Ministeriums zur Verhandlung gelangt. Ich kann Ihnen aber die Verficherung eben, daß die König11ch preußische Staatöregic'rung Ihren erhandlungen dax; größte Intereffe entgegenbrin t und, wie immer, vol1fte Würdtgun und Beachtung wird zu thek? Werden lassen. Soweit es um mögli sein wird, werde ich an Ihren Verhandlungen tbeilnebmen und Ihre Wunsche zu fördern bemüht sein. (Lebhaftes Bravo!) ' Den ersten Gkgenstand der Tageöordnung _btldete: Die Nabrungömittelkontrole in Deutschland mtt besynderer Rücksicht auf den Schuß der landwirtbscbastlichen Produkte vor dem unlauteren Wettbewerb ihrer Ersatz-
mittel.
Verdingungen im AuZlande.
Niederlande.
4. Februar, 2 Uhr Lokalzeit, im chtralbuxeau der 1111131350113 1131 101 ÜRpWibatiZ 11811 ZWQQZZPOOL'WSZSU tm Moreelse-Ya__ zu Utrecht: Licferung don eichenkm Wechselholz und eichenen 3 rucxen- balken für die StaatSeisendabnen. Bedrngungsbeft Nr. 174 liegt vom 18. Januar 1896 ab zur Einficbt im vorgenagnten Zentralburxau und im Bureau des Chef-Jngenieurs der Werkplaße u11d Magazme, (3. .). D. 71111 1713-1101- 110 (113 (Joningb zu Utrecht und ist bei Franko- Anfrage gegen Bezab ung don 0,50 Fl. erhältlich bei dem dbcn- genannten Zentralburrau. - Nähere Anschlüsse z11,bekommc11 bm dcm mehrfach genannten Zentralbureau „und dkm Jngenteur.
. Februar. Die Landbau-Verkinißung „1113 1261161110111.“ zu Herkingen: Likferung don p]. 111. 40 000 RZ Sup., 1000143; Sa1p., 1000 ];11 Amm. SW„ 600 113 Thom. Pk). Angebote find an den Sekrejar A. W. Keizer in Herkingcn kinzusexndey. ' ' " "
7. Februar, 12 Uhr, im Zentral-Magazm sm_Mtlitarc-usrustung, Sarphatistraße in Amsterdam: Likfe'rung von 16 17000 Patronen- jaschen zu Gewehr M./95 mit Vorrichtung z1zr Unterbripgung des Schraubenziehers und je 17 000 ohne solche, „je 111, 4 Abthe11u11x1ln zu 4250 Stück. Bedingungen zur Einsicht taletch m1tAus11abmc Soun- jags von 9 bis 12 Uhr im Zentral-Magazm ausgelegt u„11d durch den Major-Magazinmeister bei Einsendung Von,0,20 Fl. erhaltlich.
14. Februar. Gemeinde-Verwaltung 111 NymWegen: Lixferung von gegossenen und schmiedeeisernen Unjertbetlen zur Y_rrbretterung der Abzugskanäle. Bkdingungsbefte für 10 Centdas_S1uck smd_bc1 Franfo-Anstage bei dc'm Gemeindeschreider erhaltlich. Ausschlussf- Mrdön 1111 Bureau dss Gemciride-Architekten gegkbkn.
Theater und Musik.
Schiller-Tbeater.
Cine: Wohlgclungcne Aufführung von Shakespsare's Liebe?- tragödic „ Romeo und Julia ' fand zum ersten Mal am Sonn- abend im .Schiller-Theater“ statt. Mit kübnkm Vorgehen hatte die Regie", 11111 die Einheit des Ort? zu wahren und all'zuzeitraubende Ver- wandlungen zu vermeiden, scenikcb vieles so zu der81n7gen gewußt, daß das umfangreiche Werk troß des späten Beginns der Vorstelldng den Rahmen des üblich€11 Theaterabends nicht überschr1tt. Die [Zeiden Titelrollen waren in den Händen des Herxn Bach und de?) Fraul_ei11 Pauly. Ersterer derlich dem schwärmertschkn Romeo, eine büh1che jugendliche Erscheinung und die erforderliäoe Glut!) leidenschaftlich Empfindens, wäbrsnd Fräulein Pauly als Julia die lyrtschen, weichen Accente des hingebenden Mädchens besser gelangen als die mcbr'Kraft und Temperament fordernden Stellen _ibrer Roüe. Herr Frobös e ze1chnete den Tybalt nicht in der schablonenmaßigcn, kühL überlegenen Manier, sondern gab dieser (Gestalt den Charakter maßloser Heftigkett: eine Auffassung, die man 'edenfaüs gklten lassen kann. Unter dcn übrigßn ' Darstellern und DatiIteUerinnen jbatcn s1ch err Pauly und Fräu_le1n Derschy als Ckppaar Cavulet, Fräulein ilke als Amm'e, Hkrc Schmasow als Peter, Herr Patty als Msrcutio und Herr Winterstein als Prinz herdor. Eine einheitliche künstlerische Leistung bot err Pategg als Bruder Loren'o. Die Ausstattung war, 11an Übértris LUS Pracht zu entfalten, durchaus würdig.
Konzcxrte.
ä en aus einen Opern .Die Feen“, „Rienzi', .Der flie ende .sßxlländer', TTannbäuser', .Die Walküre“ und „Pie Meister n er von Nürnbkrg“ über ing. Die SonaTe 0x). 1, fur Orxbesixr n- strumentiert von Mü er-Bergbaus, .folgt nqch klasfiscben L_»orbildertz; eine einfache Form zeigt auch die Polonaise, 01). 2, wahrend d1e Oudertüre zur Oper ,Die Feen“ schon den dom Hergebrachten sicb befreienden Genius Wagner's erkennen laßx, der dqnn noch glänzendkr in den darauffolgenden Instrumentalsaßen hervortritt. Herr Meyder, dem aUe Anerkennung für die interessante Veranstal- jung eines solchen biiiorischen Abends ebührt, wurde dabet" durch die tüchtigen Leistungen seiner Kapell€ au 5 w1rkfamste,unterstußt. .Das zahlreich erschienene Publikum spendete lebhaften Beifall.
Jm Königlichen Opernbaufe gklgngt morgen Lor mg“s
.. Waffénschmiéd“ in folgender Beséßung zur Auffuhrung : Hans Stad'nqcr:
err Krolop, Gmf von L1cbenau: err Bulß, Georg: Herr Lieban, * itter Adelbof: Herr Schmidt. Fraulem Deppe sxngt zum ersten Mal die Mmie, Fräulc-in Pohl dic erentraut. Hierauf folgt das BaUet „Phantasien im Bremer Ratbskellcr“.
