1896 / 31 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 04 Feb 1896 18:00:01 GMT) scan diff

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eine dringende neue Ein abe an den rrn Reichskanzler und den Bundeskatb mit der e rerbietigen * itte zu richten, den in der 22. Plenarversammlnng des Deutschen LaudwirtbsckpaftSratbs gefaßten, dem ersiexen mittels Eingabe vom 14. Mai 1894, dem letz1'eren mittels Em abe vom 31. Mai 1894 unterbreiteten Beschlüssen bezüg- zuchtrder rei Sgeseylichen Regelung des Gefindewesens baldigst Rechnung

aaen."

(Schluß des Blattes.)

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.

Portugal.

Durch Verfügung des Königlich portugiesischen Ministeriums des Innern finZ) die äfen der Provinz Kanton und der Hafen von Hongkong fur von eulenpest verseucht erklärt worden.

Dänische Antillen.

Zufolge Verfügung der Regierung der dänischen Antillen unter- lxegen Hezkünfte aus Cuba bei ihrer Ankunft in St. Thomas einer funfzebntagigen Quarantäne.

Verdingnngen im Auslande.

Rumänien.

20. Februar 11. St. Kriegs-Minifterium in Bukarest: Für die Militäraerberei: 42000 ](J Eicheln von der asiatischen Eiche; 1500 LTZ äégrug 1110011011; 12 000 ](Z Tanninexttakt; 13000 kJ Rindßtal ; 10 000 kJ Walfischtbran.

22. Februar n.St. Kriegs-Ministerium in Bukarest: 10000 kg verschiedenerThrane und Fette, größere Quantitäten Talg und 2141chg gelbes Wachs.

2. März n. St. ijkropja (1161161818. 8. 00500 813117210101" in Jassy (Spitalverwaltung): Lieferung des Materials für das Hotel Gehan Racovita in Slanic (Kostknanscblag 64 983 Res.), sowie für das Königliche Kasino ebendaselbst (Kostenanschlag 57 000 Fcm.).

Bulgarien.

17. Februar n. St., 2 Uhr. Ministexium für öffentliche Bauten und Kommunikationen in Sofia: Liefcrung von Brückemkonstruktionkn für 6 Straßenbrücken. Voranschlag 300000 Fr., Kaution 15000 Fr.

Verkehrs-Anftalten.

Bremen, 4. Fxbruar. (W.T.B.) NorddeutsckyexLlovd. Der Postdampfsr ,Hobcnstaufen' ist am 1. Fcbryar tn Pex- nambuco angckommen. Der Postdampfer „Graf Btsmarck“ ist am 28. Januar in Rio de Janeiro angekommen. Der Post- dampfer „Willebad“ ist am 1. Februar Nachmittags m New- York an LkOMMLn. Der ReickysxPostdampfkr „Darmstadt' hat am 3. Fe ruar Vormittags die Reise yon Suez nach Aren fort- geseßt. Der Reickos-Postdampfer .Prinz- Regent _Luitpold' hat am 3. Februar Mittags die Reise Von Port Satd nach Neapel fortgeseyt. Der Reicbs-Postdampfer .Prc'ußen“ hat am 3. Februar Nachmittags die RLisL von Southampton nach Gxnua fortgesctzt.

London, 3. Februar. (W. T. B.) Der Unton-Dampfer ,Tartar“ ist auf der Auskeise Sonnabend Von Southampton abgegangen.

St. Petersburg, 4. Februar. (W. T. B.) In der Kom- mission für die Organisation der Fahrten zur qllrusstscben Aus- stellung in Ikishny-NQWJorod wurde dje Frage Qufgewyrfey, welcher Tarif für Separat-Eisenbabnzüge _feftzusexzkn set, die ausländische Gesellschaften und Vereine für die Rstsc zur AuOsteUung besteklen würden. Die Kommisfion kesch1oß, daß man sich weqxn der- artiger Bésteüungen direkt an den General-Kommiffar dsr Ntsbnyer Ausstellung wenden müffe, Von dem ('s abhängen wird, je nach den Umständen den Besuch der Ausstellung durcb GLUPPSU zu "gestgtten.

Rotterdam, 3. Februar. (W. T. B.) Niedkrlandtsch- Amerikanische Dampfschiffabrts - Gesellschaft. Der

Wutsrbericht Vom 4. Februar,

8 Uhr Morgens. Zeit.

Ykax Grube. Donnerstag :

Stationen. Wind. Wetter. Ivanboe.

in " Celsius 59 C. = 49 N.

Bar. auf0Gr, u ?) Mssressv Temperatur

red. in MiUim

Belmullkt . . 771 S 5 bedecxt Aberdeen . . 772 SW 2wolktg Christiansund 767 W 8 Regen Kope'nbagcn . 776 WNW 3 Dunst Stockholm . 769 stil] be'dkckt Laparanda . 761 WNW beiter t.Petersburg 761 W wolkenlos Moskau . . . 753 NRW Schnee SW

Cork„Qucens- town . . . 775 Cherbourg . 777 SO elder . . . . 780 S ylt. . . . 778 “SSW mburg . . 780 WSW winemünde 777 WNW NeufahrWQsscr 773 W Memel . . . 770 NW Dunst

4 2 1 2 1 3 3 ? «Ms....„778N ] ünster. . . 778 ONO ] wolkenlos KarlSrube. . 779“ NO 4wolkenl.5) ] 5 1 3 4 Z 3 1 l]

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man. Anfang

bedeckt Donncrstag:

ba-deckt Nebel Nebel Rebell) bcdkckl 2) klki 3) halb €d.4)

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7 Uhr. Donnsrstag:

und Liebe.

Wiesbaden . 780 NO beitcxs) München . 780 O (*r-deck!

SW beiter Gucker].

