1914 / 234 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 05 Oct 1914 18:00:01 GMT) scan diff

Yichtamtliches.

Deutsthes Reich.

Preußen. Berlin, 5. Oktober 1914.

Der Generalmajor von Voigts-Rheß ist einer Meldung des „W. T. B.“ zufolge mit der Wahmehmung der Ge- schäfte des Generalquartiermeisters beauftragt worden. Er war bis zum Krieg Chef des GeneralstabéZ beim Garde- korps, bei Kriegsbeginn Chef des Stabes des Generalquartier- meisters. Sein Nachfolger in dieser Stellung ist der Königlich bayerische Generalmajor Zoellner geworden.

Das Kriegßminifterium hat beim Generalquartiermeister die versuchsweise Beförderung von Vrivatpaketen mit AUSrüstungs- und Bekleidungsstücken im Ge- wichte biL- zu 5 ](W erwirkt. Wie „W. T. V.“ meldet, ist zunächst für die 5uflieferung solcher Pakete die Zeit vom 19. bis 26. Oktober in Aussicht genommen. Bewährt sich diese Einrichtung und wird von den Angehörigen in der Heimat kein unangem2ffemcr Gebrauch von ihr gemacht, so soll das Verfahren von Zeit zn Zeit wiederholt werden. Die zwischen dem Kriegsministerium und dem Reich§postamt getroffenen Vereinbarungen über den Versand diéser Pakete werdkn demnächst bekannt gegeben werden. ES wird darauf hingewiesen, das; schwere Pakete nac!) Wik! vor gemäß § 23 der Feldpostdienst- ordmmg dyn Ersaxztruppenteilen zu Übersenden smd, welche dean Weiterleitung veranlassen. Auf richtige Adressiemmg (AM Post- sendungen wird erneut hingewiesen. Bei Prüfung der Be- schwerden Über nicht angekommene Brisfe Ic. ist festgestellt worden, daß in zahllosen Fällen die Angaben auf den Adressen unrichtig waren. ES mu einleuchten, daß ein Brief mit Adress: An den Reservisten X. des 0. RcscrveinfanterieregimentH Nr. 7, 9. Division, 5. Armeekorps nicht ankommen kann, da das Reserveregiment zu einer ResLrvedivision Und diese zu einem Reservekorps gehört. Andererssits farm an?- der Eigenschaft des Adressaten als Reservist nicht ohne weiteres als selbstverständlick) angenommen werden, daß er nun zu einem Reseweregiment einer Reservedivision gehört. Denn auch in den Reihen der aktiven TrUppentcile stehen viele Reservisten. Da die Kavallericdivisionen in der HeereS- gliederung ihre Zugehörigkeit zu größsr-Zn Trnppeuverbänden vielfach wechseln, genügt bei den Adressen an Angehöriae der Kavalleriedivisionen die Angabe: x-tes KavalLeric- regiment, Z. Eskadron, z-te Kavalleriedivision. Einige Pakete find an das Kriegsministerium mit der Bitte um Wßitersendung an die Ersaßtrnppentetle adressiert worden. an Erfüljung dieser Aufgabe fehlt dem KkiLgSministerium das Personal. Wenn im Felde stehende H?creIangelWrige trotz dLr an sie ergangenen Weisungen die Ndrsffe UMS Ersaßtruppenteiles noch nicht ihren Angehörigen in der Heimat mi1geteilt Haben soUten, und diese darüber im Zwoifsl sind, so mcnden sie. sich zweckmäßigerweise mit einer Anfrage an da:) bktxeffende stell- vertretende Generalkommando, das darüber Auskxxnst geben wird. Man fende abcr auc!) an dieses nicht die Vakeke zur Weiterbeförderung.

Eine bemerkenSwerte Kundgebung vox1_ amerika- nischer Seite wird ljexzt in folgendem Schrixtytück bekmznt, das von einem der Fi11rer der nach BMU gesmxmexx amerika- nischen Regierungskommission an dyn (ööeschäxtSthrer, des: deut1ch--amer1kanischen Komitees, Direktor Otto Scholz, gertchtet wurde. Der Wortlaut ist, wie „W. T. B.“ meldet, folgeyder:

Von der aMerikanischEn chierung zur MorbsrLitung der Mim- keise der bei Ausbruch des „Krieges _in De'utsckyland aur Besuck) be- findlichen Amerikaner mit dem Kriegssch1fsc .TLUULffl'E“ hierher gesandt, drängt es mich, aÜen denen, dia mich bal dsr 'Yyöfuhruug meiner Mission in lkebanwürdiaer und tatkräftiJst-r W808 unter- stüßtcn, meinen wärmsten Dank zu sagen. (EZ Ut tmr eme: gr-sy, Herzensfreude, zu konstatisren, mrt welcber-Sorgfalt xznd Sklbst- Lofigteit Personkn, Korporationen -und Bebördpn silb mxmxr Lands- lyute angenommen haben. Besondkren Dar-k der Handelskammer upd Herrn Franz Don Mendelssohn, den psxsönjiclz kannén zu, !crnen 1ch das Vergnügen hatte und der mir ganz kandeS b?btlfiick) war, steht doch gerads der Genannte an erster Stelle des „Ténlxskomüces für die auf Besuch in Deutschland weilenden Amcrtkmner, das in bochherziaer Weise Untarkunft für Maine Land9161118_ bssorgte, (Gelder für sie sammelte und ihnen überhaupt (711€ erdenkltchr Sorg- falt und Zuerommenbeit angekßthen läßt. M*eme mehr als visc- wöchige Anwesenheit in Deutschland gab miruWelegenbsxx zu beob- achten, wie das deutsche Volk dm ihn) aufchdtangten K-ieg aufngbm, welche hohe Begeisterung gepaart mtr rubracm, fittltchchn Ernst die aesamte Bevölkerung ergriffen bat; die waffcnpflichtigßn'R'ejervtstkn,Und Landwehrleute Sixten zu den Fahnen; nahezu 2 MrUtonen Krtégs- frciwillige aUer Stände und Alterstassen, ganze Maßen höherer Lehranstalten Linichli€f31ich ibrk-r Ykhxer, meldeten fich zum Eintritt in das Heer, so daß Haussnde v_on Fxßi- willigen zurückgewiasen Werden mußtkn. 'Der Vandstyrm , tst zwar aufgsrufen, aber bisher nur zum aUsracrmgsten Tkil m D!?Ust gestLUt worden. Zugleich mit der Mndilmacbung _1Wte dic Or- ganisation der Werke der tatkräfttqen Nächstenliebe cm: Das Rot“.- Kreuz mit seinen vorzüglichen Lazarktten, seinen Aerzten, Krankcn- schwestern, freiwiÜkq9n Sanitätskownnen :c, der Natwnale' Fragen- dienst mit dsr Kinder- und Wöckxncrinncnfürsorgxx, Spctxung Bedürftiger und Axbeitéloser, Vermittlung wn Beklet'rxmg, Unter- kunft und Arbeitßgeleaßnbeit, dazu die vielen rkicbcn Sammlungen an Liebeögaben für Ierpßeaung der Trnpweytranspozte," ans dsm AuUande bekmkebrender FZÜÖLKUJS, Exqutckung zxtruckcbrender Verwundeter, Nationalstiffung für di“: Hinterhliebenen" ms_ Feld Gezogener nkben der staatücben Fürsoxße, Kriegsfnrsorgs fur szan- künstlkr, Herstellung von wollenen Bskleidungsstücken wie Struuxpfe, Leibbinden usw. für die im Felde stshe-ndczn TTUPWCU. Und aUcS in musterhastester Ordnung, die fich in nichts Von der harm peutjckxn Soldaten selbstVerständlichen Disxiplkn unterscheidet. DLC Aus- rüstung der Truvven ist Vorzüßlich und zwckckex1tsprechend_,_ die Dr-

