Weizeneinfubr überschüttet, schließe ich nicht aus _, augenblicklich in einer agraren Notblage sich befinden, die nur im Umfange verschieden .ist. Daß Staaten mit" oder obne HandelSverträge sokebe Notblage haben, ist zweifellos. Ich erinnere an Frankreich, Portugal, Spanien xc. Portugal bat bekanntlich keine Handelsverträge abgeschlossen, hat freie Bewegung, bat eine Kontingentierung der Ge- treideeinfubx eintreten lassen, und überall sind die Verhältniss min- destens so schlecht als bei uns. Bei dem Domänen-Ctat Werde“ ich in dieser Richtung rücksichtlicb der inneren deutschen Verhältnisse Ihnen noch Zahlen vorlegen, aus denen hervorgeht, daß wir hier in Preußen noch nicht am schlechtesten dastehen. Also den Ausspruch des Herrn (Grafen Hoensbroech, der den Notb- stand auf die Geseßgebung zurückführt, muß ich als unzutreffend bezeichnen.
Meine Herren, dann hat Herr Graf von Hoensbroecb und auch Herr Herold auf den JdentitätSnachMis und die Staffeltarife verwiesen. Was den Identitätsnacbweis anbetrifft, so habe ich im vorigen Jahre anen aus den Berichten der Ober- Präfidenten und der landwirtbscbaftliäyen Zentralbereine und der Handelskammern dargelegt, daß nach Ansicht sowohl der Staatsorgane wie der Vertretung der Landwirtbsthast und auch des Handels im Westen die Aufhebung des JdcntitätSnacbWeises nicht geschadet, dem Osten dagegen entschieden Nußen gebracht hat. Und zweifellos _ um dafür Thatsachen anzuführen _ hat sich der Preis des Getreides im Osten sogar über den Preis des Westens gehoben, während wir bisher immer im Osten niedrigere Preise hatten als im Westen. Es ist auch unrichtig _ und ich habe das auf meiner schlefiscben inse festsieÜen können _, daß _ wie Voriges Jahr be- hauptet wurde _ die Aufhebung des Identitätsnachrveises nur den nach der See bin gravitierenden Landestbeiken genüyt babe, dagegen den weiter im Innern liegenden Landesibeilen, wie" Schlesien u. s. w. geschadet babe. Wo ich mich auf der schlesischen Reise erkundigt babe, ist mir von Sachverständigen, und zwar Von Landwirtben, gesagt, auch dort sei die günstige Wirkung der Aufhebung des Identitätsnachweises zu Tage getreten. Ick) bin nicht in der Lage, Ihnen die Berichte, die für diesks Jahr wieder über diesen Punkt bon den Handels- kammern, landwirtbschaftlichen Veréinen und den Ober-Präfidenten eingefordert sind, schon vorzulegen, weil sie erst zum tbeil vorliegen. Soweit sie aber Vorliegen, bestätigen fie wiederum, was ich soeben gesagk habe.
Dann bemerke ich, daß einstWeian für die Behauptung, daß die Staffeltarife dem Osten wenig nüHen, dem Westen dagegen Schaden bringen, der BMW noch nicht erbracht ist. Ich babe Verschiedentlich Deputationen empfangen, mit ihnen eingehend über diese Dinge ge- sprochen und habe ihnen gesagt: sobald ihr in der Lage seid, den Beweis zu erbringen, daß die Staffeltarife dem Osten nichts nützen, daß sie euch schaden, dann Werde ich mit aller Energie für eure Interessen und für die Beseitigung der Staffeltarife eintreten. Bis jeßt ist auch noch nichi einmal der Versuch gemacht, diesen Be- weis zu erbringen, und auch die Herren, die über diesen Punkt beute bier gesprochen haben, haben diesen BeWeis nicht mal angetreten, ge- schweige denn erbracht.
Meine Herren, dann hat Herr Herold _ diese paar Punkte wilT ich zum Schluß noch berühren _ eine Vermsbrung dEr Dis- positionsfonds für die landwirtbfehaftlicbe Verwaltung gefordert. Meine Herren, ich bin in Anforderungen an den Herrn Finanz- Minister nicht zu bescheiden gsivcsen, abcr mit vollem Recht ist vom Herrn Finanz-Minister erwidert: Alles, was für die Landwirtbschaft gefordert wird, kanü ich bei der gkgenwärtigen Finanzlage nicht ge- wäbren. Aber, meine Herren, im außerordentlichén Etat smd doab recht erhebliche Vsrmebrungen für diese Dispofitionsfonds bereits aus- geworfen.
Dann, meine Herren, ist auf die Quarantäne hingewiesen und gefordert worden, es solle statt der 10 tägigen Quarantäne eine 4wöchige eingeführt werden. Msine Herren, eine 4wöchige Quarantäne haben wir mit Auönabme der Eingangsbäfen, die von Dänemark, NorWLgen und Schweden einführen. Und das War bis jeßt Vollständig berechtigt, bier eins längere Quarantänefrist eintretcn zu lassen, weil bis jetzt sowobl in Dänemark wie in Norwegen und Schweden von allen benachbartsn Ländern die Viebbeständs am gesundesten waren. Es ist auch noch in Dänemark, wv eine ganz anßerordsntlick) strenge Veterinärpolizei gehandhabt wird, nur ganz sporadisch die Schwkine- feuche aufgetreten, und es ist, wenn man strikt? auf den Standpunkt fich steüen muß, daß man nur Vom Veterinärpolizeilickyen Standpunkt aus die Sache ansieht, ungérkcht, wvÜten wir gkgcn die genannten Länder über die zehntägige Quarantäne hinausgehen. Dagsgen nach aaen anderén Eingangsbäfen besteht eine vierwöchige Quarantäne schon jetzt.
Dann ist darauf hingewiesen, daß wir zu viel geschlachteies Fleisch bom Auslande bekommen, und daran ist dis Forderung ge- knüpft, das zu verhindern. Meine Herren, das ist unmöglich.