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Chemniy ,. 782 Berlin. . . . 778 WNW beite-7) Wien . . . . 778 WNW wolkig Breslau. . . 776 NW wollt; Ile d'AZx . . 777 ONO Nebel Nizza . . . . 777 O wolkenlo? Triest . . . . _ 778 sti wolkenlos 1) Reif. 9) Reif. 3) Reif. 4) Reif. “) Reif. 7) Reif. _ Uebersicht der Witterung. Der Kern des ochdruckaebiets, we-lcbes die ganze Hälfte Sükwest- uropas überdeckt, liegt beute über Süddeutschland wo die Baromemstände steÜenweise 781 mm überschritten haben. Das barometrische Minimum, welches gkstern über Lappland lag, ist ostwärts über das Weiße Mepr hinaus fort- lschritten. In Deutschland ist das Wetter sti", theils Leiter, thcils neblig, sonst trocken und allenthalben kälter; im Binnenlande liegt die Mor :*ntemveratur fast übe-all unter dem Gefrierpunkt. n Nordwest- Eurc-pa ist das Baromet- rwieder stark gcfaU- n, indessen ist eine erhebliche Aenderung der besehenden Wijterungs- verhältnisse demnächst noch nicht wahrscheinlich. Deutsche Seewarte.

Theater. Ednigticne §chauspie1e. Mittwoch: Opern-

zum Qobanxe.) X( ydkau,

Jacobson.

5) Reif.

hafen. Friedrich -

Kostümen,

Don Richard Wagner. Dijigent: Kapellmeister ustspiel in

Weingartner. Anfang 7 Uhr.

Schauspielhaus. Lusttpiel _ Skowronnsk. In Scene geseßt vom Obcr-Regtsscur Anfang 7? Ubr.

Romantisché Over in 4 Akten yon Arthur SuUivan. _ namigem Roman bearbeitet von Julian Sturgis, deut'ch Von H. Wittmann. _ Schausvielbaus. 37.210rstel1ung. Em So_mmcr- nachtsnanm Von William Shakespeare, ubersctzt Von Auaust Wilhelm von Schlegel. Felix Msndélssobn-Bartholdy. Graeb. Anfang 7? Uhr.

Deutsches Theater, Mittwoch: Der Talis-

Hicrauf: Zum ?rstkn Male wiederholt: Liebclei. der Freitag: Die Weber.

erlincr Theater. Mittwoch: Faust. Anfang

Freitaa (21.

11'r11'mg - Theater.

Anfang 7:1 Uhr. Donnkrstag: Fteitag: Uutreu. - Hierauf: Fräulein Wittkoe.

Nrsxdenz -_ Theater. Lautenburg. Mittwoch: Zum erstkn Male: Hotel Freihafen.

überscßt Anfang 7? Ubr. Domterstag und folgende Tage: Hotel zum Frei-

Mittwoch: Mit _ Dckorationcn und Requtfiten: Der Hnngerleider. Ausstattungs-Komöyie mit Gesang und BaUet in 10 Bildern von Julius Keüer und Louis Herrmann, mit theilweiser Benuyung einer Idee des Mark Twain. In Scene geseßt von Julius :Fritxscbe. Dirigent: Herr Kapellmeister Winné. An

Donnerstag:

Ueues Theater.

Mittwoch: (Gastspiel des errn ?rauz Tewcle vom K. u. K. n

Baus. 33 VoxsteUung. Die Walküre in 3 Akten Kerr Direktxr Zloosjelzlll- lo "YFWUVZ

en von exandre ion un

Fabrice Carré.

Dampfer . Sp aarnda m ' ist am Sonnabend Nachmittag von New - Y ork abgegangen Det Dampfer Za a nd am " bat beute Vormittag, der Dampfer Sch iedam ' heute Nachmittag L iz a rd

passiert.

New-Y ork, 3. ebruar. (W. T. B.) Die „New- York World“ meldet aus aracas, daß der Mmister der öffentlichen Arbeiten Manrique dem englischen Ober_- Aufficbtkbeamten der Juanta-Varcelona-Eisenbabn eine Geldstrafe von_100 Doll. für den Tag auferlegte, weil dieser fich weigxrte, den von ihm weaxn Geschäftsstille eingestellten Paffagierdienft wteder aufzunehmen. Dte

Eisenbahnverwaltung wird von der Presse heftig angegriffen.

Theater und Musik.

Konzerte. ' 1?“ Das iebente Philharmonische Konzert, welcb's gestern unter dersLeitung dks Kapeümeisters Arthur Nikitcb staxtfand, wurde mit Waankr's Ouvertüre zur Oper .Der fliegende Hoüapker“ eröffnet. Die Solistin des Abends, Frau Teresa Carreüo, dre bei ihrem Erscheinen durcb Applaus bcwtllkommnet wurdc, tt_u das Beethoven'sche Klavierkonzert Nr. 5, 155; äur, [o künstleri! Vollendet vor, wie man es_ seltext boxt. _Dre qufY des Anschlags, dsr dennoch nie eine Harte _spyren ließ, dre Zarthetx xbres ianosund die edle Vortragsweise bet außercr Rub? und maßtgem chalgebrauck) ließen in 1301" Vortragendkn die Künstlerin ersten Rangxs Lauter Beifall und msbrmaliger éervyrruf folgten ihrsm Eine gleichfaüs günstige Aufnahme and die am Schluß dks Abends außgefübrte ,Ungczrxsche Pbantafie“ _ Orchester Von Liszt. Diezer Phantasy? gmgen Smetana's bsliebte Ooyerjüre zur Oper _ „Dre Verkqufte Braut“ mad die Symphonie „Harald in Italten“ Voxt Berltoz voraus, die Hier bereits vor zwei Jahren in einem Konzert der Königlicbktz Kapelle unter Weingartner's Leitung zur Aufführung gelangte. Bet aller Anerkennung der glänzenden Behandlung dks Orchesters und der tonmaleriscben Schönheiten derJns1rumentation werden doch in diesem mehr als eine Stunde inAnsPruck; nehmenden Werke erhebliche Längen fühlbar, die mitunter eine Fiéßknde Fortführung der_mysikaltscbkn Ge- kanken Vermissen [offen. Au Erdem bletbt ks schwer erklarlrch, weshalb der edle Held Harald durch seine Tbeilnahme an den wüsten Gelagen ciner Räuberbande in den Höhlen der Abruzz€n_in einem so kraffen Gkgen- satz zu seiner ursprüngliclykn Natux gcschtldsrx wtrd. Dknnocb ist grad? dicskr letzte Satz, der rmt dem Hmsterhen dss «Helden schließt, woll Von phantastischen, kühnen und origmeUen musxkaliscben Gedanken. Dem schwungvoll vorgetragenep stke folgte sebr leb- hafter Beifall und Heryyrruf seines umficbttgsn Dirigknxen. Das in diese Symphonie auf persönliche Veranlassung Paganint's eingefügte Solo lfür die 71018. KUZ, wurde von Herrn Professor Herrmann Rittkr skbr lobcnSWertb ausgsführt. _ Am Sonnabend gab der Piamst Josépb Lbévrnne aus Moskau im Saal Bechstein einen Klavic'r-Abend, dcn kk mit Bexthoven's gcdankenreicher, selten gehörier Sonate ixx 11-001; 0 . 106, er- öffnete. Abgesebkn Von einige'n willkürlrchen AbweiIungen in den Tstnpobewegungen, War die Wiedergaba dicses schwierig€n Werks meist eine gelangen?. Das Spiel 0811 Konzextakbers, dsr sicb berkits durch seine Mitwirkung in dem .Russ1sch€n .Konzert“ bikrselbst gut cingsfübrt Hut, ist klar und ausdrucksvyll; ein mäßiger Pkdalgcbrauckz kommt dkr Deutlichkeit seiner Passagen sehr zu statten. Auch in dlm Vortrag dsr Toccata yon Schumann, dem Sckxubert'schpn (1001-- Jmpromptu, sowie in einigenStücke'n von Mende1§sobm Chopin und Anderen kamen diese Vorzüge zur Geltung. Der KMzertgcbcr erntete für seine Leistungen verdiente Ancrkmmung.