Jm Königlichen Schauspielhaufcx w11d' morgkn E. von Wildcnbruch's vaterländisches Drama .Die Omyows" gegeben. Die Bcscßung lautet: Friedrich 1. yon Hohenzollern: Herr Ludwig, Herzöge Kafimir und Otto 111111 Pommern: Hkrrsn Hsrtzer, Keßler, Barbara von Bug: Fräulein Povpk, Dietrich don Quixzow: Herr Nespkr, Konrad 111111 Quißow: Herr Purscbian, Henning Perweniß: Herr Eichbolß, Heknnmg Stroband: Herr Oberländer, Rieke: Fran Conrad, Thomas Wms: Herr Kixble, (Hertrud: Frau Seebach, Agnes: Frau don ochenburger, Lohne Zinke: Herr VoÜmer, Dietrich Schwalbe: Herr inter, Hays Sturz :
Err Siegrist. * In der vorgestrigcn VorsieÜung dcs Lustwwls .,le kranke ZM“ wurde dkm Verfasser derselben, Herrn Richard Skowrdnnek die Ehre zu tbeil, in die Kaiserliche Loge bkfoblcn und yon Setner Majestät dem Kaiser durcb huldv-yllc? Worts der Anerkcnnung ausgczeichnet zu werden. ,
Jm Scbiller-Tbeater werdkn morgen Busthaupt's „V:?- toria“ und „Onkel Bräfig“ wiederholt. 511111. S011nabkn,d_fi11det dic Erstaufführung des Laufkkschen Schwa11ks „Em toller EtnsnUJ stadt.
Im Theater Unter den Lindkn Eröffnxt (zm Fre1tag die schw1dische Operettensängerin Frau Pettersson-Norrte 6111 (Gastspiel 111 der Offenbach'schen Operstte „Die schöne Helena“. ,
In dem am Mittwoch, Mittags 12 bis 1 Uhr, „111, der Marienkirche stattfindenden Orgcl- Vortrage des K*öytglichen Mußkdirekwrs Otto Diensl wird Fräulsin Martha Kröning den 62. Psalm von Alb. Bkcker und err Tscbiersch ein .Vaterynscc“ don Diknkl fin ('n. Auf der Orge werden Vorspiele don „Ltkbstkr Jesu, wir sind ier“, Bach's S-moU-Phantafie, 61116 Fuge 11011 1166111- bLkng, Tbielc's Chromatifchc Pbantafi€ Ic. doxgktragkn. Dcr Einlaß ist frei.
München, 31. Januar. Die Jntkndanz der Königlichen Hof- bübnen Veröffentlicht soeben dln Spielplan fürdie, 111 dc1_1 Mo- naten August und September d. I. im Kömgltchen FLV,. u11d National-Tbeater stattfindenden Aufführungen ' tchard Wagncrischer Werke. Der Spielplan umfaßt: „Rtenzi' (25. August, 8. Septembers, „Der Fliegende Holländer“ (27. Au ust, 10. Skptember), .Tannbäu Lr“ ((Z.,1Z.August, Z., 17.,29.S1'Ptc*111 Lr), .Lobengrin“ (Z., 15., 22. August, I)., 19., 26. Séptkmber), „Tiistan und Isolde“ (20. Auxémst, 24. Scptember), .Die Mkistersinger don Nürnberg" (29. Angus , 12. Scptember). Dc111Wagner-Cyclus werden sich Aufführungen des Bketboden'scben .Fidelio" mit VorhergehendkrDar- stsllunq des Fcstsviels ,Die Ruinen don Athen“ (11., 18. August, ]., 7., 22. Sc'vtember) anschlisßcn. Jm Königlicbcn Residenz- Tbeater werden in den gleichen Monaten Mozart's Opern „F1 aro's Hochzeit“ (2.,9.,16.,23.,30.August, 6., 13., 20„ 27. September? und „Don Giotxmni“ (H., 12., 19., 26. August, 2., 9., 16., 23.,_30. SCP- t-mber) ncueinstudiert und neuinsceniert gegeben. Das Nahexe über die Prcise dcr Pläye ist von der Hofthcajcr-Jntcndanz 3181111111211. Die Bahnderbindungkn zwischen München und Bayreuth bteten Ge- legenheit, die Vorstéllunqen an aufeinander folgendkn Tagen bier wis
Mannigfaltiges.
In der Urania wird heute sowie am Dienstag, Mittwoch und Freitag err P. Spies seinen Experimentalvortrag „Pbotogra hie mit unfi tbaren Strahlen“ halten. Am Donnxrstag trägt 11: ])1'. Müüer über ,Das Hühnchen im Ei“ vor, wahrend am Sonn- abend Herr Dr. Naß dkn Vortrag „Moderne Gasbeleuchtung“ noch einmal wiederholen wird.
Um zahlreichen Wünschen entgegenzukommen, wird die Verkaufs- zeit der Billets für das Vgllfest des Vereins Berliner Prei s e (am 8. Fabruar, Pb1lba1moni6) im Bureau des Herrn Dr. Waßner, Mohrenstr. 10, im, Vorderhaus? 1 Treppe, jest auch Vormittags und zwar 111111 12 bis 11 Uhr und ferner, wie bisher„ Von 8 bis 5:1 Uhr Nachmtttags statjfindc'n.
In den mit 91üblichttragende11Tannenguirlanden geschmückten und festlich erleuchteten Sälkn de's KroU'scben Etablissements fand am Sonnabend das Ballfest dss Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller untcr überaus zablrcichsr Betbeiligung statt. Der Ball begann nicht, wie sonst üblich, mit einer Polonaise, sondern mit einem kurzen Promenadenkcnzert, welchem Rundtänze „111? dem für die tanzcnden Paare durch Landéknkchte freigebaltenen Theile des Hauptsaales folgten, während die Polonaise den ersten Theil des Baües abschloß und zu dem kü11silcri1chen qubietungen dex; Abends überleitcte. Nachdem der die Polonaise bkgl€1tende Chorgeyang der- st'ummt war, bob fich der Bübnendorbang und enthüllte eim? in blanke Rüstung gckleidete, auf Wolkcn thronende Frauengestalt, welche,- von Frau Füssing dargsstellt - in Versen aus der Feder Julius Freund's 1ch als die Schuygöttin dEr Blrlinkr Ausstküung 1896 zu erkennsn gab. In schwungWUer Form prophezeite der Prolog dem Werk? gutes Gedeidrn- Es folgten Lie-dcrdorträge Von Frau Rosa Sucher (bs- gleitet von ihrem GattenL und Hkrrn Perron, dann der .Kaiseraruß' 111111 Grell (auögkfübrt don Gängoxrn des Königlichen Opernchors), sowie ein von Heinrich Landwsbr zu Ehren dss Vkrcins komponierter Fkstmarsch. Dc'r wkiiere Verlauf des Festes brachte ein Vom Königlichen Solo- jänzer Quaritscb arrangiertes, anmutbigcs Tanz-Dwertiffemeyt, das auch in choreograpbischer Form die Hoffnungen, dre fich an du: Aus- steÜung knüpfsn, wirkungWoÜ zum Ausdruck brachte" am Schluß des- selben cnistidg dem Boden das Wabrzsicbcn der Außiielhmg, die wohl- bckanntc», bammerbkwehrte Faust mit dcr Auf1chr1it „Glügkam“- Hierauf gab man fick) wiedkr den Freuden des Tanzes bin, bis der dämmcrndc Morgen zum Aufbruch mahnte.