Nach unssren Vertragsvérbältniffcn können wir nicht, lediglich um uns dks Imports zu erwehren, um dadurch den Preis für unsere inländischen Erzeugnisse zu beben, Cini11brbeschränkungen einführen. Aber es werden seit Monaten eingehende Verhandlungen darüber ge- führt, ob auch dasjenige Fleisch, was die Grenzbewobner Von Ruß- land u. s. w. in beschränktem Umfang kinfübren dürfen, und daßjenige Fleisch, was übrigens in Deutschland born Ausland eingeführt wird, Krankheiten bringt. In einzelnen Fällen ist der BLWSis dafür zu erbringen gewesen; allgemein diesen Beweis zu fübrkn, ist meist schwierig. Wir erwägen aber, ob nicht eine allgemeine Untersuchung alles Fleisches, das von außerhalb Deutschlands eingeführt wird, an der Grenze gegen Entrichtung einer Gebühr einzuführen und an- zuordnen ist. Nach Lage unserer HandelSVerträge find wir indessen darüber zweifelhaft, ob das zulässig ist, bevor allgemein eine gleiche Untersuchung des in den Handel kommenden inländischen Fleisches stattfindet. Allerdings haben wir in Deutschland ganze Bezirke, in denen solche allgemeine Untersuchung bereits besteht. Da, wo Schlacht- bäuser sind, findet eine solche aus sanitär- und veterinärpolizeilichen GefichtSpnnkien auch schon statt. Aber auf dem Lande giebt es noch viele Bezirke, wo nur auf dem Markte das lebende Vieh u. s, w. untersucht wird. Um aUen Einrvendungen der außerdeutschen Staaten rückfichtlich der Untersuchung des Fleisches an der Grenze zu begegnen, wird augenblicklich erwogen, ob und in welcher Weise alles in den Verkehr kommende Fleisch _ Was Jeder in seinem Haushalt verzehrt, soll frei bleiben _ ebenfalls aus sanitär- und Oeterinärpolizeilichen Rücksicbten einer Untersuchung zu unterwerfen isi.
Ich werde dabin drängen, daß diese Verhandlungen möglichst be- schleunigt werden.
Ist diese Maßnahme durcbgefübrt, dann liegt es in der Absicht der preußischen Regierung, und ich glaube auch der ReichSregierung, eine Fleisch- untersuchung ander deutschen Grenze für alLes eingehende Fleisch eintreten zu lassen. Ist das für von Grenzbewobnem eingeführt werdende kleinere Quantitälen nicht ausführbar, so kann man anordnen, daß solches Fleisch nur in gekochtem Zustand eingeben darf. (Sehr gut!)
Auf andere in der Diskussion berührte Gesichtspunkte noch zu erwidern, liegt meines Erachtens kein Anlaß Vor. (BraVo !) “
Abg.FreiberrVonPlettenberg (kons.): Herr Herold hat in dem
Bande der Landwirtbe eine Konkurrenz für die Bauern- und landwirtb- schaftlichen ereine erblickt. Das ist nicht richtig; der Bund der Land- wtxtbx wtll diese „Vereine stärken, indem er ihnkn die Möglichkeit giebt, lediglich Fackxerme zu bleiben; sie können „sich nicht mit politischen Fragen beschaftigen, ohne mit dem Vereinsgese in Konflikt zu ytnmen. Die politische Arbeit nimmt ihnen der und ab, er ver- einigt den Osten und den Westen; Wenn es Kaniyer und Nicht-Kanißer giebt, was Hebt das den Bund an? In Fragen wie Staffeltarife u; s. w.- balt sich der Bund neutral. Der Bund bat es verstanden, die _ großen gemeinsczmen Interessen 2111er zu vereinigen. Seine Aktion _ist' nicht a_gttatorischer Natur, sie richtet sich nicht gegen die Köntgltcbe Regierung," sondern dient nur dazu, den landwirtb- schaftlichen Stand lebensfabig zu erhalten; wir wollen nicht auf Kosten anderer Stande leben, aber 69 so11en auch andere Stände nicht auf unsere Kosten leben. Wenn der Sekundant des crrn Herold, Herr von Cynatten, meinte, im Westen sei kein oden fur den und, der Landwixtbe, so möchte ich ihn zu einer Versammlung einladen; er erd dann anderer Meinung werden. Herr Knebel bat Herrn von Puttkamer gegenüber die monarchische Ge- sinnung des Westens betont. Ich kann Herrn von Puttkamer seine Aeußerung ntcht_ ubel nehmen. Das lebendige Gefühl monarchischer Gefinnung, welches im Westen „herrscht, verführt ja leicht dazu, daß jeder glaubt, er babe, am „maisten davon. Herr Gotbein bat den Antrag Kamy und die Wahrungsfrage zum alten Eisen geworfen. Wzr onen uns spatex darüber einmal wieder sprechen. Wir streben nicht dahin, beim Minister in Gnaden auf- enommen zu: Werden; das muß 1151) entschieden zurückWeisen. 5, ir sehen „es als nnsere Aufgabe an, eine Stöße der Re- qung, zu sem, aber nicht als Byzantiner, sondern als freie Männer. , tr widersprechen schadltchen Maßrß eln obne Furcht. Die Produk- ttyn der Landwixtbschaft ,ist nicht bi iger geworden; dem biUigeren stfuße steht ein sebr Viel niedrigerer Preis gegenüber. Unsere In- dustrie hat sich allerdings den englischen Markt erobert; aber Ruß- land und Ost-Aswn sUÖLU sich unabhängig zu machen von der Ein- fuhr. Wenn uns der Export Vsrsch1ossen ist, dann können wir uns vbn Eisen und Textilwaaren nicbt ernähren, wir vcrhungern WW „Paris 1870. Den Zuckcrprämien steUc ich gegenüber, daß'dte deutschen Schienen -tbeurer bezahlt Werden vom Staat, als sie tn das Ausland verkauft werden. Wenn die Industrie ibr Brot aus russischem Roggen und Weizen bäckt und dänisches Rindflxisch im Topf hat, dann nützt sie der deutschen Landwirtbschaft nicht. I hoffe, daß durch meme Ausführungen die Gemeinsamkeit dcr Jntere en des Ostens und Westens mehr zum Bewußtsein kommt. ' Abg. Sieg (1111): Ick erkenne an, da dcr Minister manchss ins Werk geseßt hat. Er hat Reisen gema t in Schlesien, wo er manches ebört hat, was für das Ohr eines Ministers nicht gepaßt bat. Ho xntlicb bat er bei uns in Westqu en nur gehört, Was für das Ohr eines Ministers paßt. Wenn der inisier im Westen kleine Domanen als Musterwirtbsckpasten begründen wil], so habe ich nichts dagsgxn; aber wenn er damit etwas erzielen Will, dann darf er diese Domanen nicht verpachten, sondern muß fie in eigener Re ie ver- wglten. Für die Geflügelzucht ist noch nicht genügend gesckpeßen; es wird noch zu viel an Géflügel und Eiern eingeführt. DiE Förderung des Kleinbabnbaues im Osten soÜte Von der Regierung ausgeben. Der Minister Thielen bat bemängelt, daß dis Pro- vinz Westpreußen dafür nichts ausgiébt; wir babsn anbsre Ausgaben gehabt für Wc" ebauten und Jrrenbäuser. Ich kann feststellen, daß ich aus einer5 ahn cinen Vortbcil yon 8.“ pro Hektar gehabt habe. Aber eini ?. Babnkn, an denen die Domänen interessirt sind, sind dur aus nicht zu Erlangen. Von der Auf- hebung dss Identitätsnacbweisks Haben die Ostseesiädtc und die nabe belegenen Landestbkile Linen Vortheil. Schon bei uns in Wsstprkußsn rst die Wirkung eine andere, weil die Staffeltarife beseitit smd. Die Gerste ist beute fast unVsrkäuflicb. DaßtHerr Got ein diu Veterinärmaßregeln nur als einen Vorwand bezetcbnet hat, muß fest- gen_ag_elt werbkn; ich hätte gewünscht, daß der Minister das noch scharfer zurückgewiesen hätte. Trotz aüex Strenge ist der Kreis Thorn oft wochenlang gesperrt wegen der emgeschlspptcn Maul- und Klauenseuche, und troßdem wird immc'r noch eine große Menge Von Viel) eingeführt._ Gcgen die Zuckersteuervoriage bat fich in landwirtb- schaftlichen Kreijkn eine Opposition einer klkincn Minderheit crbobkn, die natürlich möglichst laut schreit. Dich'gileung sollte bnld mit der Vorlage kommen und bei der Kontmgentterung die Fehlsr Ver- meiden, Welche man bei der Branntw-xinstcusr gemacht hat. Ich wünsche, daß der Minister noch recht lange im Interesse: der Land- wir11)1chaft wirken mbgs.
