und Fräulein Lindner als Judith in Vielfachen Wünschen entsprcchend, ist für die' Folge der Be- ainn der Nachmijtags-Vorsieüungrn auf «3,4 Ubr, der derAbend- Vorstelkungen auf 28 Uhr festgesetzt. Die Preise der Pläße smd dis-
Jm Konzertbause veranstaltkt Hrrr Kapeümcistrr Meyder morgen einen „historischen Wagner-Abend“. die Sonate in 13-(111r, die Oudertüre zu drr romantischen Oper .Die Feen“, den „Matrosentanz“ aus der Oprr „Dar ßießende Holländer“, die „Polonaise“ 511141111“, das „Siegfried- erU“, die Introduktion des fünften Akts und das (Krbrt aus .Rirnzi“, dcn „Kaisrrmarsch“ und das Vorspiel zu 0811 „Msisterfingrrn bon
In drmsUPb ilbar m o n i schen Ko " zert unrrr ArtburNikisckxs Lrijung am kommenden Montag spielt Frau Teresa Carrrüo Beet- bovrn's IZ-äUr-Konzrrt, und zivar zum erstrp Mal in Deutschland. Das Philharmonische Orchestcr wird an die?]c'm Abrnd Wiikdkr auf
Mannigfaltiges.
Dic Trauerfeier für den vrrstorbenen BotscHaftrr, der Ver- einigten Staaten, Gkneral Runyon bat brute M1ttag 111 der eng- lischen Kapeüe im Parke von Monbijou startgrfundc-rr. _ _ in einen großen Trauerraum Verwandclt; zu beiden Sexten des WWW las man in Silberscbrift: „13105886 arg 13118 1)(38.c1 «111011 Vor dem Altar erhob fich der Katafalk. mit den Kränzen Und Palmer"! der nächsten Angrbörigcn, dem prächtigkn Kranz, dén der Prafident
Friedrich - Wilhelmßädtisrhcy Theater.
ianisiin Elise Pekscheu aus
ge- ernste Richtung ihres Kunst- Im
Ibr Spiel
objektiven iedergabe des
Harmoniewechsel das
Sie eröffnéten densrlbt-n mit zwei Der Varitonist, der Großherzogliche Reichs-
Dcr Sängerin,
geführt werdcn. Das reichhaltig? Pro-
bslrucbtnna werden s oll.
Kommandant des einen palmengescbmuckten Kranz, der fi
Befehl Seiner , _ _ Chefs des Zivil-, des Mtlttar- und des Marinekabinets, Wirkkichér Geheimer Rath 1)r.von Lucanus, General von Habnke und Kontre-Admiral Freiberrvon Senden-Bibran, der Feier bei. Für Ihre Majestät die
aiserin erschirn der Kammerherr Graf von Keller mit einem duftigen Blumengewinde. Gräfin von Keller nahmen an der Feier tbeil. Kaiserin Friedrich ließ Sich durch den Ober-Hofmeifter Grafen von Seckendorff und den Kammerherrn von Wedel vertreten. Seine Königliche Hoheit der Prinz Friedrich Le'opold erschien persönlich mit dem Adjutanten M'ajor von Krosigk, ebenso Seine
Durchlaucht der 5 und Staatsbehörden Fürsten zu Hobe_nlol)e-S_chillingsfürst und mcbrere Staatssekretäre und Staats-Minifter reprasentiert. * die Hofgesellsahaft und, die Gensralität. Das diplomatische Korps war nabezu boUzäblig erscbtenen, die meisten der Herren Von ihren Damen begleitrt. Es warm ;,ugegrn die Votschafscrvon Frankreich, Italien, Ruß- land,Svani€n, Orstexrricb und sämn1tlicheGesandtcm Nur der englische Botschafter wurde durch den Botschafts-Ratb vertreten. Feier begann mit Liner Hymne, während der Rev. Fry an den Altar trat, um Glaubens- und Sündevbekenniniß und das Vatcrunsrr zu brtsn. Dc'r Gesang des 90. Pfcxlms leitete sodann zur Schrift- werlesung über, welrber weiterer chang folgtr. Die (Hrdenkrede bielr Rev. ])r. Dickie. Nach Gebet, Grsang und Segen schloß die Feier mit drm Trauermarsch aus „Saal",
Norderney. breiterung dcs Klinkcrpflastcrs obcrbalb des Schußjverks und der Bau Liner kleinem Futxrrmauer dasrlbst nunmebr bis ngbe an die Warte- l*aU.-. am Darnenstrande (ca. 300 111 vom End?) srrtiggrsteat. Im Frühjahr soll dieselbe binnen 3 bis 4 Wochen bis ans Ende weiter-
der Vereinigten SUW=.W. uicduleaemxa “eu,. den Kränzen der Herren der" Botschaft und vielen Blumen penden. Das Aus- wärtige Amt hatte: euren Kranz mitEcbleifrn in den deutschen Farben am Kata-falY mederlegen lassen. Die Mehrzahl der Krön
war bereits am Drenstag mit dem * Kirchhof überführt worden und Auftrage Seiner Majeßat des Kaisers überbrachte der
Sarge nach dem Majtbä - Find mit der Leiche dort verblieben.