anisatlon der Mobilmachung ewunkernswert. Die Etscnbabnen Fewältigten die ungeheuren, in die Milliom'n gxbcnden Tranßpoxte von Mannschaft:n, Pferden, Kanouen, Fahrzeugen u1w.-- nicht die qcxingste Betri-bsstörung, nicht der kleinste Ünfal] ist Vorgekommen. Und weil dre Deutschen die geborenen Soldaten find, ist keine Swat von starrem Militarwmus, vom militärisch aedtiUten Automaten zx; merkm- Das ist ein Volk in Waffen, mit großer bingebender Liebe tur Kaiser und Reich, mit dem WiUen zum Siegen, um Heimat. Haus und Scholle, Weib und Kind zu scbü en. Ueberal] würdiger Ernst, uyerschuttex- liche RuHe, jatkräftiges Handeln und XML SiegeSquexsuIbt. (Ein Volk auf so hoher Kuturstufe stehend, so großer gluhendcr Be- qeisterun fähig, kann nicht unterikegen -- das find keineBarbare-n, sondern Männer bester Axt. Das dokumenticrt fich auch m der Be- handlung der Gefangenen und Verwundeten: „Ich kenne hier keine Unterscbtede zwischen Freund Und Feind, sondern nur Verwundete", diesen Ausspruch tat der Leiter eines. der größten bHefi-en Lazarette und in derselben bochherzigen Weise Wird im ganzen Reiche Verfahren. Jeßt, acht Wochen nach Ausbruch des Krieges, naxbdem unaus- gefevt Truppentransporte naeh dem Auslande gingen, [st es erstaun-

«*.-.,.-

lich, die großa _Anzabl waffenfäbiger Männer zu sehen, die noch zu Tausenden m Berlin ihrer Beschästtgung nachgeben. Die öffentlichen Arbeiten find im Gang- der Bau Von Straßen- und Untergrundbabnen :c. ist nicht ins Stocken geraten, überaÜ wird fleißig gearbeitkt! Es sind noch so viel junge, kräftige und ge- innde Mägmkr in Berlin, das; in kurzer Zett nochmals eine ganze A*.mee ausgestcllt werden kann, faÜs es nötig sein sollte.

Es dxängt mich nochmals chm AuSdmck zu*brinqen, das; das Ve-balten dcr Daatsckpan den tiefsten Eindruck aus mich macht. und ich hab? keinen Amerikaner getroffen, dsr nicht das gleiche Empfinden bat; alle scbäxzen sich glücklich, in diejer großen Zkit in sinem ]olc'hen Land wie Dsutschlxnd (Hastfrsundsckpast gc-wssen zu haben.

Der heutigen Nummer des „Reichs- und Staatsanzeigers“ liegen die AUEgaben 78, 74 und 75 der Deutschen Berkast- liften bei. Sie enthalten die 42. Verlustltftx der preußischen Armee, die 19.Verlustliste der bayemschen Armee, und die 22. Verlustliste der sächsischen Armee.

Königsberg, 4. Oktober. Dia von dsm Miniswr des Innern tmter Führung des Ministerialdirsktors Dr. Kirchner zur Prüfung dcr gesundheitlichen Schäden in denvomKriege betroffenen Teilen der Provinz Ostpreußen entsandte Kom- m ission hat am 2. Oktober im Oberpräsidium in Königsberg unter Zuziebung von zuständigen Beamten der Regierung und unter Betsiligxmg des Landeshauptmanns eine Besprechung ab- gehalten, an der auch der Präsident des Reichsversicherunas- umts Dr. Kaufmann teilnahm. Wie „W. T. V.“ meldst, wurde dabei unter anderem auch die Frage erörtert, inwie- weit die vom Reichsversicherwngsamt Und den detttschen Landes- versicbLrunthanstalten geplante HilfSaktion zugunsten dEr ost- preußischen LandeSversichsrungßanstalt mit den vom Staate geplcmten Fürsorgemaßnahmen verbunden werden könnte. Im Anscßluß an die Béspreckwng fand eine Besichtigung der be- sonderB schwor getroffenen Tértschaften decZ Regierungsbezirks Köningerg statt, die in den nächstsn TMM nocl) auf die ngierungHOczirko (1311mbi1men und Allenstein aquedeHnL werden soll.

Saéhsen. Seine Majestät dsr König Hat laut Meldung des „W. T.8 .“ am 2. Oktober folgendes Telegramm Seiner Majestät dex: Kaissrs erhaltsn:

Es a€r€icht mir zur arößtcn Freude, Dir vom 19. Armsckorps und 12 Reschekows das Beste mc'ldc'n zu können. Ich bch gcstem die drittx Anme be€uchr, WWLÜ das bmw: 181. Regiment bx-grüßt und dcmsclben meénc Ane'rkkmmng aUSge'Wroäyen, Wobei ich Osknsn drittsn Sohn Und DLinen Brudcr Max sowik Luffert und .Klpcbk-ach in bcstkm Wohlsain traf. Der Géist in dcn TruPPe-n ist Vorzügltcky Mit solcher Armee Mrd-Zn wir anch den Reit unfexer schw€r6n Yus- gabe fisgrkicb erledigen, Wozu der AlämäckUige uns dsisteben wolle.

Wilhelm.

Testerreickx-Ungarn.