Abg. Rickert (frs. Bg.): Es wäre unhöflich Von mir, wenn ich nicht Einige Worte erwidern woiltc auf die chcrkungßn, welcbe Herr bon PUTTkÜMEr und der Ministsr in meiner Abwesenbcit an mich erichtet haben. Ich habe die dee 1366 Ministers gelesen; der
éinifter hat gegen seinc: Rede Vom 17. Januar einen Rückzug an- getreten, der mir unangenehm war. Er bat fick) großeMübe gc eben, aber die Rechte hat seine Rede kühl aufgenommen. Ick ha 13 an einen Krieg des Ministers gegen die RECHTE niemals geglaubt. Die ,Gemeingsfäbrlichkeit“ isi ibm nur so entschlüvft; die Hérrsn batten ibn gcrcizt; ich habe daneben gestanden. Die Ausrufe auf der Rechtsn waren mir sogar unangenehm. Er hat ja Herrn bon Manteuffsl beruhigt, daß er kein Mitglied dcr konscrvativen Partei mit der Gemeingkfäbrlicbkeit bat troffen wollen. Wen hat denn der Minister gemeint? Herr Von Ploetz, der erste der Agitawrcn, gehört doch auch zu dkn Konserbatiben, und er hat die Reden (1118 ge- babtcn und auch die bocbfabrende Art des Ministers geschildert. Warum xckxuttelt der Minister uns ab? Wir haben uns garnicht an eine R'ockschöße gehängt. Dadurch hat er auch nichts gewonnen, und betsunkz hat ihm das nichts geschadet. Wir haben noch nie das Bedursmß gehabt, daß die Regierung sicb auf uns stützt. Wir Zbun, was wir thun, ohne Anspruch auf Gegenleistungen; wir handeln im Intereffe des Vaterlandes. Es hat allerdings Zciten egebcn, wo die Regierung „fich sehr nach unserer Unterstüyung umgcse en bat. Waren. nnsere Stimmen denn nicht nothwkndi zur Durchbringung der Militarvorla-„ze? Es können auch wieder Jä e kommen, wo man sich nach unseren Stimmen umsäcbt. Dcr err Minister hat mich als emxn Gegner der meisten positiVen Maßregeln bezei net. Er ist noch nicht lange'gcnug im Amte, um meine positive bätigkeit zu kennen. Gegen die Handelswerträge wäre der jeßige Minister auch in de'r Opposition gewesen, und die Handelsverträge find eines der Wichtigsten Geseßgebungöwerke der GegenWart. Wie lange hat es ge- dauert, bis wir den Herren auf der Rechten das Verständniß für die Auf- bebun des JdentitätSnachweises beigebracht haben! Je trübmt sich der Mini terdieser Maßregel; das war unserWerk. Ehe der inister eineAn- klage erhebt, soUte er sich erst besser informieren. Die Tranfitläger sind auf meinen Antrag ein erichtet worden, auch im Interesse der Landwirtbschast; ihre Aufbe ung wäre ein Schaden für dieselbe. Einzelne _Tranfitläger mögen vorhanden sein, welche die Landwirt?- chaft [cbadigem aber die in den Ostseefiädten sind notbwendi für d e andwtrtbschaft. Für Verbilligung der Transportkosten ind wir immer eingetreten; wir Werden dabei den Minister immer untersiü en. Als Landxs-Direktor babe ich die Projekte äür Bahnen auSarbe ten laffen, pte jeßt glücklicher Weise ausgeführt nd; haben wir jemals Ovpo tton gemacht m Bezug auf den landwirtbscbaftlickpen Etat? Wir aben jede MehrauSgabe mit Freuden begrüßt und würden uns
freuen, wenn noch viel mehr eingestelkt werden könnte. J würde mi nicht scheuen, einen uschlag zur Einkommensteuer zu m en, um sol e Ausgaben zu verme ren. Wir sind für die Staffeltarife,“ aber die Herren aus dem Osten und Westen streiten sich. Wir haben im "Interesse der Landwcrtbsxbaft das Kaligeseß abgelehnt, die Vorlage uber dte General-Kommtssion haben wir angenommen. Mit dem Agrarier ElSner von Grynow babe ich die AuÉbebung der Mahl- und Sc?[achtsteuer beantra t tm Interesse der Vie zucht. Wir haben die A9 hebung des Cbau eegebdes verlangt" und die Aenderung des Unter- stußun swobnsißgeseßes befurwortex. FZrVereinfachung der Verwaltuns sind w r stets em etreten; wenn dre Statistik eingeschränkt wird, wird das Vaterland „ni t zu Grunde gehen., Wir haben die Selbstbettvaltung mitgemacht, wn: haben die Landgememdeordnnng angenommen'gegen die KonserVattven. Anerdings wunschen wir eine bxffere Vertretung des Kleinbefißes ,in, den Kretsta en. Ebenso sieht es mit dem Ja d- ;;eseé, das,W1r1m Interesse es Kleinbesxyes ändern wollen. ie teb' es mrt dem Wilbscbadenersaß? Was haben wir für die Schulen geleistkt? In den sechziger Jahren waren dafür 53 Millionen angeseyt, «F 66, die,!)och hauptsächlich denz _platten Lande zu gute kommen. 