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_ Seine Vorßeaung bei.
' Im Königlichen Opernbause gelangt morgen Richard Wagzier's'Loheugrm“ unter KapeUmeister 1)r. Muck's Leitung zur Auffubmng. Der Königlich bayerische Kammeriänger Fett Heinrich Vogl astiert,als Grawritter. Jm übri en lautet d e Veseéßung: Elsa: Frau Pterson; Telramund: Herr Bu ß; Ortrud: Frau öße;
„ __ „ Kögi : _erx Sxammer.
“ * ““ ck Köüig'licben Schauspielhause findet morgen die vierte
Aufführung ,von Richard Skowronnek's Lustspiel .Die kranke eit"
statt. Die Damen Poppe,. Schramm, Conrad, von May urg,
JW:;Tthie Herren VoUu:er„jMolenar, Hartmann und Heine smd darin
_ tg.
Seine Majestät der Kaiser lies; nach der gestrigen Auf- _ „ übrung des Dramas „König Richard der Zweite“ durch den Generak- tendanten Grafen von Hochberg auen Betbeiligten AULÉöchstfeine ufriedenbeit und Anerkennung übermittkln. Herr ilbelm eJelhäuser, dessen Bearbeitung dem Shakespeare'scben Drama zu runde liegt, hatte die Ehre, in die Kaiserliche Loge befohlen und vodn Seiner Majestät durch eine längkre Unterrcdung auSgezeickxnet zu wer en.
Jm Schiller-Tbeater wird morgen: zum ersten Male „Romeo
und Julia“ gegeben.
Mannigfaltiges.
Auf (Grund der Airsfübtungsanweisung zum Einkommensteuer- eseß wurden bei einer festgestellten Eintvobnerzabl von 1 609 569 Per- iZonen (1587349 Zivilpersonen und 22 220 Militärpersonen) im Ver- waltunasjahr 1894/95 in Berlin 348 Personen Von der Stc'uer freigelaffen während bei 851039 Personen eine Besteuerung zur Staats-Éinkommensteuer dasbalb nicht erfolgen konnte, Weil das steuerpflichtige Einkommen derselben den Betrag von 900 .“ jährlich nicht übersteigt. Zur Staats - Einkommenste'uer wurden dagegen Veranlagt 758.182 Personen. Die Zahl der zur Gemeinde- Einkommensteuer veranlagten Zenfiten betrug 311763, und zwar 3. Personen mit Einkommen von mehr als 900 „14 bis einschiießlicb 3000 „ja: 263 586, d. desgleichen mit mehr als 3000 „;ck: 43 098, 0. nicht pbyfische Personen und Ge ellscbaften 544, (1. Zoremen 3787, 9. Militärpersonen 748. Im orjabre betrug die ahl der gemeindesieuerpflichtLiZen Personen 490691, mithin für 1894/95 weniger 178 928 PerTonen. on den zur Gemeinde-Einkommensteuer beziehungs- weise Genie ndeabgaben veranlagten Steuerpfiicbtigen waren nach der ursprün lieben Veranlagun zu erheben 24146 357 „16, und zwar 3. für inkommen von mesr als 900 „M bis einschließlich 3000 916 3 806184 .“, b. von mehr als 3000 „H(- 16 096 468 „16, 0. von den nicht physischen Personen und Gesclls aften 3545 213 „FQ, (1. Von den FQrenscn 585 408 „46, s. von den Mi itärpcrsonen 113 084 .s-
Majestät der Kaiser und König wohnte der.
“x
In dem Verwaltu Éwbre 1894/95_waten von den in Berlin vorhandenen 23730 rtrag ewabrenden Grundstücken 23222 mit definitiven thävden bei, t, während 508 unbebaut waren und als 3ivnuer-, Hosp. Koblen- un Abladeplähe oder Gärten ver- wendet wurden. Von 654Qtrag gewährenden Grundstücken gelangten keine Realfteuem zur Erhebung, weil sie als dem Königlichen Hause ßebörige beziehungßweise fiskalische. kirchliche, städtische oder ffentlichen und gemeinnü igen Zwecken dienende Grundstücke steuerfrei waren. Die teuerprwilegien der im Privatbesitz befindlichen s mounten Freibäuser sind sämmtlich abgelöst; die übrigen, im esiße von öffentlichen Behörden befindlichen 8 Frei- bauser waren bei einem Gesammtertrage von 272 324 „ja mit 260 024 .“ unbesieuert. Der Durchschnittsmietbswertb der ver- mietbeten beziehunaswcise benußteu Wohnungen betrug 680 „M gegen 684 „ck des Vorjabrs. Ganz erheblich war die Vermehrung der u nvermietbeten Wohnungen welcbe bei einer Gesammtzabl von 31 599 die Zahl der im Borja r ermittelten Wohnungen um 4315 überschritt. Die Hälfte dieser Mehrzahl sowie überhaupt die Halfte aller unvermietbeten Wobnuügen hatte einen Jahresmietbs- wertb von 101 bis 250 «M
Im ersten Vierteljahr des Jahres 1895 betrug die Zahl der mit 20 ck besteuerten unde in Berlin 23 054; dieselbe war gegen das Vorjahr, in wel cm 23 473 besteuerte Hunde ermittelt wurden, ua) 419 zurückgegangen. An steuerfreien Hunden wurden im ersten Vtertsliabr 1895 4988 gezählt.
