1896 / 29 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 01 Feb 1896 18:00:01 GMT) scan diff

.-- ;;

44-9» &us-WS:..WIWMFÜ „*.x *T',

,“. sundheiiéamt berauSgege-bene Gesundbeitöbüchkein in größeren

engen auch im Lande verbreitet und zu diesem Zweck weniger weit-

* Umfig und bini er hergestellt werden möchte. In jrdcr 'amilie sollte

es vorhanden se n. In Amerika, in Engiand smd äbnli Bücher in ungeheueren Massen verbreitet. _ ' _

Direktor des Kaiserlichen Gesundheitsamts [)r. _Kobler ist fur diese Anregung sehr dankbar. Eigentlich sei aber die „große Außgabe schon so Zusammengedrängt, daß man fie kaum noch weiter zusamrzrc'n- drän en könne, und auch der Preis sei schon sebr aermg und durfte den I)ieistkn erschwingbar sein; er betrage bei 20 Exxniplaren 80 „5. Redner woiie gern erwägen, ob eine kleinere und billigere Außgabe bérzaxielicn mb [ich sei oder ob rs 1ch mrbr Empfehle, Einzelausizaben herzutellen, wie fie über die C olcra berausngeben worden seten und über die Tuberkulose beraußgegeben werden so ten.

Abg. Wurm (Soz.): Wir sind auch mit dem Buch ssbr zu- frieden, wünschen aber nur, daß es billiger, nicht daß es an Umfang geringsr herausciegeben würde; eocntueld brauchte ,mirn mcht so gutes Papier. Wünschenswertbrr aer ware, das; die in dem Buch aufgestellte'n Grundsätze auch überall unsere, sonstige Gésrßgrbuyg durchdrängkn. Das Büchlein schwibt das Minimum an Luftraum fur mensch1iche Wohnungen, an Nahrung für den Menschrn"u. s. w. genau Vor; möchte brch auch die ReiÖS-Findnzbcrwaltiing dafur sqrgcn, daß di? arbeitende Bevölkerung Löhne crbali, Welche ibr'ermoglicben, diesen Vorschrifth nachzukomm€m Herr Rettich :bat ein? Schauer- eschichte von dcn Bakterien im Gstrc'ide erzäblr. „Noch viel schauer- ?icber ist rs um die dLUtscch Butter be'striit. In eurem Granini deut- scher Buttkr find 40 Millionen Bakti-ricn gefunden ,wordrn, izr Einem Gramm Margariiie nur 2-3 YUÜWUCU. Damit wird qiso ritchis bc- wiesen. Vikl brffer wäre Es, das Bäckcreigeskxz drang? €rtdl1ch durch, dann würde uns mit diesen Bakterien nicht mehr brings grmacht wrrdxn können. Redner bedauert, daß das Kaiserlickyc Gcsuridbcitsamr lediglich eine beratbcnde und begutachtende Behörde sci; sxirie Fraxribn boiti: dic Fordkrung aufri'ckxt, daß dirsé Bcizördc zu (“mer, e*wtuiibcn rim- gkstaltet werdcn müssc. Dsr Partikulariörnits dsr Eirizciiiaaien birbe einfach zvrückzutreirn. Er beicichnlt frrncrrirr (Geseß, bktki'ffkndxkié Feststrüung dcr Vorkcnniniffe drr ziir: Kbntrbik drr 'NkikD'sgLikYL auf dsm Viabrungsmittrlgcbirte brrufsiwn Brami'én'ais eiiw drizigcnds Noihrvendiakeit. Die Beamten dir politischen Polrzcxsrwn dba) dgziz absolut nicht gseignkt. Wolle? man die Grieß? diircbsirbrrr), so, mujse' man besondere srlbsiständige GLsUUdbLiiÖbWMW haben. Dic: ruisiicbc-n Roßbaare und Scbwsineborstmi wiirden erst am Orte drs Verbrauch:“; nur mangelhaft desinfizirt und gäbe'n ziir: Vrrbrriiuxig von ((N-("UTÜCU Veranlcissnna; Vorschrifirn, welchc dic Anstkckungsgrsabr' bessiiigten, bevor das Produkt in dir Hände dcr Arbriisr kommi, scicn sbcnsails dringend erfordkrlici). . ß " 1

Direktor des öiaiskrlichcn Gcsundbcrtsamis ])r'. Koblslr: Bon ReiÖOwrgen isi auf dsm Grbict dcr Urbr'rwachng der Iigiirungs- mittrlgese'xe dccb schon rccht vicl gkscbchrn. chrr brakiricbcx_Ar5i muß beutk ddrgetban haben, daß er sich QULÖkk'isbikndL Kcnntmiw in der Hygiene angeéeignct bat. Ferner bkstébén Einheitliche Liorsxlirtftrn iiber die Vorbildung und Prüfung 'der NabrxingsmiitLl-Cemikrr in allen Bundesstaaten, In Zukunft rvrrdi'n also die ÖkklifkkicnstBk- bördkn und Béarriti'n über ein ausircicbendrs Maß vori tkchu17chchn Kenntnissen verfügrn. DLL" Yiißstand wkgkri der importicrisn RW- baare und Schweinrborstcn ist uns lange, bkkarini, und unser; Bi“- mübungsn in diescr Beziebirng re'ichkn bis 18-94- zrrriici'. DW bor- gescblagenen Arwrdnungsn sch€iikkt€11 an drr Bcbairptrmg, daß das Material durch die Désinfektionrn mindrrwrrtbig wrrxe'. Nrucrdings ist wiedér Material über die Frage eingsfordkri wordkn, Und m'uc Erwägungen wrrdrn angestslit rverdc'n. Das; Eine DCÖilisLkTion an dir Grrnzc durcbzufübrcn gt'lingc'n werds, isi skbr unwabrscbeiniiii); *

Abg.Rettich (dkons.): Daß fick) d€r Abg.Rickcrt deöarrsiaridiicbkn Getreidrs [iLi'LVOU annehmen würde, war s(lbstbe'rsiändlick). Die Thatsache aber, daß diess Litigefübrtkn Getrrideiortrn sebr stark bakterirnbaliig siiid, bat rr nicbt W der Welt schaffen köiincn. Vicis Autoritäten auf dcm bakteriologiscbe'n (Hsbiet bsbaubtrn, daß dir b:"im Backen (“niwickelic' HM zm“ Vcriiiiwng rcr_Bakt€riCir iiicbt aubrcich. Dis Frage bedarf 0170 in dir Wijii'nirbair doch nos.) drr VÖUiJUL Klärung, bevor man übir die' Säcke uribkilx.

Abg. Förster-Ni'iisisttin fragt, ob das Seucbcngescß wikd-Zr zur Vorlage kommen werde.

Staatssckrrtär drs Innern, Staats-Miniitcr [)]-. von Boettichcr:

Das Sr11chrng€scy, drsicn Durchicratbmig sich in dcr borisßwn Session zU mcincm Bcdausrii nicbt crmöglicbin ließ, wird in dirirr Session nicbt borgclriit irrrdcn, weil dic Sitzung fo bclasikt ist, das“, man nicht darauf rccbne'n kann, daß ('in so schwerwicgcndks Gksry noch zu Verabscbikdrn skin wird. erzwiscbxn iir abrr dcr chanks fiir das Reich, ein Ssuckzkngcsrß zu Orlasikn, nicbt aufgsgsbcn.