Paris, 3. Februar. In MaulÉVrikr, in der Nähe Ono Angers, ereignete sich (xcstern ein Krustcr Unglückéfal]. Wäbrt'nd dcr Ykesse stürzte ein Theil dss .Kircbengewölbcs ein; 4 Pck- soncn wmden getödtst, 60 vsrlcyt, daruntsr 5 schwer.
Bukarest, 1. Februar, „W. T. B.“ meldet: Gestern ,Abknd' explodierte vor dem qusc des Addokaten Moldovanu 111 dk!" Strada Fortunei einc Dynamitb 0111111“, wodnrch die Tboxetnfahrt und das Vorhaus ('khkblick) bcsckädigt sowie dix Fexxstetschetbkn ker Nachbarhäuser zertxümmkrt wurdcn. Personen smd n1cht zu Schaden gekommen. Das Attentat dürfte keinen politisckken,inL-bcso11dere 11111111 anarchistischen Charakter haben. Als Urheber wird _vdn dkr 011561 ein bel iscbc'r Siudknt vcrmutbet, ker mit eincm Klienten Moldo- vanu's 111 6111811 Prozeß verwickklt war.
Nach Schluß ÖL!" Redaktion eingegangene Depeschen.
Budapest, 8.Fcbr11ar. (W. T. B.) Dcr österrejchisck): ungarische Minister des Acußcrn Graf (Holuchowskt .und der österreichische Handcld-Miniftcr “*rcihcrr Glanz von Ctxba sind cbcnsfalls hier eingetroffen. ic österrcich1schcnsM111i1ter hcgaben ich heute Vormittag zum ungarischen M1mster-Prä- xidentcn Baron Banffy zur Bcrathung.
Jm Konzertbause
fand am Freitag ein Wagner-Abend' statt, der, mit einigen fa_st unbekannten Werken aus der Jugendzeit des Meisters beginnend, aÜmahlich zu Jnstrumcntal-
„Historischer dort zu bksucbkn.
öffentlicht werden.
Die Namsn dsr xnitwirkcnden Münchener und aus- wärtigen Künstlc'r Werdau noch 111 einem audfubrltchen Programm de':-
(Fortseßung ch Nichtamtlichen in der Ersten und Zweitcn'
Beilage.)
Louis Herrmann, mit thsikweiser Benußung einer Jaa] Ncchsich Linkstraße 42„ Dienstag,
Wetterberi
__,1
Stationen.
811
Bar auf 0 Gr 11. d. Meeressp red. in Millim
cht br
v Morgens.
Wind. Weüer.
om 3. Februar,
Temperatur in 0 Celßus
HÜC. =49R.
Belmullet. . Aberdeen_ . . Cbristianyund Kopenhagsn . Stockholm .
aparanda .
t.Petersburg Moskau . . .
Coerueens- town . . . Cherbourg . [der . . . . ylt ..... mburg . . winemünde Neufavaaffer Memel . . .
Kis . . . . "nster . . . KarlSrube . . Wiesbadc'n . Ynchi emmtz . . Berlin. . . . Wien . . . . Breslau. . .
le d'Aix . .
7 76 778 766 776 769 748 760 771
777 778 782 780 779 776 772 769 779 789 780 780 780 780 777 776 774
776 773
TMZ!!!
776
SSO SW ] [heiter W 91bkdecki NW 2;Dunst
W 2 beiter WSW 3 Schnee W 1|bedeckt ' SSO 5 bedeckt S 2_bedeckt RW WNW NNW NW N N" O ZHbedeckt NW 1;Nebel O 3 bedeckt NO ]ibkdeckt SW
2 beite11) 2,beite1") 4 Dunstö) 4 bedeckt
2 bedcckt WNW 3|bedeck1 W 2jbedeckt WNW 41 bedeckt W Z-Scbnee O 4'bedeckt
O ONO 3;Dunst
1) Reif. 9) Reif. Z) Nachts Regen.
egen.
Uebersicht der Witterung. Die Witterung don Mittel- und Süd-Eurova steht
unter dem Einfluß eines
311x111) bed.
W 2 ' wolkenlos
N 1:1volkknlos
2„bedeck1Ych
1§wolkenlos
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O'?“ ODOOÖk-U-U-“O
_ 1 4) Nachts
ochdruck ebicts, dessen Kern
über dem südlichen Nord eegebiet iegt, während eine tixfe Depression über Larpland lagert, in deren Be- reich steUenweise starke westliche und nordwestliche Winde weben. Christiansund meldet Weststurm. Zn Deutschland ist _bei durchschnittlich Wenig ver- nderten Wärmeverbaltniffen das Wetter rubi , mild, an der Küste beiter, im Binnenlande trüße. In Süddeutschland sowie grö tentheils in Frankreich
herrscht leichter Frost.
ubiges kälteres, theils
heiteres, theils nebliges Wetter demnächst wahr- . Deutsche Seewarte.
scheinlich
Theater.
Üdmgluhe Zrhaufprele. Dienstag: Opern- baus. 32. Vorsteüung. Der Waffenschmied. Komische Ope'r in 3 Akten von Albert Lortzing. Dirigent: Musikdirektor Wegener. - Phantasien im Bremer Rathskeller. ban“aktisches Tanzbild, frei nach Wilhelm Hau , von Emil Graeb. Mufik von Adolf Steinmann. Dirigent: Mufik- direktor Steinmann. Anfang 71 Uhr.
Schauspielhaus. 35.Vorstellung. Die Quikows. Vaterländisches Drama in 4 Aufzügen von Ernst ?TnUZWildenbruch. Regie: Herr Plaschke. Anfang
r
Mittivocb: Opernhaus. 33. Vmsiellung. Die
?LMkijre in 3 Akten von Richard Wagner. Anfang 1.
Schauspielhaus. 36. Vorstrllunq. Die kranke
Zeit. Lustspiel in 4 Aufzügen von Richard
Skowronnxk. Anfang 7:1 Uhr.
