1896 / 27 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 30 Jan 1896 18:00:01 GMT) scan diff

die Wregimmg keineswegs einen Bruch mit den tecbu

WW, bei denen sie bisher in agrarischen Ding'en volles ' WWS und Unterftüvuno gefunden bat, herbeizuführen wünscht- Ick gebe vielmehr 'der Hoffnung und dem Wunsche Ausdruck, daß, sowie ck im vergangenen Jahre war, es auch ferner bleibe, daß bei anen positiven Vorschlägen die Unterstützung sowohl der rechten Seite des Hauses wie der Mittelparteien ftattfinde.

Ich will dabei auf eine Bemerkung des Abg. Rickert it; der ersten Etatsberatbung eingehen. Leider ist, wie ich sehe, Herr Rickert nicht im Hause; er wird wohl lesen, was ich sage. Mit den links stehenden Parteien bin ich in der Regel nur dann einverstanden gewesen, wenn es sich um Negaiion von Vorschlägen, die von der rechten Seite des Hauses auMingen, handeln?. Eine solche Negation bat stattgefunden speziell beim . Antrag Kaniß. Handelte es sich dagegen um positive Vorschläge, so "ist, soviel ich mich erinnere, der Abg. Rickert stejs oder doch in der Regel Gegner der Staatsregierung. Ich will am!) mal abwarten, ob Herr Rickert bei denjenigen Vorschlägen, welche die Staats- regierung mit dem Börsengessß, dem Zuckergeseß, dem Margarine- ßeseß und mit dem Geseh gegkn die Verfälschung von Kunstdünger und Futtermitteln gemacht hat, die zum theil schon dem Reichstag vorliegen, fich auf meiner Skike befinden wird. Hm Rickert hat dabei die Bemerkung gemacht: da ich zu den Aeußerungen der konser- vativen Partei in der ersten Ctaisberathung keine Stellung nehme, wolle er mich cht der konservatiVLn Parisi überantworten. Damit, meine Herrkn, bat er mir nicht graulicb ge- , macht. Ich habe die Ucberzeugung, daß es wie im vorigen Jahre bxeiben wird, Wo die Staatsre'gierung bei den Mittel- parteien und bri der rcchten Seite des Hauses in allen positiden Maß- nahmen volle Unterstüßung fand. (Bravo! rechts.)

Meine Herren, dann hat Herr von Puttkamer _ dieselbe Frage ist auch Von anderen Rednern gsstellt _ di? Frage an die Regierung gerichjet, ob sie darüber unterrichtet sei, wie w-xit der No1hstand bereits in der Landwirthschaft Vorgeschritten sci. Meine Herrcn, es ist mir Unverständlich, zu wschem Zweck an die StaatSregierung fortwäbrsnd erneut die Frage gerichtet wird, ob sie einen Ueberblick über die Nothlage an fich und über ihren Umfang habe. Bci jeder Gelegenhkit, bai der Eröffnung des Reichstags, bsi der Eröffnung dieses Hauses, hat die StaatSregierung, hat es die AUerböchste StkÜe ausgesprochen, daß im Weitesten Umfang anerkannt wsrde, daß sowohl in den östlichen als in den westlichen Landestheilen der Monarciyie ein sehr bedenklicher, kritischer Nothstand eingetrsten ssi, und daß die Regierung nach allen Richtungen dem Notbftand abzu' helfen bestrebt sein werde. Wie rveit dkr Nothstand fortgeschritisn ist, meine Herren, darüber finden-allcrdings fortwährend Ermittelungkn staft, und zwar statistische Erhebungen über den Umfang dsr Ver- schuldung, über stattfindende Subhastafionen u. s. w. Solche Ermitte- lungcn sind schon nothwcndig, nm sine Aenderung des Agrarrscbts bez. des Erbrechts, der Verschuldungsgrenze u. s. w. vorzubereiten. Diese Ermittelungsn sind nock) nicht abgéschlossen, aber ich kann ver- sichern, daß die Staatsrkgicrung sich klar darüber ist, daß in Weiten Thrilen dsr prxußischen Monarchie eine ge- fabrdrobends Nothlage Vorhanden ist. (Hört, hört! rechts.) Aus welchem Anlaß disse Frage'n sists an die SiaatSrsgierung ge- richtek Werden, ist mir nicht Verständüch.

Meine Herren, fernkr hat der Herr von Putikamcr bei dieser Gelegenheit den Benzeis für das Vorhandknsein der Nothlage durch Hinweis auf die Nackpweisungen 1":er die DomänxxWerpachtungen an- zutreten vxrsucht. Mir liegen disse Nachwckisungen augknblicklick) nicht Vor, nammitiich nicht eine Zusammensieüung, wslche ich drr Budgetkommisfion mittheilie. Bei der Beratbung des Domänen-Eiajs Mrdc iu!) ein- gehender auf dicse NachMisimgen zurückkommen. Ukbrigens barufe ich mich darauf, daß ich schon in der Budgßikommission Mkikiék An- schauung Auédruck gegkbkn Habs, daß nach gewissen Richtungcn Hin ein Verweis für die Vorhandene Nothiage aus dii'scn Nachweisungm zu entnehmsn sei, nach anderen Richtung€n nicht. Ich wsrde daI in dsr Bkraibung des Domäncn-Etats wsiter ausfiibrén.

