1914 / 267 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 12 Nov 1914 18:00:01 GMT) scan diff

Hin ebung unb Unterstüßung zu Leben. Y che der iiners ütterliche Entsch reis, den Triump der britischen Waffen zu sichern.

Ein „77 Seiten staries Weißbuch ist Über die Ereignisse veroffentlicht worden, die dem BMche mit der Türkei voraus;

gingen.

- DJS Kriegßamt hat beschlossen, die Rekrutierung durch Erhohumkil der VersorgungSgelder für die Familien . . ener imd verwundeter Mannschaften zu fördern. Das'MmimunZ beträgt jth ein Pfund die Woche für eine Familie von funf Personen. Dies gilt auch fiir den Fall, daß oldaten und Marmemannschaften innerhalb 7 Jahren nach

im Kriege gefa

dem Ende des Krieges sterben.

-_-- Die „Times“ meldet aus Dublin, daß die irische Regierung die Verfolgung der aufriihreriscben Blätter in Erwagung ziehe, von denen drei gegen den Eintritt in daS

Heer und die Flotte agitieren.

Rußland.

DeyMinisterrai hat der Korrespondenz „Rundschau“ zufqlae die Aufforderung der persischen Regierung, die russischen Truppen aus Persien abzuberufen, abgelehnt. Damit

hat Rußland die persische Neutralität verleizt. Niederlande.

Blättermeljdungenozufolge ist der Belagerungßzustand auf die Orte in Friesland und Groningen aUSgedehnt

worden. Belgien.

Das von England und Frankreich gegen Deutschland erlassene Zahlungsverbot bat bekanntlich die deutsche Regierung gezwungen, Gegenmaßregeln zu ergreifen und im Vergeltungs- wege Iahlungen aus Deutschland nach England und Frankreich Um diese Vergeltungsmaßreqeln bedurfte ecZ einer Aus- dehnung des Ybinngsvcrbots auf die beseßien Gebiete

„T. V.“ meldet, hat der Generalgouverneur in Belgien dementsprechend unter dem 8. November eine Verordnung erlassen, die sich dem Inhalt des deutschen Es sind sonack) aus dem belgischen Okkupationsgebiete alle Zahlungen oder Wertiiberweiiungen, sei es, daß diese mittelbar oder unmittelbar erfolgen sollen, nach England oder

rankreich verboten und alie Schulden an die feind-

ebenfaiis zu untersagen. vol] wirksam zu machen,

Belgiens. Wie

Zahlungsverbots sinnaemäß anschließt.

ichen Länder zinEloS gestundet. Zuwidexbandlungen gegen dieses Verbot werden ebenso wie der Versuch nacb Kriogk- recht bestraft. Die Befugnisse, die in der deutschen Ver: ordnung dem Reichskanzler zustehen, sind für Belgien dsm Generalgouvemeur vorbehalten. Der Gencralgonvernenr kann sonach fiir Belgien auch AuSimbmeu bßziigiick) des Zablungsverbots zulasssn. Ales Hinterlegungsstelle fiir die geschuldeten Beträge zwecks Schuidbefreiung ist die Kaffe der deutschen Zivilvßrwalmng 10 Brüssel vorgesehcn. Der Schuß, den die deutsche Verordnung denjenigen natiir- lichen und juristischen Personen zUteil werden läßt, die in Deutschland ihren Wobnsiß oder Siß haben, kommt auch den beseßten Teilen Belgiens zugute.

- Die Zeitung „La Belgique“ teilt mit, das; der Ge- sandte Portugals Brüssel verlassen habe, um sich nach Havre zu begeben. Die Vertretung der portUgiLsischen Intereffen ist dem brasilianischen Gesandten anvertraut worden.

Luxemburg.

Vorgestern ,trat die KÜMMLL" gemäß dsr Verfassimg zu einer ordentlichen Tagung zusammen. Die Grof;- berzogin hielt dabei eine Thronrede, in der sie laut Meldung des „W. T. B.“ sagte:

Ein wirkliches _HerenSbedürinjs führt mich beute in Eure Mitte. Wir aUe sind €richiitt€rt durch das furchtbare Sébauivicl eines blutigen Krieges, in dem fich uniexe Nachbarstaaten zsrfléziichsn. Nach bundert Tagen eines MÜSTZÜÖSU Kampfes kommt das Wort „Friedsn“ noch auf niemanbks Libyen. Wir können nur iniofem inierwenieren, ais ex; sich darum handkit, die Werkbundeten zu rflygén und das „Oker dcr Leiden zu bskämpfen, dio infolge dks Krik es auch über unier Land bkaMÖXLÖSn. Unser Volk hat in dieisr „€- ziebung reichlich seine Päxcht géran. Unisre Neutralität ist berieyt worden und wir haben Ums besilt, ich und meine :iiegierUUJ, dagegen Einspruch zu erbkben Wir baben dieskn Einierck) zur Kenntnis der Garantiemäghte gkbracbt. Die Fiammsr bat unsere Handiungswsiké aébiiiigt. Obwohl Verkannt, biéibkn unsere Rkchtk dmcbaus beitcbkn. Es wurde uns für das uns zugxfügte Unreckpt eins Entickyädigung Osr- sprochen und fiir den Von den Truppen axig-ricbteten Schadsn wmiyn uns bereits Entichädigungégeiber außgkzablt. Das Land stihl! fich keines- wegs bon dén Pflichten kntbunden, die ibm durch die internationaii-xi Yb- maÖunacn anLklkgt werden, unier Einspruch bleibt bestehen. Wir halten ibn in seiner aanzen Tragwein: aufrecht. Ich danke dkr BkVöikékUUg für ihre korrekte Haltung, durch die uniiébsame Vorkommniffe bkr- bütkt rvmden. Wir Werden unserm internationalen Pflichten nicht untrsu Werden. Unser Volk War wirklich glückiich, uniet National- li-d zeugt dafür. Luxemburg bat den Beweis für sein Existenxkecbt erbracht. (Fs will und muß fortfahren zu bestehen. (Es ist Pfixcbt der Regikrung, die öffentliche Gewalt in ibrem aanzen Umfange aui- reebt zu erhalten. Es ist für mich ein großer Trost, zu wiffen, daß ich micb mit der Régierung, dcr Volkswertretung, und dem ganzen Volke eins fühle. Bleiben wir geeint! Inmitten der Ereignisse. ryobc'i unsere Nachbarländer Wunder der Tapferkeit für irie Größe und 1255 GTA ihres Vatsrianbes beriicbten, wollen auch wir uns ganz fiir unser Vaterland einiesen Gott _scbüse unser teures Vaterland!

