- Sachsen.
Seinx Maje tät der König ist voraestern im Großen Haupequartter ange ommen und hat, wie „W. T. B.“ -meidet, folgenden Armeebefehl erlassen:
Im Augenblick, wv ich auf dem westlichen Kriegsschauplqß eintreffe, drängt es mich, allen Truppen meiner Armee, die m ben ]eßten Monaten an den mit Gottes Hilfe so erfolgreichen Kämpfen der deutschen Armee rubmreicben Anteil aenomtxten haben, meine voUste Anerkennun und meinen wärmsten Königlichen Dank auSzusprecben. Ni tachtend der sehweren Veriuyte haben sie, aetteu der Ueberlieferu unserer Vorfahren, zum Teil in denselben Gegenden wie 1870 71, neue unverwelklicbe Lorbeeren er- worben. Die veränderte Kampfweise, verbunden mit großen Ver- befferungen der Waffen, haben die Truppen aller Waffen, besonders die Infanterie, vor ganz neue Lagen gebracht. Aber deffenungeachtet, haben fie alle im festen Vertrauen auf den Schuß Gottes, des ail- machtigen Lenkers aUer menschlichen (Geschicke, und auf Unsere ge- rechte Sache in freudiger Begeisterung tbre Pfiicht Voll und ganz erfullt. Das Jahr 1914 wird für alle Zeiten ein belixuchtendes Blatt in der Geschichte memer Année bleiben. Der !ieve Gott wtrd uns auch Weiterhin schüsen und uns helfen, unsere schwere Aufgabe zu voUenden. Friedrich August.
Baden.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog ist vor- : gestern in Mülhausen i. E. zum Besuche der in den Lazarxiten liegenden Verwundeten eingetroffen und hat sich dann zu semen in der Feuerlinie liegenden Truppen begeben.
Hamburg.
Die Bürgerschaft hat gestern, wie „W. T. B.“ meldet, auf dringlichen Antrag des Senats weitere 2 Millionen Mark für unvorhergesehene Auggaben bewiÜigt.
Deutsche Kolonien.
Dievom Gouverneur des Schußgebiets Kxiautschou, Kayitän zur See Meyer-Waldeck am 23. August 0. J., er- laßene Proklamation lautet der „Norddeutschen AUgememen Zeitung“ zufolge:
Am 15. August bat Japan Deutschland ein Ultimatum gestellt, _in dem_ die sofortige Zurückziebung oder Entrvaffnung aller deutschen Kriegsjckpiffe des Kreuzergesckowadejs sowie die bedingungslqse Uebergabe Tsingtaus bis zum 15. Ssptembcr gefordert wurde. Frist zur Beantwortung der 23. August, Mitta 9.
Diese unerhörte Zumutun i71 nack) Form und Irx- balt gleichweit beleidigend. !) iemals werdenwir fiet- willig auch nur das kleinste Stück Erde bexgeben', uchr dem die hehre Reichskrieasfiaage webt. Von dieser Statte, die ww mit Liebe und Erfolg seit 17 Jahren zu einem kleinen. Deutschland über See auszugesjalten bemüht waren, woÜen wir nicht Weichen! Will der Gegner Tfingtau haben, so mag er kommen es fich holen. Er wird uns auf unLeren Posten finden! '
Der Angriff auf Tfingiau steht bewor. Gut auSgebtidet und wohl vorbereitet können wir den Gegner mit Ruhe erwarten.. Ick Weiß. daß die Besaßung von Tfingtau fest entschloß? ist, jreu ihrem Fabneneide und eingedenk des Waffenruhmes der ' ater, den Play bis zum äußersten zu halten. Jeder in zähem Widerjtande errungene neue Tag kann die unbereckoenbarsten, giinstigsten Folgen z-itiaen! Zu stolzer Freude gereicht es uns, daß nunmehr auch wir für Kaiser und Reick) fechten diirfen, daß wir nicht dazu verurtLilt smd. tatenlos beiseite zu stehen, während unsere Brüder in der Heimat in schwerem Kampfe sieben. ,
Festungkbesaßung von Tfingtau! Ich erinnere Euch an dte gior- reichen Verteidigungen Kolbergs, Graudenz' und der sch1efi1chen Festungen vor etwas mehr als 100 Jahren. Nehmt Euch diese Helden zum Beispiel! Ich erwarte von Euch, das; ein jeder sein Bestes ber- geben wird, um mit den Kameraden in der Heimat an Tapferkett und jeglicher soldatiscber Tugend zu wetteifern. Wohl find wir jizr Ver- teidigung bestimmt, haltet Euch aber so Vor Augen, daß die Vcr- teidigung nur dann richtig geführt wird, Wenn sie Vom thste des Angriffs erfüllt ist. ' "
Am 18. August babe ich Seiner Majeftat drahtliä) verficheri, ich stehe ein für Pflichterfüüung bis aufs äußerste. Am 19._August habe ich den Allerhöckyften Befehl Seiner Majestat er- halten, Tsingtau bis aufs äußerste _311 vex_t§idigen! Wir Werden Seiner Majestät unserem AlLergnadigsten Kriegsherrn, durch die Tat beweisen, daß wir des in uns gesesten Aliexböchsten Vertrauens würdig sind.
Es lebe Seine Majestät der Kaiser!
Oesterreich-Ungarn.
Jm HochverratSprozeß Princip und Genossen wurde gestern zunächst das Zeugenverhör fortgeseßt; sodann wurden mehrere Broschüren über die Tätigkeit der Narodna Ohbrana und der Sokolvereine verlesen, aus denen s1ch 01-3 Ztel der Vereinstätigkeit die LaSreißung der südslawischenxLänder von der Monarchie und die Vorbereitung des Krwges gegen die Monarchie ergibt. "
Nach dem Bericht des „W. T. V.“ ist aus dbm Acuger-Verbor die protokoliariscbe Aussage des seilbem verstorbenen Zeugen Mt- lanitscb beworzubeben, Welcher wahrend seines Auxentbaits in Belgrad die Verschwörer wiederholt beobachtet hatte, (119 er jedoch seine Wahrnehmungen dem österreichischchngqri1chen Generalkonsul mitteilen wollte, verhaftet, bon Kerker zu Kerker qexcbleppt und schließlicb auf das Polizeikommiffariat geführt wurde, w? der Polizei- präfeft ibm triumphierend einen Zeitunsausschnitt uber die Er- mordung des Thronfolgers zeigte mit den * orten: „Du w-oiitest es Verbindern, aber wir find pfiffiger 019 Du. Zest kommt die Reihe an Oesterreich-Ungarn; wir werden es zertrümmern.“ Viele Zkugen, darunter ein se1b1scher Staatsbabnbeamter, gaben eingehende Auf- klärungen über die Täxigkeit der Narodna Odbrana und der Sokol-
vereine.