In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten berichtete der Stadil). Mommsen im Namen des Ausschuffes Übék die Vorlage, betreffend den Bstrieb der Uhren in dkn Uraniasäulen, und beantragte folgende Vesckylußfaffung: „Die Versammlung ersucht dcn Magistrat, 1) dia vorhandenen Urania-Säulen nacb den Bcstimmungen des Vertrags in das Eigentbum der Stadtgemeinde zu übernehmen, 2) ihr eine Vorlage zugeben zu lassen o.. Wkgen Fortbetriebs der gegenwärtig errichteten Uraniasäulen und der damit im Zusammenhange stehenden Ein- richtungen, !) über weitere Aufsteüung zkntral regulierter Uhren in den verschiedenen Gegenden der Stadt, 3) bis zur Erledigung der nach Vorstehendem nothwendigen Verhandlungen bewiÜigt die Versamm- lung die zur Aufrechterhaltung des Betriebs und der Beleuchtung der 115an in den Urania-Säulen vorläufig nothwendigen Miitel bis zu einem Betrage Von 4500 „M“ Dieser Antrag wurde obne Debatte angenommen. - Von den Stadtverordneten Esmann u. Gen. war folgender Antrag, betreffend die Einschäßunsg zur Bauplaßsteuer, ein- gebracht worden: .DieVersammlung wolle be likßen,d€n Magistratdar- über um Auskunft zu ersuchen. ob “bei de'r Einschäßung zur Bauplaß- steucr daran Rücksicht genommen ist, daß Höfe und anderes Zubehör zu bebauten Grundstücken von der Bauplaßsteuer befreit bleiben.“ Zu dersklben Angelegenheit lag auch ein Antrag der Stadtv. Kaliich u. Gen. vor: den Magistrat zu ersuchen, mit der Versammlung in gemiscitezr Deputation über die bei Ausführung des Bauplaßsteuer- Regulatws herdorgetretenen Schäden, sowie über die Mittel der Abhilfe in Berathung zu treten, und ferner ein Antrag des Stadtv. Wallach, den Antrag Esmann u. Gen. dem Etats-Aus- schuß zur weiteren Bcratbung zu überweisen. Nach längerer Debatte beaniragte der Stadtv. Mommsen, die Angelegenheit einem besonderen Ausschuß von 15 Mitgliedern zu überweisen, da der Etats-Ausschuß zu ssbr belastet sei. Stadtv. Kalisck) zog hierauf seinen Antrag zu
Gunsten des Antrags Mommsen zurück, welcher leßtere angenommen
udtwa. einge!- rbesoldun “ eyes.. beantragten erner ' LSßtctdtv. Cassel uud Genossen.,Z-(LT) terschriften): , , agj xai? xu ;exsuchen, bald | mit der »Stadtverocdneten-Versammßuyg m „gemischter Depu ation über diejenFen *,Maßnabmen „ zu be- ratbeFéiweWe geeignet sind, von der Stadtgemeinde die stbweren Nach le awaenden, welche derselben durch den § 25 des von der Königlichen taatßregierung beim Landtage eingebrachten Lebrer- besoxdungsxieseßes droben.“ Stadtv; Cassel motivierte seinen Antrag in langerer Ausfiihrung. Bürgermeister Kirschner ersuchte die Ver,- sam'mlizng, den Antrag Cassel, der nur auf den § 25 zugeschnittensej, dahin andert) zu onen, daß die gemischte Dexutation auch auf die axideren Theile des Entwurfs eingehen könnte.- «tadtv. Cassel änderte hierauf seinen Antrag in diesem Sinne, Worauf de_rselbe einstimmig angenqmmen wurde. _ Der Antrag der Stadtv. Kreitling u. Gen. bezüglich der schleunigen Errichtung eines Feuerwebr-Depots in der Tempelhofer Vorstadt wurde ebenfalls enehmigt, dage en die Magistratsvorlage, betreffend die Bewi igung eines Äcitrages von 15000 „ck zu einem dem Verein deutscher Eisen. babnverWaltungen zu dessen 50 jähriger Jubelfeier in Berlin zu gebenden
esteffen, einstimmig abgelehnt.- Ohne Debatte erklärte sich die Ver. "ammlung für die Magistratsvorlage, betreffexid die Errichtun einer offentlichen Dampfer-Anlegestelle am linken Ufer der Spree :) erhalb der'Waisen brücke, sowie für den Magistratsantrag betreffs Yortseßung der Mquerbrennungs-Versuche in dem städtischen Müllver rennungSofen YFU Stralauer Chaussee. - Auf die öffentliche folgte eine geheime
1 ung.
Infolge; Beschlusses der Stadtverordnetsn-Versammlung, wonach im Untergexckooß des Gebäudes Königstraße 1/6 eine proviso- rische Fus; gängerpassage auf die Dauer eines Jahres bergesteüt werden soll, hat die städtische Baudeputation vom Magistrat den Auftrag erbaltén, ein bezügliches Bauprojkkt nebst Kostenanschla baldigst aufzustellen und zur Gsnkbmigung Vorzizlegen. (Hleichzeiti it die Baudeputation angewiesen worden", demnächst mit möglichster * e- schleunigung die Herstellung dsr Fußgangerpaffage und die Regulierung der Königstraße in ihrem Theile zwischen dk! Langen Brücke und der Poststraße Vorzunkhmen. Die Direktion der Großen Berliner Pferde- eisenbalw-Geseüschaft bat dcm Magistrat das Projekt der provisorischen Gleiseanlage für die Königstraße zwischen Spandauer- und Burgstraße zur Verbindung mit dem Gleise auf dem Schloßplatz vorgelegt.
Die Gaben und Zuwwdungen von Gemälden, Radierungsn, knnstßewerblicben Gegsmtänden, Prachtwerken und Büchern für die Tom ola des Ballfestes des „Verkins Berliner Presse“, welches am_8. Februar in den Räumen der Philharmonie stattfindet, haben in diesem Jahre einen alle Erwartungkn übertreffknden Um- fan ang€non1men.„ Dieselben füÜen bereits zivei große Zimmer. Be?onders rkicbhgltig ist die Liste der Werke von Malern, Von denen eme Spende Adolf Menzkl's schon bei friih-rer Gelegcnbeit erwähnt wurde. Die literarischen Beiträge steilen eine stattliche Bibliothek dar. -Der ViUetverkauf findet nach wie vor im Bureau des Herrn Dr. Wasner, Mohrenstraße 10, im Vorderbause 1 Treppe, statt.
(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)
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wurde“. -- ' na; des von derKöni lichen Staatseei 3,.. BMk-o Lehre 9 en. **
Wetterber vom 31. Januar, 8 Lorgens.
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Stationen. Wind. Wetter.