21 s der Minister von Goßler 10 Millionen für Schulbauten auf dem Lande verlangte, haben die Konserbatiben dagegen gestimmt. Mein Freund A1exander Meyer ist im Reichstage-für die Lombardierung des , uckßrs Lm etreten. Gegen die Grundsteuer bin ich immer geWesen, :ck) bm mit afin: eingetreten, dafi dieGrundsteuer fixiert worden. An dem gefeßgebertschen Mißprodukt der InvalidenVerficberung bin ich unschuldig; die Konservativen haben dies Gesetz durchgedrückt. Königs- treu? bat Herx von Puxtkamer in erster Linie für den Osten und die dortige Landwxxtbschaft in Anspruch genommen. Ich würde so etwas nich_t sagen; vzeÜctcht nimmt Herr von Puttkamer seinen Ausspruch zunuck. Daß em ganz allgemeiner Nothstand besteht, hat der frühere Minister ber Landiptrtbfchaft bestritten und der jeßige Minister auch, neulich, in der Budgetkommisfion. Auch Herr von Bennigsen bat dies 'am 17. Januar noch bestritten; in Hannover giebt es keinen Notbstand; wvbl aber Schwierigkeiten. Ich bm auch der Meinun „ daß die Getreidcvreise nicht die einzige Ursache der Sch1v1_ertg kiten sind; hoffentlich nimmt der Minister" dixsen AussYruck)" nicht zurück. Warum kommt denn der Bund mit seiner Enqmzte uber den GetreideVerauf nicht beraus? Man stützt sich immer nux auf die Verpachtung der Domänen; man foÜte sich aber Harauf nicbt (_111zusebr verlasien. Die Steigerung der Pachtpreise war tn “dcn sechz1ger und siebzger Jahren eine unnatürliche, fie bexrug 40-50-60 0/9, 1a 73 9/0. Und jetzt schreit man um einem Niedergang bon 7 bts100/0. Man möge die Landwirtbschaft ver- bessern, dannt Deutschland seinen Getreidsbebarf allein dccken kann. Dann kommt der Zeitpunkt, wo man die (Getreidezölle aufheben kann, aÜerdtngs 1111161? glxtcbzeittger Aufhebung der Jndusiriezöüe, die die Landwrrtbscbaft tributpflickytig machen! Bis die Handelsberträ € ab- laufen, fixeßt noch Vtél Wasser ins Meer, bis dahin werden die erren (xechts) auch noch anderer Meinung. Die Agitation ist eine Gefahr fur das Land. Wobsr sollen die Landwirtbe den Mutb und das Selbstvertrauen bekommen, wenn die Anitawren sagem: Wir haben die großen Mittel zur schnel1€n Hilfe? Praktische Landwirtbe babsn abgeratben; err Kennemann batte anz Rscbt, wenn er sagte: Sie nntexgraben ben Kredit dcr LandivirtHJchaft. Lassen Sie den Antrag Kamy bet ssrty, dann werden die Landwirtbe wieder Mutb und Selbst- Vertraucn gewmnen und auch den Kredit, dén fie brauchen.
st , Ministcr für Landwirthsthaft oc. Freiherr von Hammer- LMT
K).)?Liné Herren! Nur wénige ganz knrze Bkmcrkungcn: Entschicdcn bestreite ich, daß ich im Reichstag odsr bier einkn Rückzug angetreten habe, wie das dsr Herr Abg. Rickert behauptet. Eine Aeußerung Von mir, die _ ich wi[1 das anerkennen _ vielleicht nicht ganz Vorsichtig war, Wurde: im Reichstag mißNrstanben. Jeb babe schon im Reichstag diesc Aeußcrung dabin berichtigt, wie ich fie Verstandcn wissen 111011th. Daraus babe ich aucb bicr im Landtag die Konskqucnz gkzogsn. WSW] 60 Herrn Rickert bcliebt, das einsn Rückzuxz zu ncnnsn, so kann ich das nicht hindern; tbatsäcblich ist ls kein Rückzug.
Nun, msinc Hkrrcn, da dkr Herr Abg. Rickert se'lbst snip schon so außerordentlich gslobt bat (Hkitkkkkit), so kann ich damm Abstand nebmsn, ihm für die Versprechungen, dis er für die Landwirtbschaft bier abgelegt bat, noch ein weitcrcs Job zu spsndkn. Da (r nach viclén Riehtungkn bin in Aussicht stellt, daß kr die Bsstrcbungen für die Landwirtbschaft aucb unisrstüßen wil], baba ich auch gar ke'ine Veranlassung, ibn dssbalb zu tadeln.
Meine Herren, aber noch auf Einen Punkt möchtk ich binwsisen. Es gisbt zwci Rickert: 6111611, dsr dcr Fortschrittspartci angehört, - und das ist der gcglnwärtigc _ und ('ian, dsr“ frübrr dcr national- 1ibera1€n Parisi angebörtc (sebr gut! rccth), und lexztercr hat früher visllcicbt cinen anders" Strang gezogen, als Es dcr fortschrittlicbc Rickcrt jcyt tbut. Ich habe noch nicht gehört, daß cr bLispie'lsweise seinem Kochen Richter nicht zu- stimmt, der in dcr al1geméin€n Etatsbcratbung das Zuckersteucr-, Börsen“, Margarine-, Spiritus- und ähnliche Gescßc schon angriff, bcbor fie beim Reichstag cingcbracht warcn.
Meine .He'rren, diE Vcrschicdcnen grbszkn Tbatcn, wklcbe dcr Ver- gangcnbcii dcs Herrn Rickert angkbören, will ich bkgraben, und will abwartkn, wic wcit Hkrr Rickcrt zur Beseitigung dsr bon ibm in gewisser W611"? db(b eingeräumten Notblagc dcr Landwirtbschast mit seinen wsnigcn hinter ihm siebsnden Partéigcnoffen _ cr hat das ja selbst gesagt _ dazu beitragen wird, bci denjenigen Maßnahmen zu helfen, die im Jntsreffx: der Landwirtbschaft erforderlich sind. Dann will ich Hkrrn Rickerk Vcrsprechsn, das; ich ibn ebenso schäyen'wc'rdc, wie alle übrigen Miiglisdkr in dicskm hoben Haus?. (Heiterkeit)
Darauf wird ein VertagungSantrag angenommen. Per-
sönlich bemerkt
Abg. Rickert: Ick) Werde dem Ferm Ministkr dcn Parlaments- almanach übkrreiche'n, damit er sicb 0 er meine Person daraus genaucr untcrrichtct als aus skinem Gedächtniß. Ich habe mich seit früher nicht im mindesten geändert. Wenn der_Minister seine Hochschäßung an die Bedingung Liner künftigen Betbattgung mit ihm knüpft, so ve_rzichte ich darauf.