Großbritannien und Irland.
Der Erste Lord der Admiralität Churchill hat ein in her?.lichen Ausdrücken qehaltenes Telegramm “an hen 'apanischen Marineminister gesandt, in dem er _chm [eme Wertschäsung für die Energie UUSdrückt, mit der die ]apamsche Flotte die Sache der Verbündeten stüße. In seinexn Antwort- telegramm sxrach der japanische Minister seine tiefe Genug- tuung über ie vollkommene Harmonie aus, die ztmschen den 7 [often der Verbündeten berrsche. Hiexaus gingekbervor, daß
eide das gleiche Ziel verfolgten, das s1e bald erre1chen würden.
Portugal.
Vom „W. T. B.“ verbreiteten ofsiziösen Meldungen zufolge erlitten in der vorgestrigen Nacht Eiseanhn- ulnd Telegraphenverbindungen durch Sabotage eme gewrffe Unterbrechung; ste wurden aber bald wiederhergesteüt. Augen- blicklich herrscht wieder Ordnung in Portugal, außer in Braganza und Mafra, wo Erhebungen versucht wurden,_d1e aber schneU unterdrückt wurden. Der frühere Oberst Adrtano
_ Frankreich.
Durch Regierungßerlaß ist für die Kriegsbauer ein vom HandeiSministerium abhängiges Amt für chemische pnd
harmazeutische Erzeugnisse geschaffen worden. Dxeses Zlmt soll die Herstellung und Verteilung der Erzeugnisse ubex- wachen, eine Untersuchung über die Lagerbestände und dre augenblickliche Vroduktionsfähigkeit in Frankreich ansteYen und versuchen, in Frankreich die Hersteüung von Erzeugmffen zu ermöglichen, welche bisher Monopol_ fremder Staaten waren.
Dänemark.
In den internationalen Gewässern zwischen Nakkehoved und Kullen - Leuchtfeuer, feuerte vorgestern nachm1ttag, wie „W. T. B.“ meldet, ein vorher nicht bemerktes Unterseeboot zwei Torpedos gegen das dänische Uptßrseebbot „Havmanden“, das mit fünf Knoten Geschwmdxkeit uvex Wasser fuhr. Kein Sckmß traf. Das Unterseebot l711,1)rte'd1e Nationalflagge. Ein Unterseeboot Unbekannter Natwnaktät wurde am Nachmittag von Nakkehoved-Leuchtfeuer aus beobachtet. Heute früh trieb am Vorstrande von Nakkehooed em Torp'edo an, der dort explodierte. Den in Frage kommsnden krieg- führenden Mächten ist dieser Vorfall zur Kenntms gebxacht worden mit dem Ersuchen, in Zukunft größere Achtsamkett zu üben. Zu dem Vorfall meldet „Nationaltidende“: Das Unter1eeboot befand sich 7111 gufes Stiick, außerhalb des dänischen Hoheitsgebiets, (W der Ko1nmandant_ plöslicb emen weißen Streifen im Wasser erblickte. Er mar fich sofort 09111er klar, daß dieser von einem Torpedo berrübrte, deffen Kurs denjenrgen des Unter- seeboots kreuzte. Das Boot, das nur mit fünf Seemeilen Geschwindig- keit lies, konnte seinen Kurs nicbt so schnell ändern, und die Besaizung war auf das Schlimmste gefaßt. G10ck1icherwe1se ging das Torpedo Unter dem Kikl des Boots hindurch, ohne Schaden anzurichten. Wenige Minuten später sab der Kommandant wiedkr einen Verkächtigen Schaumstretsen auf dem Wasser, abxr d169mal befand man sich nicht in dex Kurs- richtung des Torpßdos. Das Unterseebook begab sich 101011 auf dänisch-cs Hoheitsgebiet zurück und hielt scharf Aus uck; jedoch war nichts Von einem fremden Unterseeboot zu emdecken, u dsrfeiben Zeit, als die Tmpedoscbüffe abgefeue1t Wurden, Wurde ein Unterseeboot, desen Nationalität nicht erkennbar War, bei Nakkehoved-Leuckot7euer bemerkt.
Wie das oben genannte Telegraphsnbureau von amtlicher Seite erfährt, sind die beiden Schüsse nicht von einem deutschen Fahrzeug abgefeuert worden.
Norwegen.
Wie das Ministerium des Aeußern bekannt gibt, sind alle von England und mit zwei Aitsnahmen alle von Deutschland aufgebrachten norwegischen Schiffe freigegeben woxdxn. Dagegen babe sich die russische Regierung noch nicht_ ofnziell Über die Freigabe der seit Kriegsausbruch in den finnischen Häfen zuriickgcbaltenen norwegischen Schiffe geäußert.
_ Vom 20. Oktober ab ist einer Meldung des „W.T.B.“ zufolge die Ausfuhr von Kautschuk und Enttapercha in Nohzustand verboten.
Türkei.
Der durch einen Kaiserlichen Erlaß vexfaffungsgenzäß fur den 14. November anbera11m10_WiederzMammenirtit pes Parlaments ist mit Riickyicht auf den Krieg um emen Monat verschoben worden.
_ Auf die britische Vorstellung über die fortgeseßtß An- wesenheit deutscher Mannschaften auf türk1schen Kriegssck) issen erwiderte die Pforte dem „Reuterschen Bixreau“ zufolge endgültig, daß dies eins innere Angelegenheit der Türkei sei.
