sick _ die Vereisung , Nord- und Mitteleuropa! daraus wobl be- ?reifen. In der Ima- und Kreidezeit dagegen soll Europ; nnerbglb dcr troptstben Zone sicb befundkn haben. Die!: Theorie ist später von dem Leipziger Professor Simrotb in einem ausführlichen Werk weiter außgearbeitet worden. Die neuen Forschungen haben dann gezeigt, daß Polschwankunaen oder iolche der geog1apdi1chen Breite zwar tatsächlich asironomifcb-xiacb- weisbcxr sind. aber einen verhältnismäxi geringen Betrag erreichen, auch eme aanz unregelmäßige Bahn ve: okgién. Größere Wanderungen der Pole sind bisher nicht fieber gestellt und werden von der Wissen- schaft xvobl aucb nicht früher als wahrscheinlich bstracbtet ryerden, bis man Ulchk auch ihren Gründen auf die Spur ekommen ist, die m erheblichen Verschiebungen der Land- und Wa erverteilung auf der Erdoberfläche gefunden werden müßten.
Theater und Musik.
Deutsches Künstlertbeater (Sozietät).
Das Deutsche Künstlertbeater eröffnete am Sonnabend die neue Svielzeit mit einer Neubearbeitung des im Kriegsjahre 1821 im Wallnertbeater gegebenen Volkssiücks „Gewonneye Herzen von Hugo Müller. Friv Friedmann-Fredemckp und xWaltxr Turszinsky hatten die Aufgabe übernonimen, das glte Kriegsstuck zeitgemäß umzugestalten, und sie haben 1115 ihrer mri ZGescbick und Ge1chmack erledigt. Die gewonnenen Herzen, die Hugo Muller damals meinte, waren die unserer süddeutschen Stammesbruder, insbesondere der Bayern; in dem größeren Deutscbiand dyn beute_s1nd es die treu für Deutschland schlagenden Herzen der Elmffer. E1n0 Liebes- und EiseriucbtßgeschiÖte, die firb durch die drei,»?ijkte fortsvmnt, gibt der Handlung. die sich im Elsaß und auf dem .Friegsichauplaß im Osten absvislt, einen einheit1ich0n Zug. Antoine. ein elsa1sicher Bauernguts- [) fißer. der die hübsche Gastwirtstocbter Nanette liebt, wird von_ihr um des preußiicben Oberlehrers Hermann Walter willen, verscbmabx. Auf dem Kriegsnbauplaß treffen sich auf einem Paxroutllengang die beiden Männer wisder, uud Antoine ist drauf und dr_an, 01110 wiehtige Mel- dung zu unterlassen, deren Unkenntnis fiir den deutichsn Truppenteii und auch fiir den verbaßten Nebenbubfer de-n 11160an Untergang bedeuien w1zrde ; aber in dem erregten Wortwkckosel, den er mtt Walter bat, betrgt er das bis dahin sorgsam bebütete Gebeimyis doch. Der edxlmuxi 0 Walter faßt das unfreiwillige Geständnis AntoiniZs als dlknstll : Meldung aufund rettet ihn auf diese Weise daWr, einen Landesverrat zu begeben, der Tausenden das Leben gekostet bci_tte. Damit hat er das Gewiffen des Nebenbublers geweckt und sein Herz gewonnen. Im leisten Art bkinßt Antoine Nanette Kunde Von dem inzwi1chen sch1ver- verwundeten Walter und preist dankbar und warmherzig seinen Helden- sinn und seine Tapferkosit. 91011011 diesxr exnstk-n Handlung, _die [U) ersceulicberiveise sinnlich frei von tbeatecmaßiger RübrseliÉkéit halt, 11110011 sich noch allerhand Humoristische Einlagen, deren räxier ein abentguxrnder Schmierenkomiödcant, eine derbe_ Berliner Köchin und ein österreich11ch0r Keliner sind. Dteyem Kleeblatt sind denn auch die zum Teil recht witzigen. u0u10111ich gefaßten Couplets in den Mund gelegt, denen „Dr. Leopold Schmidt, als 111usik1l1scher Mitakbeiter, Ton und W01se anpaßte. Die Dar- siellung war unter W101) Grunwalds Spielleitung durchw0q zu loben. Die ernsten Rouen lagen in den Händen der sympathischen Kitty Aicbsnbach und der Herren Wiene und Schroth. Der leßtgenannte gab den Antoine 1chlicht, ireuherzig und glaubwürdig. Den Humor vertraten Frau Schneider-Nissen, die_ mit dem Couplet .Die (Garde Von Betlin“ einen siaxken Sonderer-“olq hakte, und die Herren Forest und Gebübc sc'br wirkjam. Herr Gebübr legte außerdem einige Lieder zur Laute ein, die vortrefflich in die Stimmung paßten und stürmischen Beifall berborriefcn.
Tbaliatbeater.