Schluß 41/2 Uhr. Nächste Sißung Montag 11 Uhr. (Fortseßung dcr Vcratbung des Landmrrthschafts-Etats.)
Verkehrs-Anstalten.
Bremen, 2. Februar. (W.T.B.) Norddeutscher Liovd. Der Postdampfer ,Hamburg“ ist am 1. Februar Nachmittags auf der Weser an ekommen. Der Reichs-Postdampfer „Karls- rube“ ist am 1. Fe ruar Nachmittags in Hon kong angekommen.
amburcéx, 1. Februar. (W.T.B. ,Hamburg-Ameri- kani che Pa etfabrt-Aktien-Gesellsjckpa t. DerPostdamvfer ,Persia" ist beute früh in Cuxhaven einqetro en.
London, 1. Februar. (_W. T. B.) Der aftle-Dampfer „Arundel Castle“ ist auf der Heimreise heute in London an- gekommen. Der Union-Dampfer, ,Atbenian' ist Mittwoch auf der Heimreise von Kapstadt abgegangen. Der Castle- Dampfer ,Harlech Castle“ ist am Dienstag auf der Heimreise von Durban (Natal) abgegangen.
Rotterdam, 1. Februar. W. T. B.) Niederländisch- Amerikanisckye DampHschif abrts - Gesellschaft. Der Dampfer „Schiedam' ist eute früh von Amsterdam abgegangen.
“zum Deutschen Reichs'-
M 30.
Zweité Véilage Anzeiger nnd Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
Entscheidungen des Reichsgerichts.
Maschinen und thriebsvoor'richtun einem Urtbeil dss Reichsgcncbts, [. Zthsenat-s, Gebrauchsmusterscbutz ls Gebrauchßmuster nach Maßgabe des Gesetzes vom „Durch § 1 dieses Geseßes i_verden bschaften oder Gebrauciysgegenstanden'" ls Gebrauäpsmustex geschutzt, insoweit Gsbraucbszwecke durcb eme n(n? Gestaltung, In der Begründung dcs schiedkn werds" durcb dte Be- euerungen, welche ein Verfahren zur sodann , die zu solche an Gerätbschaften für Arbeitszivecke (Gebrauchs charakterisi€rt werden, sbll damit cb Maschinen und Betriebsvorrickytungen Diesen Bemerkunchn der Beratbung des Gesxxßenttvurfs ivedc-r tn Plenum des Reichstags wrdersprocben worden. stimmung der geseßgebenken Faktoren darm nter den als GebrauchSmustEr zu schußenden inen und Bktricbsvorrichtungen n1chk mit- Eine solche Beschränkung des Musterschußes eyes, welches dazu bestimmt einen t€chnischen Fortschritt blieben Formmxrbefferungen Müslicbkeit zu exböbc'n geeignet Daß unter Umständen die Ziehung der bigen Modeüsn und den nur des Schwimigkciten Vsrursaxlxn mag, Bestehen einer solchen Grenze uberhaupt
gen bleiben, born 23. Oktober Betracht,
sie können nicht (: _ 1. Juni 1891 geschußt werde . Modeüe von oder von Theilen der sie dem Arbéits- Anordnung oder ' Geseßeniwurfs btef; Cs zn § 1: stimmungen im * Herstellung von Gegensta schüßenden Neuerungen als oder an Gegenständen des
" t w d , da ' ausgedruck er en Fk Betracht bletbßn.“
„Arbeitsgerät Vorrichtung dienen 1911
nden betreffen.
für den Mustersckonß auf e der Begründung ist bei der Kommisfion noch im, Es darf deshalb Ueberem n werden, daß 11 [che von Masch
angenomme 9.1: odellen so
- 111€ begnffen werdens" dem Zwecke dss Ges
dem Patentschutz für neue, Erfindungen bloßen welche deren
ist, neben in sich schließende" bekannter GegenstanDL, find, Schuß zu Grenze zwischen ' Patentsckoußes fabtgen Ersm darf nicht dazu fahren, das zu leugnen. _ Wird Von dem Inhaber erblichsn Unterne deren über
5 den musterschußfä
eines Handels- , bmens dasselbe mit Aktibkn tragen, und leistet das bis- [, obne daß mit ihm über die Aufhebung dem Vorgängér und über semsn Eintritt
Geschäftsinhabcrs verhandelt worden, es vertrags- verpflichtet batte, Reichsgerichts, ]. Zivilsenats, vom Erfüllung der den R8chte, insbesondere s dem Dienst. „Fnbr „'schen Brauerei, welche wab- tf dessen Vater übergx'gangen so durfte er dies m_ dem Beklagten (des fruheren ,; zu SÜW?!»- ge Person
sonstigen gew . und Passwen auf emen an bkrige Geschäftsvskrsona seinss Dienstoerhaltmffes zu in die Dienste des nekuen nnbeanstandet" dessen Voraangsr gcge haftet, nach einem Urtbei 13. November 1895, der andlungsbedienstetcn er , "r die Folgen einer unbxrechttgleu Ent der Klägcr (ein Braurnetsi rend seines Dienstvsrbaltnt war) mit scine Glauben tbun, , Brauereibesiyers) dsn Mit Der Geschäftsnachfolger
binficbtlicb der weiteren Vertreter des Beklagten 1 gilt insbesondere_auch Von dsr durch den (Entlassung des Klägers, sobaß der 11: gegen die subjsktibe Befuxntß des_
Für die F0 gsn derjclb " € Entlaffung von ihm selbst _kr_klar dLn Kläger Entschädigen, wenn ein rechttnaßtgcr nicbt vorlag.“ *
die Dienste,
Vorgänger für die tragsmäßig zustehenden
er in der S sses Von _S. ax n Dixnstleistungen _sort,
damit nach dem Wtüen dss diksem gkfchloffenen Vkrtra' . ' stand dem Kläger als dreien: Vertragserfüllung gswiksen war, die: er als n dieser Beziehung anzusehen batte. Nachfolgcxr außgesprocbenen Veranlassung hatte, olgers zu, dieser Maßregel zu kn mus; dsr Beklagte auskommen, Er muß also Grund zur Entlassung
protestieren. wie wenn dt
Entstheidungen des Ober-VerWaltungsgerickxts.