Mein? Hörren, fkklié'k ist die Frage Don .Hérrn Von Puttkamsr gestelLt, ob wohl die Sfaatsrcgicrung die Folgen dcr gsgcnkrärtégcn Nothlage überséhe und zutreffend b€uribei1e. Dabki ist eiii? Rkibe handelépoliiischer Bejrachtungkn angkstcllt. Ick) Erwidkrs Folgcndxs darauf: Merine Herren, (6 “kann mit Fug und REÖt nicht bcHauptcxt Werdcn, die gegenwärtigs Régikrimg ssi nicht gewillt, mit aßen durch- führbarxn und zu Véraniwortrnden Maßxmhmen dsr NoMlage zu steuern. (BraVo! rechts.) Ich erkläre bsstimmt: die grgcnwärtig Staatsregierung ist nicht dcr Ansicht, diE prsnßiscl)€ Monarchis MÜffE ein Jndustricsiaaf Werdsn oder schon ssin (Brado! rrcht§), es müsse daher das Hauptgewicht auf di? Entwickclung von Handel und Industrie gklegi Werden. (Hört! hört! r€chts.) Jm Gegentbeil, meint: HMM, ick) che noch eincm Schritt ivxitkr wie Herr won Puttkamer: das innsrste Wkskn des preußischen Miiitärstaats _ ich meine das sclbstVerständlick) nur in gutem Sinne _, also dks prkußisckyrn Staats *erfordcri, daß dkr Grundbefilz und die LÜUdWiktHschaft im prcußisckxn Siaax gesund erhalten wird. (Bravo! rechis.) Darauf beruht die Militär- organisaiicn, diE Ordnung der gesammten Verivalnmg, die Ergänzung des Beamkenstanch. Knrzum, das innerste Wesen dxs prkußischcn Staats ist mit der Eesundcrhaiimtg dcs Grundbifiyes der Landwirt!)- schaft vcrbxndkn (Brady! rkckxts), und denjenigsn Minister, besonders Wenn er Landwir1hschafisMinistsr ist, der dicssn Gesichtspunß nicht erkennt, nicht nach scinrn Kräften zu virireirn vm*s1:ch1, den würde ich für einrn Mann halikn, d€r an einer ganz Nrkelßisn Steüc steht. (Sehr richtis!) Meine Herren, im übrigc-n gkbe ich auf diE handels- volijiscixsn Brttachiungcn des Herrn von Puttkamsr nicht WsiTcr ein, am!) nicht auf die Bébauptung, die Prrußisci)? Staatsregierung läge zu großcn Wértk) darauf, ob die AUÖfülmmg yon Jndustriecrzsugniffkn um 1000 „je: zu- odcr abgenommen Habe. Aber, mcine Herren, dcn Standpunkt muß ich entschicden wcrtrcten: dis SiaaiSrcgékranZ ist nicht berufen, um mir einem produktivsn Stand in Prc'ußen i[)r Augcnmerk JUJUWWÖLN (sebr richtig!); ihr (Mein liegt die Volle Vér- antworttmg dafür rb, kai; sis bsi aÜKtiIJi'Qszrmlx-msn prüft und biUOLrt, daß nicht Maßnabmsn im Intereffr «inks pwdnkxiVM Standxö die übrigcn Pxodvktivstäridk schädige'n, Und in disssr Richtung fällt die Verantwoxjung im wessntlichcn allein ?Lr Régierimg zu. Disfe Verankworiung kann und darf ein pflichttrcucr Ministkr nicht (11)- weisen, er muß das Wohl'dks gkjammten Siaaics kaiké'tkn.

Meine Herren, ich Wende mich jc-jzt zu Hrrrn don HMdebrand! Herr von Heydxbrand hat gefragt, Welche Mitiel die StaatL-rszierung zur Beseitigung der kritischen Lage der Lar1dwirthschaft zu ergreifen

gedenke, nachdem die sogenannten großen Mittel _ der An- trag Kunitz und anscheinend auch die Wäbmngsfrage _ abgelehnt seien. Ich habe keine Veranlassung, einer Mit- theilung vorzugreifen, welcbe zweifellos der Herr Reichs- kanzler bezüglich der Währungsfrage voraussichtlich demnächst im Rkicbstag abgeben wird; ich nehme aber keinen Anstand mitzutbeilen, daß Verhandlungen zum Zwecke der Hebung des Silberpreises statt- gefunden haben, daß aber gerade bei denjenigen Staaten Schwierig- keiten gemacht werden, solche Forderungen zu gewähren, welche nament- lich auch die Herren von der Doppelwäbrung als nothwendig be- zeichnen, wenn ernstlich und nachbaltig eine Hebung des Silberpreises erreicht werden soll. (Hört! hört! links.) Die Reichsregierung bat ehrlich ausgeführt,was fie zugesagt hatte; das Nähere wird im Reichs- tag mitgetheilt Werden.

Dann, meine Herren, was den Antrag Kaniß anbelangt, so habe ich keine Veranlassung, nochmals tiefer auf diesen Vorschlag einzu- geben. Die Gesichtspunkte, von denen die Staatsregierung bei Ab- lehnung des Antrags geleitet ist, gipfeln darin, daß der Antrag mit den Handelsverträgen nicht vereinbar sei, daß er das Ziel, das er verfolgt, nicht sichere, und daß er unausfübrbar sei. Die Begründung ist eine auSgiebige gewesen. Meine Herren, was die Staatßregierung durchführen zu können glaubt und was fie durchzuführen beabsichtigt, das habe ich voriges Jahr in einer eingehenden Programmrede dargslcgi. Ein Theil dicser Mas;- nabmen ist in der Ausführung begriffen, andere smd bersils aus- geführt.

Meine Herrsn, wenn Sie an die Staatsregierung die Forderung stellen, sie müsse Mittel haben oder finds", um die Weltmarktpreise für Getreide von heute zu morgen zu ändern, dann verlangen Sie Unmögliches. (Sehr wahr !) Ich bin nicht in der Lage, ein solchs Mittel Vorzuschlage'ri, dazu kann ich nicht verpflichtet sein. Ich bin nur verpsticbtet, Mög- liches Vorzuschlagsn, Und zWar auch nur das, was ich Veraßtworten zu können glaube, und das, was auch die übrigcn Mitglieder der Staats: bezw. der Reichsregixrung mit außzuführen und zu Verant- wvrtcn ngiÜt sind. Es ist außsrordentlick) bequem, daß die Herren von der r€chtcn Partei sagen: wir habsn zwei große Mittel Vorge- schlagen. Nachdem diese mm dick Reichsregierung bezw. die Staats- regierung abgelehnt bat, muß jetzi die Staatsregierung wissen, wie sie das Uebcl heilen kann und fie ist jcßt allein zur Heilung Vrr- Pfiichtet. Das läßt sich leicht aussprechen. Meine Herren, ksnnsn Sie jemanden, der das ermag, so trete ich mit Freuden zurück und räume ibm meinen Plaß ein. Da ich selbst an der Nothlage dsr Landwirtbschaft ebenso bctbciligt bin wie Sie,würdcich diesem Hsrrn außerordentlich dankbar sein, Wenn er so allmächtig wäre. Ich fürchte absr, daß weder Sie noch sonst jemand mehr Vermag, als was anck) DiE gsgknwäriige Regisrung ibut und zu thun vermag.

Her von Hrydebrand bat fernkr 611113 Aeußerung gemacht, !vslckycr man fortwährend auch in dEr Pressebegrgnst: die Staatsrsgierung habe für die Noihlage der LaNdwirtHsckxast kein voilc's V-Zrständnisz. Ich kann weitc'rks, als ici) berc'iis ausführte, darauf nicht crwidern. Die Negicrung hai Vollen Einblick in, die Krifis und wil] mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln Helfen, ist aber nicht in dsr Lage, wenigstens bin ich Es nicht, andere Mittel vorzuschlagkn, als die Vor- geschlag€n sind.