Auch di0 VoikZposse „Kam'rad Männe“ Von J. Kren und G. Okonkowski, mit der das Thaliathexaer am Sonnabend die Winterspielzeit eröffnete. ist im Grunde eine alte Bekannte. Sie bicß vor Jahren „Kanürad Lehmann“ und [»Wie ebenfalls I. Kren zum Hauptverfaffxr. Damals nahm s1ch eine Szene besonders lustig aus, in der ein junger Kaufmann, der nicht den Mut hatte, 121an- gestxhen, daß er dreijähria und nicht alß Einjähria-Freiwilliaer gedient hatte, Von dxr Skite seiner xungen Gattin aeriffen wurde, um ais Reservist seiner militachben Pflicht zu genügen. 0301110 bebt sich der Humor dieser «11110 von ernsiem Hintergrunde ab, denn der Kri-ka ist es, der den Reierv'tsten zu d0n Fahnen ruft. Unter diesen Umständen ,eriavgt er natiirlich leicht die Verzeihung seines bis dahin folQateniemdlichen Schwiegervaters, den die aligemeine datmländixcbe Begeisterung mitreißi und der 111111 stolz auf den SchwiegUsobn st. Dic droliigen Verichbeiten des 1111111011 Mannes, bevor die Mobilmachung ibn wingt, sein (Geheimnis pieiezugebcn, bilden den unterhaltenden nhalt _der Posse, die in erfreulicbcm Gegensav zu manchen anderen dramaiiickyen Erzeugnissen dieser 5111090100 sich yon Albernbßit ebenso freibalt wie voti Rubr- seltgkeit. Ihr Vaterländisckzes Gepräge wurde durch em der_n zweiten Akt geschickt eingefügtes .Kriegöalbum' betont. in dem die Ereigniss der jüngsten Zeit in geschmackdou gestellten lebenden Bildern an den Augen borüberzogen. Bei dem icvten Bilde; „Huldigung Kaiser Wiihelmß' fangen die Zuschquer 'IZSUMÖ' land, Deutschland über aUeS' beYstert mit. Dr: Anfsuhrung dersVoiksvoffe. deren ansprechend: * ufik von Max Winterfeld (bisher Jean Gilbert) berrübrt, führte alie .Oaupthwte 005 Thalia- tbcaters 1115 Treffen. Die Titelrolie spielte Herr Rieck. der 1110 ge- wandter Darsteller und Vortrefflicher Convtctsäng-zr 1101123010! abicbdß. Wer auch alie anderen, insbesondere die D.-1110n Wetckmei 101, Grun- berg, Jnnksr-Sckpaß, R.inecken„ die Herren Sondermann und Zunksr- mann standkn éämtlicb auf dem rechten Maße und 11119011 ihr gut Teil zum Gelingén bei.
Dienstag, wird im Königlicben Opernbanse
Morgen, mit den Damen Tux, Engel] und den Herren
der . reiscbü ', . Srmxtßner. S rve-gler, «Hoffmann, Bachmann, Krasa und Habich 111 den Hauptrolien, aufgeführt. Dirigent ist der Generalniusifdtrektor Blech.
Theater. loYiui. b d . onna en :
Königliaje Zrhanspiele, Dienstag: „„um, Opernhaus. 136. Abonnementsvorsiellung. ;„Deir Zteisithiiß. Z)“?omatÉisiclbe O er. in re e un en zum 0 na dem VolkStnärcheng .Der Freis üs“? von Mitttvocb; Torquato . Kind. Mu k von Karl ara von
eber. M11 kalische Leitung: Herr (““h““- Generalmusikdirektor Bleek). Regie: err Regiffeur Bachmann. Chöre: Herr ro- fesor Nübel. Anfang 7.25 Uhr.
Yéittwoch: Opembaus. 185. Karten- 1: b e a t e r,]
reserveiaß. (175. Schauspielabonnements- FrösebweileréieÉFTYsvJéestixr ZZZ Anfang out *- Alies out! Varnhelm "gen von Hans von Wenßel und Ferd-
vorstellung.) Minna von _ u
oder: Das Soldateugliick. 2111118101 in 91111111 [_
xiiknbeAufzügen von Lessing. Anfang " r.
- lottenbur , DeutschesTheater.(Direkti1-n: Max 8 YZYZJZYZMJWJ- YZF Direktion“? Georg Hartmann.] Dienstag, Reinhardt.] Diene-tag. Abends 7“? Uhr: in fünf Akten (zehn Bildern) von Heinrich Akten von F- von Flotow.
1914 (Szenische: Prolog). Hierauf: . Wallensteins Lager. von Kleist Mittwoch: Hamlet. Donnerstag; Prinz Friedrich von _ßomkmv. 1
"Freitag: Zum ersten Male: Die Picco- *
Kammerspiele.
Dienstag, Abends 8 115er xespeuster. eiu Ruf. a o. Donnerstag und Sonnabend: Weiter- Heiratsuest.
Mittw-nb: Kleiner Krieg. Donnerstag: Zopf und Schwert.
Mittwoch: Grüne Ostern. Dounerötag: Krieg im Frieden.
Maunigfaltiges. Berlin, den 5. Oktober 1914,
Ihre Majestät die Kaiserin und „Köni in besuchte . T. B.“ ufoige mit Ihren Königlichen obeiten der rzogin von , raunschweig und dem Pri en Joachim den
otteedienst in der Nikolaikirche. - Die eilung der Wunde Seiner Kön! lichen Hobett des Prinzen Joachim hat in leßter Zeit solche Forts ritte gemacht, daß bereits Reitversucbe unternommen _werden konnten. Gestern mittag empfing der Prinz den Besuch des Overbofpredigeis 1). Drycmder.
„_W e
Kaninchenfell0 für unsere Krieger. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin regte beim Empfang des Vorstandes des Krie Sausscbuffes für warme Unterkleiduna an, möglichst viel Er- sax toffe für---Wolle zu benußen. Der KriegSausscbuß bat dar- au bin beschlossen, für die Herstellung von Letbbinden Kanincheufelle zu verwenden. Um möglichst bald und recht viel derartige Leibbinden, die von den Sachverständi 011 als äußerst zweckmäßig anerkannt wurden, den Truppen zugeben assim zu können, ist bereits eine große Anzahl von Kaninchenfelien als Liebes- gaben von den Züchtern gespendet worden, und weitere Spenden Werden dringend erbeten. Sofern die LiebeSgaben nicht ausreichen, sollen Kaninchenfelle rok) oder geaerbt auch an 0kauft werden. Die Felle sind an die Sammelstelle, Berlin, ircksenslraße, Stadt- babnbogen 103, einzuliefern. Anfragen und Benachrichtigung über die Absendung der Felie sowie Angebote von verkäuflichen Fellen sind an die Zentralmelde- uud AuskunitssteUe des Roten Kreuzes, Beilin, Reichstag, zu richten. __________
Die zw0ite der Veranstaltungen, mit denen sich die Königliche Technische Hochschule in Cbarlotienbur an der von der Rektoren- konferenz aller Berliner Kochschulen ins Le en gerufenen Reihe vater- ländifcher Vorträge betei igt, wird am DonnerSlag, den 8. d. M., 6 Uhr Abends, wicderum in der Ania der Hochschule stajtfinden. Der Geheime Regierun Skat Professor Dr. Otto N. Wi tt wird über Friedliche Was en in kriegerischer Zeit sprechen. Die Teil- nahme an dem Vortrag ist für jedermann irei.