In würdigsr, der ernstern kriegerischen Lage entsprcckxender Wsise wurde gestsrn dacZ Namensfest ch Kaisers; Franz Joseph in der ganzen Monarchie gefeiert. ULÖLMÜ Wrcinten sick) mit dcn heißen (356080311 für das LLOLU Und Wohl dLS erlauck)ten J.!konarchen inbrünstiae (5380812 für 13811 endgültigen Sißg. JU [ängsren Artikeln feiert dic: assamte Presse allcr Natioxza- litäten den heutigen Fssttaa, 11100111 sie Genugtuung Über die 131€;- herigen Erfolge der verbündeten Amneen 1111d1merschÜtterl iche "Zuver- sicht anf einsißgreiches Ende ch den beidex1Reichen aufgezw_ungcncn Krieges ausspricht. Schon vorgestern abend fanden m allen Teilsn des ReicheéZ patriotische Kundgebungen aller Art „statt, die sich gestern [161 den feierlichen Gottesdienften sowie bei anderen festlichen Anlässen crncnertcn. Besondere:"; eindruckßvoü gLstaltetey fick) die kirchlichen “Feiern in allen GarnisoUen, in 13811911 dte Vereidigung der neu cichrufenen Mcmnschaften _in un- gewöhnlich feierlicher Weiss stattfanden. Auch [11 den SpitälerU, in denen die Verwundeten Wegen, wurden ent- spr2chende Feiern veranstath. In zahlreichen Städten, so ach) in Wien und Budapest, wurde der gestrige Tag benußt, um den Kriegsfiirsorgezwecken neue Mittel zuzxxfiihren, Damvn der (HeseUschaft ohne Unterschied dsr Natimmlität be- teiligten sick) an dem Verkanf von Kriegsandetst1t aUer_Arl. Jm Armeeoberkommando wurde das Namensfcst in schlichxer Weisc begangen. Vormittach war Kirchgang. “„Nijtag?) [Mm gemeinsamen Esstn, dem der Erzherzog Karl FraUz Joseph bet- wokmte, verlas: der Armeeobérkommandant Erzbkrzog Friedrich eincn cm den „Kaiser gerichteten Glückwunsck) dor Akmch _1md die Antwort ÖGB Kaiscks, deren Hkrzlicher Ton unendlxchen Jube1 anslöste.

* Dio: amtliche „Wismer Zsitung“ veröffentlicht den Wortlaut dßs SchiedÖvertragLE vom 2. Ssptember 1913 zwischen Oesterreich-Umgarn Und der Schweiz.

Die Marincbchörde gibt bekannt, das; Handels- schiff? di? Ungarischen „Handelsbäfen nur bei Tag an- laufen dürfen. Die HändelSschiffe sind ae?a[ten, sick) rechtzéitig MSUMLMU- füÜÖ sie einen ungarischsn „83a en berühren WVÜLU. Ein? Achnalßne kann nur fiir die regulären Schiffahrtlinien gemacht werden, deren Faßrplan genehmigt ist.

»- Der Budapestßr Magistrat [mt cm die Regierung eine dringliche Eingabe gerichtet, in der um vorläufige Aufhebung der Getreidezölle sowie um behördliche Feststeang von Höchstpreifen fiir Getreidß und Mehl ersucht wird.

Im Hinblick auf Meldungen über offenbnre Ver- leßungen der Genfer Konvention seitens einiger Mächte hat die Btmdesleitung der österreichisck):ungarischen Gesellschaft vom Roten Kreuz an das Internationale (Genfer Komitee vom Roten Kreuz die Bitte gerichtet, es. möge an (1112 kriegführenden Staaten die dringende Mavnung richten, die Genfer Konvention zu achten. Insbssondcre soÜten die Regierungen der krieg- fijhrenden Staaten an Artikel 25 der Genfer Konvention er- innert werden, wonach die Höchstkommandierenden der Armeen für die Durchführung der einzelnen Bestimmungen aller Artikel der Konvention zu sorgen ?aben. Das Internationale Genfer Komitee bat daran hin an die Regierungen aller kriegführenden Mächte ein in diesem Sinne gehaltenes Schdreiben gesandt, worin laut Meldung des „W. T. B.“ erklärt tmr :

Die Beschuldigu-qsn, die von einer oder der anden'n Seite er- hohen und durch dLL Presse wiedergegeben wsrdxn, scheinen zu zeigen, das; die Anordnungen bezügiicb der Achtung, die man V81WUndeten und Kranken ohne Unterschied kkrNatkcnchität schuldet, und bezüglich des Schuxzes des Personals und Z).)éaterials der staatlicbxn Sanitäsxi-

ansialten und dex GeseUschaft Vom Roten Kreuz nicht genügend be- .

axktet werden. Die Ausdehnung des Schlachtfeldcs und die MäÖlig- keit der heutigen Heere erschwerten zweifellos manchmal die Ueber- Wacbang, allein das Genfer Komitee sei überzeugt, daß, sobald von den Kommandierenden der Armeen nur genaue Anwäsungen axgeben würden, die (Genfer KonVention immer und überall zum höchsten Heile der Kriegfübrenden Werde eingehalten Werden.

Großbritannien und Irland.

des Minenlegens in Verbindung mit der Tätigkeit von Unters e e [) outen es notwendig mache, aus militärisckxenGründM Gegenmaßregeln zu ergreifen. DeSbalb habe die RegierunJ die Genehmigung zum Minenlegen in gewissen Gebistßn erteilt). Ein System von Minenfeldern sei aUSgelegt worden und werde: in großem Maßstabe entwickelt. Um die Gefahr für Nicht- kämpfer zu vexringern, teilt die Admiralität mit, daß es von jth an für Schiffe gefährlich sei, das Gebiet zwischen 51Grad 15 Minuten und 51 Grad 40 Minuten nördlicher Breite und zwischen 1 Grad 35 Minuten und 53 Grad östlicher Länge zu durchfahren. Im Zusammenhang hiermit müsse daran ('r- innert werden, daß die südliche Ganze der deutschen Minen- felder guf 52 Grad nördlicbkr Breite liege. Obgleich die (Hrenzcn des gefährlichen Gebiets hierdurch bcsximmt seien, dürfe dock) nicht angenommen werden, daß die Schiffahrt in irgendeinom Teile der Ge1väffer_südlich oder nördlich davon ungefährlich sei. An S. M. Schiffe sei Befehl crgangen, ostwärts segewdc Schiffe vor neu auSgelegten Minenfeldern zu warnen.

ZU diescr Bekanntmachung erfährt das:; „W. T. V.“ an zuständigsr Stelle folgendes:

Die Behauptung der englikÖen Admiralität. diE deutschen Minerv- felder gingen bis zum 52. Grad Nordbxßite, ist srcki kaUUÖLU. DLUÜÖS“ Minßn liegen nur an der englischen Küste. Das oben angekündigte: Verfahren Englands, die internationalen Gewässer der sxjdlichen Nordsee durcb Minen zu Verseuchen, ist ein offenbarer Bruch des Völkerrechts. Uebrigens wird nicht Dentsckpland dadu1ch ge- schädigt werden, 1ondern die neutralen Staaten, in crster Linie HOUZMD-

Frankreich.