Die Kammer wählte eine sisbzebngliedrige Kommisfion, die eine Antwortadreffe auf die Thronrede außarbeiten und am Donnerstag der Kammer unterbreiten wird. DUH bilerige Präsidium wurde wiedergewählt.

Amerika.

Der mexikanische General Carranza bat den Bedingungen der Vereinigten Staaiexi bon Amerika fiir die Räumung der Stadt Veracruz zugestimmt.

Asien.

Die Uiemas von Kerbela und Nedschef haben, wie von „W, T. V.“ gemeldet wird, in der von den persischen Schiiten als heilig verehrten Stadt Nebichef an der (Hrabmoscbee bes Kbalifen Ali vor vierzigtausend Personen, die dort in zusammengemfen worden maren, feierlich einen Fetwa ver- kündet, in dem die Verpflichtung zur Teilnahme am Kriege erklärt wird.

_ Einem vom „W. T. B.“ verbreiteten amtlichen Telegramm aus Peking zufolge find die verheirateten Tsing ta u-K ämpfer, deren Frauen in Peking sind, wohlauf. Einzsiheiten fehlen.

Im ganzen Reick) uß, gleichviel um welchen

unbdrei Verwundete. getrißben und ist verbrannt. mögliche Hilfe geleistet.

schen Vureaus.) Der Kapitän des kleinen Kreuzers „Emden“ von Müller und der Leutnant zur See Franz osepk) Prinz von Hohenzollern sind beide kriegSge

und nicht verwundet.

Afrika.

Die revolutionäre Bewegung in Aegypten hat dem „Cgrriere delia Sera“ zufolge stark zugenommen. Der Abgenbltck fei fiir die unternehmungslustigen Beduinen günstig. Die Regenzeit schüße vor Wassermangel, und die Feldarbeit sei beendet. Hierzu komme die von Enver Pafcha eingeführte militärische Organisation sowie die reichlichen (Heldunter- stußungxn durch die ägyptischen Notabeln. Außer den Beduinen bes westlichen Niltals bis Cyrenaika seien auch die Stämme jenseits des Nil empörungsbereit.

Kriegsnachrichten.

Westlicher Kriegsschauplaß.

Großes Hauptqnartier, 12. November, Vormittags. (W. T. B.) Der iiber Nieuport bis in den Vorort Lombart- zyde voraedrungene Feind wurde von unseren Truppen über die Vier zuriickaeivorfsn. Das östliche Yser- ufer bis zur See ist vom Feinde geräumt. Der Angriff iier den Yserkanal südlich Dixmuiden schritt fort. In Gegend östlich ? pern drangen unsere Truvpen weiter vorwärts. Im ganzen wurden mehr als 700 Fran- 502811 tgefangen sowie vier Gßschiiße und bisr Maschinengewehre er eu et.

Feindlichb Angrifxe westlich des Argonnen- walbes Und im Walde sel st wurdmi abgswiesen.

Oberste Heeresleitung.

Oestlicher Kriegsschauplaß.

Großes Hauptquartier, 12. Nowember, Vormittags. (W. T. B.) Jm Osten warf unsere Kavallerie östlich Kalisch die erneut vorgeganchne Überlegene russische Kavallerie zuriick". Oberste Heeresleitimg.

Wien, 11. Novembßr. (W. T. B.) Amtlich wird be- kannt gegeben: Die Opemtionen anf dem nordöstlichen Krieg?;scbauplaß entwickeln sick) plangemäß und ohne Störung durch den ngnd. In dem von Wiki freiwillig ge- räumten Gebiet Mittelaaiiziens sind die Russin iiber die untere WiSloka, iiber ?)“izecZzow Und in den Raum von Lisko vorgeriickt. Przemyßl istwieder eingeschlossen. Jm Stryj-Tale mußte eine feindliche Gruppe WL“ dem Feuer eines Panzerzuges und iiborraschend (mfgstreiener Kabaiicrie unter großen Verlusten flüchten.

Der steUbertth-ende Chef des Generalstabes: von Hoefer, Generalmajor.

Siidlichcr Kriegsschauplatz.

Wien, 11. November. (W. T. B.) Amtlich wird gs- niclbxt: In den Morgenstunden des 10. November wurden die „Höhen von Misar, südlich Sabac, nach viertägigem verlustreichem Kampfe erstiirmt und hierdurch der feindliche rechte Flügel eingedrückt; es mUrden zahlreicbeGefangene NLMÜÖT. Der (Hegner mnszte die stark b-Zfestigte Linie Misar----Cer Planiim rännwn und den Riickzng antreten. Starke féindlici)? Nach- butcii leisten in vorbexéiteten riickmärtigsn Vsrwidigungs: steilimaen nexxerbinch Widerstand. TUI Vorriiiken östlich LosnicahKruyanj gebt fließend vorwärts, troxz heftigen Widerstandes feindlicher Nachbuten. Die Höhen öitlicb Javlaka sind bsreits in unserem Besitz. SOWLit bisher bekannt, wurden in den Kämpfen vom 6. bis 10. d. Mis. ca. 4300Mann gsfangen,10 Maschincngewobre, ZIEL- schiiße, darunter 1 schweres, 1 Fahne, mehrere MunitionI- wagen und sebr viel Munition erbeutet.

Der Krieg zur See.

London, 11. November. (W. T. V.) Die Admi- rcilität meldet: Nachdem der Angriff auf bsn „Psgasns“ am 10. Seytember anzeigic, wo sich die „Königsberg“ befaiid, veranlaßte bie Admiralität die Zusammenziehung einiger fcbneller Krebzer in den ostafrikanischen Gewässern. Die Schiffe suck)th «meinsam die See ab. Dis „Königsberg“ wurde am 80. Ok- tober von dem englischen KriLgSsclÜff „Chaiham“ entdkckt; sib 1ag__ung€fähr 6 Meilen von der Mündung des Nufidsck)? FlUiies gegeniiber der Insel Mafia. Die „Cbatbam“ konnte WEALU des größeren Tisfgangs die „Königsberg“ nicht er- reichen. Wahrscheinlich siZt der deutsche Kreuzer außer bei hohem Wasser auf Grund. Ein Teil der Bemannung der „Königsberg“ ist an Land geseßt und liegt an dem Ufer ver- icbonzt. Sowohl die Verschanzuxien als der Kreuzer wurden von der „Chatbam“ beschossen, aber iippige Palmenwaldungen verbindsrn festzustelien, welcher Schaden durch die Beschießung angerichtet wurde. Sodann wurden Schritte getan, um den Kreuzer in dem Fluß abzuschließen, indem in der einzigen Fahr- riniie ein Koblenschiff versenkt wurde. Nachdem der Krenzer gerungen und unfähig ist, Schaden zu tun, wurden die ichnelietx Schiffe, die ihn verfolgt hatten, für den anderen Dienst srei.