Der Verlag und Vertrieb ciner cinze1ncn selbst ber- WL1chL unter das GULP, ' 11.Juni 1870 fäUt, sielit, nach emer Ent- Verwaltungsgeriäns, &71. «knais, 1. Kammer, im Sinn? des kaerbefteuergeséßes vom Géwerbebctrieb dar, und 6811106901111), ntcr das Gswerbéstcuergejey fallendks (Gewinn noch cin Bcrlust aus bei Fkftstsüung dcs Gesgnnntertraacs aus bcrückfichitgkn,
faßten Druckschrift, betreffend das
Urheberrecht u. s. w., born sch€idung dcs Obcr- Vom 21. März 1895, 24. Juni 1891 keinen wenn dcr Selbstberlcger cin u (5581128be bstréibt, weder ein dem Sslbstverlage
dem (Hemsrbebctriebe (R91). 171.
dss Zenfitcn zn ellschaft an cinmn Von 1 beschäftigt, so ist, nach Obcr-Vsrwaliungsgkrickyts, cr Ort nicht der Betriebs- dase'lbst nicht
_ Ist für eine Vsrsichsryngsgcs ibrem SWT Verschiedenen Orts cm Agen Entscheidung des , 1. Kammcr, born 18. April 1895, dtcs Gesellschaft,
herangezogkn
und dicse
GéWé'kbLstkUCk Gcseüschast . mit derselben Vermittelt; selbständiger Gewerbet Dagegen ist dieser und diese kann dajelbsi zur Gew der Agknt die Gesx*111chaft_dg sicherungsNrträge , [)B r b e', 1 fu griffliäz nolbwendxge'n Se! und Gefahr) entbehrt. ' agenten ein (selbständiges) Vermittelunas agenten für eine Vkrficherungsgkssü die Geseüscbaft im Publikum Versicherun
(cherbcsiLULr Ort Betriebsort dcr GkssUschaft, erbksteucr berangczogen werdsn, wenn den Absckylus; ber Vcr- brt und der zum GEWcrbebctrrebe be- kkkt für ?iZcM Nkckymmg .Hisrnach betreiben diejcnigen VLYcherungs- cwerbe, wclcbs als S p ezia [ - tig sind, 17.1); für ihr die zum Abjcbluß
entgegennehmen,
Gkskllsthaft in
sclbst vertritt,
bständigkkit (Thätiß
ergkbknden _ . Abschluß der Verficherungsantrage zu vertmtt erscheinen diejenigen Generalagent einem bestimmten Bezirk vertreten, angenen Aufträge entgegennehmen und den Abscblu erbeifübren, für dcn Umfan haupt nicht als üben sie hierbei nicht aus, _ unternehmens infolge der ihnen eingeraumtkn bes
trauensstellung gewisse Selbständigkeit entbehren. solcher vorband Gesellschaft
direktor“,
cn, welche die die den Swezialagenten zuge- dex Vertrage der bierauf gerichteten . bätxgkeit übxr- Gewerbetre ende; denn das „Vermittelungsgeschaft während sie binsicbtlrcb dcs Versicherungs-
rmaßxn als Beamte der Geseüsckpast Gewe'rbebetrieb begrifflich _notbwendigen Der Gewerbebetrieb, falls uberhaupt ein d hier durch den Generalagentenbon der selbst ausgeübt. _ Selbstverständlich ist hierbei, daß .Generalagent" ,
für sich aÜein noch keinen ge- Feststellung der Veamteneigenfchast ck als bloßer Titel solchen lche nicbt Beamte der Gesellschaft sind, en Wahrnehmen, also selbständige G. 186/95.)
en ist, wir
(„Spezial-
„Subdirektor“) nüqenden Anhalt für. die sichere cbt, da diese Bezeichnung ersonen beigelegt wird, we ondern ausschlie Gewerbetreibende sind.“
bisweilen an
[ich Spezialagentur ß (Rep. 171.
Berlin, Montag, den 3. Februar
Das gewerblithe Fortbildun s- uud-Faehsthnlweseu in Preu eu.
]. Der scharfe Wettberverb, Welcher durch die Foxtscbriite derkTecbnik und des Verkehrs und infolge der Gexxerbeftetbett zwrschen ben (“111- zelnen Handwerkern einerseits und. zwxscben Handwerk und Fabrik andererseits ausgebrochen ist, hat nicht nur zm Fabrik, sondern anch im Handwerksbetrieb eine weitßebende Arbetkstbeilung' und mit „tbr die mögkickyste Ausnu ung von Arbeitskraft und, Arbxttsstoff bennrkt. Für eine geduldige usbtldung der Lehrlinge blieb feme'Muße mehr übrig, allerdings schien dieselbe auch infolgs der technischen Hilfs- mittel, Welche sich dem Kleinbetrieb in Form von Klemmotoren und Hikfs- und Arbeitsmaschinen darboxen, nicht mehr so nötbig wie sonst; werden doch auch viele Halbfabrikate, _dre fich sonst die Handwerksmeister selbst herstellen mußten , jetzt von Fabriken den elben zur Verfügung "gestellt. Man darf „indessen nicht Übersehen, daß mit der Beschränkung des'Arbeitsthets des Handwerks, mit der Erseßmg gelernter Handaxbett duxch, Maschinen- arbeit dock) keinesrvegs die eine Handarbeit übsrbaupt betsette'geschoben wvrden ist. Fast gleichzeitig mit dem Eindringen dxr Fabrtkmdustrte in die Herstellun der tausendfältigen Artikel zum pezsonltchen Gebrauch, das alte ArbeitsZLLd des Handwerks, ist ein früher nicht geahnter Bedarf an qualifizierter Handarbeit auf neuen Gebieten Wachgerufen wbrden: ein Bedarf, für den bis heute die WM Deckung fehlt. Gerade infolge der mit dem Wachstbum dsr Bevölkerung und ihres Wohlstand€s_fich stetig entfaltenden Großindustrie und der steigenden Lebknsansprucbe, selbst der unterkn Klassen, ist der Konsum von aügememen Ver- brauchsartikeln _mäcbtig gestiegen, und viele, bieser Waaren find immer noch Handwerksprodukte. Das Steigen der Löhne und sonstigen Einkommensartcn hat eine Zunahme 'der Nach- frage nach qualifizierten Waaren im Gefolge, welche mrt „germgen AUSnabmen nur unter Zuhilfenahme bon gelernter Handarbxtt zu be- friedigen ist. Im Laufe der leßten drei Jahrzehnte ist, eine ganze Reibe von Arbeitszweigen handvoerksmäßiger Natur zum 15911 Wesentlich erweitert, zum tbeil erst ins Leben geruf'en worden, so, z. B. die Photographie, die Installationsarbeiten, die „Elektrotecbmk'u. s. 11). Aber auch auf Gebieten, wo sonst die Fabrrk- und M_aschmenarbext fast ausschließlich herrschte, hat in den leßten Jahren dre Handarbeit sich wieder Geltung verschafft; besonders be: einze1n8n Baugewxrben ist diese Tendenz bemerkbar, neben mecnt- und Zznkgußdekoratwnen tritt wiedkr mebr Steinmeßarbeit, 1tattGuß-, (Stab- und Stanz-
1) für Fachschulen (BaugerVerschule-n, Webs- schulen, Fachschulen für die Metallindustrie,
3) zur Errichtung und Unterhaltung der Fort- 1ildungsschulen in den Provinzen Westpreußen und Posen ................