Um die bon der Presseabteilung des stellvertretenden Generalstabes_ 1118 0119010910 Sammlung yon Kriegs- bildern möglickyjt Voliständig zu gestalten, wird, „W. T. B.“ zufolge, gebkten, ani den Krieg bezügliibe bildliche DarsteUungen (Photo- graphisn, Zeichnungen, Illustrationen aus ausländischen Zeitungen, Karnkatur-n usw.), die in Deutschland nicht veröffentlicht sind, in ein bis zwei Abdrücken 1111 den 11011110111etenden Generalstab 1118 Presse- abteilung, einzusenden. Auf der Rückseite eines jeden BMW oder “auf einem angeklebten Zettel wäre anzugeben: 1)»-Gegenstand der Auf- nahme mit Angabe Von Ort und Zeit; 23 Name und Adresse des
e11131111111111k110n, der die Aufnahme gemacht (11, oder des Befißcrs des ega ws.
Wollsacben für die Truppen. - Die Versorgung unserer im Felde stehenden Truppen mit warmer Unterkleidung könnte in besonderer Weise noch dadurch gefördert werden, daß Sportvereine (Waffersport-, Rasensport-, Wintersport-, Radfahrer-, Jagdvereine usw.) oder deren Mitgli-der die in ihrem Besiß befindlichen WoUsachen, und zwar Jacksn (Siveater), Wxsien, Trikots, Kniewärmer usw. zur Vkriügung stellen. Der Kriegßausfcbuß für Warme Unterkieidung,
"Berlin RM., Reichétagögebäude. bittet, derartige Spenden ibm sofort
zuzusenden und wird dafür Sorge tragen, daß diese durch die nächsten abgehenden Wollzüge an die Tiuppen befördert werden.
Der Stoffwechsel im Unterseeboot. Dix Leistungen eines Unierfeeboois müssen hauptsächlich von der Mogkcbkxit ab- hängig sein. die Besaßur-g längere Zeit troß dem vöiiiqen E1nsch1uß unter Waffer bei Gesundheit und hinreichender köiperlicb-cr und geistiger Frische zu enhalten. Der Erfolg berubt mit anderen Worten aus dem Stoffwechsel im UnterseekoZt. Daiüber haben im [exten Jahre zwei italienische Marincstabxarzte Beobachtungen aus*gefnbtt, indem sie selbst eine 24stündige Fahrt unter Waffer unternahmen 11110 die Beobachtungcn gpgynseing aneinander anfieliten. Die Eip- flüffe cines 24s1ündigen Dünstes unter Wasser fassen die Aerzie 111 foigxnde Süße zusammen: Daz Körpergewicht nimmt 01111013 ab wegen der gesteigerten Ausscheidung von Waffer durch d10„H1111t und die Lungen. C'lust und Vlrdauung bleibkn unbeetntracvttgt und Nahrung kann 11 gewöhniich0n Mengen eingknommen werden. Bei einem der bkid0n 2101th im Unterseeboot zeigten sich geringe Sch1rankungkn in der Verarbeitung der Nahrung und im Wärm1gleichg0wicht des Körpers, während bei dem anderen auch diese aukbiieben. Die Stickstoffausnabme zeigte keine nennenswerte Ver- schiedenheit infolge der Atmung der Luft im geschlossenen Raum“ und ebenso blieb das Koblensioffgleichgkwicht unbeeiraßußt. Das mineralische Gleicbgewiäyt endlich wies einen schwachen Verlust auf, der aber kaum der physischen und chemischen Beschaffenheit der Luft in dem Ver- senkten Unterseeboot zugeschrieben wenden kann. Di01e Untersuchungen, die selbsFV-xrftändliib nicht die einzigen ihrer Art geWLsen sind. haben auf die Entwicklung dieier Waffe einen förderlichen Einfluß ausxzcübt. Obgleich die Luft in einem solchen Fahr- zeug unmöglich ebenso irisch sein kann wie über Waser, so ist innerhalb gewiser Grenzen der Fabrtdaner eine gesundb0itliche Schädigung nicht zu befürchten. In Frankreich war man freilich noch bor wenigen Jahren andérer Meinung obgleich Frankreich doch das klassische "Land dsr Untexseebooie geMsen ist, wo sie ihren ersten modernen Ausbau erfahren haben. Die Witwe eines 1ranzösisch0n Sei'offiziers hatte dort die Bewilligung einer Psnfion beantragt und dafür den Grund angeiübit, daß die Uriacbe der; frühzeitigen Todes ihres Gatten ein zW0ijähriger Dienst auf Unterseebooten 0w0s0n sei. In dem Gesuch Wurde bcbauptet, daß er dadurch eine 1 eumatikcbe Ye'rzbautentzünduna erworben hakte. Das Gerkcbt hat diese Annahme ur berechtigt erklärt und ier Witwe die verlangte Pension zuge- sprochen. Besonders ermutigend kann diese Tatsache auf die weitere Entiwkixkiöm und Betätigung der Unterseebooie iu Frankreick) nicht gewi a en.