auptquartiers, General-Lieutenant von Messen ck durch auIerlesene Pracht ausseichnete. Auf“
Rosen und Maiglöckchen außerdem. die
Majestät des Kaisers wobntcn
Auch die Ober-Hofmeisterin Gräfin Brockdorff und Ihre Majestät die
von Baden und Seine obenzollern. Die obersten
Zobeit der Prinz Ma ' durch_ den Reichskanzler
rinz Friedrich von Waren
Zahlreich vertreten waren ferner
Die ernste
Am Badesirande ist die vorgenommene Ver-
Aurick). Die Beleuchtunasfrage beschäftigt zur Zeit in unserer Stadt wir in drm benachbartrn Norden dak; öffentlich“: Interesse in beworragcndrm Maße. zu einrr Cntfcberidung durch Gaßglüblicbt odcr
Hier wie dort kann man nicht darübsr gelangen, ob dlE jeßich Petroleym- durch (Elektrtzität er1e§t
Wien
Die Kaprkle
'-k
Chausseestraße? 25-26. _
Freitag: Mit großartiger Ausstattung an Kostümen, Dckorationrn urrd quuifilrzr: Dcr Huugerleidcr. Ausstattrmgs-Kbmödic mlt G-Zsang und BaÜrt in 10 Bildern von Julius KelLer rmd Louis Herrmann, mit tbeilweiser Benutzung mncr Idee des Mark Twain. Mufik Von Louis_ Rotb. In Scene gescßt von Juliur.l Frixscbe. Dtrigrnt: Hkrr Kapcllmeistrr Wian. Anfang 7? Uhr.
Sonuabcnd: Dcr Hungerlcider.
Frcitag: Gastspirl dcs errn Franz Tetvcle vom K. u. K. priv. Carl-T kater in Wirn. Der Herr Direktor (Kloosieur le oiteotOUk). Lustspiel in 3 Aken von Alexandre Bison und
abrice Carré. Deutsch von Ferdinand Groß.
“n Sccne gsscßt yon Siegmnnd Laufenburg. Anfang 75? Uhr.
Sonnabend: Der Herr Direktor.
Sonntag: Der Herr Direktor.
Theater Mujer dcn Ondrn. Direktion: Iulius Fri sche. Freitag: Jn durchaus neuer glämender T'usstcrttung cm Dekorationen, Kostümen und Requifiicn: König Chilpcricb. Burleske Aus- stattungs-Operette in 3 Akten (5 Bildern) bon Hervé und Paul Frrricr, deutsch brarbeitct Von Eduard Jacobson und Wilbrlm Mannstädt. Mufik von Hervé, Jn Scene grsxßr von Julius Frivxche. ?)irKlß-„nt: Hyrr Kapellmsrßer Fedcrmann. An (mg ; r.
Sonnabcnd: Der Bettelstudcut. Ovrrette in 3 Akten bon F. Zell und R. Genée. Musik von K. MiUöcker.
Sonntag, den 2. Februar, Nachmittags 3 Uhr: Bei halben Preisen: Rund um Wien. Panto- mimisches Baurt in 9 Bildern von Y. Gaul und A. M. Wiüner. Musik Von I. ever. Der choreograpbische Theil Von Josef Haßreiter. _ Abends 7D Uhr: Der Vettelftudent.
Mittwoch, den 5. Februar: Dritter großer Maskenball.
„Adolph Ernß-Theatrr. Freitag: Ma- dame Suzette. Vaudeville-Posse in 3 Akten yon Sylvane und Ordonneau, bearbeitet von Ed. Jacob- son und Jean Kren. Musik von Eqund Audran. In Scene gesetzt bon Adolph Ernst. Anfang 7§ Uhr.
Sonnabend: Dieselbe VorsteÜung.
Bentral-leeater. Alte Jakobstraße N:. 30.
Freitag: Wiederauftreten des Herrn Emil Thomas a. E. Eine tolle Nacht. Große Aus- 11attungspo e mit Gesang und Tan kn 5 Bildern von Wilh. annstädt und Julius round. Mufik von Julius Einödsbofer. Zn Scene gesrßt vom Direktor Richard Schultz. ie Tanz-Arran'ech vom Balletmeisxer Gundlach. Anfang 7x? U :.
Sonnabend: Eine tolle". Nackzt.
Nach Schluß der Redaktion eingegangene
Depeschen.
30. Januar. (W.T. B.) Der Prinz Ferdinand von Suchfen-Coburg ist hier eingetroffen. -Dcr italienische Botschafter Graf Nigra ist aus Rom bierhcr zurückgekehrt.
Konstantinopel, Z0.Ianuar. (_W. TV.) In Ainta'b, Amasia und einigen Orten der Vilajets Wan und Vitlts ist die Stimmung erregt; man befürchtet Gewaltthätigkcitrn gegen die Armrmsr.
(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten
Bcilage.)
Konzerte.
Ronzrrt-Üaus. Karl Meyder-Kouzcre.
Freitag: Historischer Wagner-Abeud.
Dirnötag, TW 18. Fx-bruar: Fastnachts- Sub- fxriptious-Vall. Billers ck 3 „zs. im Burkart dcs «Yautrs.
Zan! 6cchüeim Linkstraße 42, Frcitag, Anfang 75 Uhr: ll. Konzert des Cervirtnrsen Friedrich Grülxmarher.