Bar.au u.d.M red.inMill' . Tempe'ratur NHWWWPWRL OQO-QQPQk-M inoCel
bedeckt beiter
Regen bkdeckt beiter
wolkig bedeckt,
bedeckt
- wolkig wolkenlos bedeckt bedeckt bedeckt 1) wolkenl.9) beiter Nebel wolkenlos Neble) bedeckt wolkig
Belmullet. . Aberdeen . . JüstZansund open agen . tockbolm . randa . t.Petersburg
Coerueens- tonm . . . Cherbourg . 783 [der . . . . 782 vlt ..... 777 Hamburg . . 777 winemünde 770 NeufahrWaffer 763 emel . . . 758
FFW . . . . 784 'nsier. . . 781 KarlSruhe . . 783 Wiesbaden . 782 München . 782 Chemniß . . 779 bedeckt Berlin. . . . 774 4 bcdeckté) Wien . . . . 777 (;bedeckt Breslau . . . 772 5 Regen 780 ! 4 wolkenlos 779 .O 1 wolkenlos 777 [ still halb bed.
1) Nachts etwas ngen. 2) Dunst. *) Gestern Regen.
Uebersicht der Witterung.
Ein 780 mm übersteigendes Hochdruck ebie't über- deckt Frankreich und die Britischen Jnse n, während eine Depreffion unter 735 mm über Nordsfandinavien lagert. Dementsprechend weben über Skandinavien und dem Ostseegebiet vielfach stürmische westliche und nordwestliche Winde und find auch im nörd- lichen und östlichen Zentral - Europa die westlichen Winde stark aufgefrischt. In Deutschland dauert die trübe, milde Witterun? allenthalben fort, nur im südlichen Deutschland iegen die 'Morgentempe- raturen noch etwas unter dem Gefnerpunkte. In Norddeutschland ist stellenweise etwas Regen gefaüen. Fortdauer der milden, trüben und Windtgen Witte-
tun wa r ei li . ß bsch n ck Deutsche Seewarte.
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Theater.
“ Königlithe §chausptele. Sonnabend: Opern- haus. 29. Vorstellung. Lohengrin. Roman- tische Oper in 3 Akten von Richard Wagner. n Scene &efeßt vom Ober-Reqiffeur Teßlaff. ekorative ,inricbtung vom _ Ober - Inspektor Brandt. Dirigent: Kapellmeister ])r. Muck.
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3) Reif.
(?obsngrin: Dr.Heinricb Vogl, Königlicher Kammer- sanaer aus München, als Gast.) Anfang 7 Uhr.
Schauspielbqus. 32. Vorsteüung. Die kranke Zeit. Lustspiel in 4 Aufzügen von Richard Skowronnek. Zn Scene geseßt vom Ober-Reßffeur Max Grube. Anfang 74- Uhr.
Sonntag: Opernhaus. 30. Vorstellung. Carmen. Oper in 4 Akten Von Georges Bizet. Text von Zenk!) Meilhac und Ludovic Halévy, nach einer
ovelle des Prosper Mérimée. Tanz von Emil Graeb. Anfang 73 Uhr.
Schauspielhaus. 33. Vorstellung. Die kranke
von Richard
Zeit. Lustspiel in 4 Aufzügen Sfowronnek. Anfang 73 Uhr.
Auf Alierböckysteu BLM)! findet am Mittwoch, den 12. Februar cr. in den Räumen des Köni [ichen Opernhauses ein Subscriptions-Bail statt. esuche um Ballkarten mü en s ristlich gestellt, die genaue Bezeichnung (5 MUL, tand, Wohnung) dsr- Zenigen Personen entbaltsn, für Welche Ball- arten gewünscht werden. Doppelmeldungen (Zeich- nung in den Subscriptions-Liften und besondere Gesuche) sind unter alien Umständen zu vermeiden. Meldungen um Zuschauer-Billets zum 111. und 17. Rang smd bereits so zahlreich eingegangen, daß daVon nur ein kleiner Theil wird berücksichtigt werden können. Weitere Meldungen um Zuschauer-Billets werden deshalb nicht mehr entgegengenommen. Diejenigen Bewerber, welche bis Sonnabend, den 8. Februar, nicht im Besitz der gewünschten Bal]- karten sind, können annehmen, daß ihre Gesuche nicbt Berückfichti ung finden konnten. Alle den Sub- scriptions: ali betreffsnden Schreiben wolle man FFM «Achs? Yencrgls-JFLYUF der_ Kbxihieg- i en “ au te «. ranzox e a e , emret n und mit der AFTifsFrift: „BaUan ele enheit“ versehen. Eine besonder? 5 eantwortung iFol er Gesuche kann bei der umfangreichen Arbeit unter keinen Umständen stattfinden. ' ' Generai-Jniendantur der Königlichkn Schauspiele.
Deutsrhes Theater. Sonnabend: Weh dem, der lügt! Anfang 73 Uhr.
Sonntag, Nachmtttags 23 Uhr: Die Mütter. -- Asends 74- Ubr: Romeo und Julia.
Montag: Hamlet.
__
Verlinkt Theater. Sonnabend:
Faust- Anfang 7 Uhr. Sonntag, Nachmittags 23 Uhr: Der Hergott- schnitzen -- Abends 73 Uhr: König Heinrich. Moxitag: Der Verschwender.
Wessing-Theater. Sonnabend: Untreu. - Hierauf: Fräulein Wittkoe. Anfang 73 Uhr.
Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu volkstbümli - Preisen: Die Haubenlerkhe. - Abends 74 U r: Comtesse Guckerl.
Montag: Comtesse Guckerl.
Residenz - Theater. Direktion: Sigmund Lautenburg. Sonnabend: Leyte Woche! als über Kopf. Schndnk in 3 Akten vim Ale an re Biffon, deutsch von Paul Block. -- Vorher: u doppelter
Bekehrung. Plauderei von Paul Linsemann. Anfang 7'1 Uhr
Sonntag, NachmittagsZUbr: Zu halben Preisen: Der Rabeuvater. - Abends 73 Uhr: Hals über Kopf. - In doppelter Bekehrung.
Mittwoch, den 5. Febröar: Zum Ersten Male: Hotel zum Freihafen. (1.116th (in [„ihre Dobankzo.)_ Schwank in 3 Akten von Georges Feydeau, deutsch von Benno Jacobson.
Frredrtrh - Wilhelmßüdttsrhes Theater. Cbauffeestraxe 25-26.