Eine andere kombinierte Operation wurde seit einigen Tagen durch schnelle Kreuzer gegen die „Emden“ geführt. Dabei wurden englische Kreuzer durch französische, russische und japanische Kriegsschiffe und die australischen Kreuzer „Mel- b-ourne“: und „Sydner)“ unterstüßt Gestern ging ein Bericht em, daß die „Emden“ bei den Kokosinseln angekommen sei und auf der Insel Keeling eine bewaffnete Abteilung ausgeschickt habe, um die drahtlose Station zu vernichten und das Tels- gxapbenkabel abzuschneiden. Dort wurde die „Emden“ durch die _„Sybney“ überrascht und zum Kampf genötigt. In dem heftigen Gefecht, da?- nun folgte, hatte die „Sybnet)“ dreiTote Die „Emden“ wurde auf den Strand Den Geretteten wurde akle

London, 11. November. (Amtliche Meldung des Reuter-

ungen

Die Verluste der „Emden“ etragen

daß . ben Ueberlebenden der „Emden“ alle kriegerischen Ehre:! zu erweisen sind, und daß der Kapitän sowie die Offiziere ihre Säbel behalten.

London, 12. November. (W. T. V.) Die englische Admiralität meldet, daß das englische Torpedo-Kanonen- boot „Niger“ heute morgen auf der Höhe von Dover von einem deutschen Unterseeboot zum Sinken ge- bracht wurde. Alle Offiziere und 77 Mann der Besatzung wurden gerettet. '

(Das Kanonenboot .Nige-xr' ist 1892 vom Stapel gelaufen, hat 820 Tonnen Wasserberdtängung, etwa 20 Seemeilen Geschwindingit, zwei 12 0111- und vier 4,7 cm-Gkschütze und 85 Mann Besaßung.)

Tokio, _11. November. (Meldung des Neuterschen Bureaus.) Ein japanisches Torpedoboot ist heute vor Kiauts ou beim Minensuchen gesunken. Der größere Teil der Be aHung ist gerettet worden.

Der Krieg der Türkei gegen den Dreiverband.

Konstantinopel, 11. November. (W. T. V.) Amtliche Mitteilung aus dem Hauptquartier der Kaukasiscßen Armee: Unsere Armee greift die zweite Linis der russischen SisUungen an. Nach Angaben mehrerer Gefangener Und russischsr Dssxrieure befinden fick) die Russen moralisch in Einem sck)iechtcn Zustands. Ein fraiizösischer Fichzcr imd ein fran- zösischer Torpbdojiigcr gabkn einige Schüsse auf die Küste bei Pbokia mib Dcirmendagh (“J) und Smyrna ab. Als ikmen Widerstand entgegenaeseizt wurde, entfemtcn sie sich, Es wnrde kern Schaden angerichiei.

VerkehrZivesen.

Weshalb hören die Klagcn iibcr dic Feldpost nicht auf?

In einer Druckschrift „Die Klinik" iiber die Keldpos “, dis bio Postbebörde vor eiiiigcr Zeit veröffentlicht mt, sind die _Scbmierigkciten aquiihrlici) geschildert, die sich bei der Feldpost m den erswn Wochen einem gsregelten Bbtrieb Qntasgengssiclit haben. „Absr“, so hört man vielfach sags", „der Krieg dauert nunickwn mehrsre Monate; Jie militiiriscbcrieit?) vorhängten Vricisperren [)aben anfgcbört; große Gewaltmärschc der Truppen, wie ii? in der Ersten Zoit bei unseren H-eeren an der Tazic-Zordmmg waren und die Zuführung der Feldpost bfi 1111- möglich machten, kommen cht nm“ iioch gelegentlich Wr; gleichwohl reißen die Klagen iibcr verspiitetc Ankunft Uiid iiber Verluste bon Féldpostsendimgen nicht ab“. Gibt ES [)isr- fiir Mich jeizt noch eine durchaus zuverlässige und iibcrzkugendc Eriiärmm, die die Feldpost nicht belastet, sodcis; man die Ur- sache in iiiibermeiblichen Begleiterscheinungen dcr kriegerischen Vexhälinisie oder andcrßwo zu suchen hat?

Schon in den „Klagen iibsr die Feldpost“ hat die Post- verwaltung freimütig erklärt, das;, wie alisntbalbén im Leben, so auck) im Feldpostbetriebe Vcrssben vorkommen können Und zumal in der ersten Zeit vorgekommen sind. Da der Reichs- post bei der Mobilmacbimg mit einem Schlage 70 000 Köpf? eitmesckyüten Personals entzogen wnrden, (in deren Stelle Neu- [inne traten, ist das gar nicht anderes möxilick). Ami) fexnerbin merdsn im FleUOftbLtkiLbL Vcrsoiwn Utiterlmifcn, zumal immsr WLithe ungelernte Hilfskräfte eingestellt wcrden mtissen; denn der Fcldpostverksbr Nimmt datieriid 311. Dabei ist aombs daS Feidpsstsortiergescbäft besonders schwierig. Lißsicl)211bochgcgeti- miirtig nicbt weniger als nabezu 18 000 Einbciien, nach denen die_FsldpoitbriLfe bei den Postiammelstckien sortiert werden miiiien. Sebi“ nachteilig Wirkén auf den Felbpostbetrieb Uni) _ben Ruf der Feldpost die Dielen Miingcl in der Abrksiiernng und Verpack'img dcr Feldpostscndmigsn. Dio Bemübungbn ber Posiverwaiiimii, durch immer Wieder- kehrende „Hinweiic iii dsr Pkkffk diksen Mißständen abzubéifen, haben bisher keinen auleeicchdcn Erfolg gehabt. Täglich iberden Tausende und abcr Tausende von Feldpostsendinixicn, die de_n Atiforderungen nicht entsprechen, Milek anfgeliefci'i. Dq dW Postverwaltnng im JUMLffE des Publikums und [Msßrér Krieger [miner weiter auf diesem GEbiLk ibrc Werbctäiiqkeit foxtisezen Wird, ist, hoffentlich im Laiife der Zeit mit eincm Riickgange der Zahl der Unrichtig und undeutlich adressierten und ungenügend verpackten Fsldpostsendmmsn zu rechnen. Viel Wird dies aber nicht ansmacixn. Der Unboiikommcnbeii der menschlichen Natur entspricht es, das; bei den Schwierigkeiten, die diE Niederschrift einer richtigen Feldabreffe, namentlich den einfack)enL9ute11, oft bLi'uriacht, Line bedeutende Menge von Nicht einwandfreicn Fsldpostbriefen dauernd borkmnden sein Und eine Quekle für weitere Klagen und Beschwerden iiber dis Feldpost bilden wird.