_ Das Blatt „Taswir-i-Efkiar“ veröffentlicht fo,lgenden- von den Ukrainern an die ottomanische Nation ge- richteten Aufrnf:
Rußland, das Von jeer den Traum nährt, Konstantinopel zu erobern, ist der L*nge Femd dcr Turkei, 516 die Dardanellen be'berrscht. Unter d7m Vorwande, die InterLffen der Slawen zu wahren, kämpft Rußland für seine besonderen Jntereffe11„un'd bat fich immer dem Fortschritt und der Erneuerun dcr Turkei ent- geßengesjeüt und jßde Geiegenbeit benutzt, 1 r Verlegsnbeiten zu bereiten. Die Getchichte der politiscben Ereiapiffe auf deam Balkan bat bewiksen, wie fai1ch die angeblich Panflarvismchen Wunsche und Gefühle Rußlands find, wie sehr sie aber die Slarven beemffußt haben. Und Was könnte man 11er d1e innskz Pokiiik Rußlands sagen, das einen 10 großen Teil seiner Bevölksrung mevermxßkln läßt? Die vielen Unterdrückungen und (Grausamkeiien, Veriibt auf _Grund nationaler und religiöser Forderungen, bilden ' einen, Haupt- grundsaxz der Poliiik Rußlan1s. Pf11cht der beutigsn Ziviixsation ist es, ein stcb zu Vcrnichten, das so viel Tyranmr bör- breitst, und seine Beviölkerung aus dsn Keitan key Kneäytschafi zu b?- frcien. Jn_ dieier Richtung um;"? man a1ch das Heil des gsiabrdkten“ Nachbarn Rußkanos sowie dsn rieden Csxr-opas und “2167119 in Be- tracht ziehen. Auch die Siége Ossierreich-Ungarns und Deutsch1an0s haben unter diesem GesicbZSpunkc eine große Bedeutung. Dte Tätigkeit der Türkei erweckt Hoffnungen nicht 510 bei der Vevölkc- rung des türkischen Reichxs, 1011130111 auch 561 den ürken _und Muse1- manen in Rußland, die den Mattern der Tyrannei ausxzsießt sind.
In dem Aufruf wird ferner dargelegt, daß eine .Be- völkerung von 30 MiUionxn Menschen in der schönen Ukrmye, die den Martern der russtjchen Unterdrückung unterworfen ck, Hilfe erwartet, und weiter ÜUSJLfÜhrt:
Jbr Ottomanen kennt uns. Die Gescbicbie hat uns ost zusammen am Schwarzen Meere kämpien sehen. Wir hoffen beute, dicse innige, historisch begründete Verbindung wudec auf- leben ju lassen. Die Ukraine, die nach der Niederlage Rußlanks die Russen auf ibre natürliche nationale Grenze _ und das ist MoSkau _ zurückdrängen wird, wird ihte Freiheit und Unab- bän keit wiedererkangen und ewig mit der Türkei Verbünd-rt bleiben, wi die Vereinigung dieser beiden Kräfte gegen das Moxkowi'tettum unerläßlich ist. Wir begrüßen bon ganzem Herzen jeden Schritt, den die Türkei gegen den Feind tun wird, um die Ukraine zu retten. Die türkische Armee wird in ihren Kämpfen gegen die fremde Regierung und ihren falschen Panslawiswus unsere aufrichtige Liebe finden.
Rumänien. Der früHere Ministerpräsident Sturdza ist “gestern nacht 81 Jahre alt in Bukarest gestorben.
Afrika.
In Alexandrien; ist nach einer Meldung des Pariser „New York Herald“ ein (Frisengericht eingeseßt wurde:), das über den österreichis en Dampfer „Koerber“ und dte dreizehn deutschen Dampfer „Pindos“, „Rostock", „Lautenfels“, „Aenne Rickmers“, „Helgoland", „Gutenxels“, „Baerenfels“, „Derfflinger“, „Werdenfels“, „Naben els“, „Lüßow“, „Annaberg“ und „Gpslar“ befinden wird. Diese vierzehn Dampfer liegen in Port Said und werden nach Alexandrien gebracht werder).
Beca scheint das Haupt der mißlungenen Erhebung zu sein. Er wurde in Braganza festgenommen. *
Kriegsnathfithten.
Westlicher Kriegsschauplaß.
Großes Hauptquartier, 22. Oktober, Vormittags. (W. T. B.) ie Kämpfe am Yserkanal hauern noch fort; elf englische Kriegsschiffe unterstüßten pte feindliche Artillerie. Oestlich Dixmude wurde der Fetnd zurück- geworfen. Auch in Richtung Ypres drangen unsere Truppen erfolgreich vox. Die Kämpe pordwesxlick) und westlich Lille waren fehr erbittert; der emd wrch auf der ganzen Front langsam zurück.
Heftige Angriffe aus Richtung Toul gegen die Höhen südlich Tbiaucourt wurden unter schwersten Ver- lusten fiir die Franzosen zurückgeworfen.
Es ist einwandfrei festgesteUt, daß der_englifche Ad- miral, der das Geschwader vor Ostende befehligt, nur mit Miihe von der Absicht, Ostende zu beschießen, durch die belgische Behörde abgebracht wurde,
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Großes Hauptquartier, 22. Oktober, Vormittags. W. T. B.) Auf dem nordöstlichen Krie0§schauplatz folgen eile unserer Truppen dem weichenden (Gegner in Richtung Ossowiez; mehrere Hundert Gefangene und Maschinengewehre fielen in unsere Hände.
Bei Warschau und in Polen wurde gestern nach dem unentschiedenen Ringen der lthen Tage nicht gekämpft. Die Verhältnisse befinden sich dort noch in der Entwicklung.
Wien, 21. Oktober. (W. T. B.) Amtlich mird verlaut- bart: In dem schweren und hartnäckigcn Angriffe auf die ver- stärkten Stellungen des Windes von Felscztyn bis an die Chaussee östlich Medy a gewannen wir an mehreren Stellen Terrain, während die ru1s1schen Gegenangriffe Nirgends durchzudrinaen vermochten. Vergangene Nacht erftürmten unsere Truppen die Kapellenhöbe nörd- lick) Mi yniec. Südlich Magiera gelang es ihnen schon gestern, Lick) von den eroberten Ortschaften gegen die Höhen vorzuarbeiten. Am Südflügel wird der Kampf hauptsächlich von der ArtiÜerie geführt. Durch weitgehende Anwendung der modernen Feldbefenigung nimmt die Schlacht großenteils den Charakter eines Festungskrieges an. In den Karpathen wurde gestern der Jablonicapafz, der leßte noch von einer russischen Abteilung besth gewesene Uebergang, von uns genommen. Auf ungarischem Boden ist kein Feind mehr. Unstr Vormarsch in der Bukowina erreichte den großen Seretl).
Der Krieg zur See.
London, 22. Oktober. (W. T. B.) Lloyds Agent in Colombo telegraphiert an die Admiraütät, daß die britischen Dampfer „Chilka“, „TroilUS“, „Beumohr“, „Clan Grant“ und der fiir TUSManien bestimmte Bagger „Pon- rabbcl“ von dem deutschen Kreuzer „Emden“ ver1en-kt worLen seien, während der Dampfer „Exford“ gekapert war e.
!!
Kolonialer Kriegézschanplaß.
London, 21. Oktobcr. (W. T. B,) Das „Neukcrscbe Bureau“ meldet cms Tokio von gestern: Das Marinc- minifterium gibt bekannt, daß die Marschall-, Marianen: und Karo1iilen-Jnseln aus militärischen Griinden besth worden sind.