Im “.*-Ninisterrat am Freitag machte der Finamzminister Ribot “)]TitteilungM über den Stand der wichtigsth Bank: ausweise der Bank vonFrankreick) Und den "Stand dLH Staatsschaßes am 1. Oktober. Die Lage sei volLkommexx zufriedsnstellend, und man brauche nicht die Notwendigkeit in?; Auge zn fassen, anf eine öffentliche Anleihe zurückzugreifen. Wie das „W.T. B.“ hierzu bemerkt, beweise daS Telegramm, das; die französisckx Regierung an der Aufnahme einer Kricch anlcihe Uerzweifelt.

-- - In einem Rundsckßeiben fordert dorMinislerRibot d'ie Steuereinnchmcr anf, für möglichst raschen Eingang Dcr Steuern zu sorqu. Die ngierung müsse aÜe Einnawtnc- quellen de?) Staaksscha§e§ in Anspruch nehmen, um dem Amt"- gaben fÜr die Natimmlvkrteidigtmg nachkommen zu können. EI: sei daher Pf1ick)t «[[Lr Franzosen, nach Möglichkeit dazn beizu- Tragcn.

--- Ssit Beginn der Feindseligkeiten hat der Präsidxmt Poincaré“, wie die „Agence HavaS“ meldet, die Absicht gc- kwgt, dio Armesn zu [)Lsuck)en Und ihnen seine Glückwünsche anchusprechen. Er wxxrde Hieran verhindert durch die Not- wendigkeit, täglich im Ministerrat den Vorsiß zu führen, und durch den Wunsch der J.)1ilitéit*bck)örden, die den Augenblick 5,111? Vcrmirklichnng dicsLI Planes nicht für günstig [)'telteU. "JM erlalxbcn die Umstände diesL Noise. Der PräsidLUt hat Bordeaux) gestern nachmittag verlassen und sich „;Uerst nack) Dem Hauptquartier bkgeben. Der Präsident Wird von JW Ministern Miklcrand und Viviani begleitet.

Die. nach Europa gebracbten indischen Truppen si1xd in MarseiUe gelandet; unter ihnen befinden sick) (MWM- truppen aus dem Pendschab und aus Belutschistan.

» Die ngierung hat für die Kriegsdanér eino Kom: mission angesetZt, dic Übsr dis Vcrprovimniemmg und den Handcl und Vcrkahr in dcn französischen Kolmniou 021:- gelwnde UntorsnchUngen vm*112[)men Und dor ?)Wxxxkrmxg 1113-81? notwendige “,'-Maßnahmen Wexicht erstatten soll.

Rußland.

Dcr Kaiscr Nikolans haT sick) Nestern nach 0011111112913- scl)auplc113 bsgcben.

Schweden.

Die dritisckw (Besandtsckmft in Stockholm teilt laut Mcldnng des „W. T. B.“ mit, sie sei ermächtigt, zu Erklären, das; das in den skandinavischon Ländern verbreitete Gerücht, Gros;- briiannicn beabsichlige eine Flottenbasis in Dänemark oder **)k'ormßaen zu Errichlen, vollständia unbegründet ssi. Sie müss entschieden in Abrede stellsn, daß 051111";- britannicn iraend eine derartige Absicht gegenüber irgend [31112111 der drei skandinavischen Länder Hubs.

Norwegen.

Dcr norwegische Minister dex“- Aeußern hat- nach einer Me!- dung des „W. T. B.“ Vorstellttngen bei der englischen Regißrung erhoben, um siezu veranlassen, das; die Erklärung, wonach Eisenerz als Kriengonterbandc anzusehen ist, zurück- genommen mikd.

Das Ausfuhrverbot für Wild, Geflügel, Eier, Tce, Gewürze und Rohprodukte für Margarinefabrikation ist vor- läufrg aufgehoben wordon. ,

Wie „Aftonposten“ meldet, Herrscht in Paris: ziemliche Er“- :“egung, weil Norwegen Pferde nach Deutschland mch- führe. Das Blatt bemerkt hierzn:

Das Ausfuhrmrbot ist durch eincn Königlichen EMM zum Tsil aufgehoben und die Ausfuhr bis zu tauscUd Stück gcstattet worden. Nachdem di-„sk'. Höchstziffer gestern erreicht worden war, ist das Verbot wieder woll in Krafk g(tretcn. Nach Deut1ch1and find übrrbauyt keine Pfsrde ausgeführt worden, da die nox1vegischen„Pfe1de für deutsche Zweck»- zu klcin find. Die ganze Ausfuhr ist Danemmk 7-1!- nntL aekommcn. Es liegt also kein Grund 111: Paris Vor, s1ch über Norwegen aufzuregen.

--- Unter dem Vorsitz des Ministers des Auswärtiacnist ein Komitee für Handel, Ssefahrt und quustriß cr- richtet worden zum Zwecke der Unterstüßung dteser Zweige während des KriegSzustandes.

-- Ein Erlaß der Regierung verfügt die Errichtung verschiedener neuer Garnisonabteilungen fiir alle freiwillig sich meldenden Diensttauglichen. Der GesteÜungStag ist der 1. November.

--_ Der norwegische Dampfer „Tjoemoe“, mit Kohlen für Schweden bestimmt, von Methil in Sckwttland kommend, ist durch englische Kriegsschiffe angehalten und wieder nach England geschicht worden. Der Grund hierfiir ist

dem Kapitän, nicht bekannt.

Die Admiralität teilte mit, daß die deutsche Politik

Rumänien. .

Em am Freitag yeröffentlichtes RemerungScommunthS besagt nach einer Meldung des „W. T. B. :

Der Meinungsaustauich zwtschen dem Ministerpräfidenten Brakianu, dem Führer der KonsetVativen Marghiloman uxtd dkm Führer der Demokraten Take ZoneScu hatte das Ergebms, daß die Einberufung des Kronrats n_icht m_twendig ist, da ZU ciner Aenderung in der heutigen Politik Rumamens kein Grund

vorlie t. I)er Ministerpräsident Bratianu wird dieses Gutachten dem König vorlegen.

-,- Die Regierung hat der „Neuen Freien Presse“: zufolge ein Ausfuhrverbot für Mehl erlassen; der Getretdeexport bleibt aber gestattet.

Bulgarien. ,

Der König hat einen Ukas unterzeichnet, durch_ den dre zmei ältesten Jahrgänge der unter den Fahnen stehenden Tpren vom 14. Oktober ab entlassen werden.