Jm Königlichen Opernhause wird morgen _Richard Wagner's „Walküre“ untcr KaPLUmeister Weingartner's Leitung in folgender Befexzung gegxben: Sikgmund: _chr Syltm; Hupding: Herr Krasa; Wotan: Herr Stummer; Steglmde: Frau Ptcrsmx; Brünnhilde: Frau Sucher; Fricka: Fray Goetze; Wa(küren: me Damen Pohl, Hiedler, DLPPL, Weiß, Krainz, Varena, Rems, Kopka.

erkennen.

S ' [. p1e für Klavier und

Die kranke In Scene gesetzt

36. Vorsteüung. von Richard Anfang Uhr.

in 4 Aufzügen

Opernhaus. 34.

Nach Walter Scott's gleich-

Anfang 73 Uhr. Iulius Frißscbe-

Bettelstudcnt.

und R. Gcné-c. Musik von

Mufik von

Tanz von Enul 71Ubr.

Donnerstag:

Norrie. Die schönc Helena. Sonnabend: Dritter

7? Ubk- Sonntag, Abknds 711

Der zerbrochene Krug. - Helena.

_ Adolph Ernu-Thratrr.

dame Suzette.

König Heinrich. son und Jean Kren.

Abonnements-Vorstellung): Kabale

Mittwoch : Comtesse

Comtesse Guckerl. Nacht.

Julius Freund.

Direktion : Sigmund

lack Anfana 71- Ubr. (12116101 (lu [„ihre

' Im Köni lichen Schauspielbause sechsten Mal RZhard Skowronnek's vieraktiges ustsp el „D e kranke Zeit- mit den Damm Poppe chramm, von Mayburg, HMM",

onrad und den Herren Voljmer, Molenar, Hartmann und Heim zur Aufführung. _ .

Jm Lessing-Tbeater wird „Comtesse Guckerl am Nächsten Sonntag zum ersten Mal als_Nachmitta s-Vorstellung zu den Üblicben ermäßigten Freisen zur Auffubrung ge augen. Der Voxoerkauf für diese Vorste ung findet ohne Berechnung von Vormerkgebuhren täglich Vormittags an der Kaffe des Theaters statt. -

Mannigfaltigos.

Die Deutsche Gesellschaft für HolkStbümlicbe Natur. kunde biklt am vergangenen_Donnerstag tn der Aula des Dorotheen- städtischen Realgymnasiums 1th erste Jahr_esversammlung" az. Der erstatiete Jahresbericht lieferte emen erfrxxxltcben Beweis fur xas stete Wachsthum der Geskllscbaftxnd das_tbatrge Interesse, welches der. sklben und ihrer gemeinnüßtgen Arbeit aus allen Berujxkreisen ent.

egengebracht wird. Auch Damen befinden'ficl), bereits tz1 stattlicher Zlnzahl unter den Mitgltedern. Ter setthertge geschaftöführende Ausschu jvmde wiedkrgewäblt. Meldungen zum Betxrttt nimmt der chriftfübrer, Hkrr _ Oberlxbrer Or." G.L"fa Engel- Ufer 1, entgegen. Der Mmdestbettrag betragt jahrlich 2 „44 Da die Gesellschaft außer _de Veranstaltung _aUJmejn verständlicher Vorträge auch rkgelmaßtge_Besuche naturzvtffenschaft. licher SammlurFen und Institute, sowte Exkursionen_ m die Um- egend in ihren rbeitsplan aufgenommen hat, 10 hat dre Zentral. telle für Arbeiter - Woblfabrtßeinrtchtnngen ihr die Führung Von Arbeiterabtbc-ilungen durch die naturwissenscbaftlichen Museen übertragen. In nächster Zkit hofft die Gksellscbaft mit der Veranstaltung von Vorträgen in Arbeiteryierteln weite'r vorgeben zu können. Erwähnt sei noch, das; im A111chluß an die Generalver- sammYung eine AusstcÜung Verschiedcner AnschauungSmittcl stattfand, die bkkondkrs aus dem Gebiet dc'r Biologie, der immelspbotograpbie und der Volkshygicne des Interessanten eine rei (3 FW:? bot.

Während d€r_Dauer der Berliner Gcwerbe-Ausstkllung gédenkt die Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspfleae im Vortraßssaale des Chemiegebäudes dasklbst öffentliche Vorträge zu Veranstalter» In Ausficht 981113111111?" sind skcbs derartige Vorträge und für vier derselben auch di? Rednkr bereits gewvnnen. In Liner außerordsntlichen Siyung des Vereins, die am 14. d. M. stattfinden sol], wird der Geheime V?Ldizinal-Ratb, Professor chden über die Aufgaben der Brandenburgischcn Heilstäxten für Lungenkranke fprcchen.

elan t morJen zum

Das neu eingericbtste Bsrliper Fabrrad-Dienftmaxan. Institut Vs1s€nöet ein Plakat, aus dem seine Hauptstandpläßk nkbst Tslepbonfirmen bezeichnet sind. Durch das Entgegenkommen dsr darauf angeführten Firmen ist jsdermann in dkr Lagk. fich in Kürze Von jeder FcrnspreÖsteUe aus cinkn Fabrrad-Disnstmann berbeizurufkn. Für den bis zum Auftraggxbcr zurückzulkgcnden We'g find dcm Diknst. mann innerhalb der Stadtx10 „_! auf Hie olcichfalls auf dem Plakat angegkbencn - Vom Königltck'en PoltzLi-Pkäsidium gknebmigtcn jarifmäßigkn Säyc zu ykrgütcn.