Statistik und Volkswirtschaft.
Entwicklung des BesÖäfkiguugSgrades in (Groß Berlin in der Zeit Vom 3. bis 10. Oktober 1914.
Nach dem Bericht des Statistischen Amtes der Stadt Berlin über den gewerblichen und industriellen Bejciyäfiiqungsgmd in Groß Berlin während der Woche Vom 3. bis zum 10. Oktobcr wiss. ker Bestand an vkrfickperungspfliäytigsn Mitgliedern Von 234 „Kranken- kasjkn (Gros; BeUins Von 933264 auf 947 052, das ist um 13 788 0061.“ ].„48 %, wähtend die Steigerung in dsr VocWOche, in die der in zabireicbkn Fällen den Ablauf der Kündigungsfrist bedeutende Monawbeainn fiel, nur 1550 oder 0,17% betrug. Die dießmal so viel 6eträch11ichere Zunahme des Beschäf1ig11ngsar00€s absr ist auch noch dadurch aus- gezkicbnet, daß dte Uäikerc Entwicklung auf [eiten des ,ibrer in be- sonderem Maße Ökdürstigen weiblichen _G-sjcbiecksts 111391. Selbst absolut ist die' Zunahme bei den Frauen gröjxxr ais bsi den M§n116rnx 7087 gegen 6701, wodurch die Säße Von 1,29 0/0 für das manmiche und 1,71% für das weibliche Gcschlecbt bedingt sind.
Die 28 all emeinen Ortskrank611kassex1,die in der Vor- woche eine AbnaKme dec Zabt der weiblichen Oeschzrfthen (um 2062) zu Verzeicbnen batten, weisen diesmal für das giktche G0schixcht eme Znnabme um 4616 oder 1,51% auf. während die Zahl der mannlichen Mitglieder um 2923 oder 1,05 0/0 sich erhöhte. “Insbesondere belief Reb die Steigerung bei der Berliner aUgemeinen Oriskrankenkaffe auf 2231 oder 1,53 0/0 beim männlichen und au13372 oder 2,09% beim weib- lichen Geschlecht. Sehr beachtenswext find auch die Vexanremngen bei den gewerblich gegliederten Krankenraksen, und es kann vielleicht als ein Anzeichen allgemeineren WiedemWacbens dex "Kauf- just gedeutet Werden, wenn in den Waren- und Kausbausern 150 männliche und 709 Weibliche. im ganzen 859 §Yersonen oder 5,22 0/0 am Ende der Betichlswoche mehr beschaftigt waren als an deren Anfang. Unie1st1ichen zu Werden „Verdient auch die (Entwicklung in der M*elall- und Maschinemndusjrie, die ein Ykebr von 1738 männlichen und 627 weiblichen, zusammen 2365 Personen oder 1,73 0/0 zeigt. Verhältnismäßig sogar noch größer ist die Zunahme in der Industrie der Nahrungs- und Genusz- mitteT, in der durch Neueinstellungen eme Erhöhung dis vorwöchigen Bestandes um 111 männliche und 510 weibliche, zusammen um 621 Versickoerungsvflichtige oder 2,75 % eingetreten ist; sie entfält auf die Schokoladefabrikation, die der umfangreichen Nachfrage der Spender Von Liebesgaben an unsere im Felde stehenden Krieger zu
enügen hatte. Auf Kriegsbedarf weist aueh die, 4,96 % betragenke jei erung in der Textilindustrie bin. Wesentlich nur dit; Holz- indu trie blieb von der !o erfreulichen Entwicklung auskesckolosjen.
Bei 41 Fachverbänden der freien GeWerk chaften betruq die Zahl der Arbeitslosen am 12. Oktober 32 646 gegen 34386 am 5. Oktober. Auch hier ist also die Enxwicklung_im ganzen durch eine Abnahme der Arbeitslosenzahl bezeichnet, sie belauft sich an? 725 bei den Metallarbeitern auf 361 bei denTtansportarbeitern- au 116 bei den Hutmackpern, auf 66 bei den Mautern, auf 53, bei den Pußern und Stukkateuren, auf 192 bei den Bauarbeitern jeder Art. Das
Endergebnis ist eine Abnahme um 1740 oder 5,060/0.
klär U U 0 erlassen,:
Die Bli schäden an Kirchen, Türmen. Müblen und Schornste nen in Preußen in den Jahren 1904 bis 1912.
Das preußische Statistische Landeöamt bat im Jahre 1905 zum ersten Male eine eingehende Bearbeitung dieses Themas bezw. der “Frage, in welchem Grade die „höchsten Spitzen“ stärker durch Blis- 7chlag gefährdet sind als gewöbniiche Gebäude miulerer Höhe, vor- genommext und_veröffentlicht. Es waren damals die Jahre 1885 bis 1903 berucksichngt worden, und das Ergebnis War das folgende:
.. S aden an, Blißsiblage Immobilcihar Mobiliar Kirchen - 579
939 200.46. 150 500.“ Türme . . - . . . 266 268 500 „ 12 800 „ 9119111911 . . . . . . . 565 1566400 „ 162200 , Schornsteine . . . . . 62
59600 „ 500 . zusammen . . 1472
, 2833 700 „ 326000 „ Jahresdurcbscbmtt . . . . 77,5 149100 „ 17 200 „.
Nynmebr hat das Statistische Landesamt die in den 9 Jahre 1904 W 1912 eingetretenen Vltvschäden cm Kirchen, Türmen, Mühlen und Schornstxinen einer gleichen Betrachtung unterzogen und die neuen Ergebnisse, gesondert nacb zündenden und kalten Blißschiägen, „(;ck Jmmobiliar- und Mobiliarschäden, in tabellarischsr Form in der „Stat. Korr. veröffent1icht. Aus dieser Tabelle lassen sich die folgenden Gesamtzablen berechnen:
Kirchen Schaden an
M ü !) le 11 Schaden an
BULWläge Immobiliar Immobiliar
Mobiliar
ZT Jmm'oblliar
ck
& Y Z Mobiliar C“»
| I Mobiliar
53 416 15 269
2 443 23 665 74 595
„46 2 106 20 57 797 34 526 50 104 775 22 973 ' " 32 46 770 50 557 44 101731 16 180 47 168 717 3310 19 81801 9119 20 225 _ 48 84 322 28 688 34 759 7190 12 43 114 670 7543 _ 9 14113 2098
192 179 1.4 786 281 803 140 209 963
- 57 981 * 197 410 90 923 15 553 2801 93 978 19581 76 388 7 348 31 525 2 133 41 298 1 773 25 810 5 820 37 692 12 361 15
577 635 147 732
Schornsteine L“: Schaden an
:e: ' Immobi- NZ,?“
[iar [iar
„M ““ ck16 c/FÉ
1904 4 551 _ 55 122 435 60 929 1905 12 468 _ 179 349 179 113 390 1906 10 690 15 126 95 986 2 963 1907 4 408 70 106 250 674 43 416 1908 11 490 _ 139 272 775 82 116 1909 3 557 _ 71 120193 11 252 1910 15 020 _ 168 160 865 30 461 1911 4 839 _ 89 105 522 13 680 1912 2 289 _ 66 61637 14 459
zusammen 136 69 312 185 999 1642 266 372 666.