Deutstbrs Theater. Dienstag: Neu cin- studiert: Der zerbrochene Krug. - Hierauf: Zum ersten Male: Liebelci von Arthur Schnißler. Anfang “U Uhr.
Mittwoch: Dcr Talisman.
Donnersjag: Der zerbrochene Krug. - Hierauf: Zum Llstkn Male wiederholt: Liebelei.
Berliner Theater. Dienstag: König Hein- rich. Anfang 71; Uhr.
Mittwoch: Faust.
Donnerstag: König Heinrith.
Wening-Theater. Dienstag: Uutreu. _ Hierauf: Fräulein Wittivc. Anfang 7k Uhr.
Mittwoch: Comtesse Gucker].
Donnerstag: Comtesse Guckerl.
Residenz- Theater. Direktion: Sigmund Laufenburg. Dienstag: Leßte Aufführung von: Hals über Kopf. ScbWank m 3 Akten yon Alexandre Bison, deutsch von Paul Block. - Vorher: In doppelter Bekehrung. Plauderei von Paul Linie- mann. Anfang 74' Uhr.
Mittwvch: Zum ersten Male: Hotel zum Frei- h_afeu. (13116101 an [„ihre eraoee.) Schwank in 3 Akten von Georges Feydeau, über- tragen und bearbeitet von Benno Jacobson.
Fmdruh - Wilhelmnädnschey Theater. (Chausseestraße 25-26. ' Mit großartiger Ausstattung an
Dekorationen und Requisiten: Der
Ausstattungs-Komödie mit Gesang
Dienstag: Kostümen, Hun erleidet.
und aüet in 10 Bildern von Julius Keller und
Idee des Mark Twain. Musik von Louis Roth.
In Scene gesetzt von Julius Frikskbe. Dirigent:
Herr'Kavellmeister Winné). Anfang 7Z Uhr. Mtttwoch: Der Hungerlcider.
ULUOH Theater. Schiffbauerdamm 4a./5. Di-„Jnktag: Gastspiel des )errn Franz Tewele vom K. 11. K. priv. Carl-T11'ater 111 Wien. Der Herr Direktor (Ulongjenr le directeur). Lustspiel 111 Z Aktcn von Alexandre Vision und Jabrice Carré. Dcu1sch yon Ferdinand Groß. n Scene geseßt von Sigmund Lautenburg. Anfang 7É Uhr.
Mittwoch, Donnerstag und Freitag: Der Herr Direktor.
Voranzeige: Sonntag, den 9. Februar, Nachmittags 3 Uhr: Zu halbem Preisen: Bruder Martin.
Theatrr Unter den Linden. Direktion: Iulius Frißscbe. Dienstag: NEU cinstudix'rt: Ter Bettclftudcnt. Operette in 3 Affen von .Zel] und R. Genée. Musik Von Karl Mtllöcker. Firßgßnx: Herr Kapellmeister chermann. Anfang
r.,
Mittwvcb: Der Bettclstudem.
Sonnabend, den 8. Februar: Dritter großer Masteuball.
Adolph «“na-Theater. Dienstag: Ma- dame Suzette. VaudeviUe-Posse in 3 Akten von Sylvane und Ordonneau, bearbeitet von Ed. Jacob- son und Jean Kren. Mufik von Edmond Audran. In Scene eseßt von Adolph Ernst. Anfang 71 Uhr.
MittwoeF: Dieselbe Vorstellung.
Zentral-Theater. Alte Jakobstraße N:. 30. Diensta : Emil Thomas (1. E. Eine tolle Nacht. roße Ausstattungspoffe mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Will). Mannstädt und
[kus Freund. Musik von Julius Einödsbofer. 11 Scene geseßt vom Direktor Richard Schultz. ie Tanz-Arrangemenu vom Balletmeifter Gund- lack1. Anfang 71 Uhr.
Mittwoch: Eine tolle Nacht.
Konzerte.
Konzert-Uaus. Karl Meyder - Konzert. Dienstag: Ouv. .Die Genueserin', Lindpaintner. „Wilhelm Tell“, Rossini. Pbanta e aus .Der Freischütz“ von Weber. Potpourri , ldteufeleien' von Mohr. Le Dési!“ für Cello von Servais Fun Smit). ,Ich sende diese Blume Dir" für 111111 von Wagner (Herr Werner). ienstag, den 18. ebruar: Faftna ts-Sub- skrüsnZons-Ball. Bi eis k 3 „M im ureau des u e .
Anfang 71 Uhr: Konzert der Sängerin Louise Locher.
Zirkus Renz. Karlstraße. Dienstag, 5111191111 7111111: Große brillante Vorstellung. erß- artixer Erfolg! Ein Künftlcrfcst. Auf dak.i (Glan- zendilie insceniekt Vom Direktor Fr. Renz. Nenx Einlage: Die Katastrophe drs Riescndampfcrs „Circentia“. Außerdem: Auftrcten von nur Künstler-Svczialifäten aUerersten Ranges, u. A.: ,The Xarof Skat)“, MnfiY-Flammeutcufel. Äorfübren der bc'rübmten Orixxtnal-Drcffuren des Direktors Fr.Renz. Auftreten sammtlichkr Clowvs und des beliebten Au usi Mr. Lavater Lee. „
Mittwoch: Ein üuftlerfest. Neue Emlagc: Die Katastrophe des Rieseudampfers „Cw- ccutia“. studieruna und scenischer Vorbereitung: Blätter!
Familien-Natlxrichteu.
Verlobt: Frl. Käthe Preuß mit Hrn. Pastor Theodor Hammerschmidt (Güßkow-Wittbrießen b. Bceliß). - Frl. Ipbiapnia Demetriades mit Fru. Gerichts-A effor 111. Wilhelm Noodt (Ham- _urg--Gr.-Li tcrfelde). _ Frl. Margarethe Knorrn mit Hrn. Gymnasial-Obcrlebrer [)x-. Max Borbeck (Waldenburg i.Schl.). - Frl. Martha Hoffmann mit Hrn. Rentmeister August Fricker ((Groß-Rosen). ' ,
Verehelicht: Hr. Sec.-Lieut. riedricb Franz (Graf W121 litSsHlFeffen mit Frl. [111 von Sprenger
a .
Geboren: Ein Sohn: Hrn. Scc.-Lieut. Ernst Tbümmel (Chrcnbreitstein). - Eine Tochter: Hrn. Amtsgerichts-Ratl) Max Yiedlaender (Berlin). d- Hrn. Prem.-Lie11t. von ' eicbmeister (Anna- urg).