Komödienhaus. Dienstag, Abends drei Akten von Hans Gaus.
Mittwoch und Donnerstag: Es brauü Halm. ersten Male: Sonnabend: Das Heiratsuest.
Freitag : Zum Das Pepi
gut -- Anek gut! Männe.
BWmarck- Straße 34-37. Abends 8 Uhr: Martha. Oper in vier Mittw-xh: Tiefland. Donneröta : Die Marketenderiu.
Freitag: idelio. Sonnabend: Der Felbprediger.
1
8 111 E Tukispielhaus. (Friedrichstraße 236.) Gebote"-
1: s braust ein Ruf. Volksstück Diensta , Abends Zi U r: Gra epi. __ Ein Sommernachts- aus den Mobilmachungstagen 1914 in Lustspielg in drei Aktenbaus demf Y YRQ“
1866 von Robert Saudek und Alfred
Mittwoch und folgende Tage: Graf
Thaliatheater. (Direktion: Kren und Schönfeld.) Dienßtag, Abends 8 Uhr: Theater an der Weidendammer Kam'rad Männe.
I illert enter. 0- (Wallner- _ Akten mit Gesang und Tanz von Jean ck h VMM“ MUMM“ Abends 8 Uhr. Kren und Georg Okonkowski. Musik von ,
Ma Winterfeld (Jean Gilbert . Ge- Mittwocb und folgende Tage: Anfang sanaxstexte von Alfred € önfeld. ) Mittwoch und folgende
Deutsches Opernhaus. (Char- “ .
Familiennachrichten.
Verlobt: Frl. Hanni Müller mit rn. Am151ichier Dr. Hans Fischer (Ber in). -- Frl. Charlotte Rupxecht mit Hrn. , Oberleutnant Wilhelm Kaulbach (Pusch- sowie die Ks„ “74. und “75. AUR. wis, Post Malkwtv, Kr. Neumarkt).
Meß, 4. Oktober. (W. T. B.) Im Tornii'ier eines bei Eßtain gefallenen Franzosxn fanden sich zwei Briefe,_ die fur die französische Geistesverfanung recht kennzeichnend smd. Die Kernsiellen (11:5 fdelmt ersten Briefe lauten im AuSzug in deutscher Ueberseyung w e o g :
„Bouzv, 20. August 1914. Meine lieben Onkelß! Bis
Vergnügen gehabt, emen
1th habe 1 noch nit das „]31-11500“ nleFerzumacben. ckAber Ihr könnt Euch darauf
verlassen: sobald wir ins Feuer kommen und ich in guier Deckun
Ziege, werde ich gut zielkn. “Ui, die Freud', wenn ich so em Scheusa
ins Gras beißen sehen iverde. Denn kein Erbarmen mit solchxn Kreaturen; das sind nur Wilde; unsere Verwundeten, die das Ungiuck haben, in ihre Hände zu faÜen werden von ihnen unter grausamen Qualen kait gemacht. Aber we 0 dem, der in unsere Hände fallt! Der wird die Zeche für die anderen bezahlen. Oh, wie sehne ich mich danach, in Deutschland einzumarfcbieren; ich habe mir vorgenommen, in der erstixn deutschen" Stadt in den nächstbesten Iuwelierladen zu geben und mir einige hubsche Pretiosen auSzusucben. Und bevor ich den Laden der- laffe, will ich zwxi blaue Bohnen dem Juwelier in den Schadel jagen. Das soll die französische Münze sein, auf die er nicht mehr herauszugeben braucht. Denn man muß heute in der Tonart reden, wie fi“: Anno 70 mit uns. Ich werde fie schon auSgiebig bedienen; ich habe einige hübsche Zuckerchen in meiner Patronentasche, die ich sie schmecken lasskn werde.“
Wien, 3. Oktober. (W. T. B.) Der Berliiier Bürger- meister Dr. Reickerichtetean den Bürgermeister Weiskirchner nachstehendes Schreiben: . ochverehrte Exzellenz! Nachdem vor einigen Tagen Ihr gütiges cbreiben an mich bereits Von dem Magistrat und den Stadtvxrordneten von Berlin aufs berzli ste erwidert worden ist, möchte ich doch auch persönlich nicht unterla en, Ihnen auch meinerseits treuen Grußzu schicken. Gerade in diesen Tagen solite ja uns Berlinern die Freude blühen, unsere Wiener Freunde in unserer Mitte zu haben, und aus;erechnet heute wäre der Tag ge- wesen, an dem wir fie Abends in feierlichem Bankett im Rathaus be- grüßt hätten. Nun ist es so anders gekqmmen! Aber die Worte, die hkute zu Ihnen hinüberfliegen können, smd die aieicben, die sie hier wiirden zu hören bekommen haben. Aber doch ist es ein Mehr noch. Die treue Waffenbrüderjchaft, von der wir aus ebrliYsier 'Ueberzeugung [10111115 11) mancheSmal an festlich): Tafel spre en durften, sie ist in diesen schweren Zeiten herrlichste Wirklichkeit geworden. An die tapferen österreiéifcben Streiter, die angesichts der enormen rusfischen Ueberwacbt vor 1) schwere Aufgaben gestellt find, denken wir stets nur als an Unsere herzlich geliebien Brüder, die wir mit taniend guten Wünschen und Gedanken auf ihren schweren Wogen begleite» Und nichts könnte uns erwünschter sein, als wenn unsere osiliche'n Truppen, die dureh Vertreibung der Ruffm aus Ostpreußen nun um einiges 'jreier geworden sind, um!) Süden zögen und dort ysreint mit Oeierreicbs außgezeicbnelen Scharen den Femd zum Lande binauSwürfen. Gebe Gott, daß uns recht bald ein solches Scha11spiel beschieden sein möge. Und 1111") 0 111.15 der auf dem Schlacht- ieide iausendfältig bewiesenen Blutgemein?chaft ein immer innigerer Anschluß 111111 Oesterreich und Deutschland als teuer exkaufte Frucht beranreifen! Alles Gute Ihnen, Eu0r Exzellenz ergebenster Dr. Georg Reicke, Bürgermeister.“
Wien, 4. Oktoker. (W.T. B.) In der hiesigen griechischen Kirche fand ein Tedeum Und ein BittgotteSdiensi für den Erfolg der österreichischen Waffen statt. .Der Feier Wohnten auch der grieckoiscbe Gesandte mit den andkren Herren der Gesandt- schaft und d0r griechische Generglkowul bei. Nachdem Tedeum wurde die Volksbymne gesungen und Hochrufe auf den Kaiser Franz Joseph und die Armee angebracht. ______
Krisiiania, 4. Oktober. (W. T. B.) Der norwegisckye Dampfer .Viking' ist gestern vor Irland gescheitert. Die Mannschaft konnte gerettet werd0n.