Das Ergebnis ür die 9 abre 1904_1912 ü JahreleUTÖZénittxxx ll f I f brt zu dem folgenden nza der ä e chädigenderB1i iäe . 111, Betrag des Schadens an Isch .; Mobiliar. . . . 41400 „46 Jmmobiliar. . . . 182500 „., Der Gesamtsckoadenbetrag hat fich also gegenüber dem Er ?bnis ür die Jahre 1885 bis „1903 um rund Z Vermehrt, was zum i]Tfnl cfmf die im Laufe dex Zett eingetretene Steigerung der Werte der Baulich- kettxn, zum, Ten! wohl auch auf die genauers Aufzeichnung zuriick- zufiihren sem diirfte; ob ein tatsächliches Ansteigen der Blißgefahr stattgefunden hat, ist fraglich. Sicher ist nur. daß die Statistik nach wie Vor , eine ganz unzweifelhaft stärkere Gefährdung der bock)- tagenden Vau1tchkeiten nachweist, eine Gefährdung, 516, wie früher,
das 8' bis ]4fach€ gegenüber dcr Géä ?) d . betragen _dürfte. 7 hr ung ec “"d“?“ BÜUÜMUW
*) x_- O O
überhaupt Schaden an
Immobiliar Mobiliar
Kunst und Wissenschaft.
Unter dem Name-n .Kulturbunb deutscher Gelehrter und Kunstler' bat fich im Anschluß an die Bestrebungen, die den anch an diescr'Sie'lle wiedergeaebsnen „Protest an die Kulturwelt“ vbranlaßt haben, eme große Anzahl beworragender Vkrtteter von .,511mst und Wtffenschaft Vereinigt, um durch dauernde Verbindung mit tbren Berufsxzenossen unkz Freunden im neutrale-n Ausland den mit Vorbedackztausgestreuten Lugen'underbsßunaen unserer Rinde entgegen- Eireten. Jener Pr_otest, der in zehn Sprachen überseyt wurde und in Laufenden yon Briesch sginen Weg in die neutralen Länder akfuwden bat, ist, wie Viele Ruckaußerunaen b€weisen, nicht ohne aufklärende 11_nd umstimmende Wirkung geblieben. Nun kommt es 5010111 an, diese Wirkung zu erhalten und zu Vertiefen, indcm unsere Künstier und Gelehrten ihren Berufsgenoffen ihre Hilfe behufs FeststeUung der Wahrheit zur Verfuaung halten und von ihnen Anregung und guten Rat erbitten. quei wird besonders darauf Bedacht ge- yommen werden, daß dies in einer Weise geschikbt, _die Von uberredender Zudringitckpkeit ebenso weit entfernt ist wie von lqschem Gewährenlassen. Daß durch gutgemeinie, aber ver- snmmend wirkende BelehrungsVersuche bereits viel gesündigt worden ist, steht außer Zweifel. Hier aufbeffernd einzugreifen, ist die Aufgabe des .Ku1turbundes', der fich bereits zu einer festen Onrganisation entwickelt hat und Mitglieder aller deutscbkn Uniberfitaten und Akademien in fich schiicßt. Die Geschäfts- !121112 des „KulturbundeS' bsfindet sich im Gebäude der Akademie der Pissenschaften, Berlin U97. 7, Unter den Linden 38. Den Vorsis fuhrt der §Il„nato"m der Berliner Universität, Profkssor Waldeyer. Dem .Geschaftsfubrenden AuSichuß' gehören neben dem Vorfißenden 911: Wilhelm Von Bode, Ludwi Fulda, Ernst von Ibne, Profesor ;Max Liebermann, Professqr ram Von Liszt, Professor Ludwig 5Manzel, Professor Adolf Yitetbe, Professor Max Planck, Dr. Georg zKeicke, Professor Gustav Roethe, ermann Sudermann, Professor August von Wassermann. Ihr Einver tändnis mit den Bestrebun en der neuen Vereinigung haben bisher bereits erklärt: Die ständigen Se retäre der Akademie dxr Wissenschaften Professoren Planck, Roetbe und Waldeyer; Ferner 5er Prafident der Akademie der Künste Professor Manzel, und Aer Prasident der Akademie des Bauwesens, Hinckeldevn, ferner Emil Bbderhalden. von Behring, Au . Bier, Theodor Boveri Heinrich Erunner, Vinzenz Czerny, von efregger, Wilhelm Dörpéeld. Paul Hbrlicb, Wilb- Erb, Albert Grünwedel, Ernst Haeckel, Gerhart BUZPtmann, OIcar und Richard Hertwig, Adolph vvn Hildebrand lebkéig offmann, Engelbert Humveyßknck. Arthur Kampf. Iosevs Rauer“ aul Laband Karl Lambrecht, Paul Meyerbeim, Friedr. Scthm, 91217177 (YFU, T93811Y.T1Ystwald,L AlioisTRilelkkl, KZT“! LuÖwig
„ m, an oma, ous ua on 1 . 1), Adolf Wagner, Siegfr. Wagner, Wilh. Wundt u. a. , ck ß
Die Lebrer an den deutschen Unibersktäien und o - schltlen haben, wie hiesige Zeitungen meiden, diefolgendZHEÉ-
„Wir Lehrer an Deutschlands Universitäten und Hochschulen dienen der Wiffenschajt und treiben ein Werk des Friedens. Aber es erfüllt uns mit Entrustung, daß die Feinde Deutschlands, England an der Spitze, angebjtch zu uniern Gunsten einen Gegensaß machen wollen zwischen dem Gifte, der deutschen Wissenschaft und dem, was sie den preußxschen Militamsmus nennen. In dem deutschen Heere ist kein anderer Geist als in dem deutschen Volke, denn beide sind eins, und wir 856an auch dazu. Unser Heer pßegt auch die Wissen- schaft und dan t tbr nicht zum wenigsten seine Leistungen. Der Dienst Zn,.Oeere macht uknsere'Iuaend tüchtig auch für alle Werke des Hklkdens, auch fur „die' Wiffen1chaft. Denn er erzieht sie zu selbstenxsxgendn Pflichtireue und verleiht ihr das Selbst- bewußtietn „urid das Ebrgefübl des wahrhaft freien Mannes, der swb Wtutg dem Ganzen unterordnet. Dieser Geist lebt nicht nur in Preußen, sondern ist derselbe in allen Landen deö_ Deutschen Reiches. Er ist der gleickpe in Krieg und Fxtsden. Jyßt s191)"t unssr Heer im Kampfe für Deutschlanks Frei- bett und damit 1117 Me Güter des Friedens und der Gesittunq nicht nur in Deutsch1and. Unser Glaube ist, daß für die ganze,.Kultur E_urov„as das Heil an dem Siege hängt, den der deutsche .MibtariSmus erkgmpfen wird, die Manneszucbt, die Treue, der Opfermut bes eintracbttgen freien deutschen Volkes.“
Zablxexcben Hochschullehrern konnte diese Erklärung nicbt zur Unterschrift Voxaelegt Werden, weil fie im Fkld? stehen. Zu beziehen 111 716 Vom K4iser-Wilbeltn-Dank, Berlin 127. 35, lottivellstraßa 3. Prets 30 „5. Der Erlös dient Vaterländischen Zwe en.