In sehr vielen Fäkien tragen alicrdings Unsere Soldaten im Felde die Schuld an den von ihren Angehörigen dahcim angewandten mangelbaftsn Feldadrosien, indem sie sie ihnen in dieser Form mitgeteilt haben. Von der HeereSverwaltung werden _die Soldaten dazu angehalten, daß sie nur richtige Féldadrsisen nach Hause schreiben. Die Postbsbörde unterstiiizt die hierauf gerichteten Bemühungen der Militärwerwaliung, soviel sie dieS nur kann. Zu dem Zweck stelien fiel) nicht nur die Feldpostanstalten durch Fitigérzeige mancherlei Art in den Dienst dieser guten Sache. Auch namentlich in der Heimat wird bei den 20 Postsammslstellen und sämtlichen Obexpost- direktionen bereitwiliig dem Publikum darüber Auskunft erteilt, welche Mängel eine ibnbn zur Prüfung vorgelegte Foldadresse etwa hat. Eine solche Rückfrage ist immer dann se 17 nijizlici), wenn der Felbangehörige draußen schreibt, das; er von babeim keinen Brief erhalte. Die Prüfung vieler Klagen dieser Art hat ergeben, daß fast regelmäßig eine falsche Feidadresie die Ursache war, und traf; die Feldpost somit kein Vorwurf traf. Die Untersuchungen von Beschwerden zeitigen manchmal auf- fallende Ergebnisse. (Hs ist vorgekommen, daß eine Militär- Ferson sich bei der Posibehörbe dariiber beklagt bat, as; sie während einer mehrwöchigen Dienstleistung bei der Munitionskolonne Nr. X, tray sorgfältiger Mitteilung dieser "eldadresse an die Heimat beim Außriicken, von zablreichen riefen nicht einen einzigen erhalten habe. Die Untersuchung der Beschwerde durch die Postbebörde ergab, daß die Militär- person niemals bei der Munitionskolonne Nr. X, sondern bei der Verpflegun skolonne Nr. X Dienst getan hat, von denen jene auf dem öt1ichen, diese aber auf dem westlichen Kriegs- schauplaße sick) befand, und das; somit iniolne der unrichtig nach „Hause mitgeteilten Feldadreffe akle Briefe fiir den Beschwedc-

2110Tote und 30 Verwundete. Die Admiralität hat angeordnet,

führer statt nail) dcm Westen nach dem Osten befördert wocn

waren, um schließlich als unbestellbar zurückzukommen. Es ist bemerkenswert, daß Irrtümer dieser und anderer Art in der Feldadreffe, wie z. B. die „Verwechslung der qumer eines Armeekorps mit ber einer Armee, auch gebildeten Leuten unterlaufen. Die _TWpPenbezeichnungen _unseres Feldbeeres sind sehr maxim fgltig. Viele von ihnen sind nxu und deshalb der AUgemZnn ett noch nicht geläufig. Dies gilt namentlich von den kleinen Formationen (Kolonnen), die erst bei der Mobilmachung gebildet worden sind. Hier ist deshalb eine iorqfältige Niederschrift der Feldadresse unter genauer Berücksichtigung der Nummer, bis die einzelne Kolonne fiihrt, bssonders am Blaise. Viele Verzögerungen von Feldpostbriefen an die Angehörigen solcher Kolonnen sind“ auch dÜWUf zuriick- zuführen, daß die Mannschaften, wenn iich die Bezeichnung einer Kolonne geändert hat, dies nicht rechtzeitig oder nur mangelbaft nach Hause mitteilen.

Zahlreiche Fehler in den Feldabreffen werden ferner da- durch begiinstigt, daß neben den Linientruppßn Reserve: und Landwehr- usw. Truppen sowie 11. U. auch Ersaßbataiüone und Rekrutendepots mit gleicher Nummer vorhanden sind. Ver- wechslungen, die hierbei in der Briefadreffe unterlaufen, haben mn so empfindlichere Verzögerungen im (Héfolge, ach stel) diese aiiizeliien Truppenkörper vielfach in ganz verschisdencn Gegenden befinden.

Ein Mittel zu findsn, das die Anmeiidung richtiger Feld- adreffen unbedingt sichert, ist nicht leicht. Die Postbebörde hat neuerdings den Weg betreten, daß sie die Vcstrebungen. privater Hilstbereitsckwfi unterstützt, Schreibstuben einzurichten, wo den mit dcn Versendunqsbedinqungen Weniger vertrauten Personen Belshrung und Hilfe zuteil wird. Dis Oberpostdirektionen smd veranlaßt worden, geeignete Beamte, auch solche im Ruhestand, anzuregen, daß sie ihre Sachkunde in den Dienst dissex Schreib- stnbsn stelien. Solche Schreibstuben werden zweckmäßig in den Sibuien einzurichten und Abench zu unterhalten sein. Daz?) von der Vostbebörde vor einiger Zeit [)eraUSgegebene „Merk- blatt fiir Feidpostsendungen“, das über a11e einichlägigen_Fragen, namentlich auch iibcr die wichtigen VerpackungSvorichristen, NilBkUnst gibt, und das an jedem Postschalter zu haben ist? wird mich diesén SchreibstubLn iii aiicheichknder Zahl koiténfrer Überlassen werden. ,