Das Kapit'el wird bcwiiligt,

Beim K_apitrl „Paicntamt“ wünfcht

Abg.1)r.-§_,)a m m acbér, daß Link Siclienbsrmkbririig siiitrxti', bkbufs schnellerer ;.)-[111inan der Tsrmmc mir die Enticbc'idmig dsr Paie*iit- streitigkcitrn. Z rrncr frdgt er, ob Line Tkrikscbrist iibrr das Waarsri- z€ichengcsch zu erwarten sei.

Staatssekretär des Inricrn, Siaais-Ministcr ])r. WU Boettrcher:

Die Hoffnung, die der Hcrr Vbrrcdricr bkgi, wird sicb erfülii'n. Wenn die Dcrikschrift dem Reichstag bisbrr noch nicht zirgégangsn ist, so likgt das daran, daß fie bei mir auch noch nicht Lingrgawgrn ist, und das bai seincn Grund darin, daß rin Wschicl dcs Präsidirmis im Patrntamt cingctrkien ist, Wodurch die Sache sicb kazÖJkrt hat. Ich bbre abt-r, daß das Rkick§awi ch Jnmrn in einigc'n Tagen die Denksckzrist krbaiicn wird, und dann wird ('I auch nicht langc daurrn, bis drm Rciciwiag dic Sacbr borgclrgt wer- den wird.

Was die organiiaioriscbr Acndcrung anbsirifft, ron dcr drr Herr Vorredncr gesprochen hat, sr) sind mir bisher Kiagrn Üirr Vrrzbge- rung in dcr Anscßurig dcr Termins nich! zugsgangen. Ich würde brrrii sein, sofern das Bkdüriniß fick) brr'dudsiclit, LiUL Siciicnbrrmrbrung eintretcn zu lassen odcr eins orgaxiiawrische Vcrändcrung borzunkbmcn. Aber der Hrrr Vorredner wird cb" auch natürlich finden, daß ich übst diese Frage zunächst den Präfidentkn dcs Patrniamis bbw; denn ich würde jedknfails obne eine solche Information, wie er sie mir gkben kann, außer stande skin, mich nieritorisch übrr dir Sache zu äußern.

Das Kapitel wird genehmigt. Brim Kapiicl Reichs- Versichcrunngt“ fordert

Abg. Molkenbubr (Sry,) die Voricguri rincr Reform chs Unfallberfichcrurigsgefc'xzes, die schon seit fünf abren versprochen sei und immxr in kiirzem dorgelkgt werdkn soll?, abcr bis heute _noch nicht €rschr€nen sri. Rcdncr gebt dann auf die Ergebnisse der Bcrufßgenqffcnscbafti'n cin und bemängelt es, daß die Vcrirßicnx nicht immer die dolle Rente erbi€1t€n, die ihnen zustcbc. Diedwrddcutscbc', *Holzbcrufsizrnoffrnschait rntziebe die Rxnte zum tbctl den Personen, rrclcbr eine Hrilanstalt fruber verlaffsn babrn, als es die Arrzie grstaitcn. Von der Anstalt in Neurabnsdorf Werd? selten jemand freiwiiiig rntlaffen; und wer ge I" den Wilicn der „Berufsgcnsffkntcbast gebe, dcm werde die chie ge urzt. _ Rcdnrr bemangelt ferner, dir?“? die Nrbeiterkolonnen, welche das Löichen und „Laden bon Schiffen brsorgtkri, vom Reichs- Verfick€iungsamt nicbt mrbr als Arbcitrr, sondern als selbständige Uytcrnthmer brirachtct würdc'n, (1110 im Falle dcr Verungiück'un ck2th Rent? rrbielten. Derr Abg. (Hamp. fährt Rcdncr fort, bat si daruber beschwert, daß das Retchs-Versich€1“ungkamt din landwirib- sch9nllchcw Bkrufsgciw'ffi'nscbaftén „Unfallverbiiinn svizrschrii'ten aiif- zwmgcwrvil]. Da hatte doch die' LandwirtbsCFast selbst Etwas thun muffrn; aber 66 smd bei ]? MiÜionen v-x'tsicixericr Personen im

a re 1892 an e 4 „M, 1893 33 „FC und 1894 56,20 „M ausgegeben ondcn, troyTeni die Zahl der UnfäUe bei, der Landwirtbschaft sich fteti vermehrt. Die Unfälle find nicbt zumeist auxTrunkerib-eitzuritck- zufü ren, denn es sind unter den 32 000 Verungluckxen nicht weritger als 8000 Frauen und Kinder. Da sind die UnfaUverhutungsWrschristcn

dringend nothwendig. " .

Abg. Stadthagen (Soz.) beschwert sich ebenfalis „uber, die Behandlung Verunglückter in den Heilanstalten._ Nin: in einem Folie babe das ReiÖs-VerfickperungFamt zu Gunsten Lines Arbeiters entschieden, der nicht in der ' nstalt blkibc-n woÜte, wo“ die Arbeiter fast wie im. uchthaus_bebandelt wurden. DZI Schredd- gericbt der Berufögkno enscbaft, fahrt cr fort, hatte dem Arbeiter die Rente gekürzt, wril er die Anstalt verlaffan batte; Aus Neu. rabnsdorf sind Lruir kritiprungrri; sie wblicrr [ls?bér! auf jeden Rsnten- anfprucb ve'rzicbtsn als die Q'ualerrr' ausbcrlten. Es hat dem Anscbkin. ais ob es da noch die! "schlimmer ist_ als in dem Brauweiler Arbriwbans. Die Arbeiter wunfchen, daß diess Mtßstande beseitigt werdkn, dc'nn es ist so weit iickorzimen, „daß die Ar- beiier, die Gläubiger der Berufsgknoffenswast, xeßt in der Macht ibr'rr Schuldner sind. Durch die Nechtsbrecbung _ wird das kleine Wsnig, welches den Arbmtcrn zugewiescn tit, fxortwabrend brrklciiirrt und gcschmälrrt. Ick) bsdquere, dgß dcr Prasident des Reichs-Vkrficberurigsamts, zu dem“ die Arbciti'r volles )x'JEL'tkAUEXl baben, diesem Uebelstarid nicbt irbbclsrwkgnn. Cr_ bai sicb mri Voliem .Herzsn bkmübt, für die Akbkltkk tbattg zii skin tm (Hegrnsaß zu einkm banausiscben Beamirntbum; aber _“Dié'YZLrUf§g0110ff€11schafikn drängrn das Rricbs - BérsickyerungHamt' aus dt? alten Wkiie, i_odaß sckzon sr'gar gedruckte Formulare für dik'AÖWLlsung bowAnsprizMn binuxii wsrde'n; die juristischen Formglwn machen sich i(Twn' wtcdrr webt breit. Die Verhältnisse find starker als dcr gute Wilis drs Präsidsntcn drs Amts. Wir wünschen die Vorlesung dchZoleil, um drnje'nigi'n Männcrn, Welche sLiUL Gesinnrmg tbeiien, m ibrcn Bcstrrbmigirn zu brlfen, We'r Schaden anrichfki, muß für dkn bolirri EksÜY drs Schad€ns sorgen. Das grschikbf durch die? UiifÜUVi'lfiékYLrllng nicbt; sclbst da, wo dsr Untkrnehrne'r fabrlässLJ urid itrasiäliigchban- dclt bai, ist dsr Arbritrr nur auf die gescßliibs Rknts awgcwicicn imd bat kein RLÖL aiif boiic'n Säiadrnersay. Dab Rrichsamt des Jnrrcrn würds fich drr: Dank nwitrr Kreise bcrdicrwn, wsnn cs cirie' Nrwrlie zur Unfallbkrficberung vorlegen würde; wrnii sie auch rwcb so schlicht ist, wir haben die Gclegenbeit, sie zu Vé“'7bi'ff('kn. Die Unfallbrrufs- xikrivssenicbaftkn waßén sicb Rcchte an, wcchyc fil: nicbt babsn. (Fiiiigk Ykrufkgenoffsnsckiaftrn Verlarigc'ri bei dcr Einrsickyrmg dcr Bcrufirng diE Bkifügimg dcs Bascheids der GkiiOffkkisÖQst und nrbmin dadureh drm Arbritsr das einzige? Aktcnstiick, über wclchs cr vrrfüxii, (MZ dcr Hand. Man zwingt uns, dic einze'lnkn FÜÜC zu erörtern, wäbrrnd wir“ doch bcffcr die Zeit zur Bératbung dsr Nbvrlie brrwcndc'n kbmrtin. Job bitic also den Herrn Staatsskkriiär, dir Nobolic schicmiigst vbrzrilrgcn, Wynn ich die Politik der Bydbeii, drr ich sonst fkrn sicbk, erripfcblc'n WOÜW, könnte ich nur raiden: “3-ng Sie die Nobelie nicbi bor, denn die Unzufriedcnbkit wächst dadurch steiig.