Ferner ist von Herrn Von Heydebrand darauf Hingswichn, daß die Staatörc'gieruug anscheinend annehme, diE kritische Lage dkr Land- wirthschaft beschränke fich im wesentlichen auf den Großgrundbssiß. Zchins Hsrrén, ich Erkenne irn voslstkn Umfangs an, daß sowohl der Mittkl- wie Großgrundbesixz und mit g-wisskr Bisschrxinkung auch dkr Kleingrundbssiß cm der schwiérigen Lage bcihcisigt isi.

Hrrr von Heydcbrand hat dann ausgeführt, kr Versprkä)? sich 5011 dsn klcinSU Mittkln ksine Hilfk. Meins Herrkn, cickrlich gésagt, der Ausdruck „kikine Mikkel“ ist mir aÜmäblith gsradc'zu widcrwäriig. (Heiikrkeit) Ich glaube auci), der Airskruck ist unrichtig. Wsnigstkns würde man vor Jahr und Tag, Wenndamals solche M&sznabnwn wicjcxxt ergriffen wärén, als Börsen:, Branntwsinstsusr- und ZuckErstcusrgosrtz, Maxgarinegessß, Gkscß gegen die Verfälschung won Kunstdünzxcr, won FuttErmitteln, wsnn man dcr Laxxdwiribschast da LrHebiickxs Konzks- sionan g€1nacht bkzrv.angeboim1 bätjc, wi? das béziiglich dcr Eiscnbabn- tarifrcform g0sch€bkn ist, Wrnn Melioraiionsn und was 12031: (MOW, so erheblich gefördert wärcn, wir das zUr Zsii Jkschikl)t, Wenn damals die im Prrgramm dargclcgik-n M:;sznälxmen 91€ichzkiiig in Angiff genomuwn wärkn _ dann würde man g€sacki ha58n: die Vixgicxung ergreift vici zu disk groß? Mittkl anf einm al, fie mus; lcmgsam Vorgehen! AÜG crwäßntcn Maßnabmcn sind in di? Haiid ge- nommen 06611). in der 521115515"!in bsgriffkn, und Hoffentlich wird der [*esis[)ch-.nd€ DualiSrmxs zwinn prcußisäzrr nnd Reichsgaschgebung der Durchführung kcine HindsrUisfe bereiten. Maine Hkrrmx, ich ('kank im Wüsten Umfang ar] _ was auch msist bcstrittsn „wird _, da?; eine Hebung der threichrcise krwünsclß und nothwendig ist, Ick) unterschreibe Vollständig in dicskr Richiung die Ausführimg-Jn des hockyverdienien Gkbkimen Raths Kühne in Halls, welcher darlc'gi, daß in Dkuisclyland der [)(-i Weitem größte Theil dxs Grundbcfißks auf dkn Gétrc-idebau angensicscn sci. (Skhr richtig! Nehls.) Aber, meine Herren, Werden nicht auch alle möglichen Maßnahmen Ergriffkn, um auch direkt und indirkktaufdieGstreidcvrcise einzuwirksn? Ich cr- inncrc can dieJAufbrbungdsr Tranfiilägcr, andie Arifßcbungchz JdknLitäiö- nachwciscs, cm die VcrbiÜigUr-g der Transportkrstkn. Ick) [)abedarnuf [)ingkwiescn, daß die ProduktiMéLkostkn außerordcnUich Vsrmindcrt werdkn können, darauf bczügliciyc Maßnahmen der Budgstkommiffion mitgeibcilt, auf die späisrbin - wahrscheinlich bei Böratkmng dss Domänen-Etats _ cinzugcbcn sein würde: Maßmégsln, Miche de'n Zchk dsrfolgkn, ciUC Hc'bmrg dcr Gstrsidcpreise dirr'kt odßr indirx'kt enlchder dadurch bcrbcizufiibrcn , daß man die Produkiionskostcn Vermindet dirskt dadurch, daß man die Gesammtprodnktion steigert, was doch den glcich€n Erfolg hat, (1123 wenn bsi schlcchikn Ernten hohe Preise crzixéli Werden, Wobei die Landwirthschaft in der chcl sich schlecht steht. Endlich möchte ich auch darauf [)iMVi'isé't-“é _ ich (“:abc das dem HLM: Grafen Kani's im Rsichsfagc schon criridcrt: ist dann dcr Beweis erbracht, dais; wir auf Jahre Hinaus dkn Nicdcrgmtg dc'r Prcise beHalien? Meine Hsrren, der BMW is? nack) meinsr Meinung nicht erbracht; im Gegrntbcil, ich [)358 im ReichOtag Anballspunkis dafür JEJÉLU, daß wir vielleicht bald wilder steigende Pkkisé zu crrvarte'n habrn. (Zuruf rechts.)

Herr Von Hkydcbrand sikHt aks einziges Mittel zur Hebung unserer Getreidepreise dic: Abwcßr der auswärtigen Konkurrenz an, und fordert von der ngierung solche AbwcHr.

_ - Meine Herren, das läßt sich leicht und glatt fordern, aber ift jedenfalls so lange iricht ausführbar, wenn iiberall zulässig, so lange die Handelsverträge die Regierung binden. Meine Herren, die Ver- antwortung für Abschluß der Handelsverträge schieben sie jeßt allein der Regierung zu, während die Regierung nur mit Zustimmung des Reichstags diese Verträge schließen konnte, und alle Parteien, auch die konservative, haben für den Abschluß der Handelsverträge ein nicht unerhebliches Kontingent von Stimmen gestellt. (Widerspruch rechts.) Jeßt fordern Sie von dem gegenwärtigen Landwirthschafis-Minister, daß er die auswärtige Konkurrenz abwehrt; daran hindern die Handelsverträge, die ich, wo es mir möglich war, bekämpft habe. Ich marschiere mit gebundener Marschroute und bin nicht in der Lage, Maßnahmen zur Beskitigung der auswärtigen Konkurrenz vor- zuschlagen. Sie selbst wissen ebknsoWenig entsprechende Vorschläge zu machen.

Meine Herren, ich glaube damit die Gesichtspunkte, welcbe Herr von Heydebrand hotVorbob, berührt zu haben. Ich habe mich jeßt zu dem Herrn Grafen Strachwiß zu wenden. Herr Graf Strachwiß hat gesagt, das Land Erwarte mit Spannung, Was die Staatßregierung heute bei Verhandlung des landwirtbscipaftlichen Etats erklären Werde. Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß die ehrlichen Erklärungen, welche ich nun schon zum so und so vielten Male namens der StaaTSregierung abgegeben habe : daß die Staatsregierung helfen will, soweit fie helfen kann, endlich auch im Lande Eindruck machen, und hoffe fcrner, daß die Hsrrcn, die wünschrn, daß wir Ruhe und Frieden im Lande haben, auc!) ihrerseits mit dazu helfen, daß das einirrte. Eine Staatsregierung, der der Boden des Vertrausns unser dcn Füßen cntzogsn wird, kann Wenig außrichien. (Sehr gut!)