Zirkus Renz. Karrsnaße. Frei-ag, Abends 71 Uhr: Große humoristische Extra-Vorstelxuug. Yrrftrct-xn sämmtlicher Clowns und des beltcbten Oriainal-August Mr. Lavatcr Lee in i_brerr wtrxazr s- vollsten Entrées und Jnjexrmezzi. (Zroyarttgß (E11? 9. Ein Künstlerseft. Auf das Glanzerzdste mscentert vom Direktor Fr. Renz. Neue Einlage: Die Katastrophe des Riesendampfers „Ctxccuxia““. Vlußkrdcm: Drr irische Wal] mit 4kor11fantschen Pm-ys, vorgeführt von Miß Fiori. Auftrete'n des Schulreitrrs crstrn Ranges Mr. Gaberel mtt seinem Schulpfcrde (Chicago. Der Hund Iacque als“- Retter, Qriginal-Trcffur des, Mx. G. Loyal. ZLTMMM vrn nur Künstler-Speztalttatcn allerersten
anges. '
Sonnaberd: Ein Kiinstlerfest. Neue Emlage; Die Katastrophe dcs Riescndampfers „Cw- centia“. .
Sonntag: 2 Vorstellungen: Nachmrttaxxs 4Ubr ?Ermäßigtc Preiss: und 1Kind untrr 10 Jahren rei): 1870/71, _ Abknds 7F Uhr: Ein Kiinstlerfeft. Wam-
CFsj'xtnnilieu-Nachricixteu.
Verlobt: Frl. Erna Rittschcr mit Hrn. Sec.- Lirut. (Ernst Von Bebr (Hamburg-Wandsbek). -- Frl. Else Schwanitz mit Hrn. Sec.-Lieut. Frbrn. Leopold Schiüing von Canstatt (Berlin). - Frl. Clara ron Helldorff 'tmt Hrn. Paul NRWZ (Mcsrritz-Polißig). "
Geboren: Eine Tochter: „Hrn., Paswr Luvke (Nemnübl-Ku dorf). - Hrn. KegrerungS-Affrffor 1)r*. ]nr. Car Negrnborn (Magdeburg).
(Gestorben: Vrrw. Fr. GcncralClara bon Trotha, eb. won CarlowiIJ (Gotha). -« Hr. Korvetten-
apitän a. D. * échard Schlocpke (Berlin). - Hr. Superintendent Richard Geisler (Oppeln). --
Fr. Pfarrer Werth (Schalke). - Hr. Pastdr
eodor Köhler (Siebenbufen).
Verantwortlicher Redakteur: Si emenrotk) in Berlin.
Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin. Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags- Anstalt Berlin ZW., Wilhelmstraße Nr. 32. Fünf Vciwgen (ci nschließléch Börsen-Beilage).
Erste Beilage"
zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
„MZ? 27.
Berlin, Donnerstag, den 30. Januar
. 1896-
" *_________________
Deutscher Reichstag.
26. Sißung vom 29. Januar, 1 Uhr.
TageSordnung: 'Erste event. zweite Berathung des Antrags Barty-Rrckert, betreffend Abänderung des Wahlgeseßes ur den Reichstag.
Ueber den nfang der Sißung wurde in der gestrigen Nummer des Blattes berichtet.
Nach dern Abg. Dr. Schädler nimmt das Wort der
Abg'Frelberr bon Stumm (Rp.). Redner bestreitet, daß der Antrag ,dte voUe Wahlfreiheit arantirre. Gewisse Elemente würden nach wre bor auch die Heimlicßkeit der Wahl zu durchbrechen wissen. In, sehr vtelen Fällen handelte es f1ch nicht um böswiÜige Unter- schtebr5ng, sondern um unabsichtliche„_Verwechs€lung bon Stimmzetteln, und dtrse [Zßtere kßnne nach Ausxubrung des Antrags Bartl) leicht noch vtel bczufiger eintreten. Ferner brauche man bloß die Nicht mit allen Fbrmltchkeiten vertrauten Arbeiter u. dergl. zu verankaffen, auf den Stnnmzrttrl a,uch ihren eigenrn Namen zu setzrn, um ganz genau zu erfahren, wre dtesrr oder oder jener Wähler gestimmt babe. (Five absolute,Stcherung„ dcs Wablgeheinmiffss sei also aucb auf diesem Wage Nicht zu xrrerchrn. Besser wäre es, zu dem ursprünglichen Vor- schlage der Rnegterung Von 1866 zurückzukehren und die offene Stimm- abgabe emzufuhren, also die geheime abzuschaffsn.
Abg. Blos (Soz.): Wenn auch die badische Regierung auf den Boden drs Antrags tri1t, so lehren uns doch die Vorgänge in Sachsen, jveffrn wrr uns unter Umständen Von den Regierungen zu versehen Haben. Daher "ist es von Wcrjb, wenn fick) die gro&x Mehrheit des Rexöbstags fur den Antrag ausspricht. Freiherr bon tumm legt heutZ eme Sanftmutb an den Tag, dir ein ihm neu ist. Abänderung?!- antrage, dre dre Basis des Reichswablrecbts erschütt€rn würden, bat er wohl bloß deshalb bisher nicht gestrüt, wril dirselben ganz aus- srchtslos smd; er hat aber doch erst Vor kurzem seine Anficht dahin ausgrsprochen , daß jrdsm Sozialdemokratcn das Wablrrcht ab- gesprocbrn werdrn müsse. Es ist uns mit dem Antrage nicht um eine Demonstration zu thun, oder doch nur um eine soxche gegen das Demagogentbum drau rn im Rricbe, wrlcbcs auf gensaltfamsn Umsturz dcs geltrnden Wahlrr ts binarbcitst.