So ist die Postbe'liöi'dé in dsr „Obimai nach Möglichkeit bcmiibt, dom Publikum in Feldpostsacben zu helfen, zumal wenn es sich »- was allerdings;- bisber Uielfach nicbt geschehen ist *mit seinen Klagsn an die Post selbst WL!1st._ Viele Personen haben es vorgezogßn, obne weiteres der Vréiie ibre Bbscbmcrben zu Übermitteln. (Geniißi bat ihnen die?: wenig oder (mrnicix, weil die Redaktimien der Zeitungen eincr Michmerde 1]er die Feldpost zumeist nichtaufdanrUnb MHSU können, ins- besondeke fait immer aiißcrstande sind, die Richtigkeit ber (in- gemandibn Feidadreffe zu prüfen. Die Postbebörde in als» Dienerin mid Trägerin des Verkcer nur dankbar dafiir, wenn man sis auf Unvol]kommenbeiien oder Versehen in ihrem Betriebe aufmerksam macht; sie wird dann gern dem Ubbelstand ab- znlwlfen suchen, Hierzu muß sie die Klagen im einzelnen_kennen. Wenn Einzelfäile, die von Veschwerdefsibrern veröffeniliebt wcrden, obne Priifung von zuständiger Stelie in der Oeffent- lichkeit nicht nur fiir sachlich zutreffend Erachtet, sondern vielfach auch noch veraligemeinert nnd damit in Angriffe gegen die Feld- post umgewandelt werden so entspricht dies nicht der Biiiigkeit, namentlich wenn man sicb die mannigfachen Umstände draußen im Felde vergeuenmärtigt, die, obne daß die Feldpost ein Ver: schulden trifft, Beschwerden im Gefolge haben. Schon in den „Klauen iiber die Fsldpos ist anf Eine ganze Reibs außer- gewöhnlicbsr Vsrkcbrsstbwierigkeitcn hingewiesen worden, die man im Frieden nicht kcimi, Und gegen bis im Kriege auch bor [10110 Praktiker nichts machen kann, weil sie dUrck) dic kriegerischen VLrhälkUiffe bcrborgerufen werben und deshalb Wick) in dsr Wiederksist immer wieder von denselben schwbr- wiegendsn Folgen für den F91dpostbetrieb bsxileii-ct sind. Von cinicbneidendster Bedeutung siiid in dieser Hinsicht die vivien Truppenverschiebu1111811 in kiEiULWU und größeren Verbänden. Scbr im Nachteil mit bemPostempfang siiid Truppsnberbände, die kurz [)iniereinander dsn Armeebyrbcmd wicberboli WLchiOlW Ibre Post läuft dann mancbmal mehrere W0chen hinter ibnen bLi“, weil“ die Zbii, wo sie Wieder ein- mal mit gebeimem Marschziel verschwunden waren, sick) vorsrst fiir die Post nicht cinkwlen läßt. Ein anderes sebr störendes Vsrkel)erindcrnis fiir die Feldpost sind die vielen, meist unerwarteten imb steis unfreiwiliigen Anf- entlmlié auf den militärischen Eiappenstraßen, hervorgerufen durcb die Anwesenheit wichtiger Militäriransporte, die natiirlich vor der Post dsn Vorrcing liaben. Einem Postsondcrzuxi fiir eine Armee passierte es z. B., daß er von Cöln bis an die Front 14 Tage brauchte, weil er wegen zahlreicher dringMdbr Miliiiirziige anf vorschiedßnen Stationen immsi' wieder zuriick- gesetzt wurde. Man stelle sick) ferner vor, welche Posten- anbäufnng Und welche Benachteiligung bes Feldpostbetriebs sin- treten muß, wenn die täglich nach Belgien und Nord- frankreich beförderte Feldpost, die nicht weniger als 40 vollbeladene Bahnpost: mid Post-Eisenbahnwagen ausmacht, unterwegs infolge militärischer Anordnung (mch nur einige Tage verzögert, d. h. stehen bleiben muß. Wie im Feld- postbetriebe, so kommen natürlich auch im Militäreiscnbahn- verkehr gelegentlich Versehen vor, Eisenbahnwagen mit Feld- posten können in Feindesland febigeleiiet, ja ganze Postsonder- züge streckenweise falsch gefahren werden. Nur jemand, der nichtmeifz, wie es dort draußen zugeht, kann sick) dariiber wundern oder klug reden. „Wir wundern uns nicht“, schrieb kiirzlich ein Rittmeister und Führer einer Munitonskolonna, „daß unsere von da[)eim erwarteten LiebeSgabenpäckchen manch- mal verspätet eintreffen, denn bei Uns fährt die Feldpost zur eit statt Vriefbeutel Munition. Da hilft kein Sträuben. A es, was Beine hat, muß vorübergehend mithelfen“. Dieser Truppenteil wußte es, weShalb er seine Post nur unregel- mäßig erhalten konnte. In der großen Mehrzahl der Fälle ist die Ursache des verspäteten Posteneingan s auch der empfangenden Feldpostanstali vorerst nicht ekannt und noch weniger den abbolenden Truppen. Natürlich wird die Verspätung dann auf das Konto „Feldpost“ geschrieben. Aber auch wenn die Feldpostanstali genau die Uxsache kennt, nne sol] es "eder einzelne erfahren! Man steUe sich vor, die Flepost tri t von der Etappenstraße her bei der mobilen Feld- Postanstqit auf mehreren Lastautomobilen oder Wagen ein. Schon smd auch die Ordonnanzen der abbolenden Truppenteile mxt Fubrwerken zur Stelie. Ein jeder empfängt die für sein YataiUon, seine Eskadron oder seine Batterie bestimmten Post- _sacke, und schon sind die Ordonnanzen damit verschwunden, denn mx Kriege muß alies eilig geben. Immer möglichst reinen Tlsck)! Man weiß nicht, was schon die nächste Stunde bringt. Lange Erklärungen dariiber entgegenzunehmen, weshalb die Post

so spät kam, dazu hat niemand Zeit. Die Hauptsache ist, daß sie da ist. Andyrs liegt der J'ai] nachher für den einzelnen Empfänger, der schon schmerzlici) auf seinen Brief gewaxtet hat und nun natürlich in seiner Antwort mit der Feldpost scharf ins (Bericht geht! __ '

In anderen “Fällen ist die Feldpost eingetroffen, und bie Sendungen stebkn bei der Feldpostanstalt zur Abholung bereit; aber es kommt von einzelnen Truppenteilen nismand. Am nächsten Tage langt neue Post an. Die Ordonnanzen bleiben wieder weg. Inzwischsn bat die Feldpostanstalt den Tele- graphan spielen (asien, wenn es einen solchen gibt und dieser nicht von der Militärbek)örbe fiir den eigenen, „wichtigen Meldedicnst voii belastet ist. Auch bei" Telegraph bringt keine Erklärung, ebensowenig der von der Feldpostanstalt zum Suchen ausgesandtc Kraftwagen. Niemand weiß, wo die Truppen sind. Sie sind „in Bewegung“, heißt es militärisch. So sam- melt sick) tagelang dio Post bei dEr Feldpostanstali an, und wenn dann schließlich die Truppen Wieder auftauchen, liegen einige tausend Säcke zum Empfang bereit. Eine solche Post braucht dann freilich auch noch einige Zeit, bis so viele Wagen zur Stelle sind, daß sie von den Ordonnanzcn abgebrnchtmerden kann. Nun sind die Postbeutel bei der Truppe. Zebeß Vataiiion empfängt feinchi'il. Man begiimt die Briefe kompagnieMise zittrennen, da plöHlick) Ainrm! TUS Quartier muß sckiieunigst geräumt werden. Es ist unmöglich, die Umfangreiche Postmitzunehmen. Sie wird im Dorfe versteckt. Kurz darauf ist der Ort geräumt und die Post vergessen. Drei Wockienspäter --- eZ ist auch dies kein Phamasiegebilde, sondern durch nüchterne amtlich Msldimgen von Fcldpostanstaltcn belegi beriibrt ein anderer deutscher Truppenteil dis Ortschaft. Er findet die Postsäcke, Einige 80 an der Zahl, unberührt auf und [isfcrt sie an die nächste Fle- postansialt ab, von wo aus sie: nun ibrsn Weg zu den Truppen: teilen, fiir die sie bestimmt sind, sei 8?» unmittelbar, sei LS auf Umwegen, nehmen. Die Empfänasr aber der vielen Tausende VON Briefen, die dergestalt vier Wochen älter gewordbn waren, gehörion :“) Landwehrregimentcm an, waren also fast (1119 Familienväter, denen man es nachempfinden wird, WS eZ beißt, einen Monat und mehr auf eine Nachricht von HÜUsL warten zn müssen.