Amerika.

Dex“ Staatssekretär des Auswärtigen Bry'an und der Ulssisckw Botschafter Bachmetjew habßn nach elner Me1dm1g es W. T. B.“ einen SchiedSq€r1chtSv§rtrag zw:sck)en den »Vereinigten Staaten und Rußland unterzetchncdf _ _

_ Wie das amerikanische Staatsdepartement nnttjetlt, smd alle Pläne zur Abhaltung der Internaxionalen Frxedens- kxonferenz im Haag im nächsten Jahre saklen gelanen worden.

»- Der amerikanische Botschafter in London hat dem Staatsdepartement obiger Quekle zufolge mitgetéilt, daß Eng: land beabsichtige, folgende Güter als Kriegskontexbande zu erklären: Kupfer, Blei, unbearbeitet in Klumpen, Platten, Röhren, (Hlyzerin, Chromeisen, Roteisenerz, Hämatit, Eisenerz, MUgneteisen, Kaulschuk, rohe und bearbeitete Häute und ge- gorbtséö und bearbsitetes Leder.

Asien.

Wie das „Reutersche Bureau“ aus Kalkuita meldet, fand UM 2. d. M. ein Zusammenstoß zwischen Hindus und Der bcwaffn2tenMacht statt. Die Hindus, die 11ach Brilisckx Columbien auswandern moUten, aber in Kanada nichtzugelaffon worden waren, waren zurückgekehrt und soUten sick) nach Bai Bai bci Kalkntta begeben. Die Auswanderer glaubten infolge eineH Mißverständnisses, das; sie nicht direkt in die Héimat bc»,- Fördért werden soUteU, und weigerten sich in Pandschab, den be: 1*citstek)ende11 Zug zu besteigen. Sie beschlossen, zu Fuß nach Kalkutta zu wcmdarn, worauf Polizei und Truppen auSgesandt WUWOU, um dies zu Verhindexn. Die Auswanderer schossen Mit Revolvern Und töteten und verwundeten mehrere Polizei- bsanjte. Bci dcm Kampfe Wde 10 Iluswaudcrer getötet Und die Übrigen gefangen genommen.

Afrika. DQ“ Oberbefehlchmher dcr Besetzungéöarmee in Aegypten Hat der „Times“ znfolge verfügt, das; alle fiel) in Aegypten mxkoltenden Deutschen Und Oesterreicher bei Strafe der chkmftrmg durch die “.Nilitärbcl1ördc11 sich bis zum 10. d. M. registrieren lasscm müssen. Dieselbe Verfügung ist für den Sudan umarmen, wo Deutsche und O2sterr9icher ihren Wohn- ort nicbt ohns Pas; verlassen di'nfen.

Kriegsnachrichten.

Westlicher Kriegsschauplaß.

_ GroßLS Hauptquaxtier,ZOkwber, Abends. (FW."TB.) AM dem französischen KriegSscWUplaY sind Heute keins wescnflichan AEUdLrungcn eingetreten.

, Km Angriff (mf A 11tw9rpcn fielen uncl) die Forts: Lxerre, Waelhem, Königshookt und die zwischen; !1Lgetldkjl Nsdouten. In den Zwischenstellungen wurdcn ;30 Geschüxze erobert. Die in den äußeren Fortsgürtel ge- hrqckVne Lücke gestattet, den Angriff gegen dis innere Forts- [11116 und die Skadt vorzutragen.

_! Ver1in,4.0ktober. GroßseZHauptquartier-Abends- (“W. T; B.) Auf dem mostlickyzn KriegHsthauplaß gkl)t der Kamps am rechten Heereßstügel und in den Argonnen erfolgreich worwärtS.

* ' DJS Opcrationen vor Antwerpen und auf dsm östlichen Kricgs1chaUplaH UoÜzogen sick) planmäßig Und Oh"? KÜMPf-

Oostlichcr Kriogsschauplay. Q (311'oßxsHauptquartier,Z.Oktober,AbendE. (WTTV.) «xm Osten 11110 das 8, sibirische und Teile des ZZ.A1*MLL- forps, dre fick) auf dem linken Flügel der Über den Riemen

vorckrtr1xxenden russischen Armeen be anden, nach zweitäNig em erbxttertem Kampf bei Augustom geschlag en worden. Ueber, 2000 unverwundete Gefangene, eine Anzahl GesÖÜYL Wld IJKaschmengewehre wurden erbeutet.)

Kontgsberg i. Br., 4. Oktober. (W. T. B.) Das Stellvertretend? Generalkommando in Königsberg hat vom Generalstah" dw Ermächtigung erhalten, über die bereits ge- zneldyeten Kampfe bej Augustow folgende ergänzende Meldung I ck Presse zu b_r1ngen: Die Russen sind in ZWLÜÜJÜILM

(!,MpfébbetSuwalkt am 1, und 2, Oktober völlig geschlagen Und ha en 3000 Gefangene, 18 Geschüße, darunter eine

schwere Batterie, Viele g - („ Und Pferde verloren-..1kascl)1nengemehre, Qahrzcuge

-Wi€U,4.Oktober. (W. TV) Amtli mird verlautbart' Dre lm Ostllchex1 BoSnien eingedrungénen serbischen nnd MOULLULJxMLsQen Kräfte zwangen in dieses abssits der HaupteptsckWdung [l_egende Gebiet mobile Kräfte zu ent- sendoax. Die erste dort emgeleitete Aktion hat bereitß einen er- folgrerchen Abschluß gefunden. Zwei montenegrinische YU g 9134211, dw; „Spuska“ unter dem Kommando des Generals 2311909110!) und 018 „Zeitska“ unter General Rajeoitsch wurden nack) zwwertagtgnen hefttgenKämpfen 13.9 [ [ kommen 9 es chla g enund auf «)oca zyruckgeworfen. Sie bennden sich in panikartigem Rückzuge uber dre Land'eSgrenze. Ihren ganzen Train, darunter nicht unbedeutende m BoStzien erbeutete Vorräte, mußten sie zurück- lassen. Auch het, dteser Gelegenheit wurden mehrere Ge- fq'llerxe 9sterxe1chtfcher voraesandier Patrouillen, darunter ein Fahnrrch, m emexn bestialisch verstümmelten Zustande Zufßefunden. Be; der im nördlichen Abschnitte eingeleiteten „1170911 11311:de em ganzes serbische6 Vataiüon von einem (ist» xetchtschen Yalbbataellon gefangen genommen.

. - Potrokek, Feldzeugmeister. 1

Der Krieg zur See.