Gestorben: Fr. Geheime Staatskatb Marie Agnes von Winken, geb. von Tepper-Laski (Coburß). -- Hr. Rittmeister a. D. OLcar von Wachoß (Jena). _ Hr. Rektor riedricb Dürr (Breslau). - Hr. Feuerwerks-Lieut. ulius Roenscb (Breslau).
Lustige
Verantwortlicher Redakteur: Siem enr ot!) in Berjin. Verlag der (Expedition (Scholz) in Berlin.
Druck der Norddeutsäöen Bu druckerei und Vcrlaßs- Anstalt Berlin ZW., Wi elmstraße Nr. 32.
Sieben Beilagen
(einschließlich Vörsen-Beilage)- (1931)
und die Gewinnliste der Weiten Klasse der Großen Geld-Lotrerie znr estanrierung der Lamberti-Kirche iu Münßer.
Seit 5 Monaten befindet fich i11(Fi11--
M 30.-
Deutscher Reichstag. 29. Sisung vom 1. Februar, 1 Uhr.
Ueber den Anfang der Sißung wurde in der Nummer d. Bl. vom Sonnabend berichtet.
Die zweite B'erathung des Reichshaushalts- Etats für 1896/97 wrrd mit dem Etat der Retchs-Zustiz: verwaltung, bei den AUSgaben für das Reichs-Justiz- amt Tit. 1 „Staatssekretär 24000 4112“, fortgefeßt.
Abg. Bassermann (nl,) kFührt im weiteren Verlaufs seiner Rede aus, der Reichstag abe bereits im leyten Jahre fich mehrfach dabin ausgesprochen, daß die Kündigungsfrist für beide Theile: Prinzipale und Gehilfen, gleich sein müsse. Dre Vertragsfreiheit müffs in dieser Beziehung aufgehoben und eine Minimal-Kündigungsfrist eingeführt werden. So habe der Reichstag auch am 16. April 1894 beschlossen. Die Dauer dieser Frist werde am richtigsten auf 4 Wochen bemessen. Die Konkurrenzklausel, das Verbot des Eintritts in ein Konkurrenzgescbäst, vielfach sogar auf langjährige Dauer und auf sehr weiter Rayons, habe eine so excesfideAusdehnung erfahren, daß hier das GLsLL einschreiten müsse. Der Kampf um die Klausel werde ja sch0n_lange geführt. Die Aus- führungen der Sachverständigen in der Kommi! um für Arbeiterstatistik hätten sich einstimmig gegen die Konkurrenzk ausel oder doch gegen deren Exzessiven Gebrauch gerichtet. Geradezu als Unfug müsse bezeichnet werden, daf; durch solche Verträgeschon die Lehrlinge in ihrem kerneren Fortkommen bshindért würden. Der Druck dieser barten Be- timmunaen stehe außerdem in einem schreienden Gegensaß zu dem Gehalt. In einem solchen Vsrtrage sei ein Gehalt von 360911 jährlich, daneben aber eine Kondentionalstrafe von 10 000.61; für die Verla ung dsr Konkurrenzklausel ausgemacht. Solche unerhörtsn Mißbraucbe der Vertra SeribLik müßten verschwinden. Die ganze weitcre wirth- schaftlicbe xistenz diss Handlungsgehilfsn werda durch die Konkurrenz- klausel ruiniert odcr er werde ins Ausland etrieben. DiE Handlungs- Fhilfen unterschrieben diese Verträge, weil “(€ müßten, um überhaupt
escbäftigung zu findkn. Das Reicthsricbt habe leider nicht nur aus- drücklich die Klagc aus diejem Vertrage für zulässig erklärt, sondern auch den Zwang zum Austritt aus dem Konkurrenzgcschäft (mSge- sprockoen, auch die Kondcntionalstrafs für verfaUen erklärt, wenn der Prinzipal dem HandlnngSgßhülfen gkkündigf habe. In keinem anderen Berufe würde so weitgehender (Ge- brauch don Vcrtragdstrasen gemacht, als im Handklsstande. Darum müsse auch diese Frage nicht im Bürgerlich811Ges€xzbuch, sondern im Handengkssßbuck) besonders geregklt merdkn, die Schuß- vdrschriften des Entwurfks Links Bürgerlichen Gcss buches genügtkn n1cht für die Handlungsgebilfen. Bsi nicdrigcn Ge altssätzen sollte dre Koykurrenzklausel überhaupt verboten Wsrdxn. Die ch€mische Jndxstrte zahle gute Gebältsr. die ein gewissks Aequivalent für die 1111131 den Vertrag Hinaus erkauftc Schwckig€pflicht darböten. Jm Kgufmmxnsstand, 1110 die gkringcn Gehältsr an der Tachordnung seren, musse dis Klausel fallen, Ldknt. müsse der Richter das Recht der Aufhebung „oder, dcr- entsprschendkn Einschränkung dsrjelbcn er- halten, auch _emgrczfen können, 11161111 dsr Prinzipal ohne jeden Yrund den "Komm1s„ auf die Straße setze. Der wirthschaftlich Schwgcbe musse ge'schuß,t werden. Dis Rechtsentwicklung voÜziehe ZU) onenbar auch 111 111611111 zivilr€chtlich€n Beziehungen nach dieser Ktchtung; die Vertragsfreiheit müss? dem zwingcnden Recht weichen, dannt das Gebot der sozialen Gerechtigkeit erfüUt werde, .
Staatssekretär des Reichö-Justizamts Nichording:
Mein? Hkrrsnk Mit dem HUM Vorrkdner bin ick) darin ein- verstanden, daß bei dcr Rcvifion dss Handclsgeskßbuchs die Regelung der R€chtsstell11ng dcr Handngebilfcn cine bcsondcre Aufnikrksamksit in Anspruch nehmen muß. Als unser gegenwärtig in Geltung befind- liches Handelögeseßduck) bcratben wurdk, War auf der einen Seite dsr wirtbschaftliche Jntcrsssenkampf 11011) nicht so Haiti,] entbrannt, und auf dkr anderen Skite die' (HesWngung noch nicht so gewöhnt, s1ch mit der sozialcn Seité der Wirthschaftsvcrbältniffc zu bsfasicn, daß man damals diesem Gkbietc einc ernstc're Aufmkrksamkeit zugswandt hätts, und es ist anzuerkennen, daß die' Bestimmungen dLI Handels- geseßbuchs wenigstens für die Gessnwart nicht mehr ausrkichend find. Auch besteht im Schoß der verbündkten Regicrungen dic Meinung, daß bsi dcr Neurkgslung, dis bier i11A11ösicht JSUVMMCU wcrden muß, die Maßnahmen so zu trcffen find, daf; bcidc' Tbéilkx die Arbeit- geber, aber auch dic Arbsitnkhmer, dic Ueberzeugung babkn dürfen, es wcrde don dcm Standpunkte ausglcicbcnder Gerechtigkeit nach beiden Seiten hin und der richtigcn Würdigung der Jntcrssscn,dié auf beidcn Ssiten stsbcn, ausgegangcn. Deshalb find auch, als im Laufe diLscö Winters Vorläufige Bcsprccbungcn mit Sachderständigcn über vsrfchied8nc Theile des Handelsgesslzbuckys, fo insbesonderk übCr die Frage der chclung dcr Stkllung dcr Handlungs- gebilfén, geführt Wurden, zu dicscn Vkrbandlnngcn nicht bloß Kaufleute', sondern auch Verjrctcr dss Gehilfe'nstandcs zugkzogcn worden, und ich kann hier dankbar anerkennkn, daß diese .Herren mit Besonnenheit, mit Gerechtigkeitsliebc, mit Ankrklnntniß dsr Interessen auch der Arbeitgeber in eincr Wcise an dsn Verhandlungen theil- genommen haben, daß wir hoffen dürfen, cs wcrde sich aus diesen Verhandlungen einc befriedigende Unterlage für dic wciteren Schritte der Gesetzgebung ergeben.