AUS diesen Beispielen Erbekli, wie täglich Tausende von Fclbpostbriefen aus diessm obsr jsnem Grunde obne Versckmlden der Post auf unrichtige Wege geraten und deßbalb vsribäiet oder unter Umstiinbkn gar nicht ankommen. DUH Piiblikum sUcht gleichwohl in (LULU diesen Fiillen die Schuld bLi dsr Felb- bost und tritt mit seinen Klagen darüber nicht mir bei dsr Postbebörds, sondern namentlich auch in Bekanntenkreissn, in der Presse und sonst in der Oéffeniliciseit bcrbor. __Kann mm jemand noki) fragen, wie 9?- möglich sei, das; bis Kisixien 11er die Feldpost noch immer nicht aufhören“?

Jm I)ieichpostasbiLt ist die Zahl der Konto- iiikmber im Postschsckverkebr Ende Oktober 1914 auf 101849 gestiegen (Zugang im Monat Oktober 482). Auf diesen PostschLckkonten wurden im Oktober gebucht 1732 Miilionen Mark Gutschriften und 17-13“) MiUionen Mark Lastschriftan. Bargeidlos wnrden 1871,Z3 Millionen Mark des Umsäßkö bkqlichen. Das Geiamtanibabcn ber Ii'ouwiniMber

betrug im Oktober b11rchschnitilich 240,8 Miliionbn Mark.

Vom é)ieich§-Kuré5biich Erscheint Lin? neue AUMÜÖL mi: fanqs Dezemb9r1914 zum Preise von 2 „FH 50 „Z, die die Fahrpläne des am 2. Novembér in Ki'aft getreténen beschränkten Fahrplmis fiir Deutschland und die Falst-Friedenxwläne dss UéUtkalLU Auslandes, soweit sie' zugänglich sind, entbiili. BL- stelimigcn iwbmmi sämtliche Posiemstalten imd Bnchbmidwngen Lntgégbn. Der Postbezug fiir 4 missinanbbrfolgende Achgabsn ist zurzLii aufgehoben.

Kunst und Wissenschaft.

3. 1". Ja der [WWU Sißung der Gesellschaft für Erd: innde biaii der Proieffbr Dr. Enzian Oberbummer aus* Wien ainkn Vortrag über dn CnsiliickI-ägyptiicben Sudan, kLn er ziili'yt im Winixr 191-1514 bki'ucbi bat. Einleitend wurbs, 9193 bon bysbndkrsm Gcgenkvartsintcreffe, das staatsrecht|ichcn Vkrbaltniffes Asgvptens gedacht, das, solange ss nicht im anktkannten BENZ Enix; lands ist, staatsrkcbilici) dsr Türkei untsri'ikbt. chvpien ist seit ]51é born Sultan Selim erobertcr türkischer Besiy. Vorher stand es unter einem Eigenen Su|ian und gehörte zu dem (Ibelifat von Bagdad, bis dies 1255 unisr dkm Z).)iongolérntum zusammeknbkach. Da die aus Bagdad gkflücbictkn Nachkommen der Nr*basfiden freandlicbe AUinabM am ägyptischen Hofe «funden, ergab ks sich in weiterer Foigß, raf! dcr ägwbii-ckou Herricber Oki: Tijel (:?-baiif annabnx, Mich banxi bkk'dkr borgxzdacbten tütkiickoen Erobkrung auf das Haas Osman uibrging. Nic; Prvb-nz dis tni'kischen Reiches bat 'Uegbvten Von 1517 bis zum Ersten Dritksl ["Es lkithn Kabibunderts bestanden, „ivo ?_s Melismed Ali, Einem albanxsischsn Türke'n, gslang, m Axxi- lebmmg geaen die Türkei und ficgreickpem Klicae _ibider iie sick) Ulm Pasckm auizufcbwingkn und für sich imb 1€tn Haus artviffe V01r€chte zu Ellingkn. (An diesem iixtkge bat be- kanntlich unier Moltke wiiabr-ommen.) Dsr zw-xtte Nacbixdlfaer Mebkmed Alis, Isinail Pascha, nahm dann 1867 den ,xttel .Cbedivs'. d. i. Herr, Gebietcr, an und erreichte von der Pforte weitsre V0ircch1e, ". a. die' Haltung einer eigenen Armee bon 19 000 Mann und das Recht, borbxbaitlicb de'r Genehmigung durch den Sultan, Veriräae abzuschließen. JSmail batte iebock) anzuerkennkn, daß er die Regierung über Aegypten im Namen des Sultans führe, und darauf zu verzichten, eigene GksandlsÖIiÜZn bei anderen Staaten zu balwn, als fremde Gesanblschaiten m A?NVPTEU zuzulasen. So erklärt es sicb, daß in dem einicblic'llficb des Sudan eine Beb-“lkerung vyn 11Mi11ionen aufwkisenken iiijandc die Lit'opätscben T).)c'c'icbte nur Konsulate ballen, welche den bei der Pforte bkglaubi ien Gesandtschaften unterstellt sind. Das ailt auch für England, das gleich den andeten europäischen Staaten in Akgypten nur ein Generaikonsiiiat beißt. Aller- dings werdcn dieie Gkneraikonsuln tatsächlich we GYmdte behandelt, wenn sie auch ihr Exe-quatur erst auf rund eines Jrade des Sultans erbglten. Da Aegypten die gleiche Flagge führt wie die Türkei und die Hoisvrackpe in Cairo das Türkische iii, da- egen das Arabi'ckoe die Amtssprach, so ist ersichtlich das Verbaitnis ' egvptens als Vasalisnstaat der Pioite fiken aufrechterhalten gc- blieven. Hiermit ist in scheinbarem Wider pru die Steliimg Eng- lands zu Aeypten. Eine staatsrechtli e Ordnung 1111: sie. ist niemals fest ormmikrtwordkn' nicbt einmal in der losen Form de's Protexktorats, wie es rankieicb über Tunis,. Engiand über [Laanda übt. Jn Akgybten befißt Englapd nur einen Gknmalfonsi-l, dir aber wie bereits Lord Cromcr tn Wirklich- kbit drr HL'r im Lande war, es noch beate ist, wo Loyd Kikckyknkk, (*bgleicb sxtt längc'te'r Z-ii gar nicbt in Aegypten wobnend, iine Amtsa-walt rückfichiolos ausübt, und den englischen Einfluss; auf alle Behörden auszudebncn gewußt bat. Haupväcbiicb it is Kitchener geglückt, dme!) die Einrichtung des Kmmciai nilv'iZm' (finanzislicn Ratgebers, wie der beuchleriich gewablte Ausdruck lauiet) in die Minisic'rii'n des Kbedive einzu- dringcn. Somit hat z. Zt England in Acgixpiin die GeWalt tat-