Abg. Dr. F H r st er - Neustrttirz (Reform-P.) : Wir wollen nicht, daß der Volkswiklr, wie biék)eroft J€1chchLm gefäkscbt werde, und stimmen drsbalb für drn Antrag, drr abcr birUeicbt noch rcdat'tioneller Arndt?- rungen brdars und nach der Srite dcs passWrn Wahlrechts Ergänzt Werdrn soüte, auch„die Fragr der Abgrenzung der Wablkrrise be- handkln könnte. Wir smd für Vorbrratbung drs Antrags durch die Wahlprüfungskommisfion.
Abg. Beckk) (fr. Volksp.) ist gegrn disse Erwritrrungen, die den Zwrck des Antrags [Licht vereitsln, ja ssine Annahme! gefährden könntév. FrrilWrr Von (Stumm babe bci seirxrn Ausführungen die Usher- Kvachung dsr Stimmabgabe durcb dis Sozialdemokraten im Auge?; diese sri (1er noch lange nicht so schlimm, wir dir virlfacb vor- kommrnde Thatsache, das; dir Fabrikbetren fick) die Stimmzettrl ihrer Arbritcr Vorweisen lirßrn.
Abg. Dr. bo n Wolszleg i er- Gilgcnburg (Pole): Auch wirrverdén für den Antrag stimmrn, Vor allem auch, damit drm polnischen Volke “die Wablsreibrit aervabrt werde.
Nachdrm der Abg. Größer (Zentru), entgrgrn dLn Abgg. Blok; und Förstrr, für schl€unig€ unveränderte Annahme des Antrags gksprochrn und für das allgemrine, direktc, gleichc und geheime Wablcrcht als das am mristrn in politischer Hinficht erzieherisch wirkende Wahl- recht riygetreterrist, auch das Urthril des Fürsten Björnarck über das DreikTaUanabljystrm als das widkrfinnigstc Wablbrrfahren zitiért und schließlich darauf bingrwirsru hat, daß auch in Württrmbkrg die Regierung damir umgebe, in drr Richtung dcs Antrags dcn N'ammrrn cine Vorlagr zu machen, sucht
Abg. BindeWald (erorxn-P.), indem cr angrincbr Wahl- brrisfluffungrn amtlicbrr Kroiss bri den letztrn Ersa wahlen in Meseriy-Bomst und Orls-Wrcrtcnberg zur Sprache ringt, die Notbwrndtgkrit drs Antrags darzujbun, drr ohn? KommissionÖbrratbung sofort zum BVMW rrlßobrn Werdrn müsss.
, lb].1)1*.Schönlank(Soz.): Tbatsäcblick) beabsichtigen in Sachsen d1eKoanrba1iven Utxd Nationallibrraken im Bunde mit der Rrgierung cin nnrrbörtrs Attrntat aufdas dortiga Wablrrckß, indem sie: dasselbe? dyrcb dasxxrrußifcbc Dreiklaßenn*al)lsyst;m erscßrn woklrn. Frijberbabrn dresclben Part€irn und die? Rrgicrung fick) grgcn rin indirrktes Wahl- Esfrm Und gcgrrr eine K*lasscncivtbchmg erlärt; brut? ist die
trmtmmg umgcjckxlagrn; aws bleichrr Furcht Vor drn Sozial- demokralkm proklamicrsn dir Ackermann, Méxbnert und Schill drn Umsturz dcs brstsbrnden Wahlrechts, und die Rrgirrung stimmt ihnen zu. Bm dcn sächsrfchrn OcdnungSPartricn bat Freibérr bon Sthm mit srinrr Sch1cifst€inpdljtik grlébrige Schülrr gefundrn. Pra]1drr1t *Frcibkrr Von BUD! mahnt von writkrrn Abschwrifungrn ab, woraUs der Redner mit drr Auffordrrung, dcn Antrag einstimmig anzxmebmrrr, schlicßt.
Säcbüfchrr Bryoümäckytigtcr znm Bundsßratb, Gcsandter Or. Graf von Hobkntbal und Bergen: Dsr Hrrr Präsi- dent hat dem Herrn Vorrcdner “ schon brmrrkf, daß die Ange- legenheit drr Arndcrung drs säch1i7ch€n Wablgrsrxxrs, übr'r die ich übrigrns nichts weiß, nicht bierbrr gcbört. Ich möchte aber dem ._Hrrrn Borredncr noch das Eine brmerkrn; Wenn das sächsischr Wahl- gsscxz abgeändert wrrdrn s0l1te', dann ist seine Parrei schuld Und nic- mand anvrrs. Der Hrrr Vorrrdncr bat Vorhin gesagt, das sächfische Wablgrsrß sri ein sblchrs, das die Ausübung drs Wahlrechts unter ganz günstigen Bedingnngen crmöglich9 Wer bat das sächsicbc Wahl- gesrß in dcr sächsischen Kammer zucr1t angegriffcn? Die Partei drs Herrn Vorrrdnrrs. Wcitcr babr ich nichts zu sagen.