Sonnabend: Mit gro artiger Ausstattung an Kostümen, Dekorationen und Requisiten: Der Hun erleider. Ausstattungs-Komödie mit Gesang und aUet in 10 Bildern von Julius Keller und Louis Herrmann, mit theilweiser Benußung einer Idee des Mark Twain. Musik von Louis Roth. In Scene geset von Julius 1xfrifx'sche. Dirigent: Herz Kapellmeis er Winné. An ang 71? Uhr.
Sonntag: Der Huugerleider.
Neues Theater. Sobiffbauerdamm 43/5. Sonnabend: Gastspiel des Hkrrn Franz, Tewele vom K. u. K. priv. Carl-Tbeater in Wien. Der Herr Direktor (Monsieur lo otrootenr). Lustspiel in 3 Akten von Alexandre Bison und Fabrice Carré. Deutsck: von Ferdinand Groß. n Scene geseßt von Siegmund Laufenburg. Anfang 73“ Uhr.
Sonntag Nachmittag: Bruder Martin. - Abends: Der Herr Direktor.
Montag: Der Herr Direktor.
Dienstag: Der Herr Direktor.
Theater Dinter den Linden. Direktion:
Iulius Xrißsche. Sonnabend: Neu einstudiert: Der
Bettelftudeut. Operette in 3 Akten von F. Zell
);?qu Gené-e. Mufik von Karl Millöcker. Anfang r.
Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Bei balben Preisen: Rund um »Wien. Pantomimxsckoks Ballet in 9 Bildern von Fr. Gaul und 'A. M. Willner. Musik von I. Beyer. Der choreograpbische Theil von Josef Haßreiter. - Abends 73 Uhr: Der Bettelstndeut.
Sonnabend, den 8. Februar: Dritter großer Maskenball.
Adolph EMWThkatkk. Sonnabend: Ma-
dame Suzette. Vaudeville-Poffe in 3 Akten von
Sylvane und Ordonneau, bearbeitet von Ed. Jacob-
son und Jean Kren. Musik von Edmond Audran.
In Scene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7 & Uhr. Sonntag: Dieselbe Vorsteliung.
Zentral-Theater. Alte Iakobßraße Nr. 30.
Sonnabend? Wiederauftreten des Herrn Emil Thomas a. G. Eine tolle Nacht. Gr e Aus- stattunxxsxoYi mit Gesang und Tan in 5 ildern von W! . annstädt und Julius reund. Musik von Julius Einödsbofer. n Scene geseßt vom Direktor Richard Schultz. ie Tanz-Arran ements vom Balletmeister Gundlach. Anfang 74 US:.
Sonntag: Glue toae Nacht.
Konzerte.
ÜUUZLXt-ÜÜUF. Sonnabend, den 1. Februar Abends 7 Uhr: Wohlthätigkeits-Aufführung zum Bksten der Deutschen Reichsscchtschnle (WohltbätigkcitSverein zum Zwecke der Waisenpflegk.)
Iiug-Akademir.„ Sonnabend, Anfang 73 Uhr: 111. Quartett-Abend von Joachim, Kruse- Wirth, Hausmann. *
Baal Üklhstkjn. Linkstraße 42. Sonnabend, Anfang 73 Uhr: Klavicr-Abend von Joseph Lhévinue.
Zirkus Renz. Karlstraße. Sonnabknd, Abends
711 Uhr: Gala-Vorftelluug. Großartiger Erfolg. Ein Künstlerfeft. Auf das Glän endste insceniert vom Direktor Fr. Renz. Neue inlage: Die Katastrophe des Riescndampfers „Circeutia“. Außerdem: Auftreten von nur Künstler-Spezialitäten alierersten Ranges, u. A.: 1. Auftreten der vor- iiglirheu Reckkünftler Brot ers O'Brien. * orfübren und Reiten der bestdre sierten Freiheit», Spring- und Schulvferdk. Komische Entrées und Jntermezzi sämmtlicher Clowns und des beliebten Original-August Mr. Layater Lee.
Sonntag: 2 Vorstellungen: Nachmittags 4Ubr éErmäßigte Preise und 1Kind unter 10 Jahren rei): 1870/71. _ Abends ?ck Uhr: Ein Künstlerfest. Neue Einlage: Die Katastrophe des Riescudampfers „Circentia“.
Familien-Nachrichteu.
Verlobt: Frl. Elisabetk von Brandenstein mit Hrn. Reinhard Frbrn. von Thüngen (Münster i. W.-Weißenbach i. Bayern). -. rl. Hedwig Eckardt mit Hrn. Pfarrer Wil elm Habu (Breslau-Ostseebad CWUZZ - Frl. Else Kefie mit Hrn. Staböarzt 1)r. ax Brecht (Ber n- Straßburg i. E.). - Fr. Agnes'Janecke, geb.
töcke, mit Hrn. Dr. phj]. Julian Treumann
S ( annover). , Ge oren: Ein Sobn: Hrn. Prem.-Lteut- Andreas von Treutler (Berlin). -- Eine Tochter: Hrn. Pastor Teschner (Küpper). - Hrn. T. von Bethe (Reichenbach). „ “_ G e sto r be n : Fr. Hauptmann Fridadon der Doüeu, geb. von Schmidt (Weimar). - Hr. Ritter uts- besi er Louis Kiehn ( insk). - Hr. Oberst-L eut- a. . Carl Bode (5 aumburg a. S.). - Hk- Kreis-Schulinspektor Dr. Hans Hennig (Berlin)-
Verantwortlicher Redakteur: Si em e n r o il) in B c r l in. . Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags- Anstalt Berlin ZW., Wilhelmstraße Nr. 32.
Acht Beilagen (einschließlich Börsen-Beilagx).
Erste Beilage
zum Deutschen Reichs-Llnzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
„NH 28.
Deutscher Reichstag.
27. Sißung vom 30. Januar, 1 Uhr-
TageIordnung: Fortscßung dsr Bcrathung des Reichs- hausha'lts -Etats bci Kap. 9 des Ordinariums der Aus- ßaben im Reichsaamt des Innern: „Behörden für die
ntersuchung von Sceunfällen“.