sächlich in seinen Händen._ Das alte Ackerbauland Aegzwten, zur römischen Kaiserzeit die Kornkammcr der Welt, ist wahrend dex amerikanischen Büraerkrieges 1865, um Cnaiands Baumwollindusirte bon Amerika unabhängig xu machen, Baumwollerzeugungsland geiyorden, und man hat es um dieses Zweckks Willen verstanbgrx,é durcb glanzende Bewässerungßanlagen diese Kiiltur Von den U :ixqulmaßiqkeiten" der Nil- übericbwemmuvaen unabbänaia zu machen. JnWabrbett ist die agvvtiicbe * Baumwolle in kleinem Masisiube 'cbon tm Mitielalter durch die Araber im Lande einceiübtt, an Gute heute die 5202 lind bis vor kurzem bcstbezablie der Welt; allein die' gegenwärtigen ktikgeriichen Exexamffe können sebr leicht für diese Kultur eine schWLkE Rrifis _„berbeiiubren. einc Foiae, die sich schon im Augenblick dmck) die Umriogliäpkeit, die heutige.- Baumwollernte in (MW nmzuietzcn, ergibt und m Ibndonbis ein mächtiqkr Faktor zur Erivcckuna bon Unzufriedknbeit „tn wmien Volkskreisen anschein€nd nicbt bebörig gewürdigt WOXDLU _1st., Nicht immer war die Steüunq (aniands in Aegypten, sb machithauck) die Erwerbung des Suez-Kanals dort seinen Einfluß gefordert batic, völlig unbestriit-n. Vor 20 Jahren noch arbeiiete ein französisches ()mmißé (1'1-Jxx_yx3i,(* ben Engliichén Jntcreffkn dort €ur- gegen, begründet auf alte Ansprüch Frankreichs auf eme Ste'iliinq am Nil. Es kam damals zu scharfsr Uieb-znbublsrschait' xwxichn beiden Staaten eben Visser Ansprückxe bakbkr. Sie zetqten sich besonders bei dem Anlaß der bklebl'ÖU Maicboda Angysegen- breit. Der Gegknsaß aber fond bald seine Lbsung, ais Frank- reich 1904 gkaen d-n Nerzicbt aui Aégbbikn bmcb „(England fre'ié Hand in Marokko zageficberi _“ “rbi-Zii. 'Fkkiilä) ging zu bikier Zeit England die VS-biiicbtung" 8111, ,an den boliiiickzén Vmbäitnisssn in Aegbbien ni-Yis zu anF-“srnUeine VST- pflicbtunq, die es zu verqeffen im Beaiiii stkbt. YM der unleag- baren kulturéüen Fortschritte, di- ALJVMM der englischen Herricbast zu danken bat, besixbt bkute noch das Wort zu 'US-“bi, das vor dem BMW und Vor dkr sicb zeigenden Wickuna dtc-ier K-xiturgrbeit Lbrd Cromer in seinem Werke „111008711 KV-[xvii ("kg einem Vrieie bes be- kanntkn indischen Staatsinanns Lord Lawr-znce ansübit :„Wir sind nirgends beliebt (Wo, M0 noi", iiichä uvywboroyi' AUÖ xc'ne kuiiurelikn Fortschritte haben also den Engländern keine Friich getrqgcn. Es bTstLkIt nach wie bor eine unüberbrückbare Kiusi zwlicben der mobammedanischen Bevölkerung Acgbbtens und ?cm Herrenboike Von der Themse. und es unteriieqt wobl keinem Zweif-l, so hoffen auch wir. dai: diSi-r Gégensaß bald noch zn schärferem_Aquruch kommen wird. (77-13 leben nur 6000 bis 7000 Engländer m Yesvpixn, und d-nnock) kann Es in der Armee kein Eingeborener zu Liner iubrknben Stellang bringen, böchsie'na ist ihnen der Re imentßkbwmandeur erreichbar. In bezug auf Munition und Beiva nung ist ASZWTLU wn (Enaland bbiisiändig abbängig. _ Unter dem .Sudan' ist das Gebiet zu bersieben bis 2“). (Grad ". N., bis Wadi .Häiia, alio Von hier ans fick) südlich erstx-ckenb. Es iii im Ost-n beqrenzi bu'ck) das Gebiet der itaiisniscben Kosome (Krbtbmka, im Süden durch Uganda, im Wksten Vom französisäpen Innerairika. Bki einer Ausdkbpnna bon 2? M*“![bonen Q abraikilometexn isi der Sudan iünimai so groß als DeutiÖ'anb. Die BevölkeruriJSzabl ist iubeffkn locate mir auf etwa 3 Miliionen xu sÖäZSU. Von Lord Cromer wird in iyinem oben angeiübrtkn Bnch bkbaupiet, dai"; sik: su Zoiten des Mahdi 8 Miiiionen “"krkikbt babe. In de:: mördkrisrben Kriegen des Mabdi miiff-“n die Menicbetiberiuste ungeheuer gewssen sein Ent- sVsLÖknd bat auch der prliianb des Landes in diesechit ungebeuere Einbuße», erlitikn. Um swb ein Bild bmi der Tovograpbie dc-FSudans zu MÜÖM, tui man, iini, ibn in bis Gebiete „Nördliche Wüiie' und „Südliches Trovknwaidaebisi“ zu glied-"rn, zwi5chen benkn es als UEÖL'k- gang eine „Warme Sikpvknzone' gibt. Die Gestein- find xumetst nubisch€k Sandsikin, bbc!) 7uch Granit, der in den B "ren der Nilkatarakte zutage tritt. Topograpbi'ckse Aufnahmen dss Landks sind erst wenige angeikriiat Es gibt für dLn ganzenSudan nur wenig genaue OrientisrunasUuinc-bmen, an “iner Aufnäbme des Gebiets bon Gedireb südlich vonKbarium wird ;,. Zt. gsarbeitei. Jene ersteren Auinabmen siiid bkrglkickobar den bkkInntkn „KOWJWMOWJ IWW“ Vom ameri- kaniicbi-n Wilen. Die bbiden obengenanrit-ti Gegewäße in der Bodxn- gestaltung dcs Hadans svic'asln aUt'b (Gkgkniäye in dcr Bkwölkerung wider. Im Norden wobnt das bsi]? nordairikaniscbe Elew-nt. im Südsn eine Nkaerbevölkeruna; außerdcm Lnibält das Uebergangsland, die ?tsby-nzonk, sine iymitiicb', mit bamiiiscben Eisin'nten aemischte Bevölkeruna. DiE Neakr find durcb dsr“: Nil in Wei Stämme cik- ichiedeii: die Sebiliuknkger aui de'm link?", bis Dinka auf dém TSÖTLU Uikr des oberen Laufs des WLiÜLN Nils. Jm mitileren Niiial zwiiÖLn Assuan und Dongola lkb-xn die Nubier. Jbr Haubtsiß ist Donciola. » Dic nubiicbc Ebrach ist eine bamitiiche, wenn auch offenbar Vernoandtfäyaften mit den osiiudanasiicben _Svkachen dss Gkbiktes bon erdoian beiikban. Nicht in Abrede xu ii-iien ist ein dsn Nubiern eigensr nsqro'ider Zug. » Eine qroße Anzahl icböxier Lichtbildsr begieitste den Vortrag. Nebkn der FME von Landscbaits- miinabmen und den bssondsrs Öaiakikrisiiicben Darsteliungen bon Volks- iybkn sind bxionberkr stbbrbebbng wert: Der “2 km lange Staudamm bon Aswan, die Ruinen bon Pbilae, dre am? der Zeit von Rauxiez U. iiammendsn Felsentsmvel von Abu Simba! und eine Ansicht aui Wadi Haifa, DST Saban besißt ein? vori Aegvbt-n, dem er isst ange:- sziiebekt, etwas abweicbknde Sonde_rgeichichte. In ibm isi, abweichcnd bon de'm siaatSrechlich als Vaialiensiaat der Pforte bestehendcn Avaten, ber Cbcdive tatiächiicb ioubcrän, abkr er teilt Vertrags- inäßig seins Sonbkräniiät mit dem König bon Englanx, kCUn ersi Mebka Ali bat din berrenlose'n Sudan in Besix; axnommen, von ihm ist 1831 das ianbsiurmreiÖL Kbartbm un!er 16 (Grad 11.23. begründet words". Bekanntiick) wiirde diese Gründung in der zivxxiten Hälfte de;? Jabrbunders butch die Mabbisien zerstört: aber eine neue Stadt Kbartum entstand aus ben "Trümmern dsr alten. In ihr icbtén neben Akgvvtsrn i_md cngiiicbsn Beamten viele arixcbiicbe Kaufleute, während das weitlicb Vom Nil *ciigene Omdurman eine echt afrikanische Siediiixg darstellt nacb :Uiaizgabe des bunten Volksgemiicbes, da:“- bier seine kanbläße auf- geschlagen bat. Ein seiner Lage nach iiitcrcffanixr Pla isi Ras Kbadium, auf dkr Halbinskl geleaen, dis KZ zwischen Weißem und blauem Nil an der Stille ibrkr Versinigung erstreckt, Dem Sudan avgxbörig sind auch die Ruinen Von Mews, wobl der ältesten in dieser Abqelegenbciteinstbksikbcnben.chiii1t:xr- stätte, bie bier Von 700 Vor (Chr. bis ebensovixl nach Chr. biübte. Sie ist bemerkenSwert durch die bekannten kleincn Pyramiden mit dcn Vortempein und Götterbildern. Der gegenwärtig anskbnlicbixc Haim des Gebiets ist Port Sudan am Rotkn Meer. Der etwas iiidiicb dabon geli'gene, ältere arabische Haien Suakin, dexr nicbt atabiicbes (Gepräge trägt, war im Mitteiaiter ichbn Ha'knsiadt. Die Bovölkerung iii beute indessen stark bamitisck), dsn Biindi vxwarjkt. Die am Schluß vom ZVNTUJMÖLU ausgsibrocbsne Hoiinuna, kai: die zurzeit auch über die zukünftiaen Verbäitniffe Aegyptens wichtige Entscheidungen Verspreckpevden Zeitereigniffe cine ic'ckoe Lösung der eivannien Verbältniiie bringen werdkn, mit der auch Deuticbiand zu- ?rieden sein könne, fand lcbbaftesten Bciiau bei der Versammiung.