Malmö, 5. Oktober. (W. T. V.) Die Baltische Aus- stellung winde gestsrn feierlich geschlossen. Troß regnerischen Wetters Waren gegen 60000 Menschen zugegen. Dcr Landeshaupt- mann Delagardie, Vorfißender dcs Aussie'llungskomitees, dankte in seiner Schl11f110de den Firmen, die teilgenommen haben, und schloß 113131 setine-tm Hoch an! König und Vaterland. Abends fand ein Volks- 0 at .
Konstantinopel, 5. Oktober. (W. T. B.) Naék) amilicben Telegrammen trat gestern gegen Mitternacht in V und ur und Sparta, Wilajet Konia, Kleinasien, ein sebr heftiges Erdbeben auf. Weiiere leichte Erdsjöße erfolgten im Laufe des Sonntags. Besonders stark war das Beben in Bundur und Um- gebung. Die aknaue Zabl der Opfer ist noch nicht bekannt, doch glaubt man, daß etwa 2500 Menschen ums Leben gekommen [Lind] ?Die Regierung und dkr Rote Halbmond hach ein Hilfswerk e nge ei et.
Nach Schluß der Redaktion eingegangene D0pesch0n.
Saloniki, 4. Oktober. (W. T. B.) In Zschtip kam e§z1visch0n Einwohnern und serbischen Gendarmen zu einem blutigen Zusammenstoß, da die Einwohner sich weigerten, sick) 111 die serbische Armee einreiben zu lassen. Zahl- reiche Familien fliehen nach Strumißa.
Amsterdam, 5. Oktober. (W. T. B.) Die Deutschen sind aus Saigon ausrgewie en worden. Sie finden auf Java liebrciche Aufnahme. Jn Vuiienzorg hat sich 11 dem Zweck ein Ausschuß gebildet, der zwei Häuser zur AULnahme der Deutschen eingerichtet hat.
(Fortsetzung des Nichtamtlicben in der Ersten Beilage.».
Ein Sohn: Hrn. Re- gierungsreferendar Dr. J. von ißewiß
Hrn. Dr. jur. ibelm akenius (Berlin-Lichterfelde).
Gestorben: Hr. Wirkliche: Geheimer Oberregi-erungßrat und Re ierungs- präsident a. D. OSkar von rns10dt Frumby). - Hr. Oekonomierat Carl “ randt (Berlin). - Fr. Dr. Max Bauer (ckBerlin). - Frl. 5 katie von Bockel-
erg (HaUe a. Saa!e).
abre
VolfSpoffe in drei
Verantwortlicher Redakteur: age: Kain'rad DirektorDr.Tyrol inCharlottenburg.
Verlag der Expedition (K 1) y e) in Berlin. (19382)
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlagsanstalt, Berlin, Wilhelmstraße 32.
Sechs Beilagen
gabe der deutschen Veelustlifteu.
Erste Beilage
zum „„Deutschen Neich9anzeiger und Königlich Preußischen StaatSanzeiger.
.21." 2:34.
Berlin, Montag, den 5. Oktober
1914
Berichte von deutschen (Yetreidebörsen und Fruchtmärkten.
1914 Oktober
Tag Weizen
_ Hauptsächlich gezahlte Preise für 1 1 (1000 kg) in Mark
Roggen Hafer
-« kv ,..- .":
mittel
Breslau . . .
Leipzig . Ulm, Donau Rostock .
Altenburg S.A. . . Hamburg . .
------*W
1914
Köni Oberg 1. Pr. 243 Berln . . . . 247
St 111 . . . . 242 e " 230-241
Kiel - o 1- 1 o o | c ' ' o - . 250
. | o ' ' 1 . o | 246-248 272-274 242-244 235-240
252-253
Weizen
208 *; 204 223 3 219 214 201; 213 218 194-199 235 210 221-223 212-211 280-300 210-212 217-218 ZOLL?) [ * * . 15" ' 11 L)“)"M 200-210 11. E. 1); 228-229 220 223 1
Roggen
“Hafer
231 _ 200-210 210-220 - 250 234-231; -
212 218
W » lx.)
- 242-243
Braugerste Futtergerste
Oktober Bayeristhe Akarktorte
gut
mittel ' gering
mittel * gering 1
! mittel gering gut gering
1
München (Ber. d. Getreideb. u. MüUer) 276 Nördlingen. . . . . . . . . . . 281 . Würzburg . , . . . . . . 255 1 *) (Geringe Zufuhr, zum Teil Saativare.
Berlin, den 5. Oktober 1914.
- k - 230 276 ; 230
203 292 - 225
gut mittel ! gering 1 1 1
! 222 | 220
Kaisxrlicbes Statistisches Amt. D 0 ihr 11 ck.