Ich bin also mit dem Herrn Grafén Stracbwiß darin einderstanden, das; Es erwünscht ist, daß die Verhandlungen, die heute hier geführt werdrn, aber auch die Erklärungen der Staatsregierung, daß sie dcn Umfang der Notblage anerkennt, daß sie, soweit sie helfen! kann, helfen will, in weitesten Kreisen Vrrbreitet werdkn, und hoffe, daß sämmtliche Herren des hohen Haufks mit dazu beitragen werden, daß diese Varsichexung aucb Glauben im Lande findet. (Bravo !)

Meine .Herren, ferner hat Herr Graf Strachwiß _ dafür bin ich ihm ja sehr dankbar _ mir ein ertrauc'nsVOtum grgeben, ab?]: zu MLiUEM Bedauern ist in demselben AtHcm das Verirauenévvtum auch schon wieder zurückgenommkn. (Hritkrkeit rechts.) Nachdem obne nähére Begründung mir das Vsrtrauensjwtum ausgcsprochen war, hat Graf Strachwiß ohms Begründung ausge'führt, cr babk in der Budget- kommisfion nicht die Usberzkugung gewonnkn, daß ich die? Notb- lage VoÜsiändig crkrnne, ihr abbelfen und auch die richtigm Mittel Ergreifen Wylie. UKbék dicse unerwieséne Behauptung mich mit Graf Strachwitz zu unterhalten, skbe ich micky nicht weit€r ver- anlaßt. Ick ihne rnkins Pflicht, so gut ich Es kann, und nach [*ssten Kräften. (Bravo!) Meine Herrkn, ici) Trags Lin sch1v€res und nicht dankbarés Amt. WEnn man mir Ve'ktrcmsn cnig'rgknträgt, so bin ich dafür dankbar. Thun Sie das nicht, so muß ich mich auch damit zurkchtfind€n. (Heiterkeit) Jedkr, der an dicssr Stsllc steht, ist d€r Kritik in und außcér dém Hause unkerworfsn. Gott sei Bank! hat mir der liebe Gott einen breitkn Nückcn gegeben. (Hkiterkcit) Ju dLr Bundesprcsse stets ernkut auftretende Bsbauptungcn, ich sei nsrvös, nikiner Steüung nicht gervackysen u. s. w., sind mir s€[)r gl€ichgüitig. So lange Seinsr Majcstät B'srtraucn mich im Amt bcläßt, wsrds ich troxz meincr Ncrvvfität Und, troßdem ick) viCUeicht durcb 6111211 viel l'effe'ren Landwirtbschafts-Minister krskßt werden könnt?, mcinc Pflicht thun. Mchr könnsn Sie nicht VLtiangM! (chhaftcs Bravo!) bat Hcrr Graf won Strackyiriiß dkn Bund erührt. Ich kann nur wiederhoikn, was ich bcrsits im Reichstag? gssagt babs. Ich spreche cs hirr nochmals aus. Ich bin ksin GWUSX dss Brmdes der Land- irirxbe als s01cher gswsscn Und bin rs auch noch nicht, wohl abcr Ent- schicdsncr (Hrgncr dcr Art und Wkisé, wic dcrselbc scine Ziele ver- foigi. (Hört, 17511!) Jmchicntbcil, ich habe für durchans berechtigt urid erwünscht xicbaltcn, und bin dsr Anfickxt auch noch, Daß, während aUc übrigen produktiwcn Stä:1d€ ein? legale“. Vertrctung brrsits be- saßLU, die' Landwirthsciyaft in dsr kritischem Lags, wclche ick) schon ssit Jahr und TU,; VOYIUIJLsÜgt habe, sich organisich, um durch ciuc spontane VsrirkUm-g mögli-Jßsi wcitgébcndcn Cinfwß auf Vsrwaitung und Gcsey- gsbmjg zn Erlangen. Ick) babe gcbolfsn an dsr Gründung dcs Bundks dcr Landwirihs in der Provinz Hannover, bin dem Bund? der Land- wirtbs z'jrar nickxt bcigctrcicn, Mil das mit 111611161? Stellung als Laudcs-Dirckior und als VorsißcnUr dcs Dßutschön La11dwirischaf16rajhs nach mcincr Mcinung nicbt "*g-bl Dcxkinbar war. Ick glau'se, damit kann 16) jsds waitsrs Erörtcrrmg ülxr'r dcn Bund der Wtidwiribc adschii3߀w

Mcinc Hrrrcn, ('I wird mir Schuld gkgckcn, ick) miszbikligc, daß man dkn Antrag Kaniß eingebracht habe. Das bcsircitc ich aueh, das; dic Siaatxßrcgikrnng die Einbringung ch lntraxxz irgcndwic grmißbiiligt Habs. (Graf Kaniiz Hai in scinsr durchaus objektiVen Wcise dcn Antrag cingcbrcicbt. Ich bin sogar der Meinung, daß dis (Einbringung dcs Antrags Kunitz ivsssntlicb zur Klärung der Lage bkigctMgkn 1311. A s Landwirjbschafts-Ministrr bxdanrc ich, das; M. D. dsr Antrag nicht 9051, auch sein Zick nicbt errciäycn wird. Mir kör-mte 63 nur bcqucm und erfreulich skin, w-mn ein Mittel ge- fnndcn wärc, von 591116 auf morgen kicLandwiriscixaft aus ihrer Notb- 1ags zn befrsien. Dann wäre ich viäicicht nekcn dcm GrafcnKaniß, dem Urheber dix'scrs Antrags, dEr gkfeicrtste Mann im Preußischen Staaie. (Heitxrkait) Abcr leidrr, meine Hkrrsn, licgen di? Verhält- niffe nicht so. Usbrigens liegt trohl kein Grund Vor, WLitik auf diese Frage einzugebkn.

Zum Schluß gestalte ich mir noch, auf die chcrkangen des Abg. Ring zu krwidcrn. err Ring bat die Einfuhr russisch!“ Schivcinc im schlefisahen Industriebezirk getadelt und daran die Bemerkung geknüpft, daß das von Rußland zur Befrikdigung dx?» Bédürfniffcs in dkn schlss1sch2n Industrikbkzirk eingefiihrie Fleisch 1" großen Maffcn auf den Bcrlincr und dkn Breslaucharkt gebrac'ht werde und dorr cinen dkr Landwirikzschaft nachtbciligcn PreiSdruck ausübe- Dia Behauptung dcs Harra Ring ist mc'ines Erachtens unrichtig-

Fsrncr der Landwiribe

(Schluß in der Zwsitcn Beilage.)