Der Herr Vorrsdner hat in seinem Vortrage ztvei Punkte herdorgeboben, die nach seiner Meinung besonders wichtig für die in Frage stehende Regelung find. Das ist einmal die Festssßung der Kündigungsfrist auf Seiten der Arbeitgeber wie auch der Arbeitnehmer, und OS ist auf der anderen Scite die sogenannte Konkurrénzklausel, d. l). das Nécbt des Arbeitgebers in dem Annabmedertrag, den Handlungßgkbilfen Beschränkungen zu unterwerfen, die dM Arbeit- nehmer Verbindern, nach freiem (Ermessen seine künftige wirtbschaftliobe Existenz zu suchen.
Auch darin stimme ich dem Herrn Vorredner bsi, daß diese beiden Fragen von bksonderer Wichtigkeit sind. Die erste Frage, die Frage der Kündigungsfristen, hat ja schon durch Verschisdene Scsfionen bindurch dieses Haus beschäftigt und schließlich auf Grund eines An- trags Schröder zu einem Geseßentwurf geführt, der den verbündeten Regierungen zugegangen ist. Meine Herren, Wenn die verbündeten Regierungen diesem Geieventwurf bisher ihre Zustimmung noch nicht gegeben haben, so liegt das nicht darin, daß sie mit dem Gedanken, der in dem Entwurf zum Ausdruck kommt, prinzipiell nicht einver- standen wären; im Gegentbeil, sie stehen mit ihren Auffaffungen durchaus auf dem Boden dieses vom Hause acceptierten Entwurfs. Wenn sie Anstand genommen haben, ohne weiteres dem Eanrfe zuzustimmen,
zum Deutschen Reichs-Anze
Erste Beilage
Berlin, Montag, den 3. Februar
so hat das seinen Grund gerade in einer Rückficht auf die Jntereffen der HandlungSgebilfen. Wir wünschten zunächst das Ergebniß der statistischen Erhebungen über die Verhältnisse der Handlungsgehilfen Vollständig Vor uns zu haben, Weil wir zweifelhaft darüber waren, ob der Geseßenßvurf alTen Rücksichten auf Skiten dcr Handlungs- gebilfen gerecht werde. Die inzwischen zum Abschluß gekommenen Erhebungen haben unsere Zweifel bestärkt und bestätigt, und wir find bei der Erwäguns, in welcher Weise die hier im Hause getroffenen Bestimmungen zu ändern und zu erweitern wären, um den Interessen beider Theile vollständig gerecht zu Werden.
Der Herr Vorredner hat sodann die Konkurrenzklaufel berührt und richtig berdorgehoben, daß die Frage der Zulässigkeit oder Nicht- zuläsfigkeit der Konkurrenzklausel in den Sachderständigen-Beratbungen dieses Winters über die Revifion des Handklsgesetzbuchs einen ziemlich breiten Raum eingenommen habe. Meine Herren, das Resultat dieser Verhandlungen läßt s1ch dahin zusammenfasstn, daß sowvhl auf Seiten der HandlungSgehilfen wie auf Seiten d€r Arbeitgeber anerkannt wurde: ein unbsdingtes Verbot der Konkurrenzklausel ist nicht möglich, ohne wichtige und berechtigte Interessen des Handelsstandes zu schädigen. Eine Freiheit in der Anwendung der Konkurrenzklausel, wie sie jexzt besteht, ist auf die Dauer auch nicht zuläsfig, ohne die berechtigte Stellung der HandlungSgebilfen zu beeinträchtigsn. Die Aufgabe ist hier, einen Mittelweg zu finden und den zu nehmenden Rückfichten nach beiden Seiten gerecht zu Werden.
Nun, m2ine Herren, haben Ihnen die Ausführungen des Herrn Vorredners bereits gezeigt, wie Verschiedsne Wege man da einschlagen kann, um zu suchen, diese Mittellinie zu finden. Leicht ist die Aufgabe nicht; ich kann Iann aber die Versickyerung geben, daß es unser ernstes Bemühexn bleiben wird, zu Einem Resultat zu gelangen, das seiner Zeit auch die Zustimmung des Reichstags wird finden können. Vorläufig muß ich Sie bitten, sich bei dieser Erklärung zu beruhigen.