Abg. M Lßger (Soz.) rcgt wiede'rum die Reform der Hierbér ge- hörigen GSU'tzgebung, dc-n (Erlaß einer verbessertkn Skc'mannsmdnung, vor allem aber die Revision des Geseßcs, bstreffend 010 Unter- suchung Von Seeunfällen, cm. Die Kompc'tenz dsr Sccämtsr müsse erweitert, ihre Stellung bei der Beurtbeilung dkr SchuldfragZ unab- hängiger qemacbt, auch cine Bkauffichtigung des Seeschiffbauss und des SeeschiffWerkkbrs von Reichswegcn eingeführt werden, wie sie für die Binnensckyiffahrt bsi einigen Bundesstaaten bereits bestebk. Redner sucht dis gkgkn letztere? Forderung im Voriaen Jahre vom Abg. Jebsen Erdobenen Einwände zu widerlegkn. Es stehe nicht überal] so gut wis in der Rbederki des Abg. kasen; die Priwal- kontrole dss Lioyd genüge iiicht, auch nicht dis der intersssierten Affe- kuranzgeselischasten. Die Vorksbrungcn zur Reining aus Lcdensgefalw auf den Auswandxxrsrschiffsn, auch auf den Schnelldampfern, fsien höchst mangelhaft; der ganze Nsttungsdicznst müsse anders organifisrt und ebenfalls der dauerndkn Kontrole dsr Reichsbchördsn, dsr Seeämter und des Ober-Skeamts untersti-[lt wkrden. Die k-Zsberige Erfahrung auch beim Lloyd lehre, daß die Rücksicht auf die Sicherdettsmaßreg81n sehr bald gänzlich Mrnacbläsfigt werde, wknn längere Zsit kein UnfaÜ passisre. Auch die Katastrophe der „Elbs“ habe nichts ge- bkffcrt. Redner sucht dies mit einigkn näbsr dargeksgten Vor- kommnissen, dis zu seiner Kenntnis; gskommcn seien, zu belegen.
Staatssskrctär des Innern, Staats-Ministcr [)1'. von Boettichcr:
Wie auf anderen Gebieken dcr sozialpolitischen Gcsktzgebung, wird auch auf dem Gebiets dss Scewssens Verwaltung und Geseßgebung nicbt ablaffön, besskrc Zustände berbéizufübren.
Was insbesondere die Von dém Hsrrn Vorredner beklagte Er- scheinung, daß die Seemannsordnung noch nicht dLn Reichstag befchäftigc, anlangt, so kann ich Ihnen die Vkrfich6rung geben, daß auch die Korrektur unserer Seemannsordnung der Gegenstand der fortgkskßtkn Füisorge dsr Régierung JLWLsLU ist, und es ist eine? Nodekie zu diesem Gcssßx voÜständig ausgearbeitet. Sie lisgt augsn- blicklici) der t€chnisch€n Kommission für die Seeschiffahrt bor. Die tkchnisch6 Kommission für die Sseschiffabrt hat die erste Bcratbung dieses Entwurfs beendet, und im 11ächst€11Monat wird die szEiW Beratbung stattfinden. Disse Bératbung wird vorgenommsn werden unter Zuzichung Von SLLleutén und zwar solchen, die entwsdsr noch im aktiVLn Scediéknst stLbsn, „oder solchen, die im aktivén Ssedienst gestanden babcn, und diese Seelsute find nicht, wie der Hsrr Vorredner annimmt, von 0811 Rhedersien be- nannt worden, sondern di? Reichsverwaljung bat fick) binficht1ich ihrer anennung an die Ragierungkn gewendét, und ÜL darf Cr- wartkn, das; die Regierungcn bezüglich der Auswahl durch- aus VbijsiV, [€diglich nach der Rücksicht Verfahren, daß nur der technischen Kommission für die Seeschiffabrt Kräfté! zugsfübrt werdkn, die wirklich Lin Praktischks Vcrständniß für das, was auf 06111 (Hebikte dW SCEWLsMS zu bkffkkn ist, bsfiYen.
(Zinc? Korrcktur dks Sesunfaügesktzes, Von der der HLN: Vor- rkdner gesprochcn hat, ist bisher nicht in Aussicht JLUOMMLU. Eine- Anrkgmig dazu ist Von ksinér Ssitk gkgcben worden, und ich glaube auch kaum, das; 018 Wünschs, die der Herr Abgeordnctk in disfsr Be- zisbung bsi skim'm soebsn chndsikn Vortrag ausgesprochén hat, eine Majorität in diejem Hause finden würden. Meine Hsrrcn, unser S€eunfallgesexz beruht bezüglich dLr Bestimmungen übkr die Kompetknz dcr Sckämtkr darauf, das; dich Behörden nicht einen Gkrichtsbof darstCÜen, dLr mit Strafbefugniffen umgeben werden sol]. Man bat viclmkbr an détn auch sonst in unsLrLr ganzcn Geskßgcbung zur Durchführung gcskommensn Gedanken fest- gehalten, daß dic Strafen möglichst Von den ordénkiichsn Gerichtkn verhängt werden soULn. Dic Seeäintsr babén ausschließlich die Aufgabe, die Ursachen der zu ibrcr Kognikion kommenden SLC- unfälle festzustcllen und die Schukdfrags zu eraieren und, wenn diese Schuldfrags dazu führt, daß eine grob? Vkrnachlässignng auf seiten eines Schiffers oder Links Stsusrmanns Vorlikgt, dann als äußerste Maßregel ihrer Kompstsnz die Patsntentzikbung zu Verbängen. Ich glaube, daß im angmcincn diese Vorschriften |ck) bis jaßt bswäbrt haben, und daß es ausreicht, alis strafbarkn Handlungkn, dies auf dem Gebiete dsr Sceschiffabrt begangen wsrden, den ordentlichsn Gerichten zur Aburtbeilung zu überweisen. _
Der Herr Vorredner hat nun die Einsetzung einer Reichs-Sec- behörde gewünscht, und wknn ich ihn recht vCrstandcn babe, und Wenn ich aus der großkn Zahl von Beispielen, die er zur Begrün- dung seines Wunsches angkfübrt bat, dkn rechten Schluß ziehe, so kommt es ibmwcsentlich darauf an, daß die ganze Sesscbiffabrt untsr Reichskontrole gestellt werde, daß das Rsicb also Organe schafft, die von der Ze'ntralstelle aus, also von skitsn-einer Reichsbebörde, die nbtbige Aufsicht über die Skeschiffahrt führen, zunächst nach der Richtung bin, ob die für den Bktrieb der Sceschiffabrt erlaffenen Vorschriften auch in ausreichendsm Maße beobachtet werden. Meine Herren, ich glaube kaum, das; im allgemeinén ein Bedürfnis; für die Einrich- tung einer Behörde Von so weitem Thätigkeitsumfange fich wird nachweisen lassen. Wir babe'n ja bereits eine Reihe von Reichs- organen, die mit dem Seeivcsen beschäftigt sind. Wir haben die ReichsaPrüfungsinspektoren, wir haben das Schiffsvermessungsamt, wir haben das Ober-Seeamt, wir haben die Aufficbt über das See- zeichenwesen, die vom '.)„iaarineamt geübt wird, wir haben die Reichs- kommissarien, welche -- und das ist ja das wichtigste Gsbiet und das am meisten der staatlichen Fürsorge zu überlaffende - auf dem Gebiete des Auswanderungswesens ein jedes Schiff, mit dem Aus- wanderer befördert werden, daraufhin untersuchen, nicht aUein, ob es seetüchtig ist, sondern auch daraufhin, ob es im übrigen die Einrich- tungen bietet, die zu einer menschenwürdigen Behandlung der Aus- wanderer nötbig sind. Ick komme bei den Ausführungen des Herrn Vor- redners zu dem auch schon in früheren Sessionen betonten Schlusse, daß man eigentlich nur Von einer Ausdehnung der Reichskompetenz "“ck der Richtung hin sprechen kann, daß der Schiffsbau unter eine
Berlin, Freitag, den 31. Januar
1896.