Abg. GrafzuLimburg-Stirum (0.kons.) wendrt srch gegen den Nbg. Bmdewald, drr bon ungrseßlirhsr Wablbrcinfluffung dcr Amts- Wrstrbcr und (Großgrundbefißcr gejprockwn. Es sei doch se'lbstbrr- ständlich, daß dis Ansässigcn im Kreise; Oxls-Wartenbcrg lirbe'r ibrsn vrrdientrn [angjäbrigrn Landrats) bon K*ardorff als cinrn brrgrlaufrnrn Agitator wäbltrn. Landtags- und Reickystagéwublrccbt ergänzten fich ge rnseitig; man dürfe nicht Linseitig eins von beiden in Angriff neßmrn, wodurch die brstcbrndsn Machtbrrbältnisse in Staat und Rricb cinscitig Verschoben rvrrdrn würden. Der Antrag Bartl) sri auch an sich unpraktisch. _ „ ,
' Abg. 1)r.Schönlank: Graf *Yobcntbal wmß q1fo_ bter in Bsrlin nxcbt, was in Dresdrn grschi€bt. Ick) babe das sach1ische Wahlrrcht nicht als das Ideal, auch nicht als Etwas Vorzügliches, aber doch als ktwas Erträgliches angrsrlnkn.
Sächfiscbcr Bevoklmächtigter zum Bnndrsratb, Gssandtc T):". Graf 5011 Hohentbal und Bergcn: Ich muß daher stehen bleiben, daß der gccbrte Hrrr Vorrrdner fiel) in 811th Grgen- saß zur Vertretung seiner Partei im sächsischcn Laxxdtag ISMN bat. Der Hrrr Vorredner bat vorhin das säckxfische Wablgrsey als ckn solches bezeichnrt, mit dem fich rccht wohl auskommen licßc. Aber dre sozialdemokratis («Partei drs sächfischen Landtags bat, obnwbl siegenau Wußte, da; der Antrag gänzlich ausfichtsloö sei, in zwei odrr dret auf einander fol enden Landtagxn eincn Antrag auf Abänderung diZsss Wablgescyes ZLJFCÜK Dargus ist die Antwort in der dcnk- wurdjgc-n Sigung der erriten Kammer im vorigen Monat sebr dEUUkcb gcgebcn worden. Ob diese Antwort eine weitere Folge haben und ein neues Wablgessß Eingrführt werden wird, das werf; :ck noch nicht. Ob Hrrr Schönlank das glaubt oder nicht, ist mir emerleiä ck _ _ , & __
Abg. Bindewald: Die im Wahlkreise Oels-Wartenberg auf- ßstrétxnen Redder meiner Partei waren keine ber elaufenen Manner; fie bltcfkrn auf emen Stammbaum zurück, auf den Hie stolz sein könnkn.
„Arg. Ur. Lieber (Zentr.): Ich muß entschieden dagegen pro- testzeren, daß von einer gxgenseitigen Er änzung des preußischen und N€tchswablrechts gesprochen wird. Ich rauche bloß darauf zu ver- werfen, „daß, die Konsewativen uns in Preußen bei der Steuerreform zwar mrtrytrken ljeßen, uns aber bei der Aenderun des Wablgefeßes, welches dte110tbkvendige_Ergänzung dazu war, vo ständi im Stk.,“; gelassen haben, sodaß dre Wirkungen des DreiklaffenwaYlsystems zu Ungunsten ker brerten Massen verschlechtert find, und sie hier gleich- wobl_1bre MitWtrkung zur Verbesserung des Reichswahlgeseßes verwetgern.
Abg. Graf zu Limburg-Srirum entgegnet, daß man erst drr: Cffrkt der Steuerreform in Prrußen abwarten müsse, ehe man an eme eveittueYe Aenderung des Wahlrechts gebe. Für das Landtags- Wablrecht sex noch keinests die bebguptete Verschl8chterung bewiesen, sondern zungchst nur bezüglich des Kommunalwablrechts. Die Kon- serbattven seren sebr bereit, in eine Revifion einzutreten, aber nicht blox; nach einer Seite.
Abg. Fuchs _(Zentr.) entnimmt den Ausführungrn des Vorredners, daß dre Konserdartven einem erneuten Anfrage des Zentrums auf Ab- anderung “drs Wablgeseßes in Preußen freundlich gegenüberstehen würden. Dre .Revis'wn" des Grafen Limburg beiße nichts Anderes als Abschaffung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts. Jn' grwiffen Kreisen schrecke man j“: selbst nicht vor emem Staatsstretcb- zu diesem Zweck zurück; für die bsutige Offenheit des Abg. Grafen Ltmburg könne man nur dankbar sein.