- 220 270 " 11 214 - '“ ' () 218
199 - 210 206 - [ - 215 218 [ 215 - -
1 .
! 210 220 ] 210 ] k
]
Verkehrswesen.
Die Klag0n iiber die Feldpost.
Die zahlreichen Klagen über verspätete oder 1111111 an- g0k0111m0110 Feldpostbriefe beruhen hauptsächlich darin, daß das Publikum, "an die bißherigo Schn000 und Regel- mäßigkeit deS Postverkebrs in FriedenSzeiten g0wöhnt, sick) znnäcbst sck)1v0r darin finden will, den vöÜig ver- änderten VerbälliiiffM der Gegenwart, die gerade den Post- b0förderUngs-d10nst in besonderem Maße trifft, Rechnung zu tragen. Auch ist bei der Mehrzahl 01110 richtige Vorstellung 11011 dem Wesen und den Schwierigkeiten des, Feldpostbetrieb0S nicbt borhat1d0n und kann 023 woblauch nichtsein. Es erscheint deSbalb notwendig, die Schwierigkeit0n, die sick) bei der Felpost, 1101110111011) in der erst011jZeit nach Ausbruch des Krieges, einem 110101100011 Betriebe entgeg0ns1000n, ausxiihrlich darzulegen. Dab0i 101 hier gleich vorweggenomm011, da die bier und da in 001“ Vrefst. aUSgesprochene Vermutung, als ob die Verzögerungen in 1101 Ueberkimft (zahlreicher Feldpostsendungen auf sparsame 5Tch0r1vendnng von Postp0rsonal zuriickzufiihren seien, irrig ist. DW P0s1110r1valtunq hat im G0genteil, um eine unverzögerte BearbUtimg der Feldpostfendungen in der Heimat zu ermög- [1111011571010 das ist aucb erreicht worden ««- in keiner Weise 11119 (111011011 gespart. „Bedenken wegen des Kräfteaufwands 01111011 1111111 obwalicn, da die Wichtigkeit der Sache alle Mittel 1“0chtf01*11gt“ - so [0111010 001 Leitsatz, den das Reich?:postamt d011Ob01postdirektionen zur Befolgung vorschrieb. Ebenso ist 1101 den Feldpostanstalten, fiir die der Personalbestand schon im 311100011 1111QB0110[1men mit der Militärverwaltnng im einzelnen festgeiegt 111, wbald im Kriege Mehrbedarf hervortrat, durch 2111011100 von Militärpcrsonen oder Personaluachschub 11111101- znglick) fiir genügende Arbeitskräfte 110101111 worden.
In FrtedenSzeiten ist fiir die Beförderung der Post- s01id1111g011 der 110111 Absender angegebene B0stimm1111g§ort maß: 110b0110. Dieser Bestimmungsort fäklt bei den Feldpostsendungen 1111 010 mobilen Truppen weg. Die Sendung soll statt dess0n 010 Y11g0b0 des Arm00korps, der Division, des Regiments, Bataillons usw. des Empfängers tragen. Auf Grund dieser Yiigabmt" muß die Post die Sendungen sortieren und an ihr Ziel" befordern. Die Postverwaltung muß zu dem Zweck zu- 110111111111 und dauernd iiber die Aufstellung und Gliederung des “7501011001021 und also auch dariiber unterrichtet sein, weichem taktischen Verbande jeder einzelne Truppenteil der gesamten b0111sch011fArm00 angehört und welche V0ränderung0n etwa (11101111 0111110ten. Die Unterlagen für diese sogenannte slePostuberstcht xrhält die Postverwaltung von der Militär- verwylrunq. Die_ erste Uebersicht dieser Art nach d0r Mob11machung, die einen Umfang von 60 Druck- 1011011 FOlwformat bat - die 110u0s10 ist bereits über 100 Seiten ?an 1131117 dank angestrengtester und bingebendster Arbeit (1 01 beteiligten Organe bis zum 14.2[11gust fertingcstellt, sodas; Ykimiébr drexVersendung der bis dahin seit Aquruch des 'VUsMW ULT" Publikum ausgelieferten und bei den sogenannten d,“)LsNKUZL st0l1011 aufgespe1cherten 2?Jexldpostbriefe auf Grund
Wsék 5 9 “MM erfOlgen konnte. ie Postsannnelstelien sind 1110136 Werkßerzentralen, die, 18 an der Zahl, im Deutschen ;101ch0 am 5“ *ÜJILYft erriCbtet worden sind und denen sämtliche «WsWUstUUM dk! naheren und weiter01111m00b11ng die bei ihnen lefgeklkjfkkken Fncldpostsendmigen fiir m'obile Truppen zur «)earbeitung szUhkM- Bei den "Vostsammelstellen werden die eingehenden F0ldpostbri0f0 - das sind bei dcr .Ver- [11101 Pxostsammelstel'le täglich na ezu 1/2 Million „_ mit H1_l_10_ 011100 ,znk)l101ch011 Personas durch planvol] 0110- g0suk)1*10_ Sortiermanöver so lange grob und dann fein dux gesiebt,_ bis unier ail den Briefen, Feldpostkarten. Karton- bxie en, Zeitungsbrixfen usw., die ursprünglich zerstreut in vielen Tausenden voti Briefbunden bei den Postsammelstelien exngegangenwaren, sich sämtliche Briefe F1? dieselben Stäbe, fur das_gleiche Balgtllotx und Eskadron er vielen Hunderte 11011 Regimentexn, fur die gleiche Truppenabteilung der zahl- r?kchn Formationen der Verkehrstruppen 11. a. m. „zusammen- gefuziden haben, sodaß diese Sendun 011 dann nicht nur nach ReZtmsntern, sondern auch innerLalb “e_r einzelnen Regimenter a dWataiUonen Batterien, Es adrons, und. Kolonnen abge-
U “bun 011 werden können. Nynmehr kommen alia“ diese Bunde
mit Feldpostbriefen, 010 für dies0lb0 Infanterie; oder Kavailerie- division bestimmt sind, und die d0sbalb der den Postbetrieb fiir diese Division wahrnehmenden Feldpostanstalt zugeben 500011, in die entsprechend gekennzeichnetcn Briefbeutel. AÜW, 111013 bci der Postsammelstelle täglich eing0bt, wird auck) 1ä11lick1 von ihr dergestalt verarbeitet und sogleich abgcsandt. Die Post- sammelstelle ist daher immer glatt. Keine Feldpostsendung, die richtig vom Absender adr0ssieri ist, versäumt bei der Post- sammelstelle. Die B0Uiel mit 11011 Feldpostfendungen 111010011 111111 von der Postsammelsteile ein für 010011101 bestimmten, nahe der“ Grenze am Anfange der Etapp011straß0 belegenen Post- 01111011011, den sogenannten Leitpunkten, zugefiihrt. Hier seßt die eigentlixlx _Tätigkeit der Feldpost ein, der0n Organe die mobilen ZF0ldpqttanytalt0n smd. Jedes Armeekorps hat ein Feldpostamt 01 101110111 (Jeneralkommando sowie je eine Feldpostexpedition beim Stabe jeder Division. Außerdem befindet sich 01110 Feld- postexpedition bei jedem Armeeoberkommando und bei jeder Kavalleriedivision. Mit einem Feldpostamt ist natürlich auch das Große Hauptquartier ausgestattct. Die Feldpostanstalten besorgen den Postannahme- und Ylusgabedienjt fiir die zuge- hörigen Truppenteile.