staatliche Kontrole genommen wird. Ich habe im vergangenen Jabre den Herren auseinandergeseßt, daß bei der Reichsverwaltung die Abficht Vorlag, dieser Frage näher zu treten, ob und wie eine Reichs- aufsicht Üb?!" den Schiffsbau einzurichten sein möchte, und ich habe bei der Aufnabms, die dieser bekannt gewordene Gedanke in den interessierten Kreisen gefunden hat, es für nützlich gehalten, zunächst einmal zu sehen, ob nicht auf dem Wege der von dem Herrn Vorredner allerdings pcrhorreszierten Privatbilfe eins Besserung der bestehenden Zustände zu ermöglichen sei. Meine Herren, dieser Versuch ist nicht ohne Erfolg und ohne Frucht gkblieben. Die Reichswerwaltung bat die erforderlichen Anregungen sowohl bei der Berufsgenoffenschaft, als auch bei dem Germanischen Lloyd gegkben, und beide Institute haben bereits in gewissem Maße eine Verständigung dabin herbei- géführt, daß auf dem Wege einkr Verschärfung der Seeunfall- VérhütungsWrscbriftén dém Vorhandenen Bedürfnis; Rechnung ge- txagkn wsrden mögs. Die Reichsvkrwaltung ist aber dabei nicht stLHSU gebliebkn, fie Hat auch ihr eigenes technischss Organ, das SchiffsVeressungsamt, darüber vernommen, welche Vorschriften nothw-zndkg smd, um die größtmögliche kaähr für die Sichsrheit der auf der See fahrenden Personen herzustelien.
Es haben sich nun allerdings bki d2n Verhandlungén über diesen Punkt nicht unerhebliche Meinungsoerschiedenheiten zwischen den Anforderungen unserer technischen Organe und zwischen den An- schauung€n, wie sie in der Ses-Berufsgenoffknschaft und beim Germanifckyen Lloyd Vertreten find, Herausgestellt. Allein die Hoffnung darf nicht akisgeschloffsn werden, daß der Von uns zunächst einge- schlagene Weg doch zu einem guten Ziele führen wird. Sollte das aber nicht der Fali sein, so wiederhole ich, was ich im vérgangenen Jabrs gesagt habe, daß die ReichSVeWaltung nicht ablassen wird, dann auch dem Gsdanksn näher zu treten, daß eine Reichskontrole 1":er dan Schiffsbau eingeführt werde.
Was die Konirole der Schiffe nacb anderßn Richiungen bin als nach dsr baulichen Seite anlangt, von denen der Herr Vorrkdner ja auch gesprochen hat ** er hat beispielsnieise die Frage der Regulierung der Chronometer, die Frage des Mannschaftslogis, die Frage der Mannschaftsverpflegung bsrübrt _, sb, msine Hsrrkn, ift hi€rin, was namentlich die Auswanderungs- schiffe anlangt, dock) schon jetZt durch das Institut Lr R€ichskommiffarien eins staatliche Vorsorgs ga-troffen. Wenn Fälle borgekommsn find, wie fie der HErr Vorrednör anführt, daß ein Mangel, den der Reichskommissar bei Besichtigung eines überseeischen Danipfers gerügt bat, dkffen AbsteUung er angeordnet bat, gleichwobl nicbt abgestcÜt worden ist, so wird mir der Herr Vorrédner zugeben, daß in disfem Juli der ULbLlsiand nicbk in dem Mangel der Kontrole liegt, d€n11 diLse war da; sondsrn er liegt *- ich weiß nicht, ob der Fall vorgskommkn ist, aber wknn er vorgskommen sein sollte -- daran, daß die betreffende Rhederki dM Anforderungen des Reichs- kommiffariats nicbt génügt hat. Das kann auch Vorkommen, wenn wir eine Vollkommencre Kontrolc, wie sie der Herr Vorredner an- strebt, besiyen; das sind einmal menschliche Schwächsn und m€nschliche Unwolikommenbeitcn, denen man zwar begkgncn muß, und in dem Falik, den dEr HLW." Vorrsdncxr erübrt hat, werde ich recherchieren und werde dem Kommiffarius allerdings auch Anweisung crtbéilen, daß Lr auch die Ausführungen seiner Auflagen, die er den Rbsdern macht, kontrolieren muß.