-./!4-Z 27.

(Schluß aus der Ersten Beilage.)

Die Zahl der russLschen Schweine, welcbe eingeführt werden dürfen, ist eine nach dem Bedürfniß des Jndustriebezirks bemessene. Bei meiner Bereisung Schlesiens ist mir aus den größten Schlachtbäusern überall die Bitte Vorgetragen: weil man die Fleiscbausfuhr nach Berlin, Breslau u. s. w. als Gewinn versprechend wünsche, möge die Einfuhrzahl der russischen Schweine erhöht wcrdsn; dsnn es sei zur Zeit nicht möglich, neben den Anforderungcn drs Industrie- bezirks an Fleischversorgung noch Fleisch nach auswärts abzugeben. Ich werde warten, ob Herr Ring für seine Behauptung weiteres BeweiSmaterial vorbringt.

Herr Ring hat darauf bingewicxsen, die Quarantänedauer in den Quarantäne-Anstaltkn ssi zu kurz. Ich glaube, meine Herren, daß der Beweis für die auskeickyende Dauer der Quarantänezeit vorliegt, daß so viele Erkrankungen innerhalb dieser Fast in jenen Anstalten eingetrcten sind. Bekanntlich wird ja nach Merinärärzilichem Gutachten die Quarantäncfrist bemessen für die am meisten vorkommenden therinär- krankheiten und nach der Zeit bestimmt, innerhalb welcher der bei den Thieren bereits etwa vorhandene Ansteckungsstoff die Krankheit zum Ausbruch bringt. Sovie[ ich weiß, ist dies meistens innerhalb einer Frist Von 10 Tagen dsr Fal]. Der Umstand, daß so viele Krankheitezn in den Quarantäneanstalien während dieser Frist vorgekommen sind, bcweist eben, daß diess Frist eine auSreichende gewesen ist.

Meine Herren, die Bebauprung, in Amerika bestehe eine 90 tägige Quarantänefrist halte ich für uniutreffend. Zn nsuester Zeit habe ich Ermittclungen darüber anstéklen lassen, ob "Überali Quarantänebezsiimmungkn, bcispielsweise für Pferde, die Deutschland nac!) Amerika ausführt, bestehen, Weil wir nicht darüber “unterrichtct waren, ob Quarantänsanstalfen und in welchem Umfange bestshen. Ich w-Irde Auskunft darüber zu erlangen such€n; eine 90tägige Quarantänefrist kann nicht bestehen, da das einem Einfuhr- verbot gleich zu acht€n wäre; als Veterinärmaßregsl kann man jedenfalls solche Maßnahme nicht charakterisiersn. (Sehr wahr!) Nach den bestehenden Verträgen dürfen diese und ähnliche Maß- nahmen nicht ergriffen wsrden, urn die auswärtige Konkurrenz zu be- schränken, sondern nur zu dem ZWLck, um M*enscben und Thiere geg.?n Einsäyleppunxz von Scuchen u. s. m. zu schüxzen. Joi) glaube, keine Veterinärdebörde wird in der Lage sein, behauptkn zu wollen, daß eine 90 tägige Frist nothivendig ski, um sich 939811 die Ein- schleppung von Krankheitsn zu schützen. Allerdings würde für die Roßkrankheit die Frist noch zu kurz sein, weil der Ansteckungsstoff so langsam wirkt.

Dann [)(-"et HTN? Ring Steinbruch erwähnt und dabei durchblicken lassen, daß es dock) Wohl _ tvsnn ich ihn recht VerstandM habe _ sein Verdiknst sei, daß infolge seiner Anregung im Vorigen Jahre die Schmeinescuche von Steinbruch nicht nach Deutschland eingeführt sei. Ich versichere bestimmt, das; der erste Fall, in dkm ein verseuchtes Schwein don Steinbruch auf den Bérlinkr Viehbof gebracht Wurdé, sofort den Anlaß gegeben hat, die Einfuhr Von Steinbruch zu schließen, und erst später erwies fick) dann die Vollständige Verseuchung in St€inbruch. Bis vor wstxigkn Tagen drängte die österreichische chierung, Ls möge Steinbruch wieder eröffnet iVerkn. Wir Wurden ersucht, 81111311 Sach- verständigen hinzusckyicken, um festzusteüen, ob aÜc Jtnmunitätsvyr- kebrungsn je'ßt ausreichend getroffen sei6n. Das baba ich abg€1€vnt, wsil es mir ficiycrer €rschi6n, dcn praktischen Erfolg der getroffensn Einrichtungen abzuwarten, und das Hat fich als richtig erwiesen (sehr richtig!), wsil Steinbruch schon wiedsr voUständig Verseucht ist.

Dann hat Herr Ring des Berlincxr Vish- und Schlachthofss g(x- dacht und die Bitte außgesprocben, es möge die StaatSrkgierung dis Sperrmaßregcl niclit scharf durchführ€n. Ick) brdaure, diese Zusag€ nicht ertbeilen zu können. So lange die Vorkehrungen auf dsm Ber- liner Sckylacht- Und VkLÖHOf und in Rummslsburg noch unzureichende sind, bin ich ysrpflichtct, wcnn bedenkliche Erschrinungen auftretkn, einzuscbreiisn kraft Geseßés; und das Gcseß muß ich und Werde ich handhaben, wenn es der Landwirtbscbaft aucb vorübcrgebend unbsquem oder nacbtbeilig isi. Solange die Neu- bauten auf dcm Sch1acht- und Vishhofe in Berlin noch x1icht aus- geführt sind, die allerdings einen Kostenaufwand von nahezu 43 Mil- lionen erfordern, _ so lange bin ich _genötbigt, um SeuchenVLr- schlesppungcn Vorzubeugcn, Sperrmaßregeln Vorübergehend eintreten zu Tassen.

Dann tHeile ich mit, daß dieMißsiände auf dem Rummelsburger Markt, soweit sie rasch abzustellen Waran, abgestellt sind, und daß die Verhandlungcn darübrr mit aller Energie fortgesetzt werden, das weitLr Notbwcndigc durchzuführen. Wenn die Herrkn noch genauere Auskunft wünschen, so werde ich dazu vieÜeicht später noch Gelegsn- beit finden.