Siaaissckrctär dcs Zrmcrn, Staats;Minisicr i))". von Boettichcr:

Mkirw Hrrrcn! Bki fo spätrr Stunde nur cin Wort, Und ich kann micb um so nwbr auf ein solches beschränksm ais ja drrwrsxriilicbc Jribaii dcr Vorträgs der Herren Vorredner sich mit Eiiisthxidimgcn und Brsckyiüffxri d&s Reich€-Vcrfichcrungsamis brfaßir, die' nach di'm Grfrß, da das Rkicbs - Verfichrrringsam! so:;bsrcin ist, cincr Arifrcbimrii kaUm iintcrzogrn wrrden könncn. Ich habe nur auf die ZSJLU micb crbobcnéKiagc zu antwortsn, dak; Lins Nordriis ziim Unfall- bi'rsicixerringägcscß drm Rsicthagc noch niÖi vorgchgt ist. Ick mcinc, ick) bäitc mich n-éulicb schon dcutiich genug darüber ÜUÖZLsPkOÖCU, woran diss lisgt, und dcr Herr Vorredncr, der ja sogar die Nobslicx bon 1894 in dcr Hand gkbabt, soilték dock) wissen, daß es- nicht meins SchUid ift, wrrrn dich Novelle noch nicht wcifcr gediebrii ist als bis an dem Bundesrats). Ich babe ausgeführt, das; dsr Anstand einfaib darin iikgt, daß man die Idee Liner fundami'ntali'n Uingéstaitung imsrrrr grsammicn Arbeiicrbrrsickxrung in die Diskaifibn xrc-worfén bai, und SiS wrrdcn mir zugeben, das;, wcnn Lins sblch8 Frage einmal ani- xirwbrfkn wird, ('S zwcck'mäßig ift, fic zum Austrag zu brings", bevor * (Zitruf bci drn Sozialdemokraten) - grwiß, man kann ein so umfaffcndkd (Miri), wic Ls dic Nr*bclle zur Unfalibkrsibcrunxis- gkscizgkbimg darstelit, kaum in cinrm Mornkni rrmiiycri, iii Welchcm man vor die Frage gestelit wird, bb nicbt sink totale Umgr- siaiinrig drs Verficbcrungswescns borzmicbriwn scin möchte“. E70 licgt di? Sacha und ich bin es jsdrtifalls nicbt, dcr deri wriirrrii Fortgang drr *)idbrlic bkrbindert; im (Zicgentbrii, ich w-Zrdr mich um sd mrbr frsircn, jc frübrr sie Vcrabschiidri wird, ziirrial mich ick) drr Mcimmg bin, daf; unsrre' Urifailgcskiigcbiirig dcr Kbrrcktirr brdarf. ULbkigan wird es inrmr'r Lcntr g-xbi'ii, die'. mit dcn richtkr- [iibrn Entscbéidungrn dcr lcßicn Jnitanz nicht Citibc'riiandi'n siiid, so- das; wir auch in Zukunft damit rvkrdcn r&biicn müffrn, dai; wir VM drriHerrenSozialdemokraten aucb nach dc: Vrrabfchicdiiiig drr Yiiobi'iix Kiagrii über die Vcrfeblte Anwendung dcr Gkskizx vcriwbrnkii.

Abg. Freibcrr bon Stumm (Rb,): Ob dic Norsiis crit dann vorgelegt werden so!], wann die Fra» drr Vicorganisaribn kriiscbi-cdcn sein wird, ist auch mir zweifelhaft. Ick) Klaubk, man könnte auch ij7 mit einer Nobclie zur Bese'itigurg Wil lirbrlsiänccri VNgCOM, das balic_ ich für einen durchfübrbarrn Ve'rsricb. Eine Nobrllr irn Simm: *05'I_*ck,)Ckk21 Stadtbagen wird doch nicht Bcffcrimg Waffen: nacb ibm rit 1'16 eiiirntlirh übcrfiüssig. (Fr bcwcgt sicb in Widcrsprücbrri: cr tadelt die Rkchisprkcburm dcs ReichS-Verfichkrurtir€amts und lobt darirbrn dkn Hrrrn Präsidi'ntcn drsfklbcn, kr beklagt abcr, das: die Brrngrnoffenschafir-n ibn bceinfiussi'n. WSL babsn dirsc iiir cinrri Eiriiiuß auf dab Reichs-Verfickperungbamt? Dis Kürzung dcr Ninix; wrrl der Arbeiter nicht in Liner Anstalt bat ausbaitkn wbllc'n, 11i_ ZU- Gunstrn drs Arbeitérs entscbicdéri; dazu braucht man aiw keine Novella Die Errichtung bon Hi'ilanftalicn Und Er- bblungsanslaitcn bglte ich für sebr richtig; dsr Riicbstag wird )'iii) ziicht dagegen erklaren, daß die Arbeitrr grzwungcn wkrdcn müsjcn, tri solche Anstaltkn „iii geben, um die Heilung zu VollziLbcn, damit disse nicki durch den Lercbtfixm der Arbeiter berbindcrt wird. Griodrlt Wirk), dic Rrckxtsprecbung in Bezug auf Bruchscbädsn; rs baiidclt sicb dabkr aber mehr um (*in-: Krankheit, nicht um eincn cigrntliibcn Betrtcbkunfal], sonst müßte man ja jSÖMl Arbeiter, der nicht mehr arbeiixn kann, o_bne da ein Unfall vorliegt, «ine Réiite gcbkn.

Abg. ])»Hrtze ( enfin): Die Frage dersystcmatisibcn Zusammen- legung ailer Arbeiterbersicherungen muß allerdings zuerst Entschieden werdcn. Aber tch glaube kaum, daß das Rcicbsamt drs Innern sich dazu Lniichlt€ßkn wird. Da sollte man dann dia Noche zur Unfail- vdrsicbcrung ebensr) schnell vorlegen wie die Rrvifion dx! Invaliden- versicherung. Die Berufsgenoffenschasten müsscn zur Hrilung dcs Vdrieyten kW-Rkcht haben, die Verunglückten in Hkilanstaitkn unter- ziibrrxgen. Dieses, R§cht wird auch manchmal mißbraucht, aber die Schuld liegt nicht immer bci dcn Bcrufsgcnossensciwften, sondern manchmal an den Aerzten. (Es solitc: den Arbeitern das YTLÖT gc- grbi'n werden„ gc'gen solche Entscheidung der Brrufsgknoffrnsäyaftcn BZscbwerde ciirzyiegen. Jeb möchte dagrgen dsn Wunsib aui“;- bb??? von einer Ausdehnung der Unfaübcrsichcrung vorläufig

u ? rn.