Vcned ig, 4. Februar. In der Vergange'nen Nacht Wurde der größerk Theil der Maschinen dcr Flankllfabrif von Herion durch eine Feuersbrunst zkrstört. Bei dcm Brande wurden etwa 10 Personen Verleßt, darunter zwchi Feuerwehrlsute schwer.

Philadelphia, 3. Fkbruar. In der Cbestnutstrt'et Wurde kin sicbknstöckiges Haus m'bst anstvßsyden Gkbäuden durch ein großss Feuer zkrstört: dsr Schaden bktragt zwe'i MiÜionkn Dollars.

(Fortscßung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)

Von Sigmund Laufenburg.

Donnerstag: Der Herr Direktor.

Yeitag: Der Herr Direktor. _ Vorstellung. oranzcige: Sonntag, den 9. Februar, NaÖmUtags 3 Uhr: Zu balbcn Preisen: Bruder Martin.

Theater Unter den Wurdrn. Mittwoch: Neu einstudiert: Dcr Opmptte in 3 Akten 0011 F. ZLÜ Karl Millöcker. Diriaent: Hkrr Kapcllmeister Fskcrmann. Anfang

Dcr Bettclstudcnt, Freitag: Erstes Gastspiel der Frau Pcttcrson

roszcr Maökcnball. br: ZWeites Gastspiel Frau Pcttcrson Norrie.

Mittwoch: Ma-

VaudcviÜc-Posse in 3 Akten Von

SylVane und Ordonneau, bkakbkitkf yon Ed. Jacob-

Mufik von Edmond Audran.

In Scene“ gesktzt Von Adolph Ernst. Anfang 71 Uhr. Donnerstag: Dieselbe VorstcÜung.

Zentral-Theatcr. Alte Jakobstraße Nr. 3( Mittwoch: Emil Thomas 0. G. Eine tol1e (Große Ausstattungstffe mit (Gesang um Tanz in 5 Bildern von Will). Mannstädt unk Musk von Julius Einödsbofer In Scene gesest vom Dircktor Richard Schulß. Die Tanz-Arrangementg vom Balletmeister Gund-

Donnerstaq' Eine tolle Nacht.

Donnerstag: Ein Künftlcrfcst. NMC Einlage: Die Katastrophe dcs Ricscndampfcrs „Ctr- ccntia“. _

Sonntag: 2 Vorsteuungcn: Nachmrttags 4Ubr (crmäßigfe Pri'ise' und 151'ind untcr 10 Jahren fkk'i): 1870/71. Abends 715 Uhr: Ein K_üustlxr- fest. Skit 5 Monatcn bkfindct_ fich m Etn- studikrung und scenischcr Vorkcrmtung: Lustige Blätter!

Familien - Nachrichten. Verlobt: Frl. Jeannette? Schön mit Hrn. Rittsc- mxtsbefijzc'r Joachim 0011 Jagow (Schloß Brcstan-

Schnikbisncbcn b. Nit'wkrle N.-L.). Vcrchelicht: Hr. Amtsrichter Wllbélm Richter mit

Frl. Else Lomniy (Krcuzburq OS.). Geboren: Ein Sohn: Hrn. Rittmeister a. D.

und Gestüts - Direktor KikckkbUsck) (Landgéstut

Gnescn) _ Hrn. Hauptmann Von GrotUPotIkam).

_ Eine T ochter: Hrn. Amtmann A. Ncbkmß

(Domäne Wäfkllstkdt). - Fm. Fabrik-Direktor

Schulz? (Berlin). -- Hrn. rmn.-Lieut. Constant

Frbrn. Quadt-Wykradt-Hüchtenbrnck (Bexlin). Gestorbsn: Fr. Major Mari? Wkrmrlékirch, «sb.

Jescrich (Haklc a. S.). _ Hrn. Gxafc'n Baudissxn-

Zinzendorf Sohn Wolf (Ransau b. Plön). - *Pr-

Hauptmann a. D. und RkttergutsbefiMr Vkrglk

(kabvrvo). - Hr. Supc'rintcndent Paul Neu-

mann (Bütow) » Hr. Frhr. Engen Laar von

Mü-ackpbofcn (Orexdkn1 - Hrn. Kurt von Rohr

Sol)" Oswald ((Güxerslob). * -:*r. Hauptmann

a. D. Wilhelm Kublwkin (Bkrlin). " Vc'rw Fk-

(cheral-Licut. Karoline Freifr yon Falkenstern,

geb. SOröde'r (Potsdam). _ Hrn. Otto Frbu-

vvn StosÖ-Lankau Tochter Helknc (Breslau). -

Hr. Major a. D. Otto von Stavn xz (BreslaUY

- Hr. Landgericth-Natb a. D. Catl Scha1ffkk

Direktion :

Die schöne

Schwank in 3 Akten von Georges und bearbxitet von Benno

ureau des Hauses.

Wilhelmuädtisaxes Theater.

Cbauffeestraßk 25- 26. großartiger Ausstattung an

Anfang 7-1 Uhr: Musik von Louis Roth.

Konzerte.

Konzert-Uaus. Dienstag, den 18. Fkbruar: Zastnachts = Subskriptions - Ball.

Zing-Madcmir. Mittwoch, Anfang 8 Uhr: Liedcr-Abeud von Edith Vagg.

Baal Werhaein. Linkstraße 42. Konzert von Helene Opitz (Ges.) und Didric Ostermann (Biol.).