Endlich hat Herr Ring auf die Gänseeinfuhr bingxwiesen. Diss? Frage ist noch nicht abgeschlossen. Ick glaube, den Umfang der Gänseeinfubr hat Herr Ring eher noch zu niedrig, als zu hock) an- gegeben. (Hört! hört!) Thatsache ist, daß in einigen wenigen FäÜen nachgewiesen werden konnte, das; die rusfifchen Gänse die Klauenseuche eingeführt haben, häufiger die Geflügclckpolera; infolgedessen wird sehr ernst erwogen, ob nicht entweder ein Einfuhrverbot gegen lebendes Geflügel aus Rußland _ vieUeicht auck) gegén das italienische Gefiüges, das in ebenso großen Massen eingeführt wird, zu erlassen ist- Ein solches Verbot Hält die Staatsregiérung nicht angängig. Dagegen Werden Untersuchungen darüber angesteüt, in welcher Wsise bei der Einfuhr Schußvorkehrungen getroffen werden können, obne den Import an sich zu sebr zu schädigen, und dxr Géfahr Vor- zubeugen, daß ein wichtiges Ernährungßmittel, dessen Einfuhr durch inländische Masi auch der Landwirtbscbaft nüyt, ausgeschlossen werde. Uebrigens unterliegt die Einfuhr der Gänse einer Quarantänezeii von etwa drei Tagen, an den Haupteingangspunkten. Die Gänse reinigen M) dort selbst auf einem größeren Gewässer von Krankheitsstoffsn. Die Hauptgefahr liegt darin, daß Gänse in Heerden zu

_ Zweite Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Köni

Berlin, Donnerstag, den 30. Januar

glich Preußischen Staats-Anzeiger.

ZW.

Fuß eingeführt werden. Es ist in Aussicht genommen, den Transport von Gänse" überall nur Her Babu und Fubrroxrk zu gkstattkn. In der Ausführung liegen noch allerlei Bedenken und Schwierigkeiten, die durch Verhandlung mit der EisenbathLrwal- tung in kurzer Zeit hoffentlich erledigt werden.

Endlich hat Herr Ring noch einige allgemeine Bemerkungen ge- macht, die ich durch meine früheren Darleg ungen als erledigt ansehe.

Ich bedaure, meine Herren, das; ich Sie solange aufgehalten habe. Ich kann nur nochmals die Versicherung abgeben, daß bei der Staatsregierung-der,beste Wilk: besteht, in der schwierigen Lage der Landwirtbschaftzu helfen _Unmögliches dürfen Sie nicht fordern noch verlangen. (Bravo! links.)

Um 41/2 Uhr wird die Berathung abgebrochen,

s HI)iächste Sißung Donnerstag 12 Uhr. (Lehrerbesoldungs-

ge 2 .

,Nr. 5 der ,Veröffentlichun endes Kaiserlichen Gesund- Hetts'amtS“, vom 29. Januar, at folgenden Inhalt: ersonal- N2chUchx _ Gesundheitsstand und Gang der Volkskrank eiten. - Zerjweiltge Mgßregxln gegen Cholera 2c. _ DkSgl. gegen Gelbfieber. _ Weitere MtttHetlungsn aus Britisch-Oftindien. _ Geseßgebung u. s. w. (Deutsches Reich.) Ankündigung von Gebeimmitteln. _ (Preußsn. Reg.-Bez. Posen.) Hebammenwesen. _ (Schweiz. Kanton Baselstadt.) SonntagSrube. _ (Kanton Aargau.) Anzeigepflicht bei ansteckenden Krankheiten._ _ (Gemeinde Aarau.) Schulbesuch deSgl. _ Gang der Thiefrseuchen m der Präsidentschaft BombHZ, vom 1. No- vember 1893 bis 31. Oktober 1894. _ Zeitweilige aßregeln gegen Thierseuchen. (Deutsches Reich. Préuß.Reg.-B€z.Stade, Württem- berg.) _ Kongresse. Deutscher Verein für öffent1iche_Gesundbeits- pflege. _ Vermtschtes. „(Preußen. Berlin.) Kokskörbe. _ (Ham- burg.) Zafen-Gesundbettßpolizei, 1893/94. _ (Belgien.) Landes- Zentral-- mpfanstait, 1894. _ Wochentabelle über die Sterbefäch in dkiztschén Orxen mit 40 000 und mehr Einwohnern. _ _ Desgl. in großkren Stadien] dcs Auslandc's. _ Erkrankungen in Krankknhäusern NUK?t Großstadte. _ Dkéigl. in deutschen Stadt- und Landbezirken. _ ! erung.

Statistik und Volkswirthschast.

Zur Arbeiterbewegung.

In Ma deburg fand am Diensta eine Vérsammlnng von Maurern, tmmerern und Bauar eitern statt, in welcher, wi? Wir der, „Mgdb. Ztg.“ Entnehmen, Über die Unterbandlungen zwischen Merstern und Gßseüen in der Arbeitßzeit- und LoHtifrage bertcht€t Wurde. Die Arbeiter haben nun beschlossen, die Forderung Von 40 H Stundenlohn, welche die Arbeitgeber der Konkurrenz Wegen Vorlaufigqbgslxhnt batten, aufrecht zu erhalten.

In Berlin sind 018 Forderungen der Konfektionsfcbneider am Montag von einer Versammlung der Arbeitgéber abgelehnt mordsn; In den 'fur dkn 3. Februar einberufenen Vkrfammlungen soll, wie die Berltnfer „Volks-Ztg.“ berichtet, der allgemeine Aus- stand in der Konfsktionsbranche angekündigt werden.

Handel und Getverbe.

Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks A d IckxnhdeijuhrWuerIYi OléFtschlesien. ner urmam .. „€ 12656, 1 ' gestellJt k?nß YYY"? 8 s L n ck rechtzeittg n „) er ien sind am 28.d.M. eiellt 4774, ' i - zsitig gestellt keine Wagen. 5 s nick; recht

' *" , Ziyangs-Versteigerungen.

Bktm Koxngltcben Amthericht [ standen am 28. und 29. Januar die nachb€zeichneten Grundstücke zur Versteigerung: Na'y'mer- rind Lychenerstraße, dem Maurerpolier G. Zeidler gebortg; Flache 4,96 &; ,mit drm Gebot Von 60000 „14 blißb der Rksiaiirateur Otto Fricke, Königstraße 32, Meistbietender. _ Retntckendorferstraßc„14a, dem Rentner Julius Emil Schrqeder gebHrtg; Flache 8,80 &; Nutzungswertl) 16160 314; Meistbietendér blieb der Kaufmann Julius Plachta, Charlotten- straße 22, „mri dem Gebot V'on 200000 «;ck _ Auguststraße 63, Ecke Klerne chmburgerstraße, dem Schneidermeister Jöns Bengtßson Bxdrklund ebörig; NutzungSWerib 19070 4-46; Ersteherm wurd? die HandelßgeYÜschaft J. Kopp el u. Co., Dresdener- straße 72/73, nnt dem Gebot Von 414000 «16.

„„ AustXis über den Verkehr auf dem Berliner Schlachtvwhmgrkt vom 29. Januar 1896. Marktpreise nacb SMÜMZZWTÖU nur SchWeine werden nach Lebendgewi t Yxhandelt. inder. 'A'vuftrieb 425 Stück. (Durchschnittsprets

ur 100 FZ. 1. Qualitat -,- „;ck, 11. Qualitäj -,- «M, 111. Qualitat 90-96 «16, 17. Qualität 80-88 slk _ Schwetn L. Auftrieb 9826 Stück. (Durchschnittspreis für 100 kg.) Mecklenburger 8157-88-16, Landschweine: &. gute 82_84 „zz, b. geringere 78-80 M, Galiztxr _,_ «jk, leichte Ungarn _,_ „ck bei209/o Tara, Bakopyer _ «_ bei _ 1x Tara pro Stück. _ Kälber. Auftmeb 1618 Stuck. (DurcbsHpnittspreis für 1 1x .) 1. Qualität 1,12-1,20 «M, 11. Qualität, 0,98_1,10 „Fi, 111. Zualität 0,90- 0,96 «M _ Schirxe. Austrieb 676 Stück. (Durckpfchnijtspreis für 1,1») ]. Qualitt _,_ “ja, 11. Qualität -,- „ji, 111. Qua- litat _,_ „ik

_ Das Kuratorium der ommerschen ypotbeken- Aktien : Bcznk, Berlin, hat gexern den vorgelegte? Abschluß für

1895 genebmtgt. Der Nettogewinn beträgt 1 001056 W (1894: 616 077 „.,-s)., Der„airßcrdem erzielte außerordentlicize Gewinn an Pfandbriefagto (abzugltch allxr Stempxls Anfertigungs-, Vertriebs- kosten :e. 1 006 823 „M) ist sogleich vorweg tantiSmefrei auf den außerordentltckpen Reservefonds übertragen worden. Der auf den 28. Februar d. J. „einzuberufenden Generalversamm- lung wird die Vertheilung einer Divxdende von 63 0/0 (in den Vorjahren je 60/0) , ferner die Dotierung des Beamten- Pénsions- und Unterstü ungsfonds mit Weiteren 110000 „M (1894: 70 000 W) und die [Le ertragung des Gewinnrestes wn 109 444 „M. (1894: 110 924 „M) aufsden auFrordentsichen Reservesxonds Vorge- schlagen werden. Die liquiden ittel der Bank (Ka a, Effekten, Wech1el und Bgnkguxbaben) betragen 11581811 „js, die Anlage im Hypotheken eschaft 127 338 740 „M (1894: 94030872 „M), die ge. sammten eserven nach den erwähnten Ueberweisungen 3 834 376 „;ck : etch 38 0/o des Aktienkapitals.

, _ Vom oberschlesischen Steinkohlenmarkt berichtet dix „Schl. Ztg.“ : In den lthen_Wochen bat die bisherige Regsam- keit, tm oberschlesischen Koblengeschaft infolge der zeitWeife wärmeren Witterung merklich nachgelassen. Diese Abschwächun macht sich ganz bescznders in _dem gexingeren Absatz für die groben oblensorten, als Stuck und Wurfel, fuhlbar. Die eingegangenen Verladeaufträge reichten

zur Aufnahme der ganzen Prodixktion in den genannten Sorten nkbt- hin, und ein Theil mußte auf einzelnen Gruben bereits in den Bestand“ gehracht Werden. Nuß 1 und ][ fanden noch hinreichende Nachfrage„ wahrend sich für Erbs- undGrieskoblen der Eingang an Aufträgen ebenfalls vermindert bat. Kletn- und Staubkoblen find nach wie vor stark begehrt, und die gewünschten Quantitäten können kaum be- schafft werden. Gas- und Kokskoblen finden reißende Abnahme, sodaß diese Gruben trotz verstärkten Betriebs den von ihren Abnehmern an sie gestellten Forderungen kaum nachkommen können. _ Der Ab av nach dem Auslande ist ein mäßiger und hat sich ge en die Vorwo nicbt gesteigert; besonders nach Rußland ist der erfand von ober- schlesischen Kohlen kein bedeutender. _ Das KokSJeschäft bat fiZ infolge größeren Bedarfs der oberschlesischen Hüttenwerke wefentli gehoben, sodaß nunmehr die anze Produktion frisch zur Abfuhr an die Werke gelangt. Bestände md auf den KokSWerken nicht mehr vor- hcindxn, rind größere Posten an Koks für neue Abschlüffe sind augen- bl1ck[1ch"n1chf zu abxn. Für Tbeer und Theerprodukte herrscht gegenwartig nur geringe Tachfrage.

Breslau, 29. Januar. (W. T. B.) Getreide- und Pro- duktenmarkt. Spiritus pr. 100 1 100% exkl. 50 „M Verbrauchs- abgabY 333. Januar 50,50, do. do. 70 ck Verbrauchéabgaben pr. Ia- nuar , .

Yéagdcburg, 29. Januar. (W. T. B.) Zuckerbericht. Kornzucker exkl., von 92 0/9 12,10_12,25, neue _,_, Kornzucker exkl. 88 5/- Rendement 11,65-11,85,- neue: Nachprodukte exkl.. 75 0/0 Rendement 8,60-9,60. Brotraffinade [ 24,00. Vrotcafßnade 11 23,75. Gem. Rafßnade mit Faß 2375-2425. Gem. Melis ] mit Faß 23,25. F,ft. - Robzucker [. Produkt Trans. f. a. B Hamburg vr. Januar 11,65 (Hd., 11,70 Br., vr. Februar 11,673 bez., 11,723 Br., pr. Marz 11,75 Gb., 11,80 Br., pr. April 11,823 Gd, 11,873 Br., pr. Okiober-Dezember 11,05 Gtr., 11,15 Br. Fe t.

Leipzig, 29. Januar. (W. T. B.) Kammzug-Termin- bandeT. La Plata. Er_undmuster 13. pr. Januar _ „Fi, pr. Februar 3,273 „ji, pr. Marz 3,30 „M, pr. April 3,323 „M, pr. Mai 3,323 „46, pr. Juni 3,35 „M, pr. Juli 3,373 „46, pr. August 3,40 .li, pr, Septembar 3,40 „ji, vr. Oktober 3,423 .,“, vr. November 3,423 „zz, pr. Dezember 3,423. Umsaß 25 000 kJ. Ruhig.

„Mannheim, 29. Januar. (W. TB.) Produktenmarkl. Weizen „vr. Marz 15,85, pr. §Mai 15,60 Roggen pr. März 12,90, pr. Mai 12,90. fer vr. Marz 12,50, pr. Mai 12,50. Mais pr.

März 9,90, pr. ai 9,90.

Bremen, 29. Januar. (W. T. B. Börsen-Schlußbericht. Raffiniertes Petroleum. (Offizisüe otieruna der Bremer Feirolcxum-Vörse.) Höher. Loko 6.20 Br. Nussisckoes Petroleum.

oko 6,05 Br. _ Schmalz. Ruhig. Wücox 313 „4, Armour shield 31 „_Z, Cudaby 323 „5, Choice Grocery 313 43, White label 323 45, Fairbanks 263 „J,. _ Speck. Ruhig. Short ckear middling lolo 28 „Z. „_ Reis fest. _ Kaifee Ruhi . _ Baum- wol!-. Stena. Upland middl. Toko 423 „_J. _ Wolle. Umsatz: 96 Balken. _ Taback. Umsaß: 205 Seronen Carmen.

,Hamburg, 29. Jan'uczr. (W. T. B.) Getreidemarkt. Weizen loko ,fesi, holstemtscher loko neuer 148_156. Roggen loko fest, hiesiger _,_, mecklenburger loko neuer 140-146, russischer Toko fest, 87-89. Hafer fest. Gerste fest. Rüböl (unverxoÜt) fest, loko 483. Spiritus fester, vr. Januar-Februar MYYUUPFÜFÉWUÉRYU 17ZhBr.,upr.s April-YYickUZ Br.,l pr.

ai-um r. ace rux. ma _ a. etroeu bebatZtet, kZSkandazZ wobite loko (ZÖLÜT H P . m

' am urg, . Januar. . . B.) Ka ee. Na mitta - bericht.) Good aderage Santos vr. Januar 69, fPfr. VÉärzch67, ZT. Mai 66, pt. September 62, pr. Oktober 603, pr. Dezember 59. Be- hauptet. _ Z u ck e r m a r k!. (Schlußbericht.) Rüben-Robzucker 1. Produkt Basis 88 9/9 Rendemeni neue Usance, frei an Bord Hambur pr. Januar 11,673, Vr. März 11,723, per Mai 11,923, Vr. Augu 12,123, per Oktobér 11,173, per Dezember 11,123. Stetig.

Pest,29.Jch_1ar. (W. T. B.) Produktenmarkt. Weiz loko fest, pr. Fruhxahr 7,01 Ed., 7,02 Br., vr. erbst 7,20 Gb., 7,21Br. Roggen pr. Frubjabr 637 (Hd., 6,39 r. Hafer pr. Frubjabr 6,06 (Hd., 6,08 Br. ais pr. Mai-Juni 4,36 Ed., 4,37 LBQd KoblZchszr. AuguxFeZteYizber ZZR) (Hd., 10,70 Br.

on on, . anuar. . . . olla ' . fest, FZÖFUVTJ- ck ) uktton Preise

. /0 avgzu er 133 ruhig, Rüben - Ro ucker of 113 fest. _ Chile-Kupfer 433, Pr. ZMonat 433. bz [ o

Lidervool, 29. Januar. (W. T. B.) Umsatz 12 000 Ballen, davon für Spekulation 1000 Valien. Fest. Amerikaner 1/33 höher. Middl. ameri- kanische Lxeferunaen: Stetig. Januar - ebruar 415/32 Werth, _ ebruar-Marz 429/s4_415/32 Verkäuferprkis, März- April 4'9/64 do.,

Yrtl-Mgi 47/1s_ do., Mai-Juni 47/16 do., Juni-Juli 413/32 _497/64 KMLMÉFÉ ä quL-AxgustS 412/Z2Z497Ö5Z Ko., LYgust-September 43- 54 r ner rei , em er- 0 er 4 _ " OktoFr-NovenZer ZU“ d.spdo. W Kauferpreis, arrs, . anuar. (W. T. B. S lu . p WJZL/o [sky J29,50 332 6222-75. WLZYLH Zickeßr) fY,obZ)lklr?e3f r. g, r. anuar , , r. e r. 32,75, . - 3332372 pF" ZFUÖLLLU ust 33,75. ; F pr Mä“ Juni (: rt . . anuar. (W. . B.) Der VerwaltungSratb der Bank Von Spanien hat die Bedin un en ' . AnleYe Jon d50 MileZonJen genehmigt. 9 g zu einer Regierungs . m er am, . anuar. (W. T. B. a - f ordmzikrv 5133 _k YYnÖazinn 363. ) J va Kafee aood ew- or , . anuar. (W. T. B.) Die Börse eröffnete fest, wurde im weiteren Verlauf lebhaft und o Der 21313m'saß in fAktthnt &?ng LFO? Stücxéhl ßfest, jedoch lustlos. __ , 81an an angs eig, te ich dann an Verkäue ü - tvarttge thbnung und auf schwächere Kabelbericbtfe etwasfalx.r Yi: werteten Verlaufe verursachten weniger günsti e Erntebericbte Deckungxn der Baissiers, Abnahme der Vorrätbe in Liverpool, sowie- Expdrtkaufe und vdrbergesagtes ungünstiges Wetter im Westen Sine FHLYFJUÉrZFnPMs?w I)erko Ssch"ltuß bliekz fest. _ Mais schwächte '. ungeaa, aerwuren FLstthT des TINTE festB p jedoch die Preise auf die aaren er t. aumwolle-Preis in New- or! 8 . - in. New-Orleans 8, Petroleum Stand. white in ew-YZdeT' ZZ. do. do. m Philadelphia 7,45, do. rohes (in Cases) 8,50, do. MZ * lme Certific. Fr. Februar 1613, Schmalz Western steam 5,95 do. Robe u. Brot ers 6.25. Mais pet Januar 363, do. per Mär], 363, do. per Maxi 363, Rother Winterweizen 773, Weise:: er “- nuar 723, pr Marz 733, do. per Mai AK per Juli 71. ck fracbt nach Liwervool 3. Kaffee fair Rio 5 r. 7 133, do. Rio-Nr. ?“ per Februar 12,65, do. do. ver April 12,15. Mehl, Spring-W clears 2,70, Zucker 33, Zinn 13,30, Kupfer10,00. Chicago, 29. Januar. (W. T. B.) Wei en schwächte Nach Eröffnung etwas a"b auf große Ankünfte im ß)Tordwc-sten und au *! Realisierungen, später fuhrten Berichte über Schaden an der Wintérk Fat, sowic Deckungxn der Baissiers und reichliche Käufe det ' xporxeure zu einer Steigerun der Preise. _ Mais (1an ck- geschwach1, erholte sich spater in ol e der Festigkeit des Weizens- *

Fest.“

Baumwolle und Export

Weizen pr. Januar 62, pr. ebruar 623 Mai! per Schmalz per Januar 5,70, do. Mai 590. F «ck 5,35. Pork per Januar 10,324. "“ ' SW M