Abg. Singer (Soz.): Durch diese (Erklärung wird die Hoffnung auf baldige Erfüllung dsr sebnlicben Wünsch der Handlungßgebilfen leider stark herabgestimmt. Der Bundeßrath steht sachlich doÜständig auf dem Boden der großen Mehrheit des Reichstags in Sachen der Kündigungsfrist; Warum also nicht diese höchst dringliche Frage durch ein .Nothgcsey in Ordnung bringen? Durch die ewigen Ér1vagungen und Erhebungen in dén Verschiedenen Ressorts und Instanzen der- schlsppén die Herrsn am grünsn Tisch solche höchst dringlichen Anforde- rungen des wirklichen Praktischen Lebens in schlimmster Weise. Die armen Handlungs ebilfen, die unter diesen iämmerlichen Verhältnissen leiden müssén, ha 1311 nicht so viel Lit, wie die Behörden fich nehmen zu können Tauben. Auch die Miß tände auf dem Gebiete der Kon- kurrenzklauékl bedürfen der yofortigen Absteklung. Ich habe der qu- mission für die Vorlage Wegen des unlauteren Wettbewerbes nicht weniger wie 75 solcher VerträZle zur VerfügungYFeste'llt, _WLlchL in schamloscster Weise? die ngestelltcn dsr 13 [WWW be- raubt, für ihre Zukunft zu sorgen. Das; ein erbot nicht möglich sei, muß ich durchausbestr€i1811. Während aber hier der Staatssekrktär wenigstens in dsr Hauptsache die Schädlichkeit dieser Klausel. anerkennt, bringen die verbündetkn Regierungkn in dem Gcseßsntrvurf, betreffend die Bkkämpfung des unlauteren Wett- bLerbes eine Bestimmung in Vorschlag, welche diese Konkurrenz- klausel durcb _kriminclle Strafandrohung noch Verscharft. Das ist ein sehr aufxaüender Widerspruch. Im Ganzen gilt auch von diésem Theil der unerfüllten sozialpolitischen Forderungen das Wort: DLr Worte smd genug ngLÖsLÜ, laßt uns nun endlich Thaten ssehkxn! _- Jch habe das Wort crbeten,_um die Thätigkeit des istth der- stordenen LandgeriMS-Direktvrs Brausewstter zur Sprache zu bringen. Obwohl dic Sozialdsmokratie besondere Ursache hätte, über die Thätigkeit gerade dieses Herrn zu klagcn, so 111111 ich die Frage aus den aUgcmeinen Gefichtspunkten hsraus, bei dkncn alle Parteikn intercsficrt find , [*ehandsln. In dem beka11nt€n Gummischlauckpprozeß , der fiel) aus Anlaß 611181.“ Polizeiattacke gegkn Arbeitslose 11191 in Berlin gcgen die Opfer dieser Polizéiattacké abspielte, ging err Braussttcr mit den sonder- barstcn 2111111111811th cgcn die Vertbeidigcr vor. (Redner zitiert einige dersklbkn.) Jn dießem Zusammknbang fiLl aucb die zum gsfiügeltcn Wort gkwordsns Acußerung: .Die Oeffentlichkeit € istierx nicht“. Alle diese Acußerungsn bswcissn, daß der Mann seit Ja ren nicht mehr den Ansprückycn ge'nügts, die an den anabeLLines so Nrantwortungödollcn Postens, wie es der des Vorfißendkn ciner Strafkammer ist, gesteüt werden müssen. Als Schwurgerichts-Vors1ßender hat sich Hsrr Brauscwstter womöglich noch ärgsr blosgesteüt, namentlich dadurch,_ daß cr- die Ge- schworenen nicbt bylebrte, sonde'rn sic durchqdcn dirskten Anschluß an die Anschauun LU des Staatsanwaltks zu bccmfluffen suchte; daß Herr Brausewstter ?kinLI krankknbasten ZustYdés wcgen schon seit Jahren die für einen Richter nothwendige Skibstbekxerrschn „nicht mehr besaß, bewcisen diese Auslaßungxn in drastischer eise. Seine Krankheit kam im Dezembsr in VOÜLr Stärke nac!) einem hefxigen Gewitter zum Ausbruch; weni 1: Tage danach wurde er in eine Peil- anstalt übergsfühkt. Ja der Zwtihcant aber hatte er, noch ein Gerichts- urtbc'il abgefaßt, durch welches zwei sozialdemokxattsche Schriftsteüer, welche eine beleidigknde Aeußerung gegen emen Meiningenschen Beamten in das Von ihnen redigierts Protokoll des Frankfurter sozialdemokratisäyen Parteitags übkrnommen hattxn, wegen dieser minimen Sache zu der horrenden Stxafe 11911 16 drei Monaten Gefängnis; verurtbcilt Wurden! Dabei tst'erwtesen, "daß schon zMi Jahre vorher dsr Gerichtspbyfikus zu Liner Erklarung veranlaßt wordkn war, wonach die Handlungen des Herrn BrauseMtter schon damals unter einem krankhaften Einfluß gestanden haben. (Präsident diese ganze persönliche Dar- inister gehöre.) J habe dies
Jreihkrr Von Buol hält dafür da“ tcllung Vor den preußischen Juitiz-VZ _ anführen nüffen, um die Unterlage für die an den Staats ekretar zu
stellenden Fragen zu haben. Kann der Staatssekretär es zula en, das; ein Zustand in der Strafrechtspflegs fortdauert,_ der das Re ts- bewußtsein deH Volkes in der ärgsten Weise vcrwmen muß: daß Urtbeile: rechtsbeständig bleiben, auch wenn fie von Geisteskranken gefällt werden? Bei zivilrechtliäpan Sachen, wie Testaments- errichtungen 11. s. w., kann dieser Umstand zur Vernichtung der betreffenden richterliZen andlung führen; warum hier nicht? Wir fordern eine [SR 5 rau ewetter, durch welcYe Vorgeschlagen Wird eine RkviZon sämmtlicher Prozesse, die unter BraYewetter's Vorsiß seit der eit verhandelt worden sind, wo seine, eistesstörung er- wiesen ist. Noch fißen Hunderte nicht 511) Soztaldemokraten, deren Verurtheilung ja eine Spezialität des rrn wgr, ondery auch viele Angehörige bür erlicher Parteien, in der) Gefangni en, dte viel- lei 1 von einem geist a normal beseßteq Gericht ein anderes Urtbeil erfa ren hätten. Ueber den großen Einfluß des „Vorsißenden einer Strafkammer ist man allseiti unterrichtet. Es ist, _das Re tder Angeklagten zu verlangen, da sämmtliche Richter getsttg norma sind. Legen Sie Werth auf das Ansehen der Justiz dann verhindern Sie das Eintreten von Folgen, wie sie bier zu Tage liegen. Urtheile, die ein notorisch wa nsinniaer Mann gefällt hat, müssen revifibel sein!
iger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
, 1896.
Staatssekretär des Reichs-Justizamts, Nieberding:
Meine Herren! Der Herr Vorredner hat zur Begründung der Fragen, die er am Schlusse seiner Ausführungen an mich gerichtet hat, eingangs seiner Rede persönlickye Beziehungen eines verstorbenen Mannes in die Debatte hineingeführt, die bineinzufübren nach meiner Meinung nicht nothwendig war. Ich würde, auch ohne daß er das Haus mit diesen Erinnerungen an einen verstorbenen unglücklichen Mann befaßt hätte, in der Lage gewesen sein, seine Schlußfragen zu beantworten. Ich werde auch auf die Ausführungen, die er über den Verstorbenen gemacht hat, soweit sie tbatsächlicber Natur sein soUen, nicht Weiter eingeben. Ich bestreite, daß fie richtig sind, und ich habe um so mehr Grund, das zu thun, als der Herr Abgeordnete kein Bedenken getragen hat, hier Ausführungen eines Blattes vorzulesen, das er nicht einmal mit Namen genannt hat und für dessen Inhalt er die Verantwortlicbkeit nicht übernehmen wil]. (Zuruf bei den Sozial- demokraten.) - Ich bin der Meinung, daß, wenn der Herr Abgeordnete hier gravierende Thatsachen über einen Verstorbenen, der sich nicht mehr vertheidigen kann, anführt, so soÜte er auch so viel Ver- antwortlichkeitögefübl haben, daß er persönlich für diese Thatsachen einzustehen geneigt ist. (Sehr richtig! rechts.)