Abg _S r n g e r (Soz.) :| Dchtaatssekretärvon Boeiticber könnte sich den Angriffen enjziebxn, die er als gcgen fich persönlich gerichtet bc- tracbjet, wenn er dafur sorgen würde, daß der Präsident des Reichs- Versrchcrungbamts als Kommissar dsr vrrbündetcn Régierungen bier anwesend ware, was bier schon mehrfach vsriangt worden ist. Unsere Anklagen wegen der Novclie zur Unfallversicherung richten sich nicht

gegin dM Sjaatssekretär, sondern gegen das Verbaltkn drs Bundw-

ratbs. So gut man auf anderexi Gebieten Notbgeseße macht, so gut kö_nnte mqn auch bier durxb em Notbgeseß die dringendsten Uebel- stande beseitigen. Demgegenubex sollte man nicht immer mit der Ant- wort kommen: Wir erwagen die Dinge. Auch ich halte, wie der Vorredner, die Novel]? zur Unfcrllverßcherung für dringend nothwendig. Darin stimme ich nicht nut ibm uberein, daß die Ausdehnung der Unfallversicherung zurückgestellt werden soll. Wenn der Wille vor- handen „gxwesen wäre, wäre auch der Wka gefunden worden. Da]; Freiherr vba Stumm und srine Gesinnungßgrnoffen den Klagen, dic, msine Freunde vorgebracht haben, kein wiliiges Obr_lelben, ist selbstverständlrcb, aber die Arbeiter wkrden unseren Ausfuhrungcn durchaus zustimmrn. Gkgen Hrilanstalten bat sich der Abg. Stadthagen nicbt erklart; er hat fich nur dagegen Erklärt, daß der Verunglückte mrt fich machen l_assen müsse, was die Berufs- qenoffenschaft wii]. Die VcrtrauZUSczrztc der Bcrufsgcnosfensckiaften sind zu srbr von den [cxzterrn abhangig, als daß sie die Jnterkffen der Arbeiter wabrncbmeir sOÜtLU. Die Arbeiter solitcn daher ihre Vrrtraußnsärzte bcfragen können.

Abg. Freiherr bon Stun) 111 (Rp.): Herr Stadtba cn bat sich gegen die zwangsweise Unjerbrinaiing drr Arbriter in eilanstalten agögesprochrn. Da"gicbt «(€ iiur Em Vkittcl: laffc'n Sie die Arbeiter mit zahlen, dann baden Stk, aucb Arbktterbkrtreter nach dem M*ustkr _drr KrickiPschin§kgss€m Disk, VrrtrauenSarzte' werdrn jn iiirbio immer auf die Sxiw der Arbeitkr irrten und nicht auf die Srite drr Blrufsgknrifferrschastcn.

Vlbg. Stgdtbag en (Soz.): WAZ ich bekämpft habe, war, dds; dis Y_rbcnicér gczwungkn wcrden,_ fick) arwc'rcn Asrzten als ibrrn Bsrtraiic'risarzten anzubrrirairmr und O;)eilcinsiaiti'n, die in der Macht der Bcruikiicnbffrnscbcrfikn sieben, «uizuiiichcn. Nur in Einsm Fall ist Rcmcdur rmgrtreirn.

Abg. d'or! „i?ardor'ff (RP,): Wie kann man annkbmcri, das; dir.- Vertraiiensizrzte abhangig Von dri) Berufsgsnbssknschaftsn sswn? Dt? gi'ringe BrsoldungUdie sie yon 1[)k1[*11_€17k)a[ti?n, fallt doch nicht ssbr iris (Hewtibt grizxn ibre sOUsilsqC Praxis. Ykan kann also arrrwbiiren, dcif; sis unvartsrisch tbr Uribril abgrbkn nacb bkstcm Wissrn und (Hr- wisskii. Ais Landratb babs ick) aiich darin einige Erfahrung.

Die NUM-chn wcrdrn bkwilligt,

Vorm Kapitol Kanalami“ dankt

, Abg. 1)r'. Lingsnéi (ZNUN) für die Srrlsorgr, die fiir die Lir- bzxrtcr "cmi Kanal LiygrriMri war, und rwaieblt, die Skclsorgs iiir dis 1iüi!0[(]i:!1 Aibkitcr und für dis SÖiffstriaririschait, wclchs dcn K*gnal PWWM ciriziiricbtkri. Fiir die: criaiigeliixbex Kirchc in Hoiii'nai: sci bon (Zr. Mairstat sckZiZii crrrKiriirag g&itistrt wordcn. Viri- 1eicht wirre cs zwxckmdßrg, fiir rim: katbbliscba Kircbi' dcm Biicbof isbn “T*IUÜÖMÉ rn *Brrriwbürtsl odrr OOÜCUM! kill Grund- stück zur Verfügung zu sicilcn.

SiaaiSickrciär dcs Jiincrri, Ztaais-Minisier ]")i'. von Boettichcr:

(Fs frrut micb, daf; dcr Hrrr Vorwdncr “cis chübungrn dkr Kandlvcrwaltung um dir Srclsorgc anerkannt bat; daf; abcr ibr Jnicriffc min, nackxdkrri drr Bm: fcriig gksirlit'isi, sbwkir gcbkn iririri, daß aus dcn Mittcln (MW 01124 dcn Ländcrrirn, die das Karialairxt zx: brrwaiicn bai, zum Bau bon Kirchcn ctwas bkrsczrsbrri wird, da?- mbcbtc i(b nikki ,so r*brir wsitcrdxa aiirwbiricn. (Fs istaUrrdiirgb rickti;r-- rirriii Rc'ffort isi dabri zwar 11icht betbkiiigt gxwisrn -, daf; Skin:" Majsstät dcr K'aiiekr fiir drr! Bau einer Kircbc in Hoitsimir ririi' 31:- Wendmig, sovicl icb wciß, cmd dcm AÜrrb-chysirn DiMositibnr-frrids bci di'rPrriisÜscb-xn Gsiicral-Staatsiaffs brwiiligi bat. Ick) balic ('in-3 solchr Zawkndiiiig, aircb wrnn (iii äbiilickchi farbbiiicbrs Ui]ii'kli(*i*kUC-'1 sich bcrdbribun soiiti', iiicht fiir arwgcicbloffsn; aber ich glaubc kaiim, das; wir dcm Wiiriicbc drs «Herrn Vorrcdners iriiirdi'chäpiirmg trazirn fbiini'n, daß drr Grirnd mid Bkdcri zum Bau cincr Kirch? r*bn iritcn dsr Kanalbrrwaltung ab;;sgrbrn wird. ka Übcrsrbe aucb nicbt, rb wir dazu das Erforderliche Tsrrairi zii irriscrrr Vsrisiziiiiig babs".