(Berlin). -- Hr. Professor Robert Trosfin (Berlin.) - Hr. Gymnafial-Direktor a. D. M- Friedrich Streblke (Charlottenburg). -- Hr. Amts- gsrichts-Ratb Anfinn (Greifk-wald) - Hr. Larzd- gerichts-Präs1dknt Wilhelm Schmidtbals (Schn'ktx' "181 "- kaw- Fr. Kasernen-Jnspekwr N01“ Renke, aé'b. (Balke (Schweidniß). * Hr. RcchnunZk- atb _Wilbclm Scheuermann (Liegniß). - k- Kommttsions-Ratb Rudolph Moll (Breslau).

Billets im

Mittw , . - mb Verantwortltchcr Redakteur: Stcmcnrotb

in Berlin.

ang 7,1 Uhr. Der Hnngerleider.

Schiffbauerdamm 4 a. / 5.

711 Uhr: Erfolg! zendste insceniert vom Direktor „Circentia“. Außerdem: priv. arlT pater Wien. Der führen der

Direktors Zr. Renz.

Deutsch von Ferdinand Groß.

Ztrnus Renz. Karlstraße. Mittwoch, Abends Extra - Vorstellung. Ein Künstlcrfest. Auf Y, Renz. iesendampfers _ _ Auftreten von nur Kunstler -Spechialttäten aUerersten Ranges.

Einlage: Die Katastrophe des

erübthk ftOriginsal - Dreffuren des u retcn ämmtli er Cl w 9 und des be iebten August Mr. Layater Fe. 0 11

Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei “und Verlags- Anstalt Berlin ZW., Wilhelmstraße Nr. 32-

Neun Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage),

owie die nhaltsangabe 11 Nr. 6 des öffent-

1icheu An Zi ers (KommatZditgeseustbaften mcs

Aktien an ktiengesellsrhaften) fiir die WM vom 27. Januar bis 1. Februar 1896.

Großartiger das Glan- Neue

Vor-

Deutfcher Reichstag. 80. Sißung vom 8. Februar, 1 Uhr.

Tagcßordnung: Erste Berathung des Entwurfs eines Bürgerlichen Geseßbuchs.

Zur Einleitung der Verathung nimmt das Wort der Staatssekretär des Reichs-Justizamts Niederding:

Meine Herren! Das Gkséßbuck), wclcbks Ihnen im Entrvurf heute vorlisgt, und das bestimmt ist, auf dem Gebiete des Vsrmögenk- und des Familienrechts für unser Vaterland die so oft ersehnte und doch nie errungene Rechtßeinbeit herbeizuführen, ist die Frucht einer Arbeit mm mehr als zwanzig Jahren. Drei Kommisßonen haben ihm ihre Thätigkeit gewidmct: eine Vorkommisfion, berufen, die Grundlagen und den Umfang des Gesetzentwurfs so fsstzusteüen, wie dies im Wesentlichc'n auch für den gegenwärtigen Entwurf maßgebend gewesen ist; eine erste Hauptkommission, bestehend aus hervorragenden Kennern des Rcchts in den verschiedencn Rechth€bieten Deutschlands, mit dem Auftraga aus dem gewaltigem Rechtsstoffe, der swb im Laufe der Jahrhunderte in Deutschland aufgetbürmt hatte, den Ent- wurf eines Geseßbucbs herauszubauen, und als dieser Auftrag nicht im Sinne der öffentlichen Meinung und auch nicht zur vollcn Be- friedigung der Verbündsten chierungen außgefallen war, eine Weite Hauptkommisfion, welcbe berufcn war, die Arbeit der ersten Kom- mission zu revidieren, und der wir im wessntlichcn das Gesexz- gcbungSwerk verdankcn, das heute Vor Ihnen liegt.

Während die erste Kommission nur aus rkcht§gelebrten Mitglie- dern bestand, gehörten der zweitem auch Vertrauensmänner an aus großen Parteien des Rkichstags und fachkundige Vertreter der sogenannten produktiVen Ständc: dEr Land- und Forstwirtb- schaft, des Bergbams, des Gswerbkfieißcs und dss Handels. Wäh- rend die erste Kommission in der SWS der Studikrftube und untcr dem Gkbeimnisse der amtlichen Bursaux, fern von dem Pulsschlag des Lebens, lange Jahre hindurch ihrer Aufgabe fich gc- widmst hat, hat die zweite Kommission gcarbeikkt, Wenn ich so sagen darf, auf dem Markt des öffentlichen Lebatts, in Fühlung mit den Parteien dks Hauses, i;! Bkzikbung zu den großsn Jmtereffen- gruppen, die unser wirthsckpaftlichks Lebcn bkberrsckxen. Jhrs Aufgabe war es, den ge'waltigen Stoff an Kritik, an Wünschen und Be- denken, welche die! Veröffentlichung des ersten Entwurfs hervorgerufen hatte, zu s1chtcn und darauf zu prüfen, inwisweit die darin zum Aus- druck gehrachte'n Erinnkrungcn mit den Jntereffcn dss Landes im Ein- klang Waren. Sie eröffentlicbte gleich, nachdem ihre Entschlüsss gefaßt waren, den Inhalt dxrselben, um dsr öffentlichen Meinung uxworweilt Gelegenheit zur Beurtheilung zu geben. Diese Kritik wieder wurde Von der Kommisfion dankbar aufgenommrn und in Weiteren Lesungen des Entwurfs verwerthrt. Ueber 0116 ihre Sißungcn wurde durch die öffent- lichen Blätter der Bevölkerung Rechenschaft abgclkgt. Diese Mit- theilungen rkgtkn in Weiten Kreisen, nicht bloß untkr den Juristen, nicht bloß in den gelebrtsn Ständc'n, ncin, auch darüber hinaus, nkue Wünsch? und Anträge an, die gl€ichfalls von der Kmnmisfion mit Auf- merksamkeit bingc'nommen und vcrwerthet wordsn sind. Wsit über die Grenze unscrcs Vaterlandcs hinaus, vpn drübcn, jenseits des Ozeans, ber find in dieser Weise Erinnerungen und Verbcsscruvgs- vorschläge an die Kommission gckommcn: Zeugnisse des warmen Jnterxsscs, welchcs unsere Volksgenoffkn auch außerhalb unserer Grenzkn an dem nationalen Werke nahmen. Und so, meine Hérrcn, glaube ich, darf man sagen, daß der vorliegende Entwurf, wenn er naturgemäß auch nicht aUe Kreise dcs Volkss befxicdigt, nicht msbr dcr Außdruck der Meinungen eincr auf eine klcine ZNitgliederzahl be- schränkten Kommission ist, sondern der Ausdruck dcr Aalfaffang in weiten, ja in den weit überwiegenden Kreisen dps dcmsckpkn Volkss. Aber, mcinc Herrcn,damitl)abeich dcn gcistigcn Inhalt kcJ Entwurfs noch nicht erschöpft. Tyr Entwurf reicht in seinen Anfängen und quUrn über unsere Generation in die Verxzangcnbcit hinein. Indem er jetzt an der Neige dieses Jahrhunderts an die Oeffentlichkeit tritt, an der Nkige eines Jahrhunderts, welchcs den modernen Staat geboren hat, darf man sagsn, „daß er gcwissermaßen den Niederschlag bildet derjcnigen rechtlichen, fittlichn und politischen Anschauungen, die unter den Strömungen und Gegenströmungen der vergangenen Jahrzehnte, seit den Freiheitskriegen allmählich in dkn festen Befiß des Gewiffsns des deutschen Volks üborgegangcn find. Denn, wie gesagt, an diesem Enttvurf hat nicht bloß unsere Generation ge- arbeitet; an ihn Hat das deutsche Volk Vor uns gedacht Und die geistige Kraft der Nation lange wor unserer Zeit hat an ihm gearbeitet.