4) zur Ausbildung 5011 Kunst- und anderem Hanerksrn ...............
5) für den gewerblichen Unterricht zu bekr-
Die Aufwendungen dcs Staats für die gewerblichen Fach1chlulen find demnach im Jahre 1892/93 um 78 487.“ und „1111 Jabre1893/94 um 48 748 .“, im folgendcn Jahre um 147 228 546, 1111 Jahre 1895/96 um 151701 .“ Verinebrt Worden und soUen nach dem EniWUrf _des Staatshaushalts-Ejats für 1896/97 um wsitere 175 627 .“ Verstarkt wkrdcn.
Was bi? Frequenz der gervcrblickoen Schulen betrifft, so werdZn die zwölf als Staatsaustalten bestehenden BauÉeWerkkscbulcn „m Bsrlin, Breslau, Buxtehude, Deutsch-Krone, ck8rnfordk, Gorltß, Höxtkr, Idstein, Königsberg 1. Pr., Magdeburg, Nienburg und Poikn gegenwärtig Von 2788 Schülorn besucht (gegen 2618, 2459, 2276, 2165 und 1825 im Winter der fünf Vorjahre). Wegen Plaßmangcls mußten abgewiesen wsrden im Herbst 1894 976 Persvncn, 1893 2050, 1892 1585 und 1891 1038 Personxn. In Buxte- budex, Eckernförde, Jdsicin und Deutsch - Krone Zvaren im Herbst 1894 noch 94 Schüler mehr für _4 Klassen ausgknbmmkn wordkn. Der Unterricht mußte aber in diesen 4 Klassen ausfaüen, weil die crfordsrlicben Lehrer fehlten. Die Zahl 561 Zuruckgeknnsenen würde wohl in jedem Jabrk noch größer gewesen sxtn, wenn nicht die Direktorcn zeitig bskannt gemacht Hätten, daß in ihren Schulen kern Platz mehr sci. Viele der Zurücknwresenxn haben ganz auf dxn Bksuch einer Baugewerkschule vcrzi ten „mussen, andere haben fich außerhalb Preu ens liegenden, größtkntbetls voanrivaten nur mtt geringen Beibifcn aus öffentlichen Mitteln err1chtexen und dabsr unzulänglicben Anstalten zugenmukt. _ Unter dkn 976 tm Herbst1894 anückgewiesenen Waren 134 aus Westfalen, 120saus Berlin“ und 112 aus der Provinz Brandenburg, 116 aus der Rbcmprobmz, 93 aus Schlesien, 87 aus Hannover, 58 aus Hcffen-Naffau, 47 aus „der Provinz Sachsen, 33 aus Schlcstvtg-Holstetn, 28 aus Po1en, 18 aus ommern, 12 aus Westpreußen und „10'aus Ostpreußen.
Ma chinenbauschulen bestebe'n zur Zettnn Preußen fur Werkmeister sechs: in Dortmund, Dutsburg, Glxtwiß, Magdebnrg, Köln und annover, für mittlere chhntkcr vier: in Dortmund, Koln, Hagen i. . und Breslau. Die Fachklaffsn der Obar-Rcaischule m
K
Handel und Gewerbe.
Bei den A5 rechnungsstellen der Reichsbank wurden im Monat Januar d. . 2050 835600 «16 ab erechnet gegen 1889948 200 «16 im ezcmber U. I., 1759 4600 „46 tm Januar 1895, 1 575 202 100 916 im Januar 1894, 1452342 800 .“ im Januar 1893, 1337023100 .“ tm Januar 1892 und 1 583 170 700 .“ im Januar 1891.
_ Na der Wochenübersicht der Reichsbank vom 31. Januar zeigt der gesémmte Kassenbestand bei einem Beta- 2 von 966 643 000 .“ der Vorwoche gegenüber eine Zunahme um 632, 000 .“; der Metall- bestand allein bat um2 981 000 .“ zugenommen. Der Bestand an Wechseln bat fich um 13 556 000.“ auf 543 698 000 .“ vermmdert, während der Bestand an Lombardfordernngen sich um 4 530 000 auf 96 905 000 „“ vermehrt hat. Auf passiver Seite hat der Betrag der umlaufenden Noten bei einem Betrage Von 1078 268000 .“ eine Abnahme um 3667 000 .“ er abren, aber auch die sonstigen täglich fälligen Ver- bindlichkeiten (1 Mutbaben) zeigen mit 412279000 .“ eine Ab- nahme um 1 8 1 .“
Zeichen- und Kunstgswerbeschulen u. s. w.) . . . 896 993 975 480 2) Zuschüsse für Fortbildungsschulen . . . . 440000 440000
tvsndendkr Tbcil des Disyositionsfonds . . . . 139 100 139100 zusammen . . . 1 861 093 1 939 580 1 988 328 2 135 550 2 287 257 2 462 884
1S96.
itter kommt Kunstschmiedearbeit wieder zum Vorschein, die Fabrik- ?chlöffer werden durch mit der Hand bearbeitete zum tbeil wieder, verdrängt. In der Jnnendekoration nimmt bre Wand- malerei neuen Aufschwunß und sogar die langst durch den Stuck in VeFeTM kit
lebt neu auf. u _ ,
[ei bier gedacht. Beim Meublement wird ferne Handarbeit sowohl
geraibene .angetragene Arbeit" der Produkte der Kunsttöpferei
n den erstellun s-, wie auch in den Ausschmückungsverfabren wieder
mehr ge chä t. ie Nachfrage nach gelexnter Arbeit ist ferner durch , die stets in öberem Grade geforderte Praztsion unserer. Produktions- und Verkehrsmittel sowie unserer szffen gestiegen. Dre Fabrikthn von Nähmaschinen, Werkzeugmasckymen, Dynamos, Lokomottvxn, Velocipeden, der Schiffsbau und die Getvebrfabrikatwn beanspruchen beute ein Heer gut geschulter M€chaniker, wahrend der _Bau von Armatur-, Brennerei- und uckerfiede-Apparaten außer diesen eine größere Anzahl von Kupfers mieden und Noxb , der fortschreitenden Verfeinerung unserer Bedur ni e und in der der- selben entsprechenden Differenzierung in den Mttteln zu ihrer Be- friedigungcbxcblummert eben die Tendenz, der feinen Handarbeit wieder etnsn wa
das entsprechende Bedürfniß aufs vollkotpmenste befrickzigen, als? mit größerer Exaktheit, größerer Berückfixbtigung der speziellen Wunsche gearbeitet sein, als die rein mechanische Arbeit es durchschnittlich vermag.