Abg. Jabs?" _(nls): Dic dEUiiÖCU Rbcdcr _babrri riirmaiß dgrém xirdakbt, ibri' Schiris nicbt diirkb dcn Kam)! mbrrii zirlZ11r11,i:rii damit rina Pirißbri aiif drm Rsickwtag zii Ubkri, wic (I PCW bon Br*rtiickpcr [Milicb aiizisdrirtit bar. Err (Gririid _lwgt aiiciir darin, dai; der Tarif zii buch “ist, mir die Fabri VM .*„Jixmbiirii bat ('11.(*.'1 ertbcii bon drm Tarif: 50 bir( (;() “'/.- alle'r SOM? gibcn didiaib don Hambirrg diirch dcn „?.:rial. )Jibi'r dw .rcwbbnirÖrn Nr*i'k Ostsccscioiffcibimrri ibri_nichxbi'ni1x36rr. i:)icdiicr iiicht dies iirblcr_iiii_ax;ig zu bi'wriicn.)_ Tir Erkrariiiig bmi ciiwm TA,]L i_irr dic i'iö iwwitciid nacb Dbdcr mbrcnd'n Schiff€ ---- i;"rr die' wri'rrsabrciidrn ist'kir' (Fr- sdarnrig 1wch bicl iiciiwr - wirgt für lesC die' Laiirii iini“! ;;.rf, wrlrbs ibnkri dic KariairasiaJc airii'rii',ii. Zit drri T'nriscg idmrrici? rwrh dir Lbi'tic'ii- imd Kiarirrmi,',diditkii, “z. B. _sixr i'm “Sibtff div". 60) Trins 400 „“„ wäbrriid dw Erki'arriri; böcköitcris .')“00 «is bitrqxxi. Tri" Tarif Uwi; iki'i'abxrsxryt TV“".LUU, joiisttwird dsr Kanal iiikbt ÜTUUYTT 0119 i'iiii'fi-Kbit sici) (TknläFl-KUUZ (ruck) im “31110er dcr REMI- finarizkri.

Staatssckrctcir drs Jirxichi, StaatOZUiirriUcr 1)1'. r*- 021 Bortticbcr:

Méinc Hrrrrn! Tic Frogs dcs Tarifs dcs Nord-Liiscr-Kaiiaik wird uns rwck) ciriirtal 0); ()i'tit'iir brichäftigrn, wcriir liijwcdcr dcr britcbrndc dbrläirsizc Tarif zur Gi'iicbmigung drs Viriäistagö borgcirm wird, oder wknn iri Abändirrmg drr Vorscbrift dcs K'ällaiiiksk'ßkö nvch aui cinin writcri'n Ziitrniim iirr din Liiiridrkraib dis Brfugniß in Anspruch gciwmrnrri rrcrdiri soll, dic Tarifsäyc auch in Zukiiriit bcstimmrri. Ick glaubc drsbaib bcutc nicbt Cingi'bcndcr aiif die Tariffragc miri) rinlasssn zii srUrri. Nirr das will ich wikdc'rbolrri, was ici) rienlich scixdii aiigsdcirtit babe“, daß, als wir ÖM rrkbisrriscbcn Tarif aufstklltcii, wir skaiiäitigk Ulitk'kslichujigkn darirbcr angcstclij“ babrn, wic fich dcr Vortheil fiir dix: Schiffe, die dcn Kanal künftig banPOli, gi'griiübrr din Köslin, die' ibm'n von der Unifabr! urn Ska,]e'n crwachsc'ri, siclit. Ick babe allerdings aus der Erfahrung brraus, die wir si'it dcr Eröffnung dcs Kanals gemacht babcri, den Eindruck, als rb wir doch biklieicbt ctwas zu brch gigangcn wärcn (bört, hört!), und ich baltc is nicht für aubgrschloffcn, daß bci weiteren EkinkUUJCU einc *Hrrabfcxxung ch Tarifs Vorgeschlagen werden wird. Es wird nicht mrbr srbr lari-„ie daircrn, bis drr Rcichsiag rnit der Frage bcsäxäfiigt wcrdcn wird, und ich möchte dcébalb bcute' nicht weiter auf di? Sache cingebkn. Jm übrigkn möcbjc ich mich nur gegen die' Annahme bcrwabrcii, als cb ich mrincrfeits dcn Rbcdcrri hätts cinen Vorwurf darüber mach9n wolikn, das; sie dcn Kanal in der Hoffnung, das; darin drr Tarif brrabgcscyt werdcn wird, mcidcn; das babe ich nicbt geiban, und ich kann biiizufügcn, daß ich CI dcm Rheder -- und Ein Rbrdcr ist mich rin auf Gewinn arbeitrndcr Mann -- nicbt vrrdcnkc, wenn er seine: Schiffs nicht durch dcn Kanal fabrcrr läßt, nachdem kr zu dcr Uc'bcrzrugung gekommen ist, daß, wcnn er zunächst noch einc Zrit lang den Verkeherortbkil, dcr ibm gcboien wird, mridct, er éine größere AULfié-bt bat, später diesen BrrfelM- vortbeil zu einem biiiigcreri Save gcnirßkn zu kdliliLN.

(Schluß in icr Zweiten Beilage.)

, 9-7- »7- _, „*:*-'«“,-'*-„ * :ANFK-éoe'xMTÄZ “"a-„ ÖW“?!

. Zweite Beilage _ zum Deutschen Rerchs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Sonnabend, den 1. Febmar

(Schluß aus der Ersten Beilage.)

Das Kapitel wird bewilligt, deSgleichcn die ersten Titel des E traordinariums, eidcr Ausgabefür Ausschmückung des Reichstags- gebäu de s hat die Kommission folgende Resolution vorgeschlagen: „als Grundsaß an'szusprechen, daß vom Etatsjabr 1897/98 ab Fonds, welche die Ausschmückung des Neichstagsgebäudes betreffen, in dem Etat für den Reichstag und nicht, wie bisher, im Etat des Rcichsamts des Innern zur Einstellung gelangen.“ Die Resolution wird angenommen, ebenso ohne Debatte dic ubrigen rinmaligen Llusgaben und schließlich auch die Einnahmen. Schluß nach 59/4 Uhr. Nächste SiYung Sonnabend 1 Uhr. ZZirsaßcrklärungcn zur Konvention ii er den internationalen rachtcnvcrkehr und Fortseßung der Etatsberathung.)

Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten. 9. Sißung vom 31. Januar: 1896.

Ueber dcn Beginn der“ Sißung ist gestern berichtet worden.

Die erste Bcratbiin? dcs Geseßcntwurfs, be- treffend das Dienstcin ommcn dsr Lehrsr und chrerinnen ati den öffentlichen Volksschulen, wird fortgeseßt.