Abg. Graf zu. Limburg-Stirum: Die beiden verschiedenen Wablrechte konstruterrn die Interessen- und Machtverbältniffe in den einzelnrn Staaten. Aendert man einseitig, so Werden diese vrrscboben. Wir wvÜrn diese Verschiebung nicht; unsere orderung ist also auch mehr der Ausdruck einer dirrkten Feindschat gegen das geltende Wahlrecht. '
Abg. Dr. Lteber (Zrntr): Das Nußgleicbssystem drs Vorredners soll sub auf aÜe_ Einzelstaaten beziehen; ww gleichen fick) drnn diese Machtberbältniße in Württemberg aus, Wo beide Wablsysteme das dtrektr Wahlrecht Enthalten? Sie sprechen Von „allen“ und meinen doch nur Preußen. Si? wvÜen uns verhindern, in Preußen eine Wrederbersteüung des Ikarus «(10 WW anzustreben, und droben uns, dasRerchswa51recht anzugreifen, wenn wir in Preußen am Wahlsystem trgend etwas andern. Es ist ganz wiÜkürlich, daß, die beiden Wahl- system; be rtfflich oder geschrcbtlich irgendwie sich ausgleichen. Raab drr Emsü rung drs Reichswablrechts hat man im Gkgentheil ange- nommrn daß nun auch .in den Einzelstaaten die Tage des indirekten Wablsyéterns grzäblt seren. Ju Preußen wurde sofort bon Wind“.“- borst und Maümckrodt drr bezügliche Antrag gestellt. Zur Zeit rübrén wir nicht an _dem indirekten nglsystem; wir woklen nur seine Wir- kungen zurückführen auf, den Instand, in dem es sicbbor der Sreuer- reform befand. D(zs rst krine Verschlechterung des Dreiklaffenwabl- systrms. Daß die Verschl€chxerung im Gegentbeü durch die Steuerreform berbergsfübrt ist, irt heute schon klar, wenn auch die Statistik darüber noch nicht Vorliegt. Weiß man nicht, daß in Berlin Ministsr in der dritten Klasse wählen? Der Widerstand gegcn den Antrag zeigt, welche Absichten die Herren rechts mit dem allgcxmrinen Wahlrecht übrrbaupt Habrn.
Abg. Fuchs: Sir brzweifrln, da man mit Staatsstreich- gedankrn umgeht? Steht der Graf irbach anén nabe oder nicht? Dieser Graf Mirbach hat im Herrenbause erklärt, daß das Volk in Weiten Kreisén Ls mit Jubel bkgrüßen würde, wenn die Fürsten sich c'ntschlössc'n, rinen neuen Rrichstag auf (Grund eines nrucn Wablgeseßrs zu berufrzr. Das nrnnen wir einen Staatsstreich.
Damn, schlreßt 018 Dtskufsron.
Nachrmenr Schlußwortdcs Abg. ])1'.Bartb wird der An- trag auf Kommrssroysberathung zurückgezogen. Das Haus tritt sofort m 016 zwette Lesung Lin und nimmt die einzelnen Paraqrdphcn des vorgeschlagenen Gesetzentwurfs ohne chQtte an. tn Antrag der Abgg. von Strombeck und von Hodenbcrg, daß Beweiserhkbungen in Wahl: prufungssachen von den Behörden als Eilsachcn zu be- lmndcln smd, wird angenommen.
Es folgt die erste Berathung der von den Sozialdemo- krairn, Abgg. Auer u. (Gen., Und, von der freisinnigen Volks- partci, Abgg. Nnckcr U. Gen., cmgebrgchtcn (Hefe entwürfc, betreffend die Gewährung SMCS vollständtg freien ereins- und Versa'mmlungs'reckßs.
Dcr sozraldcmokrattschc Entwurf schließt die Mitwirkung odcr Einflußnahme amtlicher 'Bckwrdcn in jeder Form aus m_1d stellt dirjsnigen, welchc dre Ausübung der hier gewähr- lerstrtcn Rechte zu verhmdern sUchcn, untcr die Androhung cincr Strafe von bis zu..? Monaten Gefängniß. Der Antrag Ancker will dagegcxr dre Rcickß-SeuckwngeÉßc, die Reichs- Mtlitärgcseße und dre Bestimmungen der andeSgese € über die Ueberwachung von usammenkünften unberührt la cn.
Abg. Auer (Soz.): ia weitestc'n Kreise sind über die Notb- wcndigkeif Einer Aenderung drr drrzeitigen Brstimmungezn über das VLxcins- und Versammlungswczsrn in Drutscbland einig. Die Zu- ständigkeit der Reictheseßgrbung geht aus Art. 4 Nr. 16 drr V3!“ fassung klar bcrvor, „Am 1. Mai 1895 babrn die Rcdncr aUer Par- teirn sich in dicsem Sinne angssprochen, fandrn aber doch, daß die jrßige Zeit zu solchen Aenderungen nicht angrtban sei. Wann sokl nun disse r€cht€ Zrit kommrn? Das Reich bat skin 25jähriges Jubi- läum gcfriert; noch immer ist dre Verbeißun der Verfassung nicht erfüllt. Das Kbnigrrich Württemberg bat s on beute rin Vereins- und Vrrsammlunqsreckyt, Welches fich nicbt Weit von drm, was wir verlangen, unlerscheidet. Wir wären berrit, auf unserrn Antrag zu vrrzichten, wenn das württembergische Rccbt Gemeingut für ganz Deutschland würde. Damit ist auch die Meinung drs Hrrrn Von Marquardsen widerlegt, das; Lich mit einem solchen Gesetz nicht aus- kommen lassen würde. Die 9) einung, daß solch Bsstrebun en doch ausfichtslos seien bei drm