Bordeaux, 3. Oktober, Morgens. (W. T. B.) Amt- lich wird vom französischen Marineministerium mitgeteilt: Die deutschen Kreuzer „Scharnhors und „Gneisenau“ sind am 22. September vor Papeete auf Tahiti erschienen und, haben das kleine Kanonenboot „Zélée“, das seit dem 14. September abgeriistet im Hafen lag, in den Grund ge- schossen. Hierauf beschossen sie die offene Stadt Papeete und fuhren weiter. Die Mitteilung drückt zum Schluß dié Hofftmng aus, daß den beiden Schiffen sehr bald die Kohlen ausgehen würden. (Hierzu wird dem „W. T. V.“ von unter- richteter Seite mitgeteilt, daß Papeete durchaus nicht als offene Stadt gelten kann, da es ein Fort und drei Batterien mit etwa 20 Geschüßen verschiedenen Kalibers besißt.)

London, 4. Oktober. Das „Reutersche Bureau“ meldet aus Valparaiso: Der dcntsche KreUzer „Leipzig“ hat das englisch? Oelschiff „Elsinor“ in den chilenischen Ge- wässern am ]5 September in Grund gebohrt. Die Mann- schaft des Schiffes wurde" in Galapagos an Land gesetzt.

London, 4. Oktobcr. (W. T. B.) Die „Times“ meldet cms Lima: Der deutsche Dampfer „J)Zarie“ ist in Callao mit der Vemannung des Dampfers „Bankfield" einaetroffen, der an der Nordküste von Peru durch den deutschen Kreuzer „Loipzig“ in den Grund gebohrt wurde. Der „Bank- field“ führte 0000 Tonnen Zucker für Liverpool; die Ladung lmjte cinen Wért von 120 000 Pfund Sterling.

London, 4. Oktobor. (W. T. B.) Nach einer Lloyds- meldung aus Ostende ist der englische Dampfer „Daw- don“ auf der Fahrt von Hul] nach Antw-zrpcn in dsr Nacht vom 2. zum 8. Oktober auf eine Mine geraten und ge- sunken. Neun Mann der Vesaßung werden vermißt, acht Mann wurden von einem Fischerboot aufgenommen und nach

Ostende gebracht.

London, 4. Oktober. (W. TB.) Einer Lloyd§1neldung zufolge ist der Dampfer „Trom o“ (mch Arendal in der Mündung des Tyne auf eine Mine gestoßen Und ge- sunken. Zwei Mann der Besaßung sind_ertrunken. Die Ueberlebenden wurden durch einen Fischdampxcr aufgsnommen und nördlich von Shields an Land geseßt.

London, 4. Oktober. (W. T. B.) Aus Peking wird ge- meldet: Die englischen Streitkräfts Unter Gomeral Barnadiston seßcn mit großer Energie den Nngräff an Kiantschou fort. Die dentschenTruppen zoxxensick) aufTsingtauselbstzurück, dessen Forts.“: Tag und Nucht tätig find. DUS FßueristbLsonderZ gegen die japanischen Stellungen gerichtst. Deutsche Asroplqne vcrsachtcn wiederholt, die japanischen Kriegsschiffe durch Bomben zu zerstören. Dis Engländer und Japaner treffeU Vorbereitungsn zu einem cnkschcidenden Vorstoß gegen Tsingtau.

Kunst und Wissenschaft.

„_ Cinß aroßa Anzahl der namhaftesten Gslehrtsn und 51an1tler De11tschland§ crläßt den Folgenden

Aufruf an die Kulturwelf!

Wir als Vertretcr dsutscher Wéffenschaft und Wmsf erbebcn vor der gesamten .81'u1tmwelt Einspruch gchn dic Lügen und Vkrlc-umdungcy, mit denen unserE Feinde Deutftblands Wine Sache in Mn ihm auf- gezwunxénen schweren Daseknskampfe zu beschmußcn trachlcn. Dsr kberne Mund der Ereigniss bat d1e Ausstreunng erdichteter deutscher Niederlagen widerlegt. Um so eifrkg-Zr arbeitet man j-Zt mit Ent- stellunaen und VerdHi-btigungen. Gegen sie erheben w1r laut unssxe Stimme. Sie soll die Verkündérin der Wahrheit sein.

Es ist nicht wahr, das; Deutschland diesen „Krkkg Verschuldet bat._ WIder das Volk bat ihn gemoUt noch_die quierung noch der Kaiser. Bon dcu11ch2r Seite ist das Aknßsckte JCsÖLÖM, ihn (1be- Wendkn. Dafür liegen dcr Welt die urkundlichkn Beweise vor. OW gemug bat Wilhelm 11. in den 26 Jabrkn seiner Regiérungßcb als Schkrmßerr dcs Weltfxiedens erwiescn; ost genug Haben selbst unsere GSJver dies anerkannt. Ja, dieser nämliche Kaiser, dsn fis 1th einen Akt la zu nennen wagen, ist jahrzehntelang wegen seiner unerychsikter- lichen Friedensliebe Von ihnen Verspottet worden. Erst als Eine 1ch0n lange an “0711 Grenzen lancrnde Usbermacbt Von drei Seiten übcc unser Volk berfish hat es fich erbobcn wic (*in Mann.

Es ist nicht wal*r, daß wir freöentlick) dis Neufralität Belgiens Verletzt haben, NackoMtLlich waren Frankrekch und England zu ihrer Verleßang_entschlosfen. „Nachweislich wxr Belgien damit einverstanden. Selbstvérniclytung wäre Es «Wesen, ihnen nicht zu(mr- zukommen.

(Es ist nicht waer, das; ein??! einzigen belxzischen Bürgexs Leben und Eigentum Von unseren Soldatyn anaetanst worden 01, ohne daß die bitterste Notwsbr es gkbot. Denn wieder und immer wiedxr, aÜen Mahnungen zum Troß, bat die BWMTUUY fie aus dem Hintsrhalt bskchossen, Verwundete Ver- stümmelt, erzte bki der Ausübuna ihres Samnr-terwerkes ermordet. Man kann nicht niederträcbtrger fäkscbén, (115 Mm: man die Ver- brcchen dieser Meucheimörder verschwx'tgt, um die gersäxte Strafe, die fie erlitten haben, den Deutschen zum Vkrbrsch€n zu machen.

Es ist nicht Wahr, daß unsere Trupysn brutal aegkn Löwen gewütet Haben. An eiuer rascnden Einwohnerschaft, die sie im Quartier bcimtückisch ÜbSkslél, haben fie dnrch Beschie'spmg eines Teils “drr Stadt schweren HSczans Bergkitnn üben muffen. Der größte Teil von Löwen ist erhalten geblik. en, Das berühmte Rathaus steht gänzlich unverssbrt Mit Selbsaufopfcrnng haben unsere Soldaten es Vor den Flammen bcwaßrt. - Sollten in diesem furchtbaren Krisge Kunstwerke zkrsjört worden sein oder noch zerstört werden, so würde iMr Duatsche es beklage-“n. Aber so wenig wir _nns in_ der Lieds zur Kunst Von irgend jemand über- treffxn laffcn. 70 entycbtede'n lehnen wir L's ab, die Erhaltung eines Kunstwerks mit kinec de'utschen Niederlage? zn erkaufen.