?ießsern verlangt. In
enden Spielraum zu gönnen; denn jedes Stück muß dann
Die gelernte ?andarbeit will freilich eben gelernt sein. Seit
dem letzten Zabrze nt ist die tbeoreZische und,die technische Aus- bildun? durch Errichtung von gewerblichen Fortbildungs- und Hand- werker
ist die preußische Staatsregierung .bemübt gewesen, an Maßgabe der zur Verfügung stehenden Mittel die Zahl der gewerbl:
anstalten zu Vermehren und die vorhandenen 'zu'verbéffern. Y_us der nachfolgenden Uebersicht, welche der den Mitgltedern der staubigen Kommission für das technische Unterrichtswesen vorgelegten „Denk-
achschulen in die richtigen Bahnen gelenktworden. Insbesondere en Unterrichts-
scbrift über die Entwickelung der gewerblichen Fortbildungs chulen und
der gewerblichen Fachschulkn in Preußen, soweit fis zum effort des
Ministeriums für Handel und GeWerbe gehören, jedoch mit Ausschluß der Navigationsscbulen und der UnterrichtSanstalten fnr das Bergfach während der Jahre 1891 bis 1895“ entnommen lst, ergiebt'siÖ die Zunahme der Aufwendun an für den_ gesammten gewerbltcben Unterricht, soweit er dem, inisterium fur Handel und Gewerbe unjerstellt ist. AngesetZt smd
nach dem Entwurf des
nach dem Staatshaushalts-Etat Staatshaushalts-Etats
für für 1891/92 1892/93 «16 «16
für für für für - 1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 „16 «46 akk «Fl:
1024 228 1 171456 1263 157 1 428 784 440 000 440 000 550 000 550 000
350 000 350 000 350 000 350 000 300 000 300 000
35000 35000 35000 35000 35000 45000
139100 139100 139100 139 000
Aachen und der Realschule in Barmen, über„deren Organisaxion noch nicht entschieden ist, sind hierbei nicht mitgezablt. Von der un Jahre 1891 als noch erforderlich bezeichneth Zahl Von achi weiteren Maschinknbauscbulen für Wérkmeister oder wittlere Tcckymker fehlen, nachdem die mittlere Fachschule in Dortmund inzwischen errichtet worden ist, noch ficben. Da, auch mehr Maschinenbauschulen'em Bedürfniß Lind, beweist die roße Zahl der außerhalb Preußens m „den benach- artsn kleinsten taaten obne alle oder mri höchst geringer Unter- stüyung aus öffentlichen Mitteln bestehenden und aus Preußen stark besuchten Fachschulen für Maschinenbauer. Die Stadt Altona bat fich srbotcn, ein Gebäude für Eine solche Anstalt berzustxüen und zu unisrbalic'n, sowie einen baaren Zuschuß zu den Kosten ihrer Unter- baltung zn zablen. Der Gewerbeverein zu Höchst, d_er Werkmeister- ve'rcin daselbst und der Zentralborstand des Raffamschxn Gewexbe- bkrcins babcn in den 1913th Jahren mehrmals die „Errichtung emxr Werkmeistkrscbule am Mittelrhein beantragt. Auch die Stadte Danzig und Elbing wünschen eine solche Schule zu erbqlten. Dex Magistrat zu Berlin ist darauf hingewiesen worden, daß eine Maschtnenbauschulc bei der roßkn Ausdehnung der Berliner Maschmenfabrtkatton btxr not - wendig (1151 Ferner ist 61118 Masckpinenbausckyule oder einewxe dre Fa - schule für die K'leineisen- und Stahlindustrie des Ver ischen Landes in Rsmscbeid eingerichtete Anstalt ein von der Eisenindu trie des Siegener Landes lcbbaft empfundenes Bedürfniß. Cine Schule,"wie die zuletzt gcnannie, ist obne Zweifel uncntbebrlicb zur Unterstutzung der gus- gcdebnten Kleininduftrie des Kreises Schmalkalben, wo in wenigen rößeren, in der Kreisstadt entstandenen Betrieben und in vielen [einen, über die Dörfer der Umgeéend zerßrcutcn S mieden obne " uhilfenabme bon Maschinen unzab ige Eeratbe und erkzeuge „aus
tabl und Eisen für das Inland und fur das Ausland Von einer fleißigen und geschickten, aber armen Bevölkerung bergesteüt„ werden. Die Stadt Schmalkalden beabsichtigt, das erfordexlrcbe Gebaude ber- zusteklen und zu unterhalten, sowie einen festen Beitrag zu den Kosten der laufcndcn Unterbaltuug dcr Ansxalt zn zablcn, wenn fie dabei von der Provinz und dem Kreise unterstutzt wxrd.
Tägliche Wagengestkllung für K_oblen und Koks an der Ruhr und in Ober1chlesien. An der Ruhr sind am 1. d.M. gestellt 11656, nicht rechtzeitig gestellt keine Wagen. In Oberschlesien sind am 31. v. M. gestellt 3915, nicht recht- zeitig gestellt keine Wagen.
Berlin, 1. Februar. (Wochenberickpt ür Stärke, Stärke- fabrikate und Hül enfrücbte von Max abersk , Berlin 117.8.) [a. Kartoffelmebl 1 _15 .“, 18. KartoTxlftä e 141-15 .“, 118. Kartoffelmebl 111- 121 .“ , feuchte artoffelstärke Fracht- parität Berlin 7,60 .“, elber Svrup 16k_-17 .“ K .- Svrup 1711-18 .“, Kap.- xport 18k-19 .“ elber 16-161“, do. K „171-18 «., Num-Kuéeur 31-3 „aa,
ier-Kuleur 30-32 .“, extnn, gelb und weiß, la.. 20-21 .“, do. sekunda 17-19 .“, Weizenftärke (kleinft.) 30_32 .“, Weizenstärke FFW? .) 35-36 .“, Hallesibe und Se 37_38 .“, eis ;_ärke (Strahlen) 47-48 Wdo. ( ) 46-47 .“ Mais1:tärke 26-28 .“, Schabe e ' .“, Viktoria-Er sen 14-18 .“ K bseu 14-194 _ . Erbsen 14-19 „x., Futtererbim 12 -13 .“, WNW , Bohnen 24_25 .“, weiße chbo um 24-26 , „ “_ Bohnen 21-22 .“, galbische und rusfistbe Bohnen -18_ „&.