Widerstand der brrbündeten Reg erungen, brrdient krine ernste Beachtung, denn 1071| hatten wir auch die mehr- stündige Arbrit, die wir sorben grtlmn haben, unterlassen können. Und ist der immrr und immer wieder zurückgewiescne BefähigungSna weis nichr immrr und immer wiedrrgrkebrt und zwar zuletzt mit Er olg? Ist eine Aenderung unscrrs VerrinÖwest-ns nothwendig, dann können solch6 Rückficbten nichts verschlagen. Dasselbe gilt Von dem Einwande drr nivrllierrnden Glrichmacbrrei, den damals der Abg. Backyem erhob. Warum will man Minderjährigé bon der politischen Erzixhung aus- schlirßen, dg dock? dieselben Minderjährigen ev. die Waffen bereits jragrn müßen? Gerade die Notbrve'ndiJkeit dieser politischen Er- zirbnng hat doch vorhin der Abg. Grö er born Zentrum besonders betont. Was das Vereinsrecht für die Frauen betrifft, so will ja das Zentrum ihncn das Koalitionsrecht zur Wahrung ihrer wirth- srbaftlixben Jnterrffrn ebkn; dirscs wäre aber nur das békannte Messer obne «Och und ohne “lingk, wenn die Frauen nirbt glrichzeitig da_s Vereins- und VersammlungNecht erhalten. In dtescr Beziehuné Ut auch in neuerer Zeit rin grwaltigrr Umschwung in der öffenticben Meinung Vorfick) gegangen; ich erinnere nur an den le ten evan eliscb- sozialen Kongreß, wo zum Ersten Male eine s-TFrau ür diese orde- rung eintrat, und nach dem Zeugnis; drs Profe ots Delbrück mit dem
bervorragendsten Erfolg. Bereits anfangs der 70er Jahre hat Motiv Wrggcrs ein all emeines deutsches Vereins- und VersammlungSrecbt be- ' antragt. Dieser ntrag sollte aber wesentlich bloß das preußische Vereins- recht auch auf das Reich ausdehnen. Damals war das be reiflilb denn die schlimmen polizeilichen Erfahrungen hatte man noZp i k emacb't, und Wiggers war ein Mecklenburger, der für sein Bake:- and_ em Vereins- uxtd Versammlungörecht erst schaffen wollte. Einen Stem auf Mecklenburg 7th ich keineswegs werfen, denn ich wurde unter dem Sozialistengeseß zwar aus Preußen und Hamburg, abet richt außMrcklenburg auSgewiesen. Daß wir uns jest auch_ noch tmmer nzcht allzuweit von dem preußischen VereinSrecht cnk'ernen syUen, nne Herr von Marquardsen andeutete, kann man uns wirklich mcht „zumuthen. Was auf dem Gebiet des VereinSrecbts in den verschredensten Bundesstaaten noch heute zu Recht besteht, wird den meisten Mrtgliedern des Hauses garnicht geläufig sein. In mehreren Stagten be'stehYnock) heute die bundestägliche Bestimmung, daß ArbetterVereme uberhaupt nicht gegründet werden dürfen, so in Hessen und Oldenburg, wo sonst ganz liberale vereinßgese liche Be- stitpmungen v,orbandeu's1nd. In Anhalt dürfen nur ' nbaltiner Mitglieder eines pol1ttschen Vereins sein; diese Vorschrift ist durch alle Instanzen bzndurch als gesetzliches Recht anerkannt worden. Weimar hat kern Vereins- und Versammlungßgeseß; diesen Zustand'habe'n fick) die Behörden dort jeßt dahin zu nuße gemaét daß fie tbr etgeneÖBelteben entscheiden lassen, und das iTt bekanntl cs gegen"unsere Parte: weidlich auszzenußt worden. Die re cbsländiscben Verhaltnisse; find ja„bekannt, fie Werden auch Wohl noch von anderer Seite beute naher belrucbtet Werden. Mecklenburg hat auch
kei'n,Ve,reins- und Versammlungßrecht; Vereine bedürfen daselbst der mtntstertellen Genebmrgung. Gerade die mecklénburger Verhältniss Hinterwäldler find, troß 25 Zährigem
zeigen, daß wir, immer noch Bestehen dss R61chs. In Neuß ä. L. find politische Vereine 1": erhaukt verboten. In Deut_schland „haben wir 26 VereinSgese 2. Was n Zambuxg erlaubt rst, ist tn Altona ein Vergeben un Verbrechen. n Wurttrmberg dürfen _die Frauen an Vereinen und Versamm- lungen tbetlnehmen; jensetts bon dessen Grenze suchen die Polizei- beamten nach der Ylnrvesenbeit von Frauen in Vereinen und Ver- sammbungen, urn dre letzteren dann als ungeseßlich aufzulösen. YWUZJMHL Vereme dürfen nicht miteinander in Verbindung treten. uf rund dteser Besttmmuyg bat die Polizri die soziakdemokratiscbe Oxgantsatwn, duch den PartetWrstand und die einzelnen Vertrauens- rrranner, aufgelöst und rms angeklagt, und wir werden aller Voraus- 1cht n9ch „auch Verurthetlt Werden,. Fünf Jahre lang haben wir diese