Seitdem bald nach dcn Freikeitökxicgv zuerst das Machtwort von Goerres die politisÖe Welt für die Schaffung einks einheit- lichen Rechts im Vaterland zu gewinnen suchte, seitdem dann der Heidelberger chhtslebrer Tbibaut auftrat, um in jcnem de'nk- würdigen Sjreite mit dem Berliner Savigny die Juristrnwelt für ein einheitliches deutsches bürgerliches Recht zu begeistern, als -weiterbin die preußische Regierung in der Erkennt- niß, daß das AUgemeine Landrecht des vorigen Jahrhunderts für die anderen Zeiten und für die erweiterten Ver- hältnisse des preußischen Staats nicht mehr genüge, die Initiative ergriff, um eine neue Modifikation des bürgerlichen Rechts in Preußen herbeizuführen, als diesem Vorgehen die bayerische und die hessische Regierung folgten, vorläufig hoffnungslos, was die Aussichten auf ein gemeinsames deutsches Recht betraf, zunächst darauf bedacht, für ihr eigenes Land die Reebtöeinbeit zu schaffen, als dem gleichen Vor- sehen die sächfische Regierung folgte und glücklicher als die anderen Regierungen dahin gelangte, in dcn 60er Jahren ein einheitliches bürgerliches Recht für Sachsen festzustellen, als selbst der deutsche Bundestag feine partikularistischen Neigungen sowüt überwinden mußte, daß eine Kommission eingeskßt wurde zur Beratbung einesgemeinsamen dkutscbcn Obligationenrecbts: in allen diesen Phasen war der Gedanke maßgebend und durchschlagend, daß der gegenwärtige Rechtßzustand Deutschlands ungenügend, unhaltbar sei, daß es nothwendig sei, zu einer Kodifikation des dcuischcn Rechts zu gelangen, sei es un-

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C' r | e B e i l a g e zum Deutschen Reichs-Anzeiger nnd Königlich Preußischen Stnats-Llnzeiger.

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Verlin, Diensmg, den 4". Februar

mittelbar durch ein deutsches Gesetzbuch, sei es mittelbar auf dem Wege zunächst einer partikulareinbeitlichen Gestaltung des Rechts.

DIeser Gedanke hat die dcutscbe W811 auch weiter bcrvegt. Er schrieb in die ReichöMrfaffung Von 1849 die Forderung eines einheitlichen bürgerlichen Rschts hinein; er ließ den deutschen Iuristentag, nicht nur die ertretung der deutschen gklehrten Juristen, sondern Vor aUem derjenigen, die mitten im Leben des Volks stehkn, nach seiner Bildung als erste Forderung in sein Programm ein einheitliches bürgerliches Recht aufnehmen. Er brachte uns das deutsche Handengeseybuch. Nachdem der Reichstag des Norddeutschen Bundes zusammengetretcn war, war er kaum konstituiert, als er schon die Forderung stcÜte nach einem einheitlichen deutschen Recht, und der Reichstag dss Deutschen Reichs folgte ihm, indem er, eben zusammengetreten, disse Forderung wiederbolts. Diesem Drängen, meine Herren, vcrdankcn wir das Gssktz vom 20. Dezember 1873, das beutc unsérc Legitimation bildet, wenn wir die Frage Links ge- meinsamen Gessßbuchs praktisch diÖkUkiCi'M.