In BLM Gebäude Berlin 18917. 40, JuVaiidenstraße 5760 in ka 1eit dem Jabrß 1899 jährlich Fortbildungskurse für Leb/rer, der )katurwissenscbafterx abgehalten worden find, isi jcßt eine amtliche Zent'ralstelle fur den naturwissens aftlicben Unterricht eingerichtet iporden. Dieser Anstalt soll die orbereitung und Leitung der naturrvtffensckpaftiikchcn Fortbildungskurfe für die Lehrer und Lebrsrinnen an detx hoheren Lehranstalten sowie der Seminar- und Prärzarandeplebrer m Preußsn, insbesondere 111Gr0ß Berlin, obliegen. Daruber bmsaus soll sie in Zukunft auch als Prüfungs- und Aus- kunftssteüe “sur natubwiffenscbaftlicbe bermittel dienen. Daher wird ße die' von der Prwqten Lehrmittelindustrie dargebotenen neuen UntertickptSMittxl auf ihre Brauchbarkeit bin prüfen und so auf dtese Indusxne 7111611 fördernden Einfluß auszuüben suchen. Auf Grund ihrer Arbsiten wird fie den Lehrern und Lyhrerinnen an aller) preußischen Schulen die Möglichkeit „bieten, die für den mathe- mattsch-rxaturwi“ffenschaft[ichen Unterricht vorhandenen Lehrmittel, sowett die bestehenden Sammlungen es gestatten, in ihrer Hxndbabung zu unterrichtlicher Verwerxung unmittelbar kennen zu lernen und zu erproben. DeSgleichen wurd fie auf Anfragen bin bei der neuen Einrichtung naturwissenschaft1icher Lebrzimmer und Sammlungen Rat Z'rteilen und'duxck) Aufstslwng geeigneter Verzeichnise daraufhin mitrmrksn, das; die fur nene Einrichtungkn und für die Erweiterung der Lebrmittejsammlungen auSgeierenen etatSmäßigen Mittel in ziveckmaß1ger Wctse bsrwendet Werden.
Rektor xind Skirat der Technischsn Hochschuke in HannoVer haben auf einstimmigen Antrag der Abteilung Maschineningenieur- Wesen, ken siegreichen Beiagsrer Von Antwerpen, General bsc Jn- sanierte Hans Hartwig 1) on Baseler, zum Dr.-Jng. ebren - ha [5 e r ernannt.
Wie „W. T. V.“ meldct, ist mit Genebmkgung Seiner Köni - liÖe-n HoHert des Prinzen Johann Georg Von Sachsen, der für 576 Dauer der Abw_esenbeit Sktner Majestät des Könißs mit der Führung der Staatsgeschafte beauftragt ist, dsr Maler Ferdinand Hodler aus Genf weaen seinsr bekannten deutschfcind1ichen Haltung aus der Liste der Mitglieder der Akademie der bildenden Künste in Dresden gestrichen worden.
Literatur.
_ _ Das 2. Kriegsbeft der Internationalen MonatSscbrift fur Wifsenjcbaft, Kunst und Technik (begründet von Friedrich Althoff, beraußaegeben im Verlag von B. G. Teubner in Leipzig von Max Corniceiius)_entbä1t an erster Stelle einen gedankenreicben und Warmherzigen Aufjajz von Guztav Roetbe über deutsche Art und, deutschen Krieg. In dem uns aufgezwungenen Krieg, dessen Ent- schßidungen wir im Vertrauen auf unsyr Heer und die moralischen Krafte xde's deutschIn Volks mit Zuberfickßt entgegenseben, hat sich, fuhrt Iwetbe etwa (1119, neben dem Vaterlandsaefübl die deutsche Staatsgesinmtpg Herausgebiidet. Wir kämpfen gegkn eine feindliche 213616 die m1t Zuge und Trug aeaen ubs vorgkbt. Das deutsche Volksideal sei dagegen „6th .Wabrbaftigkeit und Treue“ aewesen. „Wahrhaft und treu“: djevDevise beherrscht die ganze deutsche Neuzeit; .Standhaft und ter' beißt fie bei Fischart; fie klingt durch in Fichtes „Urvoik', m dem er unschuldige, ursprüngliche Naiarkräfte 1115117; .Das ist dcs Deutschen Vaterland, wo Eibe schwört der Druck der Hand, wo Treue 5811 vom Auge blitzt“, so faßt es Arndt; täglich bHr'en wir fingkn vom „„Deutschen, bieder, fromm und stark“, der die beiltaeLandc-sxnark b-schuyi. .Das unberzagte Rot, das unbcflsckte Wkiß, das treu besjand'ge Schwarz behält den besten Preis!" so demet Aßtyann yon Abscbaz dre keuticben Farben: „Tupfer, wabr, Neu“ _ urizabligß Zeugen 11891711 fich aufrufen. .Géwal ige Er'chütkerungen, wre dieser Krieg, tklßkn manche umschleiernde inedenObUUe von den Herzen. In der Wundervollen Einfalt und Einheit nationalen Empfindens, wie wir fie jest erlebt haben, treten jene Züge ,wabrhast, treu, tode-mutig“ ais das selbstgewählte und not- wcxndige Ur- und Vorbild dkutscber Art ergreifend heraus. Die gewissenhafte Treue hat der deutschen Wissenschaft wie dem deglicbcn Heer'mapcbmal ein überlegc-nes Lächeln und Achselzuck-n uber Pekanterte tingctragen. Die furiose Leidenschaft uns'ereszPques, unserer Ueberzeuguna hat oft genug das rechte und fchone „11107; gefvrkngt. Jkne drei Gaben haben un1e1e geistige Leichtigke1t und Beweglichkeit, haben Esprit und Anmut und auch wichtigere formale, kunstleriscbe Vorzüge start beeinträäztigt. Und doch: w_ir wollen in dicker Stunde mit ihnen zufrieden sein. Daß wir fur d1e Wabxbeit gegen die Lüge streiten, lehrt uns jeder Tag. und damit kampfen wir für die echte lebendi e und lebenspendßnde Kultur, nicht nur nach Ostkkt, sondern an nach Westen. Die Kraft der Treue, die uns ichon aus dem ältesten rsicbeten Zeugnis unserer Geschichte anblickt. wird uns ausbarren la en auf un'erem Posten, wie lange und drohend aueh die Wage schwan & Die wenig beweglichen, aber darum tief bewegten Menschen find in Clause- wiß Augen die zum Kriege im höchsten Sinne Berufenen. Und uns begleitet in aUem fu1ch1baren Ernst der Gegenrvart und Zukunit Fichtes zugleich vertrauendes und mabnendes Wort: „Charakter haben und deutsch seinisi obne Zweifelqgleixbbedeutend.