Abg. Freiherr von erremati (Zentr): Meine Fraktion gönnt den Lebrerri von Herzen eine Vcrbesicrung ibrrr Steliung. Ick) gkbe daber vixl_leichi noch weitcr als manche bon dc'n Lehrern selbst; denn ich bindiziere ibnkn cine sebr bobs StrUung und stelle fie nicht auf die Siiife eines gcrvöbnlicbrn Staatsbeamten; sie baben einen hohen und heiligen Beruf. Sic solisri die Stclie der Eltern Vertreten und die Kinder erzikbkri_als brabe Menschen und StaatsbürJCr. Ick hoffe, daß die Kommission die: prinzipielicn Bedrnken abschwächen wird, Wklché gegen die Vorlags sprechen. Ick) stkbe voliständig auf dem Standpunkt des Herrn bon Heydkbrand. Ick) sags mit ihm: wir könneén, wenn im Kultus-Miiiistrrimn drr WiÜe vorhanden ist, rin utcs Schulgxseß m_achcn. Wir können Ein auf christlicher Grundlage erubkndes Schuliiéxeti macbsn. Wenn wir Es ist ni t machen, dann könnrri wir es niemals machen. Wenn das ni t gks iebt, dann maß ich die' Bkdsnkrn vortrairn grgsn die stückwc'is-Z ngslung des Unterrichtswesens; es gkbt dabei wie mit dem Bündsl bon Stäben. Zuiammcén kann man fie nicbt zcrbrrcbkn, mobi abi'r Einzeln. Die 3 r1oldungund Prusionicrung ch chrer soll gkregcit wsrden, abér wer stelit die Lrbrrr an“.) Wo blsiben dis Rscbte der Eltsrn und der 'KÜÖM? Die Z).)Ziliionsn, diE hinter uns siebkn, sind darin _urrskrrr Meinung. Sie kbnrrrn die Schule? nicht mehr schadigkn, ais WSUU_Sik dieselbe zu Liner Abrichtungs- anstal_t machen. Nach der „Verfaßung steht den Gernsindsn das N€cht auf die Schule zu. Aber xsßt laßt man die Gsmkindén nicht einmal xineri Wunsch aussprechen, wen sie (113 MM haben möchten. Das ist Litre faiscba Richtung, diE ich für nachtbrilig balik. Dsr Staat bai ntcht die? Aufgabe, zii [LhkLUZ dr hat dazu nicht dcn Brrui und die Mößiichkeii, er muß andrrc _Kräitk dazu berauzirbcn. Wsnn dis Vcrpilichtung der Eltrrn, die Kindrr zu rriicbcn, auf die Schals Über Ebi, so folg! daraus, daß dic StaaiSauf'ickyf Verpflichtkzt ist, auf die Wünsche drr Eltkrn Rücksicht zll iwbmsn; ionst ist de'r Schulzwang etwas Urie'rträglichcs und dic Höchste Tyrannei. Das sind dir: lex_itcn Koxiscqurnzen der Staaidsckyulk. OÖUC siitlichrn ;)Ti'ligions- unterricht giebt L's keine Erziehung. Alles, was blos; auf das Wissen gkbt, ist nur Abricbtung. Für die Erziehung mus; die Kirchc zit- chogcn wkrdkn. Das trifft auch für_ die cbangciiscbc Kirche zu. cker wsnn man solcbr Fordrrungrn auistsllt, darin glaubt man glcich, die Schiris wird Von dcr Kirch unterdrückt. Die Kirche will abcr: nur von ihrem Rsckit Gcbrauck) machen. Dsr Falksch SchUl- leaß, drr der Kirchc ikdrs Rrcht auf dic Schule ab- 1pricht, wird aiich cht noch Vom Kultus - Miriiste'riiim aufrecht Erhalten. Taber_dic (Entrüstung der Katholik?" gcgkn dies? Schulbureaukrati8. Wir iind dabin gskbmmcn, daf; dcr Staat ideals Güter auffrißt, die mehr wcrtb sind als der Staat selbst. Wir werden uns mit dem Kultus-Minisisr bei anderrr Gelkgcnbcit über diss? Fra 6 noch cinmal gründlich untrrbaiicn. Ich verstehe rs nicht, weiß alb nicht der K'UltUI-Ykiniftér dic wcrbrnde Kraft der Kirche Heranziebt, aber nicht in eincm Vc'rbältnif; dcr Unterordnung, sondern als gleichbrrccbtigtcn Faktor. Wohin soßen wir kbmmrn, wenn die Jugend nicht religiös crzvgcn wird? Glaubkn Sie, daß durch die Polizki die' Umsturzbsstrkbungcii aasgrbaitcn werdcn könnrn? Nur durch christliche Erzisbunx] farin drr JUJLUÖ dsr Halt gegeben wsrden, daß sie sich fcrn halte von allen imsturzidecn. Wo wl] das Gefühl für Recht, für Gcnüisamkrit, für Trrur gcgen den Staat und die Anerkennung der (Heirtzr bli'ibcn, wenn wir nicht eine religiöfc Erziehung haben? Ist rs möglich, in rincm cbrrsilichen Staat zu sagen, daß der Rcligiorisuntkrrickyt im Austrag drs Staates crtbeilt wird? Das ist eine Verwirrung, dic 1ich in die Gemüther €ing€schlichrn bat. Unier diescr: kabältiljffén kann ich drr Kultuöberwaltung Eine Vorlage nicbt gcbcn, welche die Lrbrcr besoldet und prnsioniert, aber über die Or anisation der Schule nichts ent- hält. Ich bin gern bereit, dkn Cbrcrn und Gemeinden zii belscn; wenn ks gebt, mit Umgrbung dsr brinzipirlic'n Bcdcukrri sine Ver- ständigung übe'r die Vorlage zu stande zu bringen, so will ich dazu bereit sein.

Minister der geistlichen Angelegenheiten ]). ])1', Vosic:

Meine Herren! Die schönen Worte und die Anerkmmung für dem bobcn Beruf der Lehrer, die der Herr Abg. Frribcrr bon Heereman zum Eingang seiner Rede ausgesprochen bat, tbeile ich Von ganzem Herzen und unterschreibe in dieser Beziehung jedes Wort seiner Rede. Freilich ist das nur ein geringer Theil, in dem wir beide übcrcin- stimmen; ich muß gestehen, es ist mir ciirc sebrscbmcrzlich? Erfahrung, die Wir bei diesem Gesetz machen müssen, daß der Herr Abg. Freiherr von Heereman es für nothwendig gehalten bat, sich in einen so schroffen Widerspruch zur gegenwärtigen Kultusverwaltung in Preußen zu stellen- (Jurafe im Zentrum.) - Meine Herren, daß mir das schmerzlich ist, kann mir niemand verdenken; denn ich habe das Be- wußtsein, daß ich es nicht gewesen bin, der irgend etwas gethan hat, um dcn Gegensav zu verschärfen, der Von manchen Seiten zwischen Kirche und Staat, zwischen katholischer Kirche und Staatzu schüren gesucht wird; im Gegentbeil, ich habe vom ersten Augenblick meiner Thätigkeit in meinem jeßigen Amt bier an dieser Stelle wiederholt airSgefprochen, daß es mein sebnlichster Wunsch ist, zwar prinzipielle Fragen *- denn Staat und Kirche können in gewissen prinzipielien Fragen keine voile Ueberein-

Untcrrichts- und Medizinal-

stimmung zur Zeit erzielen -- offen zu lassen, aber doch zu einem friedlichen und Versöhnlickpen 1r10r1113 ijrdväj von staatlicher Seite die Hand zu bistcn, damit auch bon kirchlicher Skike sie ergriffen werde und damit wir im gemeinsamen öffentlichen Jntesresfe das erreichen, was wir crreichen müssen. Ich babe eine friedliche und Versöhnlickie Politik nach diessr Seite bin verfolgt; und darauf erhalte ich jetzt die? Antwort von seiten des Herrn Abg. Freiherrn von erreman in dieser Weise!

Nun, meine Herrrn, ich will gleich noch einige Punkte abmachen, UM 311 zeigen, daß, wie ich glaube, Herr von Heereman doch nicht Von ganz zutreff€nd€n Vorausseßungen airsgcgangen isi.