Damals freilich, MS1n€ Hörren, unter dem Drang der nationalen Begeisterung, war man fich der großen Schwierigkeiten, die gerade in Dsutscksand der Schaffung eines einheitlichen Rechts entgegenstehen, doch nicht ganz bewußt, und schwer1ich hat man gkdacbt, das; fast ein Menschenalter vorübergehen würde, bsvor dis verbündeten Regierungen in die Lage kommen würden, dem Reichstag eine Vorlage zu machen, die dem Gedanken des Geseßes Von 1873 entspreche. Aber, meine Herren, ich glaube, ein Blick auf den RechtSzustand, wie er war und leider g9g€nwärtig noch ist, wird diese lange Zögerung nicht als eine Säumnis; der Verbündetén chkerungen erscheinen lassen. Vergkgenwärtigen wir uns den derzeitigen RechtSzustand, wie ihn wohl niemals in der Welt ein großes Kulturland so lange in solcher Zerrissenheit, Verworrknbeit und Unklarheit ertragen hat. Die, wknn ich so sagen darf, geographische Rechtslage in Deutschland ist etwa folgende: Mitten durch unser Vaterland hindurch, von den Alpen bis an die Nord-Östsee, im Süden zwischsn dem Schwarzwald und dem Böhmerwald, im Norden zwischen der Weser und dem Elbstrom, zieht fich ein breites Landgebiet, und den Ostkn Dsutschlands auIeinanderreißt und vom gemeim'n Rscht bchkrrscht ist, '0. 1). yon dkm gemkinen römischen RLM, das Vor fast 11 Tausxnd bercn in Byzanz g€schaffen Wurde und in lateinischer Sprache geschrieben ist. Also dieses Recht herrscht in dkm Herzen Dkutschlands, aber nicht allein. In buntc'm Durcheinander sind neben ihm Trümmer alter Volksrechts, alter Landrechte, alterthümliche Kodifikationcn Veralteter Stadtrechte, Privilegien und Statuten oft von wunderlichkr Gcstalt in Geltung, sodaß das Mitteldeutsche Gebiet in weit über 100 Gebiete mit vcr- schikdenen Rechtßnormen zerfällt. Im Osten unseres Vaterlandes herrscht sodann nkben céncm Stück gemeinen Rschts an der Ostsee- küste und neben dcm kleincn Gebikts, welches vom sächfisch€n Gefes- bUch bkhkkkskht Wird, das preußische Allgemeine Landrkcht, aber bsi Leibe nicht Einheitlich, glc'ichmäßig und allein; ibciTtveisc ist LG prinzipales Recht und hat alles andere Recht vérdrängt, theilkvc'ise geltkn vor ihm neu kodifizikrte Provinzialrcchtc, theilweise gcltén mit ibm Rechte altertbümlicber Art aus Vcrgangkncn Jabrbundcrtxxn. Jm Wcstkn unseres Vaterlandes endlich [)Irrscbt nördlich ebenfalls noch in gxwiffcn Gebietsinscln, wenn ich so sagen darf, das gemeine Nkcbt odcr das preußischs chbt, A(lgemsincs Landrecht. Den übrigcn ganzen Wersten beherrscht das französische Recht. Von dem Punkt an, wo dcr Rhein in unscr Land eintritt, bis dahin, wo er wieder über unsere Grenzen geht, herrscht in unseren rvcstlichkn Ge- bieten das Recht Frankreichs, unseres Nachbars jenseits der westlichen Grknzen.

In Zahl?" anögcdrückt, meins Herren, kann man sagen, stcben Von dsn 50 Millionsn E1nwobnern, die, rund gerechnet, das Deutsche Reich enthält, ctwa 7 0/0 unter dem Rech! des Königreich Sachsen! Etw0170/9 untcr französischem Recht; das gemeine römische Recht mit 01th deutschen Partikularrechtßresten gilt für etwa 33 0/0 der Be- völkerung; das Landrkcht herrscht in den übrigen Theilen des Landes, rund 43 0/9 der Bevölkcrung. Nach diesen Zahlen würde man an- ncbmen dürfen, das; das andrecht und nächst ihm das ge'mcine' R9cht dic überwältigende letung in Dsutschland bsbaupte'; abcr hixr trijt dis Thatsache hinzu, daß neben und vor dissen Rechten noch andkrc partikularc Rechte in Gcltung smd. Wenn wir diesen Umstand mit in Rechnung ziehen, dann müsskn wir, ich muß wvlyl sagen, leider gksteben, daß dasjenige Gebiet, in welchem ein einheitliches Recht am mächtigsten, am geschloffensten für einkn verbältnißmäßig großen Theil des deutschen Volks herrscht, das Gebiet des französischen Rechts ist. Nach der inneren Kraft gerechnet, hat im Deutschen Reich das franzöfiscbe Recht die Oberhand. Das, meine Herren, giebt zu denken. Auch nach einer anderen Richtung bin läßt sich der gegen- wärtige Reethzustand Deutschlands in einer für uns nicbt gerade schmeicbelbaften Weise charakterisieren; ich darf das nicht unterdrücken, wenn der Wahrheit die Ehre gegeben und die Unbaltbarkeit unserer jeßigcn RcchtSzustände vollständig dargelegt werden sou. Wenn ich frage, in welcher Spracke die Rechtsqueacn gcfcbricben find, nach denen das deutsche Volk sein Recht nimmt, so ist die Antwort die: Im Osten" unseres Vaterlandes gilt deutschsprachigks Recht, das sächfische Gesesbuch, das preußische Landrecht. In den mittleren Theilen unseres Vaterlandes gilt das Recht Justinian's, in lateinischer Sprache, zum tbeil sogar griechisch geschrieben. - 33 0/0 unserer Be- völkerung sind in der Lage, ihr Recht zu nehmen aus diesen Rechts- quellen abgestorbener Sprachen. - Im Westen unseres Vaterlandes, im Großberzogtbum Baden, gilt französisches Recht in deutscher Ueberseßung, aptiert für die besonderen Verhältnisse dcs Staats; in allen übrigen westlichxn Theilen des Reichs gilt dagegen der (3000 in seiner ursprünglichen Ecstalt, in französischer Sprache. Das find etwa 14% des deutschen Volkö! 14 0/9 des deutschen Volks find in der Lage, ihr Recht zu nehmen aus einem Gesesbuche französischer Sprache, das nur die Gebildeten verstehen. 46 0/0 des deutschen Volks, d. 1). fast die Hälfte Deutschlands hat sein Recht zu suchen in QueUeu, denen seine eigene Sprache verscbloffen ist.

das den Wsst€n*

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Da ist es begreiflich, meine Herren, daß, als die Freiheitskriege vorübkr waren, das deutsche Volk in seinem ausfiammenden National- gkfühl diesen Zustand schwer empfand, und es ist auch verständlich. wenn unssre Zeit die Verantwortlickykeit empfindet, diesem Zustande Endlich ein Ende zu machen. (Bravo!) ,