Meine Herren, der Herr Abgwrdnete hat die Sache dann so dargestellt, als Wenn es fich hier um einen Richter handle, der seit längerer Zeit geisteskrank gewesen sei und in diesem krankhaften Zu- stand an der Rechtsprechung theilgenommen babe. Soweit mir die tbatsäcblichen Verhältnisse bekannt sind, muß ich die Richtigkeit dieser Behauptung bestreiten. (Zuruf bei den Sozialdemokraten.) -- Nein, es ist nicht von dem preußischen Justiz-Ministerium zugegeben worden _ im Gegentheil ! Der Herr Vertreter des preußischen Justiz- Ministeriums hat sich in der Kommission für d(xn Strafprozeß dahin auSgesprochen, daß nichts vorliege, was zu der Annahme berechtige, daß der Verstorbene bei den Urtheilen, an denen er tbeilgenommen hat, in einem Zustande geistiger Umnacbtung thätig gewesen ist. So langemir keine thatsächlicben Beweise von seiten der Herren beigebracht werden, können Sie Von uns nicht verlangen, daß wir fie glauben, und bin ich jedenfalls berechtigt, sie zu bestreiten. .
Der Herr Abgeordnete hat die Sache so dargestellt, als wenn die übrigen Mitglieder des Fünfmänner-Koüegiums, die mit dem Verstorbenen an der Rechtsprechung theilgenommen haben, von seinem Zustand geistiger Umnachtung Kenntniß gehabt Hätten (Widerspruch bei den Sozialdemokraten) und trois dieser Kenntnis; an der Urtbeils- fäÜung tbeilgenommen und nicht an zuständiger Stelle von der Lage der Sache Mittheilung gemacht hätten. Ick bestreite, daß die Herren Kenntniß davon gehabt haben, und wenn der Herr Abgeordnete jetzt seine Bemerkung dahin auslegt, daß sie Kenntniß davon hätten haben müssen, so frage ich ihn, woher denn dieses sein Urtheil kommt, das ihn ermächtigt, den Herren den Vorumrf zu machen, daß sie ihre Pflicht verleßt hätten, indem sie, obrvohl sie in der Lage gewesen wären, den Zustand des Mannes als einen krankhaften zu würdigen, dock; diese Erkenntniß nicht gewonnen Hätten. (Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.)
Der Herr Abgeordnéte hat es dann so dargesteüt, als wenn der preußische Herr Justiz-Minister seine Pflicht Verlkyt hätte, indem er diesem Zustand der Dinge längere Zeit ruhig zugkseben habe, ohne einzugreifsn. Ich muß zunächst immer wieder sagen, daß alle diese VOkWÜrfL, ob fie nun gegen den Verstorbenen, ob fie gegen seine Kollegen im Richteramt oder ob fic gegen die Justizderwaltung im allgemeinen sich richten, auf supponierten Thatsachen aufgebaut sind, für die der Herr Abgeordnete dsn Bewkis bis dahin nicht erbracht hat, und ich bestreite ihm das Recht, auf solche beweislofe Behauptungen bin der Preußischen Justizverwaltung den Votivurf zu machen, daß sie ihre Pflicht Vernachlässigf habe (Brady! bei den Nationalliberalen.)
Meine Herren, wenn die pre'ußiscbe Justizverwaltung die Erkenntniß gehabt hätte, das; es ihre Pflicht sei, hier einzuschreiten, so hätte es ihr an d€n Mitteln dazu nicht gefehlt, und ich komme damit auf die Frage, diE der Hsrr Abgeordnete an mich gerichtet hat, welche Mittel auf geseßgeberischem Wege geboten werden sollen, um Dingsn, wie er fie hier dargestsüt hat, für die Zukunft Vorzubeugen. NEUN: Mittel hierfür bedarf Ls nicht. Die bsstebcnde Geseygebung giebt die Mittel bereits an“ die Hand, indem fie die Verwaltung ermächtigt, in den Fällen, in denen eine Geisteskrankheit nach- gewiesen odsr wahrscheinlich ist, cinen Nichter im Wege des gestylicben Verfahrens Von seinem Amt vorläufig zu entbeben und demnächst die dauernde Ausschließung vom Richteramt herbeizuführen. Zu diesem Verfahren hätten ja disjenigen, die fich über den Richter beschwerten, die Anregung geben können, inde'm sie die Thatsachen, die ibnkn bekannt Waren als Zeichen der geistigen Krankheit des Mannes, an der zuständigen Stelle anbracbten. Anonyme Mittheilungen in den Zeitungen find nicht geeignet, um die JustizVerwaltung zu einem Einschreiten mit so schwerwiegenden Konsequenzen zu veranlassen. (Sehr richtig! rechts; Heitsrkeit bei den Sozialdemokraten.)
Dann hat der Herr Abgeordnete ein besonderes Gewicht darauf gelegt und auch der Justizverwaltung daraus einen Vorwurf gemacht, daß dieser Mann so lange Zeit in seinem Amt als Vorsitzender einer Kammer tbätig geWesen sei, Ja, meine Herren, was hat denn die Justizderwaltung damit zu thun? Sie haben ja immer der Jusiiz- Verwaltung das Recht abgesprochen, fich in diese Dinge einzumischen. Sie wollen ja nicht, daß die Iustizveertung irgend einen Theil an der Besetzung der Kammern babe. (Sehr richtig! rechts und bez den Nationalliberalen.) Sie woÜen das ja in der Hand der GetiÖtSkdöfe lassen. Wie können Sie da in demselben Augenblick, wo Sie nach dieser Richtung bin den Standpunkt einnehmen, daß die Justiz- verwaltung kein Recht und keine Möglichkeit haben soll, hier einzu- greifen, dieser Verwaltung den Vorwurf machen, daß sie nicht ,ein- gegriffen babe? Darin liegt doch ein Widerspruch. Ich muß also auch in diesem Punkte die Vorwürfe, die gegen die Justizverwalduy erhoben find, als unberechtigt zurückwäsen.
Also, meine Herren, die Sache liegt ganz einfach; lassen wir den Todten ruhen, das Grab hat sich über dem UnalücUiöen- oe-