Es ist nicht wahr, das;,unsere Rrieafübruna dic Geséße des Völkcrtkchts mißacbtet. Sie kennt kkiue znchtlosß (5,5 ausamkkit. Im Osten aber txänff das Blut der Von russischen Hoxden bingeschlachteten FTÜULU und Ktndxr, die Erde, mr_d im Wksten zerreißen Dumdum- acirboffe unseren Krtegetn die Bmit. Sick) als Verteidiger cuxopäiscber Zi'vilisatkon zu gebärden, haben die am wenigsten das Reckxt, die sich 1130 Ruffsn xmd Skrben Vmbünden und der Welt das ichmachvolie SchauWici b1eten, Mongolen und Neger auf die weiße ?)Taffe zu besen.

Es ist nicht wahr, das; der Kampf gegen unseren sogenannjen Militariömus kein Katnvf gegen unsere Kultur, ist, wie unjere Feinde beucbleriscb vorgeb_en. Ohne den deutschen Militarismus wäre die deutsche Kultur langst Vom Erdbodén getilgt. Zu ihrem Schuss ist er aus ihr, hervorgegangsn in eßnem Lande, das jahrhundertexang von Raubzügen heimgesucht Wurde wie kein zweites. “„Deutsch-„'s Heer und ,dcxuUcbes Volk fibd eins. Dieses Bewußtsein Verbrüdert heute 70 Mtllwnen Deutsche obne Unjerscbked der Bildung, des Standes und der Partei.

Wir können die vergifteten Waffen der Lüge unseren Feinden nicbt entwjnden. Wir können nur in alle Welt binauSrufen, daß fie falscher); ungnis ab1ege'n wider uns. (Gmb, die:,Ibr uns kennt, die Ihr blöbkr gemeinsam mit uns den böchsjcn Basis der Menschheit

sch*ütet “habt, “Euch rufen wir“ zu;

.

Glaubt unß! Glaubt, daß wir diesen Kampf zu Ende kämyfen werden als ein Kulturvolk, dem das Vetmääptnis eines Goethe, emes Yxtlzoven, eines Kant ebenso heilig ist wie sein Herd und feine

o e.

Eb Dafür stsben wir Euch ein mit unserem Namen und mit unserer re!

_Adolf yon Baeyer, Professor der Chemie, München. Profeswr Peter Behrens, Berlin. Emil yon Behring, Profeffor der Mebkzin, Marburq. Wilhelm Von Bode, Generaldirektor der Könialichn Museen, Berlin. Alo'ts Brandl, Professor, Voxfißendec der Shakespeare-(G-ssllsckzaft, Berlin. Lnjo Brentano, Profeffor der Nationalökonomie Münchsn. Professor Justus Brinkmann, Museumsdirektor, Hamburg. Johannes Conrad, Pcofkffczr der Nationalökonomie, Halle. Flanz Von Defregger, Mgmchem Richard Dehmel, Pambwg. Adolf Deißmann, P okeswr der Protestantiscben Theologie, Berlin. nykeffor Wilhelm Döxvfeld, Berlin. Friedrich Von Dahn, Prosemor der Archäologie, Hstdelberg. Professor Paul Ehrlich, Frankfurt a. Main. Albkrt Ehrhard, Professor dkr katholischem Theologie, Straßbukrg. „Karl Engler, Profeffor der Chemis, K*arlLruhe. Gerhard E! jet, Professor der katholiscbm Tbeylogie, Bonn. Rudolf Eucken, Professor der Philo- sophie, Jena. »Herbett Calenberg, Kaiserswerth. Hemrich Finkk, PkakffVk der Geschichte, Freiburg. (Emil Fische_r, Profenor her Cbkmie, Berlin. Wilhelm Fos ! st 817, Pl ofeffor der Astronomie,_Berl1n. Ludwig Fulda, Berlin. Eouard Von (Gebhardt. Düssxldorß JJ. de_Groot, Professor der Elbnvgrapbik, Berlin. Fritz „YabeerPro- feswr der Chemie, Berlin. Ernst H9 e cke ! , Profeffox der Zoologie, “Jena. Mar Halbe. München. Px05€719r Adolf von Harnack, Genxral- di:kktor der Königlichen Bibliotbéf, Berlin. Gerhart Hauptmann, Agnetendocf. Karl Hauptmann, Schreibkrbau. (Gustav 3.361!- mann, Profeffor dcr Meteorologie, VStlin. Wilbklm Herrmann, owcffor ver Protestantisckoen THeologie, Marburg. Andxeas Osuslkr, Professor dEr “nordischen Philoloxzie, Berljy. Adolf 'Von Hildebrand, Z).)éi'mcben. Ludwig Hoffmann, Stadtbaumerer, Berlin. Engklbsxt »Hamperdinck, Berija. Leopold Graf Kalck- reutb, Präfidént des Dsmseben Künstlerbundes, Edvelsen. Axtbur Kampf, Berlin. 77:13 Aug. von Kqulbach, München. Theodor Kipp , Profeffor der ' Jurts'vrzxdenz, Berlin, Felix Klein , Professor der Mathematik, (Gött'mgen, Max Klinaer, Leipzig. Alois Knoepfltzr, Professor Yer Ktrcbeno geschichte, ck).)künchcn. Aywn Koch, Yrofejwr der katho11schen Theo- logie, Tühingxn. Pan! Laband,_Pxofeffor dexJuriSUxukzcr1z, Straß- burg. Karl Lamprecht, Profeswr der Gescbtclue, Letpzta- PHMPP Lenard, Professor der lefik, Heidelberg. Maximilian Lenz, Pro- feffor der G€1chichte Hamburg. Max Liebermann, Berlixx Franz Von LiSzt, Professor der JuriSpquenz, Berlin. Ludwtgz Manzel, Präfident der Akademie dsr Kunste, Berlin. "Josßs Mausbach, Professor dsr katholischen Tbeologux , M-unstcr. Georg Von Mayr, Professor derASantHwiffenscbaxt, I).)z'unckyen. Sebastian Merkle, Profeffor der katholxxckykn „Theolpgte,„Wuerurg„ (E.“nard Mevsr, Prof-Zffwr der (Geschichte, Berlm. „Oxinrlch M or7,