Literatur.

*- Das Nobemberbeit dcr „Deutschen Rundschau“ (beraus- aegeben Von Bruno Hake) bringt nächst der Jortieyung bon Wiibelm Schä'ers Roman „Lebensraa eines Menschenfreundbs“ den Schluß der Briefberöffentiichung dk? Majors Bernbaid Schwerifeger (zugeteilt dem Großen (Henricilsiab) „Vom *Wicner Kongicf; . Hamann (Hunke! erörtert dic Frage .Was haben « wir am Wim Testamint?* Jm Vetlauf sciner Ar'ikeltsibe „Krieg und Technik“ unt-rsi-edt Friedrich Lenz in eincm zweiten Auiws .Die" wirt- schaftiichen Vorauöießnngen dis modernen Krie..cs'. Der Lewziger Kliniker Adoli v. St-ümch bat seinem Quisas das Thema „Kö! eriicbe und finlicbe' Krait im Kriege“ zugrunde tirgi Die „Tol wi-(Erinncrungen' sind 'iortgefeKt. Eine geschichn cb-volitiicbe Abbanilun von Professor Wilbeim ÜZTÄMl über „Englands Politik und stine treitmacbt u Lande“ düifte mwäitig von bewahrten: Jntercffe sein desgleiXen eine ausfübrii Vezprecbun dcs R2- ventlowiäzen Werkes über „“Im-Fabian» aukwäxtige Poiiii ". Buxb- kritiken und eine Bibliogiapbie biicbiießen das Hkxt.