Zunächst, meine Herren, was hat w0b[ der Falk'scbe Erlaß vom 18. Januar 1876 mit den Lébrsrbesoldungen zu thun? (Sébr wabr! Zurufe.) * Gewiß können “Sie ihn als eins JÜustration ansehen des Vkrbältniffes bon Staat zur Kirche.

Nun babe ich mich im yorigrn Jahre Über die Beziehung dss Staats zur Kirche aussissprocbsn. Der Erlaß stammt aus der Zeit des beißéftcn Kulturkampfes. Die katholische Kirche und das Zentrum smdrn in der Auödrucksweise diss Erlasses gewisse Schärfén, die sie verikßrn. Matericsll skkhk die Sache: keineswegs so, wie Herr Freiherr von Heereman annimmt, daß diesrr Erlaß die kirchlichen Organe von der Schule ausscblössk, sondern er erkennt ausdrücklich an, daß die Leitung des RSligiOUIUUtSkkiÖts den Geistlichen zusteht. Ausdrücklich, und gerade das wird darin urgicrt. Nun würde ich ja sehr gern bereik s€in, wenn ich irgend etwas Ykaterikiiés daranändern könnte,wenn ich irgend etwas fänds, was mit der Verfassung nichtinEinklang sieht, die Sache in eine mildsre Form zu bringen, wenn die chhtr des Staats dadurch nicht brrlsxzt wsrdrn.

Aber, mcine «Herren, bloß ändere Worte zu machen und in dcr Sache dasselbe zu sagen (Hört! hört! im Zentrum), das, muß ich allrrdings sagen, ist doch nick)! die Sache des Staats. Ich habe den kirchlichen Organen gegenüber ausgesprochen _ Sie wissen das auch -, daß wir di€sen Erlaß zwar aufr€cht Erhaltsn, daß wir ibn absr mit Milde anwendrn. Im vorigen Jahre konnten Sie fich darüber brklagen, daß die Hörrsn Bischöfe noch keine Antwort cr- baltkn battcn. Auck) darin lag ksine Frindseligkrit und noch wenigsr eine Mißachtung; im Gcgentbeil, ich war bon dem Gedanken aus- gegangen, daß dic Nichtbeantwortung damals dEr freundlickzste Wkg wäre', und ein freundiichercr Wrg als eine Ablehnung. (Hsitcrkeit rechts und links. Unrube im Zentrum.) Nun, maine Herren, ich babc die Antwort jstzt crtbcilt, die Bischöfe baiben sich an mich gewandt, und ici) babs sie auf diesen Erlaß bingerviessn und babeibnen gesagt, ich bäte sir, mir nur dic Mißstände, die fie im einzelnen fänden, mitzu- tbeilen; ick) sei bereit, sie abzustkilcn - und ich kann Sie versichern, es ist auch noch nicht eine einzige Beschwerde nach dieser Richtung Eingegangen! (Hört! hört! rechts und links.) Ich bab? wirklich das erußtscin, in dieskr Brzikbung gethan zu haben, was ich konnte.

Nun, mag auch das gleich bier abgemacht werden, ob- wohl ick) nicht in die Tisfc der Angriffe: Linge'ben will. Ich wil] aucb birr dkn Gcgknsaß nicht bérscbärfc'n, sondern möchte? bsrsöbnén. Abcr das kann ich nicht ruhig bingcbsn laffkn, wrnn Herr Frkiberr bon Hcrreman sagt: dir Staaissäyule ist Sint? Abricbtungsanstalt! (Hört! Hört!) Nun, msine Herren, Erstens haben wir keine Staats- schule, sbridcrn unscrc Schule ist Gemsindcsckoule in erster Linie?! Der Staat bat die Aufsicht über die Schule, imd dic wird und kann er fich nicbt nebmsn laff6n! (Ssbr richtig! rechts und linkö.) Meine Herrrn, wir nebmcn in sebr wLithi Umfang dis Hilf? der Kirche und dsr kirchlichen Organe in Anspruch, Und wir sind dankbar dafür, Ich stimme ganz mit Herrn Frkiberrn Von Heersmarr darin iibkrkin: wir können die Kirche iind dis Organe dcr Kirche in der Schule nicht völlig Entbrbren, wir bedürfen ibrsr beim Rcligionsimtrrricht; wir babrn jrrzt garnicht die staatlicbrn Organe, die das ailes machen könnkn. Und wie: [irgt die Sache, msine Herrcn? Ucberall, mit Ausnahme der Provinz Posen Und drr doppelsprachlicbrn Distrikte, babe'ii wir fast nur geistliche Lokal-Scbulinspektionrn imd weitüberwiegcnd geistliche Krris-Sckyulinspektionrn. (Widerspruch im Zentrum, Brwegung links.) Ja, mciiw Herren, wsnn die Organe dsr Kirche, die mit bolirm Recht darin stehen, das nicht hindern könnkn, daß dicse sogenannte Staats- scbulc .Abrichtungsanstalt“ wird, woran likgt di'nn daß? Wir haben das Vertrauen zu ibnrn gehabt und baden es noch, und ziehen sie: zur Aufsicht beran -- und dann dicse Klaxzr, wir wollten die Schals zur Abrichtungsanstalt machen! Nein, meine Hrrrcn, Wer mich krimi, der weiß, daß ich cin Gegner ieder Dressur und Ab- richtung bin.

Meine Herren, wenn Sie fragen: WO bleiben die Rechte der Ge- meinden? _- so mache ich darauf aufmerksam: wir haben den besten Willen und den dringenden Wunsch, den Gemeinden das Recht der Mitwirkung an der Bsssßung der Lehrerstellen zu geben. In der ganzen Monarchie haben wir sie, nur in Westfalen nichtüberali. Jchweiß nicht, ob Herr von Heereman das wciß, daß ich in Unterbaudlung über diese Frage in Bezug auf den westfälischen Distrikt stkbé. - Ich boffs auch dort zu einem für die Mitwirkung der Gemeinden günstigen Ergebnis; zu kommen. Die Schwierigkeit ist dort durch die Patronate entstanden. Wenn wir für die Besetzung der Stellen durch den Staat die Gemeinden hören wollen, dann müssen [wir sie auch dann hören, Wenn die Patronate die Stellen beissen. Das hat aber immer Schwierigkeiten gemacht, weil die Patronate sagen: das ist ein Ein- griff in unser Recht. (Widerspruch im Zentrum.) Ja, meine Herren, das ist ein Einwand, den ich erwägen muß; ich kann heute noch nicht sagen, zu welcher Entscheidung wir kommen, und ob fich doch nicht noch ein Weg wird finden lassen; aber es ist mein dringender Wunsch, nicht die Rechte der Gemeinde an der Schule zu kürzen, sondern zu stärken. Darauf will ich hinaus; ich will nicht auf die nackte Staats- schule hinaus, das habe ich nie gewollt, habe auch niemals Anlaß gegeben, das zu glauben.