Riickt eine Armee in Fcindesland vor, so 01111111 sie ihren gesamt011 Nachschub auf den an der heimatlichen «101130 ent- springenden Etappenstraßen. Auf diesen Wegen, die militärischen Etappeninspektio110n unterstht sind, bewegen sicb sämtlichs: M1111itionS-, Proviant- und (1110 anderen militärisch0n TranSporte, 0b011so (incl) di0 Feldpostversande nach und 11011 001“ Armee. Ewe, soweit irgend möglich, r000lmäßi110 Beförderimg dies0r Feldposten berzusieÜen und zu unt01*l)11[1011, biid0t die Aufgabe des: 011101: 100011 Armee zugeteilten A111100p0stdirektors. Damit 01 die Post- versande den jemciligc'n Marsckmuarii010n der F0ldpostanstal10n zuführen kann, muß 01“ von Tag 311 Tag a11f dem sch110l1s1011 W000 durch die Feldpostanstalten über ihre Marscbquartiere vorher unterrichtet werden. Die Fcldpostamstaiten haben zu dem Zwei)? die Marschquartiere rechtzeitig Morgens bei ihrem Diviyionsjmbe beziehungsweist ihrem Generalkommando zu er: fragen und sie dem Armcepostdirektor zu melden. Di0 Befolgung dieser Vorschriften begegnet im Kriege jedoch oft großenHinder- nissen oder wird ganz unmöglich, wenn die Feldpostanstalt jene Mitteilnng 110111 Stabe 11icht erhält, 11101101" fiir sic infolge eines Gefechts 01101 aus anderenGründen vorüb0rg0bend unerreichbar ist, oder weil der Stab bei Auésfübrung _von Gemaltmärschen, wie 015 im jeizigen Kriege zumal bei der Kavalieri0 bisher die große Reg0l gebildet bat, das nächtliche I)iarschquartier überhaupt noch nicht iiberstben kann. Einzelne Divisionen sind im jeßigen Kriege 22 Tage hindurch ständig in Gefechten, Schlachten od0r auf Eilmärscben gewesen, sodaß die zugehörige F0ldpostanstali während dieser ganzen Zeit, wo immer nur biwakiert 11111100, keine Marscbqnartiere nachrück111ärt§1nelden konnte. Dabei waren, wie auch sonst in vielen Fäilen, die rückliegenden Telegrapben- verbindungen entweder unterbrochen oder ausschließlich mit dringen- d0n militärischen Meldungen belegt, sodas; eine Benachrichti- gung des Armeepostdirektors undurchführbar wurde. Das bedeutete aber für die Feldposianstalt eine unter Umständen lang an- dauernde Unterbrechung der Postzufubr, wenn es dem Armee- postdirektor night gelang, die marfchier011d0 Feldpostanstali irgendwie ausmidig zu machen. Vielfach bleibt den Feldpost- versanden nach vergeblichem Hin- und .Herfahren nnr iibrig, unverrichi0ter_ Weise wieder an ihren Urfprungßort zurück- ?ukebrxn. Die großen Vexzögerungen, die die Feldpostsendungen elbst 111 Ostpreußen während der Invasion der Russen erfahren haben, erklären sick) durch die zahlreichen Kämpfe, die großen Eilmärscbe und die wiederholten Ortswechsel unserer Truppen soxvie dadurch, daß in einem weiten Teile dieser Provinz alle Eisenbahnen und Brückenübergänqe vom Feinde zerstört worden waren. So lagen die Verhältnisse hier für die Feldpost kaum anders als in Feindesland; ja es war oft nur unter den größten Schwierigkeiten möglich, iiberhaupt eine Postverbindung für "eine Feldpostanstalt herzustellen.