Nun, meine Herren, bin ich doch noch genöthigt, den Nord- deutschen Lloyd und die Hamburg -Amcrikanisch6 Packetfabrt- Gessllscbaft gsgen die Vorwürfe, die aus 0611 Ausführungen dss Herrn Vorredners berausklangen, in Schutz zu nehmen. Es war da Von mangklbaftkn Reixigungsanstalten die dee, 88 war von einem mangähafieu Mannschaftslogis die Rede. Meine Herren, ich glaube nicht, daß diejenigen Herren, die bei unskrer Kanalfeikr die Schiffe des Norddeutschen Lloyd und der Harnburg-Amerikanischen Packstfabrt-Gesélisckyaft besucht und besichtigt haben, dLn Eindruck gewonne'n haben wérden, daß irgend etwas auch im leisten Winkel des Schiffs nicht in Ordnung gswsscn wäre. (Sehr richtig! béi dsn _Nationalliberalen.) Ich glaube im Gegentbeil, das;, was den Dixnst auf diesen Schiffen betrifft, die Herren den Rhsdern und den Kapitänen das allergünstigsic Zeugniß ausstellen werdén. (Ssbr Wahr! rechts. _ Obo! bei den Sozialdemokraten.) Ja Wohl, meine Herren, das ist meine dolle Ueberzengung! Ich bin auf vielen Schiffen dcs Norddéutsche'n Lloyd und auf vislen Schiffen dsr Hamburg- Amerikanisckzén Packetfabrt-Liniegewesen und bin nicht nur bei leegenheit der Kanalfeier dagewksen: eine Gelegenbsit, von der Sie viklleicbt sagen können, das wäre Paradevorstlüung und alles vorhat: aufs schönste in Ordnung gebracht, sondern ich bin auch unerkannt auf Schiffen des Norddeutschen Lloyd und der Hamburg-Amerika-Linie gefahren und kann sagen, ich habe mich gefrcut und war mit Stolz erfüÜt, zu sehen,in welcher Prompten, tüchtigen und sachgemäßen Weise der Dienst auf diesen Schiffen gehandhabt wird. (Lebhaftes Bravo!) Ich bin das den bciden großen Scbiffsinstituten schuldig, daß ich sie gegen folche Vorwürfe Verwabre, und, meine Herren, meine eigenen Augen sind mir werthdolisr als die Denunziationen irgend eines Anonymus, der mir mittheilt, daß irgend etwas nicht in Ordnung gewesen ist. Gehen Sie auch selber bin, prüfen Sie selber, ver- trauen Sie nicht den Gewäbrsleuten, die ja ganz gewiß recht acbtbare und aufrichtige Leute sein können, aber vielleicht doch nicht dasselbe Vcrständniß haben wie Sie, wenn es sich darum handelt, Schiffe zu kontrolieren, und dann urtbcilen Sie! Vertrauen Sie aber nicht blindlings auf das, was Ihnen in dieser Beziehung zugetragen wird. Es steht, wie gesagt, nicht in Einklang mit dem, was ich und viele Mitglieder zu beobachten Gelegenheit gehabt haben. (Lebhafter Beifall rechts und bei den Nationalliberalen.)
Abg. Jebsen Rl.) tritt dafür ein, daß das MZterial der esammten deutschen bedereien fast ohne §!iuSnabmc seetuchtig und ,olide gebaut und ausgerüstet sei. Auch seien die Rheder wixkli en Verbesserungen, auch mit Kosten verknüpften, durchaus zuganglch. Wie solle die Reichs-Kontrolbehörde die deutschen Schiffe"kontrolteren, Welche an den amerikanischen und anderen überseeischen Kusten Küsten-
schiffabrt trieben und oft zehn und mehr Jahre draußen blieben? Ein.
(Heseß zu machen über die richtige Bexmmmmg der Schiffe, hätten selbst die praktischen Englander bisher nicht fertig bekommen.
Abg. Frese-Bremen (fr. Vg.) tbe1lt mit, daß er mit dem Abg. Lknzmann im Vorigen Frühjahr in Bremerhaven die Schiffe .Emß' und „Habe!“ des Lloyd unerkannt besichtigt und sie genau auf das Vorhandensein und gute Funktionieren dex Rettungseinricbtungen unter- sucht babe. Sowohl in dieser Beziehung als hinsichtlich der Sauberkeit hätte fick) alies in bester Ordnung befunden.“ Die chxaen des Abg. MkJsr übst zu geringe Bemannung der Schiffe trafen bei manchen chiffen kleiner Rhedereien zu, die,beim Mangel_ aus- reichenden Verdienstes mit den Mannschaften leider sparen mußtén. “'für die Auswanderersibiffe seien jedenfalls Kontrolßn genug vorhandexi. „Zahlreiche der Anfübrungen des Abg. Mkßger standen obne Vervets da. Die Verbeserung der SicherheitSvorrtchtungen sei von selbst auf dem Schiffen eingetreten, ohne daß es dazu der Einwirkung einer bffkntlichen Behörde bedurft hätte. Zum Schluß bringt Redner eins Klage dss Kapitäns des „Prinz Heinrich“ über mangelhafte Be- feuerung des südlichen Theiss des Rothen Meeres zur Sprqche. ,
Abg. Freiherr von Stumm (ReichSp.) hält wie tt_n vorigen Jahre die Einführung einer Reichsaufsicht über dkn Seeschiffsverkehr für ein nothndiges Erforderniß. '
Abg. Bebel (Soz.): Den Erklärungen der beiden VertbeidiJer der großen Schiffahrtsgesellscbaften steht dircxkt entgegen, was ü er den Untergang der „Elbe“ amtlich festgestckli ist. Herr Jebsen und Herr Frese nehmen fich, wetteifernd mit dem Staatssekrktär von Boettichr und Herrn [)r.Li€b€r, der ja auch einmal auf Lloyddamvfern nach Amerika und zurück gefahren ist, dss Lloyd und der Vortrefflich- keit feiner Einrichtung€n an. Was mir im Vorigen Jahre über die wirklichen Zustände auf den Lloyddampfern hierhe'r telegrapbiert wurde, hat sich buchstäblich als wahr erwiesen. Ick) habe dem Herrn Staatssekretär Von Boetticher damals privatim d€n Namen meines GewährSmanns qsnannt: es war der langjährige Vorfiyende der Brkmerbavener Organisation der Feuerleute, also nicht etwa ein bxlié-biger Anonymus. Was war der Dank? Nach