“ Zugleich wendet chRoetbe ge en die ?roße und vkrbangmsvolie Torheit den „Militar smuS“, die r- ani ation des kriegerischen Geistes 5er Deutschen, in Gegensatz zu bret wiffenschaftli en, künstlertscb'en und sittlichen Kultur zu bringen. Gerade in der Ein eit beider Seiten liege die deutsche Kraft. Und das bestätigen auch die anderen Führer deutscher Wiffenstbaft, die in dem Heft das Wortergreifen, ein U. von Wilamowiy -Möslen dorf, em W.Bode, Hin Hermann Dieis. Siedürfenmitvollem Recht darauf hinweixen, daß wir es stets gerne sind und sem werden, die das Tunier wahrer Kultur hochhalten. Das Heft bietet aber auch einen s önen Beweis, für die„innere Einheit unseres Volkes in diesen Z-iten. Katholische und protestanüsche.Theologen betonen Vereint Deutschlands Recht in diesem Krieg. Der Bonner katholxscbe Theologe HeZUrich Scßrörs bezeu t: .Militaristiscb waren wtr nie, aber den Nustungen für den Fall der ot und in dem uns aufgedrungenen Kamyfc haben wir begeistert „zugestimmt, ohne in den geringsten Widerstreit mit den brern unserer Kirche zu *geraten. Zwikcben den deutschen “katbölifrben Theologen
Verbältnis. Von nationaler Abneiaung kann daber bei uns nk t im euiferntesten die Rede sei:]. Ein Sie.: Rußlands aber müßt?!y von unberechenbaren Folgen fur die WeilsteUung des römischen Katholi- ziSmus werden.“ Es sei darum schwer zu v-rsieben, ,wie der franzö- fische Klerus,)“ .snb sonst durch seine rdmi!ch-kirch!iche Gekxnnung ausseicbnet, fax die Bundeßgenoffenschaft mit dem Molkowitertum fich begeistern könne. Und auch der Berliner protestantische Theologe Adolf Deißmann, der es begrüßt, welch ungeheure, ruhenden Seelenkräfte der Weltkrieg in unserem Volk entbunden bat, bezeugt unser Recht in diesem Krt-ae. „Mit Bewußtsein und mit gutem_ Gewissen nenne ick) unser Nibelungenringen heilig, und wäre es_ uberhatzvt notWendig, daß irgendein än siliches Gewissen ge,!tärkt wurde, ich möchte ihm diesen Be?chtigerdienst- gern leisten. Aber ixb babe ' noch keine Angst vor der Verant- wortung f11r dtesen Krieg bei uns gesehen; denn nicht iyir haben die Verantwortung zu tragen." An wem die Hauptsäould liegt, das sprechen der greife Führer der deutschen Philosophie Wil- Helm Wurzdt und der Berliner Theologe Julius Kaftan in thren Beitragen „England und der K1ieg“ und „Wider England“ aus. Der Historiker Dietrich Schäfer und der Geograph E bon Drygalski endlick) p1üfen Deutjchlands Stellung vom Standyunkt tbker Wéffsnicbaft aus. Zene'r üeht uns an einem Wendepunkte der Weltgeschichte . .Die Geschichte aber wil] in diesen schickjalsschrveren Tagen ibr Werk an unserem Volke Voilbringen. Sie w1[1 es in seinem ganzen vollen Umfan (: zux festen Grundlage mitteieuropäiscber Kultur ausgestglten, in der taatitchen Doppeltorm, in der es bisher bestand, aber fur aUeNZeiten geeinißt in seiner internationalen Stellung 11715 in den uberlixferten le endiaen Beziehungen zu den kleineren osilichen Nachbarvölkern, die 05111? Gefährdung ihrer Lebéns- bedingungen in keine andere Gesamtbürgfckyaft eintreten können. Dxr uns aufgezmmgene Kampf aber führt Mitteleuropa einer rerchen Zukunft entgegen. Ssine 501113 Unabhängigkeit ist und bleibt eine der unerlaßltchsten Vorausseßungen alier abendländischen, aller Weltkultur.“ Und de'r Geb.;rayb zeigt, wie wir heute wieder in dem jahrtausendaltcn ngen um die Behauptung unserer Grenzen 11115 unskrer Kultur stehen, gegenüber unseten Feinden, bei denen sich 516 verschiedensten Kulturen mit ihren ganz verschiedenen Grundlagen und Zielen zusamm-ngetau haben, um ein einheitliches großes Kuitur- werk und seinen Träger nz vernichten. „Hier steht nicht Ziel geaen Ziel, syndern eine Vielbett von kleinen und divergierenden Wünfckpen gexzen em großes, geschlossenes, klar erkennbares Streben. Und darum ZZYeYaYnÉÜerdkn 1813? siletgen u:;d können nicht untergehen. Dssbalb () er- un 11 urgew tre, das 6 en uns te t, starken deutschen Feijen zerscheUen.“ g g s b an dem
Verkehrswesen.