*.srlm. Albert Weißer, Prc'keffor dsr Medizin, Breslau. WaWer Nernst, Prowffor der thfik, Bsrliu. Wilhelm Ostwald, Pro: fkffOdekClWMie,27119314]. Bruno Paul, Djrk-kkor dc?! Kupstzewerbe- schule, Bärlin. Max Planck, Profxssor dcr PHvfik,__Ber1m. AlSßrt Plehn, Profkssoc d;:r Medizin, Berlin. (Hth Reicke, Bexlm. Professor Max Reiandt, Dixkkxor des Deut1ch€rc Theatkrs, Berlin. Alois ch-bl, Profeywr dxr Philosypbie, Bexlin. Kar1 Nobsrt, Pxofc-For d-sr Llrck7aologte, „Halle. Wilhelm Röntgkn, Profksjor der POUR, Manchsn. Max RubWr, PrMswr dcr Méxizin. VZrUn. Frtß S_cha_per, Berlin. Adolf von Schlatter, _Promwr dxx protestanwckoen Theologie, T-"tbingen. August Schmrdlin, Profénor dsr er*ch2n- aofchchte, Mümstkr. Gastay V:;n Schn1oll€r, Professor der Nationalökonomie, ch-ltn, 01211130??? Seeberg, Profsssor der protkstanx1sch2n Tbeonge, Berljn. Martin Spahn, Profeffor der Gesäotchte, StlkaßblU's'. Franz yon Stuck, Münchcsn. Hermann Suvsmnann, Bsrijn. Hans “Thoma, KaxlSruhe. LZTLHLLM

„Trübner, Karlskabe. Kaxl Vo11möllex, S_t_uttgart. RickIaxd Voß, VcrÖteSgadsn. Karl IZOßWT, Pro'Lywr der roman;- schcn Philologie, Münchs» Stegsri€d Wagnkr.' Bayreuw. Wilhelm Waldever, P-ofkffor Der Anatomie, Verlxn. August von Wassermann, Professor der I.)?edizin, Berlin. Felix Don Weingartner. Tbsodor Wiegand,_ MnseumSDirektor, „Berlin. Wilhelm Wien, PYOfCffOk der Physik, Würzburg. Ulnch von Wjlamowiß-Moellcndoris, Profeffor der Philologie, Bsrlin. Rxcbaxd Wtjlstättcr, Pryfkffor dcr CDemke. Bkrlin. Wzlhelm Winkelband, Professor der Philosophie, -H:ide„lbe_rg. thhklm Wundt, Professor der Pbixysopble, Lexpzlg.

Das Königlicbe Kux1stgewerbemuseum veransfaktkt km Ok- t_0[«,czr und Novémber in seinem Hörsaal, Prinz Alvtecbtstraße 7»---8, Hof, zwsi öffentliche Vortragsreihen Von je 5 Vorträgen. Und zwar _wird der (Gksysime Regierungsrat Dr. . Jessen Über Krieg und Krieger in der dkntsch3n Kunst (Montag, bends 8-3 Uhr, Beainn Montag, den 19. Iktober) und der PriwaWoz-Int Dr O. Fischel Über Bilder dür dßutscben Baukunst (Oounerstaz, Abends Z:? Uhr, Beginn Donnerstag, den 22. Oktobcr) sprechsn. Die Vorträge find umzntgeltlicb und werden durch Lichtbilder erläutert.

Eine neue Forschung übcr die Schwankungen der C7 rd :. Da ir] den kciegfiibrsndkn Ländern die wisenschaftlicbe Tätigkeit in gwßem Umfang zum Stiüstand gelangt ist, soweit sie fick) nicht unmittelbar auf den Krieg bezieht, so könnkn Nachrichten über Fortschritte der WiUemchast jetzt fast nur noch aus Amsrifq e_rwartc't werdsn. Die in Ncw York erscheinend€ Wochen'christ „Science" veröffsnlsicht in kb em Heft Vom 4. Ssptember „ein,»n ?effesnden Auf'aß yon Profcffor Burch über den visbengen Stand der Kenntnts von den Schwankungen der Erde, mit anderen Worten, von den Wmdcrungcn d r Crdpole. Daß'dée Pole der Erdaäxse nicht immer dixseWe Lage gehabt hahen wie [sgt. Ut schon im vorigen Jahrhundert von Geologen ynd Bio- logen angenommen wordqn, um die Veränderungen des Klimas in dcr chewsls im Lauf dsr erdge'cbkchtlichen Entwickluna zu erklären. Insbesondere haben manche Geologen in eincm solchkn Vorgang das einzige Miltsl gkseben, die große EiSzeit in ibter Entstehung zu deuten, die über ein ausgedehntes Gebiet Von Nord- Europa_ und Nordamerika sowie über die Alpen bcrxinbrack. DIL. Astronomen, die bei einer Annakmc Von Po[wanderungen ein ent- fcbetdendes Wort métzufvrecbcn haben, konnten fich dazu nicht be- «uemen, da fi_e keine Bkweise “tür eine Veränderlichkeit in der Lage der Erdachse finden konnten und sie sogar als mechanisch unmöglich erachtetsn Dennoch ist eine ganze Rache von Hypothesen solcher Crdscbwanku'ngen außgearbeitet worden, an denen auch sehr bedeutende Gelebrte Antexl genommen haben. So wurde Von einem der hervor- ragenosten Kenner der Geoybvfik die Möglichkeit zugegeben, daf; die Exdpole fich seit der Verfestjgung der Erde um 10 oder gar 15 Grade vallegt haben könnten. seither aber um höchstens L'bis 3 Grade, was einem Abstand 'von 100 bis 300 km etwa gleichkäme. Spätere eo- logische [L_ntsrsucbunaen haben gezeigt, das; dieser Betrag eber noÉ zu hoch gegrtffen war, sodaß darauf die (Erklärung einer so aewal gen Umwaxlzung wie der großen EiSzeit nicht begründet werden könnte; Zu Anfang ' des neuen Jahrhunderts stellte dann Rekbiscb dix Theorie emer pendelartiqen Schwankung der Pole länak eiuer. ,be- sttmmten Bahn auf. Die Lage dieschabn wurde durch die Mhayp-x tuna festgelegt, daß Ecuador in Südamerika und die Insel Sumcktw diejenigen Länder unter dem Aequaw: zvären, die “nie ew: ' kung der geogravbifchen Breite gezeiékzätten. Daraus wüxd

aeben, daß die Bahn der Polwanderungen etwa kxn-IMexi

Bexlin ersol en müßte. Wknn dann_der'*Po1' während tx

EiSzeit etwa m Norden “von Skandmavien sel, hätte:

Yrofeffoc dcr romani'chen Philologie, Berlin. Friedrrck) Naumann, -

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