Nun, meine Herren, die Schärfe, mit der Herr bon Heereman sich heute hier gegen die Unterrichtsvmvaltung ausgesprochen bat, scheint mir ein recht charakteristiscbes Beispiel dafür zu sein, wie un- geeignet unsere Zeit ist, um die großen Fragen, die bei einem Schul-

1Z96.

gesetz zur Sprache kommen müssen, hier in friedlicher und wersöbnlicher Weise zu erörtern. (Sehr wahr!) -

Meine Herren, gerade das hat mich überzeugt, daß ich Recht batte, als ich gestern auf die Bedenken, die ich nach dieser Richtung babe, aufmerksam machte. Meine Herren, ich bin kein Feind des Schulg€setzes, bin es nis gewesen; ich würde mich mit Herrn von Tzsckwppe freuen, weiin wir ein gutes und zwar auf christlicher Grundlage beruberides Schulgesetz hättSn. Ich bin auch bereit, dazu mitzuwirkrn, wenn die Bebknken zurücktreten, die mich bis jetzt abge- halten haben und haben abhalten müssen, hier mit einem umfaffenden Schulgésexzentwurf vor Sie zu treten. Ich bin ja nach diesLr Seite gar kein Gegner der: Forderung, die biér aufgestelit wird. Aber die erwäbiitixn Bedenken babe ich für jetzt aiierdings und sie scheinen mir beute nicht nur nicht widerlegt, sondern fie scheinen mir recht eigentlich illustriert zu sein (sehr richtig! links) nach der Richtung hin, daß.es zur Zeit schwkrlicb richtig wäre, fich in diese großen Kämpfe einzulassen. Wäre das wirklich unserem Lande nützlich und wer würde schließlich zur Seite stehen, darüber lachen und sich die Hände reiben?" Dir Sozialdemokraten. (Sehr gut! - Widerspruch.)

Ich hoffe, wenn wir zunächst dieses Bedürfniß befrisdigen, über dessen Dringlichkeit ja gar kein Zweifel sein kann, daß wir dann bei gegenseitigem guten Willen auch auf dem Gebiete der Schule im Wege der Vrrwaltung zu einkr immer Mitergebenden Verständigung, zu einer bersöbnlichen Haltung untereinander und zu einem Respekt vor- einandcr kommen werden, der es uns crmöglicht, demnächst auch ein Schulgesetz zu stande zu bringen und iiber die wichtigsten Fragen unsrres Volks hier in dis Diskussion Linzutreikn; dann, msine Herren, werden wir weiter kommen und damit Werden wir weiter kommen, als mit diesen [eidrnscbaftliibem konfessionellen Kämpfen. Meine Herren, ich will noch auf die Frage eingeben, die auch bier angeregt word€n ist: ob es Überhaupt nach der Verfassung zu- lässig ist, ein solchks Einzelgeskß zu machkn. Ick weiß, da!“; früher drr bcrswigter Abg,1)r. Windtborst dieses Verfassungs- mäßige Bsdknken, weichrs gegsn ein Einzrlgeskß spricht, sehr scharf betonte: er stand (1er doch anders als die Herren beute. Er der- langtr wirklich ein al[gemeines Untkrrichtsgesexz, das nicht bloß das Volksschulwesenre'gulicrte, sondern ailes, was überhaupt in das Unter- richtswesen bineingebört, also Gymnasien, Realgymnafien, Unibersitäten, Technische Hochschulen, Fachschulrn und Kleinkinderbewabranstaltcn, eiiies Von oben bis nach unten. Ja, man kann, wenn man bueh- stäblich die Verfassung auÖlegen wiki, den Art. 26 in der Tbat sr) Verstehen. Er ist absr nach meinur Ueberzeugung so nicht zrr bcrstcében. Nach den Materialien und der Geschichte der Entste-bung der Verfassung, glaube ich, hat man den Schwerpunkt nicht darauf geicgt, daß das gesammte UntsrrichtSweskn durch ein Geist,; grrkgklt wrrdkn soll, sondern darauf, daß es gesetzlich geregelt wrrde. Auf diesem Boden ste'be ich auch beute, und daraufhin habe ich diksk Vorlage gsmacht, und ich glaube, daß sie zu vertreten ist. Ich "('th auch an, daß das hohe Haus schließlich diesen Boden acccbtirrrn wird, wie? es ja eine ganze Reihe von Einzelgeseßen, die das Untérricbtsweskn betréffen, bereits acckptiert hat. Also ich glaube, daß wir uns auf dicscm Bodcn viel eher wsrden verständigen können.

Ich wii] auch ganz und gar zugeben, daß es Aufgabe der Schule ist, auch dic Rccbic der Eltern zu respektieren. Da, wo die Gemeinde die Schule in der Hand bat, wird diE Gerncindevertrstung in der Hauptfach? auch in drr Lage sein, die? Rechte der Eltern der Schule gcgknüber wahrzunehmen. Im übrigen ist 65 Sache dcr Lehrer, auf die Wünsche dsr Eltsrn Rücksicht zu nehmen. Daß wir die Wünsche der Eltern nicht unbesebkns übcrall erfüklen können, versteht fick) bon selbst. Wenn *ich die Einwendungrn dss Freibkrrn bon Heereman recht Verstanden habe, so bszieben sie fich auf Wünsche der Eltern bctreffs der Schulwrge und der Schulzeit. (Zurufs aus dem antrum.) Aber da können wir nicht nach den Wünschen einzelner Eltern in jedem Fall gehen, sondern da müssen gewisse Regeln und Prinzipien gelten: denn sonst kommen wir zu einer unregelmäßigen Bebandlimg in den verschiedrnen Gemeinden.

Noch eins wil] ich binzufügsn: Mit Herrn bon Heydebrand bin ich Vollkommcrr Liribkrstandsn, es ist mcin dringlicher Wunsch _ ich glaubc, auch Hérr Knbrcke erwäbritr das _, daß die Verhandlungen über die Griindsäße, nach denen die Vertheilung der Staatsbeibilfeu aus den Dispofitiorisfonds und die Bemessung der Leistungßfäbiakeit der Gerneindkn rrfolgen sol], so bald als möglich zum Abschluß kommen. Wir haben im vvrigen Jahre sofort nach Schluß der Landtagsver- handlungen kommissarische Beratbungen über diese Frage angeknüpft, wir sind damit noch nicht ganz zu Ende, fie sind außerordentlich schwierig; wenn man nach dsr cinkn oder anderen Seite etrvas Neues macht, zeigen fich immer wieder neue Vsdenken. Aber wir hoffen, zu einem gedeihlichen Ende zu kommen, Ihnen drmnäcbst das Crgebniß Vorlegcn zu können.

Nun ist das Einzige, worauf ich vielleicht noch zu antwvrten hätts, der vielbesprochene F" 7, wonach dem Lehrer ein rechtlicher Anspruch auf die Gewäbrung dcr AlterSzulage nicht zusteht. Ick be'msrke im Voraus: daß bedeutst natürlich nicht, daß, wenn ein Lehrer eine Alterszulage einmal bekommen hat, wenn ihm die Benachrichtigung zugegangrn ist: von dem und dem Datum ist dein Gehalt auf so und soviel erhöht, *- dann noch irgend “ein Einwand gemacht Werden kann. Dann hat er ein klagbares Recht auf die AlterSzulage wie auf sein ganzes Gehalt; das versteht sich von selbst. Anders ist auch diese Bestimmung niemals verstanden. Es bedeutet nur, daß, wenn ein Lehrer an die Reibe kommt für eine nme Alterßzulage, wenn er in eine neue Dienstaltersstufe einrücken soll, ihm dann, wenn er sicb dienstlich schuldbar vernachlässigt bcÉ, diese Zulage unter Umständen soll vorenthalten werden können." Meine Herren, wenn man das nicht thun wollte, wenn man nicbtirgend eine“- Form dafür findet, so würde man die trägen, nachläsßaewWÖ' unter den Lehrern geradezu prämiieren, denn sie bekämen Kalk!“ Gebaltöerböbungen ohne weiteres, wenn sie sich auch noch so “' bald derScbulefübrten, Das iftder Grund gewesen, weshalkkumfix,

!.