Nun, meine «Herren, auf jenkm Trümmerfelde deutscher Rechts- cinricbtungcn, wie ich es eben geschildert babe, mußten die Männer, die berufen ware'n, das Gsseßbuch herzusteÜen, die Bausteine suchen, aus denen der ne'ue Rechtsbau hergestellt werden fonte. Das war eine schwierige, eine vsrantwortungsvylxe Aufgabe: schwierig, weil ihnen sofort die Frage entgegentrat: aus welchem diefer verschiedenén Rechts- gebiete soll vorwiegend das Material für den Neubau genommen werden? - verantwortungsvol], weil natürlich die Bevölkerung jedes Rechtögebiets, das sich mit seinen Anschauungen und Einrichtungen bei diesem Neubau Vernachlässigt glaubte, Rechenschaft von jsnen Männkrn Verlangte, die den Bau zu schaffen batten. Jndeffen konnte es für dis Kommission schließlich kein ZWLifkl sein, daß weder die bestehende Rechtskodifikation, noch auch das alte gemeine römésch- deutsche Recht zur maßgsbenden Grundlage für unser neues bürger- liches Rechtgenommxn Werden durften. Die Kommission batfich aüf den. Standpunkt géstellt, daß fie das Recht aufbauen wollenach Gründen der Zweckmäßigkeit, im Anschluß an die Traditionen, die im deutschen Volk vorwiegend walteten, obne Bruck) mit der Vergangenheit, aber auch ohne Liebhaberei für abgestorbene Dinge. So gelangte fie zu der Ueberzeugung, daß troß allen Rufens, das in neuerer Zeit ein überspanntes nationales Gefühl dahin laut werden ließ: das deutsche Rscht müsse wahrhaft deutsch und nur aus deutschen QueUen geschöpft sein, ** bei der Errichtung des neuen Rechtsbaues das römische Recht, wie es einmal in Dcutscbland besteht, nicht übergangen werden durfte. Denn das römische Recht, wie ck M uns besteht, ist nicht römisches Recht mehr in dkm strengen nationalen Sinne; es ist gemodelt und theilweise deutsch geworden in der geistigen Arbeit Deutsch- lands yon vicr Jahrhunderten. Es muß als deutsches Recht gclt-Fn, weil auf vislen Gkbieten, die der entwickelte Verkehr in dsr Neuzeit geschaffen hat, die alten Rechtssäße und NWW- anschauungen des deutschen stens nicht mehr genügten, ja vielfach geradezu fehlten. Es muß als modernes Recht gelten, gerade so, wie römisches Recht in fast allen Kulturländcrn Europas seine wich- tigsten Grundsäße zu dem bestehenden geltenden Recht bergelieben bat. Dikse von der deutschen Kultur aufgenommenen, von der euro- päischen Kultur mitgetragenen Rechtssäße aus dem neuen Rechtsbucbe auszuscheidkn, wäre unmöglich, wäre eine Thorbeit gewesen; denn wenn cs fich auch nur um Deutschland aUein gehandelt hätte, so hätte darin ein Bruch mit der Vergangenheit gelegen, den das deutsche Volk und seine Interessen nicht ertragen könnten, es wäre auch unbegreiflich gewesen in einer 3611, wie die unsrige, wcnn wir, da der Verkehr die Nationen täglich näbkrt, uns mit unserem Recht wieder zurückverfeßen ontsn auf vergangene Zciten, um unser Rechtslcben Von den anderen Nationen zu trennen.

Aber, meine Hkrren, mit der Erkenntni daß wir gezwungen und bkrcckptigt waren, den römiscbrechtlichen Ans auungen einen Platz in dem Bürgerlichen Gsseybuch zu geben, war es verträglich, ja es war die Pfiicht der Kommiffion, dafür zu sorgen, daß das, was an dcutschrechtlichen Anschauungen in den Gemüthern unsere's Volks noch 1ebt, in dem Recht unseres Volks noch nicht vollständig abgestorben rst, erhalten, neu bcfruckptkt und Weiter entwickelt werde. Soweif, wie das deutsche a!te Recht im stande gewesen ist, der Macht des modernen chens Widerstand zu leisten und fich dcn Verbältniffen dieses Lebkns anzuschließen, so weit Hat es auch Anspruch darauf, in unserem Gesetzbuch weiter zu leben. Insoweit wärd es vielleicht sogar der fruchtbarstc Keim für die künftige! Entwickelung unseres Rechts werdsn. Nach diesen Gefichtspunkten bat die Kommission die Aus- tvahl der auf dsutscbem Boden ursprünglich gewachsenen Rechts- säße getroffen, die in das neue Geseßbuch zu übernehmen waren; es hat erhalten, was noch am Leben war, aufgefrischt, was im Veerken begriffen, neu herangezogen, was das römische Rech zurückgedrängt, doch nicht erstickt hat, aber die Todth hat es nicht in das Leben zurückrufcn wollen. Germanische Liebhabereien hat die Kommission nicbt treiben dürfen. Die praktischen Interessen der deutschen Nation standen dafür zu doch.

Meine Hkrren, wo die Grenze hier zu ziehen war, das ist ja eine schwie'rige Frage, und so wird man auch verschiedener Mümmg darüber sein können, ob so, wie die Auswahl von der Kommission getroffen worden ist, die richtige Linie eingehalten wurde. - Für die Kommission warm aber zwei sichere Leitvunkte bei dieser Auz- wabl vorhanden: einmal die großen Kodifikationen der neuen Zeit; soweit das Allgemeine Landrecht, der französische 0006, das säthsistbe Gesetzbuch Rechtssäye und Rechtßanschauungen gemeinsam vertreten, soweit durfte die Kommission mit einiger Sicherheit annehmen. daß diese Dinge auch dem Rechtsfinn und den Anschauungen des deutschen Volks entsprachen. Wenn man zweifelhaft war, wie die Wahl getroffcn werden sollte, so konnte die Uebereinstimmung dieser drei großen Kodifikationen eine verhältnißmäßig sichere Leitung bieten. Soweit aber in diesen Korifikationen verschiedéne Säße herrschen, soweit mußte im Interesse der Ein- heit dcs Ganzen das Kleinere und Schwäxbere zurück- treten. Die Kommission hat demgemäß in solchen Fälle» fich denjenigen Anschauungen und Recbtssäyen zugewendet, die mbält- nißmäßig dée größte Herrschaft behaupteten. So hat fie gebäudelt beispielswcisc auf dem Gebiet des Hypothekenrecbts, des ehelich" Güterrechts, auf dem Gebiet des VormundstbaftSrecbts, wie-avcb in anderen Fragen. Und ich glaube, eine nähere Prüfung wird W dm hoben Hause die Ueberxcagung verschaffen, daß, wenn natjrlicb Yuki unvermeidlich die Anschauungen einzelner Bwölkerunaskreise Dytsö- lands cmpfindlich berührt worden sind, anders doch nicht vorck“ * werden konnte, wonten wir überhaupt zu einer MWM W Meine Herren, es giebt ja Männer, die das Recht der WM ' fertig zu haben glauben und die auch bier verlaua't M....» Kodifikation so11e mehr sein als nur eine Vmßbeitlkkuuo “akk