„Nicht minder schwerwiegend sind für die Beförderung der Postbersande auf den Etappenstraßen die indemiffe, die mili- tärischen Axtordnungxn entspringen. Au den Etappenstraßen müssen natürlich die Munitions-, Verpflegung» und Ver- wundeteniratiSporte unbedingten Vorrang vor dem haben, was nicht zu den unabweisbaren Bedürfnissen der Truppen gehört;
1111311 (11101 31101011 die Feldpostsendungen. Dic Beförd0r1mg der F0ldvost [)at daher in jedem Falle [1111101 0011 Forderungen d0r krieg0rischen Notwendigk0it zurückzust0be11. Wenn deshalb im Kriege die Beförderbng der Feldpost anf einer Etappenlinie sick) 110131511011 oder vorübergeh011d gcmz aufhört, so beruht das nicht in 0in0r unzureichenden Organisaton des Feldpostdienstes, sond01'11 in den gebi0terisch0n Kriegsverbäimiffen.
Als die 01110 Feidpost 11111 1,4. und 15. August von den “iiosisammelstcilcn (] ging in Bayern 11101: die?- aus mili- tärischen 9111101111100 01st drei Woch0n nach der Mobilmachung 1110111101) brauch10 110, da damals ausschließlich die langsam fahrenden :Uiilitärziigc verkehrten, zur Ueberfunft bis an die Grenze 1100111 4 Tagc; die ersten Xeldpostsendungen kamen also dort fast ;; W0ch0n 111111) der Au lieferunq an. Nicht minder groß war 010 Verzögerung für alle die Feldpostsendungen, die di0 111111111011 Trupp011 in der ersten Zeit nach der Mobilmachung wéibrend 110€: Aufmarscbes an ihre AngehörigM auflieferten. Zn wied0rlzolien Bekanntmachungen des Generalquartiermeifters 11011St0inist darauf Hing0mies0n worden, daß diese Sendungen auf Anordnung der oberst011H0010§leitung zurückgehalten worden sind, um don Ans- 11111) Vormarsch unserer Armeen dem Feinde gegeniiber 511001sck1[0ie17n. Die Postverwaltung ihrerseits war natürlich nicht“ befugt 1101001011, iiber dicse Bri0fsperre, die sich 1011100110 bis auf ?; Worben 0111101110, 01111013 zu veröffcntlicben. Inzwischen war bereiicZ i11 weitesten 511011011 0013 PublikumS sowie bei den Truppen im Felde ein allgemeiner Unmille iiber daS Aus; bleiben der Feldpost 511111 Ausbriick) 110k0mmen. Die zur Be: 1111110111111 dcr («5501110101 ergangenen Bekanntmachungen des (130neral11uar1icrmeisters [1011011 aber beim großen Publikum 11111' 01110 11oriib011101101100Wirkung, weil jedermann annahm, daf; 1111111110111 mit cinem Sch111110 der 1101110111110 geregelte R0tricb der Postverwaltung bei ihrer Feldpost einseßen 11111100. D10s0 Annahme 1111110 bcrecbtigt gemcscn, wenn dic. Post 1111111110111“ ibr011Betrieb 1100011111190] und unter 110- 1101011011 Verhältnissen Hätte 0111111111111011 können: das war jedoch k011100m0g§ der Faik Obwohl au§11eriistet mit alien Beförderungsmitteln und dem Personal, das nach der zwischen Post- nndMilitc'irverwaltung vereinbarten Yldposjdienstordmmg fiir den Krieg vorgefcben ist, war es der Feldpost infolge der G0stql111ng der Kriegslagc zunächst nicht möglich, ausschließlich 11111 1111011 .abrzeugen die riesigen Mengen von Feldpostsäcken, die am Lnfang der Eiappenstraßen anf six übergingen, 1100013611011 den F0l0posta11stal10n entgegenzufübren. Die Feld- postdiensiordnung beriicksichtigt zwar auch solche außer- gewöhnlichen Verhältnisse, indem der militärische Etappen- kommapdeur, dem der Betrieb anf der Etappenstraße aus- schließlich 11nterst0llt ist, in solchen Fälien der Feldpost 0119 seinem Militärischen Fuhrpark die nötigen Aushilfs- fabrzeuge zur Verfügung stellen soll. Tatsächlich waren jedoch die TranSportleistungen, die 0011 Etappenbehörden unmittelbar nach unseren erste'n Siegen zu rein militärischen Zwecken oblagen, so außerordentlich groß, daß es in der Hauptsache bei dem guten WiÜen dcr Etappenbebörden, der eldpost auszuhelfen, ver- bleiben, mußte. Die R0ich§postverwa tung brachte nunmehr aus der Heimat eine weitere und seitdem dauernd vermehrte Zahl an Fabrzeugen heran, in erster Linie zahlreiche Kraftwagen. 2ll10111 1'1b01'250 Kraftfahrzeu e, die die Neichßposiverwaltung, um die militärtschen Etappen ebörden von Posttransizorten zu entlasten, „ms Feld sandte, nehmen jth am Postbeförderungs- dienst mtt teil. Der Kraftwagen ist jedoch für die Fxldpost" auch. nicht das Hil Emittel, das sie über alle .Hmdermffe hinwegbringi. Au 01 ist vom Zustande der Straß0n und Brücken und von der Sicherheit der Geaend abhängig; denn er fährt durch Feindesiand, stößt auf unpassier- bare, weil durch Artilierie stark beschädigte Wege und zerstörte Brücken, oder- er darf überhaupt nicht verkehren, weil die thppenstraße unterbro 011 oder sogar durch feindliche Truppen m ihrem Rücken gefähr 01 ist. Postkraftwagen sind bereits im
Kriege mit großer Ladung (300 schwere Vriefsäcke) vekhrannt
oder auch vom Feinde überfallen morden, wobei die Mamu * * schaft erschossen wurde. Was ein' solcher ostwa en 11110111- " “- Leinen an Briefen enthielt, wer so]! das wi en? “ ommen ck01: ie Feldpostbr'iefe nicht an, so sagt das Pu „liknmsßdie W, hgt wieder einmal. versagt. Feldppsten ?:bén im, ;. „ -; nicht bloß dann verioren, wem; sie in d ,' “ W
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