rgamsatwn gehabt. Dem Mmister von Köller war es beschieden, einen großen 'Schlag gegen [1er zu führen; er führte ihn und löste unserr. Orgamsattorz auf. Wrr haben unseren Parteivorstand einfach nach Hamburg "geschtckt. Dort funktioniert Sr rubig weiter. Wir hätten arrch nach Wurrtembrr geben können. Aber find diese Zustände mcbt Deutschlands bb st unwürdig? Alle anderen Yarteien find auf dtesem Gebtete ytel schlimmere Sünder als wir. ur die Kon- servatwen baben bet der Véaßregelung unserer Organisation zu- st'rmmetzde Aeußerungen Verlauten lassen; alle übrigen Parteien, selbst dre Natronanberalen, brachten das nicht fertig. Das Organisations- statut der Konserbatwen verstößt viel stärker gegen das Geseß, als dqs unsere angebltck) thut. (Redner theilt den Wortlaut der Be- strmmungerz, dre Zusammenseßung des weiteren und engeren Aus- schussed, _dre erkulgre des _leßteren an die Provinzial- und Lokal- organrsatwnen, sowre an dre Vertrauensmänner u. a. mit.) haltejdas' (11er für sebbstverständlich, aber was dem Einen re t rst, tft dem Andern btllig. WiéZ das Vereins- und Versammlungs- rr t m Sachsen, gehandhabt wird, rst unerhört. Die Wahlrechtsliga, dre sich dort gebtldet hat, um gegen die Abficbt der Verschlechterung drs WablgeseZzes Froxrt zu machen, und schon 28000 Mitglieder zahlte, hat dte POLIZU' auf Grund etnes offenbaren Mißbrauchs ihrer Gewalt aufgelöst;"eme Versammlung mit dem Thema ,Das Artrntat auf das" 1achfische-Wablrecht* Wurde wegen schwerer Ve- [erdrgung drr Standekammermrtglieder durch diese TageSordnun ver- botexr. Das Rezept W preußrschen Herrn Justiz-Minifters: 5 enn Zryer dasselbe thun, so rst es mehr dasselbe, iftthatsä lich zur obersten Yrchtschnur gejkvorde'n. UnserßVereine dürfen, be schwerer Ge- fangmßstrafe fur dre Lettrr, mcht in Verbindung treten; vor drei Tagen haben ht-xr m Berlin neun konserVative Vereine eine feier- ltche'Zusamr"nenkunft gehabt, ohne daß fich die Polizei darein grmrs ,t batte. Wo bliebe, auch der Bund der Landwirtbe, wen'n 1ch die Polizei der geseßltchen Bestimmungen grgenüber seinem Tretbrn'erm'nerte. Aber das tft ebrn das Unerhörte, daß die Polizei nut zrvrterlrt Maß mrßt. In dem „Verein mit dem langen Namen“ smd „zahkretcbe Verenxsborstande der Großindustrie zur Verfolgung PolrtrschLr ,Zwecke, bereinigt; aucb fie müßten Verurtheilt werden, aber mrserq Ortmme rst gerade so ohnmächtig, wie die dieser Herren all- macbtrg rst. Utzd' da klagt Freiherr von Stumm noch über un- genügrrzdes KoaltttMSrecbt der Arbeitgeber. Wo blieben auch die Katholrkengegenüber dem § 8 des preußischen VereinSgefeßes, wo die Beruvaereme, die fick) zu Prtttionen an den Reichstag zusammen- tbun'. Wandel 'zu schaffen tft notk); freie Bahn auch auf dem Gebiete des Vrrrtns- und Vrrsammlungßrechts gehört zu den Voraus- setzungen gederbltchrr'Entwtckelung sozialer Verhältniss, ganz ab- gesehen Von der Partctsteümxg des Einzelnen. Was den Unternehmern recht ist, muß „den Nrbertern biÜig sein. Der Zusaß „Zuzug fernzuhalten!“ bet drr Ankundigung Von Skrikes in Arbeiterblattern hat" zu Ankldgen und zu Berurtheilungen wegen groben Unfugs «fuhrt., Dre schwarzen Ltstrn der Arbeitgeber aber haben fur Yemen 'Staqtsanwalt irgend etwas Auffälliges. Man wtll dtz? Arberter „m einer Ausnahmesteüung erhalten, und gewisse Leute batten, wre dre Artikel der „Hamburgxr Nachrichten“ beweisen, ihre Freude daran, wrnn diese fortdauernde Knechtung die Arbeiter zu etyer erzwetflungsthat trieb?l damit dann wieder die Blut- und Etsenpoltttk gegen fie Oberrvas er erbielte. Aber die Arbeiter Werden fich"schön davor_ brüten., Wo en Sie die sozialen Gegensäße nicht versobnen, sognuffetr Ste den Kampf führen, wie er dort in dem Bxatt vorgxzrrchnxt rst. Aber nur mit einem Kampfmittel kommen Sxe Vorwarts: uben Ste Gerechtigkeit, und das thun Sie, wenn Sie unseren Antrag axmebmen.
ierauf wrrd ern Verragungsqntrag angenommen. chluß 5174 Uhr. Nachste Srßung Donnerstag 1 Uhr.
(Etats des RetchSamts des Innern und der ReichS-Justiz- verwaltung.)
Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten.
7. Sißung vom 29. Januar 1896.
dUeber den Beginn der Sitzung ist gestern berichtet wor en.
Das Haus seßt dj_e zweite Beratbung des Staats- haushalts-Etats für 1896/97 beim Etat des Ministe- riums des Innern fort. ;
Beim Kapitel „Landräthliche Behörden und Aemter“ we,
Ab? Brandenburg (Zentr.) darauf bin, daßdie imparitätis Beband ung der Katholiken auch bei Besetzung der Landratbsämkk fick) zeige; es empfehle fich die Beseßung der Landratbsstellen kn