Nach einer bierber gelangten Mitteilun md die m't [) m nickZerlandisckpen Dampfer ,Tamborag' s'(ab Baia8ia (Tm Z(Z- 3310 nach Rottsrdgm) beförderten Briefposten von Nieder- 7397335537171? tn tf'urBDsTu H s FHTW MLT Veranlassung der fran-
, aratnsre e ana mtworde. U Weitere Schicksal der Posten ist nichts bZkannt. 71 eher das
_ Die Spurweite der Eisenbahnen und ibre Bedeutun fur den Krieg. Bei der, Wiederbersteilung des Eikenbabnverkeer m erobexten Gebieten ist die Spurweite der Linien von großem Ein- fsuß. Eine Strecke, deren Gleise denselben Abstand haben wie die des "heimischen Erkenbabnneßes können nach Ergänzung der enva zersiorten Teile sofort unisr Benutzuua des eigenen rollenden Materials in Betrieb geseyr werden, während Strecken von anderer Spurweite einen mehr oder weniger umständlichen Umbau beandvruchen. Daher haben'grade die m voliti1chem Gegenjas beßndlicben Länder Wert auf eme abweichende Spurwxite gelegt, damit ein eingedrungener. Feind die Ease'nbabnen nicht leicht für seine „Zwecke yer- wertczi kann; Dae Normalspur, die in Deutschland und auf den wickytmsien Lmien der andern Großstaaicn die Eisenbahnen beherrscht, erleidef infolgedessen zahlreiche YaSnabmen, deren Bedeutung sich in diesem Kcreg sowohl auf dem östlichen wie auf dem westlichen Kriegs- scbauplaß bersrts gezeigt bat. Die Normalspur, die durch den Wiener Kongxes; festgesteüt wurde, Hat einen Schienenabstand von 1,435 m, darf jedoch „nach he'den Semen bin von diesem Betrag einige Zenti- meter abweichen. Rußland hat aus strategischen Gründen seinen Haupteisenbabnen ein1chlteßlich des großen Schienenwegs durch Sibirien eme größere Spurwetxe bon 1,524 m gegeben. (Größere Spurweiten befißen m Europa 0111;erdem nur noch Jriand mit 1,6, Spanien und Portugai mit 1,678 1.11. Geleaentlicb smd noch größere Spurweiten emvfoblen worden, da dann der Lauf der Wagkn umso s1cherer und ruhiger isi, ihnen auch eine größere Geräumigicit ge- geben wxrden kann. Dennoch findet diese Riickficht ibre Gfenzen in der Steigerung dcr_Anlagekosten der Eisenbahnen und in der Not- wenYigkktt, dis Krummungen des Schienenwegs noch mehr einzu- schmnken. Schr große „Spurwkiten baben außer den genannten Landern „nur noch Gebiete außsrbalb Europas 55111719 gewählt, wo ein Anschluß a'n Ngckpbarlander und ein dadurch bedingter Durchgangvaebr n1cht m Frage steht. Wie in Britisch Indien, in Stam , imd in 1211112111 Teil der Südamerikanischen Staaten. Die Veretmgten_ Staaten haben gleichfalls die für Eurova ver- 8111110116 Normaltpur angenommen. Kleinkre Spurweijkn sind [10116 er bxrtreten, und zivar fast iiberall neben der Normalwixr für die * ahnen zweiter Ordnung (Sekundärbabnen). Man spricht dann auch yon Scbtnalivurbabnep, bie bauplsäcblick: dort angenommen find, TW" ck W die neue (_Fpschiteßung von Landschaften ankommt, und mit .)Tucks'xäzt auf die Un11chexbett dk's (Erfolgs zunächst möglicbsie Spar- samkeit beobachtet werden soll. Die Schmalspurbahnen in Nord- belgien, Großbritannien und Rußland haben ebenso wie in Hannd unk? Skandinavien, auße'rbaib Europas ferner in Japan und in einigen afnknnischen Sebußgebtexen einen Schienenabstand von 1,067 m. Genau ] m mißt er im anderen Teil von Belgien, in Frankreich, Däne- mark, in der Schweiz und Italien, auch auf manchen Strecket1d69rusßschen Eisenbahnnetzes un-d auf Nebenstrecken in Soanien und Porta al. Dieselbe „metrische Spurweite ixt in der Mehrzahl der frans'ofis en Kolonien und in einem großen „Teil Britisch Indiens und Süd- amerikas angenommen worden. Sie zählt eigentlich noch nieht zu den Säxmalspuren, von denen sich im einzrlnen noch 7 Stuien unter- jchetden lassen, die znZiscbenN 85 und 060111 liegkn. Im allgemeinen tsi cs einfacher. auf eme großere Spurweite überzugehen. da sich dann eine dritte Schiene verlegen läßt, auf der die schmaleren Bahnenibren Yastfinden. Außerdem hat man de:: Ausweg. die Wagen auf ein anderes
sengesiell von der entsprechenden Spurweitezuseßen, was aber glei - fa 9 beim UeberTang von emer weiteren auf eine en ere Spur me?: Schwieri keiten ereit-t als umgekehrt. Die Scha ung des gro - AML? daun? xm SFerkebzs defrdeurZTäiscblein Expreßzüge bat daxxr , urwe e au en 11 r nien un eres t Yerxkßkelitxßéuntg erberen bst. Das wTTll s Erd eils e ne 12 e eu en, (: es ann gerade an den Gebrau mö bis er Strecken in einem bestimmten Gebiet fankommt. ck 9
aber für den Krieglsfall
lebst
Heft 10 vom Jahrgang 1914 der . eits ri t ür lei - hab nen“, berauSgeaeben im preußischen 111119793 def: 571311111521: Arbeiten, zugleich Organ des Vereins deutscher Straßenbabn- und Kleinbabnverwaltungen (Verlag von Julius Springer Berlin), erschien txiit folgendem Inhalt: Statistik der schmalspu gen Eiseü- bahnen fur das Betrieijabr 1911/1912, nach amtlichen A
arbeiset von Oberingenieur ?. Zelula in Meinik. © 8 gebung: Oesterreich: Konze sionsbedingni 8 fiir die Kleinbahn mit elektrischem Betriebe von Bozen na Koblern (S lu ). _ Kleine Mitte-lungen: Neuere Projekte Vorarbeiten, Konus on ertei- lungen» Betriebseröffan-m und Betrkeßvänderungen von Kik 116-ahnen"
und jenen jenseits der Vogesen besiebt ,ein vixifeitiges und enges
Die toße Berliner :raßenbabn ud ' e „ _ Kriegsbeginn; Die Untergrundbabnen innBuYZQ.YFY-en7§7ms WF