eini en Monaten wurde der Mann, ein Oesterrsicber, Weil er lastig gemacht hatte, ausgewiesen. Natüriicb! Nicht, daß der Herr Staatssekretär daran schuid wäre, aber in Bremen sind die Jnfsressen des Lloyd mit denen des Bremischen Senats so innig Verknüpft, daß die Ausweisung nur zu begreilich ist. Redner verliest nun eine Reihe von Aussagen in dem Proze 2 wegen des Untsrgangs der „Elbe“, aus denen fick) die Richtigkeit der im vorigen Jahre der Von ihm und seinem Gewäbrsmanne aufgesteüten Bebauptungenergebsn soll, und führt weitkr aus: Daß die Entziehung des Patents für den Führer der .Cratbie“ ksine Strafe sei, die dem Rechtsgefübl Genugtbuung verschaffe, sei klar. Ebenso schu1dig sei aber auch der Eiste Offizier der „Elbs“ nach dsn Ausführungen des N€ichskommiffars sklbst; dieskr sei auch der Ueberzeugung, daß das Handhaben der Boote ein höchst ungenügendes gewesen sei. Also auch auf Seiten der „Elbe“ hättkn schwere Versehen vorgelegen. Die „Elbe' habe 10 Boote und 173 Mann Befassung gehabt; im Mbinknt der Gefahr babe absr niemand von ihnen geumßt, wo er bingeböre, und der größere Theil der Besatzung seieinfach nicht seefäbig geweien. Die Unfall-Jnspektoren, die man in den Seeämtern befiße, reichten nicht aus, das babe diese Schiffskatastropbe klar bewiesen. Würden die Staatssekretäre so oft auf Sesschiffkn fahren wie auf den Eisenbahnen, so würde man länYst eine Reichs- koxitrole haben. Die Lloyddai-npfcr seien dafür ekannt, daß sie mit größter Rückfichtslosigkeit führen; die Kapitäne müßten den Ge- seUschaften blindlings gehorchen und die wagehalfigsten Fabuen UUtk'MLhIWn; fie müßten auf die elementarsten Sicherheitsvorrich- tungch “v'erzicbten, wenn es geltk, der Konkurrenz zuvorzukommen, Auch dsn mtßltch§n Zuständen, unter denen die Koblenzieher auf den Dampfern zunleiden battcxn müßte ein „End? 98macht werdkn. Nur brauchbare, kraftige L_eute foüten zu_ diesem Dienst, wie überhaupt zum Dienst auf den ubkxseetsaben Schiffen zur EinstelTUUYgT gelangen. Nicht aUein der Pcmfit' durfe das Ausschlaggebknde sein. sdner zitiért wiederholt die bxzugltchsn Anfübrungen des Sachverständigen Wislicenus. Die praktischen Seeleute, welche man gutachtlich für die neue Seemanns- ordnung höxen wol1e, würden doch nur Beauftragte der Rhedereien sein, wenn dieReichÉTVerwaltung fich disserbalb an die Einzelregierungen wßnde, denn disse kennten die einzelnen Arbeiter nicht. Die Arbeiter mußten Fick) selbst ihre Vertreter wählen können; was man jetzt Vor- habe, sei kaum etwas Anderes, als eine große Komödie.
Staatssekretär des Innern, Staats-Minister ])1'. von Boctticher:
Meine Herren! Ich habe doch die Empfindung, das; ich den Reichstag bitten muß, so packend auch die Schilderung des Herrn Vorredners gewesen ist, sie doch mit einiger Vorsicht aufzunehmen. Ich bezWSifle nicht die Objektivität des Herrn Vorredners, aber aller- dings habe ich Grund zu bezweifeln, daß er über die Vorgänge, um die 88 sich handelt, so unterrichtet ist, wie man das sein müßte, um die Schlüffe, die er daraus gezogen hat, abzuleiten.
Der Herr Vorredner hat seinen Vortrag damit begonnen, daß er gemcint bat, die Darstellungsn der Herren Abg. Jebsen und Frese ständen im direkten Widerspruch mit dem Ergebnis; der Untersuchung über den Untergang der „Elbe“, und er hat gemeint, daß aus dieser Untersuchung über den Untergang der „Elbe' mit Notbwendigkeit zu folgern sei, die Schuld an diesem Untergangs liege zum the-il auch auf deutscher Seite. Diese Voraussetzung trifft nicht zu. Es liegt hier vor mir das Erkenntniß des Seeamts von Bremerhaven, Welches die Untersuchung über den Untergang der „Elbe“ geleitet Hat, und da, heißt es gleich auf Seite 2 folgendermaßen:
Daß die „Elbe' in so kurzer Zeit gesunken ist und 230 Menschen ihren Tod gefunden haben, ist nicht auf Mängel in dsr Bauart, Beschaffenheit, Ausrüstung, Beladung oder inder Bemannung des Schiffs, sondern lediglich auf die erhebliche Be- schädigung zurückzuführen, welche auch das Querschott 6 in Mit- leidenschaft gezogen haben wird, sodaß gleichzeitig zwei Abtheilungen mit Wasser gefüllt waren.
Da ich nun einmal bei dieser Entscheidung bin, so werde ich mir erlauben, auszuführen, daß auch die Vorwürfe, die der Herr Vorredner dem Kapitän und der Mannschaft des Dampfers .Elbe“ gemacht hat hinsichtlich ihres Verhaltens nach eingetretener Katastrophe, an der Hand der Feststellungen des Seeamts nicht begründet sind. Der Herr Vorredner hat gemeint, die Boote seien nicht in Ordnung gewesen, sie hätten nicht so zahlreich und so schnell zu Wasser gebracbt
werden können, wie das nothwendig gewesen sei, um eine größere An- “„ 7“
zahl von Passagieren und Mannschaften zu retten. Nach der Da]:- , stellung, wie sie sich aus der Begründung des Urtbeils des “Seeamts
ergiebt“, sind aÜerdings nur drei Boote von den vorhandenen [ck"* Booten zu Waser gebracht. Daß nicht mehr zu Wasser gebr'cdÜt worden sind, liegt aber _nur an dem außerordentlich unglückiichen Um;- stande, daß, während die Bdo'te zu Wasser